Indiana Tribüne, Volume 26, Number 28, Indianapolis, Marion County, 24 September 1902 — Page 7

Indianer Tribune, 5?i September VJi)2.

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.:ch vierzig Jahren, z l U & z li Roman von G. TcöanS. V Egrtsetzuvg.) lr gewann m vcr 2i)at, zcg ras Geld ein und sagte zu rafftet: So, nun können wir nach Monte Carlo zurüLkehren. Hier sind Deine vierhundert Franken wieder, ich werde meine sechshundert ebenfalls zurückzahlen, und dann haben wir auf Neue Zutritt zu den Spielsälen. Es bleiben uns noch zwcitausendscchshundert Franken, und barmt gewinnt man hundcrttausend, wenn man Muth 'hat. Und den habe ich." Aber: Halb.part! vergiß das nicht," mahnte Grassiot. Selbstverständlich," cntgegnete der Caune? nachlässig, indem er ohne Zweifel Lei sich dachte: Du wirst schon noch Augen machen, mein Junge." Äm nächsten Vormittag hatte er unerhörtcs Glück am grünen Tisch, indem er siebzi?hntausend Franken gewann, um freilich am Abend zwölftauscnd wieder zu verlieren. Dann gewann er siebentausend, und so ging es noch eine Weile hin und her. Grassiot mußte seiner Auftraggeberin immer wieder berichten, daß er noch nicht an's Ziel gelangt sei, und sie bitten, noch etwas Geduld zu haben. Die unglückliche Frau verbrachte diese Tage in einer ununterbrochenen Aufregung. Sobald die Hausglocke ertönte, schrak sie zusammen, und wenn Jacques Villefranche bei ihr erschien, klopfte ihr Herz zum Zerspringen. Er kam nach wie vor, um sie zu beobachten und ihr in der nach einem vorher überlegten Plan geführten Unterhaltung Fallen zu stellen. Am diese Zeit übersandte ihr der Notar Saint-Martin das Schriftstück, worin Georg Lancemont auf das Vermächtniß verzichtete; die von dem Sachwalter gestellte Frist war abgelaufen, ohne daß Georg sich inzwischen wieder hatte bei ihm sehen lassen. Bertha zerriß das Dokument, das doch immerhin einen Werth von dreimalHundertfünfzigtausend Franken für sie darstellte, in zahllose Stücke, wobei. sie voll Ingrimm ausrief: Als ob mir daran etwas läge!" Die fortdauernde Angst und Erregung machte sich äußerlich immer stärker bemerklich. Sie war nicht mehr die entzückend schöne Frau wie noch vor Kurzem. Um die fieberhaft glänzenden Augen zeigten sich Falten und Runzcln; die Wangen fielen ein, hingen welk herab, und ein in den Mundwinkeln hervortretender Zug gab dem Gesicht einen verbitterten Ausdruck. Endlich. nachdem sie fast schon die Hoffnung aufgegeben hatte, traf eine Depesche Grassiots ein, die ihr meldete, daß er in Begleitung seines Freundes" nach Paris zurückkehre und die besten Aussichten habe. Als der Agent von ihr empfangen wurde, erschrak er über die Veränderung, die während seiner Abwesenheit in dem Aussehen der Wittwe vorgegangen war. Die Frische der Gesichtsfärbe war gänzlich verschwunden, di: ganze Haltung des Körpers schlaff und müde: am meisten befremdete jedoch ein stereotypes Lächeln, das sie sich zum Verbergen ihrer inneren Angst angewohnt "hatte und nun nicht mehr ablegen konnte. Endlich, endlich" rief sie bei Grassiots Eintritt aus. Wie steht die Anaclegenheu?" Ja, es hat lange gedauert, bis unser Mann endlich vollständig fertig war und einwilligte, mit mir für den Rest meiner Baarschaft wie ich ihn glauben ließ nach Paris zurückzukehren. Vor Allem habe ich inzwischen - die feste Ueberzeugung gewonnen, daß er und kein Anderer Sie bestohlen hat." Haben Sie das Manuskript bei ihm gesehen?" forschte Bertha voll nervöser Ungeduld. Bis jetzt noch nicht; wohl aber weiß ich, daß er schleunigst seine ErPressungen bei Ihnen zu beginnen gedenkt." . Er will mir das Manuskript jedenfalls zum Kauf anbieten, also muß er es vorher gelesen haben." Das hat er freilich." Wien Sie ebenfalls, was darin sieht?" ' Nein, gnädige Frau. Er hat mir nur mitgetheilt, daß an der Sache drei Personen interessirt seien: Sie selbst, dann Herr Villefranche was ich ja bereits von Ihnen erfahren hatte und ein gewisser Julius Berger.' Den Letzteren hält Sampi für ebenso reich wie Herrn Villefranche." Sampi? Sagten Sie Sampi?" rief Frau Vasselin, entsetzt emporsahrend. .Acö ia.' das wußten Sie nock aar maji. 5S?o heiyt ver cyurre namucy in Wirklichkeit, wie ich ganz zufällig erfuhr, als ein zerlumvter, Landsmann ihn in Nizza ans der Straße ansprach. Der Name scheint Ihnen bekannt zu sein?" Der ihn führt, ist ein verkommener und zu. Mem fähiger Verbrecher. Er gehört zu den entlassenen Sträflingen, denen mein Vater, aus übel angebrachttm Mitleid in Montfombre ein Asyl gewährte.' Zum Dank dafür hat .Samvi seinen Wohlthater. todtgeschos fen. Das Schwurgericht in SaintEtienne verurtheilte ihn dafür . zu lebenslänglichem Zuchthaus. : .Gut. daß jcb das weih Davon hat

er mir nichts gesagt, obwohl er nach dem, was ich ihm erzählt habe, glaubt, daß ich ebenso zu Allem fähig sei wie er selber. Jedenfalls kennt er Sie somit auch und weiß, laß Sie sehr icich sind?" Das weiß er. Was will er denn nun thun?" Ihnen da? Schriftstück zum Kauf anbieten, wie Sie vorhin schon sagten." Er mag kommen. Ich werde ihm geben, was er verlangt." Nur sachte, gnädige Frau. Wir haben es mit einem , verschmitzten Vurschen zu thun, der einen höchst raffinirten Plan verfolgt. Er gedenk! n'ämlich immer auf's Neue Geld von Ihnen zu erpressen, ohne seine Waffe aus den Händen zu geben." . Wenn ich ihm aber nichts gebe, bevor ich das Schriftstück ausgeliefert erhalte?" Dann wird er Ihnen drohen, alles zu verrathen, und Sie werden ihm Geld geben, um sein Schweigen zu erkaufen. Auf solche Art kann er nicht nur Sie um Ihr ganzes Vermögen bringen, sondern er wird nebenbei auch bei Herrn Villefranche Geld herauszuschlagen versuchen, indem er ihm nach und nach einen Theil von dem offenbart, was er entdeckt hat." Großer Gott!" kam es zitternd über

die Lippen der armen Frau. Si: dürfen sich um keinen Preis von ihm einschüchtern lassen." Und wenn ich ihm eine Million biete?" So wird er zwei verlangen und seine Beute doch nicht fahren lassen." .Was gedenken Sie denn zu thun ! erkundigte sich Bertha mit bebender Stimme. ,Jch muß ihm das Manuskript, das p v n i" r v , " , I er zweiieuos ittls oer ncy iragi, enrreißen, entweder mit List oder wenn es nicht anders geht mit Gewalt." Werden Sie das vermögen? Das hoffe ich. Jedenfalls werden die Dinge jetzt Schlag auf Schlag vor sich gehen. Seien Sie auf alles gefaßt und behalten Sie guten Muth!" Vergebens suchte Frau Vasselin diesen Rath zu befolgen; immer höher stiegen Verzweiflung und Muthlosigseit in ihrer armen gequälten Seele. Vergebens sagte sie sich, Grassiot sei ohne Zweifel ein gewandter und thatkräftiger Mann, der auch den besten Willen habe, die Angelegenheit zu einem für sie günstigen Ende zu fuhren. Aus der anderen Seite war ja Villefranche trotz seiner Nachforschungen, wobei er das Geld sicher nicht sparte, seinem Ziele noch immer nicht näher gekommen. Auch die Fallstricke, die er Bertha und neuerdings sogar ihrer Tochter zu legen suchte, verfehlten durchaus ihren Zweck; die Wittwe war immer auf ihrer Hut, und Sabine wußte ja von nichts, konnte qo auch nichts verrathen. Deutlich gewahrte das junge Mädchen aber die furchtbaren Qualen, die ihre Mutter 'zu erdulden hatte. Sie war empört über die hinterlistigen Andeutungen, die sie aus dem Munde des alten Kerrn Villefranche vernehmen mußte, und die ausholenden Fragen, die er jetzt oft genug auch an sie richtete. Der Argwohn erwachte, daß dem allen ein schreckliches Geheimniß zu Grunde liege. Villefranche seinerseits verzehrte sich in ohnmächtigem Grimm ob der Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen. Daß Bertha die Wahrheit wisse, war ihm inzwischen zur festen Ueberzeugung geworden, allein was nutzte ihm das, ja lange Beweise fehlten! Mit unexbittlicher Hartnäckigkeit bemühte er sich deswegen immer wieder, Sabines Mutter zum Sprechen zu bringen. Ich bin mir. klar bewußt," sagte er ihr, daß es Jemand gibt, der weiß, daß ich unschuldig bin, und es bezeugen kann." Wer sollte das wohl sein?" fragte Bertha mit einem verzweifelten Ver such, gelassen zu bleiben. Und sind tote Ihrer Sache wirklich so gewiß?" Ja, das bin ich. aber was nutzt mir das, wenn die Person nicht sprechen will!" Nun, so trösten Sie sich eben, lieber freund. Wer Sie kennt, wird Sie überhaupt nicht für schuldig halten." Meinen Sie?" fiel Jacques ihr ingrimmig in's Wort. Von sich selber können ie das freilich mit Recht versichern, das ist mir wohl bekannt," setzte er mit emer ganz besonderen Betonung, die über seine wahre Meinung keinen Zweifel ließ, hinzu. Dadurch ließ Bertha sich hinreißen, mit Heftigkeit zu erwidern: Was wollen Sie damit sagen? Sie gefallen sich neuerdmas m 10 sonderbaren Anspie lunaen;. sprechen Sie doch endlich deutlicher! Wer ist die Person, von de? Sie vorhin iprachen? Mit dem Muthe der Verzweiflung hatte Bertha, die wohl fühlte, daß ihre Kräfte in diesem, versteckten ampse mehr und mehr erlahmten, diese Worte r)er?orge0Zen. tote wollte die Sache zur Entscheidung bringen, hatte sich aber damit jrn viel zuaemuthet. denn im nächsten Augenblick sank sie mi einem. klagenden Seufzer bewußtlos zu Boden. In Villefranche Augen leuchtete es bei diesem Anblick aus, und ein Aus druck des Triumphes zeigte sich in sci nen Zügen. -Wer würde jetzt noch zweifeln?' murmelte er. Sie weiß, daß ihr Vc ter den Diebstahl vollführt hat! Und ich muß ihr Geständniß haben um jeden Preis." Er klingelte heftig und sagte dem eintretenden Diener: Ihre Gebieterin

ist ohnmachtig geworden. Schaffen Sie Salmiakgeist und Kölnisches Wasser herbei und benachrichtigen Sie die Kammerfrau." Sabine war die erste, die eine Minute später in's Zimmer stürzte und aufgelöst vor Angst neben ihrer Mutter niederkniete. Mama, um des Himmcls willen, was ist geschehen?" rief sie, während sie die noch immer Bcwußtlese stärkende Essenzen einathmcn ließ. Alö Frau Vasselin die Augen wieder

aufschlug, fiel ihr erster Blick aus Jac qu cö. der mit drohendem Gesichtsausdruck auf sie niederhaute. Sie ntcti einen lauten Schrei aus und ftreöte die Hände wie abwehrend vor sich hin. Er aber sagte im Seite unbeugsamer Festigkeit: Sie wissen die Wahrheit. Frau Vasselin, und ich werde nicht ruhen, bis Sie mir sie enthüllt haben!" Mit wiedergewonnener Energie richtete Bertha sich auf; sie winkte ihrer Kammerfrau und dem Diener, di: bestürzt herbeigeeilt waren, zu, das Zimmer wieder zu verlassen, und fagte auch zu Sabine: Ich bitte Dich, geh' auf Dein Zimmer, 5Nnd!" Nein, ich kann Dich nicht aLein lassen. Mutter." Doch, mein Kind, es muß sein; ich wünsche es, ich befehle es!" Sabine blickte von ihrer Mutter auf Jacques Villefranche, und in diesem Moment gelangte sie zu völliger Klarheit darüber, oaß da zwei, erbitterte Gegner einander gegenüberstanden. Was ging hier eigentlich vor? . ..Herr' Villefranche." erklärte sie dann energisch, ich will meine Mutter nicht mit Ihnen allein lassen." Sci doch nicht thöricht. Kind," versetzte Bertha mit fliegender Hast, weil sie fürchtete, Jacques möchte in Gegenwart ihrer Tochter offen mit der Sprache herausrücken. Es handelt sich nur um einige Minuten; dann werde ich Dich sofort zurückrufen lassen." Doch das junge Mädchen gehorchte nicht; es schien, als wäre eine plötzliche Erleuchtung über sie gekommen. Sie sagte: Um was handelt es sich denn? Sie können ruhig vor mir sprechen, Herr Villefranche, wenn sich das nicht auf eine gelegenere Zeit verschieben läßt." . .Trotz dieser sehr deutlichen Anspielung zog sich der alte Herr jedoch nicht zurück, wie sie wohl erwartet haben mochte. Die Wittwe schien jetzt endlich muroe -geworden und bereit zu sein, ihm ein Geständniß abzulegen. Sobald er ihr Zeit ließ, sich zu sammeln und einen neuen Plan zu schmieden, war es damit vorbei; dafür kannte er sie genau genug. Nun gut, mcm Fraulein," entgegnete er wie ein Mann, der zu Allem entschlossen ist, wenn Sie nichts anderes wollen, werde ich in Ihrer Gegenwart reden. Nimmermehr," rief Bertba in höchster Erregung. Dieses Kind" Sie brach plötzlich ab. Robert Ville franche trat in diesem Augenblick in den toalen und sagte mit freudig blickenden Augen zu seinem Vater: Ich bitte um Verzeihung, daß ich so ohne Weiteres hereinstürme, allein es handelt sich um eme sehr wichtige Anaeleaenhelt. Bei uns zu Hause wartet Jemand auf ich, der den vollständigen Beweis Deiner Unschuld in Händen hat! Wer ist die er Mann?" rief 5lacques ausgeregt. Er nennt sich .Andreas Thurin. Vertbas Gesicht konnte nicht mebr bleicher werden, als es schon war; allein es zuckte bei diesen Worten krampfhaft t - r i 1 in leren Jllgen. Welch' ein Glück, nicht wahr.?" wandte sich Robert an sie. ohne zu ahnen, was hier vorgefallen war. Nun darf ich meiner theuren Sabine doch auch wieder sagen, wie lieb ich si habe!" ' Beeile Dich damit nicht zu sehr. entgegnete Jacques, der sich nicht gleich lf.t(!.r.. I . r ' em mlieiZen lonnie, einem toorrne zu folgen.- Er fürchtete, Bertha könne inzwischen einen neuen Vorrath von Energie und Widerstandsfähiakeit sammeln, und er daheim nur Jemand antreffen, der ihm in der Hoffnung auf Belohnung allerlei fchwindelhafte Vorspiegclungen machte, wie das schon mehrfach vorgekommen war. Doch sein Sohn ließ sich nicht be irren. Acb, gnädige Frau." sagte er in überquellender Freude, ich fühlte Mich gar zu unglücklich. Nun aber wird diese düstere Wolke hoffentlich wieder von unserem Himmel verschwin den." - Komm," unterbrach ihn sein Vatei jetzt, Lnd gleich darauf hatten die beiden Villefranche den Salon verlassen. Kaum schloß sia? die Thür hinter ihnen, als Frau Vasselin an ihren Schreibtisch eilte und schleunigst die Worte niederschrieb: Kommen Sie sofon; Sachlage verzweifelt." Sie steckte das Papier in einen Brief umscblaa. den sie versielte'Und mi eranioi5 iorene ccrian. cnr. schellte sie und fragte den eintretender Diener: Halt der Wagen noch drau ßcn?" Jawohl, schon seit einer halber Stunde, gnädige Frau." Steigen Sie ein und befördern Sik diesen Brief an seme Adresse. Bnn gen Sie den Herrn gleich mit hierher zurück, falls er zu Hause ist. So schnc wie möglich!" Der Diener verschwand. ' Kannst und willst Du mir denn ga mcht saqen. was mer cmentlidb vor geht. Mutter?" begann Sabine jetzt m einer Stimme, die vor Schmerz und Betrübniß zitterte. . Kümmere Dich' nicht darum, Kind

Du wirst das noch früh genug ersahren, wenn ich es nicht zu verhüten vermag." Es handelt sich also um etwas Furchtbares. Ich ahnte es ja." Was ahntest Du?" Arme Mutter! Glaubst Du denn wirklich, eS könne mir verborgen gcblieben sein, welche schrecklichen Qualen Du schon seit geraumer Zeit crduldest, und ich vermöchte das anzusehen, ohne mir über die Ursache meine Gedanken zu machen?" Und zu welchen Schlüssen bist Du gelangt?" Daß es sich um den Diebsiahl.der fünfundsiebzigtausend Franken handelt, und daß Villefranche meinen gutcn Großvater dieses Verbrechens beschuldigt," entgegnete Sabine mit Festigkeit. Laß mich Dir doch Dein Zeid tragen helfen, Awtter! Vertraue mir alles an und laß uns wenigstens zusammen unglücklich sein!" Durch diese' flehenden Worte fühlte sich Bertha Vasselin tief gerührt. Sie loollte Sabine zu beruhigen suchen, indem sie wieder anhub: Aber, mein liebes Kind" Villefranche quält Dich," siel ihre Tochter ihr in's Wort. Er verfolgt uns mit seinem Haß. Gestehe es nur! Ich hasse ihn ebenfalls." Sabine, fchweige!" Und wie ganz anders verhallen sich Berger und Lancemont! O, laß mich sprechen! Sie haben niemals behauptet "

Wer hat Dir nur alle diese Dinge in den Kops gesetzt? unterbrach Bertha sie. Solltest Du Georg Lancemont rn der That noch neben?" Sabine erröthete tief, allein sie wurde einer Antwort enthoben, da soeben ein anderer DicV.cr in den Salon trat, der Frau Vasselm eme Visitenkarte überreichte. Vertha hielt es für überflüs sig, den Namen, zu fehen. der darauf stand, da sie ohne Weiteres annahm, es sei Grassiot, der aus eigenem Antrieb gekommen wäre, um ihr Meldung abzustatten. Du mußt mich mit dem Herrn, der sich soeben anmelden laßt, ewige Minu ten allein lassen," sagte sie zu Sabine. Du willst mir also Deinen Kummer nicht anvertrauen, Mutter? Bedenke doch, daß ich darunter viel mehr leiden muß, als wenn Du mir offen alles sagtest." Ich beschwöre Dich, Sabine, Mir zu gehorchen. Jede Minute, die Du mich versäumen läßt, kann eine Katastrophe herbeiführen. Es blieb dem jungen Mädchen nichts anderes übrig, als ihrr Mutter zu gehorchen, und seufzend ging ste hinaus. Kaum hatte q die Thür hinter 'ihr geschlossen, als Vertha ungestüm klingelte. Lassen Sie den Herrn jetzt eintreten," gebot sie dem Diener. Nach Verlauf einiger Sekunden erschien ein elegant gekleideter Herr. Vertha, die bestimmt Grassiot zu sehen erwartet hatte, stutzte bei dem Anblick eines Fremden und fragte kurz und schroff: Wer sind Sie? Was wünschen Sie?"' Gnädige Frau haben sich also nicht einmal die Mühe gegeben, einen Blick auf die Karte zu werfen, die ich Ihnen hereinschickte?" fragte der Eingetretene unverschämt lächelnd zurück. Die' fremdländische Aussprache fiel Bertha sofort auf und voll- Schrecken sagte sie sich: Das ist Sampi." Wiedererkannt hätte sie den ehemaligen Arbeiter ihres Vaters nicht, dessen Morderhand Bernhard Mouthiers zu Boden geitreckt hatte. Sich gewaltsam zusammennehmend, antwortete sie: Nein, ich habe Ihre Slaxtt nicht gelesen, denn ich erwartete Jemand Anders und glaubte" Ich heiße Andreas Thurin," sagte er ruhig. Ihr Name ist mir völlig unbekannt. Welchen Zweck hat Ihr Besuch?" Wieder lächelte der Italiener, daß man seine weißen Zähne blitzen sah. Ohne eine Aufforderung abzuwarten, nahm er auf einem Sessel Platz, mit der Sicherheit eines Menschen, der sich davor gesichert weiß, wegen einer sol chen Zieckheit hmausgewiesen zu werden. Durch inen unschätzbaren Zufall, ließ er sich dann mit ironischer Betonung vernehmen, bin ich in den Besitz sehr interessanter Auszeichnungen ge langt, deren wenig rühmenswerthcr Verfasser Herr Bernhard Mouthiers ist." Was erfrechen Sie sich' zu sagen?" fuhr Frau Vasselin auf. Nichts weiter als die Wahrheit.' Das ist stark 5 Entfernen Sie sich, oder ich rufe meine Leute herbei!" Ereifern Sie sich nicht, meine Gnättge; Sie würden das später zu bereuen haben." Jedenfalls lrxniger als Sie.". . - Samvi war ein abgefeimter Verbrecher. allein es fehlte ihm an Geduld. Sein Temperament drängte ihn immer rorwärts, und so kam er auch jetzt ohrn Weiteres auf den eigentlichen Zweck seines. Besuches zu svrechen, obschon er sich vorgenommen hatte, die stolze Frau, die er schon wahrend seines Aufenthalts in Montfombre gehaßt, erst möglichst lange auf die Folter zu spannenl Ich komme, von Herrn . Villefranche," sagte er. Er ist, während er in Kanada war, in seinem Vaterlande wegen eines Diebstahls verurtheilt worden und bietet nun alles -auf, um zu beweisen, daß er jenen Diebstchl nicht verübt hat. Ich bin in der Lage, ihm die erforderlichen Schriftstücke zu liefern, und es versieht sich von selbst, daß er bereit ist, einen, hohen Preis dafür zu zahlen."

xxaü Vasselin verzog keine Miene, obwohl ihr Herz zm Zerspringen klopfte. Sie wollte Sampi ruhig weiter reden lassen, da aus seinen letzten Worten hervorzugehen schien, daß er mit Villefranche noch nicht Handelseinig geworden sei. Ich denke nun," fuhr der Halunke fort, daß Sie jedenfalls ein nock, lebhafteres Interesse als Herr Villefranche daran haben werden, selbst in den Besitz des erwähnten Schriftstückes zu gelangen. Ich bin deshalb gekommen, um Ihnen einen Handel vorzuschlagen." Sie wollen, kurz gesagt, einen ErPressungsversuch machen," warf Bertha drobend ein. (Fortsebung folgt.) lnucvtrri:xt.

Professor: In dem Salat sind ja Schnecken!" W i r t h : Ist Ihnen das als Naturforscher etwas Neue 2?" Der wiener Nlrrcnthnrm." Veorstehen)er Zibbruel, cincS . allen Wahr, zeichcnS der Kaiscrstadt. Mit dem in Bälde zum Abbruch gelangenden Narrenthurm" in Wien wird die Kaiserstadt an der Donau um ein altes Wahrzeichen ärmer. Der Narrenthurm erhebt sich auf einem Hügel zwischen den städtischen Versorgungshäusern, dem Garnisonspital, dem Allgemeinen Krankenhaus und dem .Pathologischen Institut. Den Namen Narrenthurm" führte der kreisrunde zwingburgartig aus Quadcrn gefügte Bau nicht blos im Volksmund, sondern auch amtlich. Kaiser Joseph II. ließ ihn 1783 nach den Plänen seines Leibarztes Freiherrn v. Quarin zur Unterbringung von Irren LJL Ter Narrettthlirm in Wien. erbauen, die bis dahin in Krankenund Siechenhauscrn oder in Gesangnissen verwahrt gehalten wurden. Der von edelster Humanität beseelte Herrscher ging in seiner Fürsorge für diese Acrmstcn so weit, als es der damalige Stand der ärztlichen Wissenschaft ver langte, die in dem Irren nicht einen unter Umständen heilbaren Kranken, sondern einen häusig gefährlichen, oft ekelerregenden Tobsüchtigen sah, der durch strenge Einsperrung unschädlich zu machen sei. Der mächtige Rundbau enthält in jedem seiner fünf Stockwerke einen vom Hof aus beleuchteten Gang und 28 kleine Zellen mit je einem schmalen. schießscyartenartigen, vergitterten Fen ster. In jeder Zelle befanden sich einer oder zwei Irre; die im obersten Stock werk untergebrachten wurden mit schweren Ketten an die an der Wand und am Fußboden befindlichen Ringe gefesselt. Mittelst eines dreieckigen Blechgefäßes, dessen Spitze durch eine Oeffnunq in der Thür qeschoben wurde, reichte man den Insassen die flussige Nahrung. Alle 14 Tage wurden die Zellen qere:nmt, die Kranken von kräftigen Wärtern gewaschen und mit frischer. Wasche bekleidet. Unbandige wurden in Dunkelzellen gehalten und durch kalte Sturzbäder besanstigt." Den Ruhigen wurde zeitweilig das Spazierengehen in den Gangen. km Hof und im Garten qestattet. Es leben noch viele Wiener, die sich der Schreie und des Geheuls erinnern. die einst den Vorübergehenden aus dein unheimlichen Thurm erbarmencrregend in's Ohr gellten. Erst 1837 wurde die barbarische Anwendung der Ket ten, der kalten Douchen und der Dun kelzellen abgeschafft. Durch die Erbauung der den Anforderungen der Neuzeit entsprechenden neuen IrrenUlt llltl aus vein zrllil.ciscio in icüö ri f i r rn rr.rv -i r o wurde der Narrenthurm auf die Unterbr:nguna von unrnnen und tobsüchtigen Irren beschränkt, und in Folge des Bciuazs Kaiser Franz Josephs im Jahre 1863 wurde seine Auflassung als Irrenanstalt verfügt. Seit dem diente das Eeoaude als Materialräum. Wiederverheirathung nach langer Trennung. Em aewlsser Thuriton in Appleton. Äis., diente während des Bürgerlrieges im 43. Ohio-Negment, wurde schwer verwundet und als todt gemelbet. Geheilt aus dem Hospital entlassen, kehrte er in seine damalige Heimath Canton, O., zurück, wo er seine Frau mcht mehr vorfand. Er betrauerte sie seitdem als gestorben und verheirathete sich später wieder. Tie vermeintliche Wittwe '.oar aber anl LeLen und hatte, da ihr Gatte todt gemeldet war, sich ebenfalls wieder verheirathet. ' Thurston erfuhr nun dieser Tage, daß seine erste Frau in La Crosse lebe. Er suchte sie sofort auf, und da sie ihren zweiten Gatten durch, den Tod verloren hatte und auch die zweite Frau Thurstons gestorben war, schlössen die Beiden nach fast 4yjähriger Trennung den Bund fürs Leben zum zweiten Male. '

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Lincoln Lan 614 Cast und Bccchcr 615 Wright und Sanderk 617 McCarty und Bcaty öis New Jersey Lir Sve 712 Cpruce' und Prospect 71S Snglish Ave. u. Lsurel 714 Ctate Avu.cU N A 715 Shclby und Bchcr . 71s State Av und Orange 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. CtUstge Avl 721 Lerington A. Laurek 728 FletchaAven.Oxru 724 State Ave. Pleasant 725 P?ospkt und leasat 726 Orange und Harlan 728 Liberty und Wk 729 Role und South 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington St 813 Market und Noble L14 Ohio u. Highland Av 815 Michigan u. Hightand 816 Wirket u Arsenal 2v 817 Ost S. Clair und Union Bahn Veteise. 621 Pan Handle Ehs5? 823 Vermont und Walcott 824 Wash. und State Av 826 Madden'stounge Fab. 826 Tuck und Dorsey 827 Wash. und Beville Tv 829 N0.12 Spritzenh-uZ evill nah DtichigaH 831 Eoutheastan 2vt Ud Woodside. 832 Wash. und Dearborn 834 Coutheastcrn und Arsenal AveS. 885 Ne Mork und Tenchl 12 Illinois und Murhl. 13 JLinoiS unk TOarfct 14 Penn, und 15 Delawan nnd ?vö 7 Noble und Vichigan S N. Jerjcy u. Msff Av 9 Pin und Nvrth lg Market und ?ine 11 Vermont nahe East 12 N5. SpritzknhauZ Vaff. Ave nahe Noble 18 Tttätoare und Walnut II N. Jersey u Centra! A. 15 Nass. und CvrnellAvt 16 Ash und II. Ttraße 17 axl ve und 12 Str .8 Columbia undHillskde 19 Highland Avk u.Pratt tl JUinois und St. I , 2Z Pennsylv. und Pratt 24 Meridian und 11. Ctr öS No.ö Spritzenhaus 15. nahe Illinois 26 Senate Ave u.CtCIai? 27 JttinoiS und Mchigan 28 Pesylvania und 1. 29 Senate A. und 13. 81 No. 1 Spritzenhaus JndLoenaheMichigan 32 Meridia und Walnut' 54 California u Vermont 25 Blake nd New York 86 Ind. Av. u. et Clair 37 City Hospital 38 Blake und Norty ' 39 Michigan und ZlgneS 41 No. Spritzenhaus Washington nahe West 42 Gscndorf u Wash. 43 Missouri u New Dort 45 Meridian u Wash 46 Illinois und hu 47 Capitol Äv, u Wash 43 Kmgau'ö Porkhau 49 Straßenbahn Ställe 33. Washington Str 61 N. 10 Spritzenhaus JllmoiS u Merrill 11 JllmoiS u Louisiana 53 West und Couch 64 West und McCarry 66 Senate Lve. u Henry 67 Meridian und Rad 68 No. 4 Spritzenhaus MadisonAp.uMor-.-iS 69 Madison Av.uDunIop 61 No 2 Haken LeiterhauS Ecuth nahe Dclaware 62 Penn, u Merrill li Delaware u. McCarty 4 Vaft und McCarty 65 New Jersey u. RerriZ 67 Birg. Lv. u Sradsha 63 East und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Vir Ave. nh Huron 72 Cast und Georgia 73 Ckdar und Llm 74 Davidson u Georgia 75 Snglish Av. u Pine 76 SheU'y und BateS 7S No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Chelby 79 Fletcher Av. u Chelby 81 Market u. New Jersey 82 Delawar und Wash. LZ Cast u Washington 84 New Dorku. Davidsor 5 Taubstummen Anstalt 86 Per. Ctaaten Arsenal L7 Oriental und Wash. 89 Frauen-Resottnat. 91 No. 13 Spritzenhaus Mardland nahe Mer. 92 Meridian u. Georgia. S3 Meridian und South 94 Pennshlv u. Louisiana 95 ?irini? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotcl. 03 Capital Ave und Ohis 123 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 FandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central A und 17. 129 Delaware und 19. 131 Älc.bama und 11. 132 Bcllontame und f. 134 College Ave und 29. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 18. 141 Dandes und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Teeumsey und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hil.side Ave und 16. 143 College Ase und LZ. 149 College Av und 7. 152 Park Ave und X2. 15?. LEu. W Bahn. 22. 154 Ramsey Av und 10. 1b Stoughton n Newman 157 Alias und Pike. 158 Blovd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brihtwood 12 Arten und Depot 163 Brighttvvod und 25. 164 Rural und Bloyd les Et. Clair u. eystone 167 Arsenal Av und 23. 163 Bellcfontaine und 28. Spezial-Siznale. Ersten t Schlage, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schlage, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. Schläge, Wasserdrut ab. 12 Schlüge, 12 Uhr Mittag. Die so bezeichneten Signale werden nur vom Thurm tvZchter angegeben da an den betreffenden Straß? treujungen ktne AlarmUsten angebracht sind. Chicago und der große Nordweften toi MMMWi, (Wtt ((a la Hawaii VtMtHpt Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. . m v AM man C- C4aIai tXf l a vri, iivuvii ni it wmnwii, 1 1 y sind' nur 5 muten ittelft elektrischer Ear uoch den Union leyooien Zt?reck Lick Spriiigs, In dem Orange Eounty Hochland. 7sämkiIen-Hote! unter neuer t?iamKmia. vimo, roirrpin und BowleS Quellen. Bele ineralwafser der Weit. Zwei age tSgil ,a urer.iranie. Ticket-Ofsicen : Union Station, assachusettS sie, nd öS West Washington Straße. . P. ige,. riftrtkt Vass. gent. Indianapolis, ftnd. .b.eZ,i. 5. H. R k k 1 1. x&. u , und Sen. Vgr. Bettiebttrter rank T. Reed. Sen 1. Paff. gent. 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