Indiana Tribüne, Volume 25, Number 284, Indianapolis, Marion County, 23 July 1902 — Page 7

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I TUenn öu mtcs) ficö(l. I 8 Homan von Georg 7)rtmig (Emm? Kokp?et.) I LGSZSPSSS

(Fortsetzung.) gciji aio rnc Forderung, unterbrach er sie scherzend. Nichts weiter als- sie hatte geglaubt, es reit Freudigkeit aussprechen zu können, jetzt nun empfand sie's wie einen Schmerz al die Bitte, mir behilflich zu sein vielleicht in Ihrem Vekanntenkreise, vielleicht außerhalb desselben eine sichere Stellung zu finden." Davon wollen wir Kann sprechen," versetzte er mit ruhiger Entschiedenbeit, wenn es an der Zeit sein wird, das heißt, wenn ich es verantworten kann. Gedulden Sie sich einstweilen in diesen Räumen, wo Sie Herrin sind. Das Weitere wollen wir veranlassen, wenn Sie völlig genesen sind." Er reichte ihr die Hand. Auf Wiedersehen !" Da er sie mit ihren Gefühlen kämpfen sah, hielt er ihre Rechte scherzend fest. Ich bin ja doch viel zu eitel, um nicht das Bedürfniß zu haben, mich noch einige Zeit in Ihrem Dankgefüh! zu sonnen. Nichts Eitleres und Anmaßenderes als ein Arzt, der Erfolge hat." Sie lächelte. Und wollen Sie Ihren Onkel von mir grüßen? Viel, viel tausendmal von einer Reuigen?" Damit der alte Herr nicht ver-, wohnt wird, wollen wir mit einem einzigen Gruße beginnen. Vielleicht richten Sie den großen Rest selbst an ihn aus!" Jawohl! O, gern! Es wird mir jetzt so leicht, so leicht!" rief Marie Antonie mit leuchtenden Augen. Mit dieser Unterredung hob sie sich völlig über die Vergangenheit empor, floß das letzte Gift aus ihren Erinnerungen. Und dazu ward's Frühling draußen Vollfrühling. Das blonde Grün der Birken wehte schon ua Winde. Im Rheinstrom spiegelte sich das Federgewölk des Himmels Veilchendüfte überall auf Schritt und Tritt, bis in die Enge der Straßen hinein. Da war's Marie Antonie oft, wenn sie in das Schaffensglück ber Lenznatur hineinschaute, als schlummere auch m :hr eine unermeßliche Gluaeskraft, die nur erweckt, gehoben werden wollte wie ein tief versteckter Schatz, um mit der Jubelluft ringsum wetteifernd zu ringen. Mochten die wirbelnden Wellen brausend zu ihren Füßen dahinstürmen, sie fürchtete sie nicht mehr, noch sehnte sie sich hinein. Wohl stand sie oft am Geländer, weltvergessen inmitten des lärmenden Getriebes,' und schaute nieder in das Rauschen. Dann war's ihr, als tone Nixengesang daraus hervor und als trage der Morgenwind Klänge aus weiter Ferne an ihr Ohr. Wundersam bekannte Klänge, die ihr Herz erbeben machten, Klänge, die sie längst vergessen, verhallt geglaubt:, 2?nm du mich liebst, so wie ich dich, LLill ich dein eigen sein." Seltsam, daß dieses Erinnern ihr keinerlei Schmerz mehr zufügte, daß sie sich darin einspinnen konnte stun-den-, tagelang und seiner nicht müde ward, daß sie darüber ihre unsichere Zukunft vergaß! , , Meine Liebe ist zertreten, mein Herz verdorrt in aller Qual, ich habe nichts mehr von ihm zu fordern, nichts zu erwarten," dachte sie dann, aber sie konnte es nicht mehr recht glauben. Das Echo in ihrem Herzen tönte fort, tönte stets und immer stärker in Geislers Nähe, zuweilen mit einer Kraft und Innigkeit, daß Marie Antonie unter seinem forschenden 23 fies erbebte. Er besuchte sie nicht oft, aber wenn er kam, ja, wenn sie seinen Schritt nur von ferne nahen hörte, glitt ein Glücksström durch ihre Seele wie der Morgenglanz aufbrechenden Lichtes. Sie hatte ihm ihr ganzes Schicksal enthüllt, nicht ds Geringste darin ihm verschwiegen, und nun, da es keinen dunklen Punkt mehr zwischen ihnen gab, fand Marie Antonie ihren lieblichen Freimuth wieder. Sie dachte gar nicht mehr daran, daß diese schone Zeit ihrer Genesung schnell zu Ende ging, daß sie bereits zu Ende war, daß sie durch Geis!ers Wohlthätigkeit ihr , Leben fristete. Sie wünschte und wollte nichts anderes mehr, als so unbemerkt hinleben in seiner Obhut und in seiner Nähe. An einem warmen Spätnachmittag war sie heimgekehrt, die Hand voll Blumen, das Herz voll Freude. Der Sonnenschein pulsirte noch in ihren Adern, röthete ihre Wangen, durchglühte ihr Auge. Sie war wunderbar zu neuer Schönheit erblüht. Die Wirthin ordnete noch an frisch aufaesteckten Vorhängen, als Marie Antonie elastischen Schrittes eintrat uns jagte: dienen &t, eine, oieie Blumen dem Herrn Professor auf den Schreibtifck. ich habe sie -selbst gepflückt." Necht gern, aber- . Frau Grüner war eine brave Frau und meinte -es gut mit Marie Antonie. .Nun, nehmen Sie doch hier! Ich hätte noch tausendmal mehr pflücken können, die ganze Wiese war bunt be. säet.,a aber der Herr Professor, der kann docb eiaentlich mit Blumen nichts enfangen, meine ich," sagte sie bedach- .' . lr i Ij O.Il m

Sich zu freuen?- lachte Marie An tonie herzensfrisch. Doch, die hat er schon. Stellen Sie das Glas nur hin, Sie sollen sehen " Ich sehe allerdings. Sagen Sie 'mal, Frau Vrissot," fuhr sie halb verlegen, halb überredend fort. Sie haben es dvch gewiß schon satt bekommen tn diesem ewigen Einerlei und Nichtsthun. Ich wüßte eine Stelle für Sie als Gesellschafterin. Wenn Sie wollen" Marie Antonie hatte zuerst kopsschüttelnd gelacht. Plötzlich wurde sie seh? ernst. Wie meinen Sie, was Sie da sagen?" Nun, ich meine, es wäre ganz gut, wenn die Leute im Hause und in der Nachbarschaft Sie wien wohl, eine so schöne junge Frau ist nicht unbeobachtet. Es ist ja alles dummes Zeug, der Herr Professor ist ein zu lieber Mann aber da ist hier eine Familie, ein Geheimrath, sein Kollege, in der Ruprechtsauer Allee die Tochter wird der Herr Professor heirathen und dieser Familie könnte es doch ausfallen, nicht wahr? Die Stelle, die ich für Sie weiß, wird sehr gut bezahlt, es ist bei einem vornehmen Herrn mit einer nervenkranken Frau, die hier im Hotel .Zur Stadt Paris' ein halbes Dutzend Zimmer bewohnen, Jungfer und Äiener galten und sehr reich sind." Marie Antonie loar leichenblaß geworden. Ein Nachtfrost verdorrte all' ihre blühende, glühende Freude. Ich habe bisher nicht gewußt " stammelte sie. v . Natürlich nicht, es ist ja auch alles dummes Gerede. Aber es wäre doch schade, wenn der Herr Professor die gute Partie verlöre, nicht wahr? Die Familie hat hübsches Geld. Also wenn Sie die Stelle wollen, sagen Sie's mir. Mein Bruder ist Kommis sionär im ,Hotel de Paris,' wir bringen Sie schon an." Sie ging freundlich grüßend hinaus. Marie Antonie stand wie vom Blitz getroffen. Die Blumen in ihrer Hand fielen zur Erde. Das Vesperglöcklein. welches zu ihrem Fenster hereinschallte, klang ihr wie Trauergeläut in's Ohr, das einen kurzen Glückstraum, tief beweint, zu Grabe läutete. Sie schlug die Hände vor ihr Gesicht und schluchzte laut. Nein, Geislers Glück wollte sie nicht im Wege stehen! Wenn es überhaupt eine Möglichkeit gab, ihm Dankbarkeit zu beweisen für alle Güte, alle Opfer, die er ihrer Noth gebracht, so war es diese, dem-Häfen

des Friedens, darin er sie aufgenommen, fo schnell als möglich zu entfliehen um seinetwillen. Sie eilte zur Thur, die Wirthin zurückzurufen, als gerade Geisler in's Zimmer trat. Ich hatte zwei Mal angeklopft, da ich von Frau Grüner hörte, daß Sie zu Hause seien. Verzeihen Sie, ich horte Nichts, stammelte sie in schamhafter Ueberraschung. So her versunken also m Eedanken?" Er war näher zu ihr getreten und streckte ihr die Hand entgegen. Nein, sagte sie, heiß bemuht, die wunde Stelle ihres Herzens zu verbergen. Ich faßte nur gerade einen Entschluß das heißt, ich erwog, ob eine Stellung, die mir angeboten wurde " Wann?" fragte er, ohne Staunen zu verrathen. Soeben." Sie wollen also fort? Doch das ist so natürlich! Nur dürfen Sie meine berathende Stimme dabei nicht ganz überhören." Da sie vor innerer Bewegung nicht zu antworten vermochte, bückte er sich. die Blumen aufzuheben. Arme Dinger! Wollen wir sie mcht in's Wasser setzen?" .Doch!" Als sie ihm die Blumen aus der Hand nahm und dabei seine Finger berührte, ging ein leises Beben durch ihre Glieder. Sie fühlte, daß sie es nicht vs. a.x,.-Jz. ivtivc miuycu luuuui, ein .ccueu cui von ihm zu führen. Warum haben Sie geweint?" fragte er scheinbar ruhig, obwohl die Liebe, welche er nie aufgehört hatte für Marie Antonie zu empfinden, sein Blut in Wallung versetzte. Ich will es Ihnen sagen." fuhr er rascher fort. Weil Sie anderer Leute Meinung zu der Ihrigen gemacht haben, weil Sie mehr Ver trauen in diese Meinr.ig setzen als in mich. Nein, wahrhaftig nicht." ' Glauben Sie denn," sagte er mit gedämpfter Stimme, daß diese Angelegenhnt mir nicht längst durch den Kopf gegangen ist. daß ich nie aufgehört habe, sie zu erwägen? Aber ich finde keine Garantie, keine einzige dafür, daß Sie denr rauhen Leben und daß das rauhe Leben Ihnen genügen könne f;?oß wie Sie sind im Dulden, aber chwach und unerfahren im Handeln." Es ist mein Geschick." flüsterte sie und drückte die Hand gegen ihre überströmenden Augen. Eher alles, als Ihrem Glück im Wege stehen." Sie wußte gar nicht, was ihre Tbränen aus dem herzen hoben unv uoci ihre Lippen drängten. Meinem Glück?" fragte er erstaunt. Ach so! Man erzählte Ihnen von einer Familie Gündell und einer Tochter derselben, nicht wahr?" Sie. nickte. Und da - glauben Sie, ich würde Ihrem makellosen Vertrauen, Ihrer rückhaltlosen "Offenheit durch eine Heimlichkeit gelohnt haben, hätte nicht frei und ehrlich meiner Hoffnungen Erwähnung gethan? Wie haben Sie mich da verkannt, wie haben Sie die Ehrerbietung. mit der ich Ihnen nahete, gerinn aeschätzt!"

Beim Klänge dieser gefühldurchzit-

terten Worte preßte Marie Antonie ihre gefalteten Hände gegen das Herz. So Nicht so Nicht! Das ertrage ich nicht! Was soll ich thun, diesen Vorwurf zu entkräften? Womit beweisen, daß ich Achtung, Dankbarkeit Vertrauen jawohl, unbegrenztes Vertrauen zu Ihnen habe?" Geisler nahm ihre Hand und druckte sie fest in der seinen. Die plauderhaften Leute haben nicht durchaus unrecht. wenn sie in mir ein gewisses Interesse für jene Familie voraussetzten. Es gab eine Zeit lange verstrichen ist sie noch mcht wo ich hoffte, em stilles Gluck dort finden zu können, das Glück, welches mir verloren ging in einer Zeit, wo das Herz noch gelahmt werden kann." Er hatte ihre Hand sinken lassen, als er tiefernst fortfuhr: Sehen Sie, ich war damals ein junger, unbedeutender Mensch, so arm als strebsam. Mein ganzes Vesitzthum war der Glaube an mich selbst. Ich wußte, daß ich vorwärts kommen würde, vorwärts kommen mutzte. Mit dieser Selbstgewißheit glaubte ich rechnen zu dürfen bei einer Wahl meines Herzens. Ick, hatte mich geirrt. Hindernisse häuften sich auf meinem Wege.. Ich kann sie Ihnen bei Namen nennen: Spekulation, Hochmuth und Genußsucht. Die unerfahrene, von mir heiß Geliebte ging in das ihr gestellte Netz. Sie griff nach dem goldenen Apfel bedingungslos." Er sazwieg einen Augenblick. Dann fuhr er leiser fort: Sie wissen, was ich meine und von wem ich spreche?" Sie nickte, ohne aufzusehen. So viel später" flüsterte sie kaum vernehmbar. Gewiß, viel später ist Ihnen manches klar geworden," fiel er mit überzeugtem Nachdruck ein. Seien Sie versichert, daß kein Hauch einer Schuld in meinen Augen auf Ihren Entschlüssen ruht." Er erfaßte von Neuem Marie Antoniens Rechte und hielt sie warm umschlossen. Wie tief das Gefühl der Liebe damals in mein Herz gedrungen ist Sie wissen es nun." Sie antwortete nicht. Die Vesperglocke läutete noch fort. Aber es war Marie Antonie, als mifche sich in ihren eintönigen Klang eine süße Jubelstimme wie ein Triumphgesang: Wenn du mich liebst, so wie ich dich, Wlll ich dein eigen sein." Sie schlug die dunklen Augen zu ihm auf. Zu sprechen vermochte sie nicht. Er hob ihre Hand an seine Lippen und küßte sie. Wenn Sie jetzt glauben können, daß meine Liebe Ihrer würdig ist " und als sich ihre Wangen mit glühender Röthe bedeckten, schlang er den Arm um sie. Marie Antonie, ich liebe Dich, wie ich nichts in der Welt gellebt habe, noch je lieben werde. Willst Du mein sein?" Mit einem Aufschrei des Glückes sank sie an seine Brust. Du weißt ja nicht, wie selig ich bin ducch Dich." 24. Kapitel. Am folgenden Tage betrat Geisler die Wohnung des Majors 'v. Kirchsiein. Dieser empfing ihn mit förmlicher Höflichkeit. Wir haben uns lange nicht gesehen. Herr Professor. Sie machen sich sehr selten in der Nuprechtsauer Allee." Allerdings, Herr Major. Es liegt an einer unbewohnten Beschränkung meiner Zeit sowohl als an . anderen Dingen." Kirchstein, dem die frischeJugend der blondlockigen Lilli in letzter Zeit eine Veränderung seines Einzellebens wünschenswerth erscheinen ließ, nickte einverstanden. Es war ihm nur angenehm gewesen, den Professor nicht mehr im geheimräthlichen Hause angetroffen 'zu haben. .Ich bin jetzt öfter dort " Mein Hiersein, Herr Major," sagte Geisler, bedeutet etwas mehr als einen landesüblichen Besuch. Ich knüpfe hierbei an unsere Begegnung in der Ruprechtsauer Allee an." Da wäre ich begierig!" versetzte Kirchstein mit hochfahrendem Lächeln. .Sie erinnern ftck " fubr Geisler fort. Lbafe damals die Rede auf eine Dame kam. Die umer oen meriwurdiMtenÄerhältnissen freiwillig von der sogenannten Höhe des Lebens in die Armseligkeit desselben heraostieg. Die kleine Trachberg meinen Sie? Ganz recht, die Gräfin Trachberg. Ser Titel Erlaucht ist ihr aleichsalls zugehörig, wenn schon sie beides, Titel und Namen, freiwillig oeiseite gelegt bat " ' ' So ganz freiwillig doch wohl nicht?" Freiwillig sagte ich. Herr Major. Sie machten sich damals zum Dolmet scher einerJhnen zugetragenen durchaus irrigen Meinung ein schärferes Wort will lch nicht anwenden, da dieVerleum dung allzu offen auf der Hand liegt." Herr Professc7," sagte Kirchstein kalt, soll das eine Drohung fern?" Drohung? Halten Sie es für eine Drohung, wenn Jemand bestrebt ist. em Luqennetz zu zerreiben? Herr Professor" Ich bitte, mich völlig erklären zu dürfen Diesem Lügengewebe bin ich in der Lage, zwei vougutlge Zeugen aegen überstellen zu können, die unter ihrem Eide das selbstlose Opfer der Gräfin Trachberg bekunden würden. Der eine Zeuge ist mein Onkel, der Iustizrath Geisler, der zweite Fürst Trachberg selbst. Wenn Sie, Herr Ma or. foktfah ren würden, die Wahrheit meiner Worte anzuzweifeln, so wurde ick für meine Person die angegriffene Ehre der Gräfin zu rächen wissen auch ohne diese Zeugen. Sehr wohl, Her? Professor! Kommt

mir aus em vaarKnallschoten.mcht an.

Vielleicht aber doch daraus, die lyre einer edlen, unglücklichen Frau grundlos herabgesetzt zu haben. Jetzt also. Herr Major! Die Zeugen sind genannt ich persönlich setze mein Ehrenwort ein, daß die Gräfin Trachberg aus Rücksicht für

ihren Gatten und ohne einen Pfennig von ihm anzunehmen, Holdenberg verließ. Was haben Sie barauf zu sagen, Herr Major?" Jetzt ein Duell einer Dame wegen, wo er im Begriff stand, sich um die reizende Lilli zu bewerben sehr mißlich! Der Fürst selbst zur Zeugenschaft aufgefordert wieder mißlich! Auch war der Ton des Professors bei aller Vest.mmtheit nicht beleidigend. Ja. sagen Sie mal rn aller Welt, weshalb werfen Sie stch mit solcher Hartnäckigkeit zum Anwalt der Gräfin auf?" fragte Kirchstem. Da konnte schließlich Jeder kommen und auf den Anderen losknallen einer verschiedenen Meinung halber." Die Graun ist meine Braut seit gesiern," versetzte Geisler nachdrucksvoll. Wie? Was? Braut? Die " Kirch siein war durch diese Mittheilung so überrascht, daß er Geisler scharf in's Auge blickte. Ich glaube wohl, daß dies Grund genug ist unter Männern von Ehre." fuhr Geisler fort. Allerdings das ist etwas anderes. Ihre Braut!" Wollen Sie mir nun sagen, Herr Major, welcher Auffassung Sie jetzt huldigen?" Herr Professor." sagte Kirchstein mit guter Haltung, es ist das erste Mal, daß eine schon geladene Kuael mir wieder aus dem Lauf herausfällt. Ich habe indessen bisher immer etwas Besseres vertheidigt, als das Geklatsch Anderer. Ich nehme also keinen Anstand, zu erklären, daß ich durch böswillige Gerüchte getäuscht worden bin und meinen Irrthum zugebe." Geisler verneigte sich. Das ist alles. was ich erwarten kann. Ich habe die Ehre, mich zu empfehlen." Niemals erfuhr Mane Antonie etwas von dieser Auseinandersetzung. Dagegen fügte sie sich gern, in einer kurzen Verlobungsanzeige bei ihren wirklichen Namen genannt zu werden. Marie Antonie, Gräfin v. Trachberg, geb. Brissot. Professor Dr. Bruno Geisler. Verlobte." Am Tage, da diese Anzeige zur Kenntnißnahme anderer kam, an einem leuchtenden Sonntagmorgen, kehrten Beide gerade von einem langen . Spaziergang zurück. Der Weg führte sie an dem Hotel Stadt Paris" vorbei. Plötzlich sah Geisler den Portier des Hauses aus der Thür auf die Straße stürzen und eilfertig sich ihm nähern. Gott fei Dank, Herr Professor ich wollte eben in Ihre Wohnung schicken und Sie bitten, sogleich in's Hotel zu kommen. Wir haben eine Dame mit einem schwerenNervenanfall imHause." Ich komme sogleich! Eilen Sie nur voraus," versetzte Geisler, Marie Antonie die Hand drückend. Auf Wiedersehen!" Vielleicht könnte ich auf Dich warten," sagte sie lächelnd. Wenn es nicht zu lange dauert doch wie Du willst." Er schritt rasch davon, indeß Marie Antonie auf einer Bank Platz nahm, von wo sie den Eingang des Hotels im Auge zu behalten vermochte. Ur'rdessen war Geisler die Treppe zum ersten Stock hinaufgestiegen, wo ihn ein Herr erwartete, dessen Züge tiefgehenden Kummer verriethen. Haben Sie Dank, ich durfte kaum hoffen, Sie so schnell" Er war zurückgetreten, dem Professor den Eingang freigebend. Professor Doktor Geisler." .Graf Eduard Trackbera." (Schluß folgt.) FienNvotcn Von leuto. Köchinn Ach, gnädige Frau, den neuesten französischen Roman müssen Sie 'mal lesen!" diese Meibor. Ach, weiht Du, Ernst, es ist doch zu schön, im Geheimen verlobt zu sein. Alle meine Freundinnen beneiden mich darum!" S,n Fnscl. , , , , in Wmm' Bauer (stark angeheitert, hält das Brückengeländer für die Eisenbahnschranke): Wann i no lang do stehn muß und wenn der Zug net bald kummt, nacha schlief i ganz einfach durch!" Stimmt. .Cohn ist vleite! Wasc-fagst Du , dözu?" Nu, was soll'n mer verlieren darum noch, viele' Worte? Ist es nicht genug, daß mu verlieren viel Geld i

M W$WX- k ' Hv.y y --JS -fe fe- n n du" v " fjji . ' ' i ri'Jx ri ,rn,"l'n uvay f Jt' pi fif - L

Gut gewahrtes Inkognito. Auf der Station Doppeis berg, Rheinprovinz, kam dieser Tage die telegraphische Meldung an, der Großherzog von Sachsen-Weimar treffe mit seinem Adjutanten auf der ??ahrt nach Bonn mit dem BerlinAachener Schnellzug ein, würde aus dem Bahnhof Aufenthalt nehmen, um dann mit dem Kölner Schnellzug weiter zu fahren. Darob große Aufregung. Ein Polizeiaufgebot wurde requirirt,

um den Bahnsteig zu besetzen. Pünktlich brauste der Berliner" in die Station. Vergebens spähte man nach dem großherzoglichen Salonwagen aus. Man rannte hin und her, aber von dem hohen Gast war kei.ie Spur zu entdecken. Der Kölner Zug fuhr ein. Die Reisenden kletterten in ihre Koupes. Die Beamten schauten sich verdutzt an und glaubten sich fast genarrt. Zwei Herren, die im Wartesaal mit den übrigen Reisenden ihren Kaffee getrunken hatten, bestiegen jetzt auch, von der Menge unbeachtet, ein Koupe 2. Klasse. Das waren der Großherzog von Sach-. sen-Weimar und sein Adjutant. Beamter als Einbrech e r. In dem Vorrathskeller eines Gastwirths in Spandau, Provinz Brandenburg, waren seit einiger Zeit Diebstähle vorgekommen; um deji Spitzbuben auf der That zu ertappen, brachte man in aller Stille einen elekirischen Alarmapparat an. Während sich neulich Abend die Wirthsleute und mehrere Gäste, darunter auch der Hauseigenthümer, in dem Schankraum befanden, ertönte der Alarmapparat; man eilte schnell in den Keller und fand hier, in einer Ecke zusammengekauert, den 60jährigen Lagerbeamten Schöne vom Bekleidungsamt des 3. Armeekorps vor. Dieser war also der längst gesuchte Dieb. Mit dem Gasiwirth und dem Hauseigenthümer war er seit Langem eng befreundet gewesen. Der Dieb wurde der Polizei übergeben, die bei 'ihm eine Haussuchung vornahm. Dabei wurde die Entdeckung gemacht, daß er sich auch an den Lagerbeständen des Bekleidungsamtes seit langer Zeit vergriffen hatte. Netter Pädagog. Der Lolksschullehrer Buschjäger aus Ealenborn bei Cochem, Rheinprovinz wurde unlängst wegen Mißhandlung der ihm anvertrauten Schulkinder zu einem Monat Gefängniß verurtheilt;' gleichzeitig sprach das Gericht ihm die Fähigkeit, das Lehramt weiter auszuüben, ab. Der Lehrer schlug die schwach veranlagten Schüler mit einem Stock über die Beine und in's Gesicht, und schlug ihnen mit der Faust unter's Kinn; einige Kinder mußten auf fcharfkantigen Holztheilen knieen, diesen Knieenden legte er die große Schultafel auf den Kopf und befahl dann anderen Kindern, sich auf die Tafel zu setzen. Einem kleinen Jungen, der neben ihm am Katheder stand, trat er gegen den Unterleib, so daß das Kind rücklings von dem Podium fiel. Big Four Bahn ...Excursionen... Sonntag, 27. Juli. Hz.30-Nundfahrt-Kl 50 Spezialzua verläßt Indianapolis um 7 Nhr Vormittags. Rctourfahrt von Louisville um 7 Uhr Abends. Lawrcncebnrg, Aurora und Zwischenstationen. 81 oder weniger für die Rundfahrt. 3Vr PiWitslTjitrt tioriSH ken nhtsltislnnstS Itittnn ?nknknf itrn 7 Uhr WnrrtMiS 97? V VIV V W rmwj V vjll V' tourfahrt von Aurora um 7.20, von Lamv cf H 5 ct w a renceourg um .du uyr noenos. Acton Park 0c Nundfahrt. Spezialzüge verlassen den Indianapolis Union Bahnhof um 9 Uhr Vormittags, 1.S0 Nachmittags und 6 Uhr Abe-ds. Retour fahrt von Äcton Park um 12 15 Nhr Mittaas S Uhr Nachm. und 10 Uhr Abends. Grosse uöwahl von Aug. Diener, No. 449 Ost Washington Str. Neue Telephon 2325. Joseph Haas, empfiehlt sich dem deutschen Publikum zur Reinigung von Abtritten, Sewers . Cisternen u. s. tt. DiSinfektion frei. Ossiee: 707 MaxwelllZStratze. kelephone: (alt) Main 1039. '(Neu) 257S Hufschmied. W. W. Knight, 103 Virginia Avenue und Ost Maryiand St. Neue Tel. 4525

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