Indiana Tribüne, Volume 25, Number 290, Indianapolis, Marion County, 30 July 1902 — Page 7

Jndiana Tridune, 3l). Juli 1908.'

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X Sinkende Sonnen. $ Bnginslroman vcm Georges (Dbnefc ., 1--- f-f-f ,mmmm-'mm'mmm,fmm.., Wl"" i i 4-""-" ....... t. (Fortsetzung.) Das thaten sie in der lauteren Ausrichtizkeit ihrer Zuneigung. Was Mels selbst betraf, so sah er nach einer Woche :n der Skizze thatsächlich seine eigene Skizze. Mit geübter Hand hatte er einige Retouchen in den Einzelheiten angebracht, die etwas schwer im Ton waren, aber dein Ganzen nicht schadeten. So zeigte er mit völliger Unbefangenhei: den Entwurf seinen Freunden und Kollegen und nahm das ihm gezollte Lob entgegen, ohne mit der Wimper zu zucken. Dieser Vorgänge hatte sich Therese erinnert, während die hübsche Gräfin de Terrenoire ihr lächelnd die hinterlistigen Mittheilungen machte. Letztere schloß aus dem Erbleichen der Künstlerin auf deren innere Aufregung. Diese verrieth sich auch in 'dem Beben der Hand, die jetzt unsicher weiter an dem Gesicht malte. Lesen Sie denn nicht die Zeitungen, Mademoiselle Aufridi?" fragte die Gräfin nach einer langen Pause. Ich gestehe, daß ich es nur selten thue. Sie interessiren mich nicht sonderlich." Wenn Sie heute morgen zufällig ,Die Schelle' gelesen hätten, würden Sie bereits wissen, was im Ministerium der Schönen Künste in Bezug auf die Konkurrenz geplant wird,die Ihnen so am Herzen liegi Sie konnte den Satz nicht beenden, 'denn Zeli: Bazfri trat in Begleitung eines schmutzigen, häßlichen Pudels in das Atelier. Nun, Mademoiselle Vazin bringt Ihnen die neuesten Nachrichten," bemerkte die Gräfin. Zelie begrüßte die junge Frau, küßte Therese, während ihr Hund ruhig und unverschämt auf den Diwan fprang und es sich auf dem gestickten Atlasmantel der eleganten Weltdame bequem machte. Anarcho! AbscheulicherKöter! Willst Du gleich herunter kommen!" Der Pudel, dessen Augen tückisch unte? dem dichten Haar hervorblitzten, knurrte herausfordernd und rollte sich dann mit einem befriedigten Seufzer zusammen, fest entschlossen, sich nach dem Wege durch einen Schlummer zu stärken. Lassen Sie Ihren Hund in Ruhe. Mademoiselle Vazin," sagte die Gräfin lächelnd. Es schadet meinem Mantel nichts. Auch müssen wir uns an solche revolutionäre Besitzergreifung gewöh nen. Denn nach dem Namen zu schließen, den Sie ihm gegeben haben, ist Ihr Hund ein Revolutionär." Ja, gnädige Frau, Anarcho haßt jeden Zwang; Sie sehen, wie wenig er sich an meine Befehle kehrt. Ich habe dies Unthier aus einer Gosse gerettet, in die kleine Kinder ihn geworfen, nachdem sie versucht hatten, ihn mit einem Bindfaden zu erwürgen, während die größeren mit Stöcken auf ihn einHieben. Seine Gelüste sind die allerraffinirtestcn, er frißt nur Leckerbissen und sucht die weichsten Lagerstätten. Er hat unbändig viel Verstand, begreift alles, was man ihm sagt, thut aber nur, was ihm beliebt. Dazu ist er faul, herumtreibelisch, diebisch, frech und scheinheilig ganz wie ein Mensch. Nur, wer mich in seiner Gegenwart auch nur mit einem Finger anrühren wollte,der würde seine Zähne zu spüren bekommen. In dieser Hinsicht unterscheidet er sich von dem Menschengeschlecht, denn er ist treu und dankbar. Ich habe zu Hause sein Porträt. das Mayrault gemalt hat ein wahres Meisterwerk. Die Gräfin verzoa die Lippen. Ihr Hund hat alle. Ursache, stolz zu sein, mein Fräulein! Nicht alle,. die Mayrault um diese Ehre ersuchen, er langen sie. Meine Schwägerin, die Marquise de Valencourt, hat den jungen Meister vergeblich darum angegangen." Er sagte, sie sei ihm zu häßlich ge Wesen," entgegnete Zelie. Und ich selbst" , O gnädige Frau, Sie findet er zu hübsch!" Das Wort war kaum heraus, als Zelie es schon bereute. Die Gräfin wie Therese waren gleichzeitig roth gewor den. Nun, Sie haben merkwürdige Erkl'ärungen bei der Hand!" sagte die junge Frau, erhob sich, stieg die Stufen herunter und trat an die Staffelei, welche das Bild trug, an dem Therese noch arbeitete. Sie blieb hinter der Künstlerin stehen, betrachtete stillschweigend das Ge mälde, schien dessen Werth zu prüfen und sagte dann mit einer Geberde der Befriediaung: . Uebrigens habe ich keinen Grund zur Klage, da Mademoiselle Aufridi entgegenkommender oder weniger schüchtern gewesen ist und eine so hervorra gende Arbeit geleistet hat." ' .Ja sagte Zelie, Es ist ein seh gelungenes Porträt. Literarische Ar deiten haben ihren Stern, wie der Dich ter sagt: mit den künstlerischen geht es ebenso. Manche Bücher, manche Bilder entstehen unter einem glücklichen Stern Sie aelinaen leicht und mühelos. , Das smd stets die besten. Ihr Porträt, gnädige Frau, geHort zu diesen. .Dank der Künstlerin "

Seien wir gerecht; auch dem Modell gebührt ein Verdienst daran." Mademoiselle Aufridi hat mich also nicht zu hübsch gefunden." O gnädige Frau," sagte Zelie mit feinem Lächeln, selbst wenn sie es gefunden, hätte sie es Ihnen nicht ge-

sagt Die Gräfin wechselte jetzt den Geipiamsacacn lanu, uu ic vsuiii i icuc ri v rt v.:" r j-.-:cm.rs xin jajuir uu unu u9ic nui wyui. ' rvc ..- ri. :i tp(cu. liene. Sie bringen uns jedenfalls interessante Nachrichten.-Was geht denn n- f rv . i r 001? Was gibt's für Intriguen; so erzahlen Sie doch! svä ntfrert mrnt nprnr? Imnn? ttisle " wT" cC s 1- 1 vor' und die In riguen die man onJL&lt lujnüu u u w ui Kolonialpalast ist um acht Tage hin aus geschoben." Weshalb diese Verzögerung?" Um Zeit zum Manövriren zu gewinnen." Mn l?nd zu welchem Zweck will man iovrirenz manövriren?' wird nicht gesagt; doch gibt dem Argwohn Raum JlUXli I Es Preis - f. , , , y- cr a V I scheint unmöglich. Mel den mxt zuzuerkennen. Dennoch scheint eine ganze offizielle Klique nicht zu wouen. oll er xim yau. noer was tat oic DTTnieue xiseix . - i i rrrfv nrry v i i t , ... DU I oamii zu lyun i Politische Motive kommen m s vspici. Zftcia i i cm uuiiuiu , r (rn-ss ri rr c: i aktionär.Er steht in Beziehung zu den Prinzen. . tv - r t v m . ' . im i lno oom nur norwanoe: vielleicht. Allein die PN e iu in . , . n I v f ri I Aufruhr gerathen, und wie Sie wissen, fe jetzt die größte Macht .Die Ft" n w cv rt s I Schonen Künste .den Polichinell aus V A T ' Vv A9a t s-l-L A I uui vuic t JUiuu ici vi. uuiuu c uuu ,cuicu uucuyiii uycii Hanswurst' genannt. Sie gibt zu veri& Jtm S A AHA M & M &A A l 1 k V A W lictea, vic v"jBi 7?-. A A CT A. A. A H HA M il ATlaBA3 aV X A M A MA I UlCl -iULJCll lUUUUlUUyC-piClSUUjlCl j)UlH Diner eingeladen, und bei Tisch sei die Wahl Mels abgemacht worden. Schließlich behauptet sie,' der Entwurf rühre qar mcht von dem .alten Kun den' her, der ihn unterzeichnet habe. uucui uu cuicm t;ciuuuijiüicH Maln der lungeren Schule seinem Schuler Der Artikel Meßt mit der Frage ob die offent iche Meinung dieyn ijrnagiiajen aajer du rarao stets den Sieg der Greisenhaftigkeit in den Künsten befördern werde? Der cm' ri ri r m , . I Minister lst lu großer Verlegenheit und yai oeriangl. o e nijqeioung um ai Tage hinauszuschieben. Sehen Sie. Mademoiselle Aufridi. sagte die Gräfin, ich war gut unterrichtet . Es ist eine Schändlichkeit!" Die erste ist es mcht! Aber rn was für eine Lage kommt rrrAf3 v w l Mels dadurch i Und auch Mayrault!" 0T" ern i. rx T 1 V i I .. , sur Mayrault liegt die Sache - -w 1PV ganz einfach. Er braucht sich nur Nicht Zu rühren. Wenn er der Mann wäre, s,Zn,n, m?P rfr Ven TOnSn nlr Sn ; r r;;; VUQiu Viu3ityui, WJlll iuiic muii allerdings Grund zur Besorgniß. Aber v s. -:.t.:xi cm". i ZU mvT 7 7 SS t? wird redlich handeln. Für Mels. der direkt angegriffen st. liegt d e Sache schwieriger. In was für einer Peinlichen Lage befindet er sich und wie viel Vnz ...? mmir ?n , 1 5 87r immer so verquer! Man mochte sich m einen Thurm sperren und nichts als den blauen Himmel sehen und das weiße Papier.auf dasman seine Ge,nnsjn fArriM - oanien cyreivr. Während Zelie die e bittere AeußeÄVr Zm CUf t" nercn jemen. Ah, da kommt der Philosoph! Was . 4, ,.y r ii denkt Er über diese Sachen?" Der alte Schriftsteller näherte sich, der Gräfin de Terrenoire und begrüßte f , r m . c ic Mil einer lerne zewunoerung verrathenden Zuvorkommenheit, dann drückte er Therese und Zelie die Hand und sagte gleichmüthig: Natürlich reden Sie von Mels und seiner Angelegenheit. Was wundert Sie denn so sehr daran?" Das Uebermaß von Bosheit Uebermaß? Kann es eine Steigerung der Bosheit geben? Die Bosheit kennt keine Bedingungen, Regeln oder T!. i sC ! (, i ik f sin (rn(w vyiu.jcu. vi uiui ivci uy4.4.uu JUIC4J4. oder Weniger. Sie ist absolut. Vielteicyt ilt i,ie vas einzig Aozoime, was es gibt." ' Sie sind durch und durch paradox! So erklaren c-ie sich naher! Zelie, meine Beste. Sie setzen mich m Erstaunen. ' Da Sie die Thiere so sehr lieben, mußten Sie dre Menschen arundlich verachten. Und es überrascht Sie, zu sehen, wie man emem veruhm ten und reichen Manne seinen Reich thum und seine Berühmtheit eintränkt? Kind, wo sind Sie denn her, daß Sie so viel Naivetat und Unerfahrenhat be sitzen? Haben Sie denn nie gesehen, was rings um Sie her vor sich geht? Der Neid ist das Gesetz der Welt. Und in unserem kleinen Gebiet der Literatur und der Künste ist es an der TageSordnung. Jeden, der sich kühn über das allgemeine Höhenmaß erheben will, hinterrücks herunterzuziehen. Gleichheit in der Mittelmäßigkeit, das ist's. was wir brauchen!" Es entstand eine kurze Pause. 55enerans Auslassungen hatten ein gewisses Unbehagen in den Zuhörern erregt. Das, was ein Jeder wußte, hatte er mit ungewohntem Nachdruck geäußert. In den wenigen Sätzen hatte er die Herischende - Gemeinheit charakterisirt, und man sah sie lebendig in ihrer an

zen Widerwärtigkeit vor Augen. Mit-

ten aus dieser moralischen Haßlichiett trat Mels' Gestalt reiner und größer hervor. Seine Mängel verschwanden. man wurde sich nur seiner edlen und stolzen Vorzüge bewußt. Es schien, als ob Teneran den Freund ten eilen den kleinen Vorwürfen rein gewaschen hätte, die man ihm machen konnte, so htth ' 'm? ,r w, p;;ir. rnh rarnt. xurzn s,s .s, er Nsnnn - w-,... dies als eine Befreiung. v,vr -T..a r iw :n zn Ai ,,S trbnr, " Untvnn J ,A V; r;. fiM ( S u f uwi vua vi vn vwv un , och Nicht, daß man ihre Opfer minb bedauern braucht. Sie ge- , . 0 .... ' 9 ven eine ruarung. teneran, arer , . figf , fe 2 stch thun' läßt, und die Lage praktisch r Xcrnnm mir nen nfeert nn: Was wird der Ministe? thun? " I 1 1 "Z- - - " Was die Ressorts wollen." Und was wollen die Ressorts?" Ja, das ist sehr ' verzwickt. Zu närftft nifit ?L Y)r.r ftsfffm rirtert nTTrrfrrpf ntn Wunsch, Frieden zu haben, und hr mor hi v v; fmnfm n ber Beamten gestört werden, s muß man vor Allem festhalten Sann fnrnmn v-rf nnstrfipn ti?Tmm tvttimvii viv kvtiuw)ni ivivjuti' nh 2ninr stA l??niPiVen nnb svr spinnt sAnn t Anarchie. Die Einen sind reaktionär. d e Anderen revolut onär. D e Alten -w tnufri s- mertf Yn. I I I wv;.v, -) aen zur Nartei der Radikalen. Auf s sz, u nWmi if r " ' . , nPn fi?r br? tysttfFniWrfrfi hnn anet. Sie sehen, was da für eine Eintrackt berrsckt. und wie viel Ausir.i nus r;sP v.ii's'ndn 4fM UU i r ri.w.. w..v..vv. I. . -v rmh herfn r.htr ,;n(,nhor fmiifnnm! hnf, Präcedenzfälle berücksichtigt werden ,tnh rnnn K-r3 ruTfnrnmrr nrhli csvz. vv. vvv"" v" Revolutionäre antworteten damit, daß 9 . f. v,P C-htri her Wärr hör kirnst akadeinie und die Abschaffung des Wettbewerbs für ! .rn fordern! Inmitten dieser widerstreitenden Strömungen klammert lim der mim ter r t am Pi verzwciflunasvoll an seine Direktoren, die blind und taub sich m ihre Aktenbllndel vergraben. Die Regierung, die t0r cincr Interpellation in' der Kammer hat. wäre bereit, alles aufzugn, enn man sie nur in Frieden eße. Daher werden sie Mels im Stich lacn unb sinb allen Zugeständnissen bereit. So sieht es jetzt. Was die Leute schließlich thun werden, das in .;. nnW &.r I .v..-i v fc v . v v w - über will ich mich morgen in meinem Blatt näher auslassen. Da sich die Ressorts vor Lärm fürckten. so sollen ?, ;, , fß.n Mommm w?rd htfornmi rfi nZn wirk für .i,nderte Lärm macben!" Madame de Terrenoire war in das Zmer getreten, das an das Atelier Üißf, r,nH. 'rA,rr ßnrr,c. l'fcp uhiu iw wuiivii nhnUni. PiMrnt t?ht tn eimm tt . s;. ot.;s. ii-, vj3 uiiuvumvHi iiuvv vui, .f.z r ifVi,? hnz yimiMu y V Vl V Ar t VV MI V I V AT W V W V ' fcaftefte hob ' ' .; n . ... . ft8 . r . OW H,l"lk.u' rühmt Freund thatsächlich zu ho en v fitrrfin Fint" fststf- fr- 31! r 3 iic' I J h?S. n rese. ch habe .ynen nur die Nachtiten mitgetheilt, die, ich in meiner 'zkMft 1f ' ,flfn7 .mm.n 7; ' 712 Xl ,;Z Dabei ha te ich nur dn einen en Z u nutz n Wn h Ihnen behilflich sein kann, vergessen

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fü9u"3 stehe, und sagen Sie das auch cml ' r.c ' 1; "" ' fu3," kann ich allem an dm Klnd. . ü. vyU iW 0VuCn u;iiivc, u'umi z,? (S5bnnrt ,s? ;?- 'nJnr:? Tm X Lie! Ich habe mia ,K cx- ... ir.tf.n mnh,mn;r,Tr w,; ,., m?ns?. 4,, ' 0 I M" ÄVllHUt a,VVUt. m&tn, imb mtfmt!i n irT ihrer sickeren, aranösen Saltuna. von Therese hinaus begleitet. Kaum war I ' - . . sie fort, so sagte Zelie: Hol' sie der Kuckuck! Das ist die richtige grausame und herzlose Salondame! Sehen Sie, wie treffend Therese sie aufaefaßt hat. Wie der kleine Schlangenkopf mit den funkelnden Augen auf dem hochaufgerichteten langen und biegsamen Halse sitzt! Ach, Therese hat sie durchschaut!" Nun, was hat denn die hübsche Frau verbrochen?" fragte Teneran mit I . r r l r r- . oorilWilqem allein. . Nichts. Sie haßt Therese!" Warum denn?" Weaen Mayrault. .Und was hat Mayrault damit zu thun?" Gar nichts. Gerade deshalb ist die hübsche Gräfin so wuthend! Hat sie sich in den jungen Mann verliebt? Sie Haben's getroffen." Wie dumm die Weiber sind!" Danke!" Und deshalb sollte der junge Meister das Porträt der schönen Dame malen? Das war der Grund Und der Esel hat diesen Auftrag ausgeschlagen? So wie das Uebrige." Was Sie da sagen! Geht Ihnen jetzt ein Licht auf? Endlich! Sie sind heute cm bischen begriss5stukig! Ach, weil Liebesgeschichten so wenig Interesse für mich haben, daß ich mich nicht viel darum kümmere. Und dennoch sind sie die wichtigsten im Leben!" Insofern sie dessen Harmonie und seinen Zweck stören." ' Das versteht sich." So weit wären wir einer Meinung.

Also diese kleine 5iröte ist wüthend auf Therese, weil diese das Meisterwerk malt, das Mayrault nicht hat übernehmen wollen?" Gewiß! Aber es spielt auch noch etwas anderes mit." Was denn?" Davon mag ich nicht reden." Sie sind doch sonst nicht zimperlich und scheuen sich auch nicht, in's Fetttöpfchen zu treten!" Es gibt aber Fälle, wo ich Rücksichten nehme. Bst! Therese kommt zurück." Die junge Künstlerin trat ein und hielt ein Telegramm in der Hand. Mels benachrichtigt mich, daß er heute Abend nicht zum Essen kommen werde. Ich soll seinen Gesellschaftsanzug nach dem Klub schicken. Das hat er seit zwei Monaten nicht gethan. Aber es ist vielleicht besser, wenn er mit seinen Freunden zusammenbleibt;

sie werden ihn zerstreuen. Die Einsamkeit taugt nicht, wenn man Verdruß gehabt hat." . Und Du, Therese, was willst Du thun? Willst Du bei mir essen?" Nein, danke, hier ist alles vorbereitet!" ' Therese band die Malschürze ab. Gehst Du aus?" Ja. ich will zu Mayrault, vielleicht hat er genauere Nachrichten. Und ich möchte auch mit ihm reden." Gut! Ich warte auf Dich und ehe ein Stück mit Dir." Sie verließ das Atelier. Teneran blieb vor dem Bildniß der Gräfin de Terrenoire stchen und betrachtete Thereses Werk mit größter Aufmerksam-' keit. Er drehte sich eine Eigarrette, zündete sie an, that mehrere Züge und sagte: Höchst merkwürdig! Die Kleine hat eine völlige Wandlung durchgemacht. Sie sieht gar nicht mehr unter Mels' Einfluß. Sie malt jetzt wie Mayrault. Es hat ihr sehr genützt, neben ihm zu arbeiten. Das Talent der Frauen ist, abgesehen von seltenen Ausnahmen, auf Anpassung begründet. Beobachten Sie diese kleine Therese! Sie hat die Geleise von Mels verlassen. Die Farbengebung, der ausgeklügelte Auftrag der Lichter, die ganze etwas konventionelle Malweise des Meisters ist verlassen. Wir finden die freie BeHandlung von Mayrault. seine so flüssigen Silbertöne, die Durchsichtigkeit der Hintergründe. Ach. Thereschen wenn Du das erfunden hättest, wärest Du eine staunenswerthe Künstlerin aber so bist Du nur eine gelehrige Schülerin!" Dann ist Ihrer Meinung nach dies hübsche Porträt ein Pasticcio?" Es ist mit Mayraults Augen gesehen!" Teneran, so etwas können Sie mir sagen, das schadet nichts, aber sagen Sie es sonst Niemand, vor Allem nicht Mels und noch weniger Theresen." Er hätte Zelie gern weiter gefragt. Doch in diesem Augenblick erschien die Malerin mit dem Hut auf dem Kopfe, und die Drei gingen miteinander fort. 4. Kapitel. Nachdem Mayrault sein Tagewerk beendet, hatte er sich in seinem in der Rue Lamarck, ganz oben auf dem Montmartie gelegenen Atelier auf einem großen Diwan ausgestreckt und rauchte eine Eigarrette nach der andern, während er seinen Gedanken nachhing. Ein drei Meter hoher und fünf Meter langer Blendrahmen nahm die ganze Rückwand des großen Raumes ein. Es war die schöne Komposition der modernen Kunst," welche ihm vom Staat als Vorlage, für die Manufaktur der Gobelins bestellt worden war. In femer und geistreicher Auffassung hatte Mayrault ble zeitgenössischen Meister gruppirt: die Maler, Musiker, Bildhauer, Dichter, und hatte als Umgebung für diese freundschaftliche Vereinigung den hübschen Garten seines Hauses gewählt, von dem aus man im Hintergrunde das Panorama von Paris erblickte. Das Gemälde machte einen ruhigen, poetischen, lichten und liebenswürdigen Eindruck. Pie Augen, welche zunächst durch den unbedingten Realismus der Kleidung und alles Zubehörs überrascht waren, wurden durch die Farbenfreudigkeit des Totaleindruckes gefesselt, durch die glänzende Technik und die Helligkeit, welche von den Blumen, dem Grün und der Luft ausstrahlte. Als ein Freund von Mayrault kürzlich den Minister hergeführt, hatte dieser sich zu der Acußerung verstiegen: Er ist ein Watteau des zwanzigsten Jahrhunderts." Teneran lachte darüber so, daß er fast erstickt wäre. Aber wenngleich er sich selbst über die ministerielle Ueberschwenglichkeit lustig machte, war er auch seinerseits fanatisch für das Bild eingenommen. Er schrieb darüber: Wenn die Gobelinweber mit dem KoPiren fertig sind, muß man das Werk der Sammlung des Luxembourg einverleiben, bis es seinen Ehrenplatz im Louvre einnimmt. Es ist nicht nur ein meisterhaftes Gemälde, sondern gleichzeitig auch ein unschätzbares Dokument der Kunstgeschichte, auf welchem Mayrault in klassischer Anordnung eine Gallerie berühmter Männer zeigt, die angesichts von Paris, zwischen Rosen und Elematis, in vertraulichem Gespräch bei einander weilen." In diesem Augenblick schien der junge Künstler alle Gedanken an die moderne Kunst verbannt zu haben. Er blickte beharrlich nach der Decke, indem er bläuliche Raucbrinae in die Luft

blies. Seit drei Tagen war er nicht nach der Avenue de Villiers gegangen, hatte sich in seinem Atelier eingeschlossen gehalten und sah mit Bangen den sich vorbereitenden Ereignissen cntgegen, da er von dem, was vorging, in Kenntniß gesetzt worden war. Seitens des Ministers waren offizielle Vermittler zu ihm gekommen, um ihm auseinander zu fetzen, in welcher Verlegenheit sich die Regierung befinde. Die Jury möchte Mels den Preis zuerkennen, ihr gegenüber siehe aber die öffentliche Meinung, die ihn Mayrault zubillige, den die radikale Presse, die Kunstkritiker und seine Kollegen für den Schöpfer des ausgestellten EntWurfs erklärten. (Fortsetzung folgt.)

TcrArizottattic?eritt Böhmen. Ein echt idyllischesVerhältniß scheint zwischen der Redaktion der nordbohmischen Rumburger Zeitung" und ihren Abonnenten zu bestehen. Hat da einmal die Redaktion das betannie, aus Strichen. Punkten, Klammern u. s. w. zusammengesetzte Gesicht eines Zeitungsmenschcn veröffentlicht. Kurz darauf schreibt ihr ein Leser: Lieber Briefkastenonkel! Wie cin Zeitungsmensch aussieht, wissen wir'jctzt; könnlest Du uns aber wohl sagen, wie ein Mensch aussieht, der täglich eine Zci tung lesen muß, in der nichts wie Lügcn und Schweinschlachten stehen?" Damit war natürlich die Rumburger Zeitung" gemeint. Antwort: Lieber Neffe! Wie so ein 5terl aussieht, wissen wir nicht. Sollte uns aber jemals ein solches schieläugiges, krmmbuckliges Schindaas unterkommen, so fürchten wir. daß es Dir auf's Haar gleichen wird." Ferner: Frage: Lieber Onkel! Ist es wahr, daß die Telephondrähte sind hohl; zu ihrer die Gespräche weiter zu leiten, und was geschieht, wenn dieselben dann einmal einen Knicks kriegen?" Antwort: Du bist recht berichtet. Die Telephondrähte sinnd höh:;' zu ihrer Reparatur werden Mikroben dressirt und hineingeschickt, um den Knicks" von innen auszubügeln. Geh auf's nächste Postamt und laß Dir den Mikrobenkastcn zeigen." Nach einigen Tagen konnte man den folgenden Brief des also Belehrten lesen: Lieber Onkel! Ich war auf der Post, um mir den Mikrobenkasten anzusehen und bin furchtbar ausgelacht worden. Es ist gemein von Dir. einen alten Mann und Abonnenten, wie ich bin, so zum Narren zu halten. Hochachtungsvoll B. S." Auch unter einander bevorzugen die Abonnenten einen gewissen liebenswürdigen Ton, der zur Falschdeutung des Gesagten nicht den geringsten Anlaß gibt. So lasen wir einmal: Bekanntmachung: Wenn ich den Schweinhund erwische, der mir schon zweimal meinen neuen Gartenzaun mit Jauch? beschmiert bat, dem renne ick die Mistgabel in denRanzen. HockachtunaLvoll, Josef Stumvk. Fubrwerksbesitzer. Schönlinde No. 46." Nirtzt To rdllirnrn. Richter (zu einem Herrn, wel cher sich scheiden lassen will): Also Sie beklagen sich, daß Ihre Frau Sie böswillig verlassen hat?" H e r r : Na beklagen möchte ich mich deshalb noch lange nicht, im Gegentheil aber es ist doch immerhin ein Grund zur Ehescheidung!" CHcurc 3crHilViiaiimtrt. Gast: Was, für das Zimmer soll ich fünfundzwanzig Mark zahlen, und im vorigen Jahre habe :ch es sur zwanzig Mark gehabt?" H o t e l i e r : Ja, Eure Gnaden haben halt einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen!" Sostes Beweismittel. (Ein junger Mann bewirbt sich be einem Beamten um eine Stelle.) Wir brauchen für diesen Posten einen durchaus unerschrockenen Menschen!" Bin ich!" Der resolut auszutreten weiß!" Kann ich!" Und seine Autorität stets wahrt!" Thu' ich!" Sie sind verheathet?" Ja!" Gut, zeigen Sie mir, zum Beweis Ihrer Qualifikation, Ihren Hausschlüssel!" Sei Stolx. Untersuchungsrichter (zum Wilderer): Seit Ihrer letzten Abstrafung. sind es zwei Jahre her; wenn Sie fo lange Zeit ein ordentlicher Mensch sein konnten, begreife ich nicht. daß Sie jetzt auf einmal wieder rückfällig wurden." G efangener: Herr Rath, i bin net rückfällig word'n. rn:ch haben's halt jetzt zwei Jahr net erwischt!" , '

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Base-Ball.

Americ anAssociation. St. Paul, 29. Juli. t. Paul . 2 1 00001 00 4 . 00802400 014 Jndianapoli Milwaukee, 29. Juli. . .02300003 8 , . 02000004 06 Minneapolis, 29. Juli. Milwaukee . Toledo . . . Minneapolis .00000200 24 Louisville ... 10000001 1-3 West-Asrika. Bedenkliche Unruhen. Lissabon, 29. Juli. Berichte aus Portugiesisch Westafrika, wo seit ängerer Zeit Kämpfe mit den Eingeborcncn stattgefunden haben, besagen. daß die Unruhen einen bedenklichen Charakter annehmen. In der Provinz Loanda wurden mehrereGarnisonen angegriffen und Fabriken niedergebrannt. Es wird ein allgemeiner Ausstand be fürchtet. Big our Bahn ...Excnrsioncn... Sonntag, 3. August. 81.25 Nundsahrt. Der Spezialzua welcher nirgends für Passagiere anhält, verläßt Indianapolis um 7 Uhr Moraens. Retourfahrt von Eincinnati 7 Uhr Abends. Terre Haute 91.00 Greencastle 75c llkundfah,t. Und Raten im gleichen Verhältniß nach allen Zmifchenstationen. Ter Svczialzug verläßt Indianapolis um 7.00 Uhr Morgens. Retourfahrt von Terre Haute 7 Uhr Abends. Acton Park 0c Siundfahrt. Spezialzüae verlassen den Indianapolis Union Bahnhof um 9 Uhr Vormittags. 1.20 Nachmittags und 6 Uhr Abe.-dö. Retour fahrt von Acton Park um 12 15 Uhr Mittags 5 Uhr Nachm. und 10 Uhr Abends. apagcicn Junge Cubancr, Mexicancr und Panama Papageien. Preis von $4.00 aufwärts. Jeder Vogel garantirt zu sprechen. C. F. KLEPPER, 431-435 Massachusetts Ave. eueS Telephon 2834. JndianavoliS. Dr. L. A. Greiner, empsieblt sich für die Verpflegung . kranker Thiere. Kranke Pferde werden entgegengenommen r.nd erhalten bessere Abwartun, IS m ihrer eigene (stallung. 18 biS 24 Süd Oft Straße. Telephon 905. Wohnung 1793. Deutsche Buchhandlung. - Carl Ptngpank,' 54 Virginia ve.. 84. lPembroke Arcade.) Hufschmied. W. W. Knight, 108 Dirqinia Ävenue und Ost Marviand St. Neue 7ciV4525 iagaraFalls ...Cxcurfion... Wartet für die alte zuverlässige Laie Eris & Mm ...Oahn ... Persönlich beaufsichtigte Niagara Falls Excursion in Verbindung mit der , Laie Store & Wm Säm M, Donnerstag, 7. August, 7.00 für die Nundsahrt 7.00 Fahrkarten sind giltig für die Rückfahrt mit der C. & B. Linie, Dampfboot, Bufialo nach Cleveland, wenn so gewünscht. ....Ebenso.... Sandiisky & Put-in-Bay Nebenausflüge nach Toronto, Tbonsand Islands, etc. Für Tickets, Raten und Pamphlet, enthal tend allgemeine Auskunft, wende man sich an die TicketAgentea der oben genannten Bahn oder schreibe an s. I. Nhein, General Passagier Agt., Indianapolis, Jnd

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