Indiana Tribüne, Volume 25, Number 253, Indianapolis, Marion County, 16 June 1902 — Page 1
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. 7 Erscheint eden Natxn,ittag. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Montag, 16. Juni 1902 No. 253.
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Entsetzliche Familien-Tragödie.
Andreas Deiß versuchte seine Frau zu ermorden Und dann selbst seinem Dasein ein Ende. Das Haus No. 445 W. Washington te. war heute in früher Morgenstunde der Schauplatz einer entsetzlichen amilien-Tragödie. Von wahnsinniger Eifersucht gefoltert versuchte Andreas Dß von Peoria, Jll., seine 16jährige Frau in der Wohnung ihrer Mutter Frau Ella Turanö, zu ermorden, worauf er selbst sich vermittelst Carbol - Säure in's bessere Jenseits erpedirte. Im Herbst v. I. kam Deiß, welcher in Peoria in einer Fabrik als Maschinist beschäftigt war, nach hier, zum Besuche von Freunden und wurde bei diese? Gelegenheit mit Frl. Nellie Turand, Tochter der Frau Ella Durand bekannt. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich ein Liebesverhältniß und er verlobte sich mit ihr. Am 24. März dss. Js. fand die Hochzeit statt, worauf das Paar nach Peoria abreiste. Vor etwa acht Tage wurde Frau Turand plötzlich durch den Besuch ihrer Tochter und ihres Schwiegersohnes überrascht. Als die Letztere mit ihrer Mutter allein war, theilte sie ihr mit, daß ihr Gatte verschiedene Male gedroht hätte, sie todten zu wollen. Er war so grenzenlos eifersüchtig auf sie, daß er si? nicht allein lassen und nicht einmal seinen Geschäften nachgehen wollte. Sie fürchtete, daß er seine Drohungen wahr machen würde, und indem sie ihm weis machte, daß sie Heimweh nach ihrcr Mutter hätte, überredete sie ihn, mit ihr nach Indianapolis zu kommen. Auf diese Weise stand sie doch unter dem Schutze ihrer Mutter, ohne daß es seinen Argwohn erregen konnte. Während ihres Aufenthalts hier bewachte Teiß seine junge Frau b.'ständig wie mit Argusaugen. Sie durfte nie die Wohnung ohne ihn verlassen, und wenn sie in die Grocerie, Apothele etc. ging, so folgte er ihr. Heute Morgen gegen halb vier Uhr wurde Frau Durand durch Hülfeschreie ihrer Tochter aus dem Schlummer aeweckt. Mama, er hat mich in den Hals geschnitten," rief sie aus, und das unaufhörlich aus einer Halswunde strömende Blut bestätigte diese Aussage. Frau Turand sprang aus dem Bette, wusch die Wunde und legte dann einen Nothverband an. Tas Geschrei der beiden Frauen hatte die übrigen Bewohner des Hauses mobil gemacht und auch die Aufmerksamkeit der in der Nähe des Hauses patrouillirenden Polizisten Lery und Hagertn erregt. Dieselben begaben sich in's Haus und nachdem ihnen mitgetheilt war, was vorgefallen, gingen sie nach dem Schlafzimmer des Deiß. Derselbe stand neben seinem Kosser und schien ganz in Gedanken versunken. Auf ihre Fragen gab er keine Antwort. Sie führten ihn nach unten und während der eine Polizist einen Alarm für einen Patrolwagen abgab, versuchte der Andere den Mann zum Sprechen zu bringen. Es gelang ihm jedoch nicht. Ehe der Wagen anlangte, wurde Teiß plötzlich von convulsivischen Krämpfen befallen. Er sank zu Boden und sich vor entsetzlichen Schmerzen windend gab er bald darauf seinen Geist auf. Die Leiche wurde nach der Morgue gebracht, während die verwundete junge Frau nach dem Stadt-Hospital überführt wurde. Da die Schlagader und Luftröhre nicht getroffen find, so hoffen die Aerzte sie am Leben erhalten zu können. Bei der ärztlichen Untersuchung stellte es sich heraus, daß sie noch eine zweite Wunde und zwar im Nacken erhalten hatte.
Die Vorgänge im Schlaf zimmer. Ueber die Vorgänge im Schlafzim mer hatte die Verwundete, welche keinen Augenblick das Bewußtsein verloren hatte, ihrer Mutter folgende Mittheilungen gemacht. Gegen 2 Uhr war sie aufgewacht und sie erblickte ein Rasirmesser, welches zwischen ihr und ihrem Gatten lag. Sie wollte dasselbe an sich nehmen, aber Teiß, welcher wach war, entriß es ihren Händen. Was willst Du mit dem Messer?" fragte sie, woraus er erwiderte, er wüßte nicht, wie dasselbe in's Bett gekommen war. Sie hatte das Gefühl, als ob es seine Absicht war, sie im Schlafe zu tödten, aber sie wollte nicht um Hülfe schreien, da sie fürchtete, er könnte sonst sofort von dem Rasirmess-r Gebrauch machen. Entfliehen konnte sie nicht, da sie nach der Wand zu lag und erst über ihn hatte dinwegturnen müssen. So lag sie in Todesangst über eine Stunde neben ihrem Mann, mit Ungeduld das Erwachen des Tages erwartend. Plötzlich richtete er sich im Bette auf, öffnete das Messer, beugte sich über sie und stach zwei Mal nach ihr, dann sprang er aus dem Bett und ging nach seinem Koffer hin, welchen er öffnete. Mittlerweile war die Verwundete in das Schlafzimmer ihrer Mutter ge rannt. Als der Koffer heute Morgen vom Coroner geöffnet wurde, wurde in demselben das blutbefleckte Rasirmesser und eine Flasche gefunden, welche noch einige Tropfen Earbolsüure enthielt.
Seinen Verletzungen erlegen. Im St. Vincent Hospital ist heute der 15-jährige John R. Floyd von Washington, Ind.. welcher vor einigen Tagen beim Kirschenpflücken einen Schädelbruch 'erlitt, seiner Verletzung erlegen. jiuu yuuij m ?uy! uiuu .. .. r. ., .. at aQ ii.L... verbrannt Infolge Explosion eines Gasolinofens. Während Frau Harry A. Wahl heute Morgen in ihrer Wohnung an der Bellefontaine Straße No. 2732 mit dem Füllen des Gasolinofens be schäftigt war, trat sie auf ein am Boden liegendes Streichhölzchen. Dasselbe entzündete sich und im Nu fand eine Ervlosion des Gasolins statt. Die bedauernswerthe Frau erlitt schwere Brandwunden im Gesicht, an den Armen, Händen und der Brust. Dieselben sind zum Glück nicht lebensgefährlich. Endete ihr elendes Dasein. Um 10 Ui,r Sonntag Vormittag wurden die Dispensariums-Aerzte zu einem lüderlichen Hause an der W. Ehesapeake Str. gerufen, woselbst die etwa 22'jährige Belle Shafer, ein Mädchen vom Lande, an einer schweren Vergiftung leidend aufgefunden wor- ; den war. Die Aerzte ermittelten, daß j Belle aus irgend einem Anlaß, vielleicht aus Entsetzen über ihren Fehltritt und scini Folgen, eine 15 Centsj Dosis Laudanum verschluckt hatte. Ti? Aerzte arbeiteten stundenlang an der Rettung der Unglücklichen, doch gelang dieselbe nicht. Nachmittags erlag dieselbe den Wirkungen des Giftes, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Soweit bekannt, war Belle aus Stinesville, Ind., hierhergekommen. Die Leiche wurde in das L eichende-statter-Geschäft von Kregelo gebracht. Local-Politisches. Wm. H. O'Brien, Vorsitzer des Demokratischen Staats-Co-m i t e s, hat auf Morgen eine Sitzung des Comites einberufen. In derselben sollen weitere Pläne sür die bevorstehende Campagne getroffen werden. Heute Abend Conzert in Avondale Heights (früher Kisiel's). Eintritt frei.
Zahn Lindscy als Leiche aufge-funden.
Weil seine Frau nichts mehr von ihm wissen wollte griff er zum Giftbecher. John Lindsey, welcher mit seiner Frau seit zwei Jahren von Stadt zu Stadt gezogen ist, verhältnißmäßig nur wenig arbeitete und mehr das Leben eines Prosessionellen Tramps führte, wurde heute Morgen auf einem Grasplatze nahe der 14. und Montcalm Straße in Cerealinetown als Leiche aufgefunden. Dieselbe wurde nach der Morgue gebracht, wo die vom Coroner vorgenommene Untersuchung ergab, daß der Tod die Folge von Vergiftung war. Lindsey kam vor etwa zwei Jahren nach hier und verheiathete sich mit Frl. Hattie Frazeur gegen die Wünsche ihrer Eltern Winfried Frazeur und Frau, wohnhaft an der Rembrandt Straße No. 1705. Er war ruhelos und konnte es nirgends lange auf einer Stelle aushalten. Er zog mit seiner Frau von Ort zu Ort, hier und dort arbeitend, wenn er zufällig Beschäftigung fand. Vor etwa sechs Wochen verließ die junge Frau mit ihrem fünf Monate alten Kinde ihren Mann und sie kehrte zu ihren Eltern zurück. Sie weigerte sich, irgend etwas noch mit ihm zu thun zu haben und ihre Eltern gestatteten ihm nicht den Zutritt in's Haus. Gestern gelang es ihm jedoch, sie auf einige Augenblicke zu erwischen. Er theilte ihr mit, daß er, wenn sie nicht länger mit ihm zusammen leben wolle, sich das Leben nehmen würde. Sie hatte ihm schon früher mitgetheilt, daß sie sich von ihm scheiden lassen wolle. Als er ihr daher obige Mittheilung machte, lachte sie ihm in's Gesicht und sagte, daß ihr sodann die Kosten und Aerger, welche eine Scheidungsklage im Gefolge hat, erspart bleiben würden. Nachdem die Leiche gefunden und identifizirt worden war, begab Polizist Grifsin sich nach dem Frazeur'schen Hause, um die Wittwe in schonender Weise von der That ihres Gatt?n zu unterrichten. Er machte allerlei Um schweife, allein sie selbst errieth, was den Beamten zu ihr führte. Sie sagte, daß ihr Mann ihr gestern erklärt hätte, sich vergiften zu wollen und fragte, ob er vielleicht seine Drohung wahr gemacht hätte. Sie nahm hierauf die Nachricht von dem Tode ihres Gatten mit dem größten Gleichmuth entgegen, un- ! gefähr mit der Miene eines Menschen, dem weben etwas angenehmes mitgetheilt worden ist. Die Leiche wird nach Shelbyville, woselbst die Eltern des Verblichenen wohnen, transportirt werden. Der Arbeiter-Tag. Weitere Vorbereitungen für denselben. Das General-Comite für die Feier des Arbeiter-Tages hielt am Sonntag eine Sitzung ab, in welcher beschaffen wurde, in diesem Jahre eine Vaudeville - Vorstellung mit reichhaltigem Programm zu veranstalten. In derselben werden Mitglieder der im Park, Empire uid Grand Opern HauseTheater gastirenden Gesellschaften mitwirken. Auf nächsten Mittwoch Abend sind alle Subcomites zu einer Conferenz in der Office der Central Labor Union an der W. Maryland Str. einberufen worden. In derselben soll das vollständige Programm aufgestellt werden. Eine Memorialfeier au dem Schlachtfelde von Tippecanoe. Lafayette, Ind., 16. Juni. Auf dem Schlachtfelde von Tippecanoe fand heute die Schmückung der Gräber der Helden statt, welche im Jahre 1807 unter dem Ober-Commando des Generals Wm. Henry Harrison die Streitkrüfte des großen Jndianer-Häuptlings Tecumseh gänzlich vernichteten. Der Memorial-Feier wohnten etwa 5000 Personen bei. Col. Henry Watterson aus Lafayette war der Redner des Tages.
Avondale Heights.
Heute Abend Conzcrt. In dem freundlichen Sommergarten i Avondale Heights" (früher Kissell's Garten) findet heute Abend daS erste Conzert in der Saison statt. Der Garten, in welchem unter seiner neuen Verwaltung schon viele wesentle Verbesserungen und Verschönerungen vorgenommen worden sind, ist mit der Illinois Str. Car bequem zu erreichen. Die Versammlung der Jndiana Demokratischen EditorenBereinigung. r die am 26. und 27. Juni in French Lick stattfindende MittsommerVersammlung der Jndiana Demokratischen Editoren-Vereinigung ist folgendes Programm aufgestellt worden: 26. Juni Abends 8 Uhr : Banquet, Begrüßung durch Tom Taggart ; Erwiderung, Präsident der Vereinigung ; Toaste; Des Herausgeber's Frau", Frau W. Bent Wilson, Lafayette ; Unsere Staats-Jnftitutioncn", H. A. Barnhart, Rochester; Die Flagge und die Konstitution" , George E. Farrar, Greensield ; Die Arbeit vor Uns", W. H. O'Brien, Vors. des demokr. Staats - Eentral - Comites ; Die Indiana Demokratische Platform", S. E. Morß. 27. Juni 9.30 Vorm.: Ansprache, Präsident I. O. Behymer ; Vorträge: Eine Reise durch Europa", I. O. Henderson ; Kokomo; Historisches über French Lick". Mayor John R. Simpson, Paoli. 8 Uhr Abends : Rede von Wm. I. Stone, Er-Gouverneur von Miisouri. Aus den Gerichtshöfen. Verlangt sein Salair. Chr. W. Schwomeyer verklagte die Faulkner Webb Co. auf Zahlung von $650. Er sagt, die Firma schulde ihm diese Summe für rückständiges Salair. Wieder versöhnt. Die von Goldie Waschburn gegen ihren Gatten Harry eingereichte Scheidungsklage, ist von der Klägerin wieder zurückgezogen worden. Auch Albert Hudder, welcher von seiner Gattin Emma geschieden zu werden wünschte, hat seine Klage zurückgezogen, da er sich anscheinend wieder mit ihr versöhnt hat. Aus Stadt- und ounth - Verwaltung. Die County-Revisil)ns-Behörde in Sitzung. Tie County-Revisions-Behörde trat heute in Sitzung, um die Steuern, welche Corporationen und Bank-Jnsti-tute zu entrichten haben, festzusetzen. Die Behörde wird sich zunächst mit den Fabrikanten beschäftigen. Die Behörde fetzt sich aus dem County-Auditor Smith, dem County-Schatzmeister-Koehne und dem CountyAssessor Eaton und den Herren James L. Barnett und Anson I. Gardner zusammen. Sie organisirte sich heute durch die Wahl des Herrn Eaton zum Vorsitzenden und Col. Smith zum Sekretair.' Die County - Commiffäre öffneten heute zahlreiche Angebote sür die Lieferung von Groceries etc. für die verschiedenen County-Jnstitutionen. Morgen werden Angebote sür Brückenarbeiten geöffnet werden. Die Behörde für öffentliche Werke erledigte in ihrer heutigen knapp ?ine halbe Stunde dauernden Vormittagssitzung nur Routme-Gefchüfte. Am Mittwoch wird zahlreicher Besuch erwartet, da an dem Tage über eine Anzahl Remonftranzen gegen vsrschiedene Straßenverbefferungen und gegen Affeßment-Liften entschieden werden sollen. Mayor Bookwalter hat erklärt, daß in dem neuen Btleuchtungs-Contract keine Mondschein-Clausel enthalten sein wird.
Indianapolis Liedcrkranz.
Jahresversammlung und Beamtenwahl. Die Jahresversammlung des I ndianapolis Liederkranz", die gestern unter zahlreicher Betheiligung in der Germania Halle stattfand, verlief in überaus harmonischer Weise und angesichts der vom Verein errungenen Erfolge herrschte allgemein eine so zukunftsfrohe Stimmung, wie sie schon seit langen Jahren bei Versammlungen nicht in solchem Grade zum Ausdruck kam. Nachdem 4 passive Mitglieder in den Verein aufgenommen waren, kamen die nachstehend näher ausgeführten Jahresberichte sämmtlicher zuständigen Beamten zur Verlesung. Es erfolgte sodann die Wahl der neuen Beamten mit nachstehendem Resultate: Präsident Josef Behringer. Vice-Präsident John Knodel. Dirigent E. F. Knodel. Prot.-Sekretär Valentin Hoffman. Finanz-Sekretär Gustav Dongus. Schatzmeister Wilhelm Weickmann. 1. Bibliothekar Josef Keller. 2. Bibliothekar Heinrich Stöffler. Fahnenträger Eduard Schmedel. Trustees Gustav Herrmann, Wil Helm Weiland. Wilhelm Sogemeier. Wirthschafts-Comite Gustav Dongus, Wilhelm Hoffmeister, Alfred Pich. Musik-Comite (5. F. Knodel, Fred. Weiffenbach, Franz Schaefer. Es sind somit, mit Ausnahme des 2. Bibliothekars und eines neuen Trustees an Stelle des verstorbenen Papa" Frick, sämmtliche bisherige Beamte wiedererwählt. Aus den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Jahresberichten der Beamten, denen der Dank .des Vereins übermittelt wurde, geht hervor, daß die Gesellschaft sich derzeit in finanzieller und geselliger Hinsicht einer außerordentlichen Blüthe erfreut. Im Laufe des verflossenen Jahres konnte der Verein 100 neue Mitglieder in seine Reihen aufnehmen und seine Finanzen befinden sich in der denkbar günstigsten Verfassung. Im besondern ist noch zu erwähnen, daß das kürzliche Picnic im neuen Schützenpark von einem namhaften finanziellen und socialen Erfolge begleitet war. In Anerkennung der unermüdlichen und erfolggekrönten Thätigkeit, mit welcher sich der verdienstvolle Dirigent des Vereins der gesanglichen Ausbildung der Mitglieder widmet, hat der Verein gestern beschlossen, Herrn E. F. Knodel nebst dem Ausdruck seines herzlichen Dankes eine bedeutende Gehaltserhöhung zu bewilligen. Nach Schluß der Geschäfte wurden von mehreren Mitgliedern Ansprachen gehalten, die in der Mahnung gipfelten, der Verein möge sich sein eintrüchtiges Zusammenwirken und seinen schaffensfrohen Eifer auch fernerhin wahren; an schönen Erfolgen werde es dann in Zukunft, wie bisher, nicht fehlen. Eine B l a t t e r n - E p idc m ie in lvansville befürchtet. E v a n s v i l l c, Ind., 16. Juni. Es wird in hiesiger Shdt eine Blattern-Epidemie befürchtet, da gestern nicht weniger als vier Personen an den Blattern erkrankt sind und mindestens fünf Personen in Gefahr stehen von denselben angesteckt zu werden. Die Stadt hat keine Mitteln, um die Kranken zu isoliren und dieselben können nicht nach dem etwa drei Meilen von der Stadt entfernten County-Seuchen-hause gesandt werden, da dasselbe zur Zeit geschlossen ist und der Superintendent des Hauses, Charles Sherwood, sich zur Zeit in Chicago befindet. Reim Baden ertrunken. P l a i n f i c l d, Ind., 16. Juni. Harry Blunk, der 18jährige Sohn des Grocer I. SO. Blunk ertrank gestern, während er im Creek badete. Crawfordsville, Ind., 16. Juni. Beim Baden in einem tiefen Teich kam der 14jährige Thomas Mason um's Leben.
Großbritannien. L o n d o n, 16. Juni. König Eduard verbrachte eine ruhige Nacht und sein Befinden hat sich bedeutend gebessert. Auf Anrathen seines Leibarztes. Sir Francis Laking. wohnte er jedoch der heutigen großen Truppen - Revue in Aldershot nicht bei. Dieselbe wurde vom Prinzen von Wales abgenommen. Tas militärische Schauspiel wurde durch strömenden Regen sehr beeinträchtigt. Der Prinz war vom Herzog von Conaught begleitet und von einem glänzenden Stäbe, in welchem sich n A. mehrere Indische Fürsten, die Militär Attaches. Lord Roberts, der Höchstcommandirende der Armee befanden, umgeben. Königin Alexandra wohnte mit der Prinzessin von Wales und Prinzessin Victoria ebenfalls der Revue bei. Mehr als 32,000 durchnäßteTruppen marschirten an dem Erben des britischen Thrones vorüber.
Gen. Gomez erhielt ang e b l i ch $25,000 v o m G e -neral-Gouv. Wood. New Orleans, 16. Juni. Charles M. Dobson, welcher für eine kurze Zeit Vertreter der Preß Ass'n." war, hat öffentlich erklärt, daß General - Gouverneur Wood dem General Gomez $25,000 auszahlte, damit er während der Wahl-Campagne die Cu banec in Schach halte und selbst nicht als Candidat für Präsident auftrete. Dobson sagte, daß das Geld mit der Einwilligung des Präsidenten McKinley ausbezahlt wurde, und daß Präsident Roosevelt um die Sache wisse. General Wood hätte das Geld nicht aus eigenem Ermessen auszahlen lassen. Weitere Enthüllungen in der Angelegenheit sollen in nächster Woche bevorstehen. Absurd, sagte der Kriegs Sekretär. Washington, 16. Juni. Kriegssekretür Root sagte, daß die Angabc, daß General Wood dem General Gomez 825,000 ausbezahlt hätte, damit er nicht als Gegen-Candidat Palma's auftrete, schon aus dem Grunde absurd sei, da Gomez und Palma stets die besten Freunde gewesen sind. Präsident Roosevelt und Sekretär Hay haben erklärt, daß sie bis dahin keine Kenntniß von der Angelegenheit gehabt hätten. V o n e i n e m N e g e r niedergeknallt. Peru, Ind., 16. Juni. Thomas O'Toole s Wirthschaft war gestern Abend der Schauplatz einer Schießaffaire, welcher aller Wahrscheinlichkeit nach ein Menschenleben zum Opfer fallen wird. In dem Locale befanden sich zur Zeit eine Anzahl Arbeiter der Peru Steel Casting Works", unter ihnen auch der 2tjährige Clarence Gillespie. Dieser sang gerade in dem Augenblick, als der Farbige John Haynes mit einer colorirten Schönheit die Wirthschaft betrat, das Lied "Good Morning Carrie". Haynes glaubte, daß dasselbe Bezug aus seine Begleiterin hatte, und ohne ein Wort zu sagen, holte er seinen Revolver hervor und feuerte denselben auf Gillespie ab. Derselbe sank bewußtlos zu Boden. Die Kugel war in's Gehirn eingedungen und verursachte eine lebensgefährliche Wunde. Haynes wurde verhaftet und entging nur mit knapper Noth der Gefahr, gelyncht zu werden. Schieß-Affaire in West Baden. Paoli, Ind., 16. Juni. In der Wirthschaft des Edward Palmer in West Baden kam es gestern zwischen diesem und Charles Walter von Mitchell, Ind. zu einem Streit, in dessen Verlauf Letzterer seinen Revolver auf den Wirth abfeuerte, denfelben lebensgefährlich verwundend. Walker wurde unter der Anklage des MordAngriffs verhaftet. Bauerlaubnißschein e. V. T. Malott. 1113 O. Washington. Anbau. $7000. SB. L. Milner. Michigan und Highland, Backsteinzebäude, 84300.
