Indiana Tribüne, Volume 26, Number 19, Indianapolis, Marion County, 13 September 1902 — Page 4
Jnoiana Lribune, 13. September
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Jndiana Tribüne. HtrauZgeeben von der uttuderg Indianapolis, Ind. öarry O. Thudium ... Präsident.
GeschäftSloeal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2G9. Entered at the Post Office of Indianapolis as second class matter. Unser jetziges Temperen; Geseh. Tie Temperenzmucker unserer Stadt erheben in letzter Zeit wieder ganz be denllich ihr Haupt, und wie groß die Gefahr ist, daß den Wirthen und liberal denkenden Bürgern noch schlimmere Chikanirungen bevorstehen, wird in klarer Weise in der folgenden, un5 zugegangenen Zuschrift eines Sachver ständigen geschildert: An die Redaktion! Im Jahre 1875 passirte die Legislatur ein Lizensgesetz und warf damit das sogenannte Baxter-Gesetz, das bis dahin gegolten hatte, über den' Haufen. Die Passirung eines Lizensgesetzes war die Folge eines der heftigsten Wahl kämpfe in unserem Staate. Die Be seitigung des Bazter-Gesetzes war die Jffue" des Wahlkampfes im Herbste 1874. Das Lizensgesetz von 1375 wurde von einem (seitdem verstorbenen) Advokqten Namens Harrington und mir zusammen ausgearbeitet und in unserer Fassung von der Legislatur angenommen. Daß sich die Temperenzler dabei nicht beruhigten,, war natürlich. Nur sechs Jahre später gelang es ihnen, in der Legislatur einen Prohibitionsbeschluß durchzubringen. Aber Dank dem energischen Auftreten der Deutschen wurden bei der darauf folgenden Wahl alle Hoffnungen auf Einführung der Prohibition begraben. Aber nur für den Augenblick, denn die Temperenzler starben nicht. Was immer man sonst von ihnen denken mag, die Anerkennung kann man ihnen nicht versagen, daß sie ihre Sache mit außerordentlicher Energie und Ausdauer verfolgen. Was ih nen damals nicht vollständig gelang, daß ist ibnen seitdem auf Umwegen theilweise gelungen. Wir haben sögenannte Local Option, zwar nicht theoretisch, aber praktisch. Und was ist Local Option anders als Prohibition im Prinzip, aber praktisch nur theil weise angewandt? - Nachdem die Supreme Court in dem Falle von Thayer White .u. A. gegen George H. Furgeson entschied, daß eine Vollmacht., in welcher man Jemanden ohne Nennung der Namen der Applikanten beauftragt, gegen jedwede 'Ertheilung einer LizenZ, gleichviel an wen, zu remonstriren, volle Giltizkeit hat, kann die Mehrheit der Stimm geber in einer Ward oder einem Town ship vhne viele Mühe jede Wirthschaft schließen. , Wenn Das im Prinzip nicht Prohibition ist, was ist es sonst ? In dürren Worten sagt die Supreme Court in ihrer Entscheidung, daß das Gesetz der Mehrheit der Stimmgeber das Recht gebe, zu entscheiden, ob inner halb der Grenzen der Ward oder des Townships Getränke verkauft werden sollen oder nicht. Dieses Recht beruht auf Paragraph 9 der Akte von 1895 des sog. Nicholson Gesetzes. Dieses besagt, daß wenn eine Mehrheit der Stimmgeber remonstrirt, keine Lizens ertheilt werden solle. Der ' Angabe von Gründen bedarf es nicht. In dem Gesetze von 1875 war zwar auch das Recht des Remonstrirens vor gesehen, aber der Remonstrant mußte genügende Gründe angeben, warum dem Äpplikanten keine Lizens ertheilt werden solle, und die Ertheilung oder Verweigerung der Lizens hing nicht von der Zahl der Remonftranten ab, sondern davon, daß diese das Vorhandensein und die Stichhaltigkeit der angegebenen Gründe bewiesen. Im Prinzip hat. die Supreme Court in dem Gesetze von 1895 nichts geändert, sie hat nur dadurch, daß sie entschied, daß man so in Bausch und Bogen remonstriren könne, die Anwendung des Gesetzes derart erleichtert, daß es zu einer allgemein drohenden Gefahr geworden ist. Die Wirkung werden wir bei der ameisenhaften Thätigkeit der Temperenzler bald sehen. Die Schließung Hunderter, wenn nicht Tausender von Wirthschaften wäre dabei an sich noch nicht das Schlimmste. Daß sie im Stande sind, zur Erlangung von Un-
terschriften die korruptesten Mittel anzuwenden, das haben wir in JndianapoliS in der vierten Ward gesehen. Die Entscheidung in diesem Falle steht noch aus, Haß und Zwietracht werden an Stelle des Friedens in den Gemeinden treten, geheime Wirthschaften werden die Stellen der öffentlichen einnehmen, was erfahrungsgemäß den Schnapssuff fördert, weil Schnaps im Geheimen leichter zu handhaben ist als Bier und Wein und die Sache der Mäßigkeit wird nicht gefördert, sondern geschädigt. Dies Alles ist so nach und nach gekommen, denn die Temperenzler sind rührig und immer auf dem Posten. Und wenn nichts dagegen geschieht, so werden sie in aller Stille noch weitere Verschärfung des Gesetzes herbeiführen, denn der Appetit kommt bekanntlich beim Essen. Zur Zeit sind die Temperenzler so rührig und die Politiker so eingeschüchtert, daß von der nächsten Legislatur nichts zu erwarten ist. Für eine energische organisirte Wahlagitation ist es auch zu spät. Sodann muß man den Temperenzlern Zeit geben, sich und das Gesetz verhaßt zu machen. Daß sie das werden, daran ist kaum zu zweifeln. Dann,, bei derWahl in 1904, ist die Zeit, den Temperenzlern einen mächtigen Schlag auf's Haupt zu versetzen. Es muß eine Wiederholung von 1874 und -1882 stattfinden. Um die Temperenzler zu schlagen, bedarf es immer der Deutschen. Sie allein können den feigen Politikern den nöthigen Rückhalt verleihen.
Phil. Rappaport. Der Direktor deö statistischen Am tes der Stadt Berlin hat im Auftrag: des Magistrates ein Jahrbuch herausgegeben, das unter Anderem auch einen Einblick in die Lebenshaltung der Berliner Bevölkerung gestattet. Darnach stellt sich der Fleisch - Konsum in Berlin auf 185,521,263 Kilogramm nahezu 4084 Millionen amerikanische Pfund auf den Kopf bei einem mittleren Bevölkerungsstande von 1,820.000 in Berlin und 600,000 im Umkreise van acht Kilometer, auf 76,64 Kilogramm pro Kopf 169 Psund unseres Gewichtes. An Bier konsumirte die Berliner Bevölkerung pro Kopf 232 Liter 260 Quarts ein ansehnliches Quantum. Der Konsum von Kartoffeln ist beträchtlich zurückgegangen. Er betrug etwas über 67 Kilogramm 148 Pfund pro Kopf, gegen 175 Pfund im Jahre 1895. Ein schlauer Fuchs scheint, wie so viele Chinesen, auch Ho Vom, Generalconsul des Reiches der , Mitte in San Francisco zu sein. Er hat nämlich ge sagt: Washington ist das größte diplomatische Centrum der Welt und alle auswärtigen Nationen schicken ihre besten Staatsmänner nach Washington, um dort aus dem' Born diplomatischer Weisheit zu schöpfen. Ueberhaupt ist Amerika nicht zu übertreffen; es marschirt in jeder Hinsicht an der Spitze, es ist das größte Reich der Erde und seine Bewohner sind glücklich zu schätzen und stehen auf dem höchsten Gipfel der Kultur." Das diese plumpe Schmeichelei die Amerikaner riesig kitzelt, läßt sich leicht denken, und das Bild des schlauen Ho Dow erscheint in allen anglo-ameri-konischen Blättern und er wird natürlich auch als einer der smartesten" Diplomaten gepriesen. Nachdem bereits vor längerer Zeit die Eskapaden des vielfachen Mörders Tracy dramatisirt worden sind, ist jetzt im Staate New York ein Stück auf die Bühne gebracht worden, welches die Flucht der Gebrüder Biddles aus dem Pittsburger Gefängniß und den Beistand, den diese von der Frau des Schließers erhielten, behandelt. Die beiden Brüder begingen bekanntlich Selbstmord, um der Gefangennahme und dem Galgen, zu dem sie verurtheilt Tiaren, zu entgehen. In dem Stück, welches sich A Desperate Chance" betitelt, werden natürlich die beiden Mordbubcn als Helden vorgeführt und das ehrvergessene Weib, welches ihren Mann und ihre Kinder verließ, um das Loos der Hallunken zu theilen, zur Heroine gemacht, während die Vertre ter des Gesetzes, von denen verlangt wird, das Verbrechen zu bestrafen, sich mit der Rolle verächtlicher Spürhunde begnügen müssen. Es ist nicht zu verwundern, daß der Polizeichef von Syrakuse, N. Y., wo das Stück zum ersten Male über die Bretter ging, von der Schädlichkeit der Aufführung überzeugt, alles Mögliche gethan hat, dieselbe zu verhindern. Leider hat er damit keinen Erfolg gehabt.
Local-Politischcs.
Der Ost End Republ. Club nennt sich jetzt McKinley . Club". Derselbe beabsichtigt, sich ein $5000 Heim zuzulegen. Die republ. County-Campagne wird am 26. Sept. in einer Versammlung des Südseite R e p u b l i k aner Clubs eröffnet werden. Addison C. Harris, Daniel Storms aus Lafayctte und Mayor Bookwalter werden die Redner sein. Am nächsten Mittwoch Abend eröffnet der 13. Ward d e m o k r atische Club die Campagne in No. 1037 Süd Delaware Straße in passender Weise. Verschiedene gute Redner werden anwesend sein, u. A. auch Herr August M. Kühn, der demokratische Schatzmeister-Candidat. Senator Hanna von Ohio, der bekanntlich in Jndiana erwartet worden war, um hier die rep. Campagne durch Stumpreden zu, fördern, hat gestern auf diesbezügliche Anfrage erklärt, daß er noch nicht bestimmen könne, ob er die Hoosier im Herbst persönlich besuchen wird und kann, oder nicht. Doch wolle er versuchen, wenn möglich einen Tag lang in Jndiana zuzubringen' James McNulty hat f e i n e Kandidatur zurückgezogen. Dem Vorsitzer Elliott vom republicanischen County-Comite ist ein Stein vom Herzen gefallen. JameS McNulty, einer der Candidaten für Friedensrichter, welcher bei den Primärmahlen im März nominirt wurde, hat seine Candidatur zurückgezogen. Dadurch sind jetzt keine neuen Primärmahlen mehr nöthig. Die Candidaten für Friedensrichter, welche auf dem Ticket verbleiben, sind die gegenwärtigen Friedensrichter Smock, Stout, Sheppard und Nickerson. Staats-Fair. Die Zahl der Ausstellungsgegenstände wird alle früheren Jahre übertreffen. Für die Staats Fair der nächsten Woche sind 603 Stück Vieh angemeldet. Verhältnißmäßig ebenso zahlreich werden die Schweine, Schafe und Hühner vertreten sein, so daß nach Sekretstr Downing auch in dieser Richtung alle früheren Fairs übertroffen sind. Einen besonderen Genuß für Liebhaöer verspricht die Schaustellung einer Menge der feinsten Aepfelsorten, darunter eine Anzahl Roman Veauties" und Maiden Bwshes". Auch die Maisausstellung wird durch Reichhal tigkeit glänzen. Zerschnitt sich's Handgelenk. Die in No. 822 Süd Maple Str. wohnhaste Martha Dennin kam gestern Abend, aus einer schrecklichen Wunde am linken Handgelenk blutend, in's Dispensarium, um von Dr. Goodwin die Blutung stillen und die Wunde reinigen und verbinden zu lassen. Auf dem Wege zu einer Apotheke an der Washington Str. war Martha auf dem Trottoir ausgeglitten und gestürzt und hatte eine Arzneiflasche, die sie in der Hand trug, zerschlagen, mit dem obigen Resultate. Grundeigenthums Uebertragungen. Berichtet von der Jndiana Title Guaranty & Loan Co", No. 129 Ost Market Straße. Eliz. A. Collins an Chas. W. Richards, Lot 15 Block 12 S. A. Fletchers N. (5. Add. $1525. Thos. I. Hamilton an Bridget Foley, Lot 27 Risners 2. West Jndpls Add. $1250. Sarah C. Waymire an JameS B. Nelson, Lot 84 Fletcher u. A. Sub. O. L. 96. $3400. ThoS. F. HenZley an James W. Hensley, Thl. Lots 93imb 94 Wileys Sub. O. L. 162. $2000. Daniel Agnew an Napoleon B. Hardacre Lots 4, 5, 6 und 7, E. P. Fletcher Sub. von Lots 13 und 16 E. T. Fletcher'S 1. Brookside Suburb. $1200. 23m. Kothe an Amelia Gilbert, Theil Lot 44 Julian u. A. Sub. und Add. in Jrv'Ngton. $1000. Travelers Insurance Co. an A. I. Drake, Lot 6 PierceZ Sub. von S. W. i Block 13, Drakeö Add. $1500. Jda Haugh an Joseph D. Keney, Lots 10 bis 14 Jncl. Haugh Crawford & Co's Sub. von Block 22 Hol meSWeftend Add.. $1500.
Die Staatsfair soll von der Ar-bciter-Orgamsation gebohrottet werden.
Die Central Labor Union hat eine Ordre an die Mitglieder der Unionen erlassen, derzufolge dieselben aufgefordert werden, die Staatsfair nicht zu besuchen und zwar weil dem Nichtunion Contractor Bender der Contract für die Schreiner-Arbeiten auf den Fair-Grün-den übergeben worden ist. Secretär Downing von der Behörde für Landwirthschaft sagt, daß Bender den Con tract erhielt, weil er der niedrigste Bieter war und nach dem Gesetz mußte derselbe den Contract erhalten. Fahrunfall. Benjamin Quackenbusch von der Bates Str. No. 601 fuhr mit seinem 12-jährigen Sohne Victor und dessen in gleichem Alter stehenden Freunde Harrison Gary die Liberty Straße entlang, als der Gaul scheu wurde und wie toll davonrannte. Alle drei Insassen des Wagens wur den auf das Straßenpflaster geschleudert. Quackenbusch kam mit einigen Quetschungen davon, fein Sohn Victor erlitt den Bruch einer Rippe und Gray brach das Nasenbein. - Frau McKinley's Be such. C a n t o n , O., 13. Sept. Das erste iAnniversarium des Todtestages von Präsident McKinley wird hier von der Bevölkerung in würdiger Weise begangen werden. In allen Kirchen werden Memorial-Gottesdienste stattfinden.. Frau Garrett A. Hobart, Wittwe des verstorbenen Vice-Präsidenten Hobart ist zum Besuche der Frau McKinley hier eingetroffen, um den morgigen Tag mit ihr zu verleben. Liefert sich aus. Detroit, Mich., 12. Sept. Aus Muskegon, Mich., wird berichtet: Luther W. Shear, Distriktsagent der Northwestern Mutual Lise Insurance Company, der am 11. Juni ver schwand, nachdem er Fälschungen und Schulden im Gesammtbetrage von $50,000 hinterlassen hatte, lieferte sich heute dem Sheriff Payne aus, weil er es müde war, als Flüchtling von Ort zu Ort zu wandern. Wie er sagt, hat er die meiste Zeit in New tyoxl zuge-. bracht. Shear wird sich der Fälschung schuldig bekennen. Unter seinen zahl reichen Opsern herrscht große Aufregung. Frenzel iros., 5!o. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen. auf alle Städte Europa. Schiffsscheine nar An und verkauf ausländischen Geldes. Das Bedürfniß eines Berathers zum Zweck von Capital Anlagen, Verwaltungen, oder Geschäf ten irgend welcher Art, die Erfahrung und Vorncht erfordern, wächst mit den Ansprüchen der modernen Leben5Ver hältnifse. Indiana Trust Co. erfüllt diesen Zweck in vollstem Maaße ; sie hat ein großes Capital und steht unter der Leitung von erfahrenen und erprobten Beamten. Rath kostet nichts. Capital $ 1 ,000,000.00 CnrpluS...... 125,000.00 Samstag Nachmittags geschlossen.
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