Indiana Tribüne, Volume 26, Number 56, Indianapolis, Marion County, 27 October 1902 — Page 6
G
jnOlRIin UVUilV, . iWUVVU Jl iß VF Ar . m . r i MB w
elMZieden besten Base Burner, Hot Blast oder Koch-Ofen in der Welt wünschen, so gehen Sie zu llii's I Lall, 141 West Washington Str. Baar oder Credit. Karstadt's Dampf-Farberei! und Echt-Wascherei. fliachfolger von John Bri2 u. So.) Stablirt 1871. XrttpHtnti i Mass. Ave., ?lt. 578. Neu 253. Kollege ve.. Rlt Brown Z4. JllinviS Str., lt, Brown 2144. Herren und Danen-K leide? gerei' igt, umgeändert und ausgebügelt. 142 Nord Pennsylvania Straße, Haptquartier für Brillen und Operngläser. ßsIM r3Tsi n Ä .VrrVSttG 'tta, z.rr, vi i m lU sm IH StQra werden nach den besten Methoden den Logt mit. KKnZUlche Lugen werden schmerzlos eingesetzt. CtinxU illharm. Tzü. Mary Marone. Cttt Arbeit ersten NangeS m derMM :: C0-0PERATIVE :: LAHNDRY No. 232-238 Virginia Ave. 3 9. mit, Telephone: t1$aftlffi&m. U und ,u i Zu vermiethen : Zimmer im Majestic :: Gebäude zn rednzirten Preisen. Da feinste Ofnee-Gebäude in der Stadt anständig feuersicher. Schnelle Fahrstühle nv ue modernen Vequemnqienen. Nachzufragen bei Gregor & Appel, Agenten. r die Jndulnavoli? GaS So. Chicago nd der große Nordweste via r-Sawatt-VbUU,t,!e Insel. Lin tägliche Schnellzüge nach Chicago. der Mono 47. Str. Station, hlcag. Rxk'lntS Miaute mittelst elektrischer gar ach tzwtehl,ösen Frencli Lick Spring-s, Intern Oranae Tonnn Hochland. ffamilien-Hotel nter neuer KeschäftSleituna. Pluto. Proserxine b Bowle Quellen. Bettes Mineralwasser der Bett, et Züge tigllch via rer.icanle. Tl.?et-ss'n : Un,on Station, AassUchusettl ve. S Seft Washington Etrabe. . . P. i c , XlsWrt äff. Agent, Indianapolis. Ind. f. fi. m c o c I, . H., ck well. Vras. 'n.Mar. Betriebsliter Frk I. eed. veu. Pass. gem. I ieaa, Jll.
W
K fei UÄ' !ämm. WWrWWO? rv5 U
WBBM I fAp2:?- y'""F.m T. "S, v 1 I &-S tr i -t?, V7!Z I H&. v3&i 1 --,... , nk i ßsJ tZikl ß ytspi ? ' "si Arip. vSSv O-r j , . OT. ? I! MpX fxiWÄ v; I 3 iv-A-ÄÄiis', . 5 I '''?42 1 - V i '7 t" -SVM C V Ttl V?, ff 1 t ?Jt VävvJ Z ' $j&y tj SwMy
aiEftpii IPw ) 'W
e))fl!af-,'Kr CS((a
Europäische Nachrichten.
Baden. Heidelberg. Landg:r!chtsrath Dr. Bauer reicht: sein Dienstentlassungsgesuch ein. I h r l n g e n. Das Anwesen des Landwirths Wilhelm Waibel ging in Flammen auf. Kappelrodeck. Beim Ueberschreiten des Bahndammes wurde die 70iahrlge Wlttws Schneider vom Zuge erfaßt und getödtet. , Kenzrngen. Professor Martin hierselöst wurde zum - Direktor d?s Realgymnasiums in Ettenheim ernannt. Kieselbronn. Wohnhaus und Scheune des Schuhmachers August Augenstern wurden eingeäschert. Landwirth Aug. Bischofs wurde von der Deichsel einer Dreschmaschine in den Rücken getroffen und getödtet. Ladenbura. Stadtrechner Aetz wurde einstimmig zum Bürgermeister hier gewählt. P e h l. Professor Dr. Fnednch Blum hier wurde als Direktor an die Realschule in Mannheim versetzt. Radolfzell. Bei der Bürgermeisterwahl wurde an Stelle des vom Amte zurückgetretenen Bierbrauereibesitzers Fr. Mattes, Gemernderath Heinrich Riedinger, Lederhändler, mit großer Stimmenmehrheit gewählt. R e l l l n g e n. Durch Feuer wurde das Anwesen des Landwirths Jos. Leinser zerstört. S a l m b a ch. Ochsenwlrth Lossler ist unter dem Verdachte der Brandstlftung verhaftet morden. Bel demselben war Feuer ausgebrochen, welches die Gebäude Löffler's sowie des Goldarbelters Kalmbacher, des Goldarbeiters Gottlieb Frommer, des M. Weit und des Metzgers Kübler in Asche legte. Schwetzingen. In der Ritterbrauerei explodirte ein Dampfkessel, wodurch dasKesselhaus zerstört wurde. Arbeiter Helm wurde dabei getödtet, während der Heizer Kapp schwere Verletzungen davontrug. T:e fenstein. Das Wilhelm Huber'sche Wohnhaus b rannte infolge Blitzschlages nieder. Tauberbischofsheim. Die Freiwillige Feuerwehr unter ihrem seit 23 Jahren als rührigen Commandanten an der Spltze stehenden Bürgermeister Pachel beging ihr 40iähriges Jubiläum. V i l l Z n g e n. Pfarrverwalter Barner wurde einstimmig zum Stadtpsarrer hlerselbfl gewählt. Wlnzenhofen. Pfarrer Jakob Hoffmann beging sein diamantenes Priesterjubiläum. Wollmatinqen. Durch Blitzschlag wurde das Anwesen des Landwirths Stadelhofer eingeäschert. Die Frau des Besitzers beging Selbstmord. W o l f a ch. Der 2 ähriae Schnei dergeselle H. Huber von Tuttlingen todtete den Landwirth Math. Wolber vom Zinken Schöngrund durch einen Stich mit der Scheere ln den Hals. Huber verübte im Mai einen Haussriedensbruch: darüber soll Weber Aeußerungen gethan baben, weshalb sauber ihn zur Rede stellte. Der WortWechsel ging dann in Thätlichkeiten über. Zozznegg. Gemeinderechner Virschoff stürzte beim Radfahren und starb an den Verletzungen. Wyeinpfarz. Frankenthal. Beim Spielen fiel der 1V2 Jahre alte Knabe August Jordan in ein Wasserfaß und ertrank. In einer Sandkute wurde das drei Jahre alte Sohnchen des Ackerers Jean Wagner verschüttet. I g g e l h e l m. Eheleute Johannes Wagenblatt und Maria Josepha, geb. Weiß, feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Wagenblatt ist 80 und seine Ehefrau 75 Jahre alt. Kalserslautern. Sicherheitaufsehe? Friedrich Steinecker beim hiestgen Arbenshause wurde zum Werkaufseher ernannt. Auf ein 50jähriges Bestehen blickte der hiesige Gewerbeverein zurück. Plrmafens. Verhaftet wurden wegen Dlebstahls der Dienstknecht Pe ter Stesan und der Fabnkarbeüer An ton Scheibert. Mutterstadt. Die Windmühle des Schmieds Adam Defren brannte Nleder. N e u h o f e n. In der Scheune ihres Vaters erhängte sich dle ledlge 19 Iahre alte Barbara Strieblnger. N e u st a d t a. d. H. Kaplan Bau er Hierselbst wurde zum Dom-Vikar und Dom - Predlger :n Speyer ernannt. ZweZbrücken. Fuhrknecht Chr!stian Gill, 23 Jahre alt, welcher im Begriffe war, eine Fuhre Zn die Stadt zu besorgen, gerjeth unter den Wagen und war sofort todt. Der Zn der hiesigen Gefangenenanstslt angestellte Aufseher Ruf wurde im SchneidereiArbeitssaale von dem GefangenenPHZlipp Dabner überfallen und durch zwei Stiche mit der Schneiderschere lebensgefährlich verletzt. Ersaß.Lothringen. Straßburg. Professor Dr. Windelband, der berühmte Philosoph der Universität Straßburg, hat einen Ruf an dle Unlversitat Heldelberg erhalten und wird ihm zum April 1903 Folge leisten. Einen jähen Tod im EZsenbahnzug erlitt auf dem hiesigen Bahnhof der Bankier Taufflieb aus Barr. Der Verstorbene war auf einer
Reise nach Vruchsal begriffen ' und
hatte eben auf dem Bahnhof den Zug bestiegen, als er von einem Schlaganfall betroffen, todt niedersank. Wischer Geheimer Ober - Regie run'-L:ath Karl Harff, Ministerialrath in der Regierung der Reichslande, ist, ' 62 Jahre alt, am Herzschlag verschieden. Der Verstorbene war fett 23 Jahren im reichsländischen Dienste thätig. . . . . . M e tz. Sein 2ojahngc Priesterzubiläum beging Bischof Venzler. Oberstleutnant Ludwig vom Metzer Infanterieregiment Ro. 98 wuroe während der Kritik vom Schlage gerührt und verstarb alsbald. Der Oberküfer Palm war mit dem Aufzi?hen und Einkellern von Bottichen nach den Gährkellern beschäftigt und stürzte in den zu ebener Erd: gelegenen Raum derart unglücklich ab, daß er einen schweren Sch'ädelbruch erlitt. H u n l n g e n. Von einem Wagen überfahren und getödtet wurde das sechs Jahre alte Söhnchen des Schuhmachers Brecht. K o l m a r. Generalarzt Dr. Re benstein feierte das goldene Doktorjubiläum. Sparsbach. Der hiesige Straßenwärter Hoffarth stürzte vom Wagen rücklings herunter und zog sich schwere innere Verletzungen zu, denen er erlegen ist. Zkleckrenourg. Schwerin. Das Geschlecht derer v. Hahn beging den Tag, an welchem es vor hundert Jahren in den Grafenstand erhoben worden ist. Schon lm Jahre 1337 wurde diese im Lande welt verbreitete Adelsfamilie mit Basedow belehnt und feit dem Jahre 1469 besitzt sie die Erblandmarschallwürde des Stargarder Krelses für MecklenburgStrelitz. R i b n i tz. Seinen 90. Geburtstag feierte hier der Lehrer a. D. H. Hansen. Rostock. Zum Senator gewählt wurde Dr. Lange von hier. Ihr goldenes Ehejubiläum begingen die Chrlstlan Lorenz'schen Eheleute. W a r l o w. Hausler und BahnWärter a. D. Böttcher stürzte beim Besteigen eines mit Stroh beladenen Wagens mit der Leiter um und erlitt auner einer Verletzung des Schulterknochens eine schwere Gehirnerschütterung, an deren Folgen er starb. Ober klutz. Hauswlrth Schu mann und dessen Ehefrau begingen das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Der Großherzog erfreute das Jubelpaar durch Uebersendung seines Bildnisses Zn Prachtrahmen, sowie eines herzlichen Glückwunschschreibens. P e n z l i n. Im Stadtsee ertrank beim Baden der 21 Jahre alte Barbiergehülfe Grun aus Seehausen. Malchois. Geschäftsführer W. Reeps in der Steinlein'schen DampfGerberei rettete den etwa vierjährigen Sohn des Arbeiters Fahlenberg vom Tode des Ertrinkens. M a r n i tz. Lehrer Randt hierselbst beabsichtigt. Zn den Ruhestand zu ixt ten. Hrdenburg. Oldenburg. Der Schiffsbaumeister Heinrich Lühring in Hammelwarben ist zum Ersatzmann des techNischen Mitgliedes der SchiffsbauVermessungsbehörde in Brake ernannt. Dedesdorf. Es wurde durch Amtsarzt Dr. Groß der Ausbruch der egyptischen Augenkrankheit zu Maihausen festgestellt. Deepenfurth. Ein Getreideschober gerieth in Brand. Er gehörte dem Wirth Lüttmann. Der pensionirte Postbeamte Stuckenberg nebst Gemahlin feierten das Fest der goldenen Hochzeit. D e l m e n h o r st.' Ein Sohn des Gerichtsaktuars Mumm zog sich durch einen Sturz vom Turnreck eine GeHirnerschütterung zu, die seinen Tos herbeiführte. E v e r st e n. In Hundsmühlen spielte ein Knabe mit einer glühenden Kohle Zn dem Hause des Landmanns Kuhlmann. Dadurch entstand ein Feuer, und das Haus brannte nieder. Hepp ens. Ter Maurer I. Götz wurde von einem Schlaganfall getroffen, welcher seinem Leben ein Enre machte. Je ver. Das den Erben des I. G. Onnen. Wwe.. gehörende Landgut zu Wiarder - Altenteich wurde für 65.000 Mark an den Landwirth Taddings zu Bonnhausen verkauft. Nordenham. Der Gasthof des Herrn . Michels ist an den GastWirth E. Wacker verkaust worden. HumorlstilcheS. Aus einem Steckbrief. ... Besonders zu beachten lst der dunkle Spitzbart, den der Gesuchte 'edt wabrschelnllch rasirt tragt. Aus d.'m Berichte eines Dorfvorstandes. Der Peter Schnitz ist hier nicht näher bekannt. Auch dZe Magd, Auguste Krause, die ihn angeblich kennen soll.kann sich nur im Dunkeln an ihn ennnern. T r o st. Vater: .Eine Studen tin willst Du heirathen; kann das auch eine glückliche Ehe werden?"' Sohn: Ach, darüber sei unbesorgt ... die hat bis jetzt ebenso wenig stu dirt, wie ich!" Protzen Standpunkt. Geh', laß' mich mit dem Knallberger in Ruh'! Mit dem kannst' ja gar nicht verkehren: Der dreht jeden Hundertdollar schein dreimal Zn der Hand um, eh' er ihn ausgibt!"
Loul Auslande.
AuS Bombay wirdüber eine MillionenstiftiMJ berichtet: Navroi Manockie Wardia. ein bervorragerder Parse in Bombay, gibt bekannt. dos. ?r beabsichtige, ungefähr eine Million Pfund Sterling für wohlthätige Zwecke zu stiften. Die Zinsen sollen dazu verwendet werden, Personen, die ln lrgeno einem X5onoe durch unvermutbetes Unalück der Mittel ür den Lebensunterhal! beraubt werden, Hilfe zu gewc.ren. Das E i n d r l n a e n der Aristokratie in dieBühnenwelt, schreibt em englisches Blatt, t charakteristisch für unser Zeitalter. Ver arljtokratische Schauspieler war eine Sensation von gestern, der aristokratische Dramatiker ist dasWunder von heute. Die Herzogin von Sutherland steht mit mt m . m einem vierattlgen ustipieie aus oem modernen Leben an der Spitze. Sie bofft es in Amerika von Miß Etbei Warrymore und in England von Miß Irene Vanorugy ausgeführt zu seyen. Ladv Troubridae folgt mit einem Lustspiel, das Mrs. Langtry zur Aufführung bringt. Bernsteinfundesindin jüngster Zeit im Weichbilde der Stadt Berlin ve: heseren Ausschachtungen für große Fundamentirungen gemacht worden. So fanden dieser Tage Arbeiter in der Königgrätzer Straße drei große Stücke von prächtiger Farbe und Structur. Das größte Stück war über 300 Gramm schwer. Der Baumeister, der r7en Bau ausführt, verkaufte die drei Stücke an erne Bernner Bernstemwaarenfabrik. Uebrigens werden auch bei denBaggeraroeiten für den Teitowcanal tLalick Zwischen 10 und 20Pfund dieses edlen Harzes an's Tageslicht befordert. . Eine besondere Z?reude ist der Verwaltung des Berliner Zoologischen Gartens durch den türkischen Sultan bereitet worden. Derselbe hat dem Garten, dessen Ruf demnach auch nach Constantinopel gedrungen ist, ein werthvolles Geschenk 'gemacht und zwar in Gestalt von vier afrikanischen Sudan - Rindern (Buckel- oder AeudoHsen. zwei Bullen und zwei Kühen. Mit welcher Aufmerksamkeit diese Sendung seitens des turtlschen iÄrotzberrn vorbereitet und bebandelt worden ist. geht daraus hervor, daß die Sendung außer dem erforderlichen Wärterversonal auch noch von einem Vascka begleitet wurde, welcher die Oberaufsicht über den Transport führte. Wieer st, eni in Europa bekannt wird, hat ein australischer Liebhaberastronom. Mr. John Grrgg in Tbames auf Neuseeland, bereits cm 22. Juli dieses Jahres einen neuen Kometen entixat. den er ms zum Schluß des genannten Monats noch einigemal beobachten konnte, dann aber nicht mehr sah. Mr. Grigg machte sich das seltsame Vergnügen, ferne Ent deckung zunächst ganz sur slcy zu balten und aus seinen wenig zahlrei ben und anscheinend auch wenig genauen Beobachtungen selbst die Bayn des Kometen zu kxrechnen. Der letztere hat hienach die Sonnennähe seine? Bahn bereits 'durchlausen unv entfernt sich nunmehr ziemlich rasch von unscrem Sonnensystem; seine Helligkeit ist infolgedessen jetzt nur noch etwa 1-20 der Entdeckungshelllgleit. EinefurchtvareTrago die au? der Tbeiß bat sich, in Ungarn abgespielt. Johann Karvaly zählte noch vor einigen Jahren zu den wohlbabendsten Einwohnern von BacsMartonos. ??eklaeschlagene Spelula tionen brachte aber den wann um sein Vermöaen. und schließlich verfielen sein Haus und die letzten Möbel der SubhJstatlon. Nach der Verstelgerung packte Karvaly das noch uorigaebliebene ärmliche Bettzeug zusamnun. und bestieg mit seiner Frau und seinen vier Kindern einen Kahn, anüblich um sich nach dem anderen Ufer der Theiß und zu Verwandten zu beeben. Als der Kahn aber in der Mitte des Stromes angelangt war. steckte Karvaly das Ruder unter den snd?n des kleinen ??abrzeuaes und " " u i yß w brachte es zum Kentern. Dann umfaßte er Weib und Kinder, und so ver sanken alle in den Wellen. Ueber die Erfolge der Deutschen bei dem Schützenfeste in Wien, denen Kaiser Franz Josef die höchste Anerkennung zollte, wird gesckrieben: Das arößte Wettschießen war das mit dem Armeegewehr auf 300 Meter Entfernung zwischen t fünf österrelchischen unv veuliazen Schützen, je 40 Schüsse stehend, knieend und liegend. Die Deutschen schössen mil vem Militärgewehr Modell 98 und Originalmunition. Aus dem Kampfe, der acht Stunden dauerte, gingen die Deutschen mit 3755 Punkten gegen 3713 als Sieger hervor. Auf deutscherSeite schössen vier Nürnberger Schützen und der Berliner Robert Baer. Auf österreichischer Seite schössen ci:iive Officiere mit. Viele österreichische Officiere mit ihren Damen wohnten dem spannenden Wettkämpfe bei. Auch im Pistolenwettkämpfe Oesterreich gegen den deutschen Pistolenbund siegten die drei Deutschen Vae? Berlin. Schmeißer und HeinzeLeipzig mit 365 Punkten gegen 355. Beim Wettkampfe mit dem Scheibenstutzen Deutschland gegen Oesterreich, je 5 Mann ä 40 Schuß freihändig, war Oesterreich mit 625 gegen 580 Quakte erfolgreich.
Auf dem Communalfriedhofe von Essen sind kürzlich Nachts schwere Grabschändungen verübt worden. An zahlreichen Gräbern
u. a. an der letzten Ruhestätte des Bürgermeisters von Altendorf, wurden die Denkmaler zerstört. Ferner zertrümmerten die Eindringlinge die (v. tt-. c n S . . neniier oer elaMyaue und durchschnitten die Röhren der Wasserleitung. so daß viele Grabhügel ' unter Wasser gesetzt wurden. Eine sonderbare Begräbnißgeschichte wird aus Wien erzählt: Einem Wiener Arbeiter wurde eine Extremität amputirt und beerdigt. Nach seiner Genesung erhielt der Aroeiter zu seinem nicht geringen Erstaunen vom Wiener Magistrat eine Rechnung in der Hohe von 3.50 5rronen für Beerdigungskosten, die er bei Vermeidung sofortiger Execution, zu bezahlen angewiesen wurde. Der Arbeiter verlangte die Kosten von cn Kran kenkasse, welche diese jedoch mit der Motivirung verweigerte, daß mau den entfallenden Betrag weder als Krankengeld noch als Unterstützung verrechnen könne. Der Arbeiter forderte nun bei dem Umstand, daß ein Theil seines Ichs begraben wurde, eine ü. eoriroZahlung auf die ihm nach seinem Tode rechtmäßig gebührenden Lelchenbestat-tungs-und Beerdigungskosten. Der Stadt Paris ist durch das Vermächtniß eines in hohem Alter in Rouen verstorbenen Millionars Auguste Dutuit, der in stlller Zurückgezogenheit als Dilettant und Kunsrsammler lebte, erne auf Millivnen gewerthete Sammlung von Kunstgegenständen und zugleich ein Capital von 2 Millionen Francs zu deren .Aufsicllung und Verwaltung zugefallen. Sie besteht aus einer Gemäldegalerie, aus ägyptischen, griechischen, römischen und maurischen Antiquitäten, kostbaren keramischen Arbeiten sowie einer an Seltenheiten reichen Bibliothek und füllte das ganze HauS des Verstorbenen in Rouen. Der testamentarischen Verpflichtung, die Sammlung binnen sechs Monaten zugänglich zu machen, wird jetzt in Paris eifrig entsprochen; ihre Aufstellung findet sie in dem zur letzten Weltausstellung erbauten Petit Palais des Beaux Arts. Die Fürstin Wilhelm von Hanau und Horowitz, die Wittwe des vor wenig Wochen verstorbenen dritten Sohnes des ätzten Kurfürsten von Hessen, hat kürzlich der Stadt Kassel ein werthvolles Geschenk gemacht. Dieses besteht aus zwei historisch interessanten Oelgemälden, deren eines, von Handwerck gemalt, den Kurfürsten darstellt, wie er von der großen Frühjahrsparade auf dem BowlingGreen in der Carlsaue nach Hause reitet. Der Kurfürst selbst, sowie diePersonen seiner Umgebung (der Flügeladjutant v. Berschuer, der Oberstallmeister v. Eschwege u. A. m.) sind durchaus porträtähnlich. Das andere Bild, recht flott und farbenkräftig gemalt, jedoch leider ohne Angabe des Künstlers, zeigt die einst berühmte sonntägliche Kirchenparade vor dem kurfürstlichen Palais am Friedrichsplatz, und zwar in dem Augenblick, wo die Garde defilirt. Ein Ballon des Wiener Aeroclubs unternahm unlängst eine Fahrt und erschien über GrammatNeusiedl. Da die drei Insassen des Ballons Anstalten machten, auf einem freien Felde unweit der Lrtschaft zu landen, fanden sich zahlreiche Neugierige ein, und mehrere Personen leisteten den Luftschiffern beim Bergen ihres Fahrzeuges Hilfe. Während des Zusammenlegens der bereits halb entleerten Ballonhülle muß - nun das ausströmende Gas durch eine brennende Pfeife oder eine, Cigarre in Brand gesetzt worden sein, denn den Umstehenden erschien es, als ob plötzlich ein gelber heißer Strahl über sie hinweggeströmt wäre. Zwei Bauern wurden .die Haare versengt und die Haut verbrannt. Sie geben an, daß es mehr als zwanzig Personen ebenso ergangen sei, deren Namen und Verletzungen sie aber nicht näher bezeichnen konnten. Die beiden Bauern wollen auch wissen, daß viele der Verletzten von den Luftschiffern Beträge von 10 bis 20 Gulden Schmerzensgeld erhielten. A m T a g e d e s 50j ä h r i g e n Jubiläums der Nicolaibahn jener von Petersburg nach Moskau führenden. auf Befehl des Kaisers Nikolaus in fast schnurgerader Richtung angelegten Eisenbahn wurde auf dem Petersburger Bahnhofe ein neugeborenes Madchen gefunden, das , die zur Jubiläumsfeier versammelten Bahnbeamten als Tochter der Nikolai-Bahn-zu adoptiren beschlossen. Valerie Sergejewna Nikolajewskaja wurde mit dem für sie gesammelten Fonds in Höhe von 300 Rubeln ernährt. Leider starb sie aber bald, nach zwei Monaten, an einer Lungenentzündung. Der nicht verbrauchte Rest des betreffenden Fonds wurde indessen in wei ser Voraussicht aufbewahrt und hat jetzt nun thtsächlich wieder seine alte Bestimmung smden rönnen. Wieder um ist nämlich auf der Treppe derselben Bahnverwaltung in einem Korbe ein Kind, ein etwa zwei Monate zählendes Mädchen, gefunden worden, in dessen Kleidern sich ein Zettel mit der Bitte befand, die Kleine als. Tochter der Nikolai - Bahn" zu adoptiren. Man taufte den Findling - am selben Tage und gab ihm den Namen Ludmilla Nikolajewskaja.
DaS Glasgower Gesundheitsanit befindet sich in einer merkwürdigen Lage. Am 19. Februar meldete ein 'Zcitungs - Correspondent aus Glasgow, daß in einem dortigen Hotel ersten Ranges bereits seit zwei Monaten die unbeerdigte Leich: einer Dame liege. Das Grücht erwies sich als zutreffend. Der Hotelier weigerte sich aber, demAuftrage, tit Leiche zu beerdigen, nachzukommen, da derSarg hermetisch verschlossen wäre und deshalb eine Gesundheitsgefahr nicht vorliege. Da ein: Tante der Verstorbenen außerdem erklärte, daß der Sarg noch in derselben Woche nach Amerika abgehen solle, beruhigten sich die Behörden bei dem Bescheide. Es stellte sich jetzt heraus, daß die Leiche noch immer im Hotel liege, und der Hotelier weigert sich, sie beerdigen zu lassen und soll sogar bereit sein, wegen der Sache einen Prozeß zu führen. C - i I v
ic eyoroen oroyen jeiji oen Namen des Hotels öffentlich bekannt zu machen. Die Leiche liegt nunmehr über neun Monate in dem Hotel. Ein Hotel garni für Frauen ist vor Kurzem in Paris von der Pariser Philanthropischen Gesellschaft am Butte Montmartre eröffnet worden. Die Gesellschaft benutzte dazn ein Legat von 50.000 Francs. Das Haus hat fünf Stockwerke, und die beiden ersten enthalten 24 größere, die anderen 36 kleinere Zimmer. Jedes Zimmer hat ein eisernes Bett, einen Schrank, einen Tisch, zwei Stühle, einen Waschtisch und einen Spiegel. Ein netter Salon mit Büchern und Zeitschriften ist den ganzen Tag über für die .Bewohnerinnen geöffnet. In einem allgemeinen Speisesaal erhallen sie Mahlzeiten zu billigen Preisen. Douchen und Bäder kosten 20 Centimes. Die großen Zimmer kosten 30 Francs monatlich die kleinen 18 Francs; man kann aber auch tageweise und wochenweise dort logiren. Für Paris etwas ungewöhnlich erscheint die Bedingung, daß die Mieterinnen um 10 Uhr Abends zu Hause sein müssen. Prinzessin Louis von Koburg, die geisteskranke Tochter des belgischen KLnigspcrares, weilt belanntlich schon 1 Jahren in einer Heilanstalt in Koswig. Als ihr der Direktor der Anstalt das Ableben ihrer Mutter meldete, neigte sie nur mehrmals den Kopf, sonst ging die Trauerkunde völlig eindruckslos an ihr vorüber. Die nach Ansicht der Aerzte unheilbare Kranke vermag sich überhaupt an frühere Vorgänge in ihrem Leben nicht mehr zu erinnern und ist allem gegenüber, waS außerhalb ihrer allernächsten Umgebung geschieht, vollkommen apathisch Ihre einzige Beschäftigung und ihr einziges Interesse gilt dem Umgang mit Blumen, die sie in großen Mengen in ihrenZimmern aufhäuft. In der ersten Zeit ih.res Aufenthaltes gab sie fabelhafte Summen für luxuriöse Toiletten aus, deren sie nicht genug bekommen konnte; jetzt hat sie auch daran allen Gcschmack "verloren. Die englischen Zollbeamten haben in Dover einen sehr verschmitzten Versuch vereitelt, das Gesetz zu umgehen, welches die Einfuhr von Hunden nach England verbietet, bezw. nur unter ganz gewissen Umständen gestattet. Als der Passagierdampfer von Ostende neulich dort festmachte und das Gepäck der Passagiere von den Zöllnern untersucht wurde, wollte eine junge, elegant gekleidete Dame, die ein anscheinend schlafendes und dicht verhülltes Kind im Arme trug, gerade die Landungsörücke überschreiten, als ein Beamter die Beobachtung machte, daß eine kleine Hundepfote sich aus dem Baby - Steckkissen hervorstreckte. Natürlich mußte die junge Dame Rede und Antwort stehen und eine Untersuchung des Steckkissens zulassen, wobei sich herausstellte, daß dasselbe einen noch halb bewußtlosen allerliebsten Foxterrier, aber kein Baby enthielt. Der Hund war in Ostende chloroformirt worden, die Narkose hielt aber nicht lange genug vor. um die Hundepfote wurde zum Verräther. Trotz Flehens und Bittens der Dame wurde der kleine Köter von den Zöllnern mit Beschlag belegt und mit demselben Dampfer wieder nach Bellen zurückgeschickt, während seine Herrin weinend den Zug nach London bestieg. Mit der Niederlegung der Festungswälle der Stadt Posen wird es nunmehr ernst. Dieser Tag: traf daselbst der Baurath Stubben aus Köln, eine bekannte Autorität auf dem Gebiete des Bauwesens, ein, um betreffs des neuen Bebauungsplans für die Stadt Posen Besichtigungen vorzunehmen. Aufsehen erregte die ser Tage in Lemberg die Verhaftung der Pianistin und Sängerin Sophie Marchwiecka, eines 20jährigen Mädchens. das im Vereine mit der Mutter vieler Betrügereien und Wechfelfälschungen beschuldigt wird. Die in Umlauf gesetzten falschen Wechsel sol- ! len viele Tausende Gulden betragen. Außerdem wird das junge Madchen noch des Betruges durch falsche Aussagen vor dem Richter bezichtigt. Sophie Marchwiecka, ein bildschönes Mädchen,' hatte lange Zeit in Wien, Warschau und Paris studirt und verkehrte in Lemberg in den angesehensten Gesellschaftskreisen. Die mit der Mutter gemeinsam begangenen Wechselfälschungen sollen sich auf eine Reihe von Iahren erstrecken. '
