Indiana Tribüne, Volume 26, Number 10, Indianapolis, Marion County, 3 September 1902 — Page 7

Jndiana Tridune, S September 11) 02,

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Harriets Ehe. o liomaix von A. Von der- Elbe. Q 7V Mv u QcG00CCOCtt04C000 (Fortsetzung.) Sie betritt den prangenden orgarten, kein Diener zu sehen, die Wagenspuren führen zu einer Seitenthür. Sie geht über die Veranda in ein schönes Vorzimmer. Sie hört Stimmen nebenan. Soll sie eintreten? Aber sie ist ja im Hause ihrer Kousine, die wie eine Schwester zu ihr stand, weshalb da zaudern? Sie geht in den Salon. Die Amah verläßt eben mit den beiden Kleinen durch die andere Thür das Gen'.ach. Franziska steht in der Mitte, eine junge Dienerin nimmt ihr Hut und Mäntelöen ab. Bei Harriets Eintritt begegnen sich die Augen der beiden Frauen, und Harriet sieht, daß Franziska erschrickt; hastig wird die Zofe fortgeschickt. Franzi?!a bat lauge gewußt, daß Q'Dannes hier sind. Sah sie ihn doch ein paar Mal auf der Bühne. Allein welche Vortheile konnte es ihr bringen. mit der ungeliebten Base in deren jetzter Laqe wieder anzuknüpfen? Fränzchen, Du erkennst mich doch?" O gewiß" welch Stocken, welch kühler Ton! wenn Du auch nicht sonderlich aussiehst." .Dir geht cs um so besser Ab ich bitte Dich, Harriet, wo kommst Du denn her?" Mein Mann ist hier am Theater." ..Hier?" Nun ja er ist leidend, muß fijrlieb nehmen." So ist's in der Welt.-Aber willst Du Dich nicht setzen?" Welch ein Empfang! In Harriets Gemüth gährt es, Jammer und Unwillen streiten um die Herrschaft. Ihr scheint ja in glänzender Lage" Franziska zuckt die Schullern. Mein Mann klagt; wir sind noch Anfänger." Ein Kampf entbrennt in Harriets Seele. Sie fühlt, daß die Andere jede Annäherung, die Möglichkeit einer Bitte abwehren möchte. Soll sie gehen, ohne zu bitten? Aber sie denkt an ihren kranken Mann, ihre hoffnungslose Armuth und muß es wagen, die Wohlhabende anzusprechen. Franziska es wird mir schwer aber Du glaubst nicht, in welcher welcher Noth wir sind. Percy leidend, außer Stande aufzutreten, alle Ersparnisse verbraucht " Das begreise ich nicht, bei Eurem Reichthum. Vermuthlich bist Du eigensinnig, willst Deinem schwer beleidigten Vater keine guten Worte gönnen?" Mein Vater weiß gar nicht, daß wir hier sind." Siehst Du, Du Trotzkopf, da kannst Du Dich nicht wundern." Willst Du nach Hamburg schreiben?" Bewahre, ich mische mich nicht in fremde Angelegenheiten, korrespondire auch gar nicht mit Onkel. Jean, weißt Du, ist nicht gerade im besten Einvernehmen mit der Firma, er wünscht, daß ich mich zurückhalte. Und bitte, komme ihm nicht mit Forderungen.- Er sagt mir alle Tage, daß wir Ursache haben zu sparen. Aber wenn ich Dir etwa dies eine Mal mit zehn Dollars ich habe wirklich augenblicklich nicht mehr zur Verfügung." Sie greift nach einem Geldtäschchen. Harriet erhebt sich hastig. Dann besinnt sie sich. Sie spricht scharf: Wenn meine Vase das Verlangen fühlt, ein klein wenig von den ihr zu Theil gewordenen Wohlthaten abzutraaen. 'so bin ich nicht in der Lage, die Annahme zu verweigern. Scheinbar gelassen schiebt sie das dargebotene Geld in die Tasche, verneigt sich stumm und verläßt - die verstimmt Zurückbleibende. Harriet geht zornbebend in der Richtung nach ihrer Wohnung davon. Als sie aber in den öffentlichen Anlagen eine halb unter dunklem Wintergrün versteckte Bank gewahrt, wirft sie sich darauf nieder. Sie fühlt Plötzlich, daß ihre Fuße sie kaum noch tragen. In heißes Weinen ausbrechend, nimmt sie ds Gesicht in beide Hände. O, wie war dies möglich? Wie konnte die reiche Frau sie so behandeln? Kaum eine Hand hat sie ihr gereicht. Franziska, sie, die sonst so Geschmeidige, von ihr einst Aufgenommene. Ist dies die Rache der Neiderfüllten? Zum zweitenmal kann sie nicht zu ihr gehen, unmöglich! Es würde ja auch vergeblich sein. Lieber sich jeglicher Arbeit unterziehen, lieber verhungern. Wie Blei liegt es ihr in den Glicdern, als sie in ihrem engen Stübchen am Bette des fiebernden Mannes ankommt und hier an seiner Seite in die Kniee sinkt. 19. Kapitel. . Harriet saß vor Mr. Slade in seinem Bureau und fühlte die scharfen Augen des kleinen Herrn prüfend auf sich ruhen, während sie abgebrochen, stoßweise ihr Anliegen vorbrachte. Er ließ sie ausreden und erwiderte schmunzelnd: Kann Ihr Mann nichts verdienen, so thun Sie's doch." Ich?- Sie sieht ihn groß und traurig an. Was kann ich thun?" Freilich sind Sie nicht mehr so schön, wie Sie waren. Entbehrung ruinirt.Sie sehen blaß und abgemagert aus, aber jung und reizend sind Sie doch noch. Wenn Schminke und Garderobe nackbelfen. und Sie etwas nuten

Willen mitbringen, stellen Sie mit Ihrem prächtigen Blondhaar und den großen sprechenden Augen immernoch meine sämmtlichen Frauenzimmer in den Schatten." w!$d) kann nicht auftreten. Herr Direktor." ' Man kann vieles, wenn man muß." Dies nicht dies nicht!" ruft sie mit zitternder Angst. Sie sind eine Närrin. Zuerst gebe ich Ihnen kleine, unbedeutende Rollen, Sie gefallen, Ihr Ehrgeiz, Ihre Eitelkeit erwachen, und ich sehe es kommen, daß Sie mich dringend um hervorragende Partien bitten." Ich kann es ich kann es wirklich nicht!" Sie werden's lernen, welchen vorzüglichen Lehrmeister haben Sie zu Hause." Ich brachte kein Wort hervor ich sänke vor Scham in die Erde." Sinkt sich nicht so leicht. Was wollen Sie denn anfangen? Daß ich noch ferner für nichts und wieder nichts einen Dollar Gage an Sie wegwerfe, müssen Sie einem Geschäftsmann nicht zumuthen." Harriet erblaßt, und ohne daß sie es weiß, rollen ihr zwei große Thränen Über die schmal gewordenen Wangen. Er fährt gütigeren Tons fort: Ja. kleine grau, Sie müssen verdienen, da

hilft nichts. Auftreten kann Ihr Mann nie wieder, aber noch viele Jahre hinsiechen. Da ist nun doch keme andere Aussicht, als daß Sie etwas Einträgliches ergreifen." Ich will ja das gern thun helfen Sie mir nur!" Sie wollen, und wenn man Ihnen etwas Gutes anbietet, wollen Sie nicht." Haben Sie keine andere Arbeit für mich? Etwa Kostüme nähen; ich würde sehr fleißig sein." Bei mir muß Jeder sich selbst anziehen. Fehlte noch, daß ich mein zusammengclaufenes Volk aufputzte." Ist denn gar nichts anderes für mich zu thun? Bitte, denken Sie nach!" Er starrt nachsinnend vor sich hm, und ein spöttischer Zug legt sich um seine schmalen Lippen. Hm, ich wüßte wohl etwas aber wir sind hochmüthia höllisch vornehm, was?" Mir soll keine Dienstleistung zu schlecht sein." Ich habe da zwei chinesische Diener in dem vorderen Raum neben dem Theatereingange, wo die Besucher ihre Garderobe ablegen. Sie sollen gute Trinkgelder bekommen; der Eine ist immer halb im Opiumdusel. Ich kann ihn mit vollem Rechte wegjagen. Eine hübsche junge Frau zur Bedienung wird Jedermann angenehmer sein. Wollen Sie den Posten? Was Elegantes ist es nicht, aber einträglich. Sie können Abend für Abend vier bis fünf Dollars an Trinkgeldern in die Tasche stecken. Paßt Ihnen aber mein Vorschlag nicht, so müssen Sie sehen, wo Sie Besseres finden." Er schaut sie lauernd, überlegen listig an, denn er meint, er hat sie nun 'sicher, sie wird einlenken und sich noch bereit erklären, aufzutreten. Sie aber erwidert nach kurzem Zvgern, daß sie seinen Vorschlag annehme. Alle Wetter, hab' Ihnen das nicht zugetraut! Zärtlichen Anerbietungen sind Sie da mehr ausgesetzt als auf der Bühne." Dagegen kann man sich in seinem Benehmen verwahren. Ich werde ein dunkles Tuch um den Kopf knoten und mich so unscheinbar kleiden wie möglich." Sind 'n braves Werd, der Platz ist heute Abend für Sie frei. Und hier die letzte Gage für den kranken Mann." Sie dankte ihm und ging von den zwiespältigsten Gefühlen durchwogt nach Hause. Die Hoffnung, so viel zu verdienen, wie sie zum Leben gebraucht, erfüllt sie mit großer Beruhigung, allein die Art des Bedienens mag peinlich genug sein. Mäntel abnehmen und umhängen, aus jeder Hand eine kleine Münze empsangen, vielleicht mit Scherzreden oder Schlimmerem es ist eine schwere Aufgäbe. Doch was hilft's? Verzaaen ist Zusammenbrechen, Untergehen. Nein, sie will stets an ibre Noth denken und für jedes Geldstück dankbar sein. Gleich heute Abend will sie sick mit ihrem Kollegen, dem Chinesen, in ein gutes Einvernehmen setzen, damit er sie nach dem Theater in ihr Boardinahaus begleitet. Und was sagt sie Percy, wenn sie ihn .jeden Abend verlassen muß: Ich habe im Theater zu thun." Vielleicht fragt er dann nicht weiter. Es wird ihm fchmerzlicher sein, daß sie diesen untergeordneten Dienst verrichtet, als wenn er denkt, sie habe sich entschlossen, aufzutreten. ' Der Kranke, stets erfüllt von dem. was er gefühlt, gelitten, wie viel er gehustet, was er genossen, daß die Petersen dagewesen, wie heute ihre Suppe geschmeckt, nickte zustimmend, als Harriet erzählt, sie habe mit dem Direktor ein Abkommen getroffen, wonach sie jeden Abend .im Theater beschäftigt werden solle. Sie hoffe, fügt sie hinzu, so viel zu verdiemn,.daß sie wie bisher weiterleben könnten. O'Danne, dem frühe? der Gedanke, seine schöne Frau auf der Bühne zu sehen, zuwider gewesen, erfaßt jetzt ihre Anstellung als eine Erleichterung von großer Sorgenlast. Indeß, in seiner Schwäche alles Unangenehme ablehnend, fragt er nicht nach ihren Rollen oder nach ihrer Gage. Sie glaubt auskommen zu können, das ist ihm die Hauptsache; wenn er nur die gewöhnte Verpflegung erhält, bescheiden ist sie ia. aber mehr kann er leider nicht, er-

warten. Er schweigt, er fragt nicbt.

damit sie ihn nicht mit Klagen ängstigt und aufregt; wenn sie für die Auffassung einer Rolle seinen Rath braucht, wird sie sich schon an ihn wenden. t In Frau Petersens Pension ist seit einiger Zeit ein alter weißbärtiger Seemann eingezogen, der einen treuherzig väterlichen Ton gegen Harriet anschlägt und, als er sieht, daß sie sich anschickt, in's Theater zu gehen, sich erbietet, sie zu begleiten. Er sehe doch von einem billigen Platz aus jede Vorstellung mit an. . Die junge Frau ist Mr. Miller sebr dankbar und vegibt sich gern unter seinen Schutz. So geht sie mit dem guten Alten ganz sicher und muthig, und dann beginnt ihr Dienst. Der Chinese ihr Genosse, sieht sie anfänglich fcheel an, wird aber bald freundlicher. Und nun sieht sie wirklich und nimmt denDamen die schützenden Hüllen ab, während sie Iul anweist, die Herren zu besorgen. Sie sieht aber bald, daß ihre Scheu sie der Einnahme beraubt, denn die Herren zahlen besser, und 'so wechselt sie mit Iul in der Dienstleistung. W ihr zum ersten Mal Münzen in die Hand gedrückt werden, als sie genöthigt ist, sich von all' den fremden Händen berühren zu lassen, erfaßt sie heftiger Widerwille, unbändige Scham. Ist sie es wirklich. , das verwöhnte Kind des reichen Mannes, das hier mit den feuchten, dunstenden Kleidungsstücken fremder Menschen hantirt, wuchtige Mäntel aufhängt, sich zur Eile antreiben laßt und willig die Hand op net, um schmutzige Geldstücke zu empfangen und in ihre Tasche zu schieben? Man ruft sie mit: He, Sie da!" nennt sie schönes Kind" und liebe Kleine." Einer Dame muß sie das Stiefelchen zuknöpfen, einer Anderen das Strumpfband befestigen. Wenn sie nur mcht mit FranziSka oder Leforet zusammentrifft. Doch gleichviel, mögen die Undankbaren sehen, wie sie um ihr täglich Brod ringt. Die Zeit geht hin, Harriet gewöhnt sich etwas an die niedere Beschäftigung, die ganz einträglich ist. Wenn sie Abends ihre Tasche leert, findet sie immer mehr, als sie für den Tag gebraucht. Ach, und Percy ist so schwach, so leidend, es beglückt sie. ihm kleine Erquickungen kaufen zu können. Sie ist's, die erwirbt, die, alles durch ihre Arbeit schafft, was sie gebrauchen; das ist doch ein schönes Gefühl, ein Gefühl von leisem Stolz, der sie über ihr Elend erhebt. Sie erkennt, daß nicht der Hochmuth des in Reichthum hineii) Geborenen Berechtigung hat, sondern das tröstliche Selbstgefühl des Armen, der sich aufrafft und dem es gelingt, durch eigene Anstrengung von einem Tage zum anderen das Nöthige zu erarbeiten. O, wie viele ernste und hilfreiche Gedanken kommen ihr jetzt! Wenn Percy nur nicht so sehr krank wäre! Es wird ihr immer schwer, ihn für die Abendstunden zu verlassen, und sie geht nie. ohne rau Petersen dringend zu bitten, daß sie doch öfter nach ihm sehen möge. Wenn Harriet dann an Mr. Millers Seite durch die kalte Abendluft schreitet, fühlt sie es doch als Erquickung. der engen, dumpfen Krankenstube ent rönnen zu sein, und sie geht mit einer Art Freudigkeit an ihr Geschäft. Es ist gegen Weihnachten. Die Vorstellung im Theater hat bereits begonnen, und nur noch einzelne Nachzügler betreten den offenen Garderobcraum, in dem Harriet und Au! fröstelnd warten, um etwa noch Kommende zubedienen und das ihnen Anvertraute zu ordnen und zu überwachen. Ist für heute, gethan, Herrin." sagt der Chinese und schiebt Harriet einen Stuhl hin. kannst. Dich ausruhen." Bevor sie sich setzt, betritt ein Herr eilig den Raum, sie geht auf ihn zu und nimmt feinen nassen Havelock entgegen. " " Welche Aehnlichkeit! Sie starrt den Mann an, der Mantel entsinkt ihrer Hand, und mit dem Schrei: Arnold!" hebt sie die Arme und taumelt. Harriet großer Gott Du Du!" Er umfängt sie und hält sie fest, fest. Ist es möglich, bist Du's wirklich" Sie trauen Beide ihren Augen nicht. Wie kommst Du hierher?"- Harriet stammelt es unter 'Lachen und Weinen. Woher weißt Du hat doch Franziska?" Ich hatte keine Ahnung. Geschäfte halber kam ich. Armes Kind, meine theure, arme Harriet hier hier! Wie blaß, wie scymal.und welch' eine Beschäftigung! Wie kann Dein Mann das leiden?-Wo ist er?" Krank, seit Wochen im Bette. Komm, .keinen Augenblick lasse ich Dich mehr hier." Sie lächelt glücklich, fast schelmisch: Man darf doch mcht so aus dem Dienst laufen. Nul. willst Du's nachher allein besorgen? Dieser Herr, mein Vetter, möchte mit mir nach Hause gehen Der Chinese ist dazu bereit, und Harriet kann an des Wiedergefundenen Arm das Theater verlassen. , wie geborgen sie sich an seiner Seite fühlt, wie gerettet wie über alles Maß glücklich! Wie ist dies nur mögliJ.n rr"ri.i i ... r neu siuueri ne zu iym aus. Wunderbar, undenkbar dieses Finden!" v. Wirklich ein Zufall? Kommst Du von Hamburg? Wie geht es meinem Vater?" Onkel Schönemann geht es gut. eigentlich besser als früher.' Er hat sich mehr herausgerissen, muß jetzt das Geschäft allein leiten. . Es blieb nichts

anderes übrig, als daß ich' reiste, wenn

wir unseren chinesischen Handel' mcht ganz verlieren wollten. Jean Leforet, der Halunke, hat sich hier als Vertreter unserer Firma eingeführt, er kannte unsere Beziehungen und hat alles rücksichtslos an sich gerissen. Schreiben, Verwarnen, Beauftragen Anderer fruchtete nichts. Die elende Geschichte dauerte Jahr und Tag, da entschloß ich mich, selbst zu gehen. Habe schon eine sehr ernste Unterredung mit dem Cujon gehabt und denke, ihn völlig aus dem Sattel zu heben. Der Kerl lebt ja in glänzenden Verhältnissen. Alles uns weggeschnappt, unerhört! Nun aber ge nug und zu Dir. Harriet, liebes liebes Kind, wie ist Dir's ergangen? Wie konntest konntest Du?" So herunterkommen ergänzt sie traurig. Ja. Arnold, das ist eine lange, lange Geschichte." - Wir hörten zuletzt durch Pine von Dir. Die gute Seele weint noch heute. wenn irgend etwas an D'ch erinnert. Dein Brief lautete furchtbar trostlos. Am liebsten wäre ich sogleich abgereist, um Dich in Baltimore zu suchen. Deine Spur zu verfolgen. Dich Deinem Manne zu entreißen." O nein nein! Ein Gluck, datz Du es nicht gethan." , Nun za, ich mußte es einsehen, wie vergeblich es sein würde. Wenn ich hinkam, waren mehrere Wochen in's Land gegangen. Wo sollte ich dann noch suchen? Wie Kunde von Euch erhalten, die Ihr unter fremdem Namen im Verborgenen gelebt hattet? Wie erfahren, wohin Ihr Euch gewandt? Du batest ja auch immer so beweglich, Eucy nicht zu verfolgen.-Wir haben also schweren Herzens weiter Deinen Willen geehrt. Aber ruhig sind wir nicht geworden. Keine Ahnung hatte ich. Dich hier zu treffen." Sie erreichen das Boar'dmghaus. Hier wohnen wir," sagt Harriet. Also hier." Sein Blick überfliegt den langgestreckten einfachen Bau, der an dem naßkalten Winterabend, still und düster daliegend, einen trübseligen Eindruck macht. Harriet vermag nicht, sich von ihm zu trennen, wie viel hat sie noch für ihn auf dem Herzen! Allein Percy darf nicht ahnen, wen sie in dieS Haus führt. es würde ihn fürchterlich erregen. Das Eßzimmer ist gewöhnlich zu dieser Stunde leer. Alle Gäste gehen Abends ihrem Vergnügen nach; die Petersen ist in der Wirthschaft beschäftigt. Laß uiiö leise sein." raunt sie. schließt auf und führt ihn einen langen dämmerigen Gang hinunter. Dann lugte sie vorsichtig in eine Thür und winkt ihm. ihr zu folgen. Sie treten in ein geräumiges Gemach, Speisegeruch schlägt ihnen entgegen. Eine lange Tafel mit abgenutzter , Platte steht in der Mitte, Bambusstühle sind daruntergeschoben. Von der niedrigen Decke hängen zwei dunstende Petroleumlampen mit Blechschirmen herab. Im Kamin glüht ein kleines Feuer. Arnold rückt Stühle heran. Ihr werdet natürlich .baldmögli!,: diese elende Spelunke verlassen," sagt er, sich mißvergnügt umschauend. Nein, nein, unmöglich. Percy kann letzt mcht - umziehen. Er darf auch nicht merken, daß unsere Verhältnisse sich ändern. Was soll er denken? Er weiß ia, daß wir arm sind ganz arm," fügt sie traurig mit leiser Stimme hinzu. Aber nun ich hier bin, muß . doch diesem unerträglichen Zustande ein Ende gemacht werden! Ich fasse nicht, daß O'Danne es so weit kommen lreß. Er konnte sich doch denken, daß Dein Vater helfen wurde, daß alles ver ziehen und vergessen sei, wenn Du ihm mittheiltest, daß Dem Mann krank ist. und daß Ihr mittellos seid. Sie seufzt schwer. Er sieht sie forschend an, sein Herz wallt auf, ein heißer Schmerz packt ihn. Dies junge theure Wesen so verändert wiederzu sehen, so voll Ernst und mit dem lei denden Ausdruck. Traurig, jammer voll traurig! Harriet!" Er ergreift ihre kleine ungepflegte Hand. Sprich Dich offen aus, über alles, alle Eure Verhältnisse. Bin ich nicht Dein Freund, Dein Bruder? Laß uns be rathen, was geschehen kann. Verfüge ganz über mich. St erröthet und zieht, ihre Hand leise zurück. Er begreift sie. Wie. viel Zartgefühl cei solchem Elend! Unbefangen sagt er: Jch werde Dir aus Deines Vaters Konto unbc schränkten Kredit eröffnen." Sie nickt dankbar. Und nun fängt sie an zu erzählen. Endlich kann sie sich einmal gegen einen treuen, ihr ganz ergebenen und sie in ihrer Lage völlig verstehenden Menschen aussprechen. Wie das wohlthut, wie das erleichtert und tröstet! Er sagt nicht viel zu der Beschreibung ihrer Erlebnisse, ihrer jetzigen Laae und des traurigen Zustandes, in den ihr Mann immer tiefer. versunken ist, aber er entnimmt aus ihrer Schilderung mehr und mehr, daß er O Danne nicht sehen kann, daß sem Anblick vermuthlich dem Unglücklichen einen Ausbruch von Angst und Verzweiflung erregen würde, der bei seinem Leiden die schwersten Folgen haben . i . lonnie. Es bleibt uns also nichts übrig." spricht er endlich gepreßt, als daß ich einstweilen persönlich aus dem Spiel bleibe. Ich denke, wir können uns-aber hier dann und wann sehen. Ich will meine Wirthin in's Ver trauen ziehen. Und sobald ' mir's irgend möglich erscheint, sage ich meinem Manne ganz offen, daß Du. ohne mein Zuthun hergekommen bist, daß mein Vater verzeiht und uns hilft."

uno aus aue ftaue weim iDu, wo

jeden Augenblick Rath und Trost für Dich zu finden ist. Er bemerkt Mit Bewunderung, wie umsichtig und charaktervoll das einst so sorglose junge Geschöpf geworden ist. Ja. die Schule des Lebens, die sie durchlaufen, war schwer, aber ein Gewinn 'wird ihr bleiben, eme Reife, die sie fönst vielleicht nie erlangt haben würde. Harriet fühlt, wie er sie immer versteht, wie. sie sich innerlich trotz der jahrelangen Entfremdung doch näher gekommen sind, und ihr Vertrauen zu ihm wird warmer und fester. Ja, er steht ihr bei mit seiner Nähe, mit Allem, was er für sie thut; sie kann nun nie mehr rathlos und verlassen sein. Arnold erhebt sich und reicht Harriet eine Banknote. Sie möge ihm sagen. wenn sie mehr brauche. Sie schüttelt lächelnd den Kopf. Was denkst Du? Ich habe seit lanaer Zeit keine so große Summe besessen." Er verlaßt sie mit warmem Handtdrucks (Fortsetzung folgt.) Humoristisches. Mirztrttttirci?. S ? l d a t (zur Köchin): Mir scheint. Du läßt das Beste für die Herrschaft übrig." Ein Stoilrcr. Fräulein: So. Sie wollen gar nicht heirathen?" H e r r : Nein, Fräulein, ich schwärme für den ewigen Frieden!" . Ein nobler Eliaralitcr. Gast (für sich): 's Bier ist heute vorzüglich, und das Essen erst ich genire mich ordentlich, die Zeche schuldig zu bleiben!" Vor dein Fricdcnsriciztcr. Ich nehme die Ausdrücke .Schafsköpf ,)chse' und .Nilpferd' zurück und bedauere, daß ich nicht mehr zurückzunehmen habe!" Witr Kompliment. Nun. schmeckt's Ihnen. Herr Doktor?" Mit Ihren Schweinsknöcheln steh'n Sie wirklich groß da. Frau Wirthin!" ScdcttltliLikes Versprechen. 'Onkel: Hier hast Du fünfzig Mark aber nur als Darlehen, vergiß das nicht!" N esse: Niemals, Onkel, ewig Dein Schuldner !" VLa al Wissen Sie, Kamerad, ich war janz erstaunt zu hören, daß Ihr Bruder, der frühere Leibhusar, plötzlich umjesattelt is und nu Bildhauer jeworden is!" Nich wahr, aber da sehen Sie wieder: .Vom Erhabenen zum Lächerlichen is nur ein Schritt!' " Dann allerdings. Maler: Sage mir nun Deine aufrichtige Meinung von meinem neuen Bilde!" r e u n d : Aber warum denn? Laß uns Freunde bleiben." . Die böse Sieden. Bäuerin (zu ihrem Manne, den sie Morgens krank im. Veite antrifft): Was. krank bist', net aufsteh'n kannst', kan Appetit hast', an Bader möcht'st' na Du g'freu' Dich, balst' wieder g'sund bist!" , Soin Stnndpnnltt. A. (im Theater, wo Schillers Kabale und Liebe" gegeben wird): Wie gefällt Ihnen die Aufführung, Herr Staateanwalt?" V.: Sehrintcressant! Bis jetzt kommen die Paragrapben 73, 74, 201, 202, 204, 205, 211. 212. 240 und 241 des Neichsstrafgesetzbuches in Frage!" ,' . Zwecklos. Weshalb ladet Ihr denn die junge Frau Pastor nicht mehr zu Eurem Kaffeekränzchen ein?" Ach, die erzählt nichts weiter!" y Gedankensplitter. Ein Wörtlein zähmt jeden Uebermnth. . Wenn man'S nur richtig brauchen thut, Macht kleinlaut und descheidentlich , Das Wort: ES geht auch ohne Dich " Dem Alter ffibt Jeder unbedenklich den Vorzug beim Weine. - Nicht nur das Papier, auch die Gräber sind geduldig: Ter ärgste Schuft kann sich deö schönste Denkmal setzen lassen. Man spricht von sterblich verliebt sein" wahrscheinlich, weil der letzte Wille da mcht mehr weit ist. Nie wird man so ungerecht gegen Esters, als wenn an flch eigenes VLrxtt cz:itin will. Ein Menschenloos erweift f.3 ia t:3 :'JU pen Fällen als Hau5ttre"?r. , .

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Feuer - Signale.

4 Pennfhl und Markt 5 Snglish' Opn-Haui 6 East und Ne Fort 7 Noble und Michigan S N. Jerjey u. Mag Ade 9 Pine und Nvrth 10 Market und Pine 11 Vermont nah East 12 No. S EpritzmhauS Mass. Ave nahe Noble 13 Tlwan und Walnut 1 N. Jersey u Central A. 15 Mass. und Cornell Ave 16 Ash und II. Straße 17 Park Zlve und 1Z Ctr S Columbia urdHillsid 19 High land Ave .Pratt 11 Illinois und Ct. I tZ Pennsylv. und Pratt 4 Meridian und II. Ctr 25 No.S Spritzenhaus IS. nahe Illinois 28 Senate Av u. EtElair 27 Illinois und Michigan 23 Pesylvania und 14. 29 Senate Ave. und IZ. ZI No. 1 Spritzenhaus Jnd Ave naheSiichigan 82 Meridia und Walirat 34 California u Crniont 35 Blake und New Asrk 36 Jd. v. u. Et, lair 37 City Hospital 38 Blake und Notty 39 Michigan und ZlgncS 41 No. Spritzenhaus Washmgton nahe Wkft 42 Gsendorf u Wash. 43 Missouri New Fort 45 Meridian u Stasi) 46 JllmoiS und Ohis 47 Capitol Av.u Wash , 43 Kmgan'S Porthaui 4 Straßenbahn Ställe W.Washington Ctr M Slo.lO Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Illinois u Louisiana SZ West und Couth 54 West und McCarry S Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray es No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMor.'iS 69 Madison Ao. u Tunlop 1 No 2 Haken Leiterhau S Couth nahe Delaware 62 Penn, u Merrill 2 Delaware u. McCarth 64 Last und McEarH 65 New Jsey u. Merrill 67 Lirg.Av.u Bradshav 68 East und Prospect S Bicking und High 71 No. u CpritzcnhauZ Vir Ave. nhe Huron 72 East und Seorgia 73 Cedar und Elm 74 Davidson u Gcorgia 75 English Av. u Pine 76 Chel!y und BateS 73 No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Chclby 7Z Fletcher Av. u Chelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash.. 83 East u Washington 4 New York .Davidsor 65 Taubstummen Anstalt 86 Per. Staaten Arsenal 87 Oricntal und Wash. 89 Fraucn-Neformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 92 Meridian u. Äeorgia. 93 Meridian und South 94 Pennsylv u.onisiana 95 Virzini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohi 123 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 DandeS und 15. 127 Brooksid und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delaware nd 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und . 124 College Ave und 2V. 1ZS Dclaware und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Newmann und 19. 133 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 DandcS und 12. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 14 Alvord und 17. 147 No. 2 EpritzenhauS Hikside Ave und 16. 148 College Ave und 22, 149 College Ave und 7. 152 Park Av und 22. 15?, L E u. 28 Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 1. 156 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 153 Blohd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood I2 Ardcn und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Blohd 165 Ct. Clair u. chstone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Zftcllcfontaine und 28. 169 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michigan 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Av und 21. 216 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Av und 26. 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 Illinois und 33. 236 Annetta und 30. 237 No. S. Spritzenhaus lldell und 5Uar 238 Udktl Ladder WorkS 239Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JZinoiS u Ct. Cia. 243 Eldrioge und 23. S12 West uud Walnut . 13 West und 12. 314 Howard und 16 315 Torbct und Paca 31 Capital Ave und 1. 817 Notthwestcm Tve u2! 318 Gent und 18. 319 Canal und 10. 821 Cerealine Works 324 Vermont und Lynn 325 Bismaröu Erantvic 2 No. 29 Spritzenhaus Haughvtlle. 327 Michigan u. HelmeS, 328 Michigan u. Concord 341 West und McJntvre 412 Missouri u. Maryland . 413 Missouri und Ohi 415 CapitklAveuEeorgia 41 Missouri u Zkentuck Zl. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E RlmdhailZ W. Washwgw. 423 Jrren-Hospital. 424 Miley Aveu.JDuZ2 425 Wash. und Harris 426 No. 18 Spntzenhal l W. Washington 427 Oliver und Birch 423 Oliver irnd Osaood 429 Nordyke und For! 431 Hadlcy Ave u. MorriS 432 Niver Ave u. VorriS 4 River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 R R 436 Harding. und Oliva 437 No. 19 Spritzenhaus Morris und Hardina, 423 Howard und WMaD 439 StocktMk 451 Reisner und Miller 452 Howard und Lee 453 Morris und AappkS 45 Lambert und Belmont 457 Nordhke Slve u. Var nron WorkS 512 West und Ray 613 cutucky Av u. Merrill 514 Meridian und MorrU 51 Illinois und KansaS 17 Morris und Dakota 518 Morris und Church 61 Capital A. u McCartY 521 Meridian und Palmer 623 Pine und Lord S24 Madison Ave Lincoln 26 Meridian und Belt RR 627 Carlo und Ray 528 Meridian und Anzbna 522 Meridian u. Raymond 631 Meridian u. McCarry 2 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe West 12 Mkernan und Dough. 613 East u. Lincoln Lane 14 East und Bcechcr 616 Wright und Sander? 17 McCarty und Beaty 618 New Jersey u kir Av 71 Cpruce und Prospekt 713 English Ave. u. Laurei 714 Etat Ave u.BUA 715 Chelby und Beechcr 71 State Ave und Orange 718 Orange und Laurel 719 Ehelby . CvUaa Ave 721 LexingtonA. Laurel 723 JletchAve u.Spru 724 State Ave u. Pleasant 725 Prrspt und leasa. 72 Orange und Havla 723 Liberty und Merk 729 Nol nd South 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Ett. 13 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Ave 815 Michigan u. Highland 1 Market Arsenal Av, L17 Ost S. Clair un Union Bahn Geleise., 821 Pan Handle Shep? 823 Vermont und Walcott 24 Wash. und Etat L25 Madden'seoungk Fab. 2 Tucka und Dorsey 827 Wash. und Bcville Ave 629 No. 12 Spritzenhaus SSeville nah Michiga, 8Z1 Coutheastcrn Ave und Woodside. 32 Wash. nd Dearbor 834 Coutheastern und Arsenal AveS. 3 New Z?ork und Tempi 912 JllinoiS und Maryl. 913 JllinoiS und Market. 14 Penn, nd Wosh. 9is Delaware nnd Spezial-Stznale. Ersten t Schlag, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. Feuer aui und Schlauch aufgerollt 3 Schläge, Wasserdruck ab. 12 Schläge, 12 Uhr Mittags. Die 'o bezeichneten Signale werden nur vom iiMrm Wächter angegeben da an den berrefsenden Ctraß: rreuzungen keine LllarmkSften angebracht sind. Chicago und der große Nordwesten via c)) 1'211--ZZ1JJ, RggfY ((a

.kllaska-Sawail-PbiliPPine Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. fW 83cn der SMonon 47. Str. Station, Chicago, lnd'Snur Minut miNelft elektrisch Ear nach den Union iehdöfea French LIck Spring, - !n dem Orange County Hochland. ffamilien-Hotel unter neuer eschäftSleituna. Pluto, Proservine und Bowle Quellen. Bette Mineralwaffe? der kSelt. Zwei Züge täglich via Sreencaftle. TtckrtOfftcen : Union Station, VassachnsettS ve. d öS rseft Washington Ctrae. - 8. 5-tilge, IHkrtlt Caff. Cgent, Indianapolis. Jnd. .H.NcDoei. S.H.dtockweii. räs. uud cien. befrist iliter rank ,T.netb, Cra. i'ij. t.'::t. C::;.3,