Indiana Tribüne, Volume 25, Number 275, Indianapolis, Marion County, 12 July 1902 — Page 7
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Jndiana Tridune, 12. Juli 1902 I A
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Wenn du mich RcGfl. I .. r W A. 5 Henna zsn Georg ?irtroig (Cmrng y TiorppcL) (Fortsetzung.) D, Du weißt nicht, was ich bereits gelitten habe!" rief sie mit zitternden Lippen. .Jn die schamvolle Angst meinei Liebe kannst Du Dich nicht versetzen. Was Du leidest, das leidest Du unverschuldet das muß Dir ein Trost sein. Aber ich, an der die Schuld Verstorbener jetzt lebendig wird, die für das verantwortlich gemacht wird, was andere verschuldeten ich, vom Schicksal auserkoren, den Namen Debellaire zu tragen, und dann um dieses Namens willen gezwungen, alle, die ich liebe " sie schwankte. Trachöerg eilte zu ihr und nahm sie in seine Arme. Ein Feind jeder aufregenden Szene und rückhaltlosen Auslassung, fühlte er sich besonders durch die Zeugenschaft eines Dritten unangenehm berührt. Ich bitte Dich. Marie Antonie sagte er, ihr Haupt stützend, zieh Dich zurück.wenn Du dem Ereigniß nicht gewachsen bist. Auf diese Weise können wir die Sache.nach deren Abschluß mich innigst verlangt, nicht zu Ende füh'ren." Sie richtete sich auf. Es ist schon vorüber," versetzte sie leise. Ich werde den Herrn Justizrath nicht mehr unterbrechen. Bitte, Herr Justizrath, fahren Sie fort." Ich erwähnte schon begann Geisler von Neuem, daß Fetzen von silbernen Tressen und eine Anzahl verrosteter Metallknöpfe, die einst vergoldet gewesen loaren. in dem Grabe aufgefunden wurden. An den Tressen war sogar noch das Muster des Gewebes erkennbar geblieben, nachdem sie von Schmutz und Moder gereinigt worden waren. Es fand sich aber noch ein ganz unscheinbarer. beinahe übersehener Gegenstand daselbst vor der Stein eines Siegelringes, ein Amethyst von bedeutender Größe, der aus der Fassung hcrausgefallen und etwas tiefer als die anderen Gegenstände im Erdreich eingebettr lag. Dieser Amethyst zeigte geinig folgende durch Punkte getrennte Buch' ftaben : L. A. Y. d. 0. Sie umstehen das Wappen der Familie ebellaire Marie Antonie schrie auf. erschrc. dann vor sich selbst, wandte sich hastig zur Thür und verließ das Zimmer. Trachberg machte keinen Schritt, si: aufzuhalten. Er war wie an den Fußboden gebannt. Wie groß seine Fassung auch gewesen war, in diesem Moment überkam ihnin Schwindel. In der Eile oder mit Absicht wer weiß es? hat man am Ringfinger des verstorbenen Vikomte dieses Schmuckstück belassen," sagte Geisler, sorgfältig ein Papier aus seiner Brieftasche nehmend und es dem Grafen hinreichend. Wollen Euer Erlaucht sich überzeugen. Dies ist der Abdruck" Trachberg nahm das Blatt mechanisch entgegen und starrte auf das rothe Siegel. Die Buchstaben, das Wappen, die Punkte verwirrten sich vor seinem Augen. Es ist gut," sagte er, das Blatt zurückreichend. Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen." Er griff nach der Sessellehne. Aber seine eiserne Willenskraft ließ ihn die-, ses erste und letzte Gefühl der Schwäche rasch überwinden. Wollen wir uns setzen, lieber Jusiizrath." sagte er ruhig, als habe nichts Außerorbentliches zwischen ihnen stattgefunden, und der Sache näher t'reten." Es kommt nun darauf an," erwiderte Geisler,mit einerVerbeugung dieser Aufforderung nachkommend, welchen Weg Euer Erlaucht einhalten wollen Jhrcm Gegner gegenüber, den Weg ds Prozesses um einen noch unaufgeklärten Punkt, nämlich die unbekannte Derson des zweiten Gatten der Gräfin Debellaire, oder " Das heißt den Skandal vergrößern und die Entscheidung ohne Nutzen in die Länge ziehen," siel Trachberg sinster ein. Wollen wir noch mehr Staub aufwirbeln? Ich habe die Ueberzeugung, meine Frau ist keine Debellaire." Dann räumen Euer Erlaucht also Ihrem Vetter freiwillig den Platz?". Freiwillig?" Trachberg lachte auf. Freiwillig! Wissen Sie, daß Sie spaßig sind, alte? Freund? Ich ziehe mich als ein Opfer der Narrheit und der Verliebtheit der seligen Vikomtesse Debellaire zurück, weil ich nicht anders kann, als mein Necht als erloschen ansehen. Könnten Sie mir nur den leisesten Anhalt geben, der Gräfin Trachberg die Waffe aus der Hand zu winden" Geisler zuckte die Achsel., Es ließe sich Zeit gewinnen, sobald Euer Erlaucht beantragte, daß von gegnerischer Seite der Beweis erbracht würde, daß die zweite Ehe der weiland Grafin Debellaire mit einem Kammerdiener und nicht mit einer standesgemäßen Person geschlossen worden sei." Glauben Sie, daß die Gräfin Trachberg diese Finte pariren wird?" rief der Graf aufstehend. In welche Sackgasse wollen Sie mich führen? Sie selbst haben mir eingeprägt, daß die Abstammung meiner Frau von dem Emigranten Debellaire der springende Punkt in dieser Sache ist, also" ' Es würde wenigstens Zeit gewonnen. Wie icy das Vorgehen der Gräfin beurtheile, kommt es ihr lediglich auf Anerkennung der Nechte ihres Mannes.
nicht aber auf Äusnutzung derselben an. Bei ruhiger Ueberlegung könnte immerhin" Ich brauche keine Ueberlegung mehr, dieser unerträglichen Halbheit ein Ende zu machen," rief Trachberg schroff daegen Lieber usiirath. wenn ich nur an mich zu denken hätte, so gebe ich Ihnen mein Wort, der Kampf würde ausgefochten. Aber ich kann es nicht dulden, daß der Name meiner Frau, ihre Person, ihre Familie, unser gegenseitiges Verhältniß kurz alles, was in die Obhut der intimen Häuslichkeit gehört, 'Gegenstand öffentlicher Besprechung werde. Es ist die Rücksicht auf meine Frau, die mir Fesseln anlegt." Er schwieg einige Sekunden, dann fuhr er rasche fort. Ich muß Ihnen, ganz ehrlich gestehen, jcder Stammvater wäre mir persönlich wünfchenswerther gewesen als gerade ein Bedienter, Sie werden das mit mir fühlen können. Es klebt etwas etwas, wie soll ich sagen? etwas TrinkgeldschäbigeZ daran. Wir wollen das keinesfalls in die Öffentlichkeit bringen. Zu zweifeln ist ja an der Thatsache kaum noch." Die Sache," erwiderte Geisler. ..liegt nach meiner Auffassung so. daß zwischen Ui Vikomtesse und dem Kammerdiener des alten Vikomte bereits vorher" Ach. natürlich!" schnitt ihm der Graf, auf's Aeußerste gereizt. dasWort ab. Die Geschichte klappte schon vorher. Daher die rührende Treue. Derartige Menschen bringen sich sonst zuerst in Sicherheit." Der Vikomtesse," schaltete Geisler ein, ist es aber jedenfalls darum zu thun gewesen, Vikomtesse Debellaire zu bleiben und nicht Madame Meunier oder Dubois zu werden. Daher schob sie einfach den Kammerdiener während der Reise an-die Stelle ihres verstorbenen Gemahls und ließ ihn zumVikomte avanziren vor der Welt. Die kirchliche Trauung hat dann unterwegs stattgefunden. Die Reise von Nancy bis Würzburg bot überall Gelegenheit dazu. Nur ist es unmöglich, dies urkundlich festzustellen. Aber das alles ist durchaus nebensächlich für unseren Fall." Gewiß! Von der im Hausgesetz geforderten altadeligen Abstammung meiner Frau kann in jedem Falle keine Rede mehr sein. Und ich muß mir das Majorat entreißen lassen. Es ist ein unabwendbares Verhängniß." Seine innere Unruhe hatte ihn die letzten Worte lauter betonen lassen. Auf Marie Antoniens Wange löschten sie die Farbe. Sie hatte Kraft genug besessen, in die Halle zu treten, aber neben der Schwelle wurde ihre Schwäche so beftig, daß sie das Haupt gegen die' Thür des eben verlassenen Zimmers lehnen mußte. Das unabwendbareVerhängniß! 5la. ie war Maximilians Verhängniß geworden. Sie richtete sich auf. Wie eine ertappte Verbrecherin hielt sie Umschau in dem Raume, ob Niemand außer ihr diese Beschuldigung gehört, und beladen mit einer Last, die sie glaubte nicht mit sich schleppen zu können, schlich sie in ihr Zimmer. Thränen wollten aus ihren Augen stürzen, aber die innere Angst hielt sie schmerzhaft hinter den Wimpern zurück. Nun würden die Tage kommen und gehen bis an's Lebensende und der Mann den sie angehörte, würde schweigsnd neben ihr wandeln, neben ihr und dem Kinde, in dem er viel mehr ein Pfand der Zukunft als ein liebebedürftiges Wesen gesehen. .Ja, kommen und gehen würden die Tage, bleiern, grau, , hoffnungslos. Marie Antonie fröstelte wie im Fieber. Nie würde ein Wort des Vorwurfs über Maximilians Lippen gehen, das wußte sie, aber fein Blick, sein ganzes verpfuschtes Dasein würde eine stete stumme Anklage gegen sie sein. Diese Gewißheit lähmte ihren Lebensmuth vollends. Sie konnte ja nicht helfen. Sie und ihr Sohn konnten mit ihrer Liebe diese tief geschlagene Wunde nie ausheilen. Und dann: einer war da, dem sie heute noch wieehedemZweck und' Freude des Lebens war, einer, über dessen Alter der grimmigste 'Hohn und Spott ausgeschüttet werden sollte ihr Vaier. Der letzte Debellaire, mit seinem Familienstolz. mit seinem aus der Allgemeinheit einsamhervorragendenTraditionsbewußtsein der Enkel eines Kammerdieners! Eine schneidendere Satire hatte es nie gegeben seit Menschengedenken. Und der, über dessen ehrwürdigem Haupte diese spottgellcnde Geißel geschwungen ward, war daS Vorbild ihrer Kindheit, der Stolz ihrer Jugend ihr Vater. ie konnte nicht anders als laut aufschreien. , Im Geiste sah Marie Antonie seine hagere Gestalt vor sich stehen, gebrochen vom Keulenschlag dieser Nachricht. Und daneben, das zürnende Antlitz ihres Gatten, Abneigung gegen den Enkel des Kammerdieners im Auge. Sie hörte die leidende Stimme ihres Vaters verklingen in der Herbheit eines Vorwurfs, der ihr das Herz zerschnitt um der Wahrheit halber, welche er in sich trug. Ihre glückliche Kindheit neben dem einsamen Manne tauchte wie ein Spiegelbild vor ihr auf im Kristall ihre? Thränen. Sie riß die Thür auf und eilte den Weg zurück. Maximilian war allein Bei ihrem Anblick that er etliche Schritte vorwärts, um alle Fragen kurzerhand abzuschneiden. Geisler ist fort. Ich habe ihm soweit nachgegeben, daß wir auch die Oeffnuna des Grabes in Würzburg be-
antragen und das Ergebniß abwarten. War der Arzt heute schon bei dem Kleinen?" Nein!" Sie wußte, daß weinende und verweinte Frauen ihm nicht sympathisch waren, deshalb schlug sie die feuchten Wimpern zu Bodn. Ich reise zu Papa" sagte sie stockend. Du?" fragte er. auf's Aeußerste erstaunt. Was fällt Dir ein, Marie Antonie! Ist' es Deine Sache, eine solche Nachricht zu überbringen?" Ja," sagte sie erröthend unter seinem mißbilligenden Blick, es ist meine Pflicht, das fühle ich." Ich werde sie Dir abnehmen und selbst fahren. Das war bereits beschlossen." Du. Max?" Ihre dunklen Augen richteten sich, ohne daß sie es ahnte, mit dem schmerzlichsten Vorwurf auf ihn. Du, der kein Mitgefühl mit ihm hat. der nicht weiß, wie jedes Wort nein, nein. Du darfst nicht mit ihm sprechen! Ich ertrüge es nicht, und er noch wen! cer." Wenn ich Dich doch begriffe, Marie Antonie!" sagte Trachberg. Hier geht ein altes Recht aus den Fugen, und Du hängst Dich an eine väterliche Grille." Sie zuckte zusammen. Wieder sah sie sich zurückversetzt in das schlichte Zimmer ihrer Heimathswohnung. wo neben der kleinen Tischlampe Strickkorb und Vratäpfelteller ihrer harrten.' Das Buch der Madame de Eampan sah sie wieder aufgeschlagen und all die Herrlichkeiten des Versailler Schlosses daraus emporsteigen. Sie hörte die vorlesende Stimme ihres Vaters, die glück liehe, rühmende Stimme Das Blut drängte ihr zum Herzen. Ich fahre," erwiderte sie rasch. Es gibt nichts in der Welt, was mich davon abbringen könnte.. Dich wird Jedermann bedauern, über ihn wird man lachen. Glaube mir, er ist der b:klagenswerthere von Euch Beiden. Wie er einsam stand ia fernem Familicnstolz, so steht er auch einsam tn seiner Erniedrigung. Du verlierst, was immerhin ersetzbar ist aber was bleibt ihm? Selbst der Name wird ihm genommen, und alles, was er verehrte sein Leben lang, erweist sich als Lug und Trug. Diese Enttäuschung muß ihn in's Grab bringen ich weiß, es kann nicht anders sein. Aber meine Liebe soll ihm wenig stens zur Seite stehen. Er hat Niemand auf Erden, der ihn lieb hätte, als mich." Sie nahm Maximilians Rechte in die ihre. Und darum gehe ich jetzt zu ihm. Denn Du könntest ihm, ohne es zu wollen, och weher thun. Vergib! Ich kann nicht anders." ' Ohne eine Antwort abzuwarten, ließ sie seine Hand aus der ihren gleiten und ging aus dem Zimmer. 17. Kapitel. In jenem neuerstandenen Vorstadtviertel, welches Herr v. Debellaire durck seinen Einzug damals als standesgemäß gekennzeichnet hatte, kämpften die Gasflammen mit ihrem gelbröthlichen Licht tapfer gegen die Schneewirbel, welche immer von Neuem daherjagten. Der Vikomte stand gerade am Fenster und blickte mit Entrüstung über die Straße nach einer zankenden Männergruppe, deren Held soeben im Begriff stand, zu Thätlichkeiten überzugehen, als eine Droschke vor seinem Hause hielt. Die nächste Gasflamme konnte aus ihren tropfenden Scheiben nicht so viel Licht entsenden, daß Herr v. Debellaire die dem Wagen entsteigende Gestalt zu erkennen vermocht hätte, ebenso wenig eine zweite, welche der voranschreitenden in's Haus nachfolgte. Erstaunt hörte er gleich darauf seine Thürglocke anschlagen zu einer Zeit, wo weder Briefträger noch Aufwärterin zu kommen pflegten. ; Er zog sich vom Fenster zurück und" durchschritt den dunklen Gang, auf dessen Diele die Flurlampe einen schwachen Lichtstrcif warf. Da war's ihm plötzlich zu Sinn, als träume er die ganze Szene. Ein Stimme hatte sein Or getroffen, die vor Jahren genau so Einlaß von ihm begehrte. Papa ich bin's!" Herr v. Debellaire beargwöhnte noch seine Zurechnungsfähigkeit, als der Schatten einer Gestalt, die ihm immer vor Augen schwebte, im" sparsamen Schein der Flurflamme gegen die milchige Glasscheibe fiel. Da durchzuckte es ihn, aber nicht freudig. Ein schmerzhaftes Aufpochcn seines überraschten Herzens verdunkelte seinen Blick. Marie Antonie!" . Er hatte fest nach der Thürklinke gegriffen, bis der Anfall vorüberging. Sehr bleich noch , öffnete er Kette und Schloß jetzt mit unsicherer Hast. Papa, lieber Papa!" . Sie nahm sich keine Zeit, denSchleier zurückzuschlagen, ehe sie ihm an die Brust sank. Du hier?" flüsterte er erstaunt, besorgt. Aber er hielt sie eng umfaßt und küßte sie mit der Vollkraft väterlicher Liebe. Es ist doch seltsam, so kurz vor meinem Geburtstage" Er drängte sie plötzlich sanft von sich. Die Kammerjungfer der Gräsin stand lauschend daneben. , Ich habe Zimmer im, Gasthof genommen." sagte Marie Antonie rasch. Luise holt mich später mit dem Wagen ab. Fahren Sie jetzt in den GastHof zurück." Sie wartete, bis das Mädchen verschwunden war, legte dann selbst .die Kette wieder vor und nahm ihres Vaters Arm. Es graute ihr vor der nadj sten Stunde, vor der ersten .Frage schon: Was willst Du hier? Als
schleppe sie Bleikugeln an den Füßen, so folgte sie ihm in das spärlich erleuchtete Gemach. Nichts war darin verändert. Selbst der Stuhl, darauf sie einst dem Vater gegenüber gesessen, stand noch auf dem alten Platz. Die verblaßte Decke über dem abgenutzten Ledersessel, der grüne Lampenschirm, den sie angefertigt, der kleine Sprung selbst in der Lampenglocke, den sie verschuldet hatte alles, alles wie zuvor. Nur sie selbst war eine Andere geworden. Und den Frieden dieses Hauses wollte sie zerstören. Sei willkommen,' Kind! Ich hoffe. Du bringst gute Nachrichten von Deinem Mann und Deinem Sohne?" sagte Herr v. Debellaire, sie zweifelnd betrachtend. Sie sind wohl, Papa, ganz wohl!" versetzte sie ?asch. Deshalb brauchst Du Dich nicht zu beunruhigert." Im Lampenschein betrachtete sie sein Gesicht. Gealtert und hagerer war's geworden; sehr leidend sein Ausdruck. Bist Du krank gewesen, Papa?" fragte sie und konnte es nicht hindern, daß Thränen tiefsten Schmerzes in ihren Augen glänzten. Und ich habe nichts davon gehört, gegen Dein Versprechen?" Nichts Besonderes!" entgegnete er beschwichtigend. Ich bin hin und wieder kleinen Anfällen ausgesetzt, gegen welche der junge Arzt damals Geisler hieß er ja wohl? mir ein sehr gutes Mittel gab. Nrm verlor die Aufwärterin das Rezept " Soll ich an ihn schreiben, Papa?" rief Marie Antonie rasch. Gewiß! Sofort!" Sie dachte jetzt nicht an die Liebe, die sie Geisler eingeflößt, und an die Scham, welche sie darob empfand. In diesem Augenblick existirte nichts für sie auf der weiten Welt als die gebeugte Gestalt ihres vereinsamten Vaters. Du hast wohl einen besonderen Zweck, Marie Antonie?" sagte Herr v. Debellaire während sie Mantel und Hut bei Seite legte. Sonst würde Dein Kommen sich wohl anders gestaltet haben. Ich möchte Deinem Mann nicht gern einen Vorwurf machen " Nein, nein! Der Einfall ist von mir und der Entschluß hierzu kam mir so plötzlich, so" Sie starrte nach der Schwelle, welche die Baronin damals lachend überschritt. Jener verhängnißvolle Tag lebte von Neuem vor ihr auf, so packend deutlich, daß Marie Antonie nun sie seine Folgen übersah vor Herzensangst nicht aufzusehen wagte. Kommst Du, Dir guten Rath zu holen, oder um?" fragte Debellaire mit wachsender Sorge. Ich würde es Dir danken, Kind, wenn Du das, was Du mir mitzutheilen hast, ohne Zögern sagtest. Ich bin heute etwas nervös durch das Nebclwetter." Er sitzte sich in seinen Lehnsessel und zeigte mit der.Fingerspitze, da ihm das Sprechen momentan schwer fiel, auf ein Blatt Papier, darauf das Wappen der Debellsires mit dem Wappen der Trachbergs sehr sauber gezeichnet und ausgemalt stand seine Abendbeschäftigung. die er sich fchon zurecht gelegt. Bei diesem Anblick war's Marie Antonie, als habe sie sich in dieses Zimmer geschlichen, ein todeswürdiges Verbrechen zu begehen. Der Muth, den ihr Liebe und Pflichtgefühl eingeflößt hatten, erlosch. Rathlos kniete sie an der Seite ihres Vaters nieder, ihre Finger wie zur Abbitte ineinander verschlingend. Du hast mir an meinem Hochzeitsmorgen gesagt, wenn je" sie .hielt inne, legte ihre Wange gegen seinen Arm und blickte verwirrt zu ihm auf wenn mir je etwas das Herz belaste, und ich Rath brauche " Dieser Eingang erschütterte ihn. Er richtete sich hastig auf. Kommst Du, Dich zu beklagen?" O nein! Nein, Papa! Du mußt an nichts anderes denken, als. was ich Dir sage. Und es wird mir so schwer' so unaussprechlich schwer " sie konnte nicht anders, als seinen Hals mit beiden Armen umschlingen und sein Haupt zu sich niederziehen. Glaube mir's, Papa," flüsterte sie schneller, als wolle sie sich selbst anfeuern durch diese künstliche Hast, ich habe dieses Wiedersehen Max abgekämpft, mir selbst habe ich's abgerungen; und nun ich hier bin und Dich sehe". Du willst mich schonen, Marie Antonie, und quälst mich," fiel der Vikomte mit unsicherer Stimme ein. Es kann nichts geschehen sein, was Du zögern müßtest, mir anzuvertrauen, wenn sonst noch alles so steh! Zwischen uns wie ehemals." Bei dieser Berufung verlor Marie Antonie ihre erzwungene Fassung vollends. Sie drückte ihre Stirn gegen seine Brust und schluchzte auf. Vergib mir, Papa! Ich bin. ja selbst so elend so elend." Elend?" murmelte Herr v. Debellaire verwirrt. Bist Du schuldig geworden an Deiner Familie? An dem Namen Deines Vaters?" Wo das erste Wort hernehmen? Wie es aussprechcn? Sie wollte darüber verzweifeln. In dieser Herzensangst versuchte sie die erste Andeutung. Sie fiel so ungeschickt aus, daß der Vikomte, den Sinn errathend, ihren Arm zürnend von seinem Nacken löste, um ihr in's Gesicht zu sehen. Du machst Dich wirklich zum Dolmetscher solcher Narren- und Schurkenstreiche?" fragte er streng. Meine Tochter räumt der elendesten Verleumduna das Vorrecht ein über Vernunft
und Gewissen? Wer sind die Menschen, die meinen Stammbaum ütumtoeifcln
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wagen? Schicke sie her zu inir! Wenn's Dein Mann selber ist, sage ihm, er sei ein Thor.Sie fand keine Erwiderung darauf. Und wenn die ganze verleumderische Gesellschaft unsere Abstammung anzweifelt, fühlst Tu's nicht selbst, welch' edles Blut Du in den Adern hast? Glauben di:se Schwätzer, die Gefühle, die uns beseelen, die Anschauungen, welche wir besitzen, ließen sich so ohne Weiteres von außen annehmen? So etwas ist angeboren. Das zu entwickeln, mein Kind, dazu gehören JahrHunderte. Sag das Deiner Familie! Und nun steh auf!" Ich kann nicht, Papa,- flüsterte Marie Antonie, lhre Stirn von Neuem auf seinen Arm drückend. Es ist noch nicht zu Ende, was ich Dir sagen muß." So sprich!" befahl er rauh, feine schmerzenden rheumatischen Hände ihrem Drucke entziehend. Ich bin diese Art Näthsellösungen nicht mehr gewöhnt. Beeile.Dich!" : Fortsetzung folgt.) V robiren Sie einmal unsere Hartkohlen gerade wie Jackson, 83. 50 ver Tonnt. IHM MH)& ML CO., (Jer?orirk) H. RABE - - ? Prä5ldent. Office und Mrd: 553-615 Lincoln Sl. 9t)0 : Hit 1150: 9t 970. Pferde-Geschirre, Buggies, Koffer und ReisetasHen am besten und billigsten bei ! 136 Ost Washington Str. Zn vermiethen : Zimmer im Majestic :: Gebaßude zn rednzirien Preisen.? DaS feinste Office-Gebäude in der Stadt SoUständis feuersicker. Schnelle Fahrstühle und alle modernen Bequemlichkeiten. Nachzuftagen bei LlrsFvr & Appol,- Agenten, r die JndianavoliS SaS So.
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