Indiana Tribüne, Volume 26, Number 51, Indianapolis, Marion County, 21 October 1902 — Page 6

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Jndwna Tribnnr, 20. Oktober

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Europäische Nachrichten. 'FZYcinpfarz. S p e i e r. Domvikar Donauer Hierselbst ist zum katholischen RelicsZonslehrer - Offiziaior am Gymnasiurn in Neustadt ernannt worden. Der Hck'.lptbetheiligte in der kürzlich hier vorgekommenen Asfairr übe: die EinschmuZgelung gesundheltswidrizen Fleisches, Metzger . Zimmermann, wurde verhaftet. Steckbrieflich verfolgt wird von der hiesigen StaatsanWaltschaft wegen Dieöstahls der 24 Jahre alte Schuhmacher Adolf Agne von Bechhofen. E d e n k o b e n. Hintergebäude und Stall des Besitzers Lehndorsf brannten nieder. E n k e n b a ch. An dem Umbau der hiesigen katholischen Kirche stürzte der 26 Jahre alte Baumeister Adam Hocke von Kaiserslautern vom Gerüst 20 Meier hoch herab und erlitt schwere Verletzungen. Hachenbach. Landwirth Wil Helm Schuck von hier fiel von der Scheune herab mit dem Kopf auf die Balken des unteren Gerüstes und dann in die Tenne. Er starb an den schweren Verletzungen. I m ms b a ch. Vrunnernnacher Karl Jäger von hier ist in Wiesbaden beim Bau eines Brunnens verschüttet worden. Kleinbockenheim. An Stelle des seitherigen Schulverwesers Peter Kißling wurde Schulverweser Wil Helm GLHring in Jagerthal bei Dürkheim gewählt. David Tryfus und Frau, geb. Barbara Mayer, feierten das goldene Ehejubiläum. K u s e l. Feuer zerstörte sammtliche Oekonomiegebäude der Brauerei Emrich. O ggersheim. Bei der Vürgermeisterwahl ist an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Georg Gaich der seitherige 1. Adjunkt Philipp Goetz gewählt worden. In dem Anwesen des Ackerers Jakob Gundel brach Feuer aus. dem sowohl die mit Frucht gefüllte Scheune als auch die Stauung zum Opfer fielen. R e i ch e n b a ch. Ein Brand legte die sämmtlichen Gebäude des Schreinermeisters Peter Rübel in Asche. W e i s e n h e i m a. S. Lehrer Adrian in Freinsheim legte seine Stelle al Dirigent der hiesigen Liedertafel nieder. An feine Stelle tritt Lehrer Schörry dahier. Zweibrücken. Der auf Probe als Gefängnißaufseher bei dem hiesiaen Landgerichts - Gefängniß aufgestellte Civilbewerber Philipp Marfchall wurde zum statusmäßigen Gefängnißaufseher bei diesem Gefängniß ernannt. ßklaß-Lotbringen. Straßburg. Der Kaiser ernannte den Privatdozenten in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der hiesigen Kaiser - WilHelms - Universität Dr. Wilhelm Kisch zum ordentlichen Professor 'in der genannten Fakultät. Selbstmord verübte vor den Augen seiner Frau der Stationsvorsteher Fentsch. Buchhalter Bensel, welcher seit zehn Jahren bei einer hiesigen Biergroßhandlung angestellt war, wurde wegen Untersch'lagung in Höhe von 23,000 Mark und Urkundenfälschung . verhaftet. Bensel gestand, das Geld für seine ffamilie und Sportzwecke verwendet zu haben. Gerichts - Assessor Dr. WilHelm ist zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Hierselbst ernannt worden. Im Rheinhafen ertrank der 24 Jahre alte Zimmermann Josef Keßler. E r st e i n. Kaufmann Julius Schwab stellte seine Zahlungen ein. H a g e n a u. Steueraufseher Heinrich Stern hier erhielt das Allge meine Ehrenzeichen. M t tz. Lieutenant Lambeck, der kürzlich zusammen mit der Frau eines Hauptmanns von hier durchging, wurde erschossen in einem französischen Badeorte ausgesunden. M a g n y. Dem Weichensteller a. D. Johann Schwebach wurde däs Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. M ü l h a u s e n. Der hiesige Gemeinderath wählte den Regierungs-. rath Kayser von Kolmar zum Bürgermeister. Staatsanwalt Dr. Lentze ist zum Landgerichtsrath bei dem hiesigen Langericht ernannt worden. Der langjährige Vertrauensmann der Sozialdemokraten hierselbst, Schuhmacher Jakob Haug, wurde aus dem sozialdemokratischen Wahlverein ausgeschlossen. Zjlecli scn ßurfl . Schwerin. Kiräzenrnth Emil Schliemann. der älteste Geistliche der mecklenburgischen Landeskirche, hat seine Emeritirung vom Oberbischof erbeten. Maurerpolier Willen beging mit seiner Ehefrau das diamantene Ehejubiläum. V u r o w. In dem Viehhause des Erbpächters Böhl brach Feuer aus, welches das Gebäude vollständig einäscherte. D ö m i tz. In der hiesigen Waldschloßbrauerei wurden durch eigene UnVorsichtigkeit dem Maschinisten Kann aus Wismar beide Unterschenkel mehrmals gebrochen. F r i e d l a n d. Im Alter von 94 Jahren starb der hiesige Kunstgärtner Wels; er war der älteste Einwohner unserer Stadt. G r a b o w. Infolge eines Gehirn-, schlages verschied im Alter von 31 Jahren der Oberförster a. D. Arends.

Malchow. Die hiesige Amtsrichterstelle ist dem Amtsrichter Kurtzwig in Schwerin verliehen worden. ..'öllenbeck. Der etwa 8 Jahre alte chn des Schmiedemeisters Sernow hatte einen Kastanienbaum bestiegen und stürzte so unglücklich herab. daß er einen Schädelbruch erlitt. N e e s e. Auf dem hiesigen Nitt?rgut schlug der Blitz in eine gefüllte Scheune und äscherte dieselbe vollständ:g ein. N e u b r a n d e n b u r g. Einem Brande siel das Anwesen der Gebrüder Seine zum Opfer. Auch das anstzßende Haus des Bäckermeisters Gaartz brannte nieder. P r i e s l i ch. Das Haus des Erb-. Pächters Behrendt wurde vom Blitz getroffen, so daß bald das ganze Gebände mit Mobiliar in Schutt und Asche lagen. R h e n a. Bei der Pfarrwahl hierselbst zwecks Wiederbesetzunz der zweiten Predigerstelle wurde Rektor Wel-Hien-Gcldberg gewählt und vom Geh. Oberkirchenrath Dr. Bard sofort in sein neues Amt geführt. Wismar. Arbeiter Franz Schäfer aus Gr. Beitschen, welcher vom hiesigen Amtsgericht wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgt wurde, ist hier verhaftet worden. W i t t e n b e r g. Feuer zerstörte die mit Erntevorräthen gefüllte Scheune des Ackerbürgers Meincke. Hlbenvurg. Oldenburg. Zum ersten Pfarrer unserer Lambertikirche hat der Großherzog den bisherigen zweiten, Pastor Willens, an Stelle des abzehenden Kirchenraths Roth ernannt. Ein Blitz traf das Wohnhaus nebst Stallgebäude des Landmanns D. Meyer an der Blohenfelder Ehausse: und legte es in kurzer Zeit vollständig in Asche. Brake. SchiffsbaumeisterHeinrich Lührin in Hamelwarden ist zum Ersatzmann des technischen Mitgliedes der hiesigen Schiffsvermessungsbehörde ernannt worden. Delmenhorst. Der 13jährige Sohn des Gerichtsaktuars Mumen fiel beim Turnen vom Turnreck und erlitt dadurch eine schwere Gehirnerschütterung, die den Tod des Knaben zur Folge hatte. Eutin. Auf dem Parinerberg fand unter großer Betheiligung der Bevölkerung die Einweihung einer Bismarck - Säule statt. Rentier Wohltmann Hierselbst verkaufte sein an der Lübecker Chaussee belegenes Wohnhaus für 20.000 Mark an den Kunstmaler Bahldieck. Hundsmühlen. Feuer zerstörte das Anwesen des Landmanns Kohlmann. Jeder. Amtsassessor Mutzenbecher von hier ist zum Amtshauptmann für das Amt Rüstringen ernannt wor-

den. Schweiz. Bern. Bei einem Gewitter schlug der Blitz in das vom Pächter Wütherich bewohnte Haus. Das Gebäude brannte vollständig nieder. Frau Max Goldsckmidt- v. Rothschild aus Frankfurt a. M., die seit 25 Jahren St. Moritz als Sommergast besucht, hat der Gemeinde St. Moritz 60,000 Francs geschenkt, wovon 10.000 für die Altersverforgungskasse der Gemeindeangestellten bestimmt sind; dem Obergadiner Spital bestimmte sie 10.000 Francs. Generaldirektor A. Jersin. von der schweizerischen Volksbank, starb nach längerer Krankheit im Alter von 62 Jahren. Der Verblichene war Mitglied des schweizerischen Handels- und Jndustrievereins. A a r a u. Der Regierugsrath hierselbst hat zum Direktor der Irreanstatt Königsfelden den bisherigen Sekundärarzt dieser Anstalt Dr. Frö' lich ernannt. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Wirth Adolf Herdy aus Zofingen wegen Weinpanschere! zu 8 Tagen Gefängniß und 4000 Francs Geldstrafe. Basel. Hier erscheint seit kurze? Zeit ein zweites freisinniges Blatt unter dem Namen ..Basler Tagblatt". Chefredakteur ist der Großrathspräsident Dr. Zoller. Joseph Friedrich Bader, welcher seit 25 Jahren die ausführende Hand und oft auch der spürcnde Entdecker bei den Ausgrabungen der hiesigen Historisch-antiquarischen Gesellschaft war. ist gestorben. B o n f o l. In ihrem Bett ermordet wurde Frau Chevrollet - Saunier, Ehegattin des Joses Chevrollet, 72 Jahre alt. Das Ehepaar lebte in Unfrieden und war dem Trunke ergeben. Der Mann Chevrollet ist verhaftet worden. C h u r. Der Historiker und ehemalige Staatsmann Ständerath Peter Conradin Planta starb im 87. Lebensjähre. Freiburg. August Currat, 33 Jahre alt, der auf einem nahen Berge beschäftigt war, stürzte über eine 200 Meter hohe Felswand hinunter und war sofort todt. Genf. Einer der angesehensten hiesigen Bankiers, Charles Hentsch. verschied im Alter von 76 Jahren. Er war Gründer und Leiter der Gesellschaft für Gasindustrie, präsidirte lange Jahre die Sparkasse und war seit 1869 Verwaltungsrath der Handelsbank. K o p p e t. Großrath Nerfin, welcher seit 1882 Vertreter des hiesigen Kreises im Großen Rath war, wurde vom Zuge überfahren und getödtet.

Lausanne. Auf einem Ausflug. den er mit einigen Freunden unternommen hatte, starb der Verleger der Gazette de Lausanne",Emil Fehr, im Alter von 65 Jahren. L u z e r n. Der unlängst verstorb?ne ' ?ekgermeister Peter Schobinger hi:rj,lb'st vermachte 25.000 Fr. für wohlthätige und gemeinnützige Zwecke, darunter 10.000 Franken für das Kantonshospital. Männedorf. In der WeinHandlung öon Alfred Oetiker brach Feuer aus, welches das dreitheilize Wohnhaus vollständig enäscherte. N e u h e i m. Im Älter von 99 Iahren ist der Korbmacher B. Girard zestarben. Rottenschwyl. In dem benachbarten Dörfchen Werd hat eine Feuersbrunst gewüthet, bei welcher die Löschmannschaften furchtbar unter der Hitze zu le'.den hatten, denn sie brauchten für A!:chtung ihrer etwas trocken gewordenen Kehlen, laut Eingaben von Werd an die Gemeinde Rottenschwyl. ca. 2000 Liter Most. Dazu consumirten sie die nöthigen Portionen Speck, Käse und Brot und nach den eingereichten Rechnungen mußte dafür die Summe von 250 Francs bezahlt werden. R i ch t e r s w i l. Feuer zerstörte die Scheune der Besitzer Nebsamen und Wachmann. S ch a f f h a u s e n. I? der Fabrik Amsler, Laffon u. Sohn platzte der Kessel eines Benzinmotors. Drei Mann wurden verletzt, wovon einer schwer. Fabrik- und Wohngebäude sind erheblich beschädigt worden. Tafers. Beim Entladen eines Erntewagens fiel in der Scheune des Besitzers Schneuwly die 22 Jahre alte A. M. Kaeser so unglücklich vom Soller" in die Tenne, daß sie sich schwer verletzte. Zürich. Hier starb nahezu 70jährig einer der ersten Meteorologen der Gegenwart, Professor Heinrich v. Wild. Appreteur Mathis wurde mit seiner Frau und drei Kindern vergiftet durch Kohlenoxydgas aufgefunden. Es liegt Selbstmord vor. Ein zurückgelassener Zettel nennt als Motiv Nahrungssorgen. Der frühere deutsche Consul hierselbst. Rudolf Schöller, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. F?rcie Slcrdte. Hamburg. Der 18jährige Fensterputzer Hilimann stürzte von der ersten Etage eines Hauses ab und war sofort todt. Im 65. Lebensjahre starb der Musitverleger und Musikalienhändler Max Leichssenring. Die beiden mittellosen Concertagenten B?cker und Fluth sind unter Mitnahme von Kautionen und Eintrittsgeldern flüchtig geworden. Becker wurde bereits verqaftet. Fluth wird steckbrieflich verfolgt. Ein umfallendes Gitter verlezte den 3 Jahre alten Sohn der Eheleute Neuroth erheblich. Feuer zerstörte den Dachstuhl des Stehr'schen Wirthshauses. Selbstmord verübte der Schlossergeselle Bersei aus der Gerberstraße. Nach längerem Leiden verschied im 64. Lebensjah: der vor Kurzem in den Ruhestand getretene Schulrath, I. L. Mahraun. Im Jahre 1882 nach hier berufen, um als Direktor unserer Lehrerbildungsanstalten zu wirken, wurde er 1889 zum Schulrath für das VolksWesen ernannt. Zwei hiesige Commis. Namens Petersen und Halk, die bei einem Schiffsmakler angestellt waren. wurden wegen Unterschlagung in Haft genommen und im Stadthause untergebracht. Dort hat sich der Hauptschuldige Petersen erhängt. Allgemeine Empörung herrscht hier über eine in der Nacht verübte Entweihung der Petrikirche. Noch nicht ermittelte Personen drangen in die Sacristei ein, durchwühlten alle Behältnisse, zertrümmerten die Fenster, beschmutzten Altar und Taufbecken und verübten anderen Unfug. Im Hansahafen ertrank der 15 Jahre alte Schiffsjunge Iahn , vom Dampfer Theresia." Dem Cons! Weber, a. d. Alster 58, wurden während einer Reise von seinem Privatsekretär Roth aus dem Geldscheins 2000 Mark baar. 500 Mark fremde Münzen, 500 Mark ausländische Münzen. Werthsachen und 617 Stück Werthpapiere, darunter Hamburgische Prämienloose, Lübecker Prämienanleihe, österreichische, Eanton Freiburgische. Braunschweiger Prämienloose gestohlen. Der Dieb Roth, 1869 in Ungarn geboren, ist mit Frau und Kind flüchtig. Als Leiche aufgefunden wurde der seit einiger Zeit vermißte 5jährige Walther Quast aus der Banksstraße. Man zog den Knaben todt aus der Elbe beim Stadtdeich. Das am Alsterdamm belegene Caf6 de l'Europe ist für 200.000 Mark an den bisherigen Inhaber des Hotels du Nord in Hannover, Rudolf Müller, verkauft worden. JndividuelleAnschauung. Kunde: Ich möchte einen vernünftigen Liebesbriefsteller!" Gehilfe (alter Junggeselle): Bedauere, den gibt es nicht!" Ein braver Kerl. Einbrecher (nach gethaner Arbeit): Noch einen solchen Einbruch und ich kann daran denken, ein ehrlicher Mensch zu werden." Gutes Mittel. Verkäuferin: Die Blume an dem Hut macht dcä gnädige Fräulein drei Jahre jünger! Fräulein: So! Dann machen Sie mir

! noch zwei Blumen auf den Hut.

Die Schantttng - Eisenbahn. Am 14. April 1902 hielt Vaurath A. Gaedertz in der Abtheilung BerlinCharlottenburg der Deutschen Colonialgesellschaft einen Vortrag über die Schantung-Eisenbahn, dem der Altmeist der deutschen Erforschung Prof. Dr. Frhr. v. Richthofen ein bem'ikenswrthes Nachwort folgen ließ. Ich bin." so sagte Hr. v. Richthofen. vor langen Jahren, im Jahre 1869, in Schantung gereist. Damals gab es noch nicht bequeme photographische Reiseapparate, und ich konnte keine Bilder mitbringen, sondern nur Beob achtungen und Kartenaufnahmen. Ob aber das, was ich beobachtete, für die Menschheit Interesse haben würde, erschien sehr fraglich; die dortigen Gegenden waren weit abgelegen, und niemand kümmerte sich um die Einzelheiten so ferner Länder. Immerhin hatte ich damals das Glück, auf die Bedeutung hinzuweisen, welche Kiaut-

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Der neue Gouverneur der Provinz Schantung. schou haben könnte, wenn es zu einem maritimen Ausgangspunkt für Eisenbahnen gemacht würde; aber nur mit Zagen durfte ich mich der Hoffnung hingeben, daß seine Erschließung einmal dem Deutschen Reiche zufallen würde. Die Reise des Herrn Baurath Gaedertz (vom Jahre 1898) kennzeichnet die Aenderung der Verhältnisse. Nachdem unser Kaiser seine mächtige Hand auf Kiautschou gelegt hatte, war der Bau einer Eisenbahn die erste Bedingung für das Erblühen des Platzes; ohne sie wäre dessen gedeihliche coloniale Entwicklung un möglich. Derjenige, der zuerst für die Untersuchung einer geeigneten Eisenbahnlinie ausgeschickt wurde, war Herr Baurath Gaedertz. und er hat sich dieser Aufgabe vorzüglich entledigt, denn er hat seine Pläne mit Geschick und Umsicht entworfen und von dem Gesichtspunkt des practischen Nutzens ausgearbeitet." Diese Worte sind denkwürdig in allen Theilen. Im Jahre 1869 reist Hr. v. Richthofen in Schantung, ein Jahr vor dem großen Kriege. Er sieh! und studirt Gegend und Menschen, aber irgendeine Hoffnung, daß je ein deutsches Reich hier feine Thätigkeit entwickeln könnte, hatte man damals noch nicht; es gab ja nicht einmal ein Deutsches Reichs Im Jahre 1898. noch nicht 30 Jahre später, legt der deutsche Kaiser seine, wie Hr. v. Richthofen mit Recht sagt, mächtige Hand auf Kiautschou. Gleichzeitig zieht Baurath Gaedertz aus, um die Eisenbahnlinie in's Hinterland festzulegen, und heute schon, vier Jahre nachher, ist die Schantung-Eisenbahn, die sich von Tsingtau bis Tsinanfu 1320 Meilen (die Zweigbahn Tschangtien-Poschan eingerechnet) westwärts in's Land erstrecken wird, vollendet, einer Bahn, die von Deutschen entworfen, mit deutfchem Capital gebaut, von Teutschen ausgeführt und von Deutschen verwaltet .wird. Schon am 6. März 1893 KleineLadebrückeinTsingt a u. kam der Vertrag zwischen Deutschland und China zu Stande, der ein Eisenbahnnetz von 700800 Meilen für die Provinz Schantung festsetzte, ein Netz, daß das gleichschenkelige Dreieck Tsingtau-Tsinanfu-Ttschoufu-Kaumi umfaßt und dermaleinst untn Beihülfe Englands von Tsinanfu nördlich bis Tientsin und südlich bis zum Jantsekiang gegenüber von Nan. Zing ausgebaut werden soll. - Die Provinz Schantung bedeckt eine Fläche von 168.000 Quadratkilometer, ist also beinahe halb fo groß wie das Königreich Preußen. Ihre Einwohnerzahl wird auf 35 Millionen Menschen, ihre Bevölkerungsdichtigkeit, wenn nian vom Gebirge absieht, auf 250 Köpfe für das Quadratkilometer geschätzt. Das Land wäre danach so bevölkert wie Sachsen oder wie Belgien. Die Breite der Provinz, von Osten nach Westen gemessen, beträgt 500 Meilen die 220 Meilen lange, von

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Osten nach Westen verlaufende Bahn durchschneide! also die Provinz auf nahezu zwei Drittel ihrer Ausdehnung die Länge von Nord nach Süd etwa 325 .Meilen. Das Land ist inknsto bebaut. Von Weihsien ab, bis wohin die Bahn am 1. Juni 1902 eröffnet wurde, folgt Dorf an Dorf, und namentlich jenseit des Huangho, an der die Bahn bei Tsinanfu, der Hauptstadt der Provinz, bis auf wenige Kilometer herantritt, ist der Horizont nach Gaedcrtz' vortrefflicher Darstellung so don Dörfern besetzt, daß man eine Wandel decoration zu sehen glaubt, in die nur einige hellere Dächer dr besonders hervorragende Bäume eine Abwechslung bringen. Häufig konnte Gaeder ringsum 20 Dörfer zählen. Außer dem Betrieb der Landwirthschaft wird westlich von der bedeutnden Kreisstadt Weihsien diel Side gebaut, im Poschanthal sowi: bei Weihsien werden gute Steinkohlen gefördert. Im Poschanthal gibt es auch Töpfereien, Eisengießereien. Glasbläsereien und Farbwerke. Die Entwicklung ist überall nur durch die mangelhaften Verkehrsmittel hinangehalten, denn die Straßen sind schlecht, wenn sie der Regen durchweicht hat, und theilweise noch schlechter, wenn sie abgetrocknet sind. Die Canäle sind zwar keineswegs bedeutungslos, aber sie frieren für lange Zeit zu und können vor allem keinen geregelten Ausfuhrverkehr vermitteln. Wenn die Hoffnungen, die man auf den Abbau der Kohle setzt, sich erfüllen, ist eine große Entwicklung der gesammten Provinz zu erwarten, denn der Schantungchinese ist äußerst arbeitsam und wird Ledürfnißlosigkeit und Armuth bald überwinden, wenn c: einen Lohn für seine Arbeit sieht. Schon jetzt ist tz trotz aller Boxerunruhen der beste Freund der Eisenbahn, weil sie ihm Arbeit bringt, und die Eröffnung des Bahnhofs Kiautschou hat er durch mehrtägige Feste gefeiert. Sehen wir uns nun die Bahn selbst an. Sie führt einstweilen eingleisig, von Tsingtau auf dem Wesiufer des deutschen Schutzgebiets nördlich bis Tschöngjang. Von hier läuft sie zunächst nordwestlich, dann südwestlich bis Kiautschou, weiter nordwestlich bis Weihsien und von da fast rein westlich bis Tsinanfu; die Zweiglinie nach Poschan haben wir schon erwähnt.

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