Indiana Tribüne, Volume 26, Number 57, Indianapolis, Marion County, 28 October 1902 — Page 7

Jndiana Trivnne, 28 Oktober

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Vioman von j CCarxJla rou (Gtjitaitcn. r (Fortsetzung.) 18. Kapitel. Herr Doktor Rheder, Sie vergessen sich und werden beleidigend! Die Rücksichten, die ich meiner Tochter schulde, kenne ich selber zur Genüge, und Niemand ist so wenig wie Sie berufen, mir dieselben in Erinnerung zu bringen. Sie werden mich zu Dank verbinden, wenn Sie mich verlassen." Es warGräfinHolsten, die so sprach. Hoch aufgerichtet, in kalter vornehmer Ruhe stand sie vor ihrem Schwiegersöhn, der soeben mit größter Herzlichkeit seinen Beistand angeboten und sie in gleicher Weise gebeten hatte, künftighin vorsichtiger zu sein, vor allen Dingen aber das berüchtigte Haus zu meiden, wo sie in Gefahr siehe, nicht nur ihr Geld, sondern auch ihren guten Ruf zu verlieren. Sie möchte bedenken, wie außer ihr selber auch Gertrud, die sich alles so sehr zu Herzen nehme, darunter leiden müsse. Die würdevolle Haltung, welche seine Schwiegermutter bei geeigneter Gelegenheit so trefflich anzunehmen verstand, blieb indessen ohne Eindruck auf Rheder. Sie imponirte ihm in -keiner Weife, eher noch reizte sie ihn, namentlich in Erinnerung an das Accept, welches seinen Namen getragen, ohne daß er ihn daraufgeschrieben, und es kostete ihn einige Ueberwindung, ruhig zu bleiben und den bisherigen respektvollen Ton beizubehalten. Verzeihung, Mama, wenn ich diesem Wunsch nicht sofort entspreche, es ist jedoch nöthig, daß wir zu Ende kommen, ehe ich gehe." Wir sind zu Ende, mein Herr, ich verzichte auf Ihre Gefälligkeiten!" Gefälligkeiten" nannte es die Gräsin, wenn er sich erbot, fünfundachtzigjausend Mark für sie zu bezahlen, nachdem er vor kaum sechs Monaten noch bedeutendere Summen bezahlt hatte! Das war selbst für seine unerschöpfliche Geduld zu viel, und er rief mit unwillkürlicher Heftigkeit: Wer soll helfen, wenn ich es nicht thue?" Das ist meine Sache." Allerdings, bis zu einem gewissen Grade aber auch die meine, denn als Gertruds Gatte liegt mir die Pflicht ob, sie nach bestem Vermögen vor Unheil, Kummer und Sorge zu schützen. Was ich thue, thue ich um ihretwillen, begehre auch keinen Dank dafür." Die Gräfin neigte leicht den Kopf gegen Rheder, indem sie entgegnete: Dieser Versicherung bedarf es nicht, denn , ich habe niemals angenommen, daß Sie mir zu Liebe etwas gethan haben. Nachdem Sie mir aber das Geld unter Berufung auf meine Tochter aufzwingen, nehme ich es bis auf Weiteres an. Wann kann es erhoben werden?" Morgen oder 'übermorgen, es hängt von meinem Bankier ab, den ich sogleich benachrichtigen werde. Würde es aber nicht besser sein, wenn ich selber die Angelegenheit regelte?" fragte der Doktor. - Nein." Gut. Ich möchte jedoch nicht, daß meine Frau von dem erfährt oder nur eine Ahnung erhält, was zwischen uns vorgefallen ist, es würde ihr überaus peinlich sein, sie würde sich mir gegenüber befangen fühlen, und das wünsche ich zu verhüten. Es wird ja leicht sein, sie zu beruhigen, ohne daß man ihr die Wahrheit sagt. Die Rücksicht auf sie läßt mich auch bei dem bisher gebräuchlichen Du beharren, und ich bitte, ein Gleiches mir gegenüber zu thun." Nach einigen Augenblicken des Zögerns nickte die Gräfin zustimmend. dann sagte sie: Ich werde wohl einer Anweisung bedürfen Gewiß.. Sie soll sogleich ausgestellt werden. Nach diesen Worten füllte Rheder ein schon bereit gehaltenes Blatt seines Checkbuches aus und überreichte es der Gräfin, die es fluchhq überlas und dann mit aleichgiltiger Miene zwischen die Einlaaen ihrer Schreibmappe schob Besten Dank." sagte sie kühl. Ich werde Deiner Gefälligkeit hoffentlich nie wieder bedürfen. Nach den soeben gemachten Ersahrunaen hielt es Rheder für vollkomen überflüssig, seiner Schwiegermutter weitere Vorstellungen zu machen, und o nahm er mit einer leiazien eroeugung Abschied und verließ das Zimmer. um auf kürzestem Wege in die Fabrik zurückzukehren und 'mit dem Direktor noch einiges bezüglich der nächtlichen ?mnrrnna in verabreden. Er war tief verstimmt, und in seinem Herzen regte sich der heftigste Abscheu vor der Gräfin. Welch' ein Unglück, daß Gertrud eine solche Mutter hatte! Nicht einmal in dem Augenblick, wo man ihn das gefälschte Accept vorgewiesen, war er so empört gewesen, wie er es in dieser Stunde war. Noth und Verzweiflung' konnten sie zu jenem, allerdings wfir weiten Schritt vom Wege verleitet baben: für ihr heutiges Benehmen aber ' I -rirjc.sw:,,..., T,- ? r gav es leine uiuiuiuiyurnj. frumdliff) wie möglich gehaltene Ange bot, sie von ihren leichtsinnigen Schulden zu befreien, seine ehrerbietigen Vorstellungen und Bitten in dieser Weise zu beantworten, dessen war- nur ein durch und durch verkommener Charakitr fHfiia! Karl Rochitz hatte thatsächlicb recht: so lange die Gräfin frei über ' , . r " sti i sich verfugen vursle, gav es tu? eriruo

und ihn keine Ruhe; hier noch auf Besserung zu hoffen, wäre mehr als Thorheit gewesen. Jetzt, wo sie einen reichen Schwiegersohn besaß, wo sie wußte, daß er so lange wie möglich Leid und Schande von ihrer Tochter abwenden würde, trieb es Kieses ebenso ehr- wie gewissenlose Weib jedenfalls noch weit toller. Trotz alledem fiel es ihm aber nicht ein, diefes abermalige Onix.i bedauern, denn er erkaufte damit wenigstens für einige Zeit Gertruds Gemüthsrube! , Als d!e Gräfin wieder allein war. glitt ein Lächeln des Triumphes über ihr Gesicht. Die fatale Angelegenheit war doch glatter verlaufen, als sie zu hoffen gewagt. Dieser Rheder war der vollkommenste Narr, den es gab! Wie er gebeten und gebettelt hatte, bis sie sich endlich herbeigelassen, ihn in ihre Verlegenheiten einzuweihen, es war geradezu lächerlich! Und welcher vernünftige Mensch erbietet sich ohne Weiteres, einem anderen fünfundachtzigtausend Mark vor die Füße zu werfen, nur um ein paar schöne Frauenaugen vor Thränen zu bewahren? Sie war einst nicht weniger schön gewesen als Gertrud, vielleicht sogar noch schöner, und doch wäre es weder dem seligen Holsten, noch einem anderen eingefallen, um ihretwillen eine solche Thorheit zu begehen. Der Doktor mußte in einer sinnverwirrenden Leidenschaft befangen sein, um so zu handeln! Gräfin Holstens Gedanken wandten sich jedoch bald wieder von ihrem Schwiegersohne ab und den Plänen zu. die sie zur Zeit mehr als alles andere beschäftigten. Mittel besaß sie nun im Ueberfluß, es erübrigte nur noch, die entscheidenden Schritte zu thun, und zwar allein zu thun. Sie bedürfte des Neffen nicht, dennTschernowskys Kammerdiener war bereit, seinen Herrn für zehntausend Mark in ihre Gewalt zu bringen, wenigstens ihr genaue Aufschlüsse über fein Thun und Treiben zu geben und auch die Wahrheit seiner Aussagen zu beweisen. Sie konnte also für die Hälfte von dem, was-sie dem Assessor zum Mindesten geben müßte, ganz die gleichen, wenn nicht noch größere Vortheile erlangen, und überdies hielt sie es für zweckmäßiger, selber mit Tschernowsky zu unterhandeln, denn Robert würde jedenfalls weit mehr auf sein Interesse bedacht sein, als auf das ihrige. Es war ja im höchsten Grade verdächtig, daß er von ihr eine so bedeutende Summe gefordert, während doch alles dafür sprach, daß er mit dem Kammerdiener sehr gefeilscht hatte,denn wie wäre dieser sonst auf den Gedanken gekommen, ihr das, was er über seinen Herrn zu sagen wußte, zum Kaufe anzubieten? Man konnte gar nicht daran zweifeln, Robert hatte sie -schon jetzt Übervortheilen wollen! . . ... , r r 'r. -- i. t

?ie war inii ncy leioei uno oem Stande der Dinge sehr zufrieden, nur beunruhigte sie der Gedanke noch ein wenig, das, was der Kammerdiener wisse, möchte doch nicht so bedeutsam fern, um Tschernowsky zur Zahlung emes hohen Schwelggeldes zu besnm men. ot es rncöi eine ncher tcefsenoe Waffe, so waren die Zehntausend ver loren sicher eine äußerst unangenehme Möglichkeit! Auf die Uhr schauend, gewahrte die Gräfin, daß es beinahe halb sieben, also Zeit war, sich zu ihrer Tochter zu bege ben und :hr die tröstliche Eröffnung zu machen, daß sie ihres Beistandes mcht mehr bedürfe. Sie klingelte, und als Lotte kam, nach ihren Befehlen zu fragen, sagte sie: Helfen Sie mir meine Toilette ein wema ordnen: das Kleid muß ich leider anbehalten." Es ist ja noch ganz neu, und sitzt vortrefflich. Aber das Haar könnte ich ein wenig aufkrauseln " .erwiderte das Mädchen. Ja, thun Sie das! Dann könnten Sie mir auch aus der Garderobe Ihrer Herrin einen weißen Spitzenvorsiecker besorgen. Habt Ihr nicht ein werna Roth? Den Vorstecker werde ich faqleich bringen, aber mit Roth können wir Nicht dienen, die gnädige Frau legt nie mals welches auf. So geben Ste mir rosa Puder." Qaben wir auck nickt. Vfzavt Grä, sin ' x , Die Gräfin zuckte die Achseln. Nicht einmal Puder Ihr lebt hier wohl wie Klosterleute? O nein, bei uns ist's lustig genug. Herr und Frau Dokkor sind stets guter xawxt und wissen wohl gar nicht, was Langewelle heißt," berichtete Lotte mit aroker 5unaenfertiakeit. zont, ten wuncye mcyr,meme TocyUx Frau Doktor nennen zu hören. Das Mädchen hatte das gewußt, eh es ihr gesagt worden, und gerade des halb hatte sie ihre Herrin ausnahms weise so genannt. Halten zu Gnaden. Frau Gräfin, aber die gnädige Frau hat es ausdrücklich angeordnet," entgegnete sie. Nun, so soll es wenigstens in meiner Gegenwart unterbleiben; es berührt mich höchst unangenehm." Nachdem die Zofe ihr Werk vollendet, besah sich die Gräfin im Spiegel, dessen Fläche vom Lichte mehrerer Kerzen bestrahlt war. Es ist merkwürdig, wie gut Sie es verstehen, mein Haar zu arrangiren! Sobald ich länger in Waldheim bleibe, müssen Sie es meiner Jungfer beibringen; ihre Leistungen befriedigen mich nicht. Ist meine Tochter jetzt sichtbar?" Ich denke wohl, bin es aber nicht sicher; soll ich anfragend Nicht nöthig! Sie können aber mitkommen, damit ich nicht in der Thür irre." Lotte öffnete vor der Gräfin das

Wohnzimmer, welches man aber still und dunkel fand, so daß erstere, sagte:

Die gnadige Frau scheinen gar nicht hier zu sem." Doch, ich mn da wer will zu nun ieß sich Gertruds Stimme vernehmen. Ich. meine Liebe," beschied sie die Gräsin. .Nur einen Augenblick. Mama, ich mache Licht; bitte, tritt nicht weiter vor. it. t" i.n (T:x ne. rt v? j&U -lonnicii .0114 iiutfcu, vu junge Frau, während gleichzeitig ein schleunigst in Brand gesetztes Streichholzchen aufzuckte. Im V?u brannten sämmtliche Flammen des vierarmigen Gaskronleuchters, denn Gcrtrud wußte, , daß die Gräfin strablendes Lickit liebte. .Was hast Du gemacht so allein und im Dunkeln?" .Ein wenig geruht, ich war müde." .Das ist begreiflich. Es ist aber spät geworden, beinahe sieben, und so wirst Du vor allem an die Abendtoilette denken müssen." ,5zch kleide Mich für gewöhnlich nur vor dem Mittagessen um," erwiderte die junge Frau. Die Gräfin schüttelte iedoch mikbilliaend den Kopf, indem sie sagte: Das ist sehr unrecht. Gertrud. In .Deinen Jahren sollte man sich me vernachlasstgen und sich auch keine spießbürgerlichen Gewohnheiten statten. Nimm Dir ein Beispiel an mir." Du legst eben größeren Werth auf solche Dinge, hast größere Freude an der Toilette, liebe Mama." Bei Dir sollte die Freude daran m noch höherem Grade vorhanden sein. Doch lassen wir das. Du besitzest doch kein Verständniß dafür. Ich komme, Dir zu sagen, daß ich glücklicherweise Deines Beistandes nicht mehr bedarf" Das wirst Du Mir doch nicht anthun !" rief Gertrud heftig erschreckend. Sage Dir aber den besten, gerührtesten Dank, liebes Kind. Vorhin war Eichner" so hieß der Verwalter auf Waldheim da und brachte mir eine eben eingelaufene Depesche, die uns beide jeder Sorge überhebt; das Glück war nur wieder einmal gunstig, eme Börsenspekulation ist mir zu Hilfe gekommen." Gertruds Schrecken und Angst wurde vorerst jedoch durch diese Mittheilung nicht gemindert, denn sie wußte, daß kein wahres Wort daran war. Vor kaum einer halben Stunde nämlich hatte Elchner ihr em Korbchen mit frischen Rosen geschickt, und sie hatte aus des Ueoeronngers eigenem Munde gehört, daß der Verwalter infolge einer Knöchelverrenkung schon seit mehreren Tagen an's Sopha gefesselt war. Du bist aus jeder Verlegenheit be freit, Mama?" fragte sie daher beklommen. So vollkommen, wie ich nur wünschen kann. Wirklich, Gertrud, die Beweise kindlicher Zärtlichkeit, die Du heute gegeben, haben mich ganz außerordentlich gerührt, und .ich hoffe, daß Du Dich meinetwegen nicht allzu sehr ge orgt ha i." Gesorgt habe ich mich natürlich, Mama, wie wäre es auch anders möglich?" Du bist kleinmüthig und voller Bedenklichkeiten. Die Frau eines so reichen Mannes, wie Rheder ist. braucht Geldangelegenheiten nicht so schwer zu nehmen. Er wurde Dir bereitwilligst jede, auch die höchste Summe geben. wenn Du nur em Wort sagtest!" Ja, das würde er. mir aber ist das gerade ein Grund mehr, ihn so wenig wie möglich m Anspruch zu nehmen und mich in meinen personlichen Aus gaben nach Kräften zu beschränken." Für derartige Empfindungen besaß Gräfin Holsien nicht das kleinste Verständniß, sie waren ihrem innersten Wesen entgegen und hatten in ihren Augen etwas Lächerliches. Ihr oberster Grundsatz, dem sie ohne die triftigsten Gründe niemals untreu ward, lautete: Wer nicht so viel nimmt, als er irgend bekommen kann, ist ein Narr!" Sie verzichtete allerdings darauf, auch von Gertruds Angebot Gebrauch zu machen, es kostete sie aber schwere Ueberwindung, und sie that es nur. weil sie es denn doch für gefährlich hielt, sich ihre angeblichen Schulden zweimal bezahlen zu lassen, noch dazu von Mann und Frau. Allerdings hatten beide ihre Hilfe im Geheimen angeboten, doch konnte ein unglücklicher Zufall allzu leicht zum Verräther werden und ihr zwei er?iebiae Hilfsauellen für die Zukunft verIchtteen. iuserni es einmal mcyl meyr anders ging, mußte Gertrud wohl oder übel ihre toriazten Bedenken bei Seite setzen und sich entschließen, aus Nheders Kasse zu schöpfen; die eigene Mutter. die so viel für sie geopfert, konnte sie nicht im Stiche lassen. Darum ließ sie der Tochter letzte Bemerkung unkeachtet und gab dem Gespräch eine andere Wendung, indem sie plötzlich begann: Sag' 'mal, Liebe, wie steht es mit Eu rer abenteuerlich-romantischen Freund schaft, die ist wohl schon längst in die Bruche gegangen?" Gertrud fühlte sich von dieser Frage mehr als unangenehm berührt, und unter dem Einfluß ihrer Empnndun gen überzogen sich ihre Wangen mit einem brennenden Roth. Durchaus nicht,, liebe Mama, wenn Hans etwas gesagt hat. bleibt es da bei," erwiderte sie, ihr Widerstreben überwindend. Dieser Bemerkung folgte ein.lciscs Lachen oer Gräfin, die mit geringschätzendem Mitleiden im Tone halb laut rief: Er betreibt seine Narrhei ten eben systematisch, sosern er für diese mcht besondere Grunde bat! Verdach-

tig'sieht'die Sache aus, sehr verdächtig sogar, das wirst Du mir zugeben müs-

sen." Gertruds Herz durchfuhr jähes Weh. Es ließ sich nicht leugnen, die Mutter 'prach wahr; ihr selber wollte in dieem Falle das treue Festhalten am gegerenen Worte zuweilen verdachtig erscheinen, obgleich sie sich sagen mußte, daß nur ein durchaus edelgesinnter, innig liebender Mann so zu handeln vermöae. wie Rheder an ihr handelte. Indessen durfte Niemand, wer es auch war, um ihren geheimen Kummer erfahren, und so entgegnete sie so ruhig wie möglich: Ich kann das nicht sinden und glaube, so wie mir wird es Jedem gehen, der Hans genau kennt. Er ist die lauterste Wahrheit und treu wie Gold!" Die Gräfin zuckte leicht die Achseln. indem sie sagte: Es würde mich freuen, wenn Dir dieser schöne Glaube ungetrübt erhallen bliebe. Ich selber halte iedoch von den Mannern sehr wenig uüo am wemgnen von oen iogenannten vortrefflichen. Diese äußernche Vortrefflichkelt ist ln der Regel nur eine Maske, hinter der sich recht bequem allerlei verbergen laßt, was nichts weniger als vortrefflich ist. Und Du bist mit seiner Freundschaft zufrieden, sie genügt Dir?" Vollständig!" Ein weniger zerstreutes Ohr als das der Gräfin würde aber doch gehört haben, daß leises Beben die Stimm? der jungen Frau trübte. Dann paßt Ihr a trefflich zusam men! Uebrigens hätte , ich Dich nicht für so vernünftig gehalten." Gertrud war froh, als des Doktors Erscheinen, der Karl Rochitz mitbrachte, dieser Unterredung ein Ende bereitete. Der Künstler begrüßte sie sehr herzlich, die Gräfin dagegen mit großer Förmlichkeit, und kühl klang es auch, als er seinem Bedauern Ausdruck gab. sie Nicht mehr m der Residenz getroffen zu haben. Es war mir leider unmöglich, mich meines Auftrages früher zu entledigen, da ich aus der PolizeiDirektion über Erwarten lange aufgehalten wurde," setzte er hinzu. Dafür hast Du aber auch 'was Rechtes angerichtet!" rief Rheder. Und das ist, wenn man fragen darf?" ließ sich die Gräfin vernehmen, die dieser Angelegenheit das lebhafteste Interesse entgegenzubringen schien. Der Herr Polneidirektor will sich persönlich für eine Verstärkung des Tiefenthaler Gendarmeriepostens verwenden, was um so Wünschenswerther ist, als sich die Gährung unter der Merveldt schen Arbeiterschaft ganz bedenklich steigert," erwiderte der Maler. Die Gräfin schien von dieser Mittheilung sehr befriedigt zu fein 'und sagte: Daß des Kommerzienraths Arbeiter unzufrieden sind, ist kein Wunder; er ist ein Leuteschinder, der allerlei Chikanen ersinnt, nur um ihnen unter allerlei Vorwanden den Lohn herunterzudrücken oder Strafabzuge machen zu können. So schlimm ist es denn doch mcht. Frau Gräfin. - Der Herr Kommerzienrath ist allerdings ein sehr strenger Herr, aber nicht härter als tausend andere sind. Uebrigens ist die Unzufriedenheit unter der arbeitenden Klasse gegenwartig eine allgemeine; man be fürchtet, es werde an vielen Orten zum Ausstand kommen, und in Buchenaü haben bereits gestern sämmtliche Arbeiter gefeiert, erzählte Rochitz. Dann wird es wohl auch hier dazukommen," versetzte die Gräfin leichthin. Freund Rheder wenigstens dürfte von dieser Kalamität verschont blei ben." Das möchte ich ebenfalls hoffen.' nickte dieser, und in dieser Hinsicht wird die versuchte Brandlegung sehr gute Dienste geleistet haben. Leute. denen ich in letzter Zeit nicht recht traute, sind heute wie umgewandelt; die Gefahr andauernder Arbeitslosig keit, von der sie bedroht waren, hat aus manchem Kopfe die bösen Dünste hinweggefegt." Das ist sehr beruhigend. Wenn das Böse aber auch in einem Falle er freuliche Früchte trug, sollte es doch streng bestraft werden, sagte die Gra fin. Ich hoffe, man wird diesem Schmieder die höchste zulässige Strafe zuerkennen und Nichts versäumen, um zur Entdeckung des Anstifters zu gelangen, sofern wirklich ein solcher vorHanden ist. Wie denkt denn der Voli, znoireilor meruver, aron ocyiF wird er die Sache energisch verfolgen?" Er ist leider nicht in der Lage, nach i r i . . V Ifi Oieer Niaziung rnn zu romcn; uu ii Aufgabe einer anderen Behörde. So will er gar nichts thun?" rief die Dame sichtlich enttäuscht Er kann nichts thun, Frau Grä fin. Indessen vertrauen wir. daß die Staatsanwaltschaft sich der Sache auf das Wärmste annehmen und jede Spur eifrig verfolgen wird, die sich etwa dartreten mag. Bisher hat sich noch keine gezeigt; Schmieder leugnet beharrlich und bleibt bei der Behauptung, es habe sich um ein Stelldichein mit Jungfer Liese gehandelt. Das Mg, welches man bei ihm gefunden, will er gestern Abend aus der Fabrik mitgenommen haben, um ein , Schaukelpferd für den ältesten Sobn seiner Hauswirthin damit aufzupolstern, und das Benzin zur m 1:j,3 0.W u: NtlNigung eines siuucs muh, uu diesem Spielzeug zum Bezug dienen sollte." . UNd man glaubt diese unverschämten Lügen?" rief die Gräfin entrüstet. Wenn man 1.te auch mcyl cnauoi, fehlt es bisher doch an jedem Beweise daß es Lugen sind. ,"

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IM Ramsey Ave nd 16. 156 Ctoughton n Newman 157 Atlas und Pike. 1SS Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 CprienhauS Brightwood i2 Trden und Depot 1 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 Ct. Clair u. eystone 167 Arsenal Ave und 25. i Bcllefontaine und 23. Spezial-Signale. Erste SchlZge, zweiter Alarm, Anit2Cchl,dntter Llaru, ' Dritten SchlZge, vierter Alarur. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgerollt. 3 Schläge, WasseroruZ ab. 12 Schlag, I Uhr Mittags. Die Zo bezeichneten Signale werden nur vom Ihurnd Wächter angegeben da an den betreffende Straf: kreuzung Vlnt Slarmllstm angebracht find.

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