Indiana Tribüne, Volume 25, Number 291, Indianapolis, Marion County, 31 July 1902 — Page 7
Jndkana Tribune, 31. Juli
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Sinkende Sonnen. Drigwilroman von , Georges Gknet. "" , U.y,'.'i -H-M 1 (Fortsetzung.) Daniel aüz kalt alle Anerbietungen abgelehnt, die ihm gemacht worden waren, um in der Weise einen Ausweg zu finden, daß Mels die Leitung der Arbeit zuertheilt und Mayrault ihm als Genosse für die Ausführung beigeordnet werde. Er gab auf alles nur die eine Antwort: Ich verstehe Ihre Bemühungen nicht. Der Urheber deZ der Jury vorliegenden Entwurfs ist Monsieur Mels de Feutrait, mein Lehrer. Er hat ihn mit seinem Namen gezeichnet. Er kann nur von ihm ausgeführt werden. Alle diejenigen, welche meine Hand in dem Gemälde erkennen wollen, erweiscn dem Schüler eine große Ehre und thun einem so ausgezeichneten Künstler wie Monsieur Nels großes Unrecht. Ich würde glücklich sein, wenn ich, dank deiner vortrefflichen Unterweisung in seine Fußstapfen treten könnte. Doch ich denke nicht daran, mich ihm gleich zu stellen; dafür hat er zu viel Talent. Wenn die Jury eine Rechtsverweigerung begeht, indem sie den Preis nicht demjenigen gibt, der ihn allein derdient, wird unsere Stadt um ein sehr schönes Werk kommen, denn Niemand könnte es besser als 'Monsieur Mels Ustübren' TPbpnfrtssa rnirrhi trfi mrrh srTT w,n !rs,7 t,iZ Ov O nt v4 I flirrst? her, TTfrnrn rrt-mW rUr zuthun, 'welcke mir das Verdienst an , . . ' . . 1 I der Arbeit meines Meisters zuschreiben. tontet ftrtftn thu eben c?Ze den Nreiz rmnnKour 5w-ls Zj - - - - --' ' i v I . - . 9 . I ooer iortt wem feie wollen von den saftlosen Mitbewerbern, welche Allegorien im Geschmack von Eabanel geliefert haben!" , Vergebens suchten die schlauen Mittelspersonen ihm die Vorzüge des Anerbieten? fsnr z?k marfum imS tfm mr m - I Einwilligung zu überreden. Auf diese nm?!- hif RrnWmmwn ti .
schnitten, das Ministerium aus feiner ttar aus den Augen schaut, eme so reme Verlegenheit befreit, und gleichzeitig Stimme hat sich mit so lungfraulichem Mels wie die öffentliche Meinung be- Anstande betragt die kann kein Verfriedigt. Mayrault blieb unerschütter- auf dem Gewissen haben. Das lich und erwiderte- st nicht denkbar und ich kann es nicht ' habe an 'dem Entwürfe von Stuben. Mels ist ihr Wohlthäter, ihr lie geliebtwill nichts weiter von dieser Sache tUtt UM tx sie noch? Doch sie ist hören. Ich habe mit meiner modermn ? Kunst' genug zu thun. Sie macht mir sittsam und rem. Ich den Kopf warm'" $aU ba3 Recht, sie zu lieben." Dann führte er die Besucher vor sein . Das leise Geräusch einer sich , schliebewundernwerthes Gemälde, auf dem Thur und von eichten Schntsich di, ztgenö sischen Gestalten mit Ä l 'r Daniel ,aus selnemefen ebenso viel Geschmack wie Kraft in Ql tc.lc? einer blumenreichen, sonnigen Land- und sah mtt freudigem schaft bewegten. aune n mitten im Atelier diejenige Der Entschluß war Mayrault aller- fcmc dings von der Zuneigung fär seinen ! chaft'.gt hatte. Lehrer eingegeben worden. Doch der wweckt!" sagte sie. Einfluß Therese Aufridis gab der Wei- leschllefen, lieber reund, verzeihen 'gerung des jungen Künstlers jene bei- ... .. . n ... nah rauhe Festigkeit, die alle Vermitt- ging ihr mit ausgestreckten Hanler entmuthigte. Der Gedanke, daß n entgegen, um ihr den Schirm und Therese ihn tadeln, ihn für undankbar ragn abzunehmen, halten könne, verursachte ihm eine uner- Sie brauchen sich mcht zu entträgliche Vesorgniß. Auch fühlte er sich schuldigen; Ihr Kommen ist mir vielbei dem Gedanken erleichtert, daß er mehr sehr erwünscht. Ich beabsichtigte seinem Lehrer treu diene, daß er die- sogar noch heute, be, Monsieur MelS hm einen ?keZl des ebenen Nukmes Vorzusprechen. UM womöglich eme Un-
überlasse, indem er sich weigerte, die Vaterschaft des allgemein bewunderten Werkes anzuerkennen. Im tiefsten Grunde seines Gewissens fühlte er ssch durch dieses Qvfer gleichsam befreit. Es war wie ein Entgelt für das was er dem Meister von der Zärtlichkeit Thereses genommen hatte; denn e? konnte ni&A erkennen dafe seit einigen Wochen eine große Verindernn,i in den, Serien des iunaen Mädchens vorgegangen war und daß er selbst sie grenzenlos liebe. - , Mkrend er rankend au? den, ophz lag, sagte er sich das alles und suchte zwischen den blauen Wölkchen seiner Eigarrette Klarheit in seine jii bringen und stA ?Äereses feines Gesichtchen vorzustellen. Je mehr er es suchte, desto mehr entzog es sich ihm, lächelnd und geheimnißvoll zerfloß das Bild, als bedaure sie selbst, daß sie fliehen müsse-aber sie entfloh, Sie schien zu sagen: .Es ist nicht recht, daß wir uns lieben, wir müssen einander meiden. Ich kann nicht hindern, daß Dein Herz in Uebereinstimmung mit dem meinen schlägt, allein handeln wir nicht unredlich, indem wir das Vertrauen von Mels mißbrauchen? Strebe, mein Freund, nach der glücklichen und ruhmvollen Zukunft, die Dir bevorsteht, und überlasse mich meinem Schmerz. Ich kann Dir nicht werden. was Du wünschest und dennoch liebe ich Dich. Ich habe das schmerzliche Bewußtsein. Deine Zuneigung besessen zu haben, und kann sie doch nicht mit gleieher Zuneigung erwidern, denn ich bin nicht frei. Ich bin an Mels durch Bande gekettet, die ich nicht brechen darf, ohne , feige und undankbar zu handeln. Ich bin nicht die Frau, die Du brauchst. Laß mich, Freund, und gehe die glänzende Bahn, auf der an Deiner Seite schreiten zu können, ich stolz gewesen wäre." Und wie zum Abschied lächelte der Mund mit den feinen Lippen schmerzin w, wsn, das Mranit in seinen Träumereien sah. Denn seine Gedanken beschäftigten sich jetzt viel mit dem Räthsel von Thereses Stellung zu Mels. Als das junge Mädchen ihm r,Un;Wr ewesen war. batte. er Itxn
Lösung dafür gesucht, jetzt drängte sich ifirn beständiq höhnend und schmerzlich die Frage auf: Wie steht Therese mit
Mels?" Wenn früher die Ateliergenossen und die Journalisten sich zwanglos untereinander über diese Frage unterhielten, hatte die Antwort gelautet: Selbi:verständlich ist sie seine Geliebte!" Mayrault hatte keinen Einspruch dagegen erhoben. Es erschien ihm ganz natürlich, daß die Gefühle der Schülerin für den Meister einen leidenschaftlichen Charakter angenommen hätten. Mels' kraftvolle Männlichkeit, seine Schönheit und Eleganz, der Reiz seiner aristokratischen Manieren, sein glänzender Geist wären eine genügende Erklä.ang für die Liebe Theresens zu dem berühmten Künstler gewesen. Dankte sie ihm außerdem nicht alles, was sie war? Wie hätte man sich da wundern können, wenn ein zärtliches Verhältniß zwischen dem jungen Mädchen und dem noch immer verführerischen Lehrer entstanden wäre? Wenn tz jetzt daran dachte, so erbebte er toox Schmerz und Empörung. Warum stets Böses voraussetzen? Welche übelwollende Klatschsucht trieb die Leute an, so frei über Therese und Mels zu reden? War es anzunehmen, oder auch nur wahrscheinlich, daß der. damals fünfundvierzigjährige Meister ein Verhältniß mit einem achtzehnjährigen Mädchen angeknüpft habe, das noch bestand? Er rief sich ihr ganzes Verhalten, alle ihre Worte zurück, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Allerdings der Schein gab den Vöswilligen recht. Mels duzte Therese und behandelte die Schulerm mit großer Vertraulichkeit. Die Unterhaltungen im Atelier nahmen oft einen sehr leich i . r r rm i , teN UNd srCKTN ToN QNI Mels hatte Ntt versucht dies abzustellen, was er doch rth I . M -m liAh tiA t. M m V ZV A iV , "i . ü glaubt hatte, daß die Slttsamkeit eines jungen Mädchens darunter leiden Orw - ! , f nnn )I I? ? YmR IaaU ff P iZv : c T iuju ug. uno vennocn VkAWn ninf A II lAMAt I A m & u. vermochte Mayrault nicht daran ZU glauben. Nun er in seiner Erinnerung nachsuchte und ganz aufrichtig gegen sich selbst war, sagte er sich: Afos deutet ranf hin-aber trotzdem ist es nicht tfaU- Nem. die Nrau. welche so terredung mit Ihnen zu haben. Der Grund, der mich zu Ihnen geführt hätte, hat Sie vermuthlich veranlaßt. Zu mir zu kommen.- . J, Sie meinen den Wettbewerb. nicht wahr? ' Er ruate ihr emen großen Renais sancesessel mit hoher Lehne hin, in den, sie Mit ernster Miene Platz nahm. Sie sahen einander einen Augenblick N. ohne ZU sprechen, sroh Üb da Veieinandersein. und diesen köstlichen Augenblick auskosten hatten sie es Nicht ellig, aus den Gegenstand ihrer Sorge zu kommen. Mayrault hat e sich auf einem Schemel neben Therese gesetzt. Nach emer Mile schüttelte er Mit dem Kops und sagte seufzend: .Das lst eme recht dumme Geschichte, liebe Freundin, diese Kabale die angeZettelt ist man weiß mcht wie und warum! Ich frage mich immer: Was haben die Draußenstehenden dagegen. daß Mels den Preis erhatt?. Und was treibt )ie an, mich als Knüppel zwik3"t die Beine meines Lehrers zu werfm? Denn selbstverständlich kann ich chts dafür und verlange nichts für Ullch. Sie verlangen Nichts, Mayrault. nicht wahr? Und Sie werden nichts annehmen, auch wenn man noch so sehr in Sie dringt?" Er wurde roth und sah Therese treuherzig in die Augen. Sie wenigstens, Therese, werden mir nicht zugetraut haben,' daß ich meinen Meister um des armseligen Ruhmes willen verrathen würde und daß ich ihn in dem Augenblick verließe, wo es meine Pflicht ist, ihn zu stützen." Nein, das habe ich nicht gedacht, Ich bin Ihrer so sicher wie meiner selbst." . Freilich! Und mit welchem Recht könnte ich außerdem die Ehre annehmen, die man mir aufdrangen will, da Sie daran ebenso viel Antheil haben wie ich?. Ist die Arbeit denn mcht un. ser gemeinsames Werk? Und haben wir Bnde nicht unsere Pmsel m Bewegung gesetzt, um die. Gedanken von Mels au die-Lemwand zu bringen?, shalb ist er der wahre Urheber. Wir Beide sind nur die ausfubnnden Kräfte .aewesen.
Auch wisjen wir genau, daß, wenn wir
ihm nicht zuvorgekommen waren, um ihm die Vorarbeiten zu ersparen, er den Entwurf mit noch größerer Sicherheit als wir gemalt hätte." Thereses Augen leuchteten volle? Dankbarkeit. , .Gewiß, so ist es! Wir Beide, die ihn täglich arbeiten sehen, können nicht daran zweifeln, daß er noch ebenso viel Talent hat, wie je!" Die Warme, mit der sie sich äußerte. ließ Mayraults Herz schmerzlich zusammenzucken. Er war bereit, sich y.i opfern, und trotzdem war es ihm unlieb, auö dem Munde derjenigen, die er liebte, ein so glühendes Lob des Mannes zu hören, zu dessen ''Gunsten er so viel dahin gab. Um sein: Lippen spielte jetzt ein Lächeln, das weder froh, noch zuversichtlich war. Wie an ihm hangen! sagte, er. Sie zuckte zusammen und ihre Aüae verdüsterten sich. In demselben Augenblick empfand sie selbst den gleichen Schmerz, wie sie ihn Mayrault verursacht hatte. Ihre beiden Herzen, die in Hingabe an ihren Meister vereint waren, litten trotzdem unter ähnlichen Besorgnissen und Zweifeln. Sie erwiderte: .Wie sollte ich mich nicht seiner Intereffen noch mehr annehmen, als er es selbst thut?" Freilich! Er und Sie sind Eins!" sagte er mit Bitterkeit. Nein, mem lieber Freund: Ems sind wir nicht. Meine Interessen müssen immer zurückstehen, , wenn es sich um die seinen handelt. Und ich wäre leine rechte Frau, wenn ich anders dächte." Es entstand eir: Pause. Mayrault hatte den Kopf gesenkt: diese Worte. die einem Bekenninik aleich kamen. beugten ihn nieder. Therese dagegen saß hochaufgerichtet in ihrem Lehn siuhl; ihre Augen starrten in die Dämmerung, welche allmälig das Atelier erfüllte; auch sie hing ihren Gedanken nach, ohne die Qual zu merken, die Mayrault peinigte, oder die Besorgnisse zu errathen, die ihm das Herz bedrückten, dann begann sie gelassen: Was wäre Therese Aufndl ohne Mels? Alles hat sie von diesem trefflichen Manne: ihre Unabhängigkeit, ihre Erziehung, ihre Kunst. Er hat aus der kleinen Vagabundin eine Frau erzogen, sie die Wurde des Leber s und die Liebe zur Arbeit gelehrt. Ach, lieber Mayrault, wie foll ich je diese so hoch aufgelaufene Schuld abtragen?" Der iunge Mann hob mit emer jaben Bewegung die Stirn, sah Therese durchbohrend an und fragte mit rauher, fast drohender Stimme: Sind Sie denn mcht omtt mit ihm?" Wie wäre das möglich!" Haben Sie ihm nicht mehr gegeben. als er Ihnen?" ; Sie erbleichte und ihre Brauen zoaen sich zusammen; aber sie blieb gelassen und sagte nun ihrerseits: .Ich verstehe ie mcht recht. Erkla ren Sie sich deutlicher." Seine Eifersucht wurde immer heftiger, er faßte das junge Mädchen an beiden Händen und zwang sie, ihn anzublicken. Ach Therese, einmal, ein einziges Mal lassen Sie mich die Wahrheit wissen. Ich leide zu entsetzlich, weil ich nicht weiß, wie es steht. Haben Sie Mitleid und seien Sie aufrichtig, The--rese: besitzt Mels Ihre Liebe?" r' Als er zitternd die gefurchtere Frage herausmetz, lächelte sie. Ihre Zuge er hellten sich. Es gelang ihr, ihre Hände zu befreien. Dann schwieg sie einen Augenblick und sagte mit etwas schel Mischer Ruhe: Gewiß liebe ich Mels. Sie brauch ten nicht so viel Umschweife zu machen. mich danach zu fragen. Aber handelt es sich um Liebe? Wirklicke Liebe?" Das möchten Sie wissen, Monsieur Daniel, und sagen Sie, waZ gibt Ihnen das Recht, mir meine Geheimnisse ab zufragen?" Therese, man hat das Reckt, wenn man liebt. Und ich liebe Sie von ganzer Seele. Wußten Sie es nicht?" Rein, ich wußte es mcht. Wenig stens nicht, daß es so weit geht." sagte sie kopfschuttemd. Ich merkte wohl, daß Sie gern mit mir verkehrten aber eine so große Leidenschaft? May rault, Sie sind manchmal ein Schwärmer, vielleicht sind Sie es in diesem Augenblick mehr, als gut. ist." Er ließ sich zu ihren Füßen herabgleiten; sem Gesicht näherte sich dem ihren und er blickte ihr tief in die Augen. .Therese, ich gehöre Ihnen ganz und gar. Ich beschwöre Sie, spielen Sie nicht mit meinem Herzen. Antworten Sie mir. Es handelt sich um meine Nuhe. Hat Mels Rechte auf Sie?" .Alle, di- ihm die Dankbarkeit ge ken.So lieben Sie ihn nicht?" Ich liebe ihn wie einen Freund, wie einen Aater! Er stieß einen Freudenschrei aus faßte sie an den Schultern, zog sie an sich, und als er ihre schönen Lippen, die erbleichend ihm zulächelten, so nahe an seinem Munde sah, drückte er einen Kuß darauf. Sie athmete tief auf, ließ ihren Kopf auf die Schulter Mayraults sinken und blieb dort regungslos und wie halb betäubt. Er preßte sie eng an sich und redete ihr zu mit innigen, liebkosenden Worten, so wie man rn Kind zu beruhigen sucht. So verharrte sie eine Weile wie gebrochen, und lauschte seinen Vetheuerungen,die er ihr zärtlich m's Ohr flüsterte.
endlich ichien lie aus . diesem
Traume zu erwachen, strich sich mit der Hand über die Augen und richtete sich langsam in die Höhe. Mayrault, den diese Geberde beunruhigte, blieb zu ihren Füßen liegen und blickte sie mit flehender Angst an. Da beugte sie sich zu ihm herab und ihre Lippen berührten einen Augenblick seine Stirn. Er wollte vor Wonne aufjauchzen, doch sie legte ihre Hand aus seinen Mund, zog ihn empor und trat mit ihm schweigend und glückstrahlend in dm Garten, der noch von der sinkenden Sonne erhellt war. Der mit blühenden Rofenbüschen geschmückte und nach Glycinen duftende Garten wurde in seiner ganzen Breite durch eine Terrasse begrenzt, die sich steil am Rande des Abhangs über den Place St. Pierre erhob und durch eine qrüne lihend' cke aWofien Xr" Eine kleine, mit wildem'We'in 'berankte Laube bildete das äußerste Ende. In diesem lauschigen grünen Nest, in dessen Blättern die Äbendluft spielte, nahmen ie Platz und blickten aus das ferne Paris, das zu ihren Füßen ausgebreitet ag: sie sahen allmalig die Lichter anzünden, die, je dunkler es wurde, desto heller leuchteten. Em dumpfes Geräusch, das aus den Straßenrufen und dem fieberhaften Treiben der Großtadt gemischt war, grollte von dort unen wie Meeresbrausen zu ihnen empor. Das war die dumpfe, von der Lebensthätigkeit eines ganzen Volkes hervorgebrachte Begleitung, unter der Mayrault ihr feine Hoffnungen und Wünsche kund gab. Therese duschte e?nst, tief ergriffen und entzuckt dem Bekenntniß seiner Liebe. Er, der neben ihr san, ihre Hand in der seinen hielt. war der junge, schon so berühmteKünster. den man so beneidete und er ziterte vor ihr! Unter dm schönsten und gefeiertsten Damen hätte er nur zu wählen brauchen; alle wären stolz aus seine Huldigungen gewesen. Und er hatte sie erwählt und bekannte dies demüthig und flehend. Es kam eine solche Fülle der Wonne über sie, daß ihre Lippen bebten und ihre Augen sich mit Thränen füllten, daß sie unfähig war, zu antworten, still da saß und weinte, angesichts des brausenden, rauschenden Paris und unter den blassen Sternen, die am Himmel flimmerten. Ev, den diese schweigende Ergriffenheit tiefer rührte, als es leidenschaftliche Betheuerungen hätten thun können, blickte sie lächelnd an und suchte nicht die. Thränen zu stillen, die. wie er wußte, beglückend und wohlthatig waren. Jede silberne Spur, die aus ihren liebevollen Augen bis zu den zitternden Lippen floß, war ihm ein Beweis ihres schlichten und aufrichtigen Gefühls. Die Zeit enteilte, ohne daß sie es merkten. Von der nahen Kirche schlua es sieben Uhr. Therese zuckte zusammen. (sie lay cayrault betroffen an. als erwache sie aus emer Verzückung: sie betrachtete ihn jetzt mit ganz neuen Augen. Aber sie lächelte. Es war alles unverändert und die Wirklichkeit so lieblich wie ihr Traum. Nun war sie es. die ihre Arme um ihn schlang, ihn zärtlich an sich zog und den Freund innig auf die Stirn küßte und auch auf die blonden Haare. ' Ach, Therese, wie ich Sie nebe! stammelte er. ' Und ich Sie auch, Damel! Ich nebe Sie. Und nichts hindert mich, es Jhnen offen und ohne Vorbehalt zu sagen Ich .gehöre nur mir und jetzt gebe ich mich Ihnen!" Für immer! Ja, für immer!" Dann zeigte er fröhlich auf Paris. Sehen Sie die Stadt dort, die uns Reichthum und Ruhm verspricht. Doch was aelten ihre Gaben im Vergleich mit unserem reinen Glück? Wären Sie mcht bereit. Paris zu vergessen, mit mir einsam in diesem Häuschen und dem einsame kleinen Garten zu leben und :n unserer Kunst keinen anderen Zweck zu verfolgen, als das darzustel len, was wir erträumt haben? Wurden wir nicht so wahre Meisterwerke schaffen, weil wir nur für uns selbst arbeiten?" Sie schüttelte das hübsche braune Köpfchen. Ja, doch noch sind wir nicht frei von allen gesellschaftlichen Verpflichtungen; wir haben mit der öffentlichen Meinung zu rechnen.' Deshalb muß ich jetzt fort. Ich werde erwartet." Vom Meister?" Nein, er kommt heute nicht zu Tisch zurück. Aber die gute Prudentia würde sich beunruhigen, wenn ich mich verspätete." Dann auf Wiedersehen. Geliebteste. Aber versprechenSie mir, sich bald ganz frei zu machen." Bin ich es nicht? Thatsächlich hange ich von Niemand ab. als von mir selbst. Es sind nur moralische Banoe, die mich fesseln; aber sie sind sehr mäch-tig.-H Stärker als unsere Liebe?" Nein! Das wissen Sie!" Er reichte ihr den Arm und langsam kehrten sie in das Atelier zurück; dort legte er ihr den Mantel um, und nach einem lemen Kuß entfernte sie sich. In derselben Stunde speiste Mels bei der Gräfin de Terrenoire. Es war ein ganz kleiner Kreis versammelt, nur acht Personen. Der General Grandissol, ehemaliger Korpskommandant, ein noch immer schlanker, beweglicher, glänzender Weltmann, reaktionär bis in die Knochen, der stets wenigstens . mit Worten aöf dem hohen Pferde saß und gegen die Demokratie zu Felde zog. Ferner Monsignor Goutte, Bischof
in partibus von Hermenovolis, der Hauptrathgeber der Kongregationen.
Madame Bermer, eme ehemalige Salonsängerin, welche große Erfolge in der vornehmen Welt gehabt hatte, aber jetzt alle musikalischen Tagesgrößen mit bitterster Kritik verfolgte. Der Dichter Vatebled, Kandidat für die französische Akademie, dessen Verse unbekannter waren als die Thatfache, daß er schon o und so oft durchgesäuert war, her aber dabei beharrte, weil das Kandidiren sein Beruf war. Schließlich Paul Maichin, der Sportsman, ein junger Müßiggänger, der auf dem Rennplatz das Geld verthat, das sein Vater an der Börse aewann. (Fortsetzung folgt.) Die Adschiedsrede. Dei Herr Registrator Langweile: wurde von Hinterwinl nach Pappen. dorf versetzt. Damit war nothwendig ger Weise sttn Ausscheiden aus dem Hinterwinkler Männerklub Edelweiß" verbunden, der (rm Vertrauen gesagt) zwar alle möglichen schönen Dinge auf seine ffayne schrieb, in Wklichkeit aber nur den. Zwck hatte, die viel geplagten Philister des bescheidenen Stadtchens für ein paar Stunden wöchentlich aus ehelichen Banden zu erlosen und auch einmal zu Wort kommen zu lassen. Von letzterer Freiheit machte den allerbescheidenstcn Gebrauch unser Freund Langweiler, und so begreifen wir, mit welcher Hollenangst er dem kritischen Abend entgegensah, an welchem sein Scheidestündlein mit Thränen und sogenanntem Champagner begossen werden sollte; da mußte er, der sonst den Mund nur zum Trinken und zu einem unterthamgen Jawohl, Herr Sekretär," beziehungsweise Jawohl, mein liebes Weiberl" aufzuthun gewohnt war, unbedingt eine Rede loslassen, darüber war er sich klarer, als übe viele andere Dinge im Leben. Schwe ren Herzens raffte er sich auf zum hllnenmäßigen Entschluß, am kritischen Abend vier Sätze zu stammeln. Er brachte sie fein säuberlich auf prim, Kanzleipapier allein beim leiseste! Versuch, sie seinem kleinen Gedächtnis einzuverleiben, brachte er sie in aller mathent)tisch möglichen Variationen durcheinander, was ihm um so peinlicher wurde, je näher der Tag des UnHeils heranrückte. Daß ihm der Abschied so schwer fallen würde wer hätte das gedacht? Zum Glück hatte er einen pfiffigen Freund, der ihm nebenbei merkt auch den ersten Entwurf zur Rede kunstvoll zusammengeleimt hatte, und der wußte Rath: Du fängst den ersten Satz mit Ein, den zweiten mit Zwei, den dritten mit Drei den vierten mit Vier an, dann mußt Du in der Reihe bleiben und kannst die Sätze nimmer durcheinanderwurschteln schau' her, ich mein'. Du hältst die Rede folgendermaßen: 6 i n Wort nur, meine lieben Her ren, denn ich bin kein Redner. Zweifels Sie nicht, daß mir der Abschied schwer fällt. Treu will ich auch in Pappendorf an Sie denken und F ü r alle Zeit soll mein Wahlspruch sein: Das .Edelweiß' lebe hoch, hoch, mit gedämpfter Stimme ho o och!" Bravo! Ausgezeichnet!" jubelte Langweiler etwas verfrüht, . wie 'wir gleich sehen werden; denn das, was für uns Komödie ist, war für ihn Trauerspiel. Dasselbe spielte sich im Gasthof zum Lamm" ab, als der mehrfach angedeutete kritische Tag erster Ordnung gekommen war. Von den Vorgängen bis zum Beginn der Rede sah und hörte der gänzlich absorbirte, schweißttiefend seinen Ehrenplatz nach Möglichkeit ausfüllende Langweiler nichts, wir können es daher, ganz in seinen sogenannten Geist versetzt, übergehen. Endlich kam der verzweifelte Moment, und mit einem Puls von 180 Schlägen in der Minute begann unser ärmster Registrator sein schlimmstes Register zu ziehen: Ein Wort meine Herren meine lieben Herren meine lieben, lieben Herren Zweifeln Sie nicht daß mir das Reden schwer fällt" Weiter kam er nicht. Er brach in Thränen aus. Es waren Thränen der Wuth und Verzweiflung, di: aber glücklicherweise als Ausdruck edlen Trennungsschmerzes gedeutet wurden und es ihm so ermöglichten, die in'ö Wasser c:fallene Rede wenigstens ehrenvoll zu begraben Nur sein Spezi," sein Freund hatte die wahre Traurigkeit der Szenerie erfaßt und beeilte sich, seiner Verzweiflung Ausdruck i'ii geben: Aber Lanzweiler! Um's HimmelL willen, sag' nur, wie hast es denn ang'fangt, daß Du doch stecken blieben bist?" Ja schaug'. Freunder!," jammerte der Registeronkel, meinst Du. wenn man eine Red' halten muß, kann man noch b i s drei aä h 1 1 n ? " Das Alter der Fische. Das höchste Alter, welches ein Fisch erreichen kann, wird auf 600 Jahre geschätzt. Ein Karpfen kann über 600 Jahre alt werden, und man behauptet, daß die kaiserlich russischen Aquarien mehrere so alte Fische besitzen. Von dem gewöhnlichen Goldfisch weiß man, daß er oft über 100 Jahre alt wird. Im Museum in Mannheim wird das Skelett eines Hechtes ausbewahrt, der 1497 bei Kaiserslautern gefangen wurde. In seinen Kiemen bänat ein Rina mit folgender Inschrift: Jaz bin der sie Fisch, der am 5. Oktober 1230 von dem Beherrscher der Welt, Friedrich II., in diesem See ausgesetzt wurde. Dieser Hecht war, als er gefangen wurde, c mit also wenigstens 267 Jahre alt. ,
Big Lour Bahn ...Excursioncn... Sonntag, 3. August.
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