Indiana Tribüne, Volume 25, Number 306, Indianapolis, Marion County, 18 August 1902 — Page 7
?
fO0400400004000400
Harriets Ehe. S o Vom von von der Elbe. v $ 00$0C0000$0HO000 (Foristtzullg.) Pah, was machte er sich jetzt aus Zhiem Gelde! Für später allerdings keine schlechte Zugabe. Seiner Kunst, seinen Triumphen würde er doch noch lange nicht Valet sagen, und dann flössen ihm ja die Mittel in reicher Fülle zu. Er war sorglos, kein Schlemmer und Prasser, auch kein. Pfennigfuchser, indeß üppig gewöhnt. Ein fast fürstlicher Lurus erschien ihm'für seine Person selbstverständlich. Und wenn er auch zu viel genippt hatte, um noch gesunden Durst zu spüren, deuchte es ihm doch der Gipfel allen Lebensgenusses, ein so reizendes Wesen beständig neben sich zu sehen, das innerlich vor ihm auf den Knieen lag. Wie aber dem geliebten Kinde naher kommen? Diese Hausdame, eine alte Kokette, war ihm wohlgeneigt. Begünstigte sie doch aus irgend welchem Grunde seine Bemühungen um ihre Pflegebefohlene. Vermuthlich hatte er auch sie durch feine Kunst bezaubert. Sollte er sie bewegen, die- Rolle Frau Marthe Schwerdtleins bei seinem Gretchen zu spielen? Sie schien ihm einige Anlage dazu zu haben. Er wollte rasch, denn er hatte keine Zeit zu verlieren, aber vorsichtig sondiren und seinen Sieg verfolgen. ! Und der Alte, wurde der ihm überHaupt nöthig? Eigentlich mutzte der Philister sich's zur Ehre rechnen, wenn ein berühmter Mann -um sein Kind warb. So wiegte der Verwöhnte sich in angenehmen Träumen, die fast fchon die Gestalt von Plänen annahmen. Eitelkeit, Genußsucht und Selbstpflege waren seine stärksten Triebfedern. Und diesen Schwächen huldigte das schöne Mädchen, dessen Seele offen vor ifya, lag und in deren schimmernden Augen er las, daß sie ihn vergöttere. Bernhard Schönemann ward leicht überredet, dem berühmten Künstler zu Ehren eine Gesellschaft zu geben, als seine Damen ihm den Gedanken nahelegten. Percy O'Danne hatte so großen Bei fall gefunden, daß man ihm den Zutritt in die Geselligkeit wohl gestatten konnte. Weshalb sollte man nur auszeichneten Sängern und Musikviriuosen entgegenkommen? Mehr Vildung und Geist brauchte ohne Frage ein solcher Schauspieler. Schönemann war überzeugt, mit der Einladung des Künstlers seinem Kreise ein besonderes Vergnügen zu bereiten. Und vielleicht würde der große Mime sich herbeilassen, etwas zu deklamiren. Für diesen Fall wollte Schönemann eine Vrillantnadel bereis halten, denn solche Leistung mußte man doch honoriren. Von dem Manne ließ sich nichts umsonst verlangen. Das war die Sorte, die mit ihrer Persönlichkeit verdiente, und der man, wie dem sammelnden Seiltänzer, eine Spende in's Becken warf. , Arnold Rüdiaer war nickt wobl aenug, um zu dem in der Villa Schönemann anberaumten Diner zu erschein:n. Vielleicht kämpfte er auch mit sich, wie er Harriet gegenübertreten solle. Die wenigen Tage der Trennung hatten seine Empfindung des Verletztseins und das Gesühl, daß etwas Peinliches zwischen ihnen siehe, verschärst. Die anderen geladenen Gäste schwankten zwischen Befremdung und prickelnder Neugier, als sie hörten, daß sie den von ihren Logen aus Angestavnten in der Nähe sehen sollten. Die Gesellschaft war bereits zum größten Theil im Salon versammelt, als O'Dannes Hotelwagen, mit dem Neger auf dem Bock, vorfuhr. Gleich darauf trat der Künstler mit sicherem Anstünde ein. Der große, fchlanke Herr mit dem blassen, glattrasirten Gesichte von klas- ' sischem Schnitt, den mächtigen Augen und dem kürz gehaltenen Lockenhaar gewährte in dem eleganten Frack, weißer Weste und Halsbinde, mit dem Klapphut in der Hand, eine tadellose Erscheinung. Die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft, die er sich für sein vollendetes Spiel an einem kleinen Hofe geholt hatte, glänzte auf seiner Brust. Das Schweigen neugieriger Spannung, das selbst einen wohlerzogenen Kreis manchmal überkommt, legte sich bei O'Dannes Eintritt über die Versammlung, während aller Augen sich auf den Fremdling richteten. Sein schönes, wohlgeschultes Organ, das jedes Wort scharf und deutlich zu Gehör brachte, tönte in Erwiderung von Schönemanns Empfang allen verständllch durch ren Raum. Jeder Laut zitterte in Harnets Herzen wider. Sie verlor den Faden der Rede, mit der ein junger Mann sie unterhielt, und sah und hörte nur den Emen. Dank der gefälligen Hausdame sah Harriet, die genöthigt war, mit einem revorzuaten Gast zu Tlsch zu gehen, O'Danne an ihrer anderen Seite: o, feie nickte sie Tante Laurette freundlich ?u! Wie warm schien die Sonne, wie schon war dcr.Taa! Sie fand alles ,.rrlich, hatteme so silberhell gelackt.
nie o fröhlich nach allen Seiten geplaudert wie heute. Am Morgen war sie betrübt gewesen, daß Arnold nicht kommen konnte oder wollte, sie hatte gesonnen, wie sie ihn versöhnen könne, jetzt war er vergessen, jetzt lebte sie nur in ihrer Lewunderunz für den Anderen. O'Danne beherrschte bald mit seiner Unterhaltungsgabe den kleinen Kreis um sich her. Er erzählte von den verschiedenen Ländern. Verhältnissen und Sitten, die er auf seinen Reisen kennen gelernt. Seine Vergleiche und Bemerkungen waren treffend und interessant. Manchmal lohnte ihm ein herzliches Lachen, manchmal, wenn er geschickt Deutschland in den Vordergrund zu schieben wußte, gingen befriedigtes Schmunzeln und Ausrufe des Beifalls in die Runde. Ein anwesender Senator hielt auf die Vaterstadt, das Wohl und Gedeihen Hamburgs, eine steife, von vielem Räuspcrn unterbrochene Rede, die mit dem üblichen Hipp, hipp! hurrah!" beantwortet wurde. Der Champagner perlte in den Gläsern, das Diner verlief zur allseitigen Befriedigung, die berühmte Hamburger Küche that ihr Bestes. Endlich erhob sich O'Danne und bat um's Wort. Jedermann lauschte wohlgefällig, gespannt. In fließender, zum Herzen dringender Rede pries er die erhabene Hansesiadt, die ihn gastlich empfangen, die ihn anmuthe gleich einer zweiten Hei-
math. und, die kunstsinnige edle Manner hege, wie der sei. den sie alle die Ehre hätten, ihren Gastgeber zu nennen. Die Miene des Senators erhellte sich. Wenigstens riskirte doch dieser Eindringling nicht, seinen Toast auf Hambürg zu übertrumpfen. Der Kunstler fuhr begeistert fort. Fern von aller Uebertreibung, jedoch mit poetischen Worten und hinreißender Warme schilderte er das Wesen Schönemanns, seine künstlerischen Interesscn, seine anmuthende Häuslichkeit, seinen Kreis hervorragender Menschen. Für Jeden lag eine feine Schmeichelei in dem, wss er sagte und wie er's sagte. Jeder meinte, Bernhard Schonemann noch nie in so glänzendem Lichte gesehen zu haben. Der Gefeierte war gerührt über seine eigene Vortrefflichkeit, entzückt über das lebhaste Hoch hoch soll er leben!" seiner Freunde, als O'Danne mit der Aufforderung dazu schloß. Das GlaS des Sprechers klang' zuerst mit dem Harriets zusammen, und der lange, tiefe Blick, den sie tauschten, entschied vielleicht schon über ihr Schicksal. Als O'Danne mit ihrem Vater anstieß, dankte ihm der Gefeierte in bewegten Worten. Bald darauf wurde die Tafel aufgehoben. Nur wenige ältere Herren rückten noch, nachdem das Tischtuch von der Mahagonlplatte entfern! worden, mit fernem Wem und Cigarren versorgt, zusammen. Die älteren Damen erholten sich cv. einem Tä'ßchen Mokka auf derVeranda, die Jugend erging sich im Garten. Als Schonemann aufstand, um nach seinen anderen Gästen zu sehen, und mehrere Herren über den Freihafen und die anziehenden Kaffeepreise diskutirten, fragte Onkel Schmidt leise seinen Schwager, den Senator: Wie findest Du den Komödianten, Johannes?" .Elegante Bestie, Christian. Verdreht den Frauensleuten die Köpfe Na, unsere Lucie haben wir wohlweislich zu Hause gelassen." Meine Lotte ist verlobt, da hat's nichts zu sagen. Aber das kleine Balg hier scheint ganz weg zu sein." G'n fetter Bissen für so 'nen BalaZZ. ' Na, Schönemann wird doch von alle dem Weihrauch nicht übergeschnappt sein." Leforet bot Franziska, neben der er gesessen, den Arm, um sie in den Garten zu fuhren. Sie haben wohl noch kaum mit den beiden Herren gesprochen?" flüsterte das Mädchen. .Ihres Onkels bin ich sicher. Herr Rüdiger empfängt mich leider noch nicht. Ich setze aber mein Alles an den Erfolg." Er preßte ihren Arm fest an sich, und sein heißer, nach Wem duftender Athem streifte so nahe ihre Wange, daß sie sich abwandte. Die jüngeren Leute schlugen Reifen und Federball auf dem großen Rasen hinter dem Hause. Harriet war in glücklicher Erregung mitten dazwischen. O'Danne stand auf dem nahen GartenWege und beobachtete brennenden Blicks die leichten Bewegungen der reizenden Mädchengestat. Sie wußte sich von ihnf beobachtet und empfand mit Entzücken, wie sein Blick sie umfing. Er fühlte, daß er sie liebe, daß er leidenschaftlich ihrer begehre; seit den ersten Jünglingsjahren hatte er nicht so wahr, so heiß empfunden. Weshalb steckten 'ctim die hübschen Kinder da die Kopse zusammen? Ah, von Harriets Kleid ist ein Saum abgetreten. Sie wehrt alle Begleitung von sich, hebt das luftige Rockchen ein wenig und eut dem Hause zu. Er wendet sich und folgt ihr unauf fällig, aber er umkreist das Haus von der anderen Seite als sie. ' Irgendwo muß er so mit ihr zusammentreffen. Er kennt die Oertlichkeit und hat sich nicht getäuscht. Indem er den Hausflur betritt, sieht er sie in' das kleine Zimmer neben dem Salon schlüpfen. Langsam folgt er ihr. Als er die Tbür öffnet, siebt sie am
Fenster bei einem Nähtischchen und hef-
tet mit Stecknadeln den Riß zusammen. - Erschrocken und dunkel erröthend streicht sie bei seinem Anblick das aufgehobene Kleid hinunter. Er eilt auf sie zu. O welch' ein Glück, Sie zu treffen! Es wird leer und dunkel, wo ie fehlen; Harriet süßes, angebetetes Mädchen, ich liebe Dich!" Er umfaßt sie leidenschaftlich, und sie sinkt, von magischer Gewalt gedrängt und gezogen, an seine' Brust. Stürmisch küßt er sie, und sie, sie kann. mcht anders, sie erwidert seme Kusse mit scheuer Hingabe. In der Thür zum Salon erscheint Frau v. Kurzenbach, erhitzt, mit gespanntem Ausdruck. Als sie das in Zärtlichkeit verlorene Liebespaar erblickt, zuckt ein 'höhnisches Lächeln um ihren Mund. Es ist derselbe Raum, in dem die Uebermüthige ihren Hans Egon hat ablaufen lassen. Nun fängt sie sich in diesem Netze. Vermuthlich wird's stachelige Maschen, um das Prinzeßchen schlingen. Mag's etwas Ernstliches geben, ihr ist's recht. Sie will dazu thun, was sie kann, aber es gilt, die Sache geschickt zu fädeln. So geschickt, daß sie ihre Genugthuung har und das lästige Haustöchterchen los wird, vielleicht gar mit dem Vater entzweit. Dies alles fährt blitzartig, wie eine ferne, sie befriedigende Möglichkeit durch ihren Sinn, während sie erst leise, dann lauter .Harriet!" ruft. Har-riet-Kind ich bitte Dich!" Die beiden Liebesleute erwachen aus ihrem Glückstaumel, das Mädchen reißt sich los, wirft sich mit emem kleinen Schrei des Schrecks, des Flehens an die Brust der mütterlichen Freundin und verbirgt beschämt ihr glühendes Gesicht an deren Halse. Theuerjte Baronm, seien Sie unser Schutzengel," bittet O'Danne. ergreift ihre von Ringen funkelnde Hand und drückt ehrerbietig seine Lippen darauf. Harnet, mein liebes Kind, o ich begreife ja Deine Wahl, allein glaube mir seien auch Sie überzeugt, mem Freund hier kann nur die größte Vorsicht zu einem glucklichen Ziele fuhren. Einseitige Ausfassungen vielleicht ältere Abmachungen werden Ihnen. Mr. O'Danne, in den Weg treten." Ich ordne mich Ihrer Einsicht. Ihrer Führung unter, gnädigste Frau." Du mußt uns helfen, Tante Laurette," fleht Harriet. Meine volle Sympathie ist mit Euch. Laßt mich überlegen. Du, mein Herzchen, mußt sogleich allein hier durch den Salon zur Gesellschaft zurückkehren. Ich spreche noch rasch ein paar Worte mit Mr. O'Danne." Harriet, willenlos, schwindelnd. wirft noch einen zärtlichen Blick auf den Geliebten, dann folgt sie der Weisung und eilt davon. Die Kurzenbach tritt nun einen kleinen Schritt dem Künstler näher. Sie sicht ihm prüfend in's Auge und spricht leise, aber bestimmt: .Ich hoffe, dies ist keine müßige Tändelei. Haben Sie bedacht, daß es sich hier nur um ganz ernste Absichten handeln kann? Sind Sie wirklich zur Ehe entschlossen?" O Danne verneigte sich stumm. Werden Sie mgen beim Vater um Harriets Hand werben?" Sobald Sie befehlen. Gut. kommen Sie um vier Uhr. Wenn Sie Ihren Bescheid erhalten haden. fugt es sich leicht, daß wir uns noch treffen. Und nun eilen Sie aus demselben Wege zurück, auf dem Sie hierher gelangt sind. Ich höre, die Gäste brechen auf." Sie verließen das Zimmer durch die verschiedenen Thüren. Harriet wußte sich später nicht zu erinnern, wie sie den Abschied von ihren Gästen überstanden habe. Sie war so verwirrt, so berauscht von dem Erlcbien, daß sie sich nur mechanisch bewegen konnte. Sie hatk sich verbeugt, das Nöthige und Uebliche gesprochen. Hände in den ihren gehalten, genickt, gelächelt. Sie hoffte, nichts Auffälliges gethan zu haben. Die Scheidenden, erregt, mit sich selbst beschäftigt, bemerkten nichts Besonderes an dem hübschen Haustöchterchen. Nur Franziskas scharfer Beobachtung, ihrem immer spähendenBlick.war weder Harriets kurzes Verschwinden, noch ihr zerstreutes Wesen sammt dem seltsamen Ausdruck ihrer Züge und dem Leuchten ihrer Augen entgangen. So ahnte sie das Vorgefallene und beschloß, sich bald einen völligen Einblick zu verschaffen. Im Laufe des Abends hatte Frau v. Kurzenbach Harriet zugeflüstert: Er kommt morgen Nachmittag, bei Deinem Vater um Dich zu werben." Erbebend vor Schreck und Seligkeit vernahm das Mädchen diese herzbewegende Kunde. Sie dankte der Helferin mit einem Händedruck und ging früh zur Ruhe. Sie konnte heute noch nicht mit der Vase über ihr Glück sprechen. Mit einem kurzen Gute Nacht, Fränzchen" schloß sie die kürzlich geöffnete Thür. Franziska aber schlüpfte hinüber zu Frau v. Kurzenbach, bei der sie noch lange in eifriger Unterhaltung blieb. Die Beiden verstanden sich vorzüglich. In Harriets Gemüth herrscht das Verlangen, allein zu sein, sich endlich zu besinnen. Nachdem sie ihren Schlafrock übergeworfen, hockt sie gedankenverloren in einem niedrigen Lehnstuhle. Sie preßt sich die Schläfen mit beiden Händen und sucht irgend etwas klar zu erkennen. Ja, sie liebt ihn, den genialen, Herrkicken Mann, den erbabenen ctitnftrr
Das muß wahre Liebe sein, und welch ein seltenes JSlück, welch eine Seligkeit, von einem so Auserlesenen geliebt zu werden! Aber woher denn die Angst? Ist sie feige? Bangt ihr vor der Zukunft? Mit ihm in die Ferne zu ziehen? Ihr Vater ArnoldSie fährt empor bei dem Gedanken an ihn, den sie abgewiesen, gekränkt hat, und der es doch so gut mit ihr meint.
Was würde Arnold zu ihrer Wahl sagen? Erregt schreitet sie hin und her und krampst die Hände ineinander. Die leisen Geräusche der Nacht, das ferne Brausen der großen Stadt, das Gleiten ihrer Schleppe auf dem Teppich, alles reizt und beunruhigt sie. Es wird Ihr eng lm Zimmer, und sie stoßt das Fenster auf. In den Wipfeln der Bäume rauscht es, eine schmale Mondsichel spiegelt sich im schillernden Wellengenesel der AIster. Ein Windhauch' kühlt ihre brennende Stirn. Sie faltet die Hände und bricht in Thränen aus. Endlich sucht sie verwirrt und benommen ihr Lager auf, um bald ganz erschöpft in einen schweren Schlaf zu sinken. 7. Kapitel.. So wohlgelungen Schönemanns ge-strige-Diner auch gewesen war, der Gastgeber trug doch eine nachträgliche Mißempsindung davon. Einzelne seiner alten Freunde hatten ihm beim Scheiden in der Weinlaune Bemerkungen zugeflüstert, die ihn ärgerten, ja. die ihm nachgingen. Zieh Dir man nichts in die Krone, Bernhard, von dem Apen sien Getute." hatte Wilhelm Kannengießer gesagt, und Vetter Christian Schmidt hatte ihn sogar zur Seite genommen und mit schwerer Zunge gestammelt: Wenn Du uns uns mit dem Kulissenreißer 'nen Spaß machen wolltest, die die Weiber hättest weglassen sollen. Sie sind ja im Theater schon närrisch genug. Unsereiner der der nimmt's nicht so genau verträgt starkenX'Tabak." Dann hatte Vehrens den Unsicheren an den Wagen begleitet. Zuerst war Schönemann erzürnt geWesen, hatte sich vorgenommen, den frechen Kerlen" heute einen Marsch zu blasen," , konnte er denn nicht thun, was er mochte? Da sollte ihm denn doch keiner dareinreden! Leute Morgen dachte er anders. Grunde' theilte er die exklusive Auffassung seines Kreises. Ein Schauspieler, ein Mensch.. der sich für Geld sehen ließ, gehörte eigentlich auch nicht mit der Miene, als sei er ihresgleichen, unter die wohlangesehenen Großkaufleute Hamburgs. Er hatte sich von seinen Damen überrumpeln lassen, ein anderes Mal wollte er sich strammer auf die Hinterbeine stellen. Um seinen verdrießlichen Gedanken zu entrinnen und auch weil er es für feine Pflicht hielt, da Arnold noch immer bei der Arbeit fehlte, fuhr er in's Komptoir. Jean Leforet kam heute dem Prinzipal mit besonderer Beflissenheit entgegen und bat um eine Unterredung mit ihm in Privatangelegenheiten. Schönemann trat mit ihm in sein Arbeitszimmer. . Na, was ist denn los?" Gestatten Herr Schönemann." sagte der geschmeidige Geschäftsführer, sich in einer kleinen Verlegenheit die Hände reibend, ich möchte Ihnen gern mittheilen, daß ich mich um Ihre Fräulein Nichte bewerbe." Sieh mal an, also auf Freiersfüßen, wünsche viel Glück. Franziska ist 'ne nette Deern, meines armen Bruders Kind. Wenn das Mädchen Sie mag, soll's ihr an einer guten Aussteuer nicht fehlen." Ich danke Herrn Schönemann ergebenst. Habe keinen Grund, an meiner Braut Zuneigung zu zweifeln. Allein indeß einer Dame aus so guter Familie möchte ich natürlich gern eine angemessene Lebensstellung anbieten können." Ach, pfeifen Sie wieder aus dem Loche! Sie wissen doch, Leforet, daß Rüdiger Sie unter keiner Bedingung als Theilhaber aufnimmt." Herrn Rüdigers leider sehr schroffe und unbegründete Abneigung gegen die Erfüllung meiner Wünsche ist mir bekannt. Ich würde auch gewiß nicht gewagt haben, auf mein Anliegen zurückzukommen, wenn ich nicht durch meine beabsichtigte Verbindung den Herren verwandtschaftlich nahezutreten die Ehre hätte. -Unter diesen Umständen nehme ich an, daß Herr Schönemann geneigt sein möchte, meine Sache zu führen, und daß Herr Rüdiger sich wohl umstimmen ließe." Glauben Sie das nicht zu fest. Rüdiger ist ein Dickkopf. Ich will ja gern das Meinige thun, allein ich fürchte, es wird nichts nützen." Es würde mir über alle Maßen leid thun, wenn Herr Rüdiger die Sache auf die Spitze treiben sollte. Als Gemahl einer Dame, wie Fräulein Franziska Schönemann. kann ich jedoch unmöglich in abhängiger ja, in dienender Stellung verharren." , ' Aber Mann, Sie werden doch Nicht-?" Der Prokurist zuckte die Achseln. Jeder tüchtige Mensch strebt nach Selbstständigkeit." Nach dieser Unterredung erledigte Schönemann hastig und zerstreut die laufenden Geschäfte und fuhr, sobald er abkommen konnte, in Arnolds Woh-nuna.
Heute fand er den jungen Freund bereits wieder am Schreibtische. Der eigentlich Hergestellte hatte, nachdem er in Verstimmung und Scheu das gestrige Diner bei Schönemann unter dem Aorwande des Unwohlseins abgelehnt, nicht gleich heute auf's Komptoir gehen mögen. Das absichtliche Fernbleiben wäre dann gar zu deutlich hervorgetreten. So nahm er einige nothwendige Arbeiten zu Hause vor. Die Trennung von der ihm theuren Familie lastete indeß schwer auf seinem Gemüth, und er kam Schönemann mit besonderer Herzlichkeit entgegen. Der Alte warf sich in einen Lehnstuhl, wies die angebotene Cigarre ungeduldig ab und fuhr sogleich mit der ihn beunruhigenden Angelegenheit heraus. Gut, daß Du wieder fix. auf dem Posten bist, Arnold. Es gibt etwas recht Ernsthaftes zu erwägen. Leforet will meine Nichte Franziska heirathen und meint, wenn er nun mit uns verwandt werde, könne er nicht in dienender Stellung bei uns bleiben, sondern habe Anspruch, als Theilhaber in's Gesckäft zu treten." (Fortsetzung folgt.)
Ein Tcnuwu s . aur. A. v. ttossaS. Dem Neuen Wiener Journal" meldct sein Berliner Korrespondent: Die Affaire des ZÜalersHcrrn Adalbert v. Kossack, dessen . Berliner Position infolge des neuesten Polencurses unhaltbar geworden ist, hat in den letzten Wochcn viel von sich reden gemacht. Der Künstler, der nicht allein ?us persönlichen Motiven sich veranütft sieht, sein Domicil zu vorlegen, :ji momentan in eine Preßgcschichte verwickelt, die sein Verhältnis zum Uaiser betrifft. Ein ungarisches Blatt, der .$cjxi Naplo", veröffentlichte kürzlich ein in cie Welt hinaustelegraphirtes Jnteröiew, wonach Herr v. Kossack unter Anderem erklärt haben soll, der Kaiser fei über sein Weggehen betrüöt und werde sich freuen, ihn wiederzusehen. Kaum war diese Mittheilung in den Zeitungen erschienen, als officiös verlautbart wurde, an der ganzen Unterredung Kossack's 'mit dem Kaiser sei kein wahres Wort, insbesondere wäre iene Aeukcruna aar nicht gefallen. Tihi Korre vondent erhielt deute von Herrn v. Kossack eine briefliche Mittbeiluna. mit der Bitte, ihn besuchen zu wollen. Ich habe der Aufforderung des Mir seit Jahren nahe bekannten Künstlers umso bereitwilliger cntsprochen. als ich aeradc wemae Taae vor Erscheinen jenes Interviews Gelegenhm hatte, Mit ihm zusammenzutreffen und eingehend über die eigentlichen Gründe seines Wegganges von Berlin zu sprechen. Die mir gegebene Darstellung wich so sehr ab von vem Inbalt ienes Interviews, bafc ich von vornherein begründeteZweifcl an dessen Echtheit haben mußte. Thatsächlich ist es so. Herr v. Kossack hat mich zu sich gebeten, um in aller Form die vom Pest, Naplo' veröffentlichen Mittheilungen dementiren ?u können. Herr v. Kossack autonsirt mich zu folgender Erklärung: , Ich versichere ehrenwortlich, daß ich Niemals emem Vertreter des Pesti Naplo" ein Inter view gewahrt habe, daß die Mir in den Mund gelegten Aeußerungen, insbesondere die angeblichen Abschicdsworte des Kaisers vollkommen erfunden und aus der Luft gegriffen sind. Außer mit Ihnen habe ich mit keinem Journalisten über die Angelegenheit je ein Wort gewechselt, und sie können es mir bestätigen, daß ich Ihnen nichts erzählt habe, was auch nur entfernte Aehnlichkeit mit dem hat. was der Pesti Naplo" veröffentlicht hat. Mir ist die ganze Affaire im höchsten Grade peinlich. und ich bin durch die Scrupellosigkeit eines Reporters officiös wegen einer Aeußerung Lügen gestraft worden. die nicht auf mein Conto zu setzen ist. Nochmals: Ich bitte Sie um die Erklärung, daß Alles, was der Pesti Naplo" veröffentlicht und die internationale Presse nachgedruckt hat. erfunden ist. vollkommen erfunden!" Ihr Korrespondent kann seinerseits. soweit es sich um die Mittheilungen bezieht, die Herr v. Kossack kürzlich ihm gegenüber gethan hat. bestätigen, daß auch nicht mit einem Worte von einem Abschiedsbesuch die Rede war. den der Künstler dem Kaiser gemacht hat. geschweiae denn von jener verfänglichen kaiserlichen Aeußerung. Herr v. Kossack bleibt nur noch einigeTage in Berlin und übersiedelt hierauf endgiltig nach Paris. 'Glücklich abgelaufen. Bei einem Festgeläute in Bamberg, Bayern, löste sich unlängst der starke Schwengel der Kaiserglocke auf dem Domthurme aus und stürzte ab, blieb aber zum Glück an einer Fenstersäule hängen. Schweres Unglück wäre verursacht worden, wenn, der Glockenthei! auf den Domkranz niedergestürzt wäre. Glücklicher Finder. Ein gewisser Benjamin Sauerwein in der Nähe von Saegerville. Pa., machte kürzlich Löcher in die Erde um einen Zaun aufzustellen, als er auf etwas Hartes stieß. Er ging der Sache näher und fand ein Kistchen. Als er es öffnete, lagen Geldmünzen und Banknoten in demselben, zusammen $3400. Wie der Schatz dahin gekommen sein mag. t nicht aufgeklart.
Feuer - Signale.
i Pennsylv ur.d Markt 5 English's Opern-Hau 6 East und New Dork 7 Noble und Michigan 8 N. Jerjey u. Meg At 9 Pine und 5lvrth 10 Market und Pine 11 Vermont nahe East 12 ?!. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nahe Noble 13 Telware und Walnut 1 N. Jersey u Centra! A. 15 Mass, und Cornel Lve 16 Ash und II. Straß 17 Z?k Ave und 12 St? .6 Columbia undHillftde 19 Highland Ave u. Pratt kl JllinoiS und Ct. Joe 23 Pennsylv. und ?ratt 4 Meridian und 11. Err 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Illinois 26 Senate Ave .StLIair 27 Illinois und Michigan 2? Pesylvania und 14. i9 Senate Ave. und 1Z. ZI No. 1 Spritzenhaus JndAvenaheMichigan 32 Meridian und Walnut 34 California Vermont 36 Blake und New Z)ork 35 Jnd.Av.u.Ct Glair 37 City Hospital 33 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nahe Wcst 42 Gnsendorf u Wash. 43 Missouri New York 5 Meridian u Wash 45 Illinois und Ohis 17 Eapitol Lv. u Wash 45 mgan'ö Porkhaus 49 Straßenbahn Ställe , 23. Washington Ctr 61 No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 52 Illinois u Louisiana 55 Wcd und South KWestundMcl!arty 56 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Ra 5S No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Motvtt 69 Madison Lv.uDunlop 31 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Telaware 2 Penn. Merrill 3 Delawar u. McCarty es Last und NcCarty 55 New Jersey u. Merrill 7 Dirg. Av. u Bradshaw es East und Prospekt es Bicking und High 71 No. II Spritzenhaus Vir Ave. nahe Hunrn 72 East und Georgia 73 Eedar und Elm , 74 Davidson u Georgia 75 Snglish Av. u Pine 7 Shclöy und BateS 73 No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Sh:lby 79 Fletchcr Av. u Ehclby 1 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 Cast u Washington 84 New York u. Davids 5 Taubstummen Anstalt 86 'ver. Staaten Arsenal 7 Oricntal und Wash. 89 Fraucn-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Marhland nah Mer. 92 Meridian u. Georgia. 93 Meridian und South ?4 Pennsylv u. Louisiana 5 3intim? Ave u. Alab. 95 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohi? 123 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ast. '.24 Alabama und 15. ,2S Central Av und 15. .26 JandeS und 15. t27 Brooksid und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware nd 19. 131 Alabama und 11. 132 Dellefontaine und A 134 College Ave und 2. S5 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmaan und 19. 138 College Ave und 14. 139) Corncil Ave und 13. 141 Dandes und IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. -.46 Alvord und 17. t47 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Av und 16. '.43 College Av und 22. 149 College Ave und 27. .52 Park Ave und 22. .5? L u. W Bahn u. 22. fj4 Ramsey Ave und 1. 136 Ctoughton u Newman t57 AtlaS und Pike. 158 Bloyd und Pawpsw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood (2 Arden und Depot 163 Brighlwood und 25. 164 Rural und Dloyd 165 St. Clair n. eystone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellefontaine und 28. 169 Park Ave und 10. 212 Capital Av und 17. 213 Pennsylv. u. Michiga 214 JllinvlS und 2. 215 Senate Ave und 21. Sie Pennsvlvania und 22. 21? Mcridtan und 16. 213 Capital Av und 20. 219 Broadway und 10. 231 JllinoA und ÄcLcan 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 Illinois und 33. 23 Annctta und 30. 237 No. 9. CpriyctthauS Udcll und Slftvcr 238 ttdcil atbcr WorkZ 239 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St. Clair. 243 Eldrioge und 23. 312 West und Walnut 813 West und 12. 314 Howard und 16. 815 Torbet und Paea Sie Capital Ave und 10, 317 Northwestern Ave ! 318 Gent und IS. 319 Canal und 10. 521 Cerealine Worls 324 Vermont und Lynn 525 Bismarcku Grandvie 326 No. 20 SntzenhanS : Haughvllle. 327 Michigan u. Hllmes. 325 Michigan u. Concord 541 Wcst und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave u Georgia 416 Missouri u AentuckyA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E RundhauS W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 Miley Av . I D u5B . 425 Wash. und HarriS 126 No. 13 Spritzenhati ?2. Washington 427 Olive; und Birch 428 Oliv und Oögood 429 Nordyke und Fort 431 Hadlcy Ave u. MorriS 432 River Are u. MorriS VA River Ave und Aay 435 Harding U. Big 4 R R 436 Harding und Olive, 437 No. 19 Spritzenhaus MorriS und Harding. 43S Howard und WilliQnb 439 Stockyards 451 Reisner und Miller 452 Howard und Lee 453 MorriS und KappeS 456 Lambert und Bclmont 457 Nordyke Ave u. Mar mon Worts 512 West &d Nay 513 Kentucky Av u. McrriZl 614 Meridian und Morris Sie JllinoiS und Kansct 17 Morris und Dakota L1S MorriS und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Mendia und Palm 523 Pine und Lord 524 Madison Aveu Lincoln 526 Meridian und Belt S 627 CarloS und Nay 525 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McCarq 53 No. 17 Spritzenhaus . MorriS nahe West Vil McZlcrnanund Dough. 613 East u. Lincoln Lank 14 Cast und Beechcr 15 Wright und Candert ' 17 McCsrry und Beaty IS New Jersey u Dir Ave 712 Spruce und Prespect 713 English Ar, tt. Lau! 714 State Avu.Belt R ZI 715 Chclby und Beech 71 State Ave und Orange 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. Cuiaa 7,1 LexingtonA. Laurel 723 FletcherAveu. Spruce 724 State Ave u. Pleasant 725 Prosvkt und Plcasa: 726 Orange und Hatte 728 Liberty und Merk 729 Nok nd South 12 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Stz; 18 Market und Noble L14 Ohio u. Highiand Av 515 Michigan. Hightand 81 Market u Arsenal Are 17 Ost 6 Clair und Union ahn Geleise. , 821 Pan Handle Shops 823 Vermont und Walcott 24 Wash. und State Av 25 Madden'skoungeFab. 2 Tuck und Dorsey 27 Wash. und Beville Ave 29 No. 12 Spritzenhaus Beville nahe Michiga 31 Eoutheastern Att und Woodside. 632 Wash. und Dearbor ' .34 Cciltheeftcrn nd Arsenal Aves. 85 New Dort und Remple 12 JllinoiS und Maryl. Si 3 JllinoiS und Market. 914 Penn, nd Wash. 15 Delaware und to Spezial-Siznale. Erste Schlag, zweiter Alarm, , Zweite 2 Schlage, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. l-2-l. Feuer aus und Schlauch ausgeteilt. 3 SülZge, Wafferdruck ab. 12 Schläg. 12 Uh? Mittags. Die o bezeichneten Signale werden ur vom Thür Wächter angegeben da an den betreffende Straß? kreupmge kein AlarmUften angebracht find. has. L. Schott. ...ylumver... un, Händler in den Seveland Faucet Co's. Bier.Pumpen. 1C3 C3fl O5y!nnd Str. Telephon. Nen. 231. IaniEenianp Mi Brass Mi. ' Olefier und Dreher. Crofce d kleise ehfcrfcetien in Nessing, s!?, Crenje, Clureinnsn, etc. GZtttt&iitlt unsere CpejiaUtat. Z3-li2 03 C:rr: Cir., Sbrcl'j. C;ltj c;j:3 r.x tzi.
