Indiana Tribüne, Volume 26, Number 8, Indianapolis, Marion County, 1 September 1902 — Page 1
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10,000 Wannet der Arbeit
Zogen heute vor einer nach Hun derttausenden zahlenden Menschenmenge vorüber. Die diesjährige Arbeitertag - Parade stellte alle früheren in Schatten. Die Parade, mit welcher heute Vormittüg die Feier des Arbeitertags eingeleitet wurde, war ohne Zweifel die imposanteste, welche sich je an diesem sem Tage durch die Straßen bewegt hat und wohl noch nie zuvor hat sich eine solch riesige Menschenmenge aus den Straßen eingefunden, als wie es heute Morgen der Fall war. Die Jnterurban-Bahnen und Eisenbahnen hatten Fremde zu Tausenden nach hier gebracht und da die weiblichen Besucher sich mehr oder weniger herausgeputzt hatten, so bot das lebhafte Straßenbild einen farbenprächtigen Anblick dar. Heute Morgen gegen sieben Uhr war der Himmel noch ganz grau in grau gehüllt und es hatte so ganz denAnschein, als wolle er öffnen sich" undViele werden wohl besorgt nach Oben geschaut haben, ob der himmlische Wasser-Tirec-tor wie so häufig in diesem Sommer auch dieses Fest wieder verregnen lasten würde, aber er war dieses Mal gut gelaunt, nach und nach verzogen sich die Wolken und als die Parade sich in Bewegung setzte, da strahlte der Himmel ordentlich vor Bläue. Es war etwas nach halb zehn Uhr. als Eroßmarschall Ed. A. Perkins den . Befehl zum Abmarsch gab. Voraus fuhren Polizei-Superinten-dent Taffe und Eapt. Hyland, dann kam eine Compagnie Polizisten unter dem Commando von Eapt. Krüger. Hierauf folgte eine MusikCapelle und die erste Division setzte sich sodann in Bewegung. In derselben waren die Molder's Union namentlich, sowie die Stove Mounter's Union und die Eigarrenmacher-Union sehr stark vertreten. Die Mitgliederinnen der Laundry Worker's Union" fuhren in Eauipagen und die Zuschauer sahen mit sichtlichem Vergnügen, daß Indianapolis eine große Anzahl von feschen, hübschen Waschmädeln besitzt. Aber auch die Gewandschneiderinnen (Garment Worker's Union), welche ebenfalls fuhren, konnten sich sehen lassen. In dieser Division befanden sich zwei Wagen, ein hübsch decorirter der Home Stove Co. und ein originell geschmückte?, von welchem aus kleine Packete mit Tabak unter die Zuschauer geworfen wurden. In der zweiten Division machten die Mitglieder der Painter Union" zunächst Furore, einestheils dadurch, daß sie in großer Stärke ausmarschirt wa ren und dann auch durch ihren kleidsamen Anzug, sie trugen sammt und sonders weiße Beinkleider und Müxen. In ihrer Mitte führten sie einen Schau wagen mit sich, auf welchem eine Gruppe weißgekleideter kleiner Mädchen einen freundlichen Anblick darbot; die Hufschmiede sahen in ihren weißen Blusen und braunen Schurzfellen ebenfalls gefällig aus. In der dritten Division erregten die Mitglieder der Preßfee der's Union" - namentlich Aufsehen; jeder oon ihnen trug einen eleganten japanischen Schirm. Auch die Typographia No. 1, welche erst kürzlich ihr goldenes Jubiläum feierte war sehr gut vertreten. In der 4. Division bewiesen die Earpenters Unionen ihre volle Stärke, den sie waren zu vielen Hunderten ausgerückt. Sie trugen graue Hüte und graue Blousen, welches sich sehr gut ausmachten, auch die Parquet Fußdodenleger machten in ihrer weißen Tracht einen gefälligen Eindruck; in der 5. Division waren es die Unionen der Backsteinleger und der Sägeschmie-' den, welche in großer Stärke ausgerückt waren; in der 6. Division ragten die Unionen der Maschinisten und Mechaniker etc. durch die große Anzahl ihrer Mitglieder hervor.
Im Uebrigen war die Zusammensetzung der einzelnen Divisionen, wie sie im Spottvogel" veröffentlicht wurde. In der Parade marschirten etwa ein Dutzend Musikcapellen und über fünfzig theilweise sehr prachtvolle Banner trugen ihren Theil zum imposanten Eindruck der Parade bei. Die bedeutende Stärke einer ganzen Anzahl Unions bewies, ' daß Jndianapolis eine Jndustrie-Stadt ersten Ranges ist; die Parade legte aber auch ferner einen schlagenden Beweis davon ab, daß das Unionsleben sich hier stark entfallet hat. An derselben mögm sich etwa zehntausend Männer betheiligt haben. Um einen gegebenen Punkt zu Passiren, gebrauchte sie 1 Stunde und 10 Minuten.
Sie war gut arrangirt und machte auf die enorme Menschenmenge, welche sich längst der Marschlinie aufgestellt hatte, einen imposanten Eindruck. Heute Nachmittag um 2 Uhr nahm sodann das Fest aus den Fairgründen seinen Ansang. m i Neue Droguen-Firma. Herr W. I. Moorey, bisheriger Geschäftsführer der A. Kiefer Drug Eo. von No. 236-33 Süd Meridian Str., hat sich mit Hrn. I. George Müller, van der Indianapolis Drug Co., associirt, welche Beiden am Dienstag eine neue Gesellschast mit einem Capital von $150,000 organisiren und das Geschäft der Indianapolis Drug Co. übernehmen werden, deren Theilhaber bisher die Herren I. George Müller.Hermann Pink und John R. Miller waren. Die neue Firma wird an der S. Meridian Str. ein Geschäftslokal eröffnen. Schadenfeuer. Aus unbekannter Ursache brach zwischen 7 und 8 Uhr gestern Abend in dem zweistöckigen, George Kaiser g;hörigen Backsteinhause 2803 Northwestern Ave. ein Brand aus, der einen Schaden von 8300 anrichtete. H. Lieber Arbeitcr-Unterst.-Verein. Ter gestrige Theater-Abend ein namhafter Erfolg. Der H. Lieber Arbeiter Unt.Verein" hat mit seiner gestrigenTheaterVorstellung und nachfolgendem Tanzkränzchen in geselliger wie finanzieller Hinsicht einen schönen Ersolg erzielt. In der Südseite Turnhalle hatte sich ein außerordentlich zahlreiches Publi kum eingefunden, das sich von Anfang bis zu Ende prächtig amüsirte. Ten Hauptpunkt der Feier bildete die Aufführung des Spions von Gettysbürg, eines handlungsreichen Dramas aus dem Bürgerkrieg. In dem Stücke zeichneten sich nachstehende Damen und Herren aus, die alle ihren Rollen in angemessener Weise gerecht wurden: Wm. Schneider, Chas. A. Gardner, Edw. L. Tietz, W. A. Schneider, Hy. Warner, Fred Hartman, Chas. Braun, Wm. Braun, Frln. Franceö Mulvaney, Frln. Bertha Braun, Frln. Barbara Sauers. Nach Schluß der Vorstellung hielt ein fröliches Tanzkränzchen die Anwe senden noch lange vereint. Das Arrangements-Comite, das alle Anerkennung verdient, bestand aus fol genden Herren: Geo. Kramer, Fred. Hartman, John Dietz, Math. Schneider und Jacob Link. Der Verein besteht nunmehr 3 Jahre, umfaßt 105 Mitglieder und erfreut sich auch finanziell einer hohen Blüthe. Die gegenwärtigen Beamten sind: Albert Wendling, Präsident; John Dietz, Vice-Präsident; Fred. Hartman, Secretär; Gust. Paetz, Schatzmeister; Trustees: Geo. Kramer, Gust. Merz und Wm. Brink. Südseite Turnverein. Eröffnung der Turnschule am Montag, 8. September.
Sieg der Marine über die
Armee. Die Olymphia" landet Mannschaften an zwei Plätzen. Woods Hole., Mass., 1. Sept. Der Ver. Staaten Kreuzer Olympia" dampfte heute Morgen in diesen Ha fen, landete Mannschaften, welche sodann sich aller Telegraphen-, Telephonund Cabel-Stationen bemächtigten und auf diese Weise dem Gen. McArthur alle Verbindung mit Martha's Vineyard und Elisabeth Island abschnitten. ES war ein unerwartetes Vorgehen seitens der Marine und ein entschiedener Sieg. Vineyard Haben, Mass., 1. Sept. Die Olympia" landete Mannschaft bei Gayhead und durchschnitt das Cabel, welches jenen Platz mit Parque Island verband. Eiue neue Matrone für das Blinden Institut. Frl. Lillian Moore, Tochter von John L. Moore ist zur Matrone des Blinden - Instituts ernannt worden. Dieses Amt wurde erst kürzlich creiirt, da die Trustees sich bis jetzt mit einer Haushälterin begnügten. Frl. Moore wird ausschließlich die Aufsicht über die Kinder führen. 43 Spieler vor dem Nichter. Die Fälle der 43 Spieler, welche in der Samstag Nacht in den Spielräumen von James und William Armitage an der West Washington Str. No. 311 verhaftet wurden, wurden heute im Polizeigericht auf morgen verschoben. Im Uebrigen wurden fast alle wesent lichen Fälle, welche beute vorlagen, verschoben. Socialistische Arbeiter Partei. Die beiden Zweige der socialistischen Arbeiter-Partei hielten gestern Nachmittag im Vereinslokal, 27 S. Telawäre Straße, eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Es kamen eine Reihe interner Par-tei-ngelegenheiten zur Erledigung. Südafrika. 18 Schiffe gestrandet. Kapstadt, 1. Sept. Bei Port Elisabeth sind in Folge eines heftigen Orkans achtzehn Schiffe, meistens Segelschiffe gestrandet. Fünf von ihnen wurden zertrümmert und sämmt liche Mannschaften ertranken. Zwei Schleppdampfer und eine große Anzahl von Lichtschiffen strandeten ebenfalls. Ertrunken. N e w p o r t, Ky., 1. Sept. Im Little Miami-Fluß, am Fuße der Beechmont Ave., fand gestern Nach mittag der 21 Jahre alte Henry Schnittker, an der Monroe Str. in Newport wohnhaft, beim Baden seinen Tod. Schnittker nahm mit mehreren Bekannten an einem in Turner's Grove stattfindenden Picnic Theil und er und ein gewisser Fred. Brockmann beschlossen gestern Nachmittag, im Little Miami-Fluß ein Bad zu nehmen. Kaum war Schnittker im Wasser, als er augenblicklich von Krämpsen besallen wurde und untersank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Senator Fairbanks in K an s a S City. K a n s a s City, 1. Sept. Bun-des-Senator Charles W. Fairbanks von Jndiana war heute bei der Arbeiter-Tag-Feier der Hauptredner. Senator Platt's E r k l ärung betreffs des K o h l e n st r e l k s. N e w Y o r k, I.Sept. BundesSenator Thomas C.Platt hat heute in bestimmten Ausdrücken die Erllä rung abgegeben, daß der Kohlenstrike innerhalb der nächsten zwei Wochen zu Ende sein wird. - Auf welche Weise dasselbe herbeigeführt .werden wird, wollte er nickt angeben. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S LongfeLow." .
Judianapolis Shelbhville.
Der Betrieb auf der neuen electr. Bahn wird Ende der Woche eröffnet werden. Die erste Car auf der Shelbyville Jnterurban'Linie verließ heute Morgen 8 Uhr Shelbyville. Sie hatte ausschließlich Beamte und Actionäre an Bord. Der öffentliche Betrieb wird Ende der Woche eröffnet werden, da das Bahnbett noch auf einer Strecke von mehreren Meilen verstärkt werden muß. Der' Fahrpreis ist 40 Cents die einzelne Fahrt ; auf der Eisenbahn beträgt derselbe 75 Cents. Die Strecke ist 27 Meilen lang. Einstweilen wird jede Stunde eins Car laufen ; sollte der Verkehr aus der Bahn jedoch ein reger werden, so werden jede halbe Stunde Cars abgelassen werden. Dieselben werden die Stadt über die Prospect Str. Linie erreichen. Zahlreiche Verhaftungen im Monat August.' Während des verflossenen Monats wurden von der Polizei nicht weniger als 951 Verhaftungen vorgenommen, gegen 520 im Monat Juli und 521 im Juni. Namentlich zahlreich waren die Fälle, in welchen Personen wegen Kleindiebstahls und thätlichen Angriffs verhaftet worden. Auch die Zunft der Poker und Crapspieler lieferte ein starkes Contingent und das Ewigweibliche machte in mehreren hundert Exempla ren dem Nichter seine Auswartung. Socialer Turnverein. Ein Bafeball-Cpiel der Activen und Passi ven, das großen Anklang fand und deshalb bald wiederholt werden wird. Im schönen Turner-Park fand , gestern Nachmittag im Beisein einer äußerst zahlreichen und durch die Vertrcterinnen der Damenwelt besonders anziehend und lieblich gemachten Corona ein äußerst interessantes BaseballSpiel zwischen den Passiven und Activen statt. Dasselbe fand so großen und enthusiastischen Beifall, daß eine Wiederholung desselben in Bälde, vielleicht in 2 Wochen, geplant ist. Die Teams bestanden aus folgenden Herren : Passive: Hy. Moesch, Captain; Louis Maas Jr., Harry Prinzler. Theo. Gauß, Chas. Mode, Julius Becherer, Louis Kaehn, Ed. Dietz, Erich Schclski, Ed. Otto und John Theuny. Active: Geo. Mode, Captain; Max Emmerich, Wm. Kiser, Lonis Hirsch, Geo. Hotz, Otto Leonhard, Al. Grumann, C. Becherer, Wm. Kuerst und Hy. EUerbrook. Als Unparteiischer (Empire) fungirte Herr Louis Koster, und endete das Spiel, bei dem nicht nur die Gewandtheit und Kraft der alten und der jungen Turner, sondern auch ihr Frohsinn etc. zur vollen Geltung kamen, mit dem Siege der Activen. Die Score war folgende: Passive ... 30000101 33 Active .... 22013013 113 Vivat sequens ! Vom Fischfang zurück. Die Superior-Richter Vinson Carter und John L. McMaster, John Hollett und noch mehrere andere Jndianapoliser Herren sind aus de? Sommersrische, welche sie am Lake Skagaman, Canada zubrachten, wieder zurückgekehrt. Dieselben sollen, namentlich aber die beiden Äichter im .Fangen von Barschen großartigen Erfolg gehabt haben. Personal Notizen. Herr C. Loewenberg, kaif. deutscher Consul in Victoria, , B. C., ein Neffe' des Herrn R. Müller, BuchHalters der Jndpls. Brewing Co., weilt gegenwärtig in dessen Wohnung, 1301 Union Str., zu Besuch. Der Consul, dem es hier vorzüglich gefällt,' drückte sich in sehr anerkennenswerther Weise über die Schönheiten der Stadt Indianapolis aus. .
Mitternachtige Gaste Bescheeren J. L. Sablosky mit einem Fuhr werk, Feldlagcr-Materialien und einem Klepper.
Sehr überrascht war Sonntag Morgen gegen 1 Uhr der Kurzwaarenhändler I. L. SabloZky. von der 'Mass. Ave., als er bei der Heimkunst aus dem Geschäfte in seine Wohnung, No. 1009 Oak Str., im Stalle verdächtige Laute vernahm und bei näherem lZuschauen fand, daß dort 2 Neger mit einem Fuhrwerke Einzug gehalten und ihren alten Klepper ausgespannt hatten. Auf sein Befragen, was sie dort trieben, entgegneten die Neger, eine Frau aus der Nachbarschaft hätt: ihnen erlaubt, ihr Fuhrwerk dort einzustellen, und nachdem sie dies gesagt, verschwanden sie aus der Stallthüre, Klepper und Fuhrwerk nebst Ladung zurücklossend. SabloZky benachrichtigte die Polizei, worauf die Radler Trimpe und Löwe das ganze Gespann in Obhut nahmen und im Herrmann'schen Leihstalle einstellten, bis sein rechtmäßiger Eigenthümer gefunden werden kann. Offenbar hatten die Nigger das Fuhrwerk irgendwo stibiht und dann geplant, den Klepper mit Sablosky's Pferd zu vertauschen. . Die Ladung des FuhrWerks, eines sogenannten Expreß-Wa-gens, bestand aus einem Faß Kartoffeln, ' Heu, Mais, Kleidungsstücken und anderen Sachen, wie solche Personen mitzunehmen pflegen, die im Freien ein Lager beziehen wollen. Schweizer Bund. Sein erfolgreiches Stiftungsfest in der Germania Halle. Unter sehr zahlreicher Betheiligung von Mitgliedern und Freunden beging gestern Abend der Schweizer Bund" in der Germania Halle die Feier seines 23. Stiftungsfestes. Von Anbeginn an herrschte die fröhlichste Stimmung, die auch in einer Reihe hübscher Fieiheitslieder zum Ausdruck kam, die einige sangcskundige Schweizer zum Vortrag brachten. Um 10 Uhr erhob sich der Vereinspräsident, Herr John Stoll, um in markigen Worten auf die Bedeutung des Tages hinzuweisen und zu gleichem Eifer, wie bisher, für die Zukunft zu mahnen. Nachdem Redner den Erschienenen herzlichen Willkommgrüß geboten, betonte er, daß gerade in den letzten Jahren der Verein die rührigste Thätigkeit entfaltet habe, um Sitten und Bräuche der alten Heimath zu pflegen u. fuhr Hr. Stoll fort der Eifer und die Ausdauer sind mit dem schönen Erfolg gekrönt worden, daß der Verein heute 66 Mitglieder zählt. Zu unserer großen Freude haben wir noch 3 der werthen Gründer des Vereins in unserer Mitte, nämlich die Herren Frank Gießler, Gustav Heß und Gottl. Münzer, die beiden erstgenannten von Anfang an bis heute als treue Berather und Helfer ihres Vereins. Nachdem Redner den Familiensinn und die Heimathliebe des Schweizers hervorgehoben, schloß er mit folgenden eindrucksvollen Worten: Bedeutend mehr könnten wir thun für unsere Wittwen- und Waisen verstorbenen Schweizerbrüder, wenn die Söhne der. Mitglieder uns beitreten würden, dem Beispiel unser Väter folgend und den alten Schweizer Wahlspruch beherzigend: In der Einheit liegt die Kraft. Wir wissen alle, wer die Jugend hat, hat die Zukunft; die 'Schweizersöhne für den Jndianapolis Schweize.rbund zu gewinneü, dies soll unsere liebste und freudigste Arbeit in dem kommenden Jahre sein, mit diesen Worten will ich schließen und bringe dem Schweizerbund Jndianapolis meine beste Glückwünsche dar." Auch das Tanzkränzchen nahm einen sehr harmonischen Verlauf,, und das Stiftungfest darf, auch in finanzieller Hinsicht, als ein voller Erfolg bezeichnet werden. , Das Arrangements-Comite, das alle Anordnungen mit Umsicht getroffen, bestand aus den Herren: Albert Wittlin. I. Escher, John Gießler, John Müller und Prter Weber.
Nachrichten aus Jndiana.
WahrscheinlichMord. R u s h v i l l e. Stewart Miller, welcher in der Samstag Nacht von sei nem Schwiegersohn Rolla Clingmann geschossen wurde, befindet sich in einem solch bedenklichen Zustande, daß die Aerzte das Schlimmste befürchten. Eine Anzahl Schrotkörner sind in die Eingeweide gedrungen und' es wird Entzündung derselben befürchtet. Frau Miller und ihr Sohn George, welche ebenfalls geschossen wurden, befinden sich auf dem Wege der Besserung. Clingman's Absicht war. seinen'Schwager Walter Ramer zu schießen, weil Dieser, wie er glaubte, von seinen Schwiegereltern ihm gegenüber bevorzugt wurde. Elingman befindet sich in Haft. Democratische Nominat i o n e n. Marion. Die Democraten von Grant Eounty haben für StaatsSenator C. S. Hulley, und für Repräsentanten B. S. Hörne' und E. A. Loler aufgestellt. Populisten machen nicht m i t. E V a n s V i l l e. Die Populisten haben beschlossen, in diesem Herbst kein Ticket in dem ersten EongreßDistrict aufzustellen. Carneval's Königin. Greenfield. Frl. Daisy Patterson ist als die Königin der Greenfield Straßen Fair erklärt worden. Bei der Abstimmung entfielen auf sie 7038 Stimmen, während ihre GegenCandidatin nur 3332 Stint men erhielt. Königin des Arbeitertag es. C r a w f o r d s v i l l e. Frl. Cassie Neal, eine Angestellte der Jndiana Match Eo. wurde heute zur Königin des Arbeitertage? erwählt. Sie hat ihre Erwählung den Arbeitern zu verdanken. Arbeitertag inEolumbus. C o l m b u s. Die organisirten Arbeiter leiteten heute zum ersten Male die Feier des Arbeitertages mit einer großen Parade ein. An derselben betheiligten sich 20 Organisationen mit 600 Mitgliedern. Veteranen Reunion. E v a n s v i l l e. Zum ersten Male seit zwölf Jahren in Perry County fand in Cannelton eine Vetera-nen-Reunion statt. Etwa 10,000 Personen waren anwesend. Ein betrügerischcrBücherAgent.. K o k o m o. W. A. Crawsord, alias I. C. Layton, welcher in Kokomo, Anderson, Lafayette.und Jndianapolis als Buch-Agent Betrügereien ausübte, ist in Muncie verhaftet worden. Er hat hier eine ganze Anzahl Geistliche, Doctoren und Advocaten hereingelegt. Ausbruch ausdemGefängn i ß. B e d f o r d. Fünfzehn Insassen des Gefängnisses versuchten am Sonntag Nachmittag aus dem Gefängniß zu entfliehen, aber nur zweien gelang die Flucht ; Mitglieder der Sheriff's Familie hatten noch, rechtzeitig den Plan entdeckt, und es gelang ihnen, die auf den Eorridor führende Thür zu schließen, sodaß sie die übrigen Dreizehn an der Flucht hinderten. Die zwei Entsprungenen waren wegen Eindruchs verhaftet worden. Gibson County Fair. . E v a n's v i l l e. Die Princeton Fair wurde am Montag eröffnet. Sie wird die ganze Loche dauern. Explosion einerDampfyacht auf dem Sylvan Lake. F t. W a y n e, 1. Sept. Der Macht' nist der Dampfyacht City of Rome", welche auf dem Sylvan Lake bei Rome Fahrten machte, zündete heute Morgen im Kessclraum ein Streichholz an. In demselben Augenblicke erfolgte eine Explosion und das Schiff stand in Flammen. Tasselbe brannte bis auf den Wasserspiegel nieder. Ter Maschinist wurde schwer verletzt.
