Indiana Tribüne, Volume 26, Number 50, Indianapolis, Marion County, 20 October 1902 — Page 6

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Europäische Nachrichten, Kefferl'DcrrlnsZadt. D a r m st a d t. Dr 32jährige verheiratheteFabrikarbeiter Franz raycr aus Oppenheim gerieth in den hiesigen Lederwerken in die Transmission und wurde lebensgefährlich verletzt. Revisionsgehilfe Heinrich Dillemuth aus Altheim ist zum Oberrechnungsrevisor bei der Oberrechnungskammer hierselbst ernannt worden. Heinrich Oppenheimer. Kantor und Religionslehrer der Israelitischen Neligionsgemeinde dahier, trat nach beinahe 45zähriger Thätigkeit in Folge geschwächter Gesundheit in den Ruhestand. Alzey. Der älteste Sohn der Bahnhofswirthin Wwe. Ätein wollte dem Bahnarbeiter Müller' Nachtessen bringen und gerieth in der Dunkelheit in ein Loch, durch welches er niederstürzte. Er erlitt einen doppelten Schäedlbruch und statb alsbald. . Babenhausen. Im Alter von 80 Jahren starb hier der Lehrer i. P. Johannes Ohl. B i b l i s. Von den Messern einer Mähmaschine schwer verletzt wurde der 9 Jahre alte Sohn des Landwirths Müller. Bin gen. Bleichpächter Jakob Bitt von hier war beun Ausladen eines Kohlenschiffes beschäftigt und kam, als er über die Diele, welche das Schiff mit demUfer verbindet, ging zu Fall, wodurch er sich schwere Verl'tzungen zuzog. Ä r a n d a u. Der Bürgermetster, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamte Georg Weber II. Hierselbst ist im Alter von 76 Jahren infolge eines Herzschlaqes verschieden. Gieße n. Privatdozent Dr. Winz aus Breslau nahm den Ruf an die hiesige Landesuniversität für klassische Philologie als ordentlicher Professor als Nachfolger Professor Guntermann an. Auf dem nahen Braunsteinberzwerk Fernte wurde der Bergmann Schad aus Steinberg verschüttet und sofort getödtet. Waycrn. Dr. Anton Röder verschied im Alter von 85 Jahre in Brizlegg in Tirol. Röder war seiner Zeit Mitglied des sogenannten Bauhofclubs dahier. Er studirte hier und an einer auswärtigen Universität, widmete sich später der Musik. Professor Dr. Matthäus Weishaupt vollendete sein 90. Lebensjähr. Friseur Kark Vrandenberger, Amalienstraße 14, erhielt vor Prinzen Arnulf den Titel Hosfriseur. Ministerialrath a. D. Wilhelm von Behringer ist gestorben. Bei einem Angriff auf einen Schutzmann erschossen wurde der Soldat Gallus Bimbera.er von der 1. Compagnie des Bekleidungsamtes. Ä l t o m ü n st e r Fleckbauer M. Rieger von Jrchenbrunn, der Complice des Räubers Kneißl. ist nach viermonatlichem Krankenlager im Alter von 46 Jahren an Herzwassersucht gestorben. A n s b a ch. Handelsrichter und Gemeindebevollmächtigte? Kaufmann Friedrich Weibel starb hier im Alter von 62 Jahren. Augsburg. Oberlandesgerichtspräsident Theodor von Sicherer Hierselbst beging in Tutzing seinen 70. Geburtstag. In der Station Meitina.en der .Linie Augsburg - Tonauwörth stieß eine ranzirende Güterzugsmaschine, die über denKreuzungsblock hinausfuhr, an den einfahrenden Augsburger Vorortszug. Schwer verletzt wurden Maschinenführer Aschenbrenner, Gendarmeriesergeant Kehl und Aufscklagnehmer Wagner von Meitingen; zwölf weitere Personen erlitten leichtere Verletzungen. Der Pächter des Cf5 NationaleJosef Wiedemann, wurde von der Strafkammer zu drei Wochen Gefängniß und 30 Mark Geldstrafe verurtheilt, weil er längere Zeit hindurch Tropsbiere und Faßneigen dem frischen Bier 'zutheilte und so an seine Kunden abgab. Kriegshaber. Malermeister Kragler hier, ein Mann von 33 Iahren. ist, als er zu Rad von Lechhausen nach hier zurückkehrte, mit einem schwnen Fuhrwerke so heftig zusammengestoßen, daß ihm die Deichselstange in den Unterleib drang. Krag le.r ist der schweren Verletzung erlegen. K u l m b a ch. Als der Ehegatte der verstorbenen Frau Felicitas Hanrmonn. die beerdigt werden sollte, von ihr Abschied nehmen wollte, sank er am offenen Sarge, von einem Herzschlag getroffen zusammen und war sofort todt. , Der Verstorbene stand im 72. Lebensjahre. Lindau. lZastwirth und Gutsbesitze? Friedrich Fehr in Ruppenmanklitz starb an Blutvergiftung, die er sich durch Einstoßen einer rostigen Nadel zugezogen hatte. . , Nürnberg. In Concurs gerieth die Firma August Deffner, Nachfolger C. Dertinger. Oberhausen. Maurer Wirth feuerte auf seine von ihm getrennt lebende Frau einen Revolverschuß ab, der sie am Arme und der Brust , verletzte. Auch sich selbst brachte Wirth einen Schuß an der Brust ei, wodurch er schwer verletzt wurde.' P e g n i tz. Zum Bezirksbaumeister für Pegnitz und Pottenstein wmde Bauführer Weiß vom Flußbauamt in Bayreuth gewählt. . R ö t t i n g t n. Der hiesige Stadtschreiber ist nach Berübung schwerer

Sittlichkeitsverbrechen und Entnahme eines großen Betrags aus der Stadtlasse flüchtig geworden. ZSUrttenrberg. Stuttgart. Regierungsrath Rucols Sazlehmer ist im Alter von 46 Jahren geNorden. Der. Verewigte war srüyer Overamtmann iniLßlingen und zuleyt Vorsitzender des Scyiedsgerichts i zur Arocltervcrslcherur.g. Hie erste Stadtpfarrersteue an ver hiesigen Joyannestire wurde dem zweilcn 'tadtpfarrer an dieser Kirche, tadtPfarrer Plieninger, .übertragen. vermißt wird seit einigen Tagen der Gasiwirth des Hotels Jyle, Burthardt. über dessen Vermögen das Conlursverfahren eingeleitet worden ist. Häuserspekulationen sollen die Ursache des Concurses sein. . Asperg. In der hiesigen Lehmgrübe wurde der 19 Jahre alte Sohn Hermann des Metzgermeisters Sailer hier von einer einstürzenden 'Wand verschüttet und getödtet. B i e r i n g e n. Der ehemalige Kaiserwirth Johann Rudolf und dessen Ehefrau Anastasia,geboreneAlbus, von hier, feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 79, seineGattin 73 Jahre alt. ' B o ch i n g e n. Feuer zerstörte das Anwesen des Fabrikarbeiters Sebastian Zauch. D e i ß l i n g e n. Wegen Verdachtes, ihr eigenes Haus in Brand gesetzt zu haben, wurden hier der Schneider Conrad Müller und dessen Ehefrau verhaftet. E ßling e n. Die 38 Jahre alte Marie Haußer hier goß zwecks Anfachung des Herdfeuers Petroleum auf; durch die emporlodernde Flamme explodirte die Flasche, und die Unvorsichtige erlitt so schreckliche Brandwunden, daß sie starb. Fellbach. Der hiesige Männergesangverein feierte unter Betheiligung von 20 auswärtigen Vereinen und unter Mitwirkung der CannstatterFeuerWehrkapelle sein 25jähriges Jubiläum. Freuden st ad t. Im benachbarten Mittelthal wurde der 26 Jahre alte Hvlzhauer Pfau von Orsprach im Walde von einer Tanne erschlagen. F r o m m e r n. Bei der OrtsvorsteHerwahl, die durch Ernennung des seitherigen Schultheißen Jetter zumOberamtssparkassier erforderlich wurde, wurde der Darlehenskassenrechner Simon Schuler gewählt. Hat ten hosen. Der 47 Jahre alte verheirathete Bauer Jacob Lutz von hier wurde beim Einführen eines Garbenwagens in dieScheuer durch die Deichsel so heftig an die Wand geworfen, daß er bewußtlos, zusammenbrach und nach kurzer Zeit starb. Neuhausen. Der hiesige Sängerbund beging die Feier seines 50jährigen Bestehens mit Fahnenweihe. 50 Vereine mit ca. 2000 Sängern nahmen an dem Fest theil. Neckarweihingen. Bauer K. Mergenthaler, 63 Jahre alt, welcher sich von seinem Hause entfernt hatte, um nach seinem Rübenacker zu sehen, wurde todt aus dem Neckar gezogen. Schrozberg. Eine Feuersbrunst legte zwölf Hauser und Scheunen in Asche. S e e d o r f. Das Anwesen des Fabrikarbeiters Rall brannte nieder. Simmozheim. Fz'ier vernichtete die Wohngebäude des Sieglers Müller und des Bauern Kaller. Unterrombach Hier fand die feierliche Amtseinsetzung des neugewählten Ortsvorstehers Krauß, bisherigen Polizeicommissärs hier, statt. W a i b l i n g e n. Der Verein von Kinderfreunden beging hier die Feier des 25jährigen Bestehens seiner Anstatt, des Kinderheims Waiblingen. Wildbad. In den hiesigen En-zanlag-n erschoß sich ein Kurgast, Namens Maurer aus Straßburg. Er war rückenmarksleidend. Zuffenhausen. Der 14 Iahre alte Malerlehrling Chr. Held wurde von zwei großen Bernhardinerhunden angefallen und an beiden Armen und Beinen durch Bisse schwer verletzt. Eine ihm zu Hilfe eilende ältere Frau wurde ebenfalls von den Hunden gestellt und ihr ein Stück Fleisch aus dem Oberarm gerissen. Wden. Karlsruhe. Hauptlehrer Iß ler. der Begründer des Badischen Lehrer - Mitten- und Waisenstifts, ist im Alter von fast 80 Jahren gestorben. Münz - Werkmeister Wittmann feierte die silberne Hochzeit. Concurs meldeten an: Bauunternehmer Rudolph Beeckh.Rudolfstr. 10, und Kaufmann Herm. Boschert. Luisenstr. 75. Das Landgericht verurtheilte den Bäcker Johann Schwarz aus Kleinsteinbach wegen Diebstahls zu 4 Monaten, die Büglerin Luise Ruch aus Mannheim wegen Diebftahls zu 9 Monaten Gefängniß den Tagelöhner David Hoch aus Haslachsimonswald wegen Diebstahls und den Tagelöhner Bickel aus Pforzheim wegen Betrugs zu je 1j Jahren Zuchthaus. A l b b r u ck. In der hiesiaen PaPierfabrik zersprang .ein Leimkessel, wobei' der 30jähnge Arbeiter. Joh. Weite getödtet wurde. Ap'penweier. Arbeiter Franz Berger, 46 Jahre alt, hat sich erhängt. Bargen. Hier brannte das Haus des Karl Leiber vollständig nieder. Der geistesgestörte K. Leiber hatte es iy der Trunkenheit selbst angezündet, und mußte mit Gewalt aus dem brennenden Hause entfernt w den. '

In Fslge der großen Sterblichkeit unter den Kindern in Wien haben die Behörden einen Kreuzzug gezen die Milch, wie sie in der Stadt zum Verkauf angeboten wird.

begannen. Die veröffentlichten Statt' n t rr r l rt i r t I ntn.. lauen ereyen, oay oie icroeraie unter Kindern von 9 Procent in den aristokratischen Vierteln bis 30 Procent in den ärmeren Distrikten beträgt. Nur 23 Procent der in Wien geborenen Kinder erhalten Muttermilch, die übngen 77 Procent werden ausschließlich mit Kuhmilch 'genährt, die bekannterweise schlecht ist, da die meisten Kühe sich in Kellern befinden. Die Statistik ergibt auch ferner, daß die Behörden nicht so thätig bei der Inspektion der Milch sind, wie sie wohl sein sollten. Im vergangenen Jahre wurden nur 160 Proben in der Stadt analysirt, während in der bedeutend kleineren deutschen Stadt Halle nicht weniger als 30.000 Proben untersucht wurden. . D a s s ch n e l l st e S ch i f f der Welt wird in Zukunft die schwedische Flotte besitzen. Es ist dies der Torpedojäger Mde", welcher nach Zeichnungen der schwedischenMarineverwaltung bei Narrow & Co. in Poplar auf Rechnung der schwedischen Regierung gebaut worden ist und kürzlich mit zahlreichen Marineattaches und anderen militärischen Sachverständigen an Bord seine Probefahrt bestanden hat. Das Schiff, welches seinen Namen Mode" (Modhi) nach dem Sohne des Donnergottes Thor erhalten hat, erreichte bei der Probefahrt eine Geschwindigkeit von 32.4 Kröten, die es volle drei Stunden hindurch ununterKrochen beibehielt. Mode" ist mit vier Aarrow - Wasserrohrkesseln und zwei viercylindrigen Dreifach-Expan-sionsmaschinen ausgerüstet. Seine indizirten Pferdekräfte belaufen sich auf 6500 und die Zahl der Umdrehungen auf 421.4 in der Minute. Die Ausgrabungen auf dem Alisofelde bei Haltern im Münsterland nehmen von Tag zu Tag an L3edeutung zu, so daß die Leiter derselben mit großer Befriedigung auf ihre Thätigkeit zurückblicken können. Professor Dr. Kolpp ist augenblicklich mit der Aufdeckung eines kleinen Kastells beschäftigt, das. durch zwei Spitzgräber. nebst doppelter Pallisadenreihe geschützt, etwa 30 Meter das alte Lippe-Ufer deckt, während die Breite nur wenige Meter beträgt. Da auch bereits der an das Ufer führende Weg sich zeigt, so ist die größte Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß man endlich den Brückenkopf am nördlichen LippeUfer gefunden hat. Nach vollständiger Aufdeckung de? Anlage soll dieser Platz ebenso wie einige andere offengehalten werden, damit den vielen Interessenten aus der Nähe und Ferne ein Einblick in das römische Befestigungswesen gewährt werden kann. Oberstleutnant Dahm hat bei der Fortsetzung der Grabungen an dem Ostthore des großen Lagers ebenfalls eine Menge römischer Maffenstücke gefunden. Wie jetzt er st bekannt wird, wurden vor zwei Monaten von der Zollbehörde in Basel zwei FranzislÄnerinnen vom Kloster in Freiburg (Schweiz) bei der Emschmuggelung von verschiedenen Priesterlichen Gewändern. Paramenten und andern kirchlichen Artikeln abgefaßt und in Strafe genommen. Ter Zollbetrag soll nicht unbedeutend aewesen sein, auch hatte die Behörde Grund zur Annahm:, daß der Schmuggel schon längere Zeit betrieben wurde. Ein Lyoner Fabrikant hatte auf dem Bureau der Zollinspektion bei der Verzollung von Meßgewändern erklärt, daß in dem Freiburger Franziskanerinnenkloster kirchliche Artikel fabrikmäßig hergestellt würden und daß die Nonnen mit ihnen einen hohen Zoll umgehen, könnten sie den schwungvollen Hausirhandel, insbesondere nach dem Elsaß und Baden ht treiben. Dadurch, daß die Ordensschwestern den hohen Zoll umgehen, könnten sie die Gegenstände recht billig abgeben und brächten dem kaufm'änni, schen Handel Schaden. Daraufhin wurde auf die frommen Schmugglerinnen gefahndet und zwar mit dem im Eingang erwähnten Erfolg. Einen merkwürdigen Fund wollte dieser Tage ein Schuhmacher aus Berlin im Köpenicker Forst gemacht haben. Der Gendarm Burghold sah ihn im Walde einen schweren Koffer schleppen, aus dem Blutstropfen sickerten. Der harmlose Mann erzählte mit der unschuldigsten Miene von der Welt, daß er den Koffer im Walde gefunden habe und selbst nicht einmal wüßte, was er enthalte. Er sei gerade unterwegs, um ihn auf dem Amte abzuliefern, damit er dem Eigenthumer wieder zugestellt werden könne. Zum Unglück des Schuhmachers war aber der Sicherheitsbeamte nicht so leichtgläubig und Vertrauensselig, sondern wollte den blutigen Inhalt kennen lernen. Er öffnete den Koffer und fand- darin die schönsten Theile eines frisch erlegten Rehes. Der Schuhmacher stellte sich ganz erstaunt und wollte immer noch von nichts wissen, bis eine weitere Untersuchung die merkwürdige Entdeckung brachte, daß ein Stück Zeitungspapier, in das er seine Stullen eingewickelt hatte, ein Theil eines Blattes war, das den Rehbraten als Hülle diente. Als man ihm zeigte, daß Nummer und Trennstriche 'genau paßten, wurde er kleinlaut. Zusammen mit dem Koffer wurde er dann nach dem ' Amt ' ge-schafft..

Mililarmusik.

Ihre Geschichte, Entwicklung und ihr heutiger hervorragender Stand. KriegSmusikZnstrumente km 'Alterthum uv Nittelalter Trompeter und Pauker der Franzosen Tke Sax'sche erflndungen. aiser Wilhelms Bestrebungen. Das älteste Musikinstrument, das ebenso den Hebräern wie den alten Egyptern zu Kriegszwecken gedient hat, ist die Trompete in gerader gestreckter Form. Bei den Egyptern waren auch Trommeln im Gebrauch. Wiewohl auch bei den alten Griechen die Trompeten eine wichtige Rolle spielten, bevorzugte diese auch in der Kriegführung verfeinerte Nation dennoch die Flöte, daneben auch die Lyra als Kriegsmusikinstrument. Sonst bediente man sich der Trompeten. Ueber den vielfachen Gebrauch der Trompeten bei den römischen Heeren sind wir durch Polybios, Livius und Andere hinlänglich unterrichtet. Auch die alten Gallier hatten bereits ihre Kriegsmusik (Heerhörner). Durch die Kreuzzüge wurden dann im Mittelalter verschiedene im Orient gebräuchliche Jnstrumente in Europa bekannt: Tambourins, Becken und- Trommeln in allen Größen. Im weiteren Verlauf der Geschichte werden die Angaben der Chronisten über die Militärmusik und die dazu verwendeten Instrumente immer spärlicher und unsicherer. So viel steht fest, daß von einer eigentlichen Militärmusik nicht früher als in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Rede sein kann. Ludwig XIII. von Frankreich förderte deren Entwickelung ganz besonders und Ludwig XIV. folgte ihm auf diesem Wege 'getreulich nach. Unter ihm gab es bereits bestimmte Trsmmelmärsche und Trompetenweisen, außerdem Marschweisen, die aus Deutschland herübergekommen waren. Nach dem 30jährigen Kriege (1618 bis 1648), in dem schon Schalmei und Bomhart, die Vorläufer der Hoboe und des Fagotts, bei den Spielleuten der Heere im Gebrauch standen, hatten die Franzosen ihren Musketiermarsch, den Französischen Marsch, 'den Marsch des Königs-Regiments, den Marsch der Matrosenabtheilung, den Dragonermarsch und den Marsch der Grenadiere zu Pferde. Bekannt ist die aristokratisch exklusiv zu' nennende Zunft der Trompeter und Pauker. Ludwig XIV. hegte eine besondere Vorliebe für Pauker zu Pferde, die bei Märschen und Truppcnrevuen an der Spitze ihrer Schwadron ritten und. schon damals durch besonders reich verzierte Uniformen, die ganz verschieden waren von denen ihres Regiments, auffielen. Unter Ludwig XV. trugen sich diese berittenen Paulenschläger nach türkisch-orientalischem Schnitt, unter Ludwig XVI. kleideten sie sich wie die Panduren, unter Napoleon I. hüllten sie sich eine Zeit lang gar, wie die Polen, in lange-weite Röcke und schmückten ihre Kopfbedeckung mit bunten Federn. Im siebenjährigem Kriege (1756 bis 1763) machten die preußischen Militärmärsche überall gewaltiges Auf sehen; man denke nur hierbei an den weltbekannten Dessauer Marsch." Damals wurde auch in Deutschland der Brauch üblich, daß während der Wachparade und Abends vor' dem Zapfenstreich die Militärmusikkorps eine Anzahl. Musikstücke spielten. Um jene Zeit fanden ferner die Klarinette, das englische Horn, das jetzt wieder fn Vergessenheit gerathene Serpent, das Waldhorn und die von den Orientalen entlehnte große Trommel Eingang in die französische Militärmusik. Um das Jahr 1764, von welchem an Messingund Holzblasinstrumente zu immer weiterer Verbreitung gelangten, zählte jedes französische Militärmusikk?rps, ohne Trommler und Pfeifer, 16 Mann. Die Revolution 1789 warf freilich diese Militärorchesier über den Haufen, aber nur für kurze Zeit. Napoleon Vonaparte, der ihre Bedeutung durchaus zu schätzen wußte, stellte sehr rasch ihre Organisation wieder her und suchte ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen, da er erkannte, daß seine Musiker damals hinter den preußischen, besonders aber hinter den österreichischen erheblich zurückstanden. Der nachnapoleonischen Zeit gehört die üleraus wichtige Erfindung des belgischen Jnstrumentenhauers Adolf Sax an; diese gipfelte in den sögenannten '.Saxophonen. Saxhörnern und anderen von Sax erfundenen In-strumenten,-die gegenwärtig bei den Militärmusikkorps .Belgiens, Frankreichs, Englands, Hollands, Italiens. Spaniens, Nie'oerländisch-Jndiens und Japans eingeführt sind. Trotz der vielfachen Vorzüge dieser Sax'schen Instrumente hat man sich, wohl Hauptsächlich ihres weichlichen Klangcharakters wegen, in Deutschland, Oesterreich und Rußland nicht entschließen können, sie in die Armeemusik einzuführen. Im Allgemeinen darf die Organisation und Zusammensetzung der Harmoniemusik in den Musikkorps aller Armeen und Länder gegenwärtig, von den erwähnten Sax-Jnstrumenten abgesehen, als einander sehr ähnlich oder als gleichartig angesehen werden. Für die preußische Miliiärmusik war kein Geringerer wie der Erfinder der Baßtuba. Wilhelm Wieprecht (gestorben 1872) von hoher Bedeutung. Es sei hier an den Sieg erinnert, den am 21. Juli 1867 das Musikkorps der preußischen Garde auf der Weltausstellung

zu Paris über das Badische Musikkorps. die" Kapellen des spanischen 1. Genie-Regiments, des österreichischem? 73. Jnfanterie-Rcgimcnts, des delgischen Grenadier-Regiments, des boyerischen 1. Jnfanterie-Rcgiments, der bolländischen Grenadier- und Chas-seur-Regimenter, der russischen Cheva, liergarde, der französischen Garde und der Garde de Paris davontrug. Wie- -precht hatte damals dem Kaiser Napoleon III. das Versprechen geben müssen. über die Zwecke und Organisation einer Heeresmustk eine ausführliche Denkschrift zu verfassen. Er löste auch das Versprechen und beabsichtigte, das Schriftstück in Paris persönlich zu überreichen; mehrfache Krankheit aber und dienstliche Angelegenheiten verhinderten die Reise, und endlich machte der deutsch-französische Frieg 1870 auf 1871 die Ausführung des Planes überhaupt unmöglich. Wieprecht erhielt von Napoleon den Orden der Ehrenlegion. Seit jenen pariser Tagen hat die musikalische Leistungsfähigkeit der Militärmusikkorps, insbesondere die der Jnfanterie-Kapellen, in den größeren Militärsiaaten große Fortschritte gemacht. Die künstlerischen Anforderungen sind seither gewaltig gestiegen, und es dürfte gegenwärtig kaum noch einen Militärmusiker geben, der nicht seine zwei Jnstrumeie, ein Blas- und ein Streich-Jnstrument. zu spielen vermöchte. Die Stärke der Besetzung der Mussklorps ist in allen größeren Militärstaaten fast die gleiche; so zählen die Jnfanterie-Musikkorps in OesterreichUngarn 43. im Deutschen Reich 42, in Frankreich und Rußland je 40, in England 33 bis 40, in Italien 33 Musiker. Verschiedene österreichische In-fanterie-Kapellen sind sogar bis zu 60 Mann stark. Bekannt ist die Aufmerksamkeit und liebevolle Corafalt, die Kaiser Wilhelm II. der deutschen Armcemusik zuwendet. Als Belegstück ijt unter Anderem die Sammlung preußlscher Armeemärscbe anzusehen, die auf des Kaisers Befehl von dem förigHch preußischen Armeemusik-Jnspizienten Professor Roßberg seit einer Reihe von Jahren herausgegeben wird. Die Wiedererweckung alter, sogenannter historischer Märsche zu neuem, blühenden Tonleben im deutschen Heere ist auf die Initiative des Kaisers zurückzuführen. Dadurch wurden nicht nur die alten prächtigen Feldtrompeten wiedergewonnen, sondern die zeitgenLssischen Musikinstrumentenbauer empfingen daraus vielfache Anregungen zur Erfindung und Verbesserung neuer Vlechblasinstrumente und die neueren Tondichter wurden zu Kompositionen veranlaßt, an die sie sonst schwerlick gedacht haben würden: Fanfaren und Märsche für Feldtrompeten bilden jetzt die beliebtesten Repertoirstücke der deutschen Militärkonzerte. Ebenso gehören historische Konzerte, ausgeführt auf alten Blas- und Schlaginstrumenten, nicht zu den Seltenheiten.. Motornzagrn. Sienen neuerdings nicht nur dem Fahren, sondern auch anderen Zwecken. Daß ein Motor- oder Kraftwagen nicht allein zur schnellen Beförderung von Personen und Lasten dienen, sondern in Ermangelung einer anderen Maschine zu Verrichtungen verschiedensier Art verwendet werden kann, hat vor einiger Zeit ein amerikanischer Farmer bewiesen. Die kleine DampfMaschine, mit der er auf seiner Farm die Häckselschneid- und Buttermaschine trieb und Wasser pumpte, Holz sägte etc., war unbrauchbar geworden. Da ließ er seinen Motorwagen so aufstcllen und festlegen, daß die Räder den Boden nicht berührten, brachte den Treibriemen über eins der Räder und fetzte die Maschine in Gang. Seine glückliche Idee bewährte sich so vorzüglich, daß -eine amerikanische Motorwagenfabrik jetzt Kraftwagen mit einem besonderen Rad für solche Verrichtungen herstellt. Außerdem werden Motorwagen gebaut, an die man je nach Bedarf eine Rasenwalze oder auch eine Grasmähmaschine befestigen kann. Um 'seine kostbaren Orchideen und Warmhausgewächse int, Winter nach Bedarf aus seinem Landhaus nach Paris bringen zu lassen, hat Baron Edmond v. Rothschild sich einen Motorwagen bauen lassen, der ganz mit einem Glasdach überdeckt ist und mit Dampf geheizt wird. In England und in Amerika verwendet man die Kraftwagen jetzt immer mehr als Feuerspritzwagen. Endlich hat man neuerdings Motorwagen hergestellt, die nicht allem auf dem festen Lande, sondern auch auf langsam fließenden Gewäsfern fahren. Diese Wagen sind mit zwei cigarrenförmigen, oben flachen Röhren aus Aluminium ausgerüstet. Beim Gebrauche auf dem Wasser werden die Röhren in's Wasser gelegt, der Wagen fährt auf die flachen Seiten der Röhren .hinauf und wird mit Stahlklammern daran befestigt. Die Treibkette wird mit einer kleinen Flügelschraube verbunden, ein aufrechter Hebel sieht mit dem Ruder in Verbindung und eil? anderer regiert die Bewegungen nach vorwärts, rückwärts und das Halten der Maschine. Ein solches Land- und Wasserfahrzeug, das in einer Stunde etwa 25 englische Meilen auf dem Lande fährt, leat im Wasser in derselben Zeit ll.bis 12 Meilen zurück. T e l e g r a rnrne sollen taalich etwa 400.000.000 auf der ganzen Erde versendet werden.