Indiana Tribüne, Volume 26, Number 28, Indianapolis, Marion County, 24 September 1902 — Page 3
Jndiana Tribüne, 21. September 1908.
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Die Judcufragc.
Cngland erwartet keine Resultate von Say's Note. Plaivoyers vor dein internationalen Schiedsgericht im Haag. Suspendirung von Angestellten der Länderban? in Wien. Sensationeller Prozeß in Laibach, in Krain. Meldung neuer revolutionärer Aus brüche in Colombia. Der deutsche Kreuzer 93meto" nach Hayti geschickt. Ein Tankesschreiben an den Reichs' kanzler von Aülow. Erobdritannien. Die Judenfrage in Rumä n i e n. London, 23. Sept. Aus Aeußerungen von Angestellten im hiesigen auswärtigen Amt scheint zur Genüge hervorzugehen, daß die vom Staats sekretär Hay an die Mächte gerichtete Note in Bezug aus die Behandlung der Juden in Rumänien keine handgreislichen Resultate zur Folge haben toitdi Die Unterstützung der 'amerikanischen Regierung seitens Großbritanniens in der rumänischen' Angelegenheit ha! nur weitere Beweise dasür zu Tage gebracht, daß die Signatur mächte zum Berliner Vertrage sich ab solut weigern, andere als rein sentimen tale Maßregeln in Bezug ans die Ju denverfolgungen zu .ergreifen. Der Ansichtsaustausch über die amerikanische Note, wie er durch Großbritan nien angeregt wurde, ist weit genug vorgeschritten, um das hiesige auswär tige Amt zu überzeugen, daß keine ma teriellen Resultate zu erwarten sind und man von Rumänien nicht mehr als Versprechungen erzielen wird. Eine bewaffnete Intervention ist schon durch die verwickelten und unruhigen Ver Hältnisse auf der BalkanHalbinsel und die Eifersüchteleien zwischen den europäischen Mächten ausgeschlossen. Holland. Das Schiedsgericht. Im Haag, 23. Sept. In der heutigen Sitzung des internationalen Schiedsgerichts, welche die Argumente in dem 'Streitfalle betreffs des Pius Fonds entgegennimmt, sprach heute Morgen Anwalt Ralston' als Vertreter von San Francisco. Er machte geltcnd. daß Mexico durch die Entscheidung des früheren Schiedsgerichts gebunden sei, welche auch, wie der Redner an nehme, von diesem Gericht bestätigt wer den würde, wodurch das Vertrauen auf Schiedsgerichte befestigt werden. würde. Als die Sitzung am Nachmittag wie der eröffnet wurde, wies das Gericht ein Gesuch deS amerikanischen Anwalts ab, daß Anwalt Des Camps am Mon tag gehört werden solle. ES wurde mitgetheilt, daß. e Des Camps unmög lich sein werde, nächste Woche anwesend zu sein. . Anwalt De la Croix eröffnete dann das Argument auf der Seite Mexiko's. Er machte geltend, daß es sich nicht um einen Streit zwischen zwei Nationen handele, sondern daß die Ver. Staaten nur zu Gunsten einer Privatforderung des Erzbischoss von Calisornien gegen die Regierung von Mexiko intervenire. Deshalb seien nur die thatsächlichen Gesetze Mexiko'S üuf den Fall anwend bar, und nicht die allgemeinen RechtsPrinzipien, auf welche sich die Ver. Staaten beriefen. Der Fonds sei zu dem Zweck gegründet worden, Calior nien zu erobern, und das Recht, , dar über zu versügen, habe dsm König von Spanien, und später Mexiko zuge standen, jedoch niemals der Kirche oder dem Erzbischof von Calisornien. Die Verhandlungen wurden dann ver schoben. Oesterreich-Nngarn. .. Der Unterschleif i der , Länderbank. Wien. 23. Sept. ' Die Neue Freie Presse" theilt heute mit, daß vier Beamten der Wiener Länderbank in Verbindung mit dem Unterschleif des früher im Kassirers Departement angestellt gewesenen Edmund Jollinek, der der am 13. September verschwand und in dessen Conto ein Fehlbetrag vou $1,250,000 entdeckt wurde, zeitweilig ihrem Posten enthoben worden feien.
Sensationeller Prozeß. Wien, 23. Sept. Der gestrige Prozeß in Laibach gegen den städti schen Beamten Max Staudinger aus Graz, welcher mit dessen Verurtheilung zu vier Monaten Gefängniß endete, ge '.taktete sich sehr sensationell. Staudin ger gestand ein, er habe den Brief des verstorbene!) Erzherzogs nist an Laura von Skuälitz, spätere Baronin v. Wallbürg, worin der Erzherzog sie als seine Tochter anerkennt, gefälscht und selbst verfaßt. Großes Aufsehen erregte es im Gerichtssaale, als der greise Dom Herr Jameje zwangsweise vorgeführt wurde und, im Gegensatz zu seinen früheren Erklärungen, aussagte, er glaube, der Erzherzog sei nicht verhei rathct gewesen. Die ganze Verhandlung war voll von den dunkelsten Mysterien und In triguen, die auch jetzt nicht ganz aufge klärt werden konnten. Die Strafe gegen Staudinger fiel deshalb so gering aus, weil er nicht au Eigennutz gehandelt haben wollte, sondern in dem Bestreden, den verarm ten Kindern der Baronin von Wall bürg zu helfen. Teutschland. Vineta" nach Hayti. B e r l i n , 23. Sept. Der große deutsche Kreuzer Vmeta". welcher Ende dieser Woche in Port-au-Prince eintreffen soll, wird zunächst eine Rundfahrt zwischen allen Häfen Hayti's machen, um dort die deutsche Flagge zu zeigen. Dank an Graf Bülow. Berlin, 23. Sept. Der Ost asiatische Verein" dankt meinem Schreiben an den Reichskanzler Grafen v. Bü. low sehr warm für das thatkräftige und erfolgreiche Einschreiten der Reichsregie rung in Betreff der Zahlung der chinesischen Kriegsentschädigung, durchweiche es möglich wurde, eine Menge Entfchä digungen an Private eher zu zahlen, als erwartet werden konnte. Colombia. Neue Unruhen. Washington, 23. September. Nach heute im Marineamt eingetroffenen Nachrichten ist die colombische Re Volution an einer neuen Stelle ausge brochen. Eine amerikanische Obstfirma übermittelte dem Marinesekretär eine Depesche von ihrem Agenten in Santa Marta, an der Nordküste von Colom bia, nahe der Mündung des Magdalenenflusses, weiche besagt, daß die Zu stände daselbst sehr beunruhigend, und die Telegraphen- und Eisenbahn-Ver bindung unterbrochen seien. Das Staatsdepartement forderte so fort unseren Consul in Barranquilla, unweit Santa Marta, auf, weitere Aufschlüsse über die Lage zu geben die bis morgen 'erwartet werden. Im Falle es sich als nöthig herausstellen sollte, wird das Marinedepartement das jetzt in La Guayra befindliche Kanonenboot Marietta dorthin entsenden. Die Montgomery" wird dann von Cape Haytien nach La Guayra, und die San Francisco" von Norfolk nach Cape Haytien gehen, bis Admiral Coghlan mit seinem Flaggschiff Olympia, mit dem er in zw:i Wochen von Boston abfahren wird, dort an kommt. In Norfolk sind 600 Marinesolda ten mobil gemacht worden, um an Bord der Prairie" nach dem Isthmus gesandt zu werden, wenn sich die Noth wendigkeit dazu ergeben, sollte.
In Zürich hat ein Liebedrama durch den Tod der Beth:iliz ten seinen Abschluß gefunden. Der 27jährige Geschäftsreisende G. A. Schärer erschoß die 44jährige Wirthin E. Lüthi, eine Wittwe, in deren Wohnzimmer und nahm sich dann selbst durch einen Schuß das Leben. In hinterlasscnen Briefen hatten die beiden angegeben, daß sie zusammen in den Tod gehen wollten. - Der 58jährige S z ö l l ö -ser Gutsbesitzer Stephan Bruder sprang aus einem Fenster der chirurgischen Abtheilung des staatlichen Krankenhauses in Preßburg in den Hof und blieb auf der Stelle todt. Der Un glückliche hat die That in momentaner Geistesstörung derübt, welche durch die Furcht vor einer Operation herbeigefi'chrt worden war. Eingräsliches Höchst plerpaar von internationalem Ruf", Graf Emil Honore und Gräfin Elifabeth Margarethe geb. Schmidt aus Sorg bei Schwarzenbach in Bayern, ist in Rom verhaftet worden. Graf und Gräfin, die fchon .das. sechzigste Lebensjahr erreicht haben und auch :n Deutschland verschiedeneSchwindeleizn verübten, hatten einen 'Haupttrick, der darin bestand, daß sie für angebliche GeWerbeausstellungen Mustersendungen nebst Gelddepots verlangten, wofür . dann werthlose Diplome verabfolgt wurden.
Vom Auslande.
In einem Wiener Hotel hat der Fabrikdirektor Heinrich Briefe aus Berlin Selbstmord begangen. Seine Stellung hatte er mißbraucht, indem er die Firma, deren Leitung ihm anvertraut war. um viele tausend Mark betrog. Als seine Unterschlagungen entdeckt wurden, suchte Briefe das Weite. Der Klempnermeister Julius Herrmann in Danzig ist bei der Reparatur einer Dachrinne zwei Stockwerk tief durch den Lichtfchacht auf den Hof abgestürzt. Er erlitt schwere innere Verletzungen und einen Schädelbruch und starb sofort. Ein Lehrling, der gleichfalls abstürzte, blieb hängen und konnte gerettet werden. Ein qemüthvolles Anerbieten veröffentlicht der Deutsche Mühlenanzeiger": Einheirath. Neue Stadtwassermühle, Pommern, ist sofort für etwa 50.0CO Mark zu überlassen. Reeller Werth 100.000 Mark. Tochter zwanzig Jahre, gesund, schön und gebildet. Zum Betrieb: etwa 15.000 Mark erforderlich." Hoffentlich kommt es zu einer baldigen Bermehlung"! DleGerstetterAlb-Zei-tung" enthält nachstehende Warnung: Das Mähen in meiner Waldkultur im fahrbaren Thal mit der Sense, auch das Grasen mit der Sichel ist verboten, namentlich wegen der dort gepflanzten Lärchen und Weymuthskiefern. Personen, welche (in Anbetracht der heurigen Futternoth) bei mir Futter st e h l e n müssen, bitte ich, ihren Bedarf lieber in meinen Futterackern zu decken, als in der Kultur, welche sehr der Schonung, insbesondere des Graswuchses, als einzigen Schutzbestandes, bedarf. Weitmann." Wer wird sich wohl da melden? Der biedere Schaubu denbesitzer Ludwig Pohlmann in Berlin und seine Ehefrau haben durch Cyankali ihrem Leben ein Ende gemacht. Beide waren seit Langem krank und konnten nur sehr wenig verdienen. Der Mann zog in der letzten Zeit in den Vororten umher und verkaufie von einem Wagen, den ein Hund zog, tSis und andere Saison - Artikel. Am Abend gaben sie dem Hunde Gift, und schließlich machten sie ihrem eigenen Leben ein Ende. Die Leute hatten früher in guten Verhältnissen gelebt, die Frau entstammt einer geachteten, bürgerlichen Familie. Krankheit und Noth waren aber seit Langem bei ihnen eingekehrt und raubten ihnen den letzten Lebensmuth. I n denaristokratis chen Kreisen der englischen Hauptstadt spricht man von einem eigenartigen Vorgang, der sich jüngst bei einem eleganten Feste, dem auch der chinesische Gesandte beiwohnte, abgespielt Hai. Es fand ein Costümball statt, und eine Dame der Aristokratie trug ein prächtiges chinesisches Costüm, in welchem der chinesische Gesandte sofort einige damascirte Stosse erkannte, die in China nur von der Kaiserin getragen werden dürfen. Er fragte sich natürlich. wie dieses kostbare Kleid aus der Kleiderkammer der chinesischen Kaiftrin in den Kleiderschrank einer englischen Edeldame gelangt sein konnte. Die Sache war sehr einfach: Ein Verwandter der Dame hatte den Feldzug in China mitgemacht. Als man das dem Minister des Aeußeren mittheilte, der dem Feste gleichfalls beiwohnte, bat er die Dame, sich zu entfernen, was sie sich nicht zweimal sagen ließ. Eine bedeutungsvolle Stiftung hat der in Hirschberg verstorbene' General -Direktor Kessel gemacht. Er hat den größten Theil seines Vermögens, drei Millionen Mark, zur Gründung eines Erziehungsheims von Handweberkindern bestimmt. Der Verstorbene hat in seinem Berufe das Elend in weiten Kreisen der Handweberbevölkerung Schlesiens von Grund auf kennen gelernt und auch erkannt, daß die Zeiten der Handweberei endgiltig vorbei sind. Er hat deshalb die Bestimmung getroffen, daß in dem Heim, das in Schweidnitz errichtet werden soll, die Knaben in andere Berufe als den ihrer ältern überführt werden und die Mädchen in der Führung des Haushaltes unterrichtet werden'soVen. Das Heim soll ohne Unterschied der Confession Kinder aus den Kreisen Hirschberg. Waldenburg, Schweidnitz. Reichenbach. Franlenstein, Neurode. Habeischwerdt und Glatz aufnehmen. W ieinvielenspanischen Städtchen, herrscht auch in Villalar (Valladolid) die Sitte, dafe jährlich einmal ein Stiergefecht auf Gemeindekosten stattfindet. Da die Geme'ndekasse von Villalar aber immer leer war, hatte seit sechs Jahren das traditionelle Stiergefecht nicht stattfinden können. Das souveräne Volk - verlangte aber sein Recht, legte die Arbeit nieder, durchzog die Stadt mit einer rothen Fahne und erklärte, die, Arbeit nicht cher wieder aufzunehmen, als bis seinem Verlangen stattgegeben sei. Da die Ernte - Arbeiten keinen Aufschub erleiden konnten, mußten die Stadtväter sich dazu bequemen, dem souveränen Volk zu Willen zu sein. Für manche Jünglinge hat die Sache aber noch böse Folgen; denn sie sind wegen gewaltmäßiger Beeinflussung zumStreik angeklagt. Allerdings steht zu erwarten, daß sie freigesprochen werden. Sollten sie' aber verurtheilt werden, so dürfte die Begnadigung sofort erfolgen.
Infolge einer heft? tz-rr Zeitungspolemik fand in Grenoble ein Duell zwischen dem ehemaligen Guesdistischen Abgeordneten Z6vaös. dem Chefredakteur des Droit du Peuplc". und dem Generalsekretär des Petl! Dauphinois" Besson statt. Nach viermaligem ergebnißlosen Kugelwechsel griffen die beiden Widersacher gu;vi Degen. Zl'vaös wurde beim dritten Gange leicht an der linken Hand der-wundet.
Ein Mann, der Glück hat. ist der Mustafa Alim Bey. der Sekretär des Gouverneurs von Smirna. .Dem jungen Türken, der eine Vergnügungsreise nach Neapel unternommen hat. wurde während er des Nachts durch die Straßen spazierte, von einem Taschendiebe seine goldene Uhr mit Kette gestohlen. Er zeigte den Verlust der Polizei an. aber die Uhr bekam er natürlich nicht wieder. Einige Tage später nun besichtigte Mustafa Älim Bey den Dom.', Da näherte sich ihm ein gut gekleideter Mann und fragte ihn. ob er nicht Lust habe, eine hübsche Uhr billig zu kaufen. Der junge Türke ließ sich die Uhr zeigen und erkannte in ihr zu seinem größten Erstaunen ftine eigene. Er umklammerte den Verkäufer sofort mit beiden Armen, trug ihn aus dem Dom heraus und lieferte ihn den beiden Polizisten ab. die vo: dem Dom stehen. Der Dieb war so verblüfft, daß er sich gar nicht wehrte. Man stellte in seiner Wohnung sogleich eine Haussuchung an und fand dort auch die zur Uhr gehörende goldene Kette. Eine hochbejahrte, abe: noch rüstige Frau wird in' kurzer Zeit ihr schweres Amt als Trägerin" zwischen Meran und der über 3000 Fuß höher liegenden, etwa 500 Einwohn:? zählenden Gemeinde Haflinz unfreiwillig niederlegen. Diese Trägerin, Genovefa Eschgfäller. eine' bekannte originelle Persönlichkeit, versah ihren Dienst auf nichts weniger als guten Wegen volle 55 Jahre hindurch und muß nun ohne Pension einem modernen Landbriefträger weichen. Sie besorgte auch den Postbotendienst, wofür sie ein Jahresgehalt von sechs Gulden bezog, kann jedoch weder lesen noch schreiben, läßt sich am Postschalter alle Adressen vorlesen, besieht sich das Poststück und verläßt sich weiter auf ihr vorzügliches Gedächtniß. Große Ab Neigung hatte sie gegen Muster- und Preislistensendungen oder dergleichen, die sie höchst ungern, meistens gar nicht zustellte, und Reklamationen seitens der Post oder Parteien wußte sie auf etwas derbe -Weise abzufertigen. Die Vef", so nennt man die originelle Alte allgemein, erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Lord H o p e t o u n, d e r-sein Amt als General - Gouverneur des australischen Bundes wegen der damit verbundenen übermäßigen Ausgaben mit Recht niedergelegt hat. hatte bet seinem Antritt- bedeutende Mengen Sekt kommen lassen, die ihn nun stören. die er aber seinem Nachfolge? nicht überlassen will. Es fand sich, daß in Melbourne zahlreiche Arbeiter beschäftigungslos waren. Der General-Gou verneur war der Ansicht, daß ein kleines Fest mit etwas Sekt den Leuten 'nicht schaden würde. Hatte doch auch die Königin Marie - Antoinette, als man ihr von Menschen sprach, die kein Brot zu essen hatten, gutmüthig ge-' meint, dann sollten sie doch Kuchen essen. Als die Absicht des Lords be. kannt wurde, fanden sich alle Säufer Melbournes zu der Sektfeier ein, bei der dreihundert Flaschen draufgehen sollten. In einer Stunde waren 112 Flaschen geleert oder vertheilt. Viele von den Gästen hatten aber keine besondere Lust nach Sekt und trugen die vollen Flaschen nach den benachbarten Wirthschaften, wo sie für jede nicht nur fünf Schilling, sondern auch noch Freibier während des Restes des Tages erhielten. Daß die Gäste betrunken waren, bevor die Hälfte der Flaschen vertheilt war. versteht sich, von selbst. Lord Hopetoun zog aus diesem Vorfall die Nutzanwendung, daß er 300 Flaschen, die er in Sydney los werden wollte,' den Krankenhäusern überwies. - Zwei Mädchenhändler wurden von der Criminalpolizei in Berlin festgenommen, kurz bevor . sie ihre Abreise mit den angeworbenen Mädchen antreten' wollten. Sie hatten in einem Hause der Universitätsstraße Wohnung genommen und suchten in mehreren Blättein junge Damen als Tänzerinnen für das Ausland mit dem Hinzufügen, daß Vorkenntnisse nicht erforderlich seien. Die beiden Männer bezeichneten sich als ehemaliger Tänzer Mar Wachsmann und früherer Direktor Paul und gaben vor.- für das.Tivoli - Etablissement in Amsterdam die jungen Mäd-' chen anzuwerben, die Ausbildung soll.te innerhalb 15 Tagen bewirkt - werden. Die Ankündigungen in denZei tungen waren der Behörde aufgefallen, die nun eingehende Beobachtungen anstellte. Von der Anzahl der sich meldenden Mädchen wählten dieAgenten sich neun aus; dabei waren ein hübsches Aeußeres, ein möglichst ju gendliches Alter und gute Kleidung ausschlaggebend. Die angeworbenen jungen Mädchen waren in der Nähe des Bahnhofes Friedrichsstraße untergebracht und sollten nach dem Bahnsteig geführt werden. Dort wartete schon die Polizei, die die beiden Werber an der Ausführung ihrer Absicht hinderte und bis zur genauen Klärung der Angelegenheit festsetzte.
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tt rJr " yi '-ysl:'fo :V; Jt X: XS; ,. ' - ' r': f V . - -v - - ',. . . '. r i. '"f ' 1 ' -, 'J V :' r "V - V' . " i. .--- ' ir-" '." ? - Z 1? k U Ecke Noble und St. Clair Str. LJch erlaub mix nieineu Freunden und ekannte anzuzeigen, daß ich unter dem Namen "Tue Victor" an bkugenanntem Platze eine in jeder Beziehung erste Klaffe Wirthschaft eröffnet habe. 61 wird mein Bestreben sein, ein in jeder Beziehung respektable Hau z führen und an meine Geschäft kreunde. bei coulanter Bedienung, die besten Quali taten an imxortirten und einheimischen Weine, LiquLren. Cigarren. Bier, etc. zu verabreichen. wird mir zur Ehre gereichen. S:e in meinem jetzige Lokale begrübe zu können. Achtungsvoll - HENRY VICTOR. Wirthschafts-Ueberuahme. Meinen Freunden und Bekannten zur Vkttheiluug, daß ich die früher von Joseph Ruemele. l3t West Vorril Etr sgegenüber dem COritzenhausZ betriebene Wirthschaft rauniq uverncmmen oave und ouieive nnier um Namen . j. R. Z. Sample Room weiterführen tmde, und lade ich Jedermann höflich ein, mich in meinem neuen Lokale zu besuchen. Lunch u ide Tagekzert. Zoffrnann 1434 West MorriS Str. Die West Indianapolis Car halt vor der Thüre SampleRoom 835 und 37 Jnviana Ave. Beste Weine Liquore und Cigarren. Guter Lunch Morgens und Nachm. llrnltoeffler aloon. 202 Nord Noble Str. Reueö Telephon 3001. TOM MULRINE, sample Moom 22l.We Michigan Str. , Feine Weine, Liqnöre ...und... Cigarren. Philip Zapf, Wirthschaft ' und Restaurant. 42 Virginia Avenue. Lunch täglich von 11:3V Vormittags bis 2 Nachmittags. . Auster Stew. 15 c Nvye Ämtern iuc. Zn vermiethen: Zimmer im Majestic :: Gebaaude zn reduzirten Preisen. , BaS feinste Office-Gebäude in der Stadt LoUständig feuersicber. Schnelle Fahrstühle und alle modernen Bequemlichkeiten. Nachzufragen bei Lkreor & Appel, Agenten, r die JndanaroliS GaS So. II. Louis VoIWs Groeery und Fleisch-Markt, :: 125 West MorriS Sttaße. . . tit Eapltel oenue und Morrii Straße. - Staple undFancy Groceries, Irisches, gesalzenes und geräucherte? X Fleisch, Wurst, reineS Schmalz usw. i
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