Indiana Tribüne, Volume 25, Number 247, Indianapolis, Marion County, 9 June 1902 — Page 7
Jndiana Tridune, 9 Juni KV0S
7
LEOIANÜO 14 Oiorb Pennsylvania Strafte, Hauptquartier für Brillen und Operngläser. u Mjz rvSTs 0m Qt, 'x 4tx Brillen werden nach den deften Methoden den ugcn ngevat. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Deutsche Buchhandlung. rl Vinavank. 24 irginia ve.. 34. (ewir!e Arcade.) chas. G. Schott. ...Plumbcr... und Händler in den Cleveland Faucet Co's. Bier-Pumpen. 108 West Marnland Str. M Telephon, Neu. 2231. jenry cbwarz ...Keine Weine... Liqnöre, Cigarren und Tabak. No. 2602 Weft Michigan Str. Feiner Lunch von Morg ns 9 bis 12 Uhr, und von 4 bis 6 Uhr Nachmittage p. Y. Broderick. Hotel und Sample Room. No. 2546 West Mchigan Straße. Neues Telephon 4?76. Philip Zapf, Wirthschaft und Restaurant. 42 Virginia Avenue. Lunch täglich von 11:30 Vormittags bis 2 Nachmittags. Auftcr Stew 15c. Rohe Austern 10c. Wm. Stoeffler aloon. 202 Nord Noble Str. eues Telephon 20. The Health Office GEO. SPERR Eigenthümer No. 647 Massachusetts Avenue, 9dt lfrrt Zitanc. Die besten Weine, liqnöre und Cigarren stets an Hand. Jedermann ist freundlichst zu einem Besuch eingeladen. Wirthschafts-Uebernahme. Binnen Zsreunden und Bekannten zur Nachricht daß ich tue bisher von Frank Strakman in 210 und 21t Oft abäst, Cts. SesÄhrti Wirthschaft käuflich übernommen habe und jedermann zum Besuch sreundlichft einlade. Kred. Raseman. Dr. j. A. Sutcliiie, Wund Arzt, Geschlechts-, Urin- undRectum Krankheiten. Offfce : 155 Oft'Market Str. Tel. 941 Ofsice-Stunden : bis 10 Ubr m. ; z bii 4 Uhr m Tas verläßliche und erprobte EMERSON Zum Verkauf bei Tüe JOINERKENNEDYMUSICCO. Lancsentamp Bros. Brass Worts. Gieber und Dreher. Große und kleine Gußarbnten in Messing, Phosphor Bronze, uunmimn, etc. Job- u mttmtatut-.ntbtittn unser, Spezialität 138-142 Oft Georg Str., Jntianapol. , Vt)ns o 121. Hufschmied. W. W. Knight, 108 Virginia Avenue und Ost Marvland St. Neue Tel. 4ft25
S V i 'K-2Z
fWp
r
Eiii Satop.
Vcr. L. Sallentien-Werorr. (Schluß.) Tie Herren nahmen Platz, und es wurde sofort daö Eisen aufgetragen. Eugen fiel doch eine größere Roll? zu. als er selbst geglaubt hatte. Er half dem französischen Kellner die feriigen Speisen aus der Küche holen, und Sam Maclean servirte sie den Herren. Tann reichte Eugen dem Freunde Gläser und Teller zu. wenn ihm dieser winkte, und wiederholt flüsterte ihm Maclean zu. ir mache sich ganz geschickt als Kellner. Während des Essens waren die Herren ziemlich sckweigsam. Es fiel kaum ein interessantes Wort. Aber beim Tessert wurde Champagner gebracht, und nun zogen sich die Kellner zurüc!, um die Herren allein zu lassen. Im Vorzimmer konnten sich Sam und Eugen nach Herzenslust ausplaudern; der französische Kellner war au? einen anderen Posten kommandirt worden, um dort auszuhelfen. Nur nocki einmal mußte Sam das Zimmer betreten, als geklingelt wurde, und die Herren noch eine Flascbe Sekt bestellten. Dann erklärte er dem Freunde: Tas ist der Schluß. Ich kenne schon unseren ,rand Old Man.' Eine dritte Flasche wird nicht getrunken. Nach einer halben Stunde wird geklingelt, und dann muß ich die Rechnung hineintragen. Ich will nur einmal rasch hinübergehen nach den anderen Sälen, um dort nach dem Rechten zu sehen." Eugen blieb allein. Plötzlich ertönte in dem Zimmer, in dem Gladstonc mit den beiden Herren saß, ein lautes Klingeln. Einen Augenblick besann sich Eugen, dann eilte er hinein. Tie Scktflasche war dem Unterstaats sekrctör beim Eingießen aus der Hand gefallen und hatte ihren Inhalt zum großen Theil über den Tisch ergossen. Man forderte Eugen auf, die Gläser nach einem anderen Tisch hinüber zu tragen. Befehlen Sie noch 'eine Flasche?" fragte Eugen in französischer Sprache, in der Hoffnung, daß nun der Grand Old Man" gezwungen sei. auch einmal mit tfrni zv sprechen. An Gladstones Stelle antwortete ihm aber Sir Algernon West: ..Lassen Sie nur vorläufig, bringen Sie die Gläser und die Flaschen dort hinüber nach dein Fensterplatz und legen Sie etwas Holz im Kamin nach." Während der nächsten Viertelstunde hatte Eugen unablässig in dem Zimmer zu thun. Er mußte die Gläser und die halbgcleerte Flasche an den bestimmten Platz tragen. Holzscheite in den Kamin legen, den Tisch, auf dem der Wcin vergossen war, in Ordnung brinaen und abräumen. Während dieser Arbeiten hörte er scharf nach den drei Personen hinüber und vernahm, wie Gladstone sagte: Wir wollen warten, bis der Mensch hinaus ist." Aber Sir Algernon West erwiderte: Es ist ein Franzose, er versteht vermuthlich kein englisch," worauf die Herren sofort lauter zu sprechen anfingen. Während der nächsten fünf Minuten ging es ziemlich lebhaft zwischen den drei Herren zu, dann schlug Gladstone plötzlich mit der Hand auf ten Tisch und rief erregt: Ich thue es innerhalb der nächsten vierzehn Tage, darauf gebe ich Ihnen mein Wort. Ich bin der Sacke gründlich müde, ich trete zurück." Gerade in diesem Augenblick stand Üugen mit einem Arm voll Geschirr in der Thür, und vor Erstaunen hätte er fast da? Geschirr fallen lassen. Gladiwne sollte sein Amt niederlegen, das war klar, und das mußte im ganzen britischen Reiche ungeheure Sensation machen. Wic der Blitz schoß ihm das durch den Kopf. Dann fiel ihm unwillkürlich sein Freund Siowell ein, der ja zum Generalstabe der Pall Mall Gazette gehörte, und nun hatte er einen Gedanken, der ihm das Blut schnelle? durch die Adern jagte. Die Pall Mall Gazette" brauchte einen Scoop." Stowell hatte es ihm gcsagt. Die Zeitung würde die Scnsa tionsnachricht nach englischer Art glänzend bezahlen. Wann geht der nächste Zug nach London? Ich muß sofort zurück!" sagte er erregt zu Sam, der inzwischen wiedergekehrt war. Alter Junge," entgegnete Sam. hast Du den Verstand verloren Ko.nuist vor einigen Stunden hier an. um nach Australien zu fahren, und willst schon wieder nach London zurück! Sehnst Du Dich so sehr nach Deinem Bräutchen?" ftann ich irgendwo einen Fahrplan einsehen oder ein Kursbuch?..Dort drüben liegen sie im Lesezimmer." entgegnete Sam. Du kannst Dir a holen, was Tu brauchst Eine Stunde später verließ Gladstone mit den beiden Herren das Kasino von Bic.rritz. Es war gegen zehn Ubr Abends: um diese Zeit pflegte Gladstone zur Ruhe zu gehen. Je?,t war Sam Maclean frei und forderte den Freund auf. mit ihm noch ?n ein Thea:er zu gehen, wo sie einen Theil der Vorstellung noch genießen könnten. Eunen zeigte den ganzen Abend über eine außerordentliche Lustigkeit, ss'tg lrät u Bett. lie?. sich aber Moraens lumi neun uyr weaen uno eruarie dem Freunde: Ich fahre um elf Uhr zehn Minuten mit dem Eilzuge nach Paris. Wenn es mir dort gelingt, in siebzehn Minuten den Nordbahnhof zu
erretcyen, v um uu, utmM , v fünf Uhr vierzig Minuten in London. Ich muß zurück, es handelt sich um meine Zukunft." Es war am frühen Morgen des 31. Januar 1894, als Stowell in der Privatwohnung des Chefredakteurs der Pall Mall Gazette" erschien, und ihn aus dem Schlafe klingelte. De Pall Mall Gazette" erscheint am Abend, und die Redaktion beginnt ihre Thätigkeit gewöhnlich erst in den Mittagsstunden. Kingston schien zuerst etwas ungehalten, aber nachdem ihm Stowell wenige Worte gesagt hatte, faßte er den Arm des Mitarbeiters und rief erregt: Alle Hagel, das wäre wirklich ein ,Scoov!' Aber wenn es nur wahr ist!" Es ist wahr! Der Mann, der mir die Nachricht bringt, ist absolut zuverlässig. Ich bürge für ihn. Er ist der Bräutigam meiner Schwester." Ist der Mann hier?" Er wartet draußen im Vorzimmer." Lassen Sie ihn sofort eintreten." Wenige Minuten später befand sich Eugen Board dem Gewaltigen der Pall Mall Gazette" gegenüber. ..Kennen Sie uns noch mehr mittheilen, als die nackte Nachricht, daß Gladstone gehen will?" fragte Kingston. Recht gern. Aber ich möchte vorher wissen, was ich für meinen Bericht bekomme." Fordern Sie, mein Herr!" entgegnete Kingston. Zweitaufend Pfund!" (vierzigtausend Mark) antwortete Eugen ohne
Zögern. Kingston überlegte einige Zeit. Machen wir es kurz. Nehmen Sie eintausendfünfhundert Pfund und eine Anstellung bei uns. Sie können in der Administration eine gute Stellung bekommen. Sie erhalten dadurch eine Rente, die vielleicht mehr werth ist, als das Geld, das man Ihnen auf einmal zahlt." Board sah fragend seinen Freund Stowell an, und dieser nickte ihm zu. Ich bin damit einverstanden," erklärte jetzt Eugen. Sie bekommen natürlich das Geld erst ausbezahlt, wenn sich die Nachricht bestätigt hat." Damit bin ich einverstanden. Es ist felbstverständlich. Sonst wäre Jedermann in der Lage, die Zeitungen in unerhörter Weise zu beschwindeln." Und noch eins," meinte Kingston, Sie müssen sich schon etwas Zwang gefallen lassen. Sie dürfen dieses Zimmer hier nicht verlassen, bis unser heutiges Blatt erschienen ist." Auch damit bin ich einverstanden, meine Haft wird ja nicht allzu drückend sein." lachte Eugen. Kingston klingelte nach der Dame, die seinen Haushalt führte, und befahl ihr. ein Schlafzimmer für Board einzurichten, ihm aber auch die nothwendigen Speisen und Getränke hinein zu setzen. Dann schloß er ihn selbst in das Zimmer ein und begab sich mit Stowell nach dem Geschäftshause der Pall Mall Gazette," unterwegs fortwährend vor sich hinmurmelnd: Das ist ein .Scoop!' Damit schlagen wir alle unsere Konkurrenten. Aber wenn es nur wahr ist!" Gegen vier Uhr Nachmittags erschien die erste Ausgabe der Pall Mall Gazette" vom 31. Januar 1894. An der Spitze des Blattes stand mit Riefenbuchstaben eine Nachricht, die wie ein elektrischer Schlag durch die Bevölkerung Londons ging, die in den nächsten Minuten in Tausenden von Telegrammen durch das ganze Land unddurcb die Welt flog, die Nachricht, daß Gladstone beschlossen habe, sein Amt niederzulegen. Die Nachricht klang unglaublich. Weder lag irgend ein politischer Grund vor, um Gladstone zu veranlassen, aus dem öffentlichen Leben zu scheiden, noch hatte er in irgend einer Weise in der letzten Zeit auch nur die geringste An deutung gethan, daß er gehen wolle. Es gab keinen Menschen in dem politischen Leben Englands, der nicht überzeugt gewesen wäre, Gladstone habe Die fesie Absicht, bis an sein Lebensende in der politischen Arena we:ter zu kämpfen. Deswegen war die Sensation eine ungeheure, und die Pall Mall Gazette" hatte einen Gewinn von Tausenden von Pfunden, den.i in den nächsten Tagen wurde sie mehr gekauft als je. und sie stand mit einem Mal wieder an der Spitze jene englischen Blätter, welche die besten und neuesten Nachrichten haben. Sir Algernon West aber hatte den Nachtheil davon. Es kamen Hunderte von Depeschen an ihn, um bei ihm anzufragen, ob ihm e.oas davon bekannt sei. daß Gladstone zurückzutreten beabsichtige. Mit der Geduld und Zuvorkommenheit. die jeder englische Staatsmann gegenüber der Presse seines Landes hat, beantwortete er alle diese Depeschen sofort dahin, daß der Premierminister nicht daran denke, sein Amt niederzulegen. Die Morgenzeitungen vom 1. Februar verkündeten diese Nachricht von Sir Algernon West mit riesengroßen Lettern und verfehlten nicht, mit minbestens ebenso großen Buchstaben dazu zu drucken: Die .Pall Mall Gazette' ist hint'r's Licht geführt worden, die Nachricht von dem Abgange Gladstone! ist eine dreiste Erfindung!" Am Nachmittag des 1. Februar aber erschien die Pall Mall Gazette" und brachte an der Spitze ihrer Nummer die Nachricht: Wir halten unsere gestriae Mittheilung betreffs des beab-
sichtigten Verzichtes des Premiermtmfiers auf sein Amt vollständig aufrecht. Die nächsten Tage werden uns recht geben, und wenn der Premierminister und seine Freunde jetzt noch die Absicht der Amtsniederlegung ableugn:n. so haben sie eben ihre Gründe dazu." Es waren bange Tage, die nun folgten, bange zehn Tage, in denen Mr. Kingston fast noch mehr graue Haare bekam, als er fchon hatte, in denen Eugen und Stowell in banger Ungewißheit schwebten. Eugen konnte zwar darauf schworen, daß er Gladstone es selbst hatte sagen hören, er werde in ungefähr vierzehn Tagen feinen Abschied nehmen. Er hatte gehört, wie der Premierminister darauf sein Wort gab. Aber wenn er die besorgten Gesichter der Personen sah, deren Schicksal gewissermaßen von der Wahrheit der Nachricht abhing, die er nach London gebracht hatte, dann kam auch ihm der Zweifel, und der schreckliche Gedanke stieg in ihm auf: wenn Du Dich verhört hättest! Qualvolle zehn Tage vergingen, dann brachten die Organe der Regierung selbst die Nachricht, daß Gladstone in der That sein Abschiedsgesuch bei der Königin eingereicht habe, und zwar in so bestimmter Form, daß die Königin es nicht werde ablehnen können. Jetzt erst sank der Alp von der Brust derer, die von der Bestätigung dieser Nachricht abhängig waren. Dreihigtausend Mark zahlte die Pall Mall Gazette" an Eugen (thatsächlich), und an jenem Tage ging Mr. Kingston wie jedes Mitglied vom Generalstabe der Pall Mall Gazette" erhobenen Hauples umher, denn man hatte einen Scoop" gemacht, einen grandiosen Scoop."
Drei glückliche Menschen saßen in der Wohnung Stowells zusammen, nämlich er selbst, seine Schwester Susan und Eugen Board. Es wurde Verlobung gefeiert, und der Hochzeitstag für eine der nächsten Wochen festgesetzt. Die Menschen, die wenige Tage vorher fürchteten, sich für immer trennen zu müssen, waren durch eine klejne Laune des Schicksals wieder vereinigt. Eines aber hielt Eugen, der eine gut dotirte Stellung in der Inseratenabtheilung der Pall Mall Gazette" erhielt, noch für seine Pflicht. Er beauftragte einen berühmten Rechtsanwalt, die Klage gegen Robinson in der zweiten Instanz zu erheben, und zahlte sofort die Summe von fünfzig Pfund, die als Vorschuß gefordert wurde. Dies hatte den Erfolg, daß Robinson in Angst gerieth und dem Kläger einen Vergleich anbot. Ein solcher' kam dahin zu Stande, daß der Schwindler Eugen die Kaufsumme zurückzahlte, die dieser ihm für das Geschäft gegeben hatte. Eine kleine Laune des Schicksals! Solche kleine Launen machen einzelne Menschen glücklich, stürzen Kaiserreiche und bringen ganze Welttheile in Verwirrung. Hier war sie ehrlichen, glücklichen Menschen ym Segen geworden. Wozu die Bildung gut ist. Unter der Aufsicht des gestrengen Herrn Sergeanten reiten die Einjährigen des Regiments in der verdeckten Bahn und in einer Anwandlung von Großmuth nimmt der Herr Sergeant es heute mit dem Dienst nicht so genau. Ja, ja. meine Herren", sagt er plötzlich, die Zeiten des Rekruten - Exerzierens sind nun bald vorbei, nur noch werige Tage, dann werden Sie den Sch dronen zugetheilt, und wenn der Herr Rittmeister Sie dann schleift, daß Ihnen die Augen übergehen, dann werden Sie gar manches Mal stöhnen und seufze: Die schönen Tage von von von . Einjähriger Meier", wendet er sich dann plötzlich an den Tetenreiter. Sie sind ja em gebild'!- ! ter Mensch, sagen Sie doch einmal was sind das doch sur schonen Tage? Meinen der Herr Sergeant vielleick die schönen Tage von Aranjue erwidert der Einiähriae. ..Richt' i richtig", stimmt der Herr Sergec ihm bei, sehen ie mal. Emjahrir Meier, da sieht man einmal wieder, wozu die Bildung gut ist. Ich bin ja auch ein gebildeter Mensch, aber toTtn Sie, drei Dinge kann ich nicht ause.nander halten:' die schönen Tage von Aranjuez. dieVenus von Milo und den Postillon von Loniumeau." Englands größterSohn. Eine englische Wochenschrift veranstaltete letzthin unter ihren Lesern eine Abstimmung darüber, wer "BritaiV forcrnost living son" sei. Leider betheiligten sich nur 50 Leser. Das Ergebniß der Abstimmung ist aber doch durchaus typisch, und deshalb von Interesse. Die 50 Leser vertheilten ihre Stimmen auf 16 Personen, und zwar folgendermaßen: Ehamberlain 13, Lord Salisbury und Lord Rosebery je 8, der Erzbischof von Eanterbury 4, Herbert Spencer, der nebenbei gesagt, dieser Tage seinen 82. Geburtstag feierte, und ein neues Auch, betitelt 'Tact and Comments" veröffentlichte, 3, der Dichter Swinburne, der König und Lord Cromer je 2, Lord Roberts, Lord Kitchener, Lord Curzon, John Morley, die Dichter Meredith und Stephan Phillips und bft populäre Philosoph Benjamin Ridd je 1, desgleichen Tolstoi, den ein kundiger Thebaner offenbar für einen Engländer hielt. Die Generäle haben offenbar sehr an Kredit verloren; vor zwei Jahren hätten sie zweifellos an der Svitze einer solchen Liste gestanden.
Vrnvaistcs Erzbisthum. vlfchos Farley, der Verweser der ew Yorker Vrjdiöiese. Die Eriözese New Nork steht zur Zeit im Mittelpunkte des Interesses der katholischen Welt. Die Wahl eines Nachfolgers für den verstorbenen Erzbischof Corrigan ist für die römische Kirche von hoher Bedeutung, denn das New L)orker Erzbisthum ist eines der größten und reichsten der Welt, und rivalisirt in dieser Beziehung mit denen von Paris und Wien. Es umfaßt die Staaten New York und New Jersey und einen Theil der Vahama-Jnseln. Die mannigfachen Pflichten und Bürden des New Yorker Erzbischofs, dessen geistlicher Obhut 1,500,000 Seelen unterstellt sind, erfordern für das Amt einen energischen, vielseitigen Mann, der nicht nur Theologe und Prediger sein darf, sondern auch über ein bedeutendes organisatorisches und diplomatisches Talent verfügen muß. Die Art und Weise der Wahl ist durch das kanonische Gesetz vorgesckrieben. Zuerst treten die permanenten Rektoren der Erzdiözeft und die Diöze-san-Konsultoren zu einer Konferenz zusammen und einigen sich in einer geheimen Berathung über die Auswahl von drei Kandidaten, deren Namen an die neun Bischöfe der Kirchenprovinz gesandt werden. Nachdem die Bischöfe einen oder sämmtliche Kandidaten indossirt, oder eine neue Liste aufgestellt haben, wird das Verzeichniß aller Namen den Erzbischöfen der Ver. Staaten vorgelegt, welche in gleicher Weise entweder die Borschläge acceptiren oder durch neue ersetzen. Diese von den drei Körperschaften ausgewählten Namen, deren Zahl nach dem Vorhergesagten mindestens drei und höchstens neun sein muh, werden dann nach Rom gesandt, wo die Kardinäle und in letzter Linie der Papst die endgiltige Auswahl treffen. Wähl-
Weihbischof John M. Farley. bar ist jeder Priester, doch wird gewöhnlich ein Bischof für das Amt ausersehen. Die Konferenz der Rektoren und Diözesan-Konsultoren hat kürzlich in der Hudsonftadt stattgefunden, und es heißt vielfach, daß dortselbst Weihbischof John M. Farley von New York, der dermalige Verweser der Erzdiözese, von den Abstimmenden bevorzugt wurde. Die endgiltige Entscheidung des Papstes dürfte jedoch nicht vor Herbst erfolgen. Weihbischof Farley wurde in Irland geboren und war lange Jahre hindurch Sekretär des verstorbenen Kardinals McCluskey. Er ist 56 Jahre alt und hat als Weihbischof wiederholt Gelegenheit gehabt, seine Befähigung in der Verwaltung der Diözese zu erweisen. Mystcriöscs Infekt. 7t alle 17 Jahre in den Ver. Staaten wiedertehrendl Baumheuschretke. Gegenwärtig werden abermals eine Anzahl Staaten der Union von der zlle 17 Jahre :oiederkehrenden BaumHeuschrecke heimgesucht. Das Insekt. das in allen Theilen des Landes östlich von den großen Prairien gefunden wird, scheint nur in den Ver. Staaten heimisch zu sein, da man es sonst noch nirgends aus der Erde beobachtet hat. Die Baumheuschrecke erscheint in den Monaten Mai und Juni. Es kriechen dann in den Stunden von neun Uhr Abends bis ein Uhr NachtZ an den Bäumm und Sträuchern schwarze Käfer hinauf. Oben auf den Bäumen vollzieht sich hierauf die letzte Häutung der Thiere, indem sich aus der schwarzen Larve ein vollkommenes Insekt schält, das mit seinen hellen gazeartigen Flügeln eine Länge bis zu drei Zoll erreicht. Die Farbe des Thieres gleicht derjenigen der Baumrinde. Das Weibchen macht mit seinem scharfen, hornartigen Legestachel in die Rinde der Zweigenden feine Einschnitte, und setzt in diese seine Eier ab. Nach sechs Wochen schlüpfen die weißgraufarbigen Larven aus den Eiern. Sie fallen zur Erde oder werden vom Winde heruntergeweht. Alsobald verkriechen sie sich in die Erde, in die sie manchmal bis zu 20 Fuß Tiefe eindringen. Im Allgemeinen aber gehen sie nicht tiefer als zwei Fuß. Während ihres Lebens in der Erde saugen die Larven mit Hilfe ihres sehr spitzigen Rüssels den Saft aus den Wurzeln der Bäume und anderer Pflanzen und häuten sich häufig. Gewöhnlich nach 17 Jahren die Gelehrten sind sich darüber nicht ganz einig kommen dann die Larven wieder an die Erdoberfläche. Ihr Erscheinen flößt abergläubischen Leuten jedeö
Ma'. großen Schrecken ein, da sie glauben, daß das auf den Flügeldecken der Insekten abgebildete W Krieg (War) bedeutet. Thatsache ist. daß die Thiere, wenn sie in großer Zahl auftreten, Baum- und Sträuchzweige zum Welken und Absterben bringen, ja selbst das Eingeben größerer Bäume verursachen. Eigenthümlich ist, daß, während die weibliche Baumheuschrecke stumm ist, das Männchen ein surrendes Geräusch hervorbringt, das nach den Einen durch Reiben des Rüssels an der hornigen Brustplatte entsteht, nach Anderen durch das Wetzen der rauhkantigen Beine aneinander. Eine Anzahl Entomologen behaupten, daß das Erscheinen der Baumheu-
Angesressener Baumzweig. Weibliche Baum Heuschrecke. Letzte Larve der Baumheuschreckc. schrecken, über deren Auftreten hierzulande zum ersten Male im Jahre 1715 berichtet wurde, vom Zufall abhängig ist und daß zuweilen auch nur 13 oder 15 Jahre bis zum Wiedererscheinen des mysteriösen Insekts in großen Schwärmen vergehen. An Feinden der schädlichen Insekten ist übrigens kein Mangel. Für Spcrlinge, Schwarzvögel. Hühner, EichHörnchen, SÄweine und Hornissen bildet die Baumheuschrecke oder ihre Larve eine Delikatesse, auch soll sie für die Indianer ein bevorzugtes Gericht sei Big Four Bahn Ercursionen Sonntag, 15. Juni. Lawrcnccburg. Aurora und Zwischenftatione. 81 oder weniger für die Rundfahrt. Spezialzuq verläßt Indianapolis um 7.30 Uhr Morgens. Rückfah.t von Aurora um 7 Uhr Abcnos. Union City. Wabash und Zwifchcfiationen. speziell Zug verläßt Indianapolis um 7.45 Uhr V. M. Relounahrt von Union City um 6 Uhr und von Wabash um .40 Uhr Abends. Tas Staats Arbeitertag Comittee versammelt sich an düscm Tag in Wabash. AWNINGS WE F00L THE SUN Unser Garantie unsere Lrbeit ift so gut wie old TollarS. HtaQft Teuf & AwDiBir Ö, 447 Ost Washington Str. Phones 1122 Theodore F. Smither, geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Pech- und Kiesdacher, T 'cher von Asphalt nnd Gilsonit. 0& Engros Händler in allen Arten von Tackt uuri.lien. Telephon : neu 861 j alt grcen 121. 301 Weft Maryland Str. Südweftl. Eck von Senate ve. und Marvland tr. ...Theorie und Proris... Die Theorie bleibt ewig grau, Doch praktisch ist der Bernhard Thau, Denn Jeder weiß daß in der Stadt Das allerb. ste Brod er bat. Wer 'nrnft versteht von Pumpernickel. Hat schnell den Tau'schen stet beim Wickel; Und nach den Tau'schen Butterwecken, Sich Tausende die Finger lecken. D'rum nicht gezögert immer schlau. Kauft was Ihr brauchet stets beim Thau, j 861 Hosvröok Str j Maritftand U3-124. Telephon (neu - 3233 1 Funmccs, Eisen und Blech-Arbeitcn. ' Joseph Gardner. 3741 Kentucky Slvenne Telephon 322. Milchkannen, elbehälter und Alchenbe' auf Bestellung gemacht.
