Indiana Tribüne, Volume 26, Number 42, Indianapolis, Marion County, 10 October 1902 — Page 1
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Erscheint joden Nachmittag. Jahrgang 2 Indianapolis, Ind., Freitag, 10. Oktober 1902 . No.ä2.
Großvater und Enkel tödtlich verletzt. Zm bedauerlicher Unfall auf dem Rennplatz bei Vincennes, Ind.
Vincennes, Ind., 10. Oktbr. Auf dem Rennplatz der Fair Gründe ereignete sich im Beisein von etwa 15, 000 Personen ein bedauernswerther Unsall, welchem wahrscheinlich zwei Menschenleben zum Opfer fallen wer den. Der wohlhabende Farmer A. I. Bridgeman fuhr mit seinem Enkel Russell SMonnM in einem Buggy die Rennbahn entlang, als plötzlich meh rere Rennpferde in tollem Galopp gegen dasselbe rannten. Beide Jnsassen des Wagens wurden erst hoch in die Lust gewirbelt, bevor sie auf den Boden geschleudert wurden. Sie erlitten derartige Verletzungen, daß sie schwerlich mit dem Leben davonkommen worden. Opfer eines Irrthums. Cleveland, O., 10. Oct. Frank Büttner, der Contractor, an welchem gestern eine Operation vorgenommen wurde, um ein falsches Gebiß zu ent fernen, welches er verschluckt zu haben glaubte, und dessen Anwesenheit ein Roentgenstrahlen'Operateur im Ma gen festgestellt haben wollte, ist heute Morgen in Folge der Operation gestor den. In demselben Augenblick, als der Magen aufgeschnitten wurde, stürzte eine Verwandte Büttner's mit dem Ge biß in der Hand in das OperationsZimmer. Sie hatte dasselbe im Bette des Patienten gefunden. Büttner hatte an einer Kehlkopfentzündung gelitten und der durch dieselbe verursachte Sckimerz hatte ihn zu der Annahme der anlaßt, er habe das Gebiß verschluckt. Eine Million Bushel floh len unterwegs. (5 i n c i n n a t i, O., 10. Oktbr. Eine Flotille von Schleppdampfern mit einer Million Bushel Kohlen für Eincinnati fuhr gestern von Pt. Plea sant, W. Va., ab, und wenn die Boote nicht unterwegs wegen des niedrigen Wasserstandes stecken bleiben, werden sie heute und morgen hier eintreffen, aber trotz dieser riesigen Zu fuhr werden die Preise, wie gestern schon gesagt wurde, uicht reduzirt wer den. Tie erste Nachricht über den Kohlentranöport kam gestern Vormittag aus Gallipolis. Sie sagte, daß derSchlep per Bill Clark, mit zwölf Flachbooten Pomeroy Kohle, um halb neun Uhr am Vormittag dort vorbeifuhr, als die Spitze der Schl.'pperflotille. Der Wasserstand zu Gallipolis war 7 Fuß 2 Zoll, und stieg beständig, ist also genügend, um die Fahrt nach Ein cinnati zu ermöglichen. Die so bedeu tende Erhöhung des Wasserstandes wurde durch das Ocffnen der Schleusen im Kanawha zu Stande gebracht. Die aus dem Kanawha kommenden Schlepper bringen 75 Flachboote. Um fünf Uhr gestern früh wurden die Schleusen im Kanawha geöffnet und die gewaltigen Wasiermassen, die sich nun in den Ohio ergoffen, hatten bald den Wafferstand so erhöht, daß die Abfahrt der Flotille, welche von einer gewaltigen Menschenmenge beobachtet wurde, er folgen konnte. Die jetzige Kohlennoth hat wieder in Erinnerung gebracht, daß die Berge von Kentucky und Tenneffee, entlang der Strecke der Südbahn, unerfchöpfliche Kohlenlager bergen, die jetzt nur sehr wenig bearbeitet werden, weil eben die Transportsazilitäten fehlen. Mit den 82,500.000, die in den nächsten fünf Jähren für Verbesserungen und Endpunktfazilitäten hier ausgegeben werden, sollen auch mächtige Kohlenlager errichtet werden, und die Bahn hat schon Austrag für eine große Anzahl starker neuer Lokomotiven, sowie einer Maffe von Frachtwaggons gegeben. Damit wird auch der Betrieb der Gruben in Kentucky unb Tenneffee steigen und ein großer Theil . der geförderten Kohlen hierher versandt werden." Die beste 5 Ernt Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow."
Aus den Gerichtshöfen.
Das CoppenhaverDrama im Criminal - Ge richt. Das Schicksal des Angeklagten liegt in den Handen der Geschworenen. Todesmuthig, ahnungsgrauend brach der schwere Morgen an. Vor neun Uhr waren sämmtlicke Sitze im Saale des Criminalgerichts eingenommen, und als Richter Alford heute Vormittag um neun Uhr die Sidung eröffnete, da hatte er ein nach Hunderten von Per sonen zählendes Auditorium vor. sich. Eine dumvfe Schwüle lag über allen Anwesenden, ein Jeder resp, eine Jede schien sich der ernsten Situation wohl bewußt zu sein. Handelte es sich doch um den Ausgang des fünften Actes einer Tragödie, dessen schließlicher Ausgang zur Zeit noch garnicht zu ermessen ist. Der Angeklagte, Orvin Coppenhaver, selbst und sein Vertheidiger geben zu, daß er seine Frau ermordet hat, ja sein Anwalt geht sogar so weit, zu erklären, daß sein Elient wiederholt ihm erklärt hat, daß er seine That nicht bereue, daß seine Frau von dem Erdboden hätte verschwinden müssen, da sie ihm untreu gewesen wäre. Er hätte nur eine gute That vollbracht und die Welt von einer Person befreit, welche nicht dahin gehört hötte.. In diesem Sinne sprach der Hauptvertheidiger des Angeklagten, Anwalt Seyfried. Er versuchte sein Möglichstes, um die Geschworenen zu überzeugen, daß sein Client geistesgestört war, als er die That ausführte, denn ein vernünftiger Mensch hätte ja unmöglich, nachdem er die Mordthat ausgeführt hatte, der Polizei telephonisch den Vorfall mitge theilt und ersucht, ihn zu verhaften. Ein Argument in dem Plaidoyer des Vertheidiger's hätte im Interesse seines Clienten ausfallen können nämlich die Angriffe gegen die Experten des Staats anmalts. Die beiden Herren haben jedenfalls nach Recht und Gewissen ihre Aussagen gemacht und sie werden auch jedenfalls von den Geschworen in Be tracht gezogen werden. Ein düsteres Bild bot die Gruppe dar, welche sich um den beständig vor sich hinbrütenden Galgencandidaten ge bildet hatte. Sie bestand aus seiner greisen Mutter und seinen Schwestern. Alle waren tiefschwarz gekleidet und sie saßen während der ganzen Dauer des Plaiboyers mit gesenktem Haupte da, als ob das schwere Verbrechen, wel ches ihr Angehöriger begangen hatte. bleischwer auf ihrem eigenen Nacken ruhte. Um 1.30 begann Staats-An walt RuckelZhaus mit seinem Plaidoyer. mit. 1 r . r-i:ci . t . rxi. : m : v. , uu)unwz llue ueriiyic llil icilunssaale, als er die Keulenschläge seines Geistes unbarmherzig auf den Ange klagten niedersausen ließ. Ein fluchwürdiges Verbrechen war es, welches der Angeklagte beging, denn er war mit der bestimmten Absicht nach hier gekommen, um seine Frau über j ben Hausen zu .schießen. Ein Jeder. welcher mit dem Mörder unmittelbar nach der Mordthat gesprochen hatte. sagte aus, daß er der festen Ueber zeugung war, daß der Angeklagte seine fünf Sinne beisammen hatte und die That mit vollständiger Ueberlegung ausgesührt hatte. Um halb vier Uhr schloß der Staats Anwalt sein wuÄtiges Plaidoyer und nachdem der Richter den Geschworenen sehr eingehende Jnstructionen ertheil hatte, zogen dieselben sich um vier Uhr zur Berathung zurück. In ihren Hän den liegt , jetzt also das Schicksal des Angeklagten: entweder Irrenhaus oder Galgen. Einen Mittelweg giebt es in diesem Falle ja nicht. Ein Receiver für die M c-Elwaine-Richards Co. verlangt. Frau Eva S. McElwaine reichte gestern im Gericht das Gesuch um Er Nennung eines Receivers für die Mc Elwaine-Richards Co. ein. Dieselbe besitzt in Noblesville eine große Fabrik, in welcher etwa 200 Arbeiter beschäftig sind. Die Klägerin behauptet, daß die Firma zur Zeit sich in finanziellen Be drängnissen befindet und daß sie be deutende Wechsel, welche demnächst fäl
Frau McElwaine ist Besitzerin von 311 Ao tien des Actien-Capitals von 8350,000. Es heißt, daß zwischen dem Vice-Prä-sidentrn N. M. Haldeman und den anderen Actionären Differenzen entstanden sind und die Klägerin befurchtete, daß Haldeman ihr mit einem Gesuch um Ernennung eines Receivers zuvorkommen werde. Richter Carter er nannte als solchen die Union Trust Co. Dieselbe wurde beauftragt, das Geschäft fortzuführen. Wie Herr George Richards, Präst dent und Schatzmeister der Gesellschaft, agt, befindet sich dieselbe in prosperirendem Zustande. Nur dem Mangel an Betriebscapital ist es zuzuschreiben, wenn sie sich augenblicklich in Geldveregenheit befindet. Schadenersatz, bewilligt. In der von Orvil Allen Cambridge Wi Y1 I gegen Hreö. Bacyman eingercicylen Schadenersatzklage wuiden dem Kläger n Richter Carter's Gericht $200 zugeprochm. Bescheidene Schadene r s a tz k l a g e. Wm. H. Martin verklagte die Jung Brewing Co." auf $250 Schadenersatz. Dleftloe hatte vor geraumer im eme Laduna Heu von ihm gekauft. AlZ er dieselbe an dem vor der Gesellschaft be findlichen Platze ablieferte, war plötzlich ein schwerer Balken, auf die Pferde ge fallen. Das eine wurde auf der Stelle getödtet und das andere wurde so schwer verwundet, daß es ebenfalls bald dar auf verendete. Aus diesem Grunde reichte er die Klage ein. Ein nichtsnutziger Ehemann. Susie Douglaß reichte eine Schei dungsklage gegen ihren Gatten Jack ein. 'zayreno oer funs Jayre lyres V L ft. . ehelichen Zusammenlebens hat er nie für sie gesorgt und sie mußte durch ihrer Hände Arbeit ihn noch mit ernähren. Alles, was er verdiente, iaate er in Gestalt von Spiritussen durch die Gurgel. Schließlich hatte sie das Zusammenleben mit ihrem Nichtsnutz von Gatten satt und sie trennte sich von ihm. Kein Freund von Aliment e n z a h l n n g e n. Mary M. Swift hat gegen E. B. Swist, ihren früheren Gatten, gerichtliche Schritte eingeleitet, damit er tos gen Mißachtung eines richterlichen Befehls belangt werden soll. Als ihr die Scheidung von ihm bewilligt wurde, wurde ihm befohlen, ihr monatlich $10 Alimente zu zahlen. Er ist aber seit 12 Monaten' diesem Befehl nicht nachgekommen. Swift hatte sich, einen Tag nachdem er geschieden worden war, schon wieder verheirathet. Eine alte Klage tigtwiederdieGerichte. Im Kreisgericht wird zur Zeit vor Geschworenen über die $10,000 Scha denersatzklage verhandelt, welche Wm. H. Ryan gegen die Jndpls. Union R. Co." eingereicht hat. Kläger ist ein Lohnkutscher, welchem es im Jahre 1893 verboten wurde, mit seinem Fuhrwerk am Jackson Plaxe zu halten, um Fahrgäste zu ergattern. Die Gesellschaft hat einen Einhaltsbefehl gegen ihn erwirkt und derselbe war vier Jahre in straft geblieben, bis er aufgehoben wurde. Ryan, welcher in Folge des Befehls stark in seinem Geschäft geschädigt wurde, hatte schon damals eine Schadenersatzklage gegen die Bahngesellschaft eingereicht und seitdem hat dieselbe schon mehrere Richter beschäftigt. Söhne der Veteranen. Washington, 10. Oktober. In der unter dem Vorsitz von Gouverneur Durbin abgehaltenen Versammlung der Söhne der Veteranen wurden Frank Marti von Indianapolis zum Chef-Commandeur, Frank B. Wilson von Californien zum Senior ViceCommandeur und I. B. Adams von New Jersey zum Junior Vice-Com-mandeur erwählt. .
lig werden, nicht einlösen kann.
Ausstellung von Arbeiten von
Zeitungs-Artisten. Die Ausstellung von Arbeiten von ZeitungS-Artisten, welche im John erron Kunst-Museum Ende dieses Monats abgehalten werden wird, wird von folgenden Herren patronisirt- wer den : Hon. A. C. Harris, Cortland Van Camp, T. V. Laycock, Hon. I. W. Sadley. N. C. Butler, O. B. Jameson, Thomas C. Day, 0. N. Frenzel, Dr. F. W. Hays, Hon. L. I. Monks, John Chislett, C. A. Wallingford, H. V. Hibben, Hon. W. I. Henley, Robert A. Brown, Hugh I. McGowan, Dr. Hy. Jameson, Harold Taylor, Clifford Arrick, H. P. Waffon, S. I. Fletcher, John R. Wilson, C. A. Bookwalter, Chas. E. Coffin, A. M. Sweeney, H. W. Lawrence, C. E. Nordyke, I. Perrin, I. H. Holliday, Fred M.Ayres, T. E. Hibben, D. M. Parry, I. K. Lilly, John T. Brush, H. H. Hanna, B. Vonnegut, M. Levering, Frank Flan ner, M. B. Wilson, Hon. U. Z.Wiley, Hon. I. H. Gillett. Eine wichtige Entscheidung. Von allgemeinem Jntcreffe ist die Entscheidung des Obergerichts in dem Falle der Nappanee Canning Co. ge gen die Reid Murdock Co. Die Ent scheidungen der unteren Instanzen wa ren darin umgestoßen. Das Appellatipnsgericht hatte entschieden, daß es für Direktoren einer Korporation unae ekUÄ ei. wenn ne ncv in einem Teed of Trust" als bevorzugte Gläubi ger geriren. Das Obergericht ent scheidet, daß ein Direktor nicht Trustee für die Gläubiger, sondern nur Ver treter, der Aktionäre ist, und ferner. daß eine Korporation die sich in sinan ziellen Schwierigkeiten befindet, Förde rungen ihrer Direktoren, welche diese! ben als ' Endossirer etc. haben, bevor zugen kann. in Polizeiliches. 3o. C oll in s von No. 102 Süd State Str. bat die Polizei gestern, Umschau nach seiner 72 Jahre alten, schwachsinnigen Mutier Mary zu dal ten, die Morgens aus Richmond hier hergekommen sei und sich offenbar verirrt habe. Jos. Mandelkern, ein 15jäh riger Knabe, wurde gestern in die Re formschule in Plainsield zurückgeholt, aus der vor Monaten auf Parole entlassen worden war. Die Behörde der Anstalt ist nämlich der Ansicht, daß dem Knaben hier das rechte Heim fehlt. Joseph, dessen hiesiger Adoptivvater Jos. Harts heißt, ist kein schlechter Knabe. Vor mehreren Monaten be wies er das. Damals hatte ein Anstrei cher, der Joseph's Mutter das Kostgeld für mehrere Wochen schuldig geblieben ben war, die Frau niedergeschlagen, als sie ihn auf der Straße zur Rede stellte. Und da war Joseph der Mutter zu Hülfe gekommen und hatte den Anstrei cher durch einen Schlag mit einer Gasröhre zu Boden gefällt. Der Polizeirichtet hatte Joseph straffrei entladn. Martin C. Smith aus Char lottesville, Ind., klagte gestern der biessaen Volii. dak er in der Mittwoch Nacht, als er in der Nähe von Westfield die Monon-Geleisc entlang schritt, von 3 Kerlen angehalten und um seine kleine Baarschast beraubt worden sei. Ferner meldete Wm. Kring, ein alter Soldat aus Atlanta, Ind., der Polizei, .daß er in einer Wirthschaft an der Kentucky Ave. von einem jungen Burschen um eine S10-Bill gerupft worden sei. Die Polizisten Gonsolus und Smith verhafteten einen Jüngling Namens Clarence Pierce aus Franklin als den Räuber, nachdem sie Kring wegen Trunkenheit eingesteckt hatten. Feiner schmackhafter warmer L unch jeden Morgen bei Charles Baden, No. 124 Süd Delaware Str. Nachmittags von H bis 6 Uhr kalter Lunch.
Nachrichten aus Jndiana.
Rev. Jacob W. Heath. f M u n c i e. Im Alter von 74 Iahren ist am Donnerstag Rev. Jacob W. Heath aus dem Leben geschieden. An einem Todtenbette weilten : seine Frau Rhoda' A. Heath, seine Tochter Frau Benjamin C. Bowman von Muncie, und seine Söhne Fred. W. Heath von Muncie und Cycus Heath von Noblesdille. Fletcher S. Heath, der bekannte Bankier, traf seinen Vater nicht mehr lebend an. Perry S. Heath, der ehemalige General - Post meister-Assistent und Secretär des republikanischen National - Comites, welcher in Salt Lake City ansässig ist. ist von dem Tode des Vaters benachrichtigt worden. Er sowohl, als auch seine in New Mexico wohnende Schwefter Frau Mae E. Chamberlain befin den sich auf der Reise nach hier. Der Verblichene war ein Pionier von Muncie und Delaware County. Er war in Wavne County 1829 geboren. Die Eltern des Verblichenen ließen sich im Jahre 1829 auf einer Farm in Salem Township, fünf Meilen südwestlich von Muncie nieder, errichteten in dem Urwald eine Blockhütte und verrichteten sodann Pionier Arbeiten, an welchen ihre Kinder tapser theil nahmen. Im Jahre 1850 vermählte der Verblichene, welcher es schon bis zu dem Range eines Dorfschullehrers gebracht hatte, sich mit Frl. Rhoda Perdieu, welche Ehe sich zu einer außerordentlich glücklichen gestaltete. Im Jahre 1863 siedelte er nach Muncie über, wo er zunächst als Lebens - Versicherungs Agent, Grundeigenthums' Makler und Grocer seinen Lebensunterhalt verdiente. Einige Jahre später erfolgte sodann seine Weihe zum Pastor der Methodisten Kirche. Seine geistlichen Amtspflichten verhinderten ihn jedoch nicht, ein eifriger Republikaner zu fein. Der General - Anw alt auf dem Stump. Gas City. General-Anwalt Wm. I. Taylor war am Donnerstag in einer republikanischen Versammlung der Hauptredner. In seiner Rede drückte er seine Sympathie mit den strikenden Anthracits Kohlen - Gruben Arbeitern aus. Waffenstillstand in Columbus. C o l u m b u s. Die Irwins haben ihren Zweck erreicht und ihre Geleise befinden sich an der westlichen Seite der Straßenbahngeleise. Präsident Crump drohte trotz alledem, ein Doppelgeleise legen zu wollen, allein der Stadtrath hielt sofort eine Spezial-Sitzung ab und ertheilte ihm nicht die Erlaubniß. Er hat gedroht, sich an die Gerichte wenden zu wollen. Zu Ehren der Striker. Muncie. Mehrere Tausend von Repräsentanten der Arbeiter - Unionen von Muncie werden am nächsten Sonntag Paradiren. Tie Parade soll eine Demonstration zu Gunsten und Ehren der strikenden Gruben Arbeiter sein. Nach der Parade findet eine MassenVersammlung statt, in welcher Beiträge für den Fond der Gruben-Arbeiter ifr gegengenommen werden sollen. Camvaane in Evansville und im 1. Districter öffnet. E v a n Z v i l l e. Die Democraten des 1. Districts inclusive Evansville haben am Donnerstag die Campagne eröffnet. Der Hauptredner des Abends war B. F. Shivcly von South Bend, welcher von dem Redacteur I. B. Shanklin mit einer brillanten Anspräche der nach Tausenden zählenden Menschenmenge vorgestellt wurde. 4h V4 ökelne Gravicyanoungen in Gas City. G a S City. Rusus Cantrcll's Behauptung, daß auch auf den hiesigen Kirchhöfen Grabschändungen vorgekommen seien, hat zu Nachforschungen Veranlassung gegeben. Aber weder auf dem allgemeinen Kirchhofe, noch auf dem Odd Fellows Kirchhof sind bis dahin leere Gräber entdeckt worden. Dieselben werden aber in Zukunft besser bewacht werden.'
Evansville. Eine Scene wilder Aufregung bot das Städtchen Baökett, Ky., dar. Er wurde bort bei einem allgemeinen Streit zwischen Negern ein schwarzer Prediger, Crimp mit Namen, von einem Rassegenossen, Kale Walton, kaltblütig ermordet. Der schwarze Prediger hielt in Baskett eine Ansprache an eine größere Versammlung, die einigen der Anwesenden zu mißfallen schien, denn es fielen beleidigende .Worte, die bald darauf einen Streit zur Folge hatten, der allmälig in eine gewaltige K?ilerei ausartete. Bei der Prügelei zog schließlich der Schwarze Kale Walton, ein Farmer, der eine halbe Meile vom Race Creek am Green River sein Land bebaut, einen Revolver und feuerte einen Schuß ab, der den Prediger traf und so schwer verletzte, daß er bald darauf starb.
Walton eilte nach seiner Farm zurück, schwang fich auf sein Pferd und entkam auf demselben der Verfolgung der Kentuckier Behörden, die sich sofort auf die Suche nach dem Mörder gemacht hatten.' Oesterreich'Ungarn. Der Sohn des Erzherzogs Franz Ferdinand. Budapest, 10. Okt. Die von einigen amerikanischen Zeitungen gebrachte Nachricht, daß die unabhängige magyarische Partei am Mittwoch im ungarischen Abgeordnetenhaus eine Resolution eingebracht habe, daß der Sohn, der dieser Tage dem Erzherzog Franz Ferdinand und seii'er morganatischen Gemahlin, Fürstin Hohenberg,, geboren wurde, als Erbe deS ungarischen Thrones anerkannt werden solle, ist durchaus unwahr. Prag, Böhmen, 9. Okt. Radikalni Listy", das Organ der böhmischen Radikalen, erklärt editoriell, daß der Sohn des Erzherzogs Franz Fe.dinand der rechtmäßige Erbe der böhmischen Krone sei. Das Blatt fügt hinzu,' daß das einzige Gesetz, das seine Thronfolge verhindern könne, die Pragma tische Sanktion des Hauses Habsburg fei, die aber nicht in Böhmen in Kraft sei, und daß der Erzherzog gesetzlich nicht im Namen seiner Kinder auf die Thronfolge verzichten könne. ,, Entsetzliche That eines 17 jährigen Jungen. Pittsburg, Pa., 10 Octbr. Ein Junge, Namens Cowley, 17 Jahre alt, hat in Homestead heute in früher Morgenstunde seine Mutter und eine von seinen vier Schwestern mit einer Art abgeschlachtet und seine anderen drei Schwestern dermaßen vermessert, daß. sie unzweifelhaft sterben werden. Er befindet sich in Hast. Botenjungen-Strike in Eincinnati. C i n c i n a t i, 10. Oct. Cincin nati steht im Zeichen des Ausstandes. Vierundzwanzig Botenjungen legten gestern Abend die Arbeit nieder und die Folge war, daß es im Laufe des Abends an der Vine Straße, an der Race Str. und an verschiedenen anderen Hauptstraßen zu Krawallen kam, die zwar unblutig verliefen, bei denen jedoch verschiedene Personen ganz ze hörige Prügel kriegten, trotzöem ein stattliches Aufgebot von Polizei zur Stelle war. Jung-Amerika war jedoch für die Herren Blauröcke zu schnellfüßig und ehe die Beamten ankamen, hatten die Jungen ihre Opfer bereits durchgewalkt und waren über alle Berge. . Der Grund zu diesem Ausstände war die Unzufriedenheit der Herren Botenjungen mit- ihren Lohnoerhältnissen. Gegenwärtig erhalten sie einen Monatslohn von $15 und sie verlangen nun mehr $18 monatlich sowie Straßen bahngelo für größere Entfernungen. Local-Politisches. Die County-Wahlcommissäre, Coun-ty-Clerk Elliott,' Merrill MooreS und Oscar Henderson,' haben sich jetzt organisirt und mit der Prüfung der Nomi-nations-Certificate der Candidaten der verschieden Parteien begonnen.
