Indiana Tribüne, Volume 25, Number 248, Indianapolis, Marion County, 10 June 1902 — Page 7

Jndiana Tridnne, 10 Juni IVttS.

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Zweiter Frühling.

JUUtftlll nun 7""vt mai T-in Ueber den Ponte Vecchio, die alterthümliche Brücke, welche die Siadttheile von Florenz zu beiden Seiten des genlächlich fließenden Arno miteinander verbindet, schritt an einem glühenden Iuniinorgen ein junger blonder Mann im grauen Touristenanzug, den weichen, breitkrempigen Filzhut weit in den Nacken geschoben. Tie Szenerien am Arnoufer mußten ihm bereits bekannt sein, denn er wandte die Augen weder rechts noch links, hielt die Hände in den Taschen seines Jackets vcrgraben und pfiff beim Gehen leise vor sich bin. Er bog in die Via de Giocciardini ein und strebte, wie selbsiverständlich, die Anhöhe hinan, auf welcher im Schmucke des Boboli-Gartens der Palazzo Pitti seine mächtige Fassade streckt. Hier wartete er. die Uhr in der Hand, bis die Glocken aus der Stadt die zehnte Morgenstunde herüberriefen und der Palast seine Pforten den Besuchern öffnete, stieg alsdann schnell die Stufen zum zweiten Stockwerk empor, in w:lcbem sich die weltberühmte Gallerie befindet, durchschritt ohne Aufenthalt den Saal der Jlias. nur einen liebevollen Blic' mit dem Meisterwerk Giorgiones, dem Konzert des Augustinermönchs, tauschend, und gelangte in den Saal des Saturnus. Noch war er der einzige Gast in dem herrlichen Bau, der sein Entstehen der Eifersucht auf den alles verdunkelnden Glanz der Mediceer verdankt. Der tägliche Schwärm der Jtalienreisenden überschwemmte noch nicht die Säle, und die störenden Bemerkungen der Philisier drängten sich um diese Stunde nicht in die heiligen Kunstbetrachtungen des Wissenden und Lernenden. Vom Saal des Saturnus wandte sich der junge Mann gleich der linken Wand zu, blieb vor einem Gemälde stehen und nahm den Hut vom Kopf. Raffaels Madonnc della Sedia schaute ihn aus großen glückstrunkenen Mutteraugen an. Ja," murmelte er nach einer Weile, so sieht das Glück aus, das wahrhaftige, das selbstlose und gerade darum das reichste Glück. Eine glückliche Mutter! Kann es etwas Glückseligeres geben?" Er setzte sich auf ein Polster, drückte den Hut zwischen die Knie und blieb im Ansehen versunken. Aus dem anstoßenden Saal kam ein leichter Scbritt. Aergerlich wollte der einsame Beschauer die Brauen runzcln, dann flog ein Lächeln des Erkennens um seinen hübschen, von einem jungen, blonden Schnurrbärtchen beschatteten Mund und er ließ sich nicht stören. Aber nach einigen Minuten konnte er nicht anders, als heimlich den Kopf zur Seite wenden. Nur, um sich zu vergewissern, ob sie es auch wirklich war, die sich seit den acht Tagen, die er nun in Florenz weilte, mit ihm in den stillen Kultus des Madonnenbildes theilte. Er hatte sich auch heute nicht getäuscht, als er glaubte, sie an dem leichten, elastischen Schritt zu erkennen. Einen kleinen bemalten Fächer in den Händen, stand sie seitwärts von dem Bilde, auf das sie den Blick mit einem eigenthümlichen Ausdruck sinnend geheftet hielt. Der junge Mann beobachtete sie jetzt schärfer. Sein Interesse an der Dame, die seiner Ansicht nach Ende der Zwanziger stehcn mochte, war schon seit Tagen geweckt, ja, wenn er sich genauer Rechenschaft ablegen wollte, seit der Morgenstunde, in der er sie zum ersten Mal vor dieser Bilderperle angetroffen hatte und ihm die Schönheit ihres dunkelbraunen Haares, der braunen Augen, die so ungewöhnlich groß aus dem blassen, feinen Antlitz leuchteten, aufgefallen war. Die schlanken Formen ihres Körpers, die in ihren Bewegungen das seltsame Gemisch von frauenhafter Anmuth und der leichten Grazie des Mädchens zeigten, waren in ein duftiges Kleid aus weißem Spitzenstoff gehüllt, der schmale Fuß erwies sich elegant beschuht; die Hände bedeckten fein durchbrochene Handschuhe saus Filet, die sich bis zur Mitte des schon geformten Armes hinaufzogen, und auf der griechischen Frisur wiegte sich ein Toque aus wenigen Blumen und Spitzen. Im Gürtel der zarten, biegsamen Taille staken ein paar langstielige Rosen. Tie Dame schien den Blick zu empsinden. Sie that ein paar Schritte, um aiks der Schlinie ihres einsamen Gesellschafters zu kommen und maß ihn dabei stolzen Auges. Aber der Ausdruck echtester, staunender Bewunderung auf dem offenen Gesicht des jungen Mannes machte sie stutzen, eine leise Rölhe huschte über ihr Gesicht, sie lächelte ein ganz klein wenig und verlieh bald darauf den Saal, da von draußen die Stimmen neuer Besucher ertönten. Auch der junge Tourist hatte sich erhoben und war, ohne es eigentlich zu wollen, der Dame gefolgt. In gehöriger Entfernung von ihr schritt er dahin und bewunderte die elegante Figur und ihren sicheren, graziösen Gang. Der W'.z führte am Ufer des Arno entlang, dann rechts ab und hinauf zum Piazzala Michelangelo, einem der wunderbarsten Aussichtspunkte auf Florenz. Neben dem bronzenen David, der Kopie des gewaltigen Marmorbildes, das Michelangelo einst frei aus dem Steinblock herausgehauen, saß sie auf einer !?ank nieder und ließ die Augen über Vas ferne Häusermeer schweifen, bis sie einen Punkt gefunden hat-

ten, an dem sie hafteten. Und wieder sah der junge Lauscher, der nicht weit von ihr hinter einer breitastigen Platane stand, denselben eigenthümlichen, sinnenden Ausdruck des Blickes, mit dem sie Raffaels gemaltes Mutterglück betrachtet hatte, und doch war etwas Neues, Fremdartiges darin, eine Sehnsucht. Wem mochte Blick und Gefühl gelten? Den Klostermauern dort im Osten der Stadt, die wie ein grauer Fleck inmitten glänzender Paläste lagen? Dazu stimmte nicht Gewand und Tournüre, die die Dame von Welt verrieth. Ceer den Palästen selbst, den blühenden Gärten, die heiteres Leben verkündeten? Dazu wieder lag zu viel stille Traurigkeit in dem Blick. Und doch war es Sehnsucht, ein Verlangen, mit dem sie rang. Hier oben auf den Höhen, zu denen sie emporgestiegen war, lagen die stillen Wonnen des Sommers ausgebreitet, und unten in der Stadt, die sie verlassen hatte, pulste das frühlingsfrische Leben des ewig jungen Florenz. Wohl eine Stunde war vergangen. Droben vom Kirchlein San Miniato klang eine Mitlc'gsglocke. Noch einen langen Blick warf die Dame auf das Panorama zu ihren Füßen, und lang-

sam ging sie den Weg zurück, dem Arno zu, über die Brücke in die innere Stadt bis zum Dom, wo sie in einem PrivatHotel verschwand. Maison Nardini," las der junge Mann. Und in einer Stimmung, deren Aufgeregtheit er nicht begriff, die aber fein ganzes Innere mit sonderbaren Bildern und Wünschen erfüllte, umschritt er den Domplatz, kehrte zu dem Hotel zurück und riß sich endlich mit Gewalt los, um sich nach der Post zu begeben und nach Briefen für den Baumeister Karl Erkelenz zu fragen. Er fand Nachrichten aus der deutschen Universitätsstadt, an deren Hochschule er eine Assistentenstellung bekleidete, vor, las sie theilnahmlos durch und befand sich plötzlich wieder vor dem Hotel Nardini. Kurz entschlössen trat er ein, erkundigte sich bei dem Wirth nach einem Zimmer und schon am Nachmittag trug ein Dienstmann sein geringes Gepäck aus seinem bisherigen Hotel in die Pension Nardini. Ueber sein Thun war er sich nicht im Geringsten klar, aber er betrieb die Uebersiedelung so schnell, um nicht Zeit zu finden, erst darüber nachzudenken. Er wußte nur eins: er handelte im Banne dieser großen, braunen, sehnsüchtigen Augen. Die elektrische Klingel rief zum sieben Uhr-Diner. Erkelenz hatte seine grauen Touristenkleider mit einem schwarzen Anzug vertauscht und saß bereits auf feinem Platze, den ihm der Aufwärter angewiesen hatte. Nur wenige Gäste waren anwesend. Die meisten der Hotelbewohner hatten die Schönheit des Tages zu weiteren Ausflügen benutzt, von denen sie noch nicht zurückgekehrt waren. Die Minestra," das nationale Nudelgericht, war als übliche Vorspeise herumgereicht worden, der Aufwärter tauschte klappernd die Teller, und noch immer wollte sie nicht erscheinen, um derentwillen der junge Baumeister Pensionär des Sianor Nardini geworden war. Er begann nachgerade unruhig zu werden und sich im Stillen Vorwürfe über sein übereiltes Thun zu machen. Wer bürgte dem: dafür, daß die Dame in diesem Hotel wirklich Wohnung genommen hatte? konnte sie heute Mittag nicht zu einem kurzen Besuche hier eingetreten sein? Vielleicht gar, um bei Bekannten einen Abschiedsbesuch zu machen. Wahrhaftig, damit wäre das lange, stille Verweilen bei der DavidStatue in Einklang zu bringen gewesen, das einem Abschiednehmen so ähnlich sah. Es war ein kindischer Streich gewesen, ohne jeden Anhaltspunkt mit Sack und Pack hierher zu ziehen, und Erkelenz fühlte, wie ihm die gute Stimmung abhanden kam. Er war doch, weiß Gott, nach Florenz gekommen, um sich über alte Baudenkmäler und nicht über junge Frauen zu unterrichten. Ueber junge Frauen! Er hatte Zeit seines Lebens noch nichts von Liebe gewußt, und seine Kameraden hatten ihn weidlich wegen seiner Weiberscheu gehänselt. In diesem Punkte war er unschuldig geblieben wie ein Kind. Da öffnete sich die Thür. Und erröthend bis unter die Haarwurzeln machte der Baumeister der Dame, die sich ihm gegenüber niederließ, eine ungeschickte Verbeugung. Sie war es, die er erwarte: hatte. In demselben weißen duftigen Kleide. Erkelenz wagte kaum von seinem Teller aufzusehen. Der große, erstaunte Blick, mit dem sie seinen Gruß erwidert hatte, hatte ihn in eine knabenhafte Verwirrung versetzt. Um ihn herum wurde in allen Zungen parlirt. Nur sein schönes Visavis betheiligte sich nicht an der Unterhaltung und beschäftigte sich schweigend mit dem Diner. Dieses Schweigen wurde dem jungen Baumeister von Minute zu Minute peinlicher. Bei seiner geringen Weltkenntniß glaubte er einen stummen Verweis für seine Anwesenheit darin zu erblicken, und er schaute wie abbittend zu seinem Gegenüber auf. Aber das Auge der Dame ruhte so unbefangen und freundlich auf ihm, daß sein s.'.jr Jugendmuth mit einem Schlage zurückkehrte. Befehlen Sie diese Früchte?" fragte er bescheiden und bot ihr die Schale. Sie nickte dankend und begann eine Orange abzuschälen. Er sah ihr ausmerk sam zu, wie sie die goldgelbe Frucht zwischen den feinen Fingerspitzen

drehte. Da traf ihn ihr lächelnder Blick, und er xduzj roth wie ein ertappter Sünder. Darf ich mich revanchiren?" Die Stimme klang so weich und angenehm, und er beeilte sich, eins der Orangestückchcn, die sie ihm auf ihrem Glastellerchen bot, anzunehmen. m Gnädige Frau," sagte er stockend, ich habe wohl die Ehre, eine Landsmännin zu begrüßen? Gestatten Sie mir: mein Name ist Erkelenz." Sie haben recht gerathen," erwiderte sie, seine Namensnennung mit einem Neigen des schönen Hauptes entgegenneymend. Jen befinde mich nur vorübergehend in Florenz." Und wird es Ihnen nicht schwer werden, diese herrliche Stätte wieder zu verlassen? Ich," fuhr er mit jugendlichem Enthusiasmus fort, bin wie berauscht von den Wundern der Stadt. Diese verschwenderische Fülle von Baudenkmälern, von Palästen und Kirchen, von meisterlichen Bildhauerwerken und Gemälden! Ich meine oft, ich könnte mich nicht mehr losreißen." Sie sind Maler?" fragte sie und sah mit Vergnügen auf sein glühendes Gesicht. Nein, gnädige Frau, ich bin Bau meister. Aber gerade der Baumeister soll Sinn für alles Schöne haben, denn er soll alles Schöne in der Architektur, der Plastik und der Malerei zu einem harmonischen Ganzen verbinden. Der Baumeister ist der berufene Vermittler der Kunst." Wenn er selbst ein Künstler ist." Das muß er sein, oder er ist kein Baumeister, sondern ein Bauhandlanger. Der Meister darf von der Form den Inhalt nicht trennen." Sie nehmen trotz Ihrer Jugend Ihren Beruf sehr ernst. Sie müssen einen trefflichen Lehrer gehabt haben." Meine Mutter, gnädige Frau." Er sagte die wenigen Worte mit so tiefem Gefühl, daß es sie durchzuckte.

Ihre Frau Mutter," meinte sie leise, muß sehr glücklich sein." Er schwieg einen kurzen Augenblick, als wenn er sich besänne. Dann begann er offenherzig: Im Palazzo Pitti hängt ein Bild, das schönste, das ist meine Mutter." Sie meinen die Madonna della Sedia?" Ja, das Rafael'sche Wunderwerk. Der Meister muß es in Gedanken an seine Mutter gemalt haben, wenn er auch ein fremdes Modell benutzte. Liegt nicht ein ganzer Himmel in ihrem Auge? Nicht ein Himmel, den sie für sich begehrt. Nein, sie selbst ist nach echter Mutterart voll lächelnder Zufriedenheit still untergetaucht, um in ihrem Kinde glückselig aufzuerstehen zu einem zweiten Leben. In ihrem Kinde, für das sie die Welt und den Himmel beansprucht. Sie bringt in ihren Augen damit kein Opfer, nein, sie ersehnt darin ihr höchstes Glück. Das ist eben das Wunder. Und so ist meine Mutter." Die schöne Frau spielte gedankenvoll mit der Schale der Orange. Erzählen Sie mir mehr von ihrer Mutter," bat sie. O, gnädige Frau," versicherte er fröhlich, in ihrem Leben ist nicht viel Bemerkenswerthes. Sie ist eine einfache Frau, die mich nach dem frühen Tode meines Vaters mit Hintansetzung aller eigenen Wünsche erzogen hat. Das Beste kann man ja nicht erzählen, ich meme ihre Liebe. Aber sie wird auch hierin keine Ausnahme unter den Müttern bilden. Ich wenigstens vermag mir eine Mutter gar nicht anders mehr vorzustellen." .Es wird schwül im Zimmer," warf sie plötzlich ein. Unsere Tischnachbarn haben sich schon in's Freie gerettet. Ich werde ihrem Beispiel folgen. Auf Wiedersehen, mein Herr." Auch Erkelenz erhob sich schnell und machte seinem Gegenüber eine tiefe Verbeugung. Würde die Bitte nicht unbescheiden sein," brachte er zögernd hervor Wollen Sie mich auf meinem Spaziergang begleiten?" Sie hatte ihm den Wunsch abgelesen und kam seiner Verwirrung schnell zu Hilfe. Ich gehe nach den Eascinen, dem Prater. Wenn es Ihnen also Vergnügen macht ich hole nur meinen Hut." Nach wenigen Minuten war sie zurück, und stolz wie ein Fürst schritt Erkelenz neben der anmuthigen Gestalt einher. Wie eine reine, schöne Göttin erschien sie ihm, und je mehr er ihre entzückenden Züge und Formen öetrachtete und den Ton ihrer weichen Stimme vernahm, um so mehr fühlte er sich mit unerklärlicher Gewalt zu ihr hingezogen. Er empfand ein Beglücktsein und eine Unruhe zu gleicher Zeit. Nehmen wir bis zum Parkeingang einen Wagen?" fragte er. Die Dämmerung könnte zu schnell hereinbrechen." Wenn Sie mir gestatten, Sie einzuladen?" Aber, gnädige Frau." protestirte er, wie wäre das möglich?" Unbesorgt," lachte sie mit einem Anflug von Schelmerei. Sie vergeben sich nichts. Ich bin die Aeltere." O, gnädige Frau, was fagen Sie da? Die Aeltere? Nein, nein, damit überrumpeln Sie mich nicht." Und Sie selbst gaben mir von Anfang an den Titel .Frau,' ohne mich zu kennen." Das war der Respekt vor Ihrer lieblichen Würde." Nicht schmeicheln," entgegnete sie ruhig, das kleidet Sie nicht." Er konnte beute des Rotbwerdens

nicht Herr werden, und sie sah es mit heimlichem Gefallen. Gnädige Frau," stotterte er. ich schmeichle nicht. Wie kann man dort schmeicheln, wo es der Gegenstand nicht bedarf. Aber etwas fchön finden, was in seiner Natur schön ist, das kann nicht beleidigen, weil es wahr ist. Und die Wahrheit darf ich fagen und Sie dürfen sie anhören." Wenn ich Sie noch weiter sprechen ließe, würden Sie mich zu einer Aphrodite stempeln." Ja," fagte er ehrlich. Nun war es an ihr, eine heiße Welle zu empfinden, die vom Herzen in die Wangen drang. Sie wandte sich schnell zur Seite, rief einen Kutscher heran, der sich längst schon durch Gestikulationen bemerkbar zu machen versuchte, und stieg in den Wagen.

(Fortsetzung folgt.) Schiller als Stadtrath. In einem bisher wenig bekannten Briefe schreibt Schiller am 25. April 1788 an den Vater des Dichters Theodor Körner: Einen Spaß muß ich Dir erzählen, wenn es nach nicht geschehen ist. Vor einigen Wochen ist durch die vierte Hand die Anfrage aus der fränkischen Reichsstadt Schweinfurth an mich ergangen, ob ich nicht dort eine Rathsherrenstelle mit leidiichem Gehalt, verbunden mit einer Frau von einigen tausend Thalern, die setzt man hinzu an Geistes- und äußerlichen Vorzügen meiner nicht unwerth sei, annehmen wolle. Die Stelle solle mich wöchentlich nur zwei oder drei Stunden kosten, und dergleichen Vortheile mehr. Wie ich mich dabei benommen, magst Du Dir leicht selbst einbilden; doch möchte ich eigentlich wissen, wie man auf mich gefallen ist. Da die ganze Sache mehr der Gedanke einiger Privatleute ist, und man eigentlich nur sagt, daß, wenn ich mich melden würde, sie mir nicht schwer fallen sollte, so erkläre ich es mir so, daß das Ganze eine Idee der Person sein mag, die ich heirathen sollte. Diese hat vielleicht einige Lektüre, die ihr den Menschenzirkel um sie herum verleiden möchte, und da mag sie nun denken, daß sie mit ihrem bischen Gcid und der Lockspeise einer Stelle einen Menschen fischen könnte, der auch noch andere Forderungen befriedigt. Der Zufall hat ihr von meinen Schriften einige vielleicht in die Hände gespielt, an denen sie Geschmack gefunden hat, und für einen Juristen hält sie mich ohne Zweifel. So muß ich mir das Räthsel erklären, und der Meinung ist auch Wieland." Etwas Anderes. Nanu, hex junge Graf hat sein Maturitätsexamen bestanden?" Ja, nach allen Regeln der Gunst!" Es klappt. Der erste Eindruck ist nicht übel." sagte Jemand, der sich auf seinen neuen Cylinder gesetzt batte. (Bin verdäcittiges tjmpfom. Studiosus Bummel (früh Morgens auf der Bude seines Kommilitonen): Du Suff, was ist denn nur mit Dir heute los, Du bist doch so nachdenklich?" S uff: Das weiß der Kuckuck, was mit mir los ist. Denke 'mal, Bummel, ich habe heute früh einen ganz klaren Kopf!" 3orsirfittt Gast: Herr Wirtb, weshalb lassen Sie denn bei keinem hiesiaen Schneider arbeiten?" W i r t h : Ja wissen Sie. trenn ich heute bei einem h i e f i g e n bestelle, fühlt er sich morgen verpflichtet, bei mir zu verkehren, und übermorgen kommt kein Student mebr ?:i mir!"

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