Indiana Tribüne, Volume 25, Number 255, Indianapolis, Marion County, 18 June 1902 — Page 7

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x Wenn du mich liebst. I W . tam von Georg Hartwig (Cmmy 1 Kocxpel.) ' j ; i, i (Fortsetzung.) Die Kleine." erklärte die Baronin etwa gedrückt, hat nur dreihundert Mark Toilettengeld rnitbekommen. Bettychcn, was denkst Tu davon?" Gar nichts! Es geht eben nicht. Ein Grund mehr, sie wieder fortzuschicken." Aber Himmel. Betty, jetzt ist sie hier, jetzt mutz es eben gehen! Ich wüßte wohl einen Ausweg. Wenn ich das ganze Geld an mich nähme und so unter der Hand zuschösse. Du auck, Bettychen. Wie viel steuerst Du bei, Beitychcn?" Keinen Pfennig! Fällt mir nicht im Traume ein! Zahle Tu Dein Lehrgeld nur hübsch allein. Mir liegt nicht das blindeste daran, irgend ein Mädchen aus der Fremde gefeiert zu sehen. Da könntest Du jeden Winter mit einer neuen Errungenschaft anrücken." Schäme Dich. Betty!" Meinst Du denn wirklich, Mama," spottete die junge Frau, ihr röthliches Haar aus der Stirne streichend, daß die reichen Männer hier nur auf Deine Bettelkomtesse gelauert haben? Und dann," fuhr sie sehr ernst und mit unanfechtbarer Ueberzeugung fort, was glaubst Du dem Mädchen für einen Dienst erwiesen zu haben, wenn Du sie nach Ostern verwöhnt und unzufrieden ihrem Vater zurückschickst? Wirklich, Mama, nur Du kannst solche unüberlegte Streiche machen." Höre. Betty, ich bin gutmüthig," rief die Baronin heftig, aber Na. Du willst also nichts thun? Gib mir wenigstens einen guten Rath. 2ö;e soll ick sie anziehen? Bitte, sag's mir!" wiederholte sie ganz bedrückt. Sie ist brünett, also mattrosa. Und jetzt, Mama." fuhr Betty Trachberg sehr ungeduldig fort, sprich von etwas Anderem. Weißt Du, daß Max übermorgen nicht kommen wird?" Was Tausend! Weshalb nicht?" Was weiß ich? Erkältet! Ich bin so böse auf Edi, so böse, daß er diesem Vetter gegenüber keine Spur von Selbstgefühl besitzt, gerade als wäre er ein hungriger Verwandter, dem eine gnädige Jahresrente des Majoratsherrn die Dachstube und den Mangel fernhält. Wäre ich an Edis Stelle, ich wüßte, C, wüßte " Na," sagte die Baronin, sich erhebend, ich will nur gehen, sonst bekomme ich bei solcher Verdrehtheit meine Migräne wieder." Sie ging nach dem blauen Vorhang, um Marie Antonie herbeizurufen, kehrte aber hastig um und trat nochmals zu ihrer Tochter. Wie Tu mit Deinen grilligen Einfällen Einem das Leben sauer machen kannst! Wie darfst Du denn Vetter gegen Vetter Hetzen wollen? Weißt Du, daß das ein bäßliches Licht auf Dich wirft?" Die Gräfin lachte scharf. Was sonst noch alles? Tu bist köstlich, Mama!" Köstlich oder nicht," versetzte die Baronin heftig. Wenn Du Lust hast, sammt Deinem Manne als Neidhammel jawohl, als richtige Neidhammel dazustehen, dann fahre in diesem Tone fort. Ich möchte nur wissen, was Max Dir je zu Leide gethan hat. Und hätte ich zehn Augen und Ohren gehabt, statt meiner zwei, ich hätte etwas Verletzendes nie bemerkt." Die junge Frau sprang hastig aus und rief durch die Portiere: Liebe Marie Antoinette, Mama will gehen!" Gleich darauf lachte sie. indem sie bei Baronin Schultern umfaßte. Wenn ich Du wäre, Mama, die unausstehliche Betty Trachberg hätte ich längst aufgegeben." 'Na,na.Seltychen," sagteFrau Tina rasch versöhnt. Uebermorgen sehen wii uns. Grüße Edi. Kind!" Und um bh weiche Stimmung ihrer Tochter no: schnell auszunutzen: Vettychen, wie viel gibst Du dazu?" Keinen Pfennig, Mama!" flüsterte die junge Frau boshaft, während Marie Antonie schon in's Zimmer trat. Nur näher! Wir sind jetzt ganz einig. Mama wird alles auf's schönste besorgen. Sie haben sich um nichts zu iümmern. Nicht wahr, Mama?" Hocherfreut und dankbar reichte die kleine Vikomtesse der Spötterin die Hand. Frau v. Lüttmig nahm stillserfzend die dreihundert Mark des Vikomtes an, um sie für Marie Antöniens Toilette zu verwenden. Zu rechter Zeit lag denn auch ein rosa Kaschmirkleid in Marie Antöniens Schlafzimmer, dem das junge Mädchen, deren höchster Luxus bisher ein dunkles Sonntagstuchklcid geweseu war, nur mit verhaltenem Athem zu nahen wagte. Inzwischen hatte die Baronin sich mit Erfolg bemüht, ihrem Schützling die Elemente höfischer Gesittung beizubringen, besonders den großen Hofknicks. In dem Moment, wo Du morgen hören wirst: Eure königliche Hoheit wollen allergnädigst gestatten dies ist nämlich der Moment, wo möglicherweise die Großherzogin Dich im Bazar kennen lernen will erste tiefe Verbeugung. So! Linker Fuß nach hinten." Die Baronin beugte nach dieser Erläuterung ihren mittleren Körpertheil so bedenklich nach rückwärts, daß Marie Antonie vor Schreck die Lippen weit öffnete. Wenn dann die hohe Frau Dich an-

sieht und etwa die Gnade' hat, Dich anzuspreckem: zweiter Knicks." Hier ließ

sich die Freifrau halbwegs auf den Teppich nieder, fchnellte jedoch wieder majestätisch in die Höhe. Sollte sie Dir aber gar di: Hand reichen tief den Kopf herunter und leiser Handkuß. So!" Die Baronin neigte demüthig das Haupt, während sie ihren rechten Arm gekrümmt ausstreckte, um mit ihren Lippen den eigcnen Handrücken zu berühren. Also, ich bin die Fürstin. Los!" Marie Antonie folgte diesem Kommando mit so lautem Herzschlag, daß sie sozusagen hilflos in beide Kniee sank. Tu wackelst ja!" rief die Baronin unzufrieden. Sollst Tu denn mit den Beinen hinten ausschlagen? Na, cndlick! Jetzt ging's an!" . Die Erregung, in welche das junge Mädchen durch diese Lektionen versetzt worden war, erreichte ihren Höhepunkt, als Marie Antonie, neoen der stolzblickenden Baronin die Stufen zu den Sälen des Wohlthätigkeitsbazars emporsticg, halb erstickt von einem athemraubenden Mischgefühl der Angst und des Entzückens. Wie aber erst, da Beide in den großen, taghell erleuchteten Raum traten, welcher von Buden und Lauben, Menschen und Waaren vollgepfropft war! Marie Antonie klammerte sich ängstlich an den Arm der außerordentlichen Tante, welche mit einer Sicherheit, als habe sie Amadeus Debellaires Tochter von Kindheit an auf den Knieen aewiegt, das tieferröthende Mädchen einige Dutzend Male als ihre liebste Nichte, die Vikomtesse Marie Antoinette v. Teöellaire, vorstellte. Bald zeigte ein fortlaufendes Geflüster den Weg an, welchen Frau v. Lüttmig genommen hatte. Plötzlich erhielt Marie Antonie durch die Fächerspitze ihrer Führerin einen fühlbaren Stoß gegen den Arm. Ihre königliche Hoheit " Infolge des ununterbrochenen Grüßens und Angesprochenwerdens schon ganz wirbelig geworden, fehlte jetzt nicht viel, und Marie Antonie hätte laut aufgeschluchzt vor Erregung. Sie wagte nicht mehr die Wimpern aufzuschlagen, aus Angst, das Stichwort zu überhören. Jetzt tönte Tante Tinas Stimme: Eure königliche Hoheit gestatten" Niemand konnte behaupten, daß der Knicks, welchen die kleine Vikomtesse zu Stande brachte, besondere Anmuth verrieth; schlimmer wäre es aber beinahe geworden, als sie die Augen aufschlug, um sie an der fürstlichen Schönheit, welche ihr vorschwebte, zu weiden. Teiln statt der majestätischen Gestalt, die sie als unfehlbar voraussetzte, stand eine kleine, runde, recht behäbige Dame vor ihr, durchaus einfach gekleidet, weder holdselig noch herrlich, sondern eigentlich häßlich. Tante Tina," flüsterte Antonie, als die Fürstin nach freundlichem Gruße ihren Weg fortsetzte, Tante Tina, Du sagtest ja. eine Prinzessin sei niemals häßlich-" In solchem Falle," flüsterte die Baronin lehrreich zurück, spricht man von angenehmen Gesichtern. Da kann sich Jeder denken, was er will. Guten Abend. Edi! Sieh doch mal zu, daß wir zu Betty an's Büffett gelangen." Ein blonder Mann, dessen Züge für sein Geschlecht zu fein gerathen waren, welchen Eindruck der gerade Haarscheitel noch vermehrte, reichte Marie Antonie mit tadelloser Haltung einen Strauß frischer Rosen dar. Dies ist Eduard Trachberg, Bettys Mann." erläuterte die Baronin hastig. Wollt Ihr gleich Brüderschaft machen oder erst später?" Marie Antonie, vor Verlegenheit irgend etwas Unverständliches stammelnd, betrachtete mit Entzücken die frischen Blumen, welche sie so leidenschaftlich liebte. Und Mar ist wirklich krank?" fragte Frau v. Lüttmig, während Trachberg beiden Ta:::en zugleich die Arme bot. Wenn ich "icht wüßte, daß Betty vorgestern zu Hause geblieben ist, würde ich sagen, sie fjaht ihn wieder geärgert mit ihrer stackeliaen Manier." Nein, Mama! Er war in der That erkältet." Ach was!" sagte die Baronin, das ist so eineÄllerweltskrankheit Na. da sind wir, Bettycken! Gib uns etwas Knusperiges mit Sahne." Der dichte Kreis um die reichbesetzten Tafeln, welcher noch immer im Zunehen war, entzog plötzlich den vornehmen Verkäuferinnen sein Interesse und wandte es der kleinen Vikomtesse zu, welche ob dieser unvermutheten Musterung allen Appetit verlor. Ich möchte jetzt gar keinen Kuchen," flüsterte sie dem Grafen heißerröthcnd zu. Ich möchte, bitte, gar nichts." Es wird schon gehen," scherzte er mit sanfter Ueberredung. Wollen's mal erst versuchen. Wie wär's mit Kaiseraugen?" Sonst war eine Portion Kaiseraugen mit Schlagsahne etwas Ideales für Marie Antoinette Debcllaire gewesen, heute warf sie nicht einmal einen verstohlenen Liebeeblick auf das kristallene Tellerchen in ihrer unsicheren Hand. Wir wollen sie zwischen uns nehmen, Edi," entschied dieBaronin, welche ihren '?ltenen Schatz nicht aus den Händen ließ, indem sie ihre Labung rasch vertilgte. Und um keine Räuberhöhle aus meinem Herzen zu machen, so finde ich Maxens Erkältung gerade jetzt sehr wenig höflich. Schickt ein paar hundert Mark! Das heißt: .Blast mir etwas.' Wenn Jemand zu vornebm wird, um artia au sein"

Glauben Sie's nicht." scherte

Trachberg, zu der hochaufhorchenden Vikomtesse gewandt. Mein Vetter ist ein sehr liebenswürdiger Herr." Mir wär's lieber, wenn ich ihn gar nicht zu sehen brauchte!" rief Marie Antonie mit kindlicher Offenherzigkeit. ..Wer so viel von sich reden macht, sagt Papa, hat schon im Voraus unrecht." Gott bewahre uns vor solcher Logik!- lachte der Graf. Soll ich daZ Äiax wreoer sagen?" Am Abend schrieb die kleine Vikomteile noch spät an ihren Vater. Wenn ich nur erst diesen unausstehlichen Majoratsherrn überstanden bä:!e. Die ganze neue Verwandtschaft macht mir blos Herzklopfen. Ich mag's anstellen, wie ich will, neben Betty trachberg komme ich mir immer vor wie ein hergelaufener kleiner Pudel. Schön ist's ja hier, aber, einziger Papa, oft wollte ich doch, ich säße erst wieder bei Dir neben der Lampe und äße Bratäpfel. Komm doch auch hierher, Papa! Lieber, einziger, guter Papa, komm doch bald zu Deiner närrischen Marie Antonie." 3. Kapitel. Hosball! In der ganzen Residenz gab's kein anderes Thema mehr zu bcsprechen, als diese erste große Festlichkeit, zu welcher alles eingeladen war, was Anspruch auf blaues Blut machte. Nur Ausländerinnen gegenüber war man weitherziger. Eine Miß oder Madame oder Signora fand Einlaß, während die bürgerliche deutsche Frau besten Standes als nicht kourfähig von der Hofliste gestrichen ward. Acht Tage zuvor fand die Freude der Vikomtesse ein schnelles Ende. Denn sobald Frau v. Lüttmig das Geständniß empfangen hatte, daß diese Wappengeschmückte Einladungskarte des Hofmarschallamtes die erste Ballaufforde rung im Leben der kleinen Vikomtesse bedeute, rückte sie mit der niederschmetternden Frage heran, ob Amadeus Debellaires Tochter überhaupt tanzen könne. Gelernt habe ich's mal." sagte Marie Antonie kleinlaut. Ich werd's wohl noch können." Tu wirst wohl?" rief Tante Tina mit gefalteten Händen. Willst Du Dich vielleicht durch den Saal schleifen lassen und Deinen Herren auf die Hühneraugen treten? Und dann hier wird nicht etwa kommandirt bei den Quadrillen wie in der Tanzstunde. Hier muß die Geschichte von selbst klappen. Wart, ich hole Edi!" Eduard Trachberg erschien. Nun fing ein lustiges Leben in den sonst stillen Räumen der Baronin an. Den ganzen Tag wurde getanzt. War der Gras anwesend, so galt Tante Tina für Herr und Dame zusammen. Man börte sie die Hacken animirend gegeneinander schlagen und sah sie mit TanzVerbeugungen rechts und links an dem verwirrten jungen Mädchen vorbeichassiren. Die viereckigen Tänze gingen. Jetzt noch das Lintswirbcln! Tante Tina kaufte zu diesem Zweck eine Spieluhr, welche Walzer und Galopp auf dem Repertoire hatte. Jetzt wurde es erst nett. Marie Antonie und Frau v. Lüttmig drehten sich durch den Salon und da Eßzimmer, als ob sie von der Tarantel gestochen wären. Vor zwölf Uhr Nachts gab's keine Pause. Alsdann fiel die kleine Vikomtesse glühend vor Eis"in's Bett, um sofort im Traume toi terzurasen. Endlich nach einer letzten Musterung seitens ihrer Tanzmeisterin schau:? Marie Antonie liebreizend wie ein Frühlingstag unter dem rosa Apfelblüthenkränzchen hervor. Glückstrahlend ließ sie sich einen goldenen Reif, ihr erstes Armband, von der opfermuthigen Baronin um das weiche Handgelenk legen,nachdem Frau v. Lüttmig zuvor vergeblich Sturm auf Betty Trachbergs Juwelenkasten gelaufen war. An jenem Festabend auf dem Sofball verwirklichten sich auch ihre Kinderträume von der Herrlichkeit des einstigen Versailler Königsschlosses, als der Hofmarschall mit seinem goldenen Stäbe auf den Boden klopfte und unter athemloser Stille aus der weiigeöffneten Thür des Ncbensaales der gesammte Hof in langsamem Zuge trat und grüßend vorüberfchritt, und als die fürstlichen Damen, brillantenflimmernd, mit ihren Schleppen meterlang das Parkett bedeckten. Diese Märchenfreude durchschnitt der erste Walzertakt, welcher von der Höh: eines umgitterten Orchesters herabrauschte. Mit einem wahren Stoßseufze? der Angst sank Marie Anlonie ihrenl Ritter in den Arm. Aber steh da! es ging vortrefflich! Unterdessen stand die Baronin neben ihrer Tochter Betty, deren Erscheinung heute von sinuberückendem Reize war. Max ist da, ich sah.ihn, er war in der That kran!," flüsterte die Baronin d:r jungen Frau eifrig zu. Wie neugierig ich bin, ihm die kleine Debcllaire zu zeigen!" Hast Du noch immer nicht genug Zuckerbrod zu kosten bekommen?" fragte Betty Trachberg herbe. Mußt Du Dir von diesem Manne auch noch ein Stückchen erbetteln ?" ' Betteln?" fragtedieBaronin spitzig. Davon solltest Tu wahrlich schweigen. Nicht mal so ein winziges Reifchen hattest Du für sie übrig." Ich will Dir etwas sagen, Mama." fiel die junge Frau mit erregtem Flüstcrn ein. indem sie ihren rechten Arm ausstreckte, an welchem ein Reif mit Herr-

lichem Solitär funkelte. iDteies Sprel

zeug gebe ich Dir morgen. Du verkaufst es für die Waisenanstalt, hörst Du? Aber für dieses Mädchen, gerade für dieses Mädchen habe ich nichts, werde ich nichts haben und sein nie!" Stelle Dich nicht so an," sagte die Baronin verdrossen. Da kommt Max, er sucht uns!" Zwischen den Reihen der Tanzenden und Nichttanzcnden bahnte stch der Majoratsherr Graf Maximilian Trachberg vorsichtig einen Weg. Zu dem, was landläufig schön genannt wird, fehlte seinem Gesicht mancherlei. Er hatte einen gelblichen Teint, die nicht ungesunde Hagerkeit der Wangen wurde durch einen Bart verdeckt, welcher auch die obere Lippe beschattete, zum Vortheil eines sehr scharf geschnittenen Mundes. Die stolz gebogene Nase war tadellos, sie war es, welche dem ganzen Gesicht den Charakter aab. Mar Trachberg war jedenfalls eine über der Alltäglichkeit stehende Persönlichkeit, die Interesse einflößte. Die Baronin, übermäßig stolz auf ihre Halbverwandtschaft mit ihm, begrüßte den Majoratsherrn auf das Huldvollste. Ich habe schon gehört, mit welchem Erfolge Sie Tante geworden sind," scherzte er, die Hand nach Bettys Tanzkarte ausstreckend. Verehrte Kousine " Sie haben nichts mehr zu hoffen," sagte die junge Frau. Wollen Sie lieber die Güte haben, Mamas Ungeduld zu befriedigen. Der Boden brennt ihr fo lange unter den Füßen, bis Sie vor der kleinen Debcllaire gestanden haben. Schnell, reichen Sie Mama den erlösenden Arm!" ue aronln war in der iyat auf dem Sprunge gewesen, sich ungebeten seines Armes zu bemächtigen und den Grafen nach jener Saalecke zu führen, wo Marie Antonie Huldigungen empfing, als die Oberhofmeisterin der Großberzogin ihr schon von Weitem durch ein vertrauliches Zeichen kundthat, daß sie auf die Estrade in den Tamcnkreis um die Fürstinnen befohlen war. O!" fagte Trachberg höflich bedauernd, indem er sich Betty zuwandte. Vielleicht hätten Sie jetzt die Güte, das Liebeswerk an mir zu thun." Sie legte ihren weißen Arm leicht in den seinen. Er spürte ihn kaum, nur sein flüchtiges Erzittern fühlte er. Mir ging ein Stich durch die Schläfen!" sagte sie ruhig. Während er sie fortführte, fragte er nicht ohne Ironie: Haben Sie die Gnade gehabt, die Rosen anzunehmen, welche ich Ihnen sandte, um mich in besseren Geruch zu bringen?" Ihr Gärtner Hai beliebt, während meiner Abwesenheit aus dem Salon eine Rosenlaube zu machen allerdings." Für eine Venus " Graf Trachberg!" rief sie mit blitzenden Augen. Tann lachte sie herbe. Ich möchte in der That wissen, was man mit einem Manne, wie Sie sind, anderes anfangen soll als Zank." Dank zum Beispiel." Nun also, da Sie Schulden eintreiben ich danke Ihnen für die Güte, mit welcher Sie mir wöchentlich zweimal Kopfweh verursachen." Was mich anspornen wird, dasselbe nun dreimal wöchentlich zu thun," sagte er verbindlich, ohne die Röthe zu gewahren, welche ihr Antlitz überflog. Thun Sie, was Sie nicht lassen können." Ich kann alles lassen, nur eines nicht," erwiderte er scherzend. Dieses nämlich: mich ein wenig zu rächen für die Ungnade, in welche Sie mich haben fallen lassen. Gewiß ein unschuldigem Vergnügen." Wenn Sie wünschen, daß ich Sie weiter begleite " Ihre Stimme hatte Erregung verrathen. Er änderte den Ton. Sagen Sie mir, weshalb Sie den Klatschbasen Stoff zur Unterhaltung über uns geben und mich hinstellen, als wäre ich voller Abneigung gegen Sie?" Weil ich glaube," sagte die junge Frau schneller athmend, daß Gefühle nickt einseitia bleiben können." Ah! Welch ein prächtiges Sturzbad das wieder war. Ich danke Ihnen!" Sie hatten die Stelle erreicht, wo Marie Antonie vom Tanze rastete. Betty ließ ihre Hano rasch aus dem Arm des Grafen sinken und stellte vor: Graf Maximilian Trachberg Vikomtesse Devellaire." Noch einen Moment heftete die junge Frau ihre Augen auf das ersichtlich überraschte Antlitz des Grafen, dann zog sie ihre glitzernde Schleppe leicht beiseite und verschwand in der flutheuden Menge. Marie Antonie, dem Vielbesprochenen stch allein gegenüber befindend, verneigte sich wie ein verlegenes Kind. Als ob ein Hauch zukünftigen Geschickes über sie hinwegstrich, erlosch für Sekunden das blühende Wangenroth ihres Gesichtchens. Von Rechts wegen," sagte Trachberg in ermunterndem Neckton, müßten wir alle eine Dankesadresse an Jhren Herrn Vater unterzeichnen, der so uneigennützig gewesen ist, Sie uns zu gönnen." Das Wort Vater gewann ihr Vertrauen. Die dunklen Augen voll ausschlagend sagte sie lebhaft: Ach ja, der gute Papa! Da sitzt er nun ganz allein im Wohnzimmer und denkt an mich. Bin ich nicht eigentlich schrecklich selbstsüchtig?" Sie opfern ja doch auch," erwiderte er lächelnd. Ich? Was opfere ich denn?" fragte sie erstaunt und muaieria.

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