Indiana Tribüne, Volume 26, Number 48, Indianapolis, Marion County, 17 October 1902 — Page 6

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Jndiana Tribune. 17. Oktober 1902,

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Europäische Nachrichten. .Provinz Schleömig-Holstcin. Kiel.' Im Dürsterbroker Gehölz erschoß sich der hiesige Ingenieur Vaumgarten. Der Besitzer des Etablissements ftrusenrott", Schröder, nahm statt eines Medikaments Salzsäure zu sich und verletzte 'sich so schwer, daß er starb. O e r d e r u p. In den Hof des Vösitzers Nikolai Christensen schlug der Blitz und äscherte sämmtliche Gebäude ein.' P r e e tz. Das Anwesen des Händlers Ehriz wurde durch Feuer vernichtet. Provinz Schlcsictt. V r e s l a u. Der Direktor der kaiholischen Realschule zu Vreslau, Dr. August Höhnen, ist verstorben, nachdem er die Anstalt mehr als 30 Jahre geleitet hat. Der Privatdocent an der hiesigen Universität, Dr. Wunsch, hat einen Ruf als ordentlicher Professor der klassischen Philologie an der Universität Gießen erhalten. B u n z l a u. Aus der hiesigen Pro-vinzial-Irrenanstalt entwich der etwa 22 Jahre alte Geisteskranke Brigulla. Da er nicht ungefährlich ist, wird nach ihm lebhaft gefahndet.

Dittersbach. Der 39 Jahre alte Berghauer Karl Liehr verunglückte auf den fürstlichen Gruben dadurch zu Tode, daß ihm die Schädeldecke zertrümmert wurde. G l o g a u. Die Strafkammer derurtheilte den Grafen Pückler - Kleinschtirne und dessen Inspektor W.Kirchner wegen Herausforderung des Sanitätsraths Dr. Neumann zum Zweikämpf zu zwei resp, einen Monat Festuna. Habelschwerdt. Der seit dem 1. October 1875 in städtischen Diensten hier stehende Förster Beck, welcher das Forsthaus in der Wüstung" bewohnte, ist an den Folgen einer Operation in Breslau gestorben. Hermsdorf. Eine unheilbare Krankheit hat den Leinenfabrikanten Keilen in den Tod getrieben, den er in der Tschirne suchte und gefunden. Karlsburg. Der Blitz fuhr in das Wohnhaus des Colonisten Gottlieb Slabon. Das hölzerne, mit Schoben gedeckte Haus stand in kurzer Zeit über und über in Flammen. ' . L i e g n i tz. Das zum Andenken an die Schlacht an der Katzbach auf der Christianshöhe bei Bellwitzhof hiesigen Kreises errichtete Blücherdenkmal hat endlich einen frischen Anstrich erhalten und eine neu vergoldete Inschrift. Löwenberg. Der Bau der Queisbrücke bei Naumburg im Zuge der Neubaustrecke Siegersdorf-Löwen-bera soll noch im Laufe dieses Herbstes in Angriff genommen werden. Neuwalde. Die Pferde des Bauergutsbesitzers Karl Hoheisel von hier gingen mit einem Fuder Heu durch. Hoheisel wurde zu Boden geschleudert und blieb auf der Stelle todt, sein Bruder erlitt schwere Berletzungen. Provinz gsofeti. Posen. Der. Schutzmann Diettrich wurde von dem Arbeiter Kawczyk, als er ihn wegen fortgesetzterMißhandlung seiner Familie verhaften wollte, durch einen Messerstich in den Hals schwer verletzt. B o m st. Hier fand die Weihe der dem Krieger- und Landwehr-Berein vom Kaiser verliehenen Fahne statt. Es hatten sich die Kriegervereine aus Unruhstadt. Wollstein, Kopnitz. Karge. Clawlim und andere eingefunden. F r a u st a d t. Beim Spielen mit einem Teschin verunglückte der vierzehnjährige Sohn des Landwirthes Peschel aus Sperlingswinkel. Der Schuß ging plötzlich los und dem Burschen in die linke Hand. P a p r o t s ch. Während eines Gewitters fuhr der Blitz in einen Stall des Besitzers Fensk: in Paprotsch und zündete. Das Feuer vernichtete die ganzen Erntevorräthe. S ehr i m m. Dem Häusler Jakob Brzezinski in Zaborowo brannte ein Ziegen- und einSchweinestall vollständia nieder. S ch r o d a. Eine dem Bergwerksbesitze? Grieger Hierselbst gehörige Scheune gerieth in Brand und wurde mit den Getreidevorräthen ein Raub der Flammen. L i s s a. Der Arbeiter Köhler hat sich mittels eines Revolvers in seiner Wohnung erschossen. Frovinz Sachsen. Magdebur g. DieBevölkerungszahl Magdeburgs stellt sich folgendermaßen: Altstadt 90.333, Wilhelmstadt 23,753, Friedrichsstadt mit Werder 9475, Sudenburg 30,623, Neustadt 46.973, Buckau 24,846. zusammen 226.002 Personen (111,783 männliche, 114.219 weibliche). A k e n. Das Eigenthum des Fährmanns Kettman wurde vom Blitz getroffen und ging in Flammen auf. D e l i tz s ch. Der ehemalige Magistratsassessor Simon, ver wegen Unregelmäßigkeiten im Amte zu fünf Jahren Gefängniß verurtheilt war, ist gestorbm. Oschersleben. Dem Regierungs - Assessor Dr. DrewS in Berlin ist die kommissarische Verwaltung des hiesigen Landrathsamtes übertragen worden. Ofterburg. Der 21jährige Sohn des Kupferschmiedemeisters

.Palmquist ist von einem Zuge übersahren und geiodtet worden. Auch hier sind seit einiger Zeit die Fleischpreise un: 5 und 10 Pfennig erhöh!. Das reg... Mäßige Verladen von Schlachtvieh i,jt stark abgenommen. 'angermünde. Der MilchHändler Gericke hat in dem 17jährigen Äiensttnecht Edwin Derlitz aus Zichtau den Dieb ermittelt, der ihm türzlich 450 Mark gestohlen hat. G e n t h i n. 'Auf dem Gelände der Zuclerfabrik entstand eine Prügelei, bei welcher der Arbeiter Albert Thiele von den Arbeitern Masude und Metus mit einem eisernen Hammer schwer verletzt wurde. Das hiesige Seminargebäude wurde ron einem sogenannten kalten Strahl getroffen; desgleichen das Haus des Kmmermannes Thele. G o r s b a ch. Der . Gutsbesitzer Friedrich John stürzte von einem (irn tewagen und erlitt so schwere Steile tzungen, daß er gestorben ist. Provinz Kannover. Hannover. Selbstmord beging in der Eilenriede auf dem Radsahrerwege Pserdethurm - Steuer'ndieb der Klagesmarkt 5 Hierselbst wohnhafte Kaufmann Sulbrandt. Der Direktor des hiesigen Staatsarchivs Archivrath Dr. Doebner ist zum GeHeimen Archivrath ernannt worden. Ueberfahren und schwer verletzt wurde von einem Milchwagen die sieden Iahre alte Tochter Ella 'der Thiele's chen Eheleute. Arbeiter Karl Kesserling fiel auf dem Neubau des neuen RathHauses vom Gerüst und trug erhebliche Verletzungen davon.

Gieboldehausen. Kürzlich sind die Besitzungen von A. Gerhardy, Wittwe Gerhardy, Schlaberg, Franz Härtung, Karl Sommer, Jacob Engelhardt, Wittwe Franz Sprenger, Ernst Bode und G. Vorwald gänzlich niedergebrannt. G r o n a u. Die durch den Tod des Rentmeisters Mahn erledigte Rentmeisterstelle bei der königlichen Kreiskasse ist dem zum Rentmeister ernannten Steucrsekretär Zschache, bisher inDüsseldorf, verliehen worden. H i l d e s h e i m. Der frühere Stations -Assistent Heinrich Bock aus Münster i. W. erhielt wegen Unterschlagung 6 Monate Gefängniß. M e e n s e n. Bei einem Gewitter traf ein kalter Schlag den Thurm unserer Kirche und richtete an dem Schieferdach und dem Holzwerk einigen Schaden an. Provinz Westfalen. M ü nst e r. Frau Wittwe Franke, geborene Sanoerberg, vollendet ihr iA). Lebensjahr. Geboren in Laer, ist sie seit 80 fahren wohnhaft mMünier. Verhaftet wurden oie Arbeiter iiaxl Sutar und Julius Steinluhl, welche einem Althäiioler für 50 Mau aiicitng gestohlen hatten. A h l e ll. Von seinem Fuhrwerk wurde der Fuhrknechl Gerhard Witter Üoersahren uno so schwer verletzt, daß er kurz daraus starb. Lünen. frur die katholische Schulgemeinde Lünen - Gahmen sano aus dem Ralhhausaale unter Leitung des Herrn Aurgermeisters Becker die Wahl von 5 Suzulrepräsentanten statt. ES wurden gewählt die Herren Leo Dienand, Franz Paßmann, Friedrich Quabock. Riedermassen. Der Anschläger Wißmann von Obermassen belam mit dem Förderkorb das Übergewicht. Dem Aermjten wurde der Kops vom Rumpfe getrennt, sowie ein Bein vollständig ausgerijsen. Schwerte. Dem Bremser Lohnstein wurde ein Schaf aus dem Stalle gestohlen. Die Diebe, die dem Bäcter Kohlhase eine Anzahl Brote entwendeten, sind die Arbeiter Niggemann, Krämer, Haarhoff und Eonrad Löwenstein. S t o ck u m. Der aufgegriffene Friedrich Fickert aus Eving t seinem Transporteur auf dem Bahnhof in Dortmund entlaufen. Wambel. Der Blitz schlug in dis Scheune des Landwirthes Stuckmann und äscherte dieselbe ein. W e st h o s e n. Der Bau desKreisWasserwerkes schreitet schnell voran und darf man erwarten, daß dasselbe im Läufe des November schon in Betrieb gesetzt werden kann. Flbeinprovinz. Köln. Sein goldenes Priesterjubiläum beging der Oberpsarrer Lentzen an der hiesigen Pfarrkirche St. Maria. Oberlandesgerichtsrath Morkramer Hierselbst ist zum Senatspräsidenten beim Oberlandesgericht ernannt worden. Sanitätsrath a. D. Dr. Jaccbs feierte das Fest seines 70jährigen Doktorjubiläums. Der Jubilar sieht im 93. Lebensjahre. Aachen. Professor Karl Stahlschmidt an der hiesigen technischen Hochschule, ist gestorben. In Conkurs geriethen die Eisengießerei Franz Duöois und der Kaufmann Ernst Schniegler. A st a d e n. Bergmann Fröhlich erstach in der Nothwehr den Arbeiter Tautermann. Fröhlich stellte sich selbst der Polizei. 5) a s s e l ö e ö. Hundehändler Sasmannshausen erschlug nach einem nächtlichen Gelage seinen Genossen Frey. Um die That zu verdecken, zerstückelte er die Leiche, vergrub einzelne Theile und verbrannte die anderen im Ofen. Heißen. Von Einbrechern ?r schössen wurde in der Nacht der Sohn der hiesigen Gutsbesitzerin Wittwe öanker.

Die Stadt Basel zählte letztes Jahr nicht weniger als 173

Steuerpflichtige, die in der angenehmen Lage sind, mindestens eine Million Francs an Vermögen ZU versteuern. Von diesen 173 versteuern 62 sog7? zwei und mehr Millionen. D:e 62 Glücklichen bringen dem Staate ein Drittel der gesammten Vermögenssteuer ein. nämlich 661.000 Francs von im Ganzen 1.961.000 Francs jährlich. Wan muß demnach annehmen, daß von etwa 500 Personen, die emem rn. den Straßen von Basel begegnen, wenigstens eine über eine Million zu verfügen hat. In Wirklichkeit wird die Zahl der Millionäre und diejenige der Millionen vermuthlich noch größer sein. Ein drolliges Jnterm e z z o spielte sich kürzlich im ehrwürdigen, alten Stadttheater zu Nürnberg ab. Nach Beendigung des 2. Aktes der Oper Carmen" stürzte eine Dame todtenbleich aus dem Sperrsitzräum in das sogenannte Foyer, in etwa Kniehöhe krampfhaft , ihren Rock haltend. Plötzlich ließ die Dame den Rock fallen und trampelte mit den Füßen auf den Boden herum eine mittelgroße, veritable. ganz gemeine Maus bedeckte die Mahlstatt. Der Dame wurde große Anerkennung gezollt, daß sie nicht, wie sehr wahrscheinlich andere Evastöchter gethan haben würden, bei offener Scene schrie: A Maus! A Maus!" Eine Pani! nter der starkvertretenen Frauenwelt wäre wohl dieses Schreckensruses Folge gewesen. D i e Vergoldung des Brandenburger Thores anläßlich der Ankunft des Königs von Italien in Berlin hat die Militärbehörde zu einer Maßregel veranlaßt, wie sie kaum je im Garnisonleben Berlins getroffen worden sein dürfte. Wegen der Ausschmückung des Thores mußte nämlich bereits acht Tage vor dem Einzug das vor einer Säule stehende Schilderhaus entfernt werden, da an seiner Stelle ein von Blumen gekrönter, hölzerner Pfeiler errichtet wurde. Auch bis jetzt ist der Posten noch nicht wieder aufgezogen, da dies erst dann geschehen kann, wenn das zur Entfernung der Vergoldung aufgestellteBaugerüst vollständig abgetragen sein wird. Mithin ist das Brandenburger Thor länger als vier Wochen ohne Wachposten geWesen.. V e i E r st f e l d an derGotthardbahn sind unlängst beträchtliche Felsmassen. etwa 1800 bis 2000 Kubikmeter, ausaebrochen. Eine Anzahl Trümmer rollte bis dicht an die obersten Häuser des Dorfes. Der Regierungsrath des Kantons Uri ließ sofort durch den bekannten Geologen Professor Heim eine Untersuchung der Absturzstelle vornehmen. Das Ergebniß der Untersuchung war ein befriedigendes. Ein großer Absturz sei nicht mehr zu befürchten, wohl aber noch kleinere Abbröckelungen. Professor Heim empfahl Aufwerfen eines Walles hinter den gefährdeten Häusern undLiezenlassen der abgestürzten Fclsblöcke als natürliche Hindernis e. Ter größte Theil der abgestürzten Felsmassen hatte sich zum Glücke oben in einer Rinne verstaut, so daß nur etwa ein Zehntel des abgebrock'enen Gesteins seinen Weg bis in's Thal fand. Ein erschütterndes Eifersuchtsdrama spielte sich kürzlich in Nantes ab. Eine 53jährige Hebamme erkrankte an einem unheilbaren Leiden, ihr Ende war in wenigen Wochen vorauszusehen. Ihr Geliebter, ein 35jähriger Fleischer, pflegte sie mit hingebender Sorgfalt und wich nicht von ihrem Lager. Die Hebamme hatte ihm vor Jahren die Mittel zur Errichtung eines eigenen Geschäftes überlassen und seit dieser Zeit bewies ihr der bedeutend jüngereMann eine rührende Anhänglichkeit. Als nun vorige Woche die Aufwärterin der Kranken am Morgen die Thüre des Schlafzimmers öffnete, sah sie zu ihrem Entsetzen den Fleischer blutüberströmt in einem Lehnstuhl liegen. Die Hebamme hatte. wie sie später erzählte, mit Aufbietung aller Kraft mehrere Schüsse aus ihren, Geliebten abgegeben, um ihn zu todten. Denn sie habe in Erfakrunz gebracht, daß er nach ihrem Tode ein junges Mädchen zu heirathen beabsichtigte, und dies wollte sie verhindern. - Vor Kurzem wurde berichtet, daß eine deutsche Schauspieler-1 trappe in Paris Gastvorstellungen geben wolle und daß Präsident Loubet das Protektorat über diese Unterneh- j mung übernommen habe; später wurde dann noch gemeldet, daß die französische Regierung in auffallendem I Entgegenkommen den Mitgliedern der Z deutschen Truppe freie Fahrt aus allen französischen' Eisenbahnen bewilligen wolle. Die Berliner Nationalzeitung hat nun in Paris Erkundigungen eingezogen und erfahren, daßLoubet niemals von einer deutschenSchauspielunternehmung um sein Protektorat gebeten worden ist und er ein solches auch nicht angenommen haben würde auf Grund der im Elysee maßgebenden Ueberlieferungen. Da ferner in keinem der etwa in Frage kommenden Pariser Theater etwas von jener deutschen Unternehmung bekannt sei und da man auch inDeutschland nichts von ihr habe entdecken können, -so rnüsse die ganze Geschichte von der deutschen Künstlerfahrt anscheinend als eine Ausgeburt taktloser privater Reklamesucht betrachtet werden.

Ein entsetzliches Jagdunglück trug sich dieser Tage in Frankreich zu. Der Vertreter der Compagnie des Compteurs. Paul Roy. Ritter der Ehrenlegion, befand sich mit seiner Gattin neulich bei seinem Freunde Dr. Sutherland in Chatillon sur Seine auf der Jagd. Das Gewehr der Madame Roy entlud sich plötzlich, der Gatte brach todt zusammen. Frau Roy wollte in ihrer Verzweislung Selbstmord begehen und wurde nur mit Mühe an der Ausführung der That verbindert. Das erste für den Dienst auf den großen Strömen Chinas zur Zeit im Bau begriffene Kanonenboot, das seit dem Sommer dieses Jahres die Schiffsauwerft in Danzig inArbeit hat. soll in den Wintermonaten derart gefördert werden, daß es in der ersten Hälfte des Rechnungsjahres 1903 die Ausreise nach dem fernen Osten antrcten kann. Nach Berichten vom Chef des Kreuzergeschwaders wird es nothwendigsein, mehrere derartige Flußkanonenboote, deren Baupreis eine Halde Million Mark beträgt, für China in Dienst zu halten. Der häufig vorkommende Verlust von Heringsnetzen fügt den Heringsfischern an der Nordsee

oft schweren Schaden zu. Es ist deshalb zwischen den holländischen Rhe dern von Fahrzeugen der großen He ringsfischerei, vertreten durch die Ver eeniging ter bevordering van de Nederlandsche Rissherij" und den deutschen Hermgsslscherel - Gesellschaften, ver treten durch den Deutschen Seefischereiverein, ein Abkommen getroffen worden, welches das Auffischen und den Austausch aufgefundener Heringsnetze sowie den hierfür zu zahlenden Bergelohn regelt. I n Tirol und Vorarl berg sind derzeit. 754 Bergführer, 151 Fuhreraspnanten und '20 Trager dienstbereit. 709 hiervon haben einem Führerkurs beigewohnt und 506 besitzen den Hüttenschlüssel. Der jüngste Führer, 20 Jahre alt. ist Josef Kotter in Ridnaun. der älteste. 69 Jahre alt, Ich. Bapt. Vinatzer in St. Ulrich in Gröden. Von 60 Lebensjahren aufwärts werden 51 Führer als noch aktiv nahmhaft gemacht. Die Führeraufsicht ist 38 Alpenvereinssektionen zugetheilt. Führervereine sind in Trafoi, Sulden, Sand in Taufers. Kals, Windisch - Matrei und in Neustift im Stubai. Auf Anregung des Graf e n R 6 c o p 6 hat sich in Paris ein Comite gebildet, um dem jugendlichen Forschungsreisenden Prinzen Heinrich von Orleans in Saigon, wo er gestorben ist, ein großes Denkmal zu setzen. An der Spitze des Comites steht pikanterweise Prinz ädernd Bonaparte. Der Bildhauer Verlet hat bereits ein Projekt vorgelegt, das die Zustimmung des Ausschusses gefunden hat. In einem Hochrelief zieht Frankreich den Prinzen von seinem Sterbelager empor und bedeckt ihn mit der Fahne. Die Wissenschaft ist als weinende Fiqur am Sockel dargestellt. Der Preis ist auf 100.000 Francs angesetzt. In Antwerpen i st ein russischer Seelenverkäufer, Namens Vrialow, verhaftet worden. Er führte ein 19jähriges Mädchen aus Lille bei sich, das er mit dem Versprechen nach Antwerpen gelockt hatte, es nach Rußland mitzunehmen und zu heirathen. In Antwerpen hatte er durch Zcitungsanzeigen Gouvernanten für Petersburz gesucht. Ein junges Mädchen, das sich darauf gemeldet hatte, wartete bereits auf die Abfahrt dorthin. Vrialow gestand, daß seine Opfer für öffentliche Häuser bestimmt gew?.sen seien. Es wurde ermittelt, daß t? kürzlich aus Paris entflohen' ist. weil er von Rußland aus als Nihilist verfolgt wird. D i e Brücke des iVaintöPeres in Paris, die ziemlich stark steigt und fallt, war von zeher eine Stelle des Märtyrerthums für die Pariser Pferde. Eine reiche Thierfreundin, die von den Fenstern ihrer Wohnung am Quai Voltaire dem traurigen Schauspiel oft zusah, hat ein praktisches Mittel gefunden, ihm ein Ende zu machen. Sie besoldet einen Inspektor des Thierschutzvereins, der an diesem Punkte Wache halten muß um jede Mißhandlung der Thiere sofort der Volizel anzuzeigen. Die meisten Pariser Kutscher haben sich das gemerkt und versuchen es gar nicht mehr, auf der Brücke des Saint-Peres ungebührliche Anstrengungen von ihren Thieren zu verlangen. Vor dem Schwurgericht in Graz kam es kürzlich nach der Urtheilspublikation zu einem peinlichen Zwischenfall. Der Schankbursche Stephan Pucher war wegen Todtschlages angeklagt, weil er in einem Streit mit dem betrunkenen Schneidermeister Johann Matiaschek diesem einen Schlag versetzt hatte, der ihn zu Boden streckte; in Folge einer Gehirnerschütterung trat dann der Tod des Schneidermeisters ein. Die Geschworenen verneinten mit 11 Stimmen die Frage auf Todtschlag und der Vorsitzende verkündete dem Angeklagten den Freispruch. Da erhob sich im Zuschauerraum ein junger Mann und schrie laut in den Saal: Pfui! Pfui! Meinen armen Vater hat er erschlagen und jetzt sprechen sie ihn frei! Die Scene erregte großes Aufsehen. Der Vorsitzende ließ den Rufer, den Sohn des getodteten Schneidermeisters, durch die Wache aus dem Saal führen und schloß die Verhandlung.

,, Gouvcrncur Slonc.

Lein, bemerkenswertye Karriere alS Jurist und ikeugrebmitzlied. William A. Stone, der' dermalige Gouverneur des durch den Kchlengräberstrike.so unliebsam in Prominenz gekommenen Keystone" - Staates, wurde 1846 als Sohn eines Farmers in Tioga County, Pa.. geboren. Er besuchte die Schule seiner Heimath und zog 1863 als Zweiter Leutnant tm 137. Pcnnsylvanischen Freiwil-ligen-Regiment in den Bürgerkrieg. Ston: absolvirte nach dem Kriege die Manssield - Normalschule, bethätigte sich hierauf eine Zeitlang als Lehrer und studirte sodann die Rechte. In 1870 zur Bar zugelassen, wurde er 1874 Distrikts-Anwalt für Tioga County, welches Amt er bis 1876 bekleidete. In 1877 verzog er nach Pittsbürg. Unter den Präsidenten Hayes und Arthur war Stone Ver. StaatenAnwalt des westlicken Distrikts von Pennsylvanien. Von 1891 bis 1899 gehörte er als Repräsentant dem Kongreß an. Im letztgenannten Jahri wurde er Gouverneur. Danirl UMstcr. Sie 50. Wiederkehr seiueö Todestages und daS Wirke WeösterS. In diesen Tagen sind es 50 Jahre, seit einer der Hervorragendsien amerikanischen Staatsmänner und Redner, Daniel Webster, die Augen zum letzten, ewigen Schlummer schloß. Daniel Webster wurde 1782 zu Sa lisbury, N. H., als Sohn eines Farmers geboren. Er graduirte 1801 am Dartmouth College, studirte hierauf die Rechte und wurde, nachdem er sich eine Zeitlang als Lehrer bethätigt, 1805 zur Bar zugelassen. Webster ließ sich in Portsmouth, N. H.. als Advokat nieder; cr wurde 1812 als Repräsentant m den Kongreß gewählt und 1814, 1822, 1824 und 1826 wiedergewählt. Im Kongresse that er sich bald als fähiger Debatter und praktischer Staatsmann hervor. In 1816 verzog Webster nach Boston, wo er mehrere -wichtige Prozesse siegreick durchführte und als Jurist einen nationalen Ruf bekam. Gelegentlich des 200jährigen Jahrestages der Landung der Pilgerväter in 1820 hielt Webster rn Plymouth erne semer berühmten Ansprachen, die ihn unter die ersten Redner Amerikas eingereiht haben. Im Reprasentantenhause wirkte Webster im Interesse der um ihre Freiheit ringenden Griechen. In 1827 kam Webster in den Vundessenat, dem er bis 1844 ununterbrochen angehörte. Als in den Jahren 1832 und 1833 Süd-Carolina aus dem Ver. StaatenVerbände scheiden wollte, unterstützte Webster die Regierung in ihren erfolgreichen Bemühungen zur Erhaltung der Union. Des Weiteren trat er für die Schaffung von Nanonalbanken und für gemischte Umlaufsmittel ein. In 1839 unternahm er eine Reise nach Europa, wo er überall mit großer Aufmerksamkeit empfangen ward. Unter den Präsidenten William H. Harrison und John Tyler. 1841 bis 1845 war W m Daniel Webster. Webster Staatssekretär, als welcher er mit England einen Vertrag zur Regutl . c n f' v ... rri . . . umng ocr injiooiutcgen vsicnze von Marne abschloß und Maßnahmen zur Unterdrückung des Sklavenhandels traf. Nach seinem Rücktritt vom Staatssekretanatsposien wurde Webster wieder Mitglied des Bundessenates, in dem er für die Aufnahme Kaliforniens Zn die Union als sklavenfreier Staat wirkte. In 1850 von Prasident Fillmore abermals auf den Staatssekretariatsposten berufen, starb Webster am 24. Oktober 1852.

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