Indiana Tribüne, Volume 26, Number 57, Indianapolis, Marion County, 28 October 1902 — Page 1
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Grfctxeint seden Naxmittag. Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Dienstag, 28. Oktober l02 . No. 57.
OrinCoppcnhaver's Urtheil gefallt. Am 2. Zebruar 03 wird seine Einrichtung stattsinden. Das Gesuch um einen neuen Prozeß abgeschlagen.
Vor dem Criminolrichter sollte heute über das Gesu-jz der Anwälte des Gat tin Mörders Orin Coppenhaver um einen neuen Prozeß verhandelt werden. Der Gefangene wurde dem Richter vorgeführt, allein seine Vertheidiger ließen sich nicht blicken. Der Richter wartete auf deren Erscheinen über eine halbe Stunde. Dann erst hielten die Vertheidiger es für angebracht, dem Stich ter per Telephon mitzutheilen, daß sie nicht plaidiren würden und daß sie da mit einverstanden wären, daß das Urtheil über den Angeklagten gefüllt werde. Der Richter wies hierauf das Gesuch um einen neuen Prozeß ab. Er sagte, daß er der festen Ueberzeugung sei, daß Coppenhaver einen unparteiischen Prozeß gehabt hatte. Hierauf fragte der Richter den Ange klagten, ob er noch irgend einen Grund angeben könne, aus welchem das Urtheil nicht gesprochen werden sollte. Coppenhaver erwiderte hierauf mit fester Stimme : Ich habe keinen." Sodann verurtheilte der Richter den Mörder zum Tode. Er befahl dem Sheriff, den Verbrecher nach dem Zuchthause in Michigan City zu brin o?n. woselbst am 12. Nebruar 1903 derselbe zwischen Mitternacht und Uhr Morgens gehängt werden sollte. Der Verurtheilte nahm das Urtheil kaltblütig entgegen. Auf dem Wege zum Gefängniß flüsterte Coppenhaver Aailiff Comer zu, daß er wünsche, die Hinrichtung sei erst vorüber. Er wäre mit dem Wahrspruch einverstanden gewesen. Nieten in der Ehestands Lotterie. Innerhalb einer halben Stunde wurden heute Vormittag in der County Clerl's Office drei neue Scheidung klagen eingereicht. Den Reigen der mißvergnügten Ehe leute eröffnete Warren P. Black, wel cher gern von den leidigen Ehefesseln befreit sein möchte, welche ihn an seine Gattin Minnie knüpfte. Frau Minnie war nämlich keine bessere Ehehälfte Sie vernachlässigte ihre Pflichten als Hausfrau und Gattin in jedzr Weise, sie war verschwenderisch nnd in jeder Beziehung extravagant. Von seinem mühsam verdienten Gelde kaufte sie Nahrungsmittel für ihre Angehörigen, sie machte Schulden und er mußte sie bezahlen. Des Nachts bummelte sie mit andern Männern umher und wenn sie dann in angerauchtem Zustande nach Hause kam, fing sie Krakehl an. Sie soll ferner sich bemüht haben, ihm die Zuneigung seiner Tochter zu ent fremden. Mattie Streatle hat das eheliche Zu sammenleben mit ihrem Gatten Nicko laus satt und sie verklagte ihn daher auf Scheidung. Sie beschuldigt ihn der brutalen Behandlung und der Pflicht Vernachlässigung. Frau Elisabeth Hedges' war in der Ehe mit ihrem Gatten Jacob auch nicht auf Rosen gebettet, und sie will daher nichts mehr von ihm wissen. Was er ver dient, verbraucht er selbst und sie war gezwungen, für ihren und seinen Un terhalt zu sorgen. Ohne ihr Wissen nahm er eine Hypothek auf ihre Haus Einrichtung und das Geld verputzte er. Zur Zeit dient er im Jefferfonville Re jormatorium wegen Checkfälschung ine Termin ab. Die Bürgen für die Aerzte. Die Bürgen für di5 Aerzte, welche wegen Theilnahme an den Grabschän düngen in Anklagezuftand versetzt wo den sind, sind folgende Bürger : Für Dr. Joseph C. Alexander, 3 Anklazen; Dr. Allison Maxwell, Tecan des Central College, Dr. Jos. imd Thomas B. Eaftman, Mitglieder . der Facultät, Theodor Sander, A. G.
Groenwoldt, (des Angeklagten Schwic
gervater) James L. Keach, John Crall und T. W. DeHaß. Für Dr. Wm. F. Molt : Doktoren Cyrus F. Harold, Alfonso Harold, Daoid H. Snoke, L. A. Duthrie, Edgar M. Outland, E. M. Haggard, Clark E. Day und Walter Smith. Für Dr. John C. Wilson : Dr. Allison Maxwell, Doktoren Joseph und Thomas Eastman. Für Dr. Frank M. Wright : Dr. Thomas M. Culver, Andrew I. Smith, Ray Convcrse, Dr. John I. Baker, Dr. Wm. M. Brown und E. C. Smitb. Die Facultät des Central College hat $100 für die Vertheidigung des. Dr. Alexander aufgebracht. Dr. Alexander, das erste Opfer. Richter Alford ordnete gestern Nach mittag an, daß den Reigen der Prozesse in den Grabschändungsfällen der jenize des Dr. Joseph Alexander eröff nen soll. Der Tag wurde auf den 17. November festgesetzt. Von dem Aus gang des Prozesses hängt vieles ab, da die Staatsanwaltschaft denselben als einen Testfall betrachtet. Ein brutaler Ehemann. Jennie Parsley wünscht von ihrem Gatten Rolla, mit welchem sie sich vor drei Jahren vermählte, geschieden zu werden. Sie giebt als Gründe bru tale Behandlung, böswilliges Verlas sen und Pflichtvernachlässigung an. Schadenersatzklage. Andreas Bordendecker hat die Stra ßenbahnGesellschaft auf 83000 Scha denersatz verklagt. Sein kleiner Sohn war von einer electrischen Car umge rannt und schwer verletzt worden. Nachlaß von Thesta A. Roß. Der Verwalter des Nachlasses der Thesta A. Roß hat dem Probratrichter einen Bericht eingereicht. Demzufolge hat er $30,078.52 eingenommen und -824,122.92 ausgegeben. Der Haupt erbe ist Fred T. Roß, welcher schon über 822,000 aus dem Nachlaß erhalten hat. An das Bundesgericht überwiesen. Die von Charles Razell und Geo. Schrader eingereichten Schadenersatz Nagen gegen die National Malleable Castings Co." wurden auf Wunsch der Verklagten an das Bundesgericht über wiesen. , , Die Großgeschworenen - werden diese Woche die Fälle unter suchen, welche vom Pclizeirichter an sie überwiesen wurden. Cornetist Levy verlangt 100,000 Schadenersatz. Julius Levy, der berühmte Corne tist, hat im Bundesgericht Charles G. Conn in Elkhart, den Herausgeber der Trumpet Notes" auf Zahlung von $100,000 wegen Veröffentlichung eines Artikels verklagt, welcher über Levy's Fähigkeiten und Character beleidigende Aeußerungen enthielt. Criminalgericht. Das Ehepaar Wm. und Beryl Cald well, welche der Ermordung des Da niel Sullivan angeklagt sind, erklärten sich vor Richter Alfred nicht schuldig. Ihr Vertheidiger ist Richter McCrae. Ein Knabe, Namens Arthur Williams, welcher der einzige Augenzeuge der ?f faire war, wird im. Gefängniß als Zeuge zurückgehalten. Im P o l i z e i g e r i ch t mußte George Smith von der Anklage, seinem Zimmergenossen Harry Holliday eine goldene Uhr und $32 in Baar ge stöhlen zu haben, freigesprochen rr.-.d'n. da sein ehemaliger Freund ihn nicht weiter gerichtlich verfolgen wollte. JameS Troy, welcher feine Frau anläßlich eines Streites mit einem Messer gekitzelt hatte, wurde zu 60 Tage Arbeitshaus und einer Geldstrafe von $20 verurtheilt; seine Frau, welche sich auf den Straßen als eine arme, hülfsbedürftige Wittwe ausgab und die Leute anbettele, wurde auf 30 Tage unschädlich gemacht.f Tish-i-mmgo.
Kalte Welle in Aussicht.
Dem Bericht unseres hiesigen Wetter Propheten zur Folge, wird eine kalte Welle heute Abend und während der Nacht unsere Stadt heimsuchen; sogar Frost ist prophezeit worden. Die Brücke wird nicht zur rechten Zeit fertig. Am 1. Januar sollte die neue West Washington Straße Brücke dem Con tract gemäß fertig sein. Ader in Folge eingetretener Hindernisse ist es nicht möglich gewesen, die benöthigtenStahl ballen zu rechter Zeit zu bekommen. Der erste Pseiler ist vollendet und die Arbeiter sind jetzt eifrig mit der Errich tung des zweiten beschäftigt. - Weitere Grabschänder verhaftet. Der farbige republikanische Politiker Bud" Richardson, Custos der Tom linson Halle, wurde heute unter der Anklage verhastet, an den Grabschän dungs-Affairen betheiligt gewesen zu sein. Er wurde gegen Bürgschaft von $1000 entlassen. Ter farbige James Hardey, welcher. bei dem Leichenbestatter C. M. C. Wil lis angestellt gewesen war, wurde heute ebenfalls unter der Anklage verhaftet, an dem Raub der Leiche der Frau Jsam Donnell betheiligtewesen zu sein. Ein gemeiner Bubenstreich. In der Polizei-Station erschien I. M. Agnew von derSherman Drive und beschwerte sich bitter über eine Anzahl Buben, welche ihm einen schlimmen Streich gespielt hatten. In der Montag Nacht hatten sie eine Kuh aus dem Stalle geholt. An ihren Hörnern hatten sie ein Tau befestigt. dessen anderes Ende sie um einen Baum schlangen. Hieraus mußte das Thier denselben so lange umkreisen, bis es mit gebro chenem Genick verendet zu Boden sank. Es hatte einen Werth von $100. Mitchell'Tag. Wilkesbarre, Pa., 23. Okt. Die morgen von den Gruben-Arbeitern zu Ehren ihres Präsidenten Mitchell veranstaltete Demonstration verspricht großartig zu werden. Die Gruben besitze: sehen es natürlich ungern, daß ihre Arbeiter morgen feiern, um so mehr als die Nachfrage nach Kohlen eine solch starke ist. Oesterreich. Eine Hochherzige Gabe. Wien, 23. Okt. Der Baron Nathaniel Rothschild hat dem Polykli nischen Hospital in hiesiger Stadt $200.000 geschenkt. Der Erzherzog Rainer half die Bedingungen festzu stellen, unter denen das Geld geschenkt wurde ; es sind ihrer aber nur wenige. Es wird fast alles der Diskretion der Leiter des Hospitals überlassen. Das Kapital muß intakt bleiben und vor . m. 9 m taung Dürfen nur die Zinsen verwen det werden, wenn aber in der Zukunft eine andere Verwendung des Geldes dringend nöthig werden sollte, dann dars die Hospitalverwaltung ungehindert darüber verfügen. Das Hvspital enthält 140 Betten. Die Kranken bezahlen eine kleine Summe täglich für ihre Verpflegung, es werden aber auch sehr häuflg Aus nahmen von dieser Regel gemacht. Die Anstalt wird von der Stadt Wien subsidirt, die Verwaltung hat aber jährlich mit einem ansehnlichen Desizit zu rechnen. Durch dieses Geschenk wird die Anstalt auf eine gesunde finanzielle Basis gestellt. Der Baron hat eine längere Reise unternommen, um allen Dankesbezeu?.ungen aus dem Wege zu gehen. Reta,l - Kaufleute aus dem Staate haben in einer hier abgehalte nen Versammlung die Pläne für die Bildung- einer permanenten Staats Vereinigung vollendet. Präs. H. N. Cook aus Evansville u. A. haben $500 für dieses Werk gezeichnet.
Zwei Menschenleben
Von verderblichen teuern vernichtet. Böser Anfang der neuen Woche. Nachmittags kurz nach 4 Uhr wurden die Radlerpolizisten zu dem Hause No. 554 Süd Illinois - Str. gerufen, der Wohnung I. Rosenzweig's. Dort hatte die 4jährige Ina, als die Mutter in den Hof gegangen war, eine Schachtel Zündhölzer gefunden, Feuer gemacht, ihre Kleider in Brand gesteckt un'o sich selbst zu Tode verbrannt. Sie erlitt so schwere Brandwunden, daß sie denselben erlag. Der Feueralarm um $12 Uhr letzte Nacht rief die Feuermannschaft und das Salvage-Corps zu dem Hause No. 823-827 Fort Wayne Ave., indem sich I. Wm. Smith's Bäckerei befand oder noch befindet. Wie das Feuer entstand, ist immer noch ein Räihsel, doch ist zu bedauern, daß der Brand den Verlust eines Menschenlebens in directem Gefolge hatte. Denn als Feuerwehr und SälvageCorps eintrafen, da war bereits der im Hinterhause logirende 80 und mehr Jahre alte George Graham, Gärtner des BlindeN'Asyls, der seit Jahren von einer itrau getrennt tevte. nlcvt nur erstickt, sondern auch von den Flammen verkohlt worden, wenigstens theilweise. Die Leiche wurde in's Todtenhaus ge schafft und Graham's Frau wurde be nachrichtigt. Die im unteren Geschosse unter Gra ham's Wohnung lebende Familie H. H. Wynne's bewerkstelligte ihre Ret tung nur mit der größten Mühe. . Feuerwehrmann John Hunt Hon der Chemical Co. No. 1 erwirkte ihre Rettung dadurch, daß er die Thüre er brach. Die Abendschulen. Die Bestimmungen für dieselben. Schul-Supt. C. N. Kendall hat eine allgemeine Benachrichtigung erlassen, in welcher er zunächst darauf aufmerksam macht, daß wegen des herrschenden Geldmangels der Schulbehörde der Wirkungskreis der städtischen Abend schulen in diesem Jahre mehr beschränkt werden muß, als im Vorjahre der Fall war, und in dem er dann die Bestim mungen sür diese Abendschulen bekannt macht wie folgt : Advancirte Classen können überhaupt nicht unterrichtet werden, ausgenom men im mechanischen Zeichnen. Eine Classe für diesen Cursus wird in der M. T. H. S. Abendschule gebildet werden. Die Theilnehmer daran müf sen jedoch $2 Lehrgeld zahlen. im dem eloen Gebäude wird eine Abendschule sür alle auswärts-gebore nen Bürger abgehalten werden, welche die englische Sprache erlernen wollen. Schulen sür Elementarfächer werden in der M. T. H. S., Schule No. 52. Farnes Nu neuLowellcyme und in der McCoy-Schule eingerichtet werden. Handfertigkeits.Classen für farbigeKin der etc. in Schule No. 23 und in der McCoy.Schule. Diese Abendschulen, deren Direetor wie im letzten Jahre Prof. I. C. Trent fein wird, beginnen am Montag.' 3. November. 7 Uhr Abends, und wird der Unterricht in denselben von 7 bis Uhr Abends an Montagen, Mittwo ccen und ttrettaaen totx liuccve er theilt. Die Schüler der Elementarfächer haben nur ihre Bücher und Schreibmaterialien zu beschaffen.' Plattdeutscher UnterftützungSVerein. In der gestern Abend abgehaltenen regelmäßigen Versammlung des obigen Vereins in O. Keller's Halle, wurden nach Erledigung der Routine-Geschäfte die Herren Fritz 'Budde und Wm. Luebking zu Delegaten für den Verband Deutscher Vereine erwählt. Femer wurde beschlossen, das Ver eins-Stistungsfeft an einem noch näher zu bestimmenden Datum im Januar 1903 in Reichwein'S Halle zu begehen.
Nachrichten aus Jndiana.
Der Streit um den steine rnen Mann. E v a r. s v i l l e. Im Kreisgericht wurde die Klage, welche Lewis Lamb gegen den Contractor John P. Eigenmann, in welcher es sich um den Besitz des vor einigen Wocken im Flusse gefundenen steinernen Mannes handelt, zu Gunsten des 'Verklagten ent schieden. Der Kläger war bei dem Verklagten als Arbeiter beschäftigt gewesen und hatte, als er im Auftrage desselben Ausgrabungen vornahm, den steinernen Gast gefunden. Eine lebensmüde Braut. R i ch m o n d. Aus Kummer dar über, daß ihr Bräutigam schwer erkrankt darniederliegt, machte Frl. Alma Enback, Tochter des Herrn Wm. T. Enbank zwei Mal den Versuch der schönen Gewohnheit des Daseins und Wirkens zu entsagen. Sie verschluckte zunächst eine Dosis Rattengift, aber dasselbe that nicht seine Pflicht und Schuldigkeit und Frl. Alma blieb am Leben. Hierauf schoß sie sich eine Kugel in die Brust. Da dieselbe aber nicht in die Lungen drang, so' verur sachte sie auch keine tödtliche Wunde. Blutvergießen verhindert. A n d e r s o n. Die Erbitterung der Majorität der hiesigen Bevölkerung gegen die Mitglieder der Anti Saloon Liga" lst im Stelgen begriffen und es wird allgemein erwartet, daß es bei einer sich demnächst darbietenden Gele genhelt zu einem Crawall kommen wird. Am Montag Nachmittag traf der Ex-Marschall Alva Tree, welcher zur Zeit Inhaber einer Wirthschaft ist, mit George Fear, Eigenthümer eines Departements'Geschäfts auf der Straße zusammen. Letzterer spielt eine lci tende Rolle in der Muckerliga. Beide Männer geriethen in Streit und Fear zog seinen Revolver, um seinen Gegner über den Haufen zu schießen. Er hätte auch seine Absicht ausgeführt, wenn nicht Augenzeugen der Scene ihm die Waffe entrissen hätten. Ein Postmeister des M o r des beschuldigt. Sullivan. Newton B. Staugh, Postmeister von Riverton, lieferte sich am Montag der Polizei aus. Er ist beschuldigt, Herbert McCannan, einen kürzlich aus der Armee entlassenen Soldaten erschossen zu haben. Die Umstände deuten darauf hin, daß er in Selbstvertheidigung handelte, da McCannon gedroht hatte, ihn und die ganze Familie zu tödten. Eine neue Oel-G es ell scha st. Anderson. In Alexandria ist die Jnterior Oil Co." organisirt worden. Das Actien-Capital beläuft sich auf $150,000. Die Directoren sind Orvin B. Boggs von WestVir ginia, Daniel A. Herring von New York und Frank L. Wilson von Lima, O. Die Gesellschaft hat große Land complexe, welche im nördlichen Theile des Counties und im südlichen von Grant County belegen sind, auf Jahre gepachtet. Am Bette seines Ovfers. Marion. Unter der Anklage des Mordversuchs wurde Solomon Harper verhaftet. Er ist ein Glasbläser von Beruf und zur Zeit außer Arbeit. Am Montag theilte ihm sein Haus wirth mit, daß er, da er die Miethe schuld'g war, das Haus räumen müsse. Er begab sich hierauf auf die Suche nach einem andern Hause. Diese Be schäftigung nahm viel Zeit in Anspruch, um so mehr als verschiedenen Wirthschaften Besuche abgestattet wur den. Als er spät am Abend nach Hause käm, fing seine Frau mit ihm Streit an. Schließlich wurde er so wüthend, daß er einen Kochtopf er griff, und denselben seiner Frau an den Kopf warf und zwar mit solcher Wucht, daß sie bewußtlos zu Boden sank. Harper entfloh hierauf, wurde aber später, als er nach seinem Hause zurückkehrte, von der Polizei verhaftet. Seine Frau, welch: mittlerweile zur Besinnung gekommen war, aber dul
dete nicht, daß er fortgeschafft wurde. Sie sagte, sie habe den Streit ange fangen und sie wünschte, daß er in ihrer Nähe weile. . So kam es denn, daß Harper Pflegerdienfte im Schlaf zimmer seiner Frau verrichtete, ein Polizist aber auf dem Corridor Wache hielt, damit er ihm nicht entschlüpfe. , m I st das OleomargarineGesetz conjtitutlonell?
C i n c i n n a t i, 23. Okt. Durch Bundesdistriktsanwalt Bundy wird im hiesigen Bundesgericht eine Klage eingereicht werden, deren Ausgang ent scheiden soll, ob das bekannte Oleomar garingesetz verfassungswidrig ist, oder icht. Das Gesetz schreibt nämlich vor. daß irgend eine Person, welche Oleomargarin verkauft oder zum Verkaufe ausstellt, ohne daß der Artikel nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, Oleomar garin" gestempelt ist, mit einer Strafe von $5'J belegt werden soll. Nun trifft es sich, daß verschiedene hiesige Kapita listen eine großartige Oleomargarinfabrik anlegen wollen, und seit Mona ' ten schon haben sie sachverstandige Ehemiker an der Arbeit, welche versuchen, einen Artikel zusammenznstellen, der nahrhafter und gerade so rein wie Na turbutter ist. Die Ohio Butterine Co. soll das Geheimniß, wie ein solcher Artikel herzustellen ist, gefunden haben, und sie hat die Rechtsanwalts-Firma Foraker, Outcalt, Granger und Prior angestellt, um ihre Interessen zu wahren. Das ursprüngliche Oleomarga ringesetz legte eine Steuer von zwei Cents per Pfund auf diesen Artikel, wenn er künstlich gesärbt ist oder so ge färbt, daß er Butter gleich sieht, aber nur einViertel Cent per Pfund auf den farbstoffsreien Artikel. Die Klage, die nun beginnt, stützt sich auf Oleoma garin, das 50 Procent reine Butter enthält. Unter den Gründen, die angegeben werden, warum das betreffende Gesetz verfaffungswidrig sei, ist auch die Behauptung, die Steuer sei so hoch, daß der Artikel gar nicht verkauft wer den könne, und hatte der Congreß sich auch unter der Maske eines Einkünfte gesetzes die Polizeigewalt angemaßt, die laut der Bundesverfassung nur in den verschiedenen Staaten ruhen kann. Convention der Unabhängigen Telephon Gesellschaften. L o u i s v i l l e, Ky., 23. Oktober. Aus allen Theilen Kentucky's u. Süd Jn'oiana's sind hier Delegaten zu der gemeinsamen Versammlung der Unabhängigcn Telephon-Gesellschaften in Kentucky und dem südlichen Jndiana eingetroffen. Dieselbe findet heute und morgen im Handelskammergebäude statt, und zwar im Börsensaale. Fast jede Stadt im Staate, sowie im südli chen Jndiana ist vertreten, und es sind etwa 200 Delegaten anwesend. Es wird zugleich eine Ausstellung der neuesten Apparate veranstaltet. Es ist dies die dritte Convention der Indianer Herren und die vierte der Kentuckyer. Diesmal findet sie gemeinsam statt, da die Interessen der beiden Gesellschaften die gleichen sind, und es soll wo möglich eine Verschmelzung zu einer Gesellschast angebahnt werden. Das Hauptquartier der Telephonleute ist das Louisville Hotel, und Alle, die sich sür die Sache interessiren, sind dahin herz lich eingeladen. Heute Abend giebt die Firma I. S. Clark, Jr., den Gästen ein Diner im Fountain Ferry Park. Die Home Telephone Co. veranstaltet einen Smoker im Louisville Hotel, wobei, wichtige Fragen aus telephoni schem Gebiete besprechen werden sollen. Unter Anderen wird Col. W. C. P. Breckinridge reden. Angebliche Straßenrauber. Unter der Anklage, am .Samstag Abend auf der Ost South Str., zwischen Delaware 'und Alabama Straße Frank Brady von No. 513 Lord Str. angehalten und gewaltsam um Uhr und $2 beraubt zu haben, wurden von den Detectivs Splan und Haley ge stern zwei notorische Burschen, Jamek Gordon und Oscar George verhaftet.
