Indiana Tribüne, Volume 26, Number 59, Indianapolis, Marion County, 30 October 1902 — Page 7
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i loman von (Carola xjou tLriiLatten. (Fortsetzung.) Schau, Nudi, schau, wie schön! und was das für ein komischer Wagen ist, so einen hab' ich noch nie gesehen!" rief der größere der Bürschlein, der wenig mehr als sechs Jahre zählen mochte. Der kleinere, wohl um ein Jahr jüngere Bub stand wie erstarrt mit weit aufgerissenen Augen und offenem Munde. Endlich entrang sich ein bewunderndes: Oh oh!" seiner Brust, durch welches der auf ihm ruhende Bann gelöst ward. Er hat ja nicht einmal Räder, der Wagen! Du, und die vielen Klingeln, die so nett kling, kling machen und die rothen Federn, die die Rösjer auf dem Kopf haben oh Du!" stieß er athemlos hervor, des nicht minder entzückten Bruders Händchen fassend. Dieser aber nahm mit einem Male eine ernste Miene an, bis er, wie von jäher Erleuchtung erfaßt, ausrief: Du, ich weiß jetzt, was es ist ein Feenwagen ist's, denn alle anderen Wagen haben Räder!" Rudi machte jetzt womöglich noch größere Augen, und aus seinem rothen Mäulchen drang ein halb freudiges, halb ängstliches: Oh--oh!" Die Buben hatten ihrer Bewunderung und ihren Vermuthungen so lauten Ausdruck gegeben, daß die Insassen des Schlittens jedes Wort verstanden, und der Herr Kommerzienrath, sowie Andres brachen jetzt in lautes, herzliches Lachen aus. Ein Feenwagen ist's nicht, Ihr Knirpse, sondern ein Schlitten, in dem man nur fahren kann, wenn die Wege wie heute mit Schnee bedeckt stnd. Ihr müßt doch schon einen gesehen haben wie alt seid Ihr denn?" ' Ich bin sechs Jahre gewesen, und der Rudi wird bald fünf werden," antwortete der Bub unerschrocken. Und wie heißt Du?" fuhr Merveldt fort. Malter." Ein förmliches Zittern hatte Olivia befallen, als 'sie den Vater nach der Knaben Namen fragen hörte, und ein stilles: Gott sei Dank!" stieg gen Himmel, als jetzt der Wirth aus der Thüre hervortrat. Er begrüßte zuerst die Gäste, dann wandte' er sich zu den noch immer gafsenden Buben und bieß sie zu ihrer ajtuxier mnausgeyen, im freien ti es zu kalt für so kleine Leute. Wie er ste aber an die Hand nahm, brachen Beide gleichzeitig in gellendes Geschrei aus. Lassen Sie doch das kleine Volk. Wilprecht, und wenn Sie denken, es sei hier zu kalt, so mögen sie sich den Schlitten von den Fenstern der Gaststube aus besehen," sagte der Kommerzienrath, stch der kleinen Händchen bemächtigend. Sehen S?e, mit mir gehen die Schelme auf der Stelle, trotzdem sie mich noch nie gesehen haben. Mit Kindern ist's wie mit Thieren, man muß sie nur zu behandeln wissen!" Du mußt uns aber drinnen an's Fenster setzen, damit wir den Feenwagen anschauen können!" erklärte Rudi, seine Beinchen in trippelnde Bewegung setzend. Hab' ich nicht soeben gesagt, daß es kein Feenwagen, sondern, ein Schlitten ist?" entgegnete der Kommerzienrath lächelnd. Thut nichts, 's ist doch einer, alle anderen Wagen haben Räder, gelt, Walter?" Der zum Zeugen aufgerufene Walter schien diese Frage jedoch gar nicht beachtet, zu haben; den Kopf nach dem Schlitten gekehrt, verwandte er keinen Blick von diesem Gegenstande höchsten Interesses. In die Gaststube eingetreten, war es des Kommerzienrathes erstes, die beiden kleinen Buben auf das breite Fensterbrett zu setzen und mit seinem Taschentuche die beschlagenen Scheiben zu reinigen, damit ste bequem hinausschauen konnten, und über diesen Eeschäften versäumte er sogar, seiner Tochter beim Ablegen ihrer Pelzhüllen Hilfe zu leisten. Sie war jedoch weit entfernt, diese Unterlassung übel zu nehmen; sie freute sich ihrer selbst, denn es war ein gutes Zeichen und bewies, daß der Vater an seinen Enkelsöhnchen großen Gefallen 'fand. Hoffentlich störte kein ungeschickter Zufall die Wn terentwicklung der guten Beziehungen zwischen den Dreien. Olivia hatte inzwischen den Kaffee bestellt und dem Wirthe heimlich die Bitte zugeflüstert, ihre Schwägerin von des Kommerzienraths Anwesenheit zu benachrichtigen und sie der Kinder wegen zu beruhigen. Run trat ste in seiner Begleitung ebenfalls an's Fensier. Sagen Sie 'mal. Wilprecht, wo haben Sie denn diese beiden drolligen Bengels her sind wohl Verwandte von Ihnen?" . Nicht doch, Herr Kommerzienrath, es sind Gäste; sie sind mit Mutter und Wärterin hier; ich glaube, sie waren krank, und der Arzt hat ihnen Waldluft verordnet," lautete die Erwiderung. Go." Rudi aber schüttelte energisch das flachsblonde Lockenköpfchen, indem er rief: O Du, lügen darf ymn nzht, weißt Du das nWt-Mz waren .mcht Imnil" -
Was man so eigentlich krank nennt, nicht, das mag schon sein, kleiner Mann, aber tüchtigen Husten habt Ihr gehabt erklärte der Wirth. Das Bürschlein machte eine bedenkliche Miene, dann stieß es den Bruder an und fragte: Du. Walter, haben wir wirklich Husten gehabt?" Wein nickt." Und fieB ZU dem (Großvater wendend, begann er lebhaft: Du, lieber Herr, ich möchte doch gar zu gern in Deinem wunderschönen Schlitten ein wenig herumfahren, willst Du? Sag ja!" Na, den Wunsch kann man schon erfüllen, das heißt, wenn Eure Mamz es erlaubt." Walter wollte hurtig von seinem Fenstersitz herunterklettern, als der Wirth sagte: Das Anfragen bei der Mama will ich lieber besorgen; aus Eurem Geschwätz würde sie doch nicht klug werden." Damit verließ Herr Wilprecht die Stube, und Olivia zog sich einen Stuhl an's Fenster. Warum werden die Hührösser abgespannt?" begann Rudi von Neuem. Damit ste sich durch das lange Stehen im Schnee nicht erkälten." Oh die armen. Hührösser kriegen wohl ebenso kalt an den Beinen wie wir, wenn wir draußen sind?" Ich denke es wenigstens. Was meinst Du, Olivia, wenn wir so kleines Volk im Hause hätten!" setzte Merveldt hinzu, über des Buben Löckchen streichend. Das könnten wir ja haben, wenn Du nur wolltest!" erwiderte die junge Dame kühn. Seine Stirne bedeckte sich aber sofort mit Falten, und ärgerlich winkte er ihr zu schweigen. Du weißt, davon will ich nichts hören!" Was ist denn eigentlich der Schnee, von was wird er gemacht?" ließ sich
Walter vernehmen. Gemacht wird er überhaupt nicht, er ist der Regen des Winters." Warum gibt's aber bei uns keinen solchen Regen?" fuhr der unermüdliche Frager fort. Das kann ich nicht sagen, wenn ich nicht weiß, wo dieses ,bei uns' gelegen ist; wahrscheinlich ist es dort' zu warm," erwiderte der Kommerzienrath. Das wird's sein," nickte das Bübchen ernsthaft, denn wir haben es nie so kalt gehabt, wie hier; 's ist aber doch schön hier, und am Ofen friert es einen kein bischen." Habt Ihr auch einen Papa?" fragt: der Kommerzienrath, der offenbar an den Knaben immer mehr Gefallen fand. Natürlich; aber er ist nicht da, er ist drinnen in der qroßen Stadt, wo wir je$i wohnen, wen er auewett o viel zu schreiben hat." Und Schwesterchen habt Ihr auch?" Nein." Und Großeltern?" Nein Das heißt, einen Großvater haben wir und dann noch einen." Olivias Nerven wurden neuerdings sehr unruhig, die Unterhaltung nahm eine etwas bedenkliche Wendung wenn der Vater vorzeitig erdacht schöpfte? Und diese Großväter haben Euch gewiß sehr lieb und geben Euch viele schöne Sachen?" Oh nein, gar nichts geben sie uns. gar kein allerkleinstes bischen was!" rief Rudi. Merveldt lachte belustigt über die sichtliche Entrüstung des Männchens, dann sagte er, noch immer lächelnd: Das sind aber sehr böse Großväter!" Jawohl, das sind sie, und wenn wir einmal zu ihnen kommen, werden wir es ihnen schon sagen! Gelt, Herr, Du thätest es ganz anders machen, wenn Du unser Großvater wärst, Du th'ät'st uns arg viel geben und auch einen so wunderschönen Schlitten, wie Du selber einen hast, nicht wahr?" Aber nur, wenn Ihr wirklich brave und artige Jungen wäret." Das sind wir, o ja!" versicherte Walter mit Ueberzeugung. Na, davon bin ich 'doch nicht so ganz fest überzeugt!" lachte der Kommerzienrath. Doch, doch, Du kannst es glauben; lieber Herr! Du, Rudi,, weißt doch?" wandte sich der Knabe plötzlich gegen das Bruderchen. Rudi nickte zwar ernsthaft, dabei aber umspielte doch ein schalkhaftes Lächeln seinen kleinen Mund. Was soll er noch wissen?" erkundigte sich der Großvater. Wie wir's gehört haben, daß wir arg brave Buben sind, wir zwei." Das möchte ich doch auch gern wissen!" Soll Zch's erzählen?" Ja." ' Es war also vor o, es ist schon lange her also die Mama hat einmal gezankt, weil wir nicht gleich so wollten wie sie " Das heißt, weil Ihr unartig und unfolgsam wäret," verbesserte der Kommerzienrath. Ja ja. Also die Mama hat gezankt, und der Papa hat's gehört, und wie wir dann im Nebenzimmer gespielt haben, da hat der Papa zur Mama gesagt: ,Was Du nur mit den Buben hast, sie sind doch so liebe, brave Kinder, wie gar nicht viele!' Gelt, Rudi, so war's?" 3a!" - Das hat Euer Papa wohl nur Euch zum Troste gesagt," bemerkte. Merveldt. Ach. wo! Er hat ja gar nicht einmal gewußt, daß wir. daneben drinnen wan! rief Walter, aus vollem Halje lachend. Eine junge Magd brachte jetzt den Kaffee .und bat die Herrschaften mit
einem Knix, sich an den sauber gedeck- I ten Tisch zu rersügen. Wollt Ihr auch Kaffee und' Kuchen. Ihr Knirpse?" sorde:!e Herr Merveldt die Buben auf.
Wir haben schon Much und Homgbrcd gehabt," antwortete Walter be-1 scheiden. Thut nichts, m so iirnge Magen geht immer noch was hinein. Flott, macht Euch auf die Beine! Und sind dann die Kannen und Teller leer, und die Mama e.rlaubt's. so fahre ich Euch ein Viertelstundchen draußen im Schlitten herum." Damit bob der KommerZittnratu die juchzenden Knaven vom Fenster herunter und setzte sie an den 2iim, wo eine gewaltige Schüssel voll, goldgelber Aepfelküchle gar verlockenden Duft ausströmte. Er und seine kleinen Gäste ließen sich's auch tresslich schmecken, während Fräulein Olivia sich Gewalt anthun mußte, um wenigstens eimge Bissen hinunterzubringen. Hoffnung und Furcht raubten ihr Ruhe und Appetit; Hoffnung, weil sie sah, daß der Vater an Bothos Kindern so außerordentlichen Gefallen fand, Furcht, weil es vielleicht nur einer Kleinigkeit bedürfte, einer einzigen, feine Aufmcrksamkeit erregenden oder sem Mißtrauen 'weckenden Bemerkung, um der jungen Freundschaft ein jähes Ende zu bereiten. - Die Mahlzeit war beinahe beendet. als Wilprecht wieder zum Vorschein kam. gefolgt von einer ältlichen Frau, die warme Kinderkleider auf dem Arm trug. Die gnadige .Frau habe gar nichts dagegen, wenn der Herr Kommerzienrath mit den Kindern eine kleine Schlittenfahrt mache, und lasse herzlich anken für das Vergnügen, welches er ihnen bereite. Die Wärterin sei gleich mltqekommen, um die Kleinen für die Fahrt wärmer anzukleiden. Nana! Urtmar beqrußten die Bürschlein jubelnd ihre Pflegerin. Geh' schnell an's Fenster und schau' Dir den wunderschönen Wagen an, der draußen ist, -und in dem man nur sahren kann, wenn s weißen Wmterregen gibt!" setzte Walter hinzu. Aber, Du dummer Walter, das iß ja Schnee, das Weiße, was draußen liegt, und kein Regen," erklärte die alte Frau. Der Schnee ist aber Winterregen, Du! Kannst's glauben, der Herr hat's gesagt! Warum hast Äu uns nie davon erzählt., und auch nicht von den Schlitten, Du weißt doch, wir hören solche Geschichtchen gar zu gern. Kannst Du auch Geschichten und Mär, chen erzählen. Herr?" wandte sich der ganz aufgeregte 'Knabe an den Kommerzienrath, der bereits Befehl gegeben hatte, die Pferde wieder an den Schlitten zu spannen. Einige weiß ich wohl." So erzähl' sie nur, bitte, bitte!" schmeichelte das Brüderpaar mit erhobenen Händchen. Für heute ist's zu spät; wenn ich wiederkomme, erzähle ich Euch eine schöne Geschichte," versprach Merveldt feierlich. Kommst Du bald wieder?" In einigen Tagen, denke ich." Hurrah!" Wie lange bleibt Ihr hier?" Weiß nicht." Jedenfalls noch drei bis vier Wochen, es hängt vom Herrn Doktor ab," setzte die Wärterin hinzu, ihren Pfleglingen dicke, wollene Mäntelchen umhängend. So! Na, da findet sich wohl Gelegenheit zu einer ordentlichen Schlittenfahrt; Ihr müßt nur Eure Mama recht schön bitten,' daß sie Euch die Erlaubniß dazu gibt." v O, das wollen wir schon thun!" jubelten die Kinder erfreut. Kann ich mir wohl denken! Jetzt aber vorwärts, Ihr Kinder, sonst werden. die Pferde kalt. Wollen Sie mitkommen, Frau?" wandte sich Merveldt zur Wärterin. Wenn der Herr Kommerzienrath erlauben, wird's am Ende besser sein, ich fahre mit." Also los! Wir sind bald wieder zurück, Olivia." Ja, Papa, bleibe nicht zu lange, es dunkelt schon, und die Waldwege sind nicht besonders gut." Nur keine Sorge, Mädel, keine Sorge!" Fräulein Merveldt trat an's Fenster, um der Verpackung ihrer kleinen Neffen in die Bärenfelle und der Abfahrt des Schlittens zuzuschauen, und erst als er zwischen den Bäumen verschwunden und das Jauchzen der Klei nen verklungen war, trat sie zurück und zu dem am Schenktisch hanhrenden Wirth. Was sagte meine Schwägerin, Herr JüMpreäjtr O. die arme gnädige Frau war ganz erschrocken, und ich meine, sie steht droben Todesangst aus, besonders jetzt, wo sie ganz allein ist." Auch mir ist nicht besonders behaglich zu Muthe. Wer weiß, was die Kinder plaudern!" Sie sind noch zu klein, um viel auszuplaudern. und die Wärterin weiß ja Bescheid, sie wird's nicht so weit kommen lassen," tröstete der Wirth. Das hoffe ich wenigstens." Möchten gnädiges Fräulein nicht für einen Augenblick hinauf?" Ich möchte wohl, wenn aber der Vater inzwischen zurückkäme, könnte es ihnauffallen." ' Olivia hätte indessen diesen Besuch ganz gut wagen dürfen, denn es wurde draußen dunkler und dunkler, eZ wurde endlich völlig Nacht, doch vom Schlitl ten jie& sich noch immer nichts hören.
Wenn nur nichts vasssrt ist!" saate
sie endlich beklommen. Der Wirtb schüttelte iedock den Kopf; er theilte ihre Besorgniß nicht. Xtx Andres m ia dabei, und einen ZUverlässtaeren Kutscher aäbe es weit und breit nicht; der Herr Kommerzienrath wurde den Ziinvern zuliebe etwas weiter gefahren sein, als er beabstchtiat habe. So aina fast eine Stunde famrn. und die junge Dame gerieth schließlich in solche Unruhe, dak ste von einem Fenster zum anderen ging, endlich sogar an die Hausthure trat, um in den stockdunklen Wald bineinzusväben. Aber es war alles vergebens kein Laut oranq aus den Bäumen hervor, Um Lichtschimmer. Um, des Himmels willen. Olivia. es wirö doch nichts geschehen sein?" drang plötzlich eine angstdurchzitterte Frauenstimme von der oberen Treppenfrur yerunier. Es war Frau otho Merveldt, welche die Sorge um ihre Kinder aus ihren Zimmern' heraustrieb. O nein, sie haben den Andres bei sich, und der ist mit den Vferden ebenso vertraut wie mit den Wegen," erwiderte Fräulein Olivia mit so viel Zuversicht und Fe tlgkelt, als sie auszubringen vermochte. Aber sie sind so lange schon fort!" Die Buben werden sich der Heimkehr widersetzen, und man kann es ihnen i t :.r cyi ? ?n iiiai ccrccixicn, vieles vergnügen in ihnen ia neu. Aber borck. ick alaube. sie kommen, mir ist's als hörte ich fernes Schellengeläute! Das ist es auch." setzte der Wirth hinzu, der gleichfalls lauschend unter der Hausthüre stand. Noch einige Augenblicke, dann kam der Merveldt'sche Schlitten 'zum Vorschein, und endlich hielt er vor dem Stegenhof. Aber keine jubelnden Kinderstimmchen, kein Zuruf des Vaters begrüßte Olivia, die, von neuer Bangigkeit erfaßt, in den Schnee hinauseilte, mit halblauter Stimme rufend: Papa, warum seid Ihr alle so still, es ist doch nichts vassirt?" Herr Merveldt, der in die Kissen und Pelze zurückgelehnt saß, richtete sich auf, doch sehr langsam und, wie es schien, nicht ohne Mühe. Wenigstens ist nicht viel passirt, mir ist's aber doch mehr als unangenehm, mehr als unangenehm." sagte er halb ärgerlich, halb bekümmert. Oh wir haben umgeworfen .mit dem Schlitten, sind in den Schnee gekollert, und dabei hab' ich Wehweh an meinem Fuß bekommen. Schön war's aber doch, wunder-, wunderschön sogar!" berichtete Rudi, sich in den Armen der Wärterin aufrichtend. Mit so weinerlichem Stimmchen er. eine Erzählung auch begonnen, er endete sie mit jubelnden Akkorden, und Olivia athmete auf, denn es diente ihr als Beweis, daß seine Verletzung keine schlimme war und er auch keine argen Schmerzen litt. Mir aber hat's gar nichts gethan ritsche-ratsche bin ich hineingeschossen in den Schnee und darin liegen geblieben!" meldete sich Walter. Und Du. Papa, und die Ankern?" forschte Olivia.Die Frau und der Andres sind ebenfalls mit heiler Haut davon gekommen, mir aber ist zu Muthe, als ob mein ganzer Körper ein einziger blauer Fleck wäre," entgegnete der Kommerzienrath. die Pelzhüllen ärgerlich zurückwerfend. Um Gott. Papa!" 1 Ach, das schadet weiter nichts, gebrechen habe ich nichts; mir ist's nur um das Kind; sein Fllßchen ist aus dem Gelenk, glaube ich. Was wird seine Mutter dazu sagen?" Es war eben ein unglücklicher Zufall!" stammelte Olivia, den Äater beim Aus steigen stützend. Mit ihrem und des Kutschers Beistand gelangte er glücklich, wenn auch nicht ohne große Mühe auf festen Boden und hob nun Walter aus dem Schlitten, der einen tiefschmerzlichen Seufzer ausstieß. Olivia nahm der Wärterin den kleinen Verwundeten ab, während ihr Vater dem Kutscher gebot, unverzüglich nach Tiefenthal zu fahren und einen Arzt zu holen. Nein, Papa, zuerst mußt Du nach Hause fahren, denn Du bedarfst der Ruhe, und Andres soll zusehen, daß er den Arzt findet, damit Dir ebenfalls schnelle Hilfe zu Theil wird," sagte das Fräulein. Gegen blaue Male und Beulen läßt sich nicht viel thun. Uebrigens bleiben wir vorläufig hier, will hören, was der Doktor wegen des Kindes sagt, und mich bei der Dame entschuldigen. Andres, fahr zu!" Gott im Himmel, sieh uns bei!" stöhnte Olivia leise, als sie diese neue Gefahr heraufziehen sah. Was ist geschehen, wo sind die Kinsber?" tönte es jetzt wie ein Angstschrei. An der obersten Treppennuse lauschend, hatte Adelheid Merveldt nur einzelne Worte und Ausrufungen verstanden, und wenn sie auch die Stimmen ihrer Kleinen hörte, so wußte sie doch nicht, ob sie heil seien, auch nicht, was geschehen war. Von unbeschreiblicher Angst erfaßt, war sie gleichgiltig gegen alles und eilte mit einem brennenden Lickt in der Sand die enge Holztreppe schnellstens herunter. s Beruhigen Sie sich, gnädige Frau. es ist nicht schlimm, der Rudi hat nur am Z?uk einen kleinen Schaden genomm," sagte der Wirth, der von allen' Anwesenden die meiste Geistesgegen wart bewahrt hatte.
Der Grippe specifisches Heilmittel.
Die Grippe tritt leder epidemisch aus. Alle Aerzte wissen, dS sich dieselbe in Folge von Er kältungen entwickelt. Sie greift stets die scha. chen Punkte de menschlichen System an, darin Ziegt eben tzaS gefährliche diefer Krankheit. D.AugusbKn!K Zamburgcr Drnjlthee
ist mkt solch groge Vrsolg gegen dieses schmerthaste Leiden angewandt worden, daß viele Aerzte dessen Werth schäven und denselben häufig ver schreiben. Er wärmt das Blut, beruhigt die Nerven, lindert den Kei,, stärkt das ganz System und beseitigt dadurch die Krankheit. Skoti,! Nur in Originat.Paeketen verkauft, und der echte hat die Unterschrift von Dr. August König aus jedem Umschlage. Er wird niemals lose verkauft.
Frau Merveldt nahm der Frau den Knaben ab und fragte besorgt: Hast Du arge Schmerzen, mein Herzensbub?" Rudi aber lachte ste vergnügt an, als er mit strahlenden Augen rief: Re! Sie haben mir ja Schnee darauf gelegt, guten kalten Schnee. Oh es war zu wundes wunderschön, liebe Mama! Gelt, wu dürfen bald wieder mal mit dem lieben Herrn fahren, wenn wir auch umgeworfen haben?" Ich bin untröstlich, gnädige Frau, untröstlich, daß dieser Unfall gerade da vorgekommen ist, wo ich Ihre lieben Söhnchen bei mir hatte," sagte der Kommerzienrath. der, von Wilprecht geführt, langsam hercinhinkte. (Fortsetzung folgt.) Eigcuartigcr Perus. 2er ..Jugfänger" deS KönigS Edward ve Englans und seine Ausgabe. Ein Mann, der sich rühmen kann, wirklich einen einzigartigen Veruj auszuüben, steht in Diensten des Königs Eduard- von England. Es ist sein Zugfänger" oder auch Zugvertreibe?." De? neue Ve?uf hat seinen Ursprung in einem sehr gewöhnlichen Vorkommnis. Als Prinz von Wales mußte der König im Auftrage der Kö5iigin Victoria vielen" staatlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen beiwohnen, und es ergab sich, daß er bei Ausübung seiner königlichen Pflichten bei diesen Gelegenheiten sich häufig schwere Erkältungen zuzog, und zwar in Folge der Nachlässigkeit der Beamten, die den königlichen' Stuhl oder Thronsitz direkt dem durchdringenden Zug eer Thür oder eines Fensters aussetzten.' Die für die Gesundheit des Königs besorgten Aerzte konnten ihm unmöglich überallhin folgen; sie e?kannten abe? bald die U?sache des Uebels, und da sie Vo?beugung für besser als Heilmittel hielten, riethen sie, daß ein besonderer Beamter angestellt würde, der jeden vom König besuchten Platz besichtigen und sich vergewissern müßte, daß dieser in wirksamer Weise vor Zug geschützt sei. Natürlich ist eine solche Stellung seine Sinekure. Der König ist einer der beschäftigtsten Männer, des Königreiches. Zahlreich stnd die Pflichten, die mit Staatsangelegenheiten verbunden sind; noch mannigfaltiger und anstrengende? sind jedoch seine gesellschaftlichen Verpflichtungen. und bei allen diesen Gelegenheiten geht ihm der allgegenwärtige Zugfänger" voraus, der es sich zur Pflicht gemacht hat, seinen Herrn gegen Erkältungen zu schützen. Der Zugvertreiber" ist jedoch nicht bescnders beliebt bei den Ordnern der Festessen. Nachdem oft alles für ein Fest vorbe?eitet war, dem der König beiwohnen solltet hat die Ankunft des Zugfängers schon bei mancher Gelegenheit eine aufregende Unordnung zur Folge gehabt. Vor einem oder zwei Jahren waren bei einem solchen Festmahl in London die Tische prächtig ausgeschmückt und die Vorbereitungen schon sehr weit vorgeschritten, als der Zugvertreiber" auf der Bildfläche erschien, den Raum sehr sorgfältig prüfte und fand, daß der Stuhl des Königs im Zuge zwischen zwei Thüren hingesetzt war. Er befahl sogleich, daß er in einen entlegenen Theil des Zimmers gebracht werde; der Wechsel wurde bewerkstelligt, ' aber die Veränderung hatte eine neue Aufstellung aller Tische zur. Folge, und die Festordner hatten drei Stunden besorgter und anstrengender Arbeit. Die Erfahrung hatte sie aber klug gemacht, und vor dem nächsten Mahl befragten sie den Zugvertreib" vorher, wo der Stuhl für den König am besten aufgestellt würde. 'Der Stier a.sGefang e n e n w ä.ch t e r. Ein Senne von Arzier im Schweizer Kanton 'Waadt war unlängst in finsterer Nacht aus dem Wege von Arzier nach höher gelegenen Weiden an einem im Grase siegenden Stiere vorübergegangen, ohne denselben bemerkt zu haben. Der Stier verfolgte den Mann, dem nichts anders übrig blieb, als auf eine Tanne zu klettern und dort eine ganze lange Regennacht zuzubringen, den Stier als getreuen Wächter zu Füßen des Baumes. Am Morgen entfernte sich das Thier von felber, da es den Ruf der Sennen in de? Ferne gehört' hatte ' D i t O e l f e l d e r in der Um gegend von Beaumont, Ter., wurden kürzlich durch eine Feuersbrunst heimgesucht, und 20 , Pumpwerke und 75 Oelbrunnen wurden durch das Feuer zerstört.
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Feuer - Signale. I Pennsylv und Starlet 5 Englist'S Opern-HauS 6 Eastund New Dsrk 7 Äoblk und Nichigan S 31. Jerjcv u. Mass Ave 9 Pine und Ncrth 10 Market und ?ine 11 Lennont nabe East 12 Rq. 8 CpritzcnhauS Maff. Ave nahe Noble !3 Tenoan und Wainut li Sk. Jersey u Ecntral A. S Mass. und EsrnrLLv IS Ash und 11. Straße 17 Park Tv und 12 Err .3 Columtra undHillslde 19 H:ghland Avu.Pratt 21 Illinois und St. Joe 23 PennZylv. und Pratt 24 Meridian und II. Str 25 No. ö CpriyknhauS 15. nahe JllinoiS 28 CenakeLvu.CtClair 27 Illinois und Mchigan 2? Pesylvania und 14. 29 Senate ve, und 13. 21 1 Spritzenhaus Jnd Ave naheMichigan 22 Meridian und TZalnut 54 California u Vermont 25 Blale und New ZZork 26 Ind. Sv. u. Et. lair Z7 City Hospital 23 Blake und Norty 29 Michigan und Aznes 41 No. e Spritzenhaus Washington nahe West 42 Eftndorf u Wash. 43 Missouri u New Fort 45 Meridian u Wash 46 Illinois und Ohio 47 Capitol Aö.u Wash ' 48 Kmgan'ö PorlbauS 49 Straßenbahn EtZlle 83. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana 63 West und South 54WcstundMcCarty ea Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Rav 58 No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMor-.-lz 59 Madison Av. u Dunlop 51 No 2 Haken LeiterhauS South nah Telaware 52 Penn. Merrill 53 Telaware u. McCarty 54 Saft und McSarty 55 New Jersey u. Merrill 67 Lir. Av. u Brdshatt 6S East und Prospekt 59 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huro 72 East und Georgia 73 Relax und Elm 74 Davidson u Georgia 75 L-nglish Av. u Pine St)cl0y und VateS 78 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Shelly öl Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash 83 East u Washington Ll Ncw Dork u.Tvids?r '85 Taubstummen Anstalt 86 Vcr. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 83 Frauen-Resormat. 91 No. 13 SprhmhauS Marvland nah Mer. 92 Meridian u. Scrgia. 53 Wcridian und Couth 94 Pennsylv u. Lsnisiana 6S Virzjni? Ave u. Sllab. 96 Hauptquartier. 97 Erand Hotcl. 93 Capital Av und Ohis 123 No., 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Centra? Ave und 15. 126 ?)andeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delalvare und 19. 121 Alabama und 11. 122 Bellefontaine und W. 134 College Av und 20. 135 Dclavare und 13. 1Z6 Alabama und North 127 Newmann und 19. 13S College Ave und 14. 139 Cornell Ave und IS. ll Jandes und 1?. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey, nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hil.side Ave und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 22. 15?. LSu. W Bahn u. 22. 154 Namsey Ave nd 10. 156 Ctoughton u Newmaa 157 AtlaS und Pike. 155 Blohd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Arven und Depot 153 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 Et. Clair u. cystdne 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellesontain und 28. 169 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michiga ZU JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und 22, 217 Meridian nd 15. 213 Capital Ave und 26. 219 Broadway und 10. 2Z1 JllinoiS und McL-an 224 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 80. 235 JllinoiS und 23. 236 Annetta und 30. 237 N. . 9. Cpriyenh Zat Udell und Slaver 238 Udeil Ladt Wort 229 JZabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u Et. Cla't 243 Eldricge nd 23. 312 West uud Wainut 313 West und 12. 814 Howard unh 15. 315 Torbet und Paca S16 Capital Ase und ib. 217 Northwostcrn Ave usi -318 Eent und 18. S19 Canal und 10. 3!U Cerealine SB er 324 Vermont und Lynn L25 BismarckuZrandick 52S No. 29 SpntzenhanS Haughville. 327 Michigan u. HclmeS. S2S Michigan u. Concord 541 West und McJntyre 412 Missouri u. MarylaiU 413 Missouri und Ohi 415 Capital Aveu tcrqiff 416 Missouri u Kcntuckq A. 417 Senate Ave n. Wah 421 P und r R-.dhalt 53. Washington. 423 Jrren-Hospiial. 424 Milcy Ave u.JDu & 425 Wash. und Harn 426 No. 13 Spritzend 4 W. Washington ,427 Oliver und Birch 428 Oliv und C4art 429 Norevke und Fort 481 Hadlcy Ave u. Morrit 422 Niver Ave u. Morri 4 jl Slivcr Av und Ratz 425 Harding u. Big 4 R R 436 Harding und Olw 427 No. 19 Cpritzenbo MorriZ und Harbin 433 Howard und William 439 EtockvardS 451 SkeiSn und Will 422 Howard nd Lee 455 MorriS und KapS 45 Lambert und Bcln2 457 Nordyk Ave u. wr non WorkS 512 West uud Rsy 513 Kentucky Ave u. Merrill 514 Meridian und MorrlS 51 JllinoiS und anssS 17 Morris und Dakota 513 MorriS und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Mmdian und Palm 523 Pine und Lord 524 Madison Ave u Lincoln r.2S Meridian und Belt RR 527 CarloS und Ray 528 Meridian und Anjvna 523 Meridian .Raymond 531 Meridian u. McSarty 632 No. 17 Spritzenh-uS MorriS nahe West 6 2 McKcrnanund Dough. 613 East u. Lincoln Lu 14 East und Bcechcr 15 Wright und Sander 17 McCarty u?5 Bcaty 16 New Jersey uBirAv 712 Epruce und Prosvect 713 Engllsh Are. u. Laure) 714 State Ave u.Belt R R 715 Chelby und Beechcr 71 State Ave und Orange 713 Orange und Laurel 719 Chelby u. Cutaa Avt 721 LcringtonA.u Laure 723 Fletcher Ave u. Cpruc 724 State Ave. Pleasant 725 ProsM und leasa:4 726 Orang! und Hla? 723 Liberty und Merk 729 9t&lU und South 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Ste 813 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Ave 815 Michigan u. HighlanZ 816 Market u Arsenal Av 817 Ost S Clair und vnion Bahn Geleise, 821 an Handle Cbc55 823 Vermont und WaKott 824 Wash. und State Av 825 Radden'i Leungkatx 82 Tuckn und Dorsey 827 Wash. und Deville Ave 829 No. 12 Spritzenhaus Beville nahe Michiga, 831 Southeaster Av und Woodside. 8?2 Wash. und Dearbrn, 834 Coutheaster und Arsenal AveS. 855 New Dork und tatylt 912 JllinoiS und Maryl. 913 JllinFiS und Market 14 Penn, und Wf 915 Delawave nn a Spezial-SZznale. Ersten 2 SchlZge, zweiter Alan, , Aweit Schläge, dritter Alarm. Dritten 2 Schläge, vierter Alarni. 1-2-1, Feuer uS und Scheuch aufgollt, Schlage, Wasserdruck ab. 12 Echvtge, 1 Uhr Mittag. Die o bezeichneten Signal werd nur vom rhur wöchter angegeben da an Im treZsendea Strcfcr Keuzunz kine AlarmUste angebracht sind.
