Indiana Tribüne, Volume 26, Number 7, Indianapolis, Marion County, 30 August 1902 — Page 7

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Jndkana Tridnnc, 30 August 1908;

g0404O0O400O4O4OO2 HarrietsEhc. I j!j Noman von & Z xron ver Elbe. Z O00OOC00COf00400 (Fortsetzung.) eo war alles auf das Beste vorbereitet, als der Theaterunternehmer eintraf. .Sehen Sie, mein Werthester, ha haben Sie U eine ganz nette eigene Häuslichkeit. Freilich mit einer jungen Gattin- (Zr sah sich um. Meine Frau wird gleich erscheinen, nehmen Sie einstweilen Platz und lassen Sie uns plaudern." Sie sprachen von gleickgiltigen Dingen, leiner mochte von Geschäften anfangen. Beide meinten zu großen Eifer dadurch zu verrathen. Auch wollte Slade erst abwarten, ob die Frau ihm Nutzen verspreche. Harrtet trat ein. Die peinliche Spannung des Augenblicks ließ ste erröthen, während doch Schwermuth aus ihren Zügen sprach. Sie war berückend hübsch, und Jeremias Slade fuhr erstaunt empor. Solch' reizendes Weib hatte er nicht zu finden erwartet. Konnte er sie auch nur als Statistin auf die Bühne stellen, so war das schon viel werth. Er ging ihr mit größter Artigkeit entgegen und fing fogleich von der Hoffnung an, sie und ihren Gemahl an sein wirklich empfehlenswerthes Unternehmen zu fesseln. Q'Danne triumphirte. Dann aber, als der Gast nur Augen hatte für die schöne Frau, mischte sich etwas wie verletzte Eitelkeit, vielleicht auch Eisersucht in seine sicgesgewisse Stimmung. Er wandte das Gespräch auf die gewünschten Abmachungen, sah er doch, daß er möglichst günstige Bedingungen erwarten dürfe. Slade war ein schlau rechnender Aankee, der Schönheit als hoch zu bezahlende Waare anschlug. Das größte Lockmittel für ein Publikum junger Lebemänner, denen er mit seiner zusammengewürselten Truppe nur mäßige Kunstgenüsse bieten konnte. Er begann sogleich auch Harnet Engagementsanträge zu machen. Ja, er steigerte sich selbst, und endlich bot er ihr dieselbe Gage wie ihrem Gatten. Sie erklärte mit aller Bestimmtheit, daß sie unter keinen Umständen zum Theater gehen werde, und daß sie gar kein Talent dafür besitze. Ist auch nicht nöthig, schöne Frau. Ihre Erscheinung auf der Bühne ist mir genug." Eine solche Schaustellung will ich nicht!" rief sie heftig. Ihre Wangen röthetcn sich stärker, ihre Augen blitzten. ' Der Direktor rief bewundernd: Ah, hinter solchem Temperament steckt auch Talent!" Gleichviel ich thue es nie!" Die alten Anschauungen ihres Hauses sträubten sich dagegen. Vielleicht flößte auch etwas in ihres Mannes Wesen ihr die heftige Abneigung gegen

den Beruf des Schauspielers ein. Q'Danne billigte ihren Entschluß. Er kannte die Bühne und stellte seine Frau zu hoch, um sie den vorkommenden Möglichkeiten und Anfechtungen aussetzen zu mögen. Würde er doch selbst genug verdienen. Daran sollte kein Zweifel rühren. Slade hoffte den Widerstand der Eigensinnigen zu brechen. Auf alle Fälle war sie für das Engagement des Halbinvaliden eine günstige Zugabe. Nun formulirte er einen Vertrag, der dahin ging, Q'Danne neben der geringen feststehenden Gage ein hohes Spielhonorar, abgemessen nach den Rollen, anzubieten. Er rechnete so: wird er wieder verwendbar, was man nicht wissen kann, so ist und bleibt er in Stern ersten Ranges und trägt mir das Spielhonorar reichlich ein. Wird e:'L nicht, behalte ich mein Geld und zwinge doch noch das reizende Weib, aufzutreten, um für sie Beide den Lebensunterhalt zu erwerben, zu dem seine Gage nicht reicht. Außerdem kam jetzt heraus, daß ein gewisser Prozentsatz der Reisekosten im Winterhalbjahre nach Verhältniß der Gage abgezogen werden solle. Harrict war schon so weit geschäftskundig geworden, daß sie das Mißliche aller dieser Anerbietungen wohl erkannte, zugleich wußte sie aber auch, wie es hier mit ihnen stand, .und daß ihrem Manae sein Stolz nie erlauben würde, in seinem jetzigen Zustande hier an bekannten Orten aufzutreten. Sie sah ja auch, wie belebt er von dem war, was ihm geboten wurde, so wagte sie nicht, darein zu reden. Q'Danne, immer voll Hoffnung, wollte die Bedingungen günstig finden und meinte, einer glänzenden Zukunft entgegenzugehen. So kam der Vertrag zwischen den beiden Männern zu Stande, und der Tag der Abreise wurde für die nächste Woche festgesetzt. Sie wollten auf der Pai.ificbahn Amerika durchqueren, nach San Irancisco gehen und von da zu Schiff über Japan nach China. Vor dem Beginn der Winterfaison würden sie inShangHai ankommen. So war also der Entschluß, Jeremias Slade zu begleiten, gefaßt und rechtsgiltig bekräftigt worden. Es aalt noch, die nothwendigen Vorbereitungen zu treffen. Harriets erste

und schwerste Ausgave war Die, ryrer Pine klar zu machen, daß, sie sich trennrt miifcfrt

Welch eine Stunde! Die Gute, die ohne Murren ihrem Kinde über's Meer gefolgt war, die keinen anderen Willen kannte als den Harriets, die sich anspruchslcs in alles gefunden, was nöthiq aeworden. konnte es nickt fassen.' daß sie fort sollte. Wie würde :yr Liebling denn ohne sie fertig werden? Wer sollte ihr schönes Haar kämmen? .Das war ja viel zu lang, als daß sie's selbst konnte. Wer. sie bedienen? Sie hatte sich ja noch nie allein angezogen. Und nun gar einkaufen, kochen und die Hausarbeit! Pine saß am Küchentische und verfocht eifrig ihre Meinung, daß sie dableiben müsse. Harriet stand vor ihr und suchte der Getreuen die schwere Lage klar zu machen, in der sie sich befanden. Und Du kannst mir auch helfen, Pine, wenn Du zu meinem Vater gehst und ihm viele tausend Grüße von mir bringst." Die Alte nahm ihre Schürze vom Gesicht, in die sie hineingeschluchzt hatte, und blickte kampfbereit auf. Ja, ich will Herrn Schönemann wohl sagen, daß ich es unreell von ihm finde, so sein einziges Kind zu verstoßen. Nimm's nicht übel, Harrietchen, aber daß Du 'nen schönen Mann gehetrathet hast, den er nicht mochte, darf er Dir doch nicht Dein ganzes Leben nach-

tragen. Und so ein reicher Mann, wie er ist, der müßte Dir doch tüchtig was zugeben, wenn Herr Percy mal nicht recht munter ist und nicht verdienen kann." Harriet beschwichtigte die Erregte. Daß sie genöthigt sei, sich vor ihrem Vater zu verbergen, konnte sie ihr nicht sagen. . Beide fanden endlich doch einigen Trost darin, daß Pine nach Hamburg zurückreiste, wo sie etwas für ihre junge Herrin thun konnte, wie sie meinte. Ueber ihre Pläne sagte Harriet nur. daß sie weiter in's Innere gehen wollten, wo ihr Mann an einer großen Bühne auftreten werde. Pine, unkundig und arglos, forschte nicht nach dem Namen des Ortes. Nun mußte das Ueberfahrtbillet besorgt und die nöthigen Mittel beschafft werden, um Pine den rückständigen Lohn und noch etwas Reisegeld zu geben. Harriet bat ihren Mann um die. Summe. Es ist mir sehr peinlich, Dir sagen zu müssen, daß ich nicht einmal zehn Dollars entbehren kann. Der Rest unseres Guthabens beim Bankier, den ich gestern erhielt, war weit geringer, als ich gedacht. Auch aus dem Grunde mußten wir eine Veränderung unserer Verhältnisse anstreben." Aber etwas hast Du doch?" ri'f sie angstvoll. Es war durchaus nothwendig, mir einen anständigen Reiseanzug, sowie Gesellschaftstoilette anzuschaffen. So verbraucht, wie ich aussehe, kann ich nicht mit Slade reisen. Auch für Deine Toilette muß gesorgt werden. Einige Rückstände sind noch zu begleichen, und endlich, wenn die Reise auch selbst nichts kostet, so müssen wir doch einiges Geld für den Anfang drüben in der Hand behalten. Die Gage bekomme ich in Shanghai erst nach Ablauf emes Monats. Also, liebes H:rz, es heißt sich :'nrichten." Aber tote soll ich denn für Pine CP'Jch habe gedacht hm Deine Brn lanten. Vorläufig wirst Du sie kaum gebrauchen. Und später, wenn ich wieder verdiene,- schasse ich Dir an, was Du magst. Habe ich doch auch schon manch kostbares Geschenk meiner Verehrer aber es wird ja alles wiederkommen." Harriet fand keine Worte der Gegenwehr, aber sie wurde fehr nachdenklich. So mittellos waren sie also schon? Entsetzlich! Indeß sollte die Noth ihn nicht endlich dazu treiben, ihr zu gestatten, daß sie sich an den einzigen Helfer wenden dürfe, an ihren Vater? Diese Hoffnung belebte sie in ihrer schweren Lage. Ja, sie mußte das nöthige Geld anschaffen, um ihre Getreue, so gut sie es vermochte, in die Heimath zu befördern. Keinen Cent durfte sie ihr schuldig bleiben. Sie besaß noch Brosche und Ohrringe von ihrer verstorbenen Mutter, die sie an jenem fröhlichen letzten Weihnachten im Vaterhause bekommen. Das Armfccnb mit den drei schönenSteinen hatte sie bereits verkauft, als man sich in der kleinen mLblirten Wohnung eingerichtet. Es war doch gar zu kahl und ungemüthlich gewesen. Percy damals um mehr Geld anzugehen, wagte sie nicht. Sie mußt: ihn auch pflegen, und so rann ihr das Geld rasch durch die Finger. Außer dem Schmuck der Mutter besaß sie noch den hübschen Brillantstern, den er ihr vor der Trauung in Helgoland angesteckt. Percy war wieder bei dem TheaterUnternehmer, mit dem er jetzt täglich zusammentraf, und Harriet saß allein in ihrem Zimmer. Die So?ne schien hell, es war ganz xuhig um "sie her, und sie betrachtete die glitzernden Schmuckstücke, die vor' ihr lagen und farbige funkelnd: Strahlen in dem auf sie fallenden Sonnenschein um sich warfen. Mußte sie doch nun wählen, von welchem sie sich trennen wollte. So hielt sie mit sich und den kostbaren Steinen eine Zwiesprache. Ihre Mutter war auch gewiß eine glückliche Braut gewesen, als der Vater ihr die prächtigen Diamanten gegeben. Ihre arme Mutter, deren sie sich kaum erinnerte! Nein, sie konnte sich von diesem Einzigen, was sie von der Frühverlorenen besaß, nicht trennen! Sie wollte s- r.. t.nt... t . t

c y lange selyalien "ne mogita?. Sie nehm Percys Stern in die zitternde Hand. Welch heiliger Augenblick damals, als er ihr den angesteckt! Sein Stern; o, nun war er verblichen, verglommen, versunken. Sie verhüllte das Gesicht mit den Händen, und ein tiefes Bewußtsein ihres Leids kam über sie. Doch jetzt raffte sie sich mit festem Wollen auf. Kein: lähmende Schwäche! Fort mit dem Sinnen und Grämen, übermorgen sollte Pine abreisen, sie mußte handeln. Entschlossen ging sie, das Brautgeschenk ihres Mannes zu demselben Juwelier zu tragen, der ihr das Armband "der Mutter abgekauft hatte! Die Summe, die sie erhielt, reichte hin, um alle Ausgaben für Pine zu bestreiten. - Nun schrieb sie ihrem Vater; Percy hatte es ihr gestattet, der Brief konnte ihm jetzt nicht schaden. Und wie 'viel

trug sie für ihre Lieben daheim auf dem Herzen! Mit möglichster Schonung ihres Mannes sprach sie aus, was sie gedacht und gefühlt. Sie dankte ihrem Vater, daß er sie nicht verfolgt habe, und bat ihn. es nie zu thun, es werde von nun an vergeblicher sein als bisher. Heiße Thränen fielen wieder auf do5 Papier. Dann sahHarrict mit fast neidischem Weh die treue Seele, die ganz fassungslos an ihr hing, scheiden. Hätte sie doch mitreisen können! Ihr Herz ging mit Pine; aber hierher gehörte sie. Was sollte aus ihm werden, wenn sie ihn verließ? Sein bleiches Gesicht forderte Mitleid. Das Gefühl war mächtig in ihr. daß sie zu ihm, nur zu ihm gehöre. Aber sie konnte sich nicht genug thun, ihrer Botin immer wieder warme, innige Grüße zuzuflüstern. Und dann mußten sie sich loslassen. Q'Danne begleitete die Schluchzende auf's Schiff, und wortkarg kehrte das Ehepaar heim. Einige Tage später traten sie selber ihre große Reise an. 17. Kapitel. Jeremias Slade hatte noch einige frische Kräfte für seinTheaterunternehmen engagirt, denen er die Reise. unter denselben Bedingungen bewilligt wie Q'Danne und seiner Frau. Der Direktor fahndete auf routinirte Kräfte. Gescheiterte Existenzen, welche sich aus Noth auf die Bühne flüchteten, fand er in Shanghai genügend. Daher brauchte er Leute, die in allen Sätteln gereckt waren und echtes Theaterblut in den Adern hatten. Die Primadonna, Miß Eliza Bird, die er als Stutze des weiblichen Personals mitnahm, 'var nicht mehr jung, schwarzhaarig, 'ait flackernden Augen, aus denen Leidenschaft sprach, großer Beweglichkeit und durchtriebener Koseltene. Sie wurde ein verwendbares Mitglied werden, meinte Slade, befaß sie doch auch emen kräftigen, freilich etwas ausgesungenen Mezzosopran. den sie gern trällernd vorführte. Außer dieser Dame schlössen sich zwei Herren der Reisegesellschaft an. Mr. Kneight, ein fetter, plumper Riese mit dröhnender Stimme und bedenklicher Vorliebe sür Spirituosen, vorsichtigerroeise als zweiter Heldendarsteller und Ersatz für Q'Danne mitgenommen, und Mr. Clarke. ein drolliger Kauz. Bonvivant und Komiker, der sich viel auf seine Stimme einbildete, mit der Bird scharmuzirte und Duette übte. Als die Kollegen hörten, daß der berühmte Percy Q'Danne von der Gesellschaft sei, hob sich in aller Augen das Slade'sche Unternehmen bedeutend. Nur der Niese warf aus seinen verschwollexitn Aeuglein mißtrauische Blicke auf den hervorragenden Kunstler, der ihn sicher, in den. Schatten stellte. Als er sich aber nach einiger Zeit von dem ernsten Leiden des großen Kollegen überzeugte, das immer eine vorübergehende Erkältung genannt wurde, schmunzelte er selbstgewiß, deklamirte mit wildem Pathos Stellen aus seinem und O'Dannes Rollenfach und wurde unbequem vertraulich, besonders gegen die fchöne Frau des vermeintlich leicht zu Verdrängenden. Auch der kleine bewegliche Mr. Clarke suchte sich Harriet angenehm zu machen, sobald Miß Eliza ihn losließ. Diese aber, mcht gewillt, sich bei Seite schieben zu lallen, behandelte die Nebenbuhlecin mit spitziger Nichtachtung oder suchte sich bei Q'Danne schadlos zu halten. Erst als Slade im Vertrauen den drei . Lästigen mittheilte, die junge schöne Frau sei eine deutsche Prinzessin, die der berühmte Mime aus dem Herzogsschloß ihres Vaters entführt habe, gelang es ihm, das junge Ehepaar gegen die Zudringlichen zu schützen. Harriet litt doppelt. Wie sollte sie bei Percys Klagen, seiner Ungeduld, seinen wirklichen L?iven Muth behalten? Wie selbst alle die ungewohnten Anstrengungen überstehen? Noch nie hatte sie sich in einer solchen Gesellschaft befunden. Das enge Zusammensein war unerträglich. Slade hielt nicht Wort, da er spiendide Beförderung und eine angenehme Reise- versprochen. Man fuhr auf billigen Plätzen und sah sich völlig in der Hand des Unternehmers. Die drei wenig verwöhnten Genossen sammt dem Direktor, der sparen wollte, fanden sich leicht mit allen Mühseligkeiten ab. Und -wenn Q'Danne klagte, erwiderte Slade: Legen Sie doch das Geld darauf, um erster Klasse zu reisen. Mir genügt es so." Er wußte wohl, daß der kranke Mann nicht in

der Lage sei, sich kostspielige Erleichterungen zu verschaffen. Eines Tages rückte Miß Eliza dicht an Harriet heran und sagte: So erzählen Sie mir doch einmal, Prinzeßchen. von Ihrem Herzogsschloß in Deutschland; nachgerade könnten Sie doch Ihre Unnahbarkeit aufgeben." Herzogsschloß? Wir wohnten in einer Villa." Aber der Papa ist doch ein Her-zog?-Nein." Na. was denn?" Kaufmann." Aber, Direktorchen," schrie die Bird kreischend zu Slade hinüber, was machen Sie für Geschichten? Nee, so einer! Ein Flunkerer sind Sie, ein kleiner Lügenbold. Nichts glaube ich Ihnen mehr!" Pst. meine Schöne, haben Sie noch

nie von distinguirten Persönlichkeiten gehört, die es vorziehen, inkognito zu reisen?" Endlich kam man in San Francisco an. Welche Erleichterung, die engen Eisenbahnwagen verlassen zu können! Nun ging es zu Schiff weiter, nach Fokohama, Nagasaki und, nach langen, schweren Tagen, Shanghai. Q'Danne war so erschöpft, daß er sich kaum der Ankunft am Ziele der Reise freuen konnte. Der breite Wusungstrom nahm den Steamer in seinem gelben, von flachen grünen Ufern umsäumten Fahrwasser auf. Und dann kam man allmälig in den ungemein belebten Hafen. Zuerst ging es an der amerikanischen Konzession vorüber, dem sich die Stadttheile der Engländer, der Franzosen und endlich das ausgebreitete Quartier der Chinesen anschließt. Ein Gewimmel von Schiffen aller Nationen belebt das breite Wasserbecken.' Dampfer " und Segler lagen hier, kamen und gingen, und dazwischen die Menge der buntbemalten chinesischen Dschunken mit ihren Drachenköpfen, Wimpeln und Flaggen voll großer wunderlicher Schriftzeichen. Die bezopfte Bemannung arbeitete schreiend darauf hin und her. Ein Häusermeer breitet sich aus mit bis. in den Fluß gebauten Waarenhäusern und Anlegeplgtzen. Auf beiden Ufern geschäftige Menschenmengen, lärmend und gestikulirend, allerorten Leben und Bewegung. Hier und dort mit Ballen beladene Karren, von Kulis gezogen, Sänften, Lastpferde und Maulthiere. Tempel mit bunt bemalten Mauern, mit geschweiften Dächern, Pagoden, Mandarincnhäuser, oder elegante europäische Villen in ihren Gärten. Wohin man sah, eine verwirrende Mannigfaltizkeit von Trachten, Farben und seitsamen Bildern. Die Landung erfolgte. Gewühl und Gedränge. Jeder wollte etwas anoeres. Anpreisen, fragen, buchen. Finden. Harriet stand zitternd vor Angst neben ihrem nervös hin und her hastenden und verwirrten Gatten im Gedränge. . Mr. Slade wurde von feiner Familie empfangen, die ihn freudig vcn dannen führen wollte. Er trat zu Q'Danne heran. Sie haben ja meinen Zettel mit den Adressen verschiedener Kosthäuser. Nehmen Sie ein paar Rickschahs oder einen Kuli, der Sie führt. Ich kann Ihnen kein Unterkommen anschaffen. Ist Geschmacksache oder die des Geldbeutels." Er lachte und ging mit den Seinen davon. Q'Danne halt seinen Zettel in der Hand und starrt rathlos darauf hin, indem er mechanisch die Namen abliest, umdrängt von Kulis, die ihr Fuhrwerk anpreisen. Er fühlt sich schwindelig, einer Ohnmacht ' nahe, unfähig zu handeln. Harriet gewahrt es mit Todesangst, raunt ihm ErmutMendes zu und erkennt endlich, daß sie vorgehen, für ihn eintreten muß. Da sieht sie das drollige Gesicht Clarkes in ihrer Nähe auftauchen, sie eilt auf ihn zu: Ich bitte -helfen Sie mein Mann ist leidend." E, nickt gutmüthig. Können gemeinschaftliche Sache machen, zeigen Sie 'mal her. Will voraufrumpeln. Rein in die Kasten!" Und nun sitzen sie alle Drei jeder in einem zweirädrigen Rickschah, die nur eine Person aufnehmen, vorn in der Gabeldeichsel läuft der Kuli, die Stange mit den Händen haltend. Das Gepäck wird in ebensolchen Karren nachgefahren. Clarke gibt die Richtung an, dann folgt Q'Danne. Harriet blickt traurig auf die schlaffe. während derReise abgemagerte Gestalt ihres Gatten und dicht vor ihr auf den trabenden gelben Menschen mit seinem schwarzen Zopf. Um sie her wogt das fremdartige Leben und Treiben des großen HandelsPlatzes. Geschickt windet sich ihr Führer durch's Gedränge, Geschrei, Gewirr um sie her, und sie dazwischen mit der Sorge im Herzen: We wird es uns hier ergehen? Man fährt auf der breiten Hauptstraße, dem Bund," am Ufer entlang. Rechts der Hafen, Anlagen, öffentliche Gärten, links eine Reihe stattlicher Gebäude: Banken, Restaurants, Thee- ', Häuser, Hotels, Komptoire und Villen I l . r t reicyer eure. Ueber eine Brücke des Suischauflusses geht es am deutschen Konsulat vorbei in Hongkin, den amerikanischen Stadttheil, hinein, wo es die billigsten Boardinghäuser gibt. Harriet sieht mit Wehmuth und zugleich einem Gefühl von Trost die Fahne auf dem deutschen Konsulat wehen. Ein stattliches, aan .euro-

päisch aussehendes, Gebäude mit Säulenportal und flachem Dach.

Nun nimmt bald das-Suchen eines J passenden Unterkommens ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Percy bedarf dringend der Ruh und eines leidlich behaglichen Aufenthalts. Eilig besieht sie in Clarkes Begleitung eine Fremdenpension nach der anderen, während Q'Danne, in sich zusammengesunken, auf dem Rickschah bleibt. Endlich gelingt es, ein Haus zu finden, das ihren Ansprüchen, die nur fascheiden sein dürfen, entspricht. Es wird von einer resoluten holsteinischen Steuermannswittwe gehalten. In der Mutterspruche mit Frau Petersen verkehren zu können, ist eine Wohlthat für Harriet. Sie miethet ein schmales langes Zimmer mit zwei Betten, einem Liegestuhl und einigen anderen einfachen Möbeln von Bambus. Das Zimmer hat einen Kamin und neben dem kleinen Fenster eine auf die Terrasse führende Thür. Da kann Percy an guten Tagen in der Luft sitzen. Die Kost soll ausreichend sein, und der Preis von zwei Dollars für den Tag und die Person ist mäßig. (Fortsetzung folgt.) zaynzug im Xii a i i t r. Ein von Amboy. N. I.. in östlicher Richtung fahrender Frachtzug stürzte durch eine zur Zeit offenstehende Drehbrücke in den Elizabeth-Fluß und acht der Frachtwaggons thürmten sich auf die auf dem Flußbette liegende Lokomotive auf. Der erste Bremser und der Heizer wurden getodtet, der Lokömotivführer rettete sich durch einen rechtzeitigen Sprung in den Fluß. Trotzdem er ein Bein brach und sich auch am Kopfe verletzte, gelang es ihm doch, an das Ufer zu schwimmen. Der verunglückte Frachtzug, der auf der Fahrt nach Jersey City begriffen war, erreichte die Brücke etwa fünf Minuten, nachdem ein südlich fahrender Zeitungszug die Brücke passirt hatte. Der Brückenwärter öffnete dann die Brücke, um einen Schooner durchzulassen. Er hatte das übliche Warnungssignal in Position gebracht, doch war der Lokomotivführer des langen und schweren Frachtzuges nicht mehr im Stande, seinen Zug noch vor der Brücke anzuhalten. Elektrischer Baum. Ein großer, mit Elektrizität geladener Eichenbaum, der Flammen und Funken sprühte, bereitete dieser Tage vielen Bewohnern des Borough Bronx, New Aork, ein seltenes Schauspiel. An den Zweigen des Baumes lief ein elektrischer Draht entlang, der eine Laterne an der Ecke speiste. Die Jsolirung des Drahtes hatte sich gelöst, und der Strom verbreitete sich über alle Zweige des nassen Baumes. Das nasse Pflaster innerhalb eines Radius von 30 Fuß um den Baum war geladen. Ein vorwitziger Blaurock, der sich in den Kreis wagte, wurde zu Boden geschleubett. Nachdem cr sich von seinem ersten Schrecken erholt hatte, postirte er sich in respektvoller Entfernung von dem Baume und warnte jeden sich Nähernden. .Als dann ein Arbeitswagen der Beleuchtungsgesellschaft eintraf, wurde der Strom abgestellt, die Drähte heruntergerissen und die Jsolirung reparirt. Eine Untersuchung ergab, daß verschiedene Zweige gänzlich verkohlt waren. Base-Ball. AmerlcanAssociation. Stand der Clubs.

Spiele Eew. Verl. Procent Louisville 115 79 36 .687 Indianapolis ..114 75 39 .658 St. Paul 116 64 52 .552 KansaZ City... 117 56 60 .483 Mlwaukee ....114 53 60 .469 Columbus 117 53 64 .453 Minneapolis...ll5. 43 72 .374 Toledo 118 39 79 .331

Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: . Indianapolis, 29. Aug. Indianapolis . 30010010 5 Toledo ..'.0010000001 Heute veranstalten die beiden Teams 2 Spiele. Louisville, Ky-, 29. Aug. Louisville ... 00011102 5 Columbus .. 00 00 000 101 St. Paul, 29. Aug. St. Paul. . . 0000 40 2 2 8 Minneapolis. .00020000 0-2 Deutsche Buchhandlung. arl Vtnavavk, L4 Lirglnla ve., . lVembroke Arcade.) pausen Sie Ihre Kohlen .bei der 0 n. RABE - - Präsident. Hauptoffice : 553615 Lincoln Str. 3 c tt 4 t 411 Süd East Str. und 407 Virginia Ave ZyhO : Rl (Main, UM j Rttt 0291.

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4 Pennsylv und VUatd 5 English's Opern-Haus 6 Eaftund Sie Dorr 7 Noble und Vichigan L N. Jerjry u. Mass Ad 8 Pine und North 10 Market und Pine 11 Brnnont nah East 12 91. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nahe Noble 13 Devuvare und Walnut 14 N. Jersey u Central. 16 Mass. und Cornell SU 16 Ash und 11. E trabe 17 Park Süx und 12 Str .3 Columbia undHillfide l Highland Lve u.Pratt t JUinoi und Et, Jo U Pennsylv. und Pratt 4 Meridian und 11. Str 25 No. 6 Epritzenhau 15. nahe Jllmoii , LS Senate 2vu.LtClair 27 Jllinoii und Vichigan 2S Peshlvania und 14. 29 Senate v. und 13. 1 No. 1 Spritzenhaus JndAvenaheZiichigan 32 Meridian und Walnut 34 California Bnmont 85 Blake und New Fork 3 Ind. v. . Si Clair 37 City Hospital 33 Blak und Wart) Z9 Michigan und Slgne4 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West 42 Gsendorf u Wash. 43 Missouri 5ir Fort 45 Meridian u Wash 4 Illinois und Ohio 47 Capitel 3ti. u Wash 48 mgan's PorHaus 49 Straßenbahn Stille 23. Washington Str 61 N. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 JllinoiZ u Louisiana 53 Wrst und South 64 West und McCarty 65 Senate Lve. u Henry 57 Meridian und Rad 55 No. 4 Spritzenhaus NadisouAv.uNor-.-ii 5 Madison Av. u Dunlop 51 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Tklaware , 52 Penn, u Merrill 63 Telawar u. McCarty ' 64 Saft und McCarty 56 New Jersey u. Merrill 67 Lirg. Zlv.u Bradshatt 53 East und Prospekt 59 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Hurvn 72 East und Georgia 73 Cedar und Qlm 74 Davidson u Eeorgia 76 English Av. u Pine 75 Shelby und Bates 73 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Chclby 79 Fletcher v. n Chelby 1 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Forku.Davidsor 86 Taubstummen Anstalt 85 er. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Fraucn-Reformat. 1 No. 13 EpritzmhauA Marhland nah Mer. 92 Meridian u. Georgia. 93 Meridian und South 94 Pennsylv u. Louisiana 95 Liraini? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohis 123 No. 1 Spritzenhaus i. und Ash. 124 Alabama und lt. 125 Central Ave und 16. 125 Dandes und 16. 127 Lrookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 1Z2 Bellefontaln und . 134 College Ave und 20. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Newmann und 19. 133 College Av und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 Dandes und 12. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 15. 146 New Jerscy und 22. 145 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. 14 College Av und 22. 149 College Ave und 27. 162 Park Ave und 22. 15. E Cj u. 28 Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 119 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 2 Ar den und Depot 163 Brightwood und 26. 154 Rural und Bloyd 155 St. Clair u. eystone 157 Arsenal Zlv und 23. 163 Bellefontaine und 23. 169 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Wichigaa 214 Illinois und 20. 215 Senate Ave und 21. 215 Pennsylvania und 22 217 Meridian und 16. 213 Capital Av und 25. 219 Broadway und 15. 231 JllmoiS und TtcLean 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 236 JllinoiS und 33. 236 Annetta und 30. 237 No. 9. Spritzenhaus Udell und Naor 238 Ldeil Laddcr WorU 23 Jsabrl und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois n St. Cla. 243 Cldriog und 23. 311 Wcst uud Walnut 313 West und 12. 314 Howard und 16. 315 Torbet und faca 315 Capital Av und 10. 317 Northwestern Ave u 2 518 Gent und 13. . 319 Canal und 10. 321 Cerealme WorkS 324 Vermont und Lynn S26 BiSmarcku Grentdie 326 No. 20 Spritzenhaus Haughville. 327 Michigan u. Holmes, 82 Michigan u. Concord 541 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Georgia 416 Missouri u Kentucky Zl. 417 Senate Av u Wash. 421 P und Rundhaus W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 Vilcy Aveu.JDuA 425 Wash. und HarriS 426 No. 13 Spritzenhm.1 23. Washington 427 Oliver und Birch 423 Oliver und Osgood 429 Zskrdhke und Fort 4Z1 Hadley Av u. Morris 4ZZ River Ave u. MorriS 424 River Ave und Stay 436 Harding . Big 4 R R , 436 Harding und Oliv 437 No. 19 Spritzenhaus WorriS und Hardwg. 43S Howard und WlOcuvB 4Z9 Etockv 451 Reisner und Will 462 Howard und L 453 Morris und Kappes 456 Lambert und Belmont 467 Nordyke Ave u. Mar rnon WorkS 12 West ud Skay 513 KentuckyAve u. Merrill 14 Meridian und Morris 516 JllinoiS und ' ansas 17 Morris und Dakota 51 Morris und Ch'rch 519 Capital A. u McCarty 21 Meridian und Palmer ' 23 Pine und Lord 24 Madison Avu Lincoln 525 Meridian und Belt NR 27 Carlos und Ray 28 Meridian und Arizona 29 Meridian. Raymond 31 Meridian u. McCarty 522 No. 17 Sprizcnheuk Morris nah West 512 McKernan und Dough, 13 East u. Lincoln Lant 14 East und Beecher 615 Wright und Sanders 617 McCarty und Deaty 51 New Jersey u ir Av 712 Epruce und Prospekt 713 English Are. u. Laurel 714 Etat Av u. BeU R R 715 Chelby und Vcher 715 Etat Av und Orange 71 Orange und Laurel 719 ChtIdt)U.ae Ave 721 LeringtonA. Laurel 723 Fletcher Ave. Spru 724 State AvL. Pleasant 726 Prospkt und ?fcjnr4 726 Orange und Harlan 72 Liberty und Meek 729 Nole und Souch 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Sdk 813 Market und Noble 14 Ohio u. Highland Av 816 Michigan u. Highlanv 816 Market Arsenal Av 817 Ost Q Clair und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle Shi! 823 Lermont und Walcott 824 Wash. und Stat Av 25 Madden'i tounge Fab. 25 Xudtx und Dorsey 827 Wash. und evill Av S2S No. 12 Spritzenhaus Oeville nahe Michiga, 831 Southeaftern Av und Woodstde. 32 Wash. und Dearbor 34 Southeaftern und Arsenal AveS. ' 855 New Kork und Tempi 912 JllinoiS und Maryl. 913 JllinoiS und Market, 914 Pm. , und WZH. S16 Delaware nnd aH Spezial-Signale. Ersten 2 SchlZge, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schlage, dritter Alarm, , Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. l-2-l, Feuer aus und Schlauch aufgerollt. 3 Schlüge, Wasserdruck it. 12 Schläge, Uhr Mittags. Die rfi bezeichneten Signale werdn nur vom Dhunn Wächter angegeben da an den betreffende Ctraßes kreuzungen keine Alarmkästen angebracht find. und der große Nordwefien - via issvn(Tntfrm iTisnrtTrav5! im I IN M W il lllüll ij e); mSr iryjrji l(2 latt-emwli-VHUU,t,le Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Boa der Mono 47. Str. Station. Cbicaa,. Ind's nur Minuten mittelst elektrijcher Car nach den Union Liebkosen renck Lick Spring:, In dem Orange Connty Hochland. ffamillen-Hotel unter neuer escdittleiruvg. Pluto, Proservme und Vowles Quellen. Besie Mineralwasser der Welt. Zwei Züge täalicd Via Breencaftle. Ticket-Offtcen : Union Station, Vassachusett slve. nd 35 West Washington Straße. R. P.Alge o. DisrnN Vass. Agent, JndianapoUS, ,nd. .H.cDoel, S.H.Siockkll. Pris. und Sen. 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