Indiana Tribüne, Volume 25, Number 263, Indianapolis, Marion County, 27 June 1902 — Page 7

Jndiana Tribune, 27. Juni 1902.

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Wenn du mich liebst s Itornan von Georg ?)rtroiz (Crnrnn. 5 Koepxel.) $.$sxS$xSxe8x8 (Fortsetzung.) Wraußen brauste der cordwtnd, siechende Schneeflocken trieb er der jungen Frau in's Gesicht. Sie spürte es nicht. Ihre Sohlen glitten auf dem gefrorenen' Steige aus, sie verletzte sich den Knöchel schmerzhaft und fühlte es nicht. Im Wagen saß sie aufrecht, vor sich hinstarrend, ohne zu sehen, unfähig, einen festen Gedanken zu fassen. Als, vor ihrem Haklse angelangt, der Portier an den Schlag trat, ihr zu öffnen, kam von der entgegengesetzten Seite eben Eduard Trachberg angefahren. JSctüj! rief er staunend. Wo kommst Du her? Warst Du bei Mama?" Die ZunZe war ihr schwer. Sie schritt dem Eingang zu, als triebe sie der Wind von der Straße. , Mama war hier. Max hat sich heute mit Marie Antonie verlobt. Ich war soeben bei ihm " Sie konnte nicht vollenden. Aber es war gleich. In seiner Ueberraschung bemerkte Eduard Trachberg weder den erloschenen Glanz ihrer Augen, noch die Unsicherheit ihrer Stimme. Was? Wahrhaftig? Umkehren!" rief er dem Kutscher zu. Noch 'mal in's Palais Trachberg." Er stieg hastig ein und rollte davon. Sie aber stieg die Treppenstufen schleppenden Fußes empor. Droben im leuchtenden Gemach gab's ihr plötzlick) einen Stich durch's Gehirn, daß sie aufschrie Dazu rauschte es in ihren Ohren, ein Meer voll brausender Wogen schien sich um sie her zu breiten. Noch starrte sie hilfesuchend zu dem flimmernden Deckenlicht empor, wie zu einem Rettungsstern. Aber er erlosch. Die schwarzen Wellen wälzten sich darüber. Vor ihren Füßen that sich ein strudelnder Abgrund auf, in dem sie versank. Bewußtlos fand man sie über die seidenen Polster des Diwans' hingestreckt. 8. Kap.it el. Goldig leuchtete der Morgen über Marie Antoniens schlummerndes Antlitz. Träume der Liebe hatten die Holdseligkeit ihrer Züge mit heißerer . Rothe geschmückt, ein leises Lächeln umspielte ihre Lippen noch letzt im Erwachen. Sie schlug die Augen auf, die träumenschen dunklen Augen, .in denen der Schmerz um ein rasch entschwundenes Glück mit feuchtem Glänze aufstieg. Aber nein! Es war ja Wahrheit, was ihr die Bilder der Phantasie nächtlich gezeigt, unermeßlich schöne Wahrheit. Und der Anbruch des neuen Sonnen-tage-, was toar er anderes als der Anbruch neuen sonnigen Glückes? Sie faltete die Hände. Ein heißes, inbrünstiges Dankessiammeln, laut gesprochen, entlastete die zu hoch entzückte Brust. Dank! Dank Dir! Dank Dir, lieber Gott, für Deine Güte und mein Glück!" Welch' eine Sehnsucht sie empfand, alle wiederzusehen, alle, die gestern Äeuae ihrer Verlobunq gewesen waren! ?cicyl cutg genug konnte sie ihre 2.oi leite beenden, um in ihres Vaters Arme zu stürzen und der Baronin um den Hals zu fliegen. Und dann kam er! Er, vor dem ihre Seele sich zu Boden neigte in Bewunderung und Scham. Er der ihren Mund geküßt, weil er sie lieb hatte, und dem sie nun mit aller Kraft der Liebe dafür anhangen durfte immer! Ohne Ende ohne Ende! Der Vikomte empfing sie allein. Er war ernst wie .immer, aber voll wärmster Innigkeit und nebenbei über Nacht völlig vertraut geworden mit seiner Stellung als Schwiegervater eines in , weitesten Kreisen gesellschaftlich hervorragenden Mannes. Wo bleibt denn Tante Tina?" fragte Marie Antonie ungeduldig, während sie neben dem Vater ihr Frühstück einnahm. Wie ich , glaube -gehört 'zu haben," sagte Debellaire ziemlich gleichgiltig, ist sie zu ihrer Tochter gefahren." .Jetzt?" Das Staunen der Vikomtesse verlor sich in einem Ruf d'es Entzückens, mit welchem sie die Blumengabe des Grafen begrüßte, die er eben sandtet Gegen Mittag war Trachberg zum Großherzog befohlen, um dessen Genehmigung zu seiner Verlobung mit der Vikomtesse v. Debellaire in der erbctcnen Audie.iz nachzusuchen. Ohne Gemüthserregung kam er dieser Pflicht nach. Der matte Rest von Freudigkeit an einem zukünftige Eheleben war ihm vorläufig durch ibie Szene mit Betty Trachberg geraubt. Dafür haßte er sie. Andererseits aber wute er ihr Dank für das be- , freiende Gefühl, den ersehnten Bruch endgiltig vollzogen zu haben. Mochte die Wahl des MajoratsHerrn sich auch nicht völlig des Beifalls der hohen Herrschaften erfreuen, welche sich ungleich mehr für eine Verbindung mit der Tochter eines verarmten fürstlichen Hauses interefsirt haben würden, so ließen sie es doch an Theilnahme nicht fehlen, ebenso wenig an dem gnädigen Wunsche, dem Brautpaar wie auch dem Vikomte ihre Glückwünsche in einer zweiten Audienz huldvoll auszu-drücken.

Nachdem Graf Maximilian sich seines feierlichen Anzuges entledigt, begab er sich' in das Haus der Baronin. Jauchzend eilte ihm Marie Antonie entgegen, um mit der holdesten Verlegenheit sich endlich doch nur schüchtern an seine Schulter zu lehnen. So glücklich bist Du?" flüsterte er fast neidvoll, als ihr strahlender Blick sein Auge traf. In diesem Augenblick fühlte er sich' bedauernswerth arm. und das Mädchen an seiner Seite dünkte ihn beneidenswerth reich. Ein Strom von Ungeduld, ein Rauschbedürfniß schoß ihm durch die Adern. Wenn Du mich liebst." flüsterte er fast herrisch. mußt Du mich auch lieb haben." - Er dachte an die glühende Inbrunst, welche Betty gestern an seine Brust gerissen, in ihr flammendes Aufgaben allen Stolzes, aller Zurückhaltung, womit sie ihn gequält. Fast wünschte er, diese Lohe der Leidenschaft auch Marie Antoniens Blick durchleuchten za sehen, ihm die kühle Ruhe aus dem Herzen zu reißen. Er zog sie an sich, die Flamme zu entfachen, nach welcher ihn verlangte, aber als er in die fragende Klarheit ihres Auges schaute, überkam ihn ein Gefühl der Reue. Er küßte rasch ihre Wimpern und gab sie frei. In diesem Augenblick trat Frau v. Lüttmig, blaß vor Erregung, in'S Zimmer. '" Ich habe mir kaum Zeit genommen guten Tag, lieber Graf liebe? Maz Vetter Kleine ich habe einen schauderhaften Morgen verlebt, ich kann wohl sagen den schlimmsten seit Lüttmigs Tod. Denken Sie" sie sank auf einen Sessel und fächelte sich mit ihrem Taschentuch Luft zu. Ich denke, Kousinc." sagte der Vikomte ruhig, Sie waren bei Ihrer Frau Tochter?" Eben! Eben!" rief die Baronin aufschnellend. .Ich wollte wahrhaftig lieber anderswo gewesen sein als dort. Heiliger Himmel, was mir diese Vctty immer für Ueberraschungen bereitet! Edi ist ganz fertig. Ich auch " Ich verstehe nicht" stammelte Marie Antonie. Mein Kindchen, Betty versieht kein Mensch!" versetzte die Baronin, ihre Hand auf den Arm des Grafen legend. Seien Sie mein Zeuge, daß eine Engelsgeduld dazu gehört, mit Betty in Frieden zu leben. Aber das wollte ich ja gar nicht sagen. Ach. das arme Wesen!" Sie drückte ihr Tuch flüchtig gegen die Augen. Das hat sie nun von ihren Sonderbarkeiten und Schrullen. Sie raste ja zuletzt formlich auf ihre Gesundheit los. Wenn sie sich hätte auf diese Weise um's Leben bringen wollen, sie hätt's nicht toller treiben können. Der Graf biß sich leicht auf die Lippe. Was ist jetzt geschehen?" fragte er, Marie Antoniens Hand nehmend. Seit gestern liegt Betty ohne Be sinnung." Krank?" rief die kleine Vikomtesse mit herzlichstem Bedauern. Ac' nein! Jetzt, wo ich so glücklich bin um zu ihr eilen wollte." Daran ist gar kein Gedanke!" rief die Baronin. Sagen Sie selbst, lieber Max, war's nicht schon einreichen krankhafter Ueberreiztheit, daß sie gestern der Kopf glühte ihr noch vom Ehanipagner. und sie weiß, daß sie keine Svur von Kohlensäure verträgt sofort zu Ihnen stürzte? Hätte sie Ihnen nicht ebenso gut heute in alle? Ruhe gratuliren können? Aber, nein!. Da mußte sofort losgestürzt werden. Ach, Gott weiß, welch' ein inneres Fieber sie aus dem Hause trieb, denn schon vorher, als ich bei ihr war, hatte sie entschieden Sinnestäuschungen." War Betty bei Dir?" fragte Marie Antonie mit naivem Staunen. So sehr erfreute sie meine Verlobung?" Sie befand sich zweifellos bereits in einem hohen Zustand der Ueberreizung," sagte Trachberg unangenehm berührt und ohne Mitleid für das unaussprechliche Leiden und Lieben, welches Betty niedergeworfen. Ich machte Eduard darauf aufmerksam." Ja wohl! Ja wohl! Aber damit war's leider zu spät. Als Edi heimkam, war schon der Arzt da. Heute in aller Frühe ließ er mich rufen. Ich fiel beinahe um vor Schreck. Was ist's? frage ich nur. Kein Mensch ahnt's bis jetzt. Sie liegt still, erkennt Niemand und fiebert heftig." Sie wischte sich eine Thräne aus dem Auge. Und das setzt, gerade jetzt, wo sich so große und schöne Ereignisse vorbereiten, alles frisch und gesund sein sollte, mitzufeiern. Lieber Graf, es thut mir um Ihretwillen und um Marie Antoniens willen herzlich leid." Das lassen Sie Ihre geringste Sorge sein," fiel der Graf verbindlich ein. Wir wollen hoffen, daß dieser Zwischenfall rasch vorübergeht." Aber ich wollte Betty doch so gern selbst sagen flüsterte Marie Antonie, ihre Wange zärtlich an des Geliebten Schulte? lehnend, welch' eine Freude ich empfinde, ihre wirkliche Kousine geworden zu fein als Deine Braut." Trachberg schnitt den Faden dieseL Gesprächs geschickt ab, indem er ein Thema berührte, welches alle Anwesenden gleich stark elektrisirtc. Sein Empfang bei Hofe! Dei Vikomte, .welcher von der ihm bevorstehenden Auszeichnung mit tad:lloser Haltung Kenntniß nahm, hatte gleichwohl ein Gefühl, als sei in seinem Leben eine Schranke weggeschlagcn, welche die Einfahrt in seine ureigene Welt verbarrikadirt hatte. In dem Augenblick, da er neben dem

Brautpaar die' Schwelle des Audienzzimmers betrat, war er so völlig, der Urenkel des einstigen Schatznieisters und Günstlings der Bourbonen. daß ein volles Jahrhundert in seinem Bewußtsein verloren ging und er die Rolle seines Ahnherrn mit sicherstem Selbstbewußtsein da aufnahm und fortführte, wo das drohende Fallbeil der Guillotine dieselbe einst, traurig unterbrochen hatte. Marie Antonie, von süßester Verlegenheit befangen, konnte die Würde ihres Vaters nicht genug bewundern, als er mit der Vollendung eines Hofmanncs'und unabhängigen Grandseigncurs durch einen Lippenhauch auf die huldvoll dargereichte Hand der hohen Frau seinen Dank zum Ausdruck brachte. In der That, er machte eine sehr gute Figur, eine so gute, daß die gesammte Hofgesellschaft ihn mit äußerster Wertschätzung aufnahm, schon um seines außerordentlichen Stammbaumes willen, welcher bereits grünte, als Heinrich von Navarra jedem Bauern Sonntags ein Huhn im Topfe wünschte. Aber was bedeutete Herrn v. Debellaires still empfundene Genugthuung gegen den Jubel seiner Tochter, als sie am Arm des Grafen ihr zukünftiges Heim, Schloß Holdenberg, wieder betrat, gewissermaßen schon als Herrin. Jetzt brauchte sie nicht mehr wie damals mit sehnsüchtiger -Angst durch diese herrlichen Räume zu schreiten, jeder rasch verrinnenden Sekunde nachtrauernd, jetzt wünschte sie der Zeit Schwingen, an ihr vorüberzueilen bis zu dem Augenblick, wo sie ihren Fuß für immer tn dieses Paradies setzte. Wie ein Kind mit gefüllter Hand immer noch nach Neuem greift, nahm sie mit ungeschwächtem Entzücken alles Dargebotene als zukünftiges Eigenthum in Empfang. Dazwischen aber preßte sie Trachbergs Hand gegen ihr jubelndes Herz. Es kann ja gar nicht Wahrheit sein. Ich wache ganz gewiß eines Morgens auf, und alles ist ein Traum gewesen." Ich hoffe nicht," sagte er halb scherzend. halb e;nst, daß Du Deine verklärende Liebe einem einfachen Sterblichen geschenkt hast, der Deiner vielleicht gar nicht werth ist." Nicht werth? Du?" rief sie mit strahlendem Lächeln, das so viel süße Sehnsucht barg. Was soll ich dann von mir sagen! Ich bin noch so thöricht, nicht wahr? So so ich weiß gar nicht wie. Wenn ich sonst über etwas froh war, so mußte die Freude heraus, alle sollten's wissen. Ich sprach und sprach. Jetzt, wo mir das Herz so voll Jubel, ist, so ganz übervoll jetzt muß ich stumm bleiben." D sprichst ja," scherzte er, ihr reizendes Antlitz 'betrachtend. Das nicht! Das nicht!" sagte sie eifrig und mit tiesem Erröthen. Ach ja, über die Herrlichkeiten hier, das geht. Aber es ist doch noch viel, viel Herrlicheres jetzt in mir." fuhr sie leise fort, so unbeschreiblich Himmlisches, seit Du mich lieb hast, und davon kann ich gar nicht reden." Versuch's!" Er küßte ihre Wange, und fühlte sich von dem Zauber ihrer Nähe gern wieder umfangen. Wir sind ganz allein, wie damals in der Gallerie. Viel hätte nicht gefehlt, so hätte ich Dir damals schon Was wolltest Du mir denn saaen?" Sie schüttette den Rvps. Jcrj kann nicht." Er ahm sie in die Arme. Wenn ich' cber hören -will, hören möchte, wenn es zu meiner Beglückung nothwendig wäre, süßes Kind!" Es wühlte und glühte in ihrer Brust. Er fühlte es an dem leisen Erbeben ihres ganzen Körpers. Sie wußte nicht, daß es die Tiefe ihrer natürlichen Empfindungskraft war. welche sich aufthat und mit allmächtiger Gewalt die junge Liebe zu Tage drängte. Sie wußte nur, daß Maximilians Nähe für sie der Inbegriff aller Hoffnungen und Wünsche war, alles umschließend, dessen sie je froh werden konnte, und alles ausschließend, was ihr Leid und Schmerz bereiten konnte. Weil sie's aber selbst nicht wüßte, fand sie keine Worte, es auszudrücken, wie feh? ihn auch nach neuer Anreizung seine: Gefühlsfähigkeit verlangte. Wieder fragte er sich enttäuscht, was er denn anderes von ihr erwartet hatte als kindliche Schwärmerei? Mißmuthig fast ließ er. den Arm von ihrer Schulter sinken. Komm! Ich will Dich noch in den Besitz von etwas setzen." Sie sühlte den Stimmungswechsel nicht, den diese Aufforderung kennzeichnete, als er sie in eine Reihe von Zimmern führte, welche bisher verhangen und verschlossen gehalten word'en waren. Jetzt waren de Ueberzüge cntfernt, die Läden wett geöffnet. Im blendenden Sonnenlicht hob sich die Pracht der inneren Ausstattung von der Atlas- und Sammetbekleidung der Wände ab. Die Zimmer meiner verstorbenen Mutter, die Deinen nun," sagte Trachberg, die meinen grenzen unmittelbar daran." Das war's, was ihr Herz erschauern machte. Er und sie bei einander für immer! Gefällt Dir irgend etwas nicht." fuhr er liebenswürdig fort, so bedarf es nur eines Wortes, und es wird nach Deinen Wünschen abgeändert." O nein, nein!" stammelte sie verwirrt von dem Bewußtsein, in seiner Nähe als Herrin hier zu schalten. Ich bitte Dich, was könnte es noch Schöneres aeben!"

Dieses vielleicht für ein Frauenherz lächelte er, ein Eckschränkchen öffnend, welchem er einen rothen Maroquinkasten entnahm, dessen Fächer sich dicht gefüllt von kostbaren Schmuckstücken zeigten. Die Juwelen meiner Mutter, die Deinen jetzt!" O Himmel!" Sie hatte, kaum einen Blick auf die im Sonnenlicht funkelnden Schätze geworfen, als ihr dieser Ausruf entfuhr. Und weil es seine Mutter gewesen war, die sich mit diesem Halsband geschmückt, küßte sie den weißen Atlas, darin das Geschmeide gebettet war. Er belächelte diesen Enthusiasmus, dessen letzter Grund ihm unbekannt war, wie man die liebenswürdige Thorheit eines Kindes belächelt. Willst Du Dich zur Probe dcnr.it schmücken?" fragte er, und diesmal war er nicht fähig, einen Anklang fpottender Geringschätzung in feiner Stimme völlia zu veeraen. Sie sah rasch auf. Bist Du böse?" Natürlich!" sagte er scherzend. Du vergißt mich über diesem Tand und Du sollst immer zuerst an mich denken." O," rief sie. Du bist ja mein erster Gedanke, wenn ich aufwache, mein letzter Gedanke, wenn ich einschlafe. Manchmal kommt es mir ganz wundersam vor, wie ich so lange leben konnte, ohne Deine Braut zu sein." Lächelnd über den Einfall legte er ihr das Brillantgeschmeide um den Hals und vrückte einen Stern in ihr dunkles Haar. Sie zuckte leicht zusammen. Was ist?" fragte er innehaltend. Nichts. Mir war nur so seltsam so so Die Steine sind zu schön für mich." Für meine Frau ist nichts zu schön," sagte er tadelnd, fuhr gleich darauf aber liebenswürdig fort, insonderheit nicht für eine so entzückende, liebreizende Frau, wie Du sein wirst." Sie erglühte vor Freude über dieses Lob. Wenn er ihr dieses Zeugniß ausstellte, was kümmerten sie dann noch die Huldigungen der ganzen Welt! Er entnahm ihrer fliegenden Wangenröthe nur das Zugeständniß geschmeichelte? Eitelkeit. Dabei fielen ihm Bettys mit bitterstem Hohn getränkte Worte ein: Diese lachende Puppe wollen Sie zu Ihrem Weibe machen? Was wollen Sie an ihr lieben, wenn das bischen äußerer Anreiz verflogen ist?" Verstimmt über diese Gedankenverbindung, die ihm nie hätte kommen sollen, nahm er Halsband und Diamantstern zurück, verschloß Kassette und Schrank und reichte Marie Antonie den Arm. Dein Vater wird nun Bilder genug gesehen haben und Langeweile empfinden." Sie nickte fröhlich, einverstanden mit Allem, was er anzuordnen für gtfi

fand. Unter den Gratulantenschaaren. welche in den nächsten Tagen den Salon d-r Baronin füllten, wo Kommen und Gehen. Niedersitzen und Aufstehen so rasch aufeinander folgten, daß Ma rie Antonie zuletzt ein Gefühl des Schwindels zu empfinden begann, befanden sich zwei Männer, denen ihr Herz besonders lebhaft entgegenschlug: Edua?d Trachberg und Justizrath Geister. Als sie den Grafen allein, obne sein golddlonves Wetv erscheinen lay, gml ein Hauch von Trauer über ihr glückliches Herz, und sie ging ihm eilig entgegen. Wie geht's meiner armen Betty heute?, Tante Tina kommt leider erst wieder Nachmittags dazu. Euch zu besuchen." .Schlecht geht's, Kousinchen," sagte Eduard Trachberg, uyd sein hübsches Gesicht zeigte deutliche Spuren leidvoller Tage und Nächte. Die Aerzte glauben seit heute Morgen endlich ihrer Sache sicher zu sein." Und worauf stellen sie die Diagnose?" fragte Maximilian, näher treiend. Eduard drückte seinem Vetterdankbar die Hand. Ihr nehmt so regen Antheil. Eine Gehirnentzündung!" So ernst steht es also doch!" sagte Maximilian betroffen. Vielleicht sehen die Herren zu fchwarz." Nein, nein! Denke nur " Eduard ergriff abermals Trachbergs Hand und preßt: sie. Heute hat man ihr das herrliche Haar kurz abgeschnitten. Wenn sie das wüßte! Jetzt fühle ich erst, wie lieb ich sie habe. Du hast sie auch geschätzt. Du wirst mich verstehen, wenn sie gleich nicht immer sonderlich " Laß das!" sagte Trachberg kurz. Mit seinem Geistesauge sah er die rothgoldenen Flechten fallen, diesen kostbaren, unersetzlichen Schmuck des schönen Weibes. Ich kann sie nicht verlieren," murmelte Eduard. Wir waren so glücklich. Wenn sie nicht von ihren Nerven so schwer zu leiden gehabt hätte, wäre unser Glück vollkommen gewesen' Ein Zug mitleidigen Spottes über Eduards Verblendung huschte über Maximilian Trachbergs Gesicht. Marie Antonie aber trocknete ihre Augen. Wenn Betty wieder gesund ist, wollen wir sie desto lieber haben und ihr alle Schmerzen mit unserer Liebe vergelten," sagte sie. Maximilians Lippen umhuschte von Neuem ein Zucken. Die keuchende Bitte der schönen Frau, welche st?, vor ihm niedergesunken, mit fieberndem Mude geflüstert: .So verworfen laß mich nicht werden, daß ich mir diese Stunde Hunderlfach vezahlen lasse mit ihren Thränen." tönte ihm im Ohr wieder.

Und er datte lie in diese Verworfen

heit gestürzt, wenn nicht gar in den Tod. Wir wollen das Beste hoffen," sagte er abbrechend. Aus eigener Erfahrung und besonders angeregt durch Frau v. Lüttmigs Erzählungen und Muthmaßungstalent ward die allgemeine Meinung mit Entschiedenheit dahin gelenkt, Betty Trachbergs Erkrankung als ein seit langer Zeit schon sich vorbereitendes Ereigniß anzusehen. Alle Sonderlichkeiten der jungen Frau, ihr schroffer - LaunenWechsel, die Wandelbarkeit ihres Thuns fanden darin einen befriedigenden Aufschluß. Zuletzt hätte sich Jeder gewundert, wenn die Katastrophe nicht eingetreten wäre, welche vorausgesehen zu haben Jedermann mit, bestem Gewissen beschwor. Auch nicht ein Schatten Wahrheit fiel über das Krankenlager, dessen Verlauf immer mehr dem Lebensausgang zudrängte. Denn die, welche allein sich hätte verrathen können, lag bewußtlos wie zu jener Stunde, als sie von ihrer wahnsinnig Leidenschaft zu Boden gestreckt worden war. (Fortsetzung folgt.) K und (5. Ueber die Zuständigkeit der LandesPolizei - Behörden zur Feststellung der im amtlichen Verkehr anzuwendenden Schreibweise von Ortsnamen hat das Obcrverwattungs - Gericht nach der Deutschen Juristen - Zeitung" Folgcndes ausgeführt: Wenn auch die l i... rri . cy r or i AUsueuung von negem für Die ytccgi schreibung und deren Anwendung die polizeilich zu schützenden Interessen sonst nicht berühren, so gilt dies doch nicht von der Schreibweise von Namen. Die Ortschaften stellen sich als unterste staatliche Verwaltungs - Bezirke dar. und bilden die Grundlage öffentlichrechtlicher, in den Staat eingegliederter und unter staatlicher Aufsicht stehender Körperschaften, der Stadt- und LandGemeinden, sowie der diesen gleichstehcnden Gutsbezirkc; ihre Benennung und Namensschreibung berührt also die öffentlichen Interessen in den vcrschicdcnstcn Beziehungen und nach den verschiedensten Richtungen hin. Auf dieser besonderen Bedeutung der Ortsnamcn und ihrer Schreibweise beruht der Satz, den das Obcrverwaltungsgcricht dahin ausgesprochen hat: Es ist ein Gebot der öffentlichen Ordnung, daß im amtlichen Verkehr für jede Onschaft eine allgemein maßgebende Bezeichnung bezw. Schreibweise besieht." Man wird diesen Ausführungen insofern zustimmen müssen, als es unmöglich ist, daß auf die Dauer eine Unsicherheit über die richtige Schreibart des Namens eines Ortes oder einer Stadt herrscht. Aber diese Ausführungen treffen nicht den Kern der Frage; der liegt darin, welche Behörde die Namensschrcibung anzuordnen ht, ob die Landes - Polizei - Behörde ode: die Stadt- und Orts - Verwaltung selbst; In dieser Hinsicht trägt die obige Mittheilung nicht das Geringste zur Aufklärung bei. Es ist unzweifelhaft, daß die"Landes - Polizei - Behörde berechtigt ist, die Orts - Vehörden zur Festsetzung und zur Anwendung einer einheitlichen Schreibart anzuhalten; aber dafür, daß sie gleichfalls befugt sein soll, diese Schreibart selbst vorzuschreiben und den Orts - Bch ,rden aufzuzwingen, enthält die obige Mittheilung keinen Anhalt. In dieser Hinsicht steht ein Ort, eine Stadt, cv.ic Gemeinde genau so da, wie jede andere juristische Person, ja. selbst wie jede Privatperson. Auch hier können die Behörden darauf dringen, daß diese juristischen und Privatpersonen den Namen, den sie sich mit Recht beigelegt haben oder dessen Führung ihnen überkommen ist. richtig schreiben und führen; in die Schreibweise selbst, wie sis feststeht, dürfen sich aber die Behörden nicht einmischen. Hat ein Herr Schimann einmal von einer schlafenden Regierungs - Behörde auch Homer soll machmal schlafen die Erlaubniß erhalten, seinen Namen polnisch anzustreichen und ihn fortan Szuman zu schreiben, so kann die Landes - PolizeiBehörde ihm diese Schreibweise nicht mehr verbieten. Hat er aber diese Erlaubniß nicht erhalten, so kann er zweifellos von der hohen Obrigkeit angehalten werden, im amtlichen Verkehr seinen Namen Schumann richtig zu schreiben. Es liegt nicht der geringste Grund vor, in dieser Frage die StadtVerwaltungen anders zu behandeln als die juristischen Privatpersonen. Sie müssen am Besten selbst wissen,' wie ihr Name richtig geschrieben wird, sie sind am Besten in der Lage, die Geschichte und die Ueberlieferung ihrer Stadt und Gemeinde zu kennen und hochzuhalten. Was dabei herauskommt, wenn die Central -. Behörden siö in solche. Schreibfragen einmischen haben wir an der Stadt Köln zur Genüge erfahren. Die Central - Behörden bätten wirklich Besseres thun können, als sich in solche rein örtliche Fragen cinzumischen. weiset Familiensegn. Die Gemahlin des Gemeinderaths Dr. Emanuel Kain in Troppau, Oester-reichisch-Schlesien, wurde letzthin von Drillingen, zwei Mädchen und einem Knaben, glücklich entbunden. Als Kuriosum sei erwähnt, daß auch die Familie des dortigen Arztes Dr. Nießner vor einigen Monaten um Drillinge vermehrt wurde. Beide Herren wirken als Spitalärzte im Troppauer Krankenhause des Deutschen Ritterordens.

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