Indiana Tribüne, Volume 25, Number 256, Indianapolis, Marion County, 19 June 1902 — Page 1

Zndiana Tribüne.

6969 .azc- und Cckv und Sonntagsblütt 5oitntaa;sblatt 10vcr Wockie. lO- ucr Woche. SS9&S9 69S9396Si Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Doniterstag, 19. Juni 1902 No. 256.

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Der Desperado Son" Henderson

Nnter zwei Anklagen an die "rof;gcschworencn überWiese. Ter in Marion verhaftete Desperado Loit Henderson" wurde heute Morgen den Pokiziften bei'm Appell vorgestellt. Die Polizisten Pope und Morgan identifizinen ihn als den Mann, den sie in der Nacht, bevor Polizist Alberts geschossen wurde, vor dem Empire Theater anhielten. Er hielt beide Hände in die Höhe, damit die Polizisten ihn untersuchen konnten, ob er etwaige Waffen bei sich hatte. Die Polizisten wußten nicht, wen sie vor sich hatten, und da sie keine Waffen an ihm vorfanden, so ließen sie ihn laufen. Wie es sich jetzt herausgestellt hat, hatte der schlaue Fuchs in jedem Hemdärmel einen Revolver verborgen und das war auch der Grund, aus welchem er so bereitwillig die Hände in die Höhe hob. Was der Bursche zu sagen hat. Einem Berichterstatter gegenüber äußerte Henderson sich wie folgt: Ich wurde in Marion gefangen genommen, weil ich meine Mutter und den Rest meiner Familie beschützen wollte. Ich hatte die Polizei schon eine Stunde, bevor das Scharmützel begann, bemerkt. Ich hätte mich im Hause verbarrikadiren uud eine Zeit lang vertheidigen können, aber ich fürchtete, daß meine Angehörigen verwundet werden würden. Angesichts von acht stark bewaffneten Mannern verließ ich auf meinem Rad das Haus. Sie waren zu ängstlich, mir auf Revolverschußweite zu nahe zu kommen und blieben 1 Straßenbreite von mir entfernt. Meine Schüffe gingen alle fehl. Die hiesige Polizei hat mich zu Tode gehetzt. Seit meiner Entlaffung aus dem Zuchthause habe ich kein Ver brechen begangen. In der Nacht als ich das Rencontre mit den Polizisten Alberts und Samuels hatte, wollte ich meine Mutter abholen. Ich hatte an dem Abend nichts Böses gethan. Mein Freund, welchen ich bei mir hatte, wurde verwirrt, als Alberts uns anhielt und er verwickelte sich bei seinen Antworten in Widersprüche. Ohne mich zu warnen, zoz der Polizist seinen Revolver und schoß mich in's Bein; hierauf feuerte ich meine Waffe auf die Beiden. Ich habe nie in meinem Leben einen Kampf gesucht. War ich aber einmal in einen solchen engagirt, so focht ich ibn auch durch.' An die Grotzgeschworenen überwiesen. Henderson wurde bereits heute Vormittag dem Polizeirichter unter den Anklagen des Mordangriffs und des Einbruchs vorgeführt. Er verzichtete auf ein Vorverhör und wurde unter je $5000 Bürgschaft an die Großgeschworenen überwiesen. Henderson hat. wie sich erst jetzt herausgestellt hat. keine 13 Jahre Strafe mehr abzusitzen, da er seiner Zeit nachdem er von den ihm wegen Ermordung John Tarpev's zudictirten 20 Jahren Zuchthaus sieben Jahre abgeseffen hatte, nicht auf Parole entlassen, sondern vollständig begnadigt wurde. Die Avantgarde des 3. Ins. Regiments kommt. Zwei Offiziere und 21 Mann des 3. Ver. Staaten Jnf.-Regiments sind zum Dienst nach dem hiesigen Arsenal beordert worden. Dieselben werden am 30. Juni hier eintreffen, um die Bewachung der Arsenal-Gründe zu Übernebmen. Es ist dieses die Avantgarde des zweiten Bataillons des 3. Regiments, welches hier im Laufe des nächsten Monats anlangen wird. Heute, Donnerstag Abend, groke Eröffnung von vondale Heights (früher Kiffel's). Eintritt frei.

Eine ausgeregte Nacht in Bincennes.

Zum zweiten Male wurde ein ynchzericht vereitelt. Vincennes, 19. Juni. Zum zweiten Male machte in der verwichenen Nacht und heute in früher Morgenstunde ein Mob, welcher sich aus etwa dreihundert Personen zusammensetzte, den Versuch. Wm. Edson aus dem Gefängniß zu holen und zu lynchen. Sie würden ohne Zweifel ihr Ziel erreicht haben, wenn sie einen energischen Anführer gehabt hätten. Bereits um 6 Uhr gestern Abend fing der Menschen Hausen an. sich vor dem Gefängniß zu versammeln und bis um 4 Uhr heute Morgen nahm die Erregung und Erbitterung immer mehr und mehr zu. Gegen Mitternacht machten sieAnstalten, die Bastille zu erstürmen. Viele derselben hatte sich mit Eisenbahn-Schie-nen bewaffnet und die Situation wurde immer ernster. D. I. Bonner. Präsident der Bincennes Polizei-Behörde, rief kurz nach Mitternacht den Gouverneur per Tele phon auf und beschwerte sich, daß der Sheriff nicht die nöthigen Schritte ergreife, um Edfon von dem Mob, welcher sich um das Gefängniß versammelt hatte, zu befreien. Der Gouverneur erwiderte, den Sheriff zu instruiren, daß er die Machtvollkommenheit hätte, wenn es nöthig wäre, 1000 Teputies zu vereidigen und daß das County für ihre Dienste zu bezahlen hätte. Wenn die Menschenmenge nicht mit Gutem auseinander gebracht werden könnte, und mit Gewalt gegen das Gefängniß vordränge, dann folle er Befehl zum Schießen geben. Später telegraphirte der Gouverneur an den Sheriff, ihn auffordernd, nach den Jnftructionen, welche er dem Com miffär Bonner ertheilt hatte, zu han deln. Er würde ihn für irgend welche Gewaltthaten verantwortlich machen. ; welche der Mob ausführen würde. Ferner soll der Sheriff dem Gouverneur unverzüglich mittheilen, falls es nicht mehr in seiner Macht stände, die Menschenmenge in Schach zu halten. Die Vincennes Compagnie der Na-tional-Garden war die ganze Nacht in der Waffenhalle unter Waffen. Heute Morgen marschirte Col. McCoy mit 4t Mann nach dem Gesänge niß, um gemeinsam mit den 200 bewaffneten Deputy-Sheriffs dasselbe zu bewachen. Sicherheits-Behörde. Die Gamewell-Rechnung endlich bezahlt. Ein Gesuch betreffs Erhöhung der Gehälter der Feuerwehrleute. Tie Sicherheits-Tehörde hat endlich die Rechnung der Gamewell Fire Alarm Co." im Betrage von $45,700 zur Zahlung angewiesen. Feuerwehr-Chef Eoots empfahl, daß die zwei neuen Spritzenhäuser in Cerealineville und Woodfide, deren Bau jetzt vollendet ist. in Dienst gestellt werden ; ferner sollten Vorkehrungen für den Feuerwehr-Tienft in Jrvington getroffen werden. Tie Behörde empfing eine mit 13,000 Namen ver sebene Petition, in welcher um die Erhöhung der Gehälter der Feuerwehrleute nachgesucht wird. Dieselbe wurde von einem Comite, welches sich aus folgenden Mitgliedern der Feuerwehr zusammenfetzte, überreicht : HülfsChef Glazier, Capt. George Diller, (upt. John Loucks, John Barry, James Peae, Maunce Healy und John White. Die Gehälter sollen wie folgt sein : Feuerwehrleute im ersten Jahre $2 pro Tag, im zweiten $2.25 und im dritten und in den folgenden Jahren $2.50 pro Tag ; Feuerwehr - Chef $2400 pro Jahr ; erster Assistent 81600 ; zweiter Assistent $1500 ; Telegraphen - Superintendent $1500 ; Hülfs - Superintendent $1200 ; Captain $1020 ; Giert des Departements $1000 ; Lieutenants $960 ; Telegra-Phen-Operateure $960 ; Maschinisten $1000. Es ist kaum anzunehmen, daß der Comptroller eine diesbezügliche Ordinanz unterstützen wird, da durch Annähme derselben die jährliche Zahlliste des Departements um $22,000 erhöht werden würde.

Vorbereitungen für das HerbstFest. , . , i X.C I

-i.aieiPC wiro vom iö. 'ciooer avgc- i Kalten. Die Jncorporatoren der Herbstfest Vereinigung haben eine Sitzung abgehalten in welcher sie folgende Directoren erwählten: George W. Blih. Hugh I. McGowan, Frederick M. Ayres, H. P. Waffon, George A. Gay, John I. Appel, E. K. Chapman, Ad. Schlei cher, H. F. Hackedorn. Charles Maver und Mortimer Levering. Dieselben organinrten sich wie folgt: Geo. W. Bliß, Präsid-nt; Hugh I. McGowan, 1. Vice-Prästdent; H. j. Hackedorn. 2. Vice-Präsident; Mortimer Levering, Schatzmeister, und John T. Saulter, Secretär. E5 wurde beschaffen, das Fest vom 13. 18. October abzuhalten. Eine StraßenFair wie im letzten Jahr soll nicht stattfinden. Haupt-Attractionen sollen die Paraden und vor Allem die Pferde ' Ausstellung sein. Bis jetzt sind $15,000 gezeichnet worden. Union Trust Co. Die Actionäre der Union Trust Co. erwählten in ihrer am Mittwoch abgebalienen Jahresversammlung folgende Directoren: A. A. Barnes, C. H. Brownell, Thomas C. Day, Henry Eitel, I. C. Elston, William A. Guthrie, Addison C. Harris, John H. Holliday, Volney T. Malott, Augustus L. Moson, Edward L. McKce und Samuel E. Rauh. Dieselben organisirten sich wie folgt : John H. Holliday, Präsident; Henry Eitel, Vice-Präsioent ; Charles S. McBride, Secretär, und H. M. Foltz, Schatzmeister. Dem Berichte der Directoren zufolge belief der Netto-Ueberschuß des mit dem 31. Mai zu Ende gegangenen Fiskaljahres $82,101.01. Es wurde die reguläre Dividende von 5 Prozent erklärt und $10,000 dem Ueberschußfond zugewiesen, welcher dadurch auf $250,000 angeschwollen ist. Die County-steuerrevifions-Behörde setzte heute ihre Sitzung fort bestimmte folgende Stcuerwerthe: und 1902 Bee Hive Paper Bor Co . . . 12,435 Beveridge Paper Co 30,325 Blair-Baker Dorfe Co. ... 13,24" Bright'Binkley Cofsee Co . . 11,565 Brown River Sand and Suplv Co 1,000 Brown Straw Binder Co.. j 00 Budd, I. R. u. Co 1,000 Burdsal, A. Co 61,150 Byram Foundrv Co 11,000 C C. Ad Sign Co 1,030 Capital Lumber Co 25,650 Capital Paper Co 27,100 Capital Paving ant Construction Co 6,000 Carter. W. W. Co 2,500 Central Chair Co 40,100 Central Rubber and SupPlyCo 6,140 Central Spring Wire )lot Co 500 Chandler u. Taylor Co. . . 90,880 Central Bond Co 5,500 Central Power Co 2,000 Central Printmg Co 2,900 Ceniral Steel Co 82,300 Central Supply Co 62,500 Century Garment Co 5,000 City Bond Co 1,000 Clark, Wysong 6 Boris. . . 1,250 Clay Symgle Co 3,000 Cleveland Club 150 Climaru. Coffee Baking Co. 12,500 C offin, Fletcher Packing Co. 60,0lK) Columbia Grocery Co ... 10,0"" Commercial Club 91,000 Cominercial Club Factory Ass'n 300 Commercial Clectric Co... 32,110 Comltock u. Coonse Co . . . 49,920 Conde, H. T., Jmpl . Co . . 40,000 Cones, C. B., M'f'g. Co.. . 44,000 Cons. Coal and Lime Co. . 12,150 Conf. Paint and Cil Co.. . 14,850 Cons. Jce Co 6,510 Country Club 12,750 Crescent Paper Co 30,800 Crown Oil Co 300 Darling Gum Co..: 260 1901 5,650 30,325 10,625 Neu Neu 100 Neu 54,000 7,850 600 23,000 26,600 6,000 Neu 40,100 5,000 5C0 78,155 5,500 2,000 2,400 91,175 Neu 4,000 Neu 1,250 2,000 150 11,850 26,100 10,000 93,280 Neu 25,580 38,600 40,000 43,800 11,955 16,050 .8,350 12,205 23,600 Neu Neu I. H. Bloor, Zahnarzt, Office 414 Lemcke Gebäude, Tel. Neu 143.

Aus den Gerichtshöfen.

Veteran Hiatt verurtheilt. Der Kriegs - Veteran Elias Hiatt wurde schuldig befunden, die minderjährige Sadie Jordan vergewaltigt zu haben. Er wurde zu 1 bis 21 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Kam sehr gnädig davon. Charles Gaß bekannte sich der Blutschände schuldig und wurde nur zu 12 Monaten Arbeitshaus vtrurtheilt. Der Grund, daß er dem Zuchthause entrann, ist der, daß der Staat nur einen einzigen Zeugen, die Tochter, hatte ; die Vertheidigung aber 32Z?ugen, welche zu Gunsten des Angeklagten ausgesagt haben würden, in's Feld schicken tonnte. Eine diebische Elster. Die colorirte Earlie Price wurde wegen Diebftahls eines Rinzes zu 30 Tagen Gefängniß verurtheilt. Hatte die Hölle auf Erden. Wenn nur die Hälfte von dem, was Frau Emeline Jenkins in ihrer gegen ihren Gatten Robert eingereichten Scheidungsklage anführt, auf Wahrheit beruht, dann mutz dieselbe schon die Hölle auf Erden durchkostet haben. In wahrhaft rafffinirter Weife hatte er sie brutal behandelt, und ihr das Leben verbittert. Sie mußte nicht nur für sich, sondern auch noch für seinen Unterhalt sorgen und schließlich qnartirte er noch ein ihr unbekanntes Frauenzimmer, welches er für feine Cousine ausgab, in seine Wobnung ein. Diese wurde eines Tages so unverschämt, daß sie die Klägerin aus ihrer eigenen Wohnung auf die Straße warf. Zu seinen Scherzen gehörte es auch, während der Nacht Lärm zu machen, damit sie, die während des Tages durch Waschen für andere Leuie hart gearbeitet hatte, um ihre Ruhe gebracht werden sollte. Der Schäfer-Fall vor dem Kreisrichter. Vor Richter Allen wird zur Zeit über d.e Appellation verhandelt, welche die Civic Alliance" gegen die Entscheidung der Couny-Commifsäre in dem Falle des Wirthes Charles Schäfer von der Blake Str. 717 erhoben hatte. Dieselben hatten dem Letzteren bekanntlich eine WirthschaftS-Lizens ertheilt, weil sie der Ansicht waren, daß viele Namen auf der berüchtigten Monster-Remon-stranz erschwindelt waren und daher ausgestrichen werden sollten. Vom Dien st e entlassen. Frank Hendricks, der im Gericht von Friedensrichter Schuck in Haughville als öffentlicher Ankläger fungirende Anwalt, ist von Staatsanwalt Rudelshaus aus dem Countydienst entlassen worden. An seine Stelle wurde John H. Stahl von der Firma Clifford, Browder & Moffett ernannt. Hendricks wurde wegen Amtsmißbrauchs entlassen. Er ließ ohne jede Ursache einer Beschleunigung James Ritter, einen alten Soldaten, vom Krankenbett weg verhaften und zu einer Mitternachtssttzung im Gericht von Friedensrichter Schuck bringen. Um 2 Uhr Morgens kam der Mann, der wegen Nichtbezahlung einer Kosthausrechnung angeklagt war, aber später freigefprochen wurde, dann in's Gefängniß. Will das Testament u nst o ß e n. John Folen hat am Mittwoch eine Klage eingereicht, um das Testa ment seiner vor etwa li Jahren verstorbenen Tante Mary O'Connell für ungültig erklären zu lassen. Die Klage richtet sich gegen den Testa' mentsvollftrecker Dennis Donaghue, Verwandte u. a. Wie Kläger dehauptet, soll seine Tante, die den Haupttheil ihres Vermögens einer Anzahl anderer Verwandter sowie Wohlthütigkeitsanstalten vermachte, zur Zeit der Testamentserrichtung geisteskrank gewesen sein. Wegen Verletzung der F i s ch g e s e tz e. Albert Müller und Harry Wright von hier wurden in Friedensrichter

Baker's Gericht in Martinsville verurtheilt, weil sie im White L ick Fluß ein Schleppnetz benutzt hatten. Edward Schearer von hier wurde außer Verfolgung gesetzt und Edward Turpie, gleichfalls von hier, freigesprochen. Müller und Wright werden wahrscheinlich an's Kreisgericht in Martinsville appelliren.

Apotheker Michael ?. Staley nach dem Irrenhause gesandt. Die Doctoren W. B. Fletcher und I. B. Haivey untersuchten heute den Apotheker Michael C. Staley von der Virginia No. 749 auf seinen Geisteszustand. Sie fanden ihn für geistesumnachtet und ordneten Iseine Ueberführun. nach dem Jrren-Asyl an. Der bedauernswerthe Mann leidet an Größenwahn. So bildet er sich u. A. fest ein, daß die Königin von England ihm zwei weiße Pferde und seiner Frau ein weißes Kleid schicken wird, ferner leidet er unter der Einbildung, daß er bei dem Derby-Rennen Pferde laufen lasse. Erst vor etwa einigen Monaten machten sich bei dem Aermsten die ersten Symptome von Geistesgestörtheit bemerkbar, indem er Geld und Waaren mit freigebigen Händen fortgab. Er ist 50 Jahre alt, verheirathet und wohlhabend. ßin lebensmüdes junges Madchen. Die Dispensariums - Aerzte Drs. Schenck und Coleman wurden letzte Nacht nach der Wohnung der 18-jähri-gen Donna Morton an der Nord Alabama Str. No. 117 gerufen. Diefelbe hatte nahezu eine Unze Carbolsäure verschluckt und befand sich als die Aerzte erschienen, bereits in großer Gefahr. Erst nach mehrstündiger harter Arbeit gelang es ihnen, die Wirkungen des Giftes zu schwächen. Sie hatte dasselbe aus Liebeskummer genommen. The ßmhardt." Heute Abend Eröffnung des freundlichen Sommergartens. Heute Abend wird die Eröffnung von Emhardt's reizendem Sommergarten an der S. Eaft Str. No. 16191621 (The Emhardt") in festlicher Weise begangen werden. Es wird an guter Conzert- und Pro, menaden-Musik, an angenehmer Gesellschaft und an extra feinem Lunch nicht fehlen, welcher unter den im schönsten Frühlings-Grün prangenden Pappeln gewiß vortrefflich munden wird. Daß es an aufmerksamer Bedienung nicht fehlen wird, dafür sorgen schon die beiden Eigenthümer des anheimelnden Etablissements, Herr John Emhardt Sr., der gemüthliche Schwabe, wie er leibt und lebt und sein stets zuvorkommender Sohn, Herr Charles D. Emhardt. Das ganze Etablissement ist vollftändig renovirt worden und ist zur Zeit jedenfalls eines der prächtigsten im südlichen Theile der Stadt. $30,000 Belohnung für die Ergreifung von Lynchern ausgesetzt. R a l e i g h, N. C., 19. Juni. Gouverneur Aycock hat für die Verhaftung und Ueberführung der unbekannten Personen, welche in be: Nacht des 11. Juni den Färb 'gen Gillespie aus dem Gefängniß zu Salisbury holten und lynchten eine Gefammt-Belohnung von 530,000 ausgesetzt. Er offerirt eine Belohnung von $400 für die Ergreifung eines jeden Theilnehmers an dem Lynchprozeß ; es wird angenommen, daß der Mob aus 75 Per sonen bestand. Wie es heißt, hat der Staat Beweise an der Hand, daß der Farbige das ihm zur Last gelegte Verbrechen gar nicht begangen hat. Deutsch - Amerikanischer Demokraten Club. Heute, Donnerstag Abend regelmäßige Versammlung in Ottmar Keller's Halle, No. 217 O. Washington Str. Jaeob Vuenagel, Prüs. August Tamm, Sekr.

Nachrichten aus Jndiana. Richter James Tr uesd a t zum C o n g r e ß-R e p r ü f e nt a n t für den 8. Dist r i c t n o m i n i r t. And e r son, 19. Juni. Auf der demokratischen Convention, welche gestern hier abgehalten wurde, erhielt Richter James E. Truesdale von Alex-

andria die Nomination für CongreßRepräsentant des Achten Districtö. Jener tragischer Vorfall i n K i r k l i n. F r a n k f o r t, 19. Juni. Coro ner Brown gab in dem Todesfalle des jungen Earl Doctors, welcher beim Soldaten Spielen von feinem Freunde erschossen wurde, einen Wahrspruch ab. Derselbe lautete, daß der Tod des Doctors die Folge einer Schußwunde war, welche ihm zufällig beigebracht wurde. Des VZordes im erstenGrade angeklagt. W a s h i n g t o n, 19. Juni. Die Großgeschworenen erhoben gegen Joseph Herbert die Anklage des Mordes im ersten Grade. Derselbe hatte dem reichen Farmer Louis Cunningham von Loogootee, solche wuchtige Schläge auf den Kopf versetzt, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt, welche schon wenige Stunden spater seinen Tod zur Folge hatte. Der ShepherdMordProzeß seinem Ende nahe. Portland, 19. Juni. Der Staat hat in dem Shepherd MordProzeß mit dem Verhör der Belastungszeugen geschlossen. Die Vertheidigung führte hierauf mehrere Zeugen vor, welche aussagten, daß ihrer Meinung nach, der Angeklagte geistesgestört sei. Der Allsicht war auch Dr. Shepherd, der Vater des Mörders. Der Fall wird wahrscheinlich schon morgen den Geschworenen zur Beratung übergeben werden. Zu lebenslänglicher Zuchthanshaft verurtheilt. Noblesville, 19. Juni. Richter Neal hat das Gesuch um einen neuen Prozeß in dem Falle des C. C. Brown, welcher der Ermordung von Joseph Grover schuldig befunden wurde, abgewies.'n und denselben sodann zu lebenslänglicher Zuchthaus haft verurtheilt. Seit dem Jahre 1823, in welchem das Gericht in Hamilton County etablirt wurde, ist es das erstemal, daß eine Person wegen einer im County begangenen Verbrechens ein derartiges Urtheil empfing. Zum Tode ist in den hiesigen Gerichten noch Niemand verurtheilt worden. Von einem Wiesel getödtet. S u 1 l i v a n, 19. Juni. In der Montag Nacht hätte ein Wiesel sich in das Wohnhaus von Wm. Woodard in Pleasantvitte geschlichen, und ein Kind, welches neben seiner Mutter schlief in den Arm gebissen. Das Thier hatte sodann das Blut ausgesogen. Der Vorfall wurde erst gestern Morgen entdeckt. Die Kleider waren mit Blut bedeckt und in dem Arm waren die Abdrücke der Zähne deutlich bemerkbar. In Folge des Blutverlustes ist das Kind letzte Nacht gestorben. Großbritannien. Lord Kitchener erhält seine e50.000. London, 19. Juni. Nach hitzigen Debatten nahm das Haus der Gemeinen den Antrag der Regierung Lord Kitchener in Anerkennung seiner Verdienfte in Süd-Afrika eine Boniftcation von X50,000 zu gewähren mit 227 gegen 48 Stimmen an. Dagegen stimmten nur die radikalen und nationalen Mitglieder des Hauses. Theodor Roosevelt, jr., erhält einen Preis für Pünktlichkeit. C r ot o n , Mass., 19. Juni. Bei der Schlnßfeier in der Croton Schule erhielt Theodore Roosevelt, jr., einen Preis für Pünktlichkeit. Seine Schwe ster Alice wohnte der Feier bei.

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