Indiana Tribüne, Volume 25, Number 297, Indianapolis, Marion County, 7 August 1902 — Page 7

Jndtana Tribune, 7. August 11)02

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I SinKcndc Sonnen. 4 4 T 2 jOriginalroman ton Vecxrges GKnct. y t . t ....... . VViiVi i (Fortsetzung.) 7. Kapitel. TZ; kleine Kirche Saint-Francois de Sales war überfüllt. Das ganze künstlerische und elegante Paris wohnte der Trauung von Therese Aufridi und Daniel Mayrault bei. ' Wäbrend die eierlickkeit unter an-

dächtigem Gesang und strahlendem stachelt durch die auf ihn gerichtete allLichterglanz vor sich ging, spazierte ein gememe Aufmerksamkeit die hohe CL r-L L v,:!:' L :. stalt stolz aufrichtete. Wie ein altes

rr" rzr:: uic uciuiivcii vuiii, v r. : v,-. r.r,,.- m:fr:.-? c uuuBi ui w uC uu, und ad. utan piauverie, lacyle, lritistrte, je nachdem es der Zufall der Begegnuna mit sich brachte oder die Aetreffenden gelaunt waren: es war eine improvisirte, glänzende Gesellschaft voll --li-.n. V Cm..-l...:i I- - 2 S I vsspoiuuii unu ;umui-iicu, iöic c um gleichen nur in Paris geben kann. ,Sehen Sie dort, da kommt Gamelin," sagte der Bildhauer Massias und strich sich den ergrauenden Äollhart. Wissen Sie, er ist mit seiner Statue wieder durch den ganzen Park von Monceau gezogen und hat trotzdem keinen Platz gesunden, an dem sie sich gut ausnehmen würde." ,Weil es mcgt am Platz, sondern an der Statue lieat." ,t;s gibt Xieuie, cte sich an gutem Marmor versündigen, während sie so schmackhafte Zuckerbäckerwaare machen konnten!" Als Gamelin herantrat, stürzten ihm die Verkleinere? mit ausgestreckten Handen entgegen. . Nun, Verehrtcster, wie geht's? Was macht die Arbeit? Immer fleißig?" Ja, man muß wohl! Ich habe eben eine Gruppe für das Stadthaus bestellt bekommen sieben Figuren. Ich habe 10 viel zu lyun und weiy mcyl, wo mir der Kopf steht." Es entstand eine längere Pause. Die Kollegen machten lange Gesichter, ganz verzehrt von Neid. Doch August Compoint. der Berichterstatter des Echo unterbrach das verblüffte Schweigen: Nun, Gamelin, wenn die Gruppe für das Stadthaus bestellt ist. dann läuft sie wenigstens nicht Gefahr, in's Leihhaus zu wandern." Alles lächelte. Die Gemüther fühlien q cneicrnen. , Eine Droschke hielt vor dem Kirchenportal. Eine Schauspielerin, deren Gesicht graugrün gegen die blondgesarvten Haare aussah, stieg aus, grüßte mit Blicken im Kreise ringsum und . rjf . v ' v l i . Dcimraaiw m er nire. Na. die gute Desbons sieht heute ganz wie ihre eigene Großmutter aus." Es muß unserm lieben Trelaurier doch schmerzlich sem, sie so abgetakelt zu sehen. , Ach! Die Liebe ist blind! Für ihn bleibt sie immer sünfzig Jahr!" Aufgepaßt! Die Gratulationskour muß angefangen haben, die Thüren werden geöffnet," sagte Breton. . Alles drängte nach dem großen geöffneten Portal der Kirche, in deren Hintergründe eine Glorie von Lichtern unter Blumen strahlte und aus deren Tiefe einzelne Tonwellen bis auf die Straße drangen. Durch die Sakristei bewegte sich jetzt der Zug aller Pariser Berühmtheiten, welche den Altarraum gefüllt hatten. Therese, die hinter dem weißen Schleier sehr gerührt aussah und dennoch freudig läckelte. stand zwischen Mels und Daniel Mayrault und reicht: allen Freunden die Hand, die t fui::jsr.f& iauruuincii, um viuuuuuuu darzubringen. Teneran, welcher ihr

Am Verein mit Mels zum Zeugen ge- ler eine gewisse Befriedigung, seine geidient hatte,. unterhielt sich mit Zelie stige Freiheit an den Taa tu legen.

Vazin. Der berühmte Advokat Gern, ist yatte etne Crorlerung uver vle Pramit dem beweglichen weißen Kopfe, raffae'liten angefangen und ließ sich wünsckzte erst den Neuvermählten Glück kaum herbei, sie zu unterbrechen, als

und sagte, indem er durch eine Handbeweauna Aelie und Teneran vereiniate: - Das wird auch noch mit einerleiratb endiaen" O, Teneran- hat genug von den Frauen gehabt!" sagte Zelie. Und Mademoiselle Bazin hat getua an iwn Sunden. Doch möchte ich nicht die Treue ihrer Kläffer mit der von meiner Frau vergleichen." .Und weshalb sollten wir es thun?" setzte Zelie gelassen hinzu. Wir bcfinden uns wohl bei dem jetzigen Zustand. Wi? unterhalten uns gern, das genügt".' In diesem Augenblick drängte sich ein zunger Herr 'mit sehr sparlicyen blcn den Haaren hastig bis zu Zelie durch und keuchte: Ach. Mademoiselle Bazin. haben Sie den Sekretär des Ministers gesehen?" 05r ist soeben vorbeiaeaanaen." err Gott! Und ick lauere sckon seit Anfang der Trauung auf ihn." Er tauchte zwischen den Gruvven

unter und eilte hinaus. Zelie sah ihm gen dessen Lehrer in's Merk gesetzt worlackend nach. 'ven war. Die gespannten Nerven

Der ist auck mit der Ordenssuckt behaftet und wird seinem Opfer die Pistole auf die Brust fetzen!" .Und wenn er das Band hat, wird er auch nicht zufrieden sein." - Sehen Sie nur Mels, der hat einen aann Sternenbimmel: alle Orden urovaS strablen von seiner Brust." - Aber Teneran, warum tragen Sie . m . denn nie etwas im Knov loch?"

könnte mick ebenso besternen.

wie die Kollegen," sagte der Kritiker ruhig, .aber wozu? Auch falle ick so mebr rtljf. k?z ist" m?r TrfW nprm Vn Leute sagen, wie Sie es vorhin thaten: Weshalb hat er keinen Orden, als wenn s?k h?nfTf ftiir ta2 fYif r hn sVSr y v f v 3 vvil verdient?" " Immer neue Xleute kamen voruvcr; man neigte lächelnd den Kopf, streckte glückwünschend die Han aus, ' murmelte halblaut alltägliche Redensarten. .Mrine aufrichtigsten Gluckwunsche! Ich gratulire von Herzen! Meine besten Wünsche!" so tönte es fort und fort. Und Therese verneigte sich immer wieder freundlich unter ihrem Schleier. während Mels i-.i dem Bewußtsein, reprasentiren zu müssen, und angezonm u einer Besichtimmrt h,.rA w eyTnm,i,nrt,rAm,ii,T und Blitzen der Säbel aufgeregt, all ' v,...rv...avl,.....v. tm Gangarten mit musterhafte? Sicherheit 'ausführt, so hielt auch ei in diesem Feuer aus. Nun näherte sich der Schweizer den Neuvermählten, und während er die m n c . " . s jr.-ii... ieueoaroe uoer oxe ?cyuiier ieynie, stellte er sich an die Spitze des Braut,uqes. um die Kirche zu verlassen. Der Orgelklang durchbrauste das Gewölbe und unten im Kirchenschiff waren die Teilnehmer an der Feier voll Neugier zurückgeblieben. Jetzt mußt Du Therese den Arm reichen," sagte Mels zu Mayrault, und 5Zelie führend folate er dem iunqen Paar, auf das sich alle Blicke richteten und das langsam dem Ausaana zu schritt, Bor ihm wehte ThereseS Schleier beim Gehen hin und her. Die Helle barde des Schweizers begleitete beim Aufstoßen taktmäßig das Orgelspiel. Mels ging mit qesenktem Haupte einher, ohne irgend Jemand von Denjenigen m beachten, die ihn gespannt und neugierig ansahen. Er sagte sich: .Sie geht fort, weit fort! Und der Mann, der neben ibr ber schreitet, bat sie mir entführt und geraubt. In einer Stunde legt sie dies dräutliche Gewand ad und reist im Atlaskleide in die Welt binaus. Ich werde sie nie wiedersehen. Oder, wenn ich sie wiedersehe, gehört sie einem Anderen an. Jeder Schritt, den ich thue, bringt mich diesem gefürchteten Auaenblick näber. Es aibt kein Mittel, dies Unvermeidliche zu hindern." Die Helligkeit des Tageslichts draußen blendete seine Augen. Es hatte ssch eine Strafte von dickt aedränat stehenden Menschen gebildet, bis an die Bordschwelle, wo die Wagen hielten. Therese und Mayrault stiegen in einen derselben. Die Wagenihür wurde zugeschlagen, und der Wagen rollte davon. Mels blieb allein stehen. .Doch als er sich, von einer dumpfen Qual . 1 ' . . ' 1 erarmen. umvrev:e. aov ilQ eine Sand unter seinen Arm. und Teneran freundliche Stimme flüsterte ihm zu: Komm' mit mir!" Mels grüßte nach allen Seiten. drückte die sich ihm entgegenstreckenden Hände, vermochte sich sogar noch zu beberrschen und zu lächeln; dann ließ er sich von Teneran bestimmen, einen Waaen zu besteiaen. und sie kebrten nach Hause zurück. Während der Fahrt wurde kein Wort gewechselt; doch hatte Mels seine Hand in der Tenerans gelassen. Und es war eine brüderliche Liebe, die den Kritiker antrieb, seinem Freunde dadurch zu Hilfe zu kommen, daß er ihn nicht der Einsamkeit überließ. Therese war schon zurückgekehrt und kleidete sich zur Abreise um. Maytculi sollte sie nach dem Lyoner BahnHof abholen; denn sie reisten nach Jtalien. Mels war noch im Gesellschaftsanzuq geblieben und saß Tenercn ge- . , . m genuoer, cer Die unenicegiucne utgai rette rauchte. Es aewäbrte dem Künst Therese im Reiseanzug eintrat. Er war eben im Zuge, Perugino zu charakterisiren, und pries ihn in flammenden Worten als den Lehrer Rassaels. Besäße er auch sonst keinen An spruch auf Ruhm dies allein würde genügen. Ja. freilich hat er Vorzugliche Bilder gemalt, doch vor Allem hat er Raffael gebildet." Gewiß' versetzte Teneran gelassen, und er selbst ist von Leonardo da Vinci gebildet worden. Ein Jeder hat stets einem Anderen etwas zu danken, Und wenn man näher zusieht, haben die Schuler oft ihren Meister Nicht übertroffen. Du hast mir so begeistert von Raffael gesprochen,' obwohl Du weißt, daß ich Leonardo ebenso sehr liebe. Man hat von jeher die Sucht gehabt, die Meister durch ihre Schüler herabzudrücken Therese hob bei dieser Aeußerung lebhaft den Kopf. Eine heiße Röthe überfluthete Mels, doch sagte er nicht darauf. Beide waren betroffen über die direkte Anspielung auf die Intrigue, die zum Besten Mayraults geMels' schienen eme plötzliche Erleichte rung zu empfinden. Er näherte sich Theresen und sprach liebevoll mit ihr und ertheilte ihr noch Rathschläge für die Reise. Als dann Mayrault mit eine? kofferbeladenen Gepäckdroschke eintraf, begrüßte Mels ihn lächelnd. gab ihm Empfehlungsschreiben an ein flußreiche römische Freunde und wieI 5 p r oeryolie leine Ermahnungen:

Vor allen Dingen wohnt nicht in den tiefgelegenen Stadttheilen gerade dort bekommt man am leichtesten das Fieber und geht gleich nach Eurer Ankunst'zu Hebert. Er kennt die Stadt besser als die Römer selbst. Er ist ein bewundcrnswerther Künstler und kann, wenn er will, die Liebenswürdigkeit selbst sein. Sagt ihm, daß ich viel an ihn denke. Doch jetzt ist's Zeit zum Aufbruch, nun geht, liebe Kinder!" Mayrault, der tief bewegt war. wollte seinem Meister ein Wort des Dankes sagen; aber er verwickelte sick und stotterte nur. Therese jedoch, die durck ibren weiblicken Takt besser bcrathen wurde, siel Mels um den Hals: Er küßte sie liebevoll und begleitete sie nebst Teneran bis an den Wagen. Vor dem Hause stehend, ertheilte er dem Kutscher den Befehl, nach dem Lycner Bahnhof zu fahren, und sah dem Wagen nach, in dem das Wesen stch cntfernte. welches für ihn die Zukunft bedeutet hatte. Als der Wagen um .die Ecke bog, schüttelte er den Kopf, sah den Freund an und sagte: Gehen wir hinein. Das Opfer ist nun vollendet." Von dem Tage an machte sich Mels an die Arbeit. Er kam kaum mehr aus dem Atelier heraus und ging mit dem Feuereifer eines Jünglings an da3 große Wandgemälde, welches den Kolomalpalast schmücken . sollte. Er ließ Niemand, sogar nicht einmal Teneran in den Riesenraum, in dem er arbeitete.

Wenn dieser ihn uoer das Werk fragte, gab er die ausweichende Antwort: Sobald es weiter vorgeschritten sein wird, will ich Dich benachrichtigen. Du sollst gleich einen Totaleindruck davon empfangen." Von Therese und Mayrault sprach er nicht, obwohl sie geschrieben hatten, was Teneran von der alten Prudentia erfuhr. Aber Mels blieb gegen alle Andeutungen taub, so daß der Kritiker nur durch Zelie genauere Nachrichten erhielt. Nach einem Aufenthalt in Florenz waren sie in Rom eingetroffen und genossen mit Begeisterung die Herrlichkeiten der ewigen Stadt. Es enttäuschte sie anfangs, die italienische Hauptstadt von häßlichen Trambahnen durchkreuzt und mit Neubauten von nichtswürdigen Stil verunziert zu sinden. Doch es blieben noch Meisterwerke genug übrig, um -darüber die Mißgriffe der Verwaltung zu vergessen. Sie verbrachten ihre Tage im Vatikan und waren glückselig Wenn Teneran und Zelie sich miteinander unterhielten, nachdem sie denk Kritiker die frisch erhaltenen Nachrichten mitgetheilt hatte, konnten Beide eine gewisse Besorgniß nicht unterdrücken, weil Mels plötzlich so zurückhaltend geworden war und weder Thereses noch Mayraults Erwähnung that. Es wäre ihnen lieber gewesen, wenn der Künstler gescholten oder gewettert hätte. Sein (iscyweigen schien zu beweisen, daß cr mal verae en konnte und dak der Kummer in seinem Herzen lebendig blieb. Doch wagte keiner der Beiden eine Erklärung herbeizuführen, aus Furcht, bajz sie wenig befriedigend ausfallen würde. Sie fuhren fort, Mels zu beobachten, und bemerkten mit Sorae. daß er sich veränderte. Sein schönes Gesicht magerte ab, und die Hautfarbe wurde gelblicher; unter den Augen zeigten 'sich schwarze Schatten. Auch die Gestalt wurde hagerer und er hielt sick ein wenig gebückt. Trotzdem gab er sich den Anschein, als sei er in ganz gleichmäßiger Stimmung, klagte nie und kam nicht aus dem Atelier heraus. Bei der bewundernswerthen Leichtigkeit, mit der er bisher gearbeitet hatte, mußte das Gemälde bei so angestreng ter Arbeit schnell vorwärts kommen. Er wird uns überraschen!" sagte Teneran zu Zelie. Eines Tages wird er mit der Untemalung fertig sein und es wird sich bereits die prächtige Wirkung zeigen deirn das ist nicht zu leugnen: MclS ist ein großer Kolorist unv da er als Grundlage für seine Arbeit die uns bekannte vorzügliche Skizze hat, wird er ein Werk ersten Ranges schaffen." So verging Woche um Woche. Mels blieb tagtäglich in seinem Atelier und ging nur Abends aus, um einige wenige ihm befreundete Häuser aufzusuchen oder um mit Teneran spazieren zu gehen, bald rauchend, bald sich unterhaltend. Sie gingen immer nach der Porte Bineau und dem Lois de Bou? logr.e. Die Dunkelheit unter den großen Bäumen schreckte sie nicht, und die Strolche, welche, hinter dem Gebüsch verborgen cder an einer- Wegscheide, auf einsame Spaziergänger lauerten, ließen die Beiden unbehelligt vorbei und rührten sich nicht. Tenerans energisch? Züge und Mels' hohe Gestalt schützten sie vor Belästigung. Manchmal verweilten sie. eh: sie umkehrten, vor dem Chinesischen Restaurant, um sich auszuruhen, ode: sie hörten zu, wie die Zigeuner ihre Walzer herunterrasselten. Sie begegneten oft Bekannten; doch wußte es Mels stets einzurichten, ihnen auszuweichen, oder er schnitt das Gespräch mit großer G:istcögegenwart ab, wenn sich von de? anderen Seite die Absicht kundgab, eine längere Unterhaltung zu beginnen. Doch eines Tages vermochte er sich nicht gegen die dringlichen Bitten der Gräfin de Terrenoire zu wehren, die dort mit Bekannten einen Abend beendigte, den sie im Cercle de la GrandeJatte begonnen hatten. Als die junge Frau den lieben Meister" fast mit Gewalt an ihrem Tische unter den anderen Müßiggängern hatte Platz nehmen lassen, konnte sie sich erst nicht genua thun

an verbindlichen Redensarten. Sie habe soeben vom Einrahmer das Porträt erhalten, das Therese vor ihrere Abreise abgeliefert hatte, und sie wünschte den S!ath von Mels über die Beleuchtung einzuholen, welche dies Meisterwerk in ihrem Salon erhalten müsse. Deshalb solle der verehrte Künstler ihr versprechen, eines Abends bei ihr zu speisen. Da Mels wenig geneigt schien, dies an ihn gestellte Ersuchen zu gewähren, forderte die Gräfin sofort noch Teneran auf, feinen Freund zu begleiteil. Er ist so menschenscheu geworden," sagte sie zu dem Kritiker, daß, wenn Sie ihn mir nicht bringen, er gewiß wortbrüchig werden würde. Ich weiß nicht, wie lange es her ist, seit er sich nicht bei mir hat blicken lassen. Ja, wenn er nirgends hinginge, das wäre allenfalls eine Entschuldigung; aber da treffe ich ihn im Chinesischen Pavillon. Er kann nicht behaupten, daß er gani zurückgezogen lebe. Ganz zurückgezogen! Weshalb auch?" 'Teneran sah mit Schrecken voraus, daß dies den Uebergang zu Anspielungen bilden solle über die Veränderung, welche das Fortgehen Thereses in seinem Leben herbeigeführt hatte. Er bceilte sich, diese tückischen und schlau berechneten Angriffe abzuschneiden. Gnädige Frau, Sie dürfen auf keine größeren Vergünstigungen hoffen, als Mels' andere Freunde. Er macht für

Niemand eine Ausnahme. Ich sehe ihn nur beim Spazierengehen. Er besucht mich nicht, und in sein Atelier darf ich nicht hinein. Dort arbeitet er an dem großen Werk; er ist nur auf dessen Ausführung bedacht, und ordnet diesem Zweck alles andere unter. So lange müssen wir uns in das Unvermeidliche fügen und können ihn nicht genießen. Aber wettn Ihnen damit gedient sein sollte, an seiner Statt mein Urtheil zu haben, welche Stelle Ihr Porträt einnehmen soll, so würde ich mit Vergnügen kommen, um darüber mit Ihnen zu berathen." Die Gräfin dankte Teneran mit einem eisigen Lächeln für feinen Eifer. In einigen spitzen Worten füzte sie hinzu, daß Mels allein eine so genaue Kenntniß von Thereses Talent besitze, um mit Sicherheit zu entscheiden, wie ihr Werk am vortheilhaftesten aufgestellt werden könne. Da sie ohnehin mchk mehr lange fortbleibt." fuhr sie fort, ist es besser, ich warte ihre Rückkehr ab. um eine endgiltiae Entscheidung zu treffen." Als Mels von Thereses Rückkehr hörte, überflog fein Gesicht eine jähe Röthe und sein: auf die Gräfin gericht:!en Aug:n verloren den Ausdruck der Gleichgilt:g5:it. Diesen Vortheil ließ sie sick nicht entgehen. Die Nachricht scheint Sie zu überraschen?" bemerkte sie. ' Durchaus nicht," entgegnete cr ruhig; ich bekomme allwöchentlich Briefe von den Kindern." Mit ausgesuchter Grausamkeit erwiderte sie darauf: Wie Sie verwöhnt werden!" Er lächelte und sagte ohne den leisesten Anflug von Bitterkeit: Das sind sie mir auch schuldig." Als die Gräfin völlig verblüfft von diesem Grade' von Selbstbeherrschung war, stand er aus und verabschiedete sich. Doch hatte er noch nicht den Einyang des Waldes erreicht, als er dem in frV l. "x r I I L. iym loazenoen Zorn un maare uno Teneran endlich einen Einblick in seinen wirklichen. Gemütszustand gewahrte: Das abscheuliche Weib! Was habe ich ihr gethan, daß sie mich beständig mit ihren giftigen Pfeilen verfolgt! Ist es meme Schuld, das; Mayrault sie verschmäht hat und daß sie auf Therese eifersüchtig ist? Muß ich für ihre Ent iäuschung büßen? Ich! Als ob ich nicht schon genug an meinem eigenen Kummer hätte?" Und mit einer Leidenschaft, die er nickt mehr bändiqen konnte, vor Schmerz erbebend und zornig auf sich stldst, dav er rncyt mehr zu lHwelgen vermochte, rief er in die Nacht hinein: Kann ich. denn nie dazu kommen, mir diese nicht zu stillende Sehnsucht

aus dem Herzen zu reißen! Soll ich in 'edem Augenblick meines Lebens auf .ine .Erinnerung stoßen, die mich foltert? Ich thue alles, um mich vor den böswilligen Menschen und i.Zren Spot tereien zu schützen; tagüber vergrabe ich mich in die Einsamkeit und gehe nur spät Abends aus. Und alles ist vergebens! Alles ruft mir das zurück, was ich vergessen möchte! Du hast gehört, was das grausame Weib sagte: sie kommen zurück! Konnte'ich erwarten, daß mir diese Ruckkehr erspart würde? Aber ihre Entfernung war eine Erleichterung für mich. Ihre Abwesenheit minderte meinen Schmerz. Nun kommen sie wieder nach Paris. Ueberall werde ich mit ihnen zusammentreffen. Werde ich diese Pein ertragen können?" Wie kannst Du annehmen, daß Du es nicht zu überwinden-vermagst?" sagte Teneran ernst. Denn Du hast Dich bereits hoch über die menschliche Schwäche erhoben und Dich zur 'Thätigkeit, zum Stolz, zur Entsagung gezwungen, und zwar in Stunden, in denen das Gelingen sehr viel unwahrscheinlicher sein mußte. Es sind jetzt zwei Monate, seit Du eine bewundernswürdige Haltung zeigst, so daß ich Dich stets mit Rührung betrachte, und daß Zelie und ick, wenn wir Deine Empfindungen erwägen, uns wundern, daß Du soeduldig und fest bist. Und plötzlich, nun Pu so nahe daran bist, den Sieg zu gewinnm denn es gibt nichts Größeres, als sich selbst za bezwingen und seine . st

Pflicht zu thun! wirst Du schwankend und Dir selber untreu. Woher diese unerwartete Schwäche? Weil eine mü ßige Weltdame Dich mit Mückenstichen geplagt hat? Weil ein eifersüchtiges Weib Dich gereizt? Schlage es Dir aus dem Kopf und denke nicht mehr daran." (Fortsetzung folgt.)

Haus- usw LalwmsrllZschasi. R e i s k u ch e n. Man kocht ein Pfund Reis in Milch weich, rührt Pfund Butter, Pfund Zucker, etwas Salz, Kaneel, Citronenschale und neun Eigelb hinein. Dann wird der Schnee von neun Eiern leicht durchgezogen und die ganze Masse in einer Blechform im Ofen etwa eine Stunde lang gebacken. Man ißt den Kuchen warm oder kalt mit Obstsauce. . Kalte Sardellen-Sauce. Vier Sardellen werden gewaschen, ausgegrätet, mit vier hartgekochten Eidottern im Mörser gestoßen, dann mit einer halben, vorher eingewiegten und ausgedrückten Semmel oder Brod durch ein Haarsieb passirt und mit einem halben Theelöffel gestoßenem Zucker, einer Prise weißen Pfeffer und Essig und Oel vermischt. Graue Filzhüte zu rein i g e n. Man bereitet eine Mischung aus zwei Löffeln Salmiakgeist, zwei Löffeln Weingeist und etwas Salz. Nachdem dies in einem Glase tüchtig durcheinander geschüttelt ist, befeuchtet 'man einen weißen Lappen am besten Flanell damit, und reivt die Hute gut ab; mit einem sauberen Tuche wird nachgerieben und die Hüte dann gebürstet. Zwiebel-Suppeaus f r a n z ö s i s e Art., Kleine weiße Zwiebeln werden ringelig geschnitten, doch nicht gar zu fein, dann in Mehl gewendet und in Butter gelL gebacken; man legt sie mit kleinen. runden, in Butter gebackenen Semmelcroutons in die Suppenterrine, gießt sc viel Bouillon darüber als man zur Suppe nothlg hat, und richtet sie so gleich an. Behandlung gefangener'Vöael im Vaur. Man gebe den gefangenen Vögeln ein Bade Näpfchen in den Käfig, groß genug, daß sie darin tauchen können, zwei Mal täglich mit frischem Wasser gefüllt, und hänge sie nur bei kühlem Wetter vor das Fenster. Das Verhangen des Ka figs mit einem weißen Tuche unterlasse man, da die Thierchen davon geblendet werden. Gegen nächtliches Herzklopfen wird Zucrwasser mii Citronensaft beruhigend wirken. Auch wendet man gerne grüne Melissen an, die zerstoßen auf die Herzgegend gelegt werden. In Ermangelung von grünen gebraucht man dürre, die mit Rosen Wasser angefeuchtet worden sind. Die nervöse Unruhe wird durch milden Schweiß ausgelost, der sich bald ent wickelt und es tritt Schlaf ein. Aprlkosen-Marmelade. Ganz reife schöne Aprikosen passirt man durch ein Sieb, nimmt zu einem Pfund Frucht die gleiche Menge gestoßenen Zucker und kocht beides lang sam, unter beständigem Umrühren mit einem Holz- oder Porzellanlöffel, zu einem dicklichen Brei, bis er sich aallert artig vom Löffel löst. Dann füllt man die Marmelade fo heiß als moa lich in die Gläscr, läßt sie zwei Tage offen stehen, verbindet sie dann mit Papier, in welches man kleine Luftlöcher sticht und bewahrt sie an einem kühlen Ort auf. D e r Milzbrand unte unseren Vaustyreren Wird durch einen Stäbchcnpilz hervor gerufen, und dieser kann an offenen Stellen des menschlichen Körpers, an Wunden, Hautschürfungen, entzündeten Hautstellen Eingang in's menschliche Blut finden oder durch den Genuß des Fleisches milzkranker Thiere ubertra gen werden; ebenso kann die Milch milzkranker Kühe, die davon gewonnene Butter und selbst der Käse, das Blut in den Wursten, es können Hau und Knochen, die Haare und die Wolle, der Mist und selbst die mit den Thieren in Berührung gekommenen Ar beitsaerätbe zu den Vermittlern der Krankheitsstoffe wenden. Es ergib sich daraus die großo Gefahr für den Bauersmann, wie für den Metzger und den Hirten der Thiere, für Gerber und Bürstenbinder. Und wie leicht kann man durch unsaubere Fingernägel eine. wenn auch nur kleine Wunde am eigenen Körper hervorrufen, die dann zum Ausgangsherd der Krankheit wird. " GrünfutterfürSchweine. Grünfutter ist auch den Schweinen sehi dienlich, das außerordentlich zu der Ge sundheit und dem Wohlbefinden derselben beiträgt. Daneben hat es auch den Vortheil großer Billigkeit. Man baue zu diesem Zweck die Pferde- und Saubohne an, und man hat, wenn dies, in Zwischenräumen geschieht, vom Frühjahr bis in den Herbst hinein ein Futter, welches, wenn es in geschnittenem Zustande den Schweinen gegeben wird, treffliche Dienste leistet. Mit gutem Erfolge läßt ßch auch älterer .blühender Klee verfüttern, doch muß derselbe stets trocken sein; denn junger und nasser Klee pflegt heftige. Krankheiten hervorzurufen. Wo es viele Eicheln gibt, kann man diese im Spätherbste und im Winter im gcschnittenen und getr'ockneten Zustande an Stelle des Grünfutters verabreichen.

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-rWaft, uDtes&r wmm j&jsf - Wahrheit.MK'H - ... ! l?? T' Für die absolute Heilung von Flßcltmatismus, Neuralgie, Hüften- u. Nückettschmerzen xix hat :::: St. Jakobs Oel nicht seinesgleichen. V V V vvvvvv A A A AAwV R Papageien Junge Cubaner, Mexicancr und Panama Papageien. Preis von $4.00 aufwärts. Jeder Vogel garantirt zu sprechen. C. F. KLEPPER, 48 -435 Massachusetts Ave. viinnit WilllzaruZ. $t&). SJIot? Valzoneh. Gilt Arbeit ersten Ranges . m der Rill " CD-OPERATIVE :: LATODRI No. 232233 Virginia Ave. Zph?.htt,. kschüftzsübttr. Tekvdone: LltundKen 1161. The Victore j T? ' s-i . tvi-a 'rK.. ' 'i , ' .1?V WJW ; VW; ' . i l T- . h 2 r-f-f- ' - i , r- J' . x ' 4v '"T ti -"3..-,.'i --( r'. . r Z i ' ' l 4 75 r2 i . ? : Ecke Noble und St. Clair ?tr. Ich erlaub mit meinen Freunden und Bekannt? anzuzeizkn. daß ich uuttr des Namen ' The Victor" aa vbengenanntem Platze eine in jeder Dezitbung nftt Klaffe WirthfÄast erdffnkt habe. e? wird mein Bestrebe sein, ein in jeder Vezitiung respektable Hau zu sühren und an meine eschäst freunde, bei roulanter Bedienung, die beste Quali taten an importirtea und einheimischen Beinen. Liqudren, Cigarren, Bier, etc. zu verabreicht. I wird mir zur Ehre gereichen. S:e in meinem jeize Vokale bearutze zu können. Achtungkvoll HENRY VICTOR. Sterben der Kücken. Die Erfahrung lehrt, daß eine große An zahl Hühnchen, weniger in Folge von Ungeziefer, Witterungs und Fütterungsverhältnissen eingehen, als vielmehr durch frühzeitiges schnelles Wachsthum, und dadurch eintretende plötzliche Entkräftigung. Will man etwas Mühe aufwenden, fo bringe man die Hühnchen, fobald sie krank crscheinen, allein in einen Stall und gebe ihnen gekochtes Fleisch und Ei, beides klein gehackt, fo viel sie fressen mögen. Sie erstarken dann in "kurzer Zeit und können bald mit den üörigen herumlaufen. Sehr häufig zeigt sich die Krank heit bei starkknochigen Thieren und meistens bei Hähnen. Füttert man sie in einem warmen sonnigen Stalle mit Fleisch und Ei, eingeweichtem Weißbrod, Hanfsamen und trockenem Jruch reis, so erholen sie sich nickt allein in kurzer Zeit, sondern bilden sich zu über, aus großen Thieren heran. Besonders findet man diesen Uebelstand bei Trut Hühnern in Folge ihrer starken Knochen und dem verhältnißmäßig schweren Körper. Auch unter den Entenkücken kommen Schwächlinge vor. Für diese läßt man Schnecken sammeln, von denen sie große Mengen vertilgen können, und dann in kaum zwei Stunden wieder verdaut haben. Ueber S chn eckenfraß hört man seitens der (Zarte.ifreunde vielfach die bittersten Klagen, und in der That, der Schaden, den die Schne cken besonders im Gemüsegarten anrichten, ist nicht gering, da sie eben nur von Pflanzen leben und solche während der Keimzeit, d. h. so lange die Pflanzchen noch jung und zart sind und oft kaum gekeimt haben, zu Tausenden vernichten (eine einzige Schnecke kann nämlich m einer einzigen Stunde that fächlich 200 bis 300 keimende Pflanzchen abfressen). In vielen Gärten läßt sich sogar eben gerade der Schnecken wegen rein gar nichts säen und sogar nicht einmal setzen; denn wenn die Setzlinge nicht ganz stark und.kräftic sind, werden sie vollständig abgefressen, Besonders kleinere Gärten in den Städten und in der Nähe der Häuser, wo noch dazu Gesträuche? vorhanden sind, bringen meist gar nichts hervor. Da hat nun allerdings der Gartenfreund einen schweren Stand und wird den meisten ihr Gärtchen dadurch vollständig verleidet. Und doch ist dem allen fo leicht zu begegnen. Einige Frosche und Kröten, in's Gärtchen ge setzt, räumen mit den Schnecken voll ständia auf.

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