Indiana Tribüne, Volume 25, Number 238, Indianapolis, Marion County, 29 May 1902 — Page 7
Jndi ,na Tribune, 20. Mai RVttS.
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Mi XUKUUUnilK Erzählung aus dem Englischen. ? V von Ernst Btto Hopp. e) o i $o$? rnoo ; o K i o i o: 0 1 6 In Hamptonville, einer Vorstadt von London, saßen in der Villa der Lady Mansfield mehrere Gäste beim Fiwfuhrthee zusammen. Es waren die beiden alten und schwerreichen, unvcrmählt gebliebenen Damen Julie und Arabella Codrington und Herr Lefcbre, der Junqgeselle7.dandy der Ortschaft, der an Pracht der Krawatte, der gestickten Welle und der gut sitzenden Hose mit den Allerstilvollsten konkurriren konnte, und in Begleitung von zwei hübschen Dachshunden erschienen war, die juwelengeschmückte Halsbänder trugen. Sonst war nur noch Fräulein Ellen zugegen, Lady Mansfields dritte Tochter. Sie war gerade keine hervorragende Schönheit, aber eine ganz nette Blondine, nicht sehr groß, mit haselnutzbraunen Augen und einem energischen Zug um den feingeformten Mund. Die Ereignisse des Tages wurden natürlich besprochen, und der Klatsch der Ortschaft wurde verarbeitet: datz der neue Arzt Fräulein Laura Nenvers stark den Hof mache, daß der junge Taunton sich mit Fräulein Mink verloben wolle, und datz die Familie Eo!lingwood Hamptonville verlassen habe und sich an die Südküste in die Nähe von Brighton zu begeben beabsichtige. Das Gespräch schleppte sich trotz aller Bemühungen der Gastgeberin nur mühsam hin, während ganze Ströme von Thee und Massen von Biskuit vertilgt wurden. Der gezierte, ewig lächelnde, ältliche, fette Jüngling Lefebre, die wandelnde Chronik von Hamptonville, der mit einem verbindlichen Gesicht und jährlich achttausend Pfund Rente auf die Welt gekommen war, machte die aufregende Bemerkung, die Collingwood'sche Villa werde reparirt. angestrichen und wcsentlich verschönert. Man sagte mir," bemerkte er, eine aus Transvaal gekommene Familie habe den Platz gemiethet; sie nennt sich Mortimer, ein kinder'oses Ehepaar mit dem jüngeren Herrn Stephen Mortimer. Sehr reiche Leute, wie ich höre. Ein prachtvoller Vrouqham und sechs elegante Pferde sind schon angelangt, und Dutzende von Wagenladungen treffen für die GewächShäuser ein." Uitlanders?" fragte eine der Damen Codrington. Da werden sie wobl keine Besuche machen, die sollen ja alle sehr formlose Leute sein." Da Niemand die Mortimers kannte, widersprach auch keiner. Als die Fremden indessen ein paar Tage später wirklich anlangten, war die allgemeine Neugierde so groh, daß man sie überall auf das Freundlichste empfing. Der ältere Mortimer hatte einen Zug j wialer Gutmüthigkeit, auch das Auftreten seiner Frau gefiel allgemein. Sie gingen sehr einfach, aber gediegen, und von der gleichen Solidität war alles in ibrem Hause, von dem Thürhüter an bis zu dem silbernen Prunkgeschirr der Tafel, dem iadellosen Porzellan, den köstlichen Teppichen und dem Inhalt der Gewächshäuser. Dabei waren Mortimers durchaus nicht aufdringlich, und in der Gesellschaft spielten sie in rührender Selbsterkenntnitz oft genug darauf an, daß sie halbe Wilde" seien und keinen Anspruch darauf machen könnten, die erste Rolle zu spielen. In Wahrheit aber hatten sie sich nach verhältnitzmähig kurzer Frist als eine der matzgebenden Familien Hamptonvilles entwickelt, und Lady Mansfield, die sie vom ersten Augenblick an patronisirte, sang ihr Loblied jedem, der es anhören wollte, in allen Tonarten vor. Die höchst stilvolle" Lady wußte auch warum. Sie hatte im verflossenen Jahr enormes Glück gehabt und ihre beiden ältesten Töchter auf's Beste verheirathet. Ihre Schwiegersöhne waren reiche Lords, die einige Meilen von Hamptonville entfernt prächtige LandHäuser besaßen und natürlich an der Spitze der besten Gesellschaft standen. Die jungen Damen Mansfield waren ja nicht hätzlich, aber auch nicht gerade schön, wohlerzogen, für die Nachmittagsthcegesellschaften, für Tennispartien und Abendcirkel jeder Art Vortrefflich abgerichtet und in Allem erfahren, was das Schein- und Modeleben erfordert. Auch Ellen, die jüngste, noch ledige, machte der sorgfältigen Erziehung der Mutter keine Schande. Sie würde sich nie eine unpassende Bemerkung erlaubt, nie eine unzarte Ansplung gemacht, eine ungehörige Frage gestellt haben. Sie war die jüngste, aber die korrekteste und hat'e ein gewisses Selbstbewußtsein, sie hatte zuweilen eine eigene Meinung und eine Anlage zur Bestimmtheit, durch die sie sich von anderen Puppen der Gesellschaft unterschied. Stephen Mortimer war ein breitsckulteriger grotzer Mann mit blondem Haar, nicht sehr extravagantem Schnurrbart und einem Paar Wasserblauer Augen. Er war ein geborener Damenmann" und hatte einen zutrau-lich-naiven Zug, der gewöhnlich ansprach; in seinen Blicken lag etwas Schmachtendes und Sehnsüchtiges. Er war bescheiden, hatte a5er nichts Steifes, sondern besah die gefälligen, leichten Manieren, die man sich in der guten Gesellschaft erwirbt. Zu Mansfields kam er. sah und siegte. Für Ellen war er bald der Mann ihrer Träume, er schien nach kurzer Frist so verliebt in
sie, wie sie in ihn. Er kam auffällig oft, und Lady Mansfield war eine kluge Frai. Manchmal war sie nicht zu Hause, wenn er vorsprach, aber Ellen war da und hielt ihn fest, bis die Mutter heimkam. Wenige Wochen vergingen, und sie waren verlobt. Das junge Paar war außerordentlich zärtlich und glücklich. Der ältere Mortimer erschien eines Tages und meinte, eine große, prunkvolle Hochzeit sei nicht nach Stephens Geschmack, und langes Hinausschieben völlig unnöthig. Die Mittel seien da, Stephen wolle seiner Ellen zur Morgengabe vierzigtausend Pfund darbrinqen. Das brach allen Widerstand. Lady Mansfield ließ jeden Einspruch fahren. Eine so schnelle Hochzeit gehörte zwar nicht ganz zum guten Ton; aber da der Bräutigam cs wünschte, gab sie nach. Eine passende Wohnung, ein sehr theures, sehr kostbar eingerichtetes Stockwerk, war bald gefunden. Die Hochzeit fand in aller Stille statt, nach den FUtterwochcn begannen die Besuche, und zahllose Einladungen wurden empfangen und erwidert. Ganz Hamptonville staunte über das beispiellose Mansfield'sche Glück. Hamptonvilles Mittelpunkt bildet eine Reihe von Geschäftshäusern, wo Schlächter, Bäcker, Kurzwaarenhändler und andere Kaufleute ihre Läden haben. Rechts davon liegt die Kirche und das Pfarrhaus, links ein fashionables Gasthaus und eine Art Rathhaus mit den Bureauzimmcrn für Polizei und Behörden aller Art, und rundum gibt es Landhäuser mit größeren und kleineren Gärten, Rasenflächen zum Ballspiel, Treibhäusern und Pavillons, je nach dem Geschmack der Besitzer. Der Eine hat sich Ziersträucher angepflanzt, der Zweite zieht Pyramidenobst, von dem ihn jede Birne ungefähr ein Pfund Sterling kostet, der Dritte hat Teiche graben lassen, auf denen Gondelfahr-
ten mit echt venetianischen Fahrzeugen stattfinden, der Nächste schwärmt nur für Gardenien und Chrnsanthemum in dreihundert Arten, und, ein Anderer für glattgeschorenen Rasen, der wie ein Sammetkleid den sanft welligen Abhang überdeckt. Die Hunde tragen im Winter Ueberzieher, und mehrere Lords haben so zahlreich.- Bedienung, daß man sagi. sie hielten Kosthäuser für nichtsthuende und nichtsnutzige Lakaien, die sich tn versanedene Klassen und Kasten gliedern Kutscher, Ausläufer, Stallknechte, Bediente, Kammerdiener, HausHofmeister, Köche und Andere, für welche die deutschen Ausdrücke fehlen. Die ganze Gegend riecht förmlich nach satten, wohlgepflegten Menschen mit rosigen, glattrasirten Gesichtern; sie haben Alles, was man kaufen kann, das zarteste Steak, die fettesten Fasanen, d-e besten Austern. Abends, wenn die Krösusse und Nabobs heute in diesem, morqen in jenem Landhause zusammenkammen, schimmert und glüht und duftet es in den Gesellschaften. Die Herren tragen nach hohem Muster gestickte Westen und Brillantknöpfe am gefältelten Hemd, die Damen neben Spitzen, Seide, Atlas und Sammet ihre Saphire, Rubinen, Türkise und Perlen. In vielen Familien gibt es, wie das Recht der Erstgeburt einen besonderen hochtönenden Titel verleiht, für den Besitzer auch besondere Schmuckerbstücke, zum Theil von kolossalem Werth und in alterthümlicher, sehr gesuchter Fassung. Der mit den Verhältnissen Vertraute kann zu jedem Namen sofort die jährliche Einnahme hinzufügen: Lord Taunton ist sechzehntausend Pfund jährlich werth," die alten Damen Codrington haben zusammen zwölftausend und so weiter. Selbst der Prediger in dieser reichen Gegend ist kein armer Vikar von Wakefield," sondern verfügt über etwa achtzigtausend Mark jährlich, und manch' ein Haushofmeister oder erster Kammerdiener bezieht nach deutschem Maßstab ein Präsidentenoder Ministergehalt. Bettler gibt es nicht, zerlumpte arme Leute kommen gar nicht vor. dafür forgen die Diener und die Polizeibeamten, und sollte es doch einige geben, so kauft man ihnen ihr lästiges Erscheinen ab und macht sie zu regelmäßigen Almosenempfängern, denen es ganz ausgezeichnet ergeht. Eines Tages aber wurde bei Lord Taunton eingebrochen. Die Diebe mußten mit der Bauart der Villa und der Einrichtung der Zimmer ganz genau vertraut gewesen sein; es war von der kostbaren Einrichtung nichts berührt worden, auch Silbersachen und Porzellan hatten die Einbrecher durchaus nicht berücksichtigt, nur die Diamanten waren fort, die sich in zwei von einander getrennten Schränken befunden hatten. Das verrieth eine ganz unheimlich?, intime Kenntniß. Acht Tage später verschwanden die sämmtlichen Schmucksachen des Herrn Lefebre, und kurz darauf alle Juwelen des Herzogs von Arlington. Die Diebstähle waren mit raffinirter Schlauheit ausgeführt worden, wahrscheinlich nicht in der Nacht, sondern in der Abenddämmerung, wenn die Herrschaft irgendwo zum Essen eingeladen war, und die Dienerschaft sich süßem Nichtsthun ergeben hatte, sich in der sogenannten Stadt, dem Geschäftsviertel, umhertrieb oder einen Besuch bei befreundeten anderen Dienern abstattete. Die Diamanten des Herzogs schätzte man auf mindestens fünfzehntausend Pfund; der alte Herr, der in seine edlen Steine vernarrt war, schäumte vor Wuth und tteß eine ganze Schaar GeHeimpolizisten aus London kommen.
Man maß die Fußspuren, die im Garten sichtbar waren, stellte bei allen Kutschern, Köchen und sonstigen Angestellten genaueste Nachforschungen an uni fand nichts. In dem stlshionablen Gasthaus: !o girteu sich zwei Detektives ein, um in Falle der Noth rasch bei der Hand zr sein; alle Fremden, die sich etwa b!vcker ließen, wurden scharf überwacht, irnt ein paar Strolche, die sich in der Umgegend umhergetrieben hatten, sofor verhaftet. Die Mühe war indessen ver geblich, die Edelsteine kamen nicht wieder an's Licht, und es gab nicht einma einen ausreichend begründeten Verdacht gegen eine bestimmte Persönlichkeit. Auch die Uitlanders wurden ball darauf ausgeraubt; die ältere Frai. Mortimer zeigte der Lady Mansficlt sogar die Leiter, welche die Diebe hatten stehen lassen. Ich hatte eine Art Vorgefühl," sagt, sie, daß wir jetzt an die Reihe kommer würden, und legte ein paar Klcinigkeiten. die ich täglich zu tragen pflege, sowie meinen prachtvollen Schmetterling den Sie so bewunderten, unter die Matratze meines Bettes. Da lagen sie denr auch sicher, aber alles Andere ist fort mein Brillanthalsband, meine Armbänder, mein ganzer Smaragdenschmuck, den ich mir selbst in den Minen zusammengekauft habe! Es ist unerhört! Mein Mann hat eine höh Belohnung ausgesetzt, aber ich zweifle, daß dies etwas helfen wird." Nein, es half nichts und nutzte auck nichts, daß man unter den Londone: Juwelieren Beschreibungen und Abbil-
düngen der bedeutendsten und kostbarsten Stücke cirkuliren ließ und vor den Ankauf warnte. Dagegen wurde einig! Tage darauf bei den alten Damen Codrington eingebrochen, und es wurder deren prachtvolle, in ihrer Art einziger Saphire dabei erbeutet. Das älteste Fräulein Codrington kränkelte seitdem der Schreck war ihr in die Glieder gefahren; man sagte, sie hätte einen bei Einbrecher gesehen, der dicht an ihr vorübergehuscht sei. Cs riß nun eine noch nie dagewesenc Diamantenlosigkeit ein. Bei einer Abendgesellschaft, die Lord Camder gab, fand es sich, daß unter siebzehn Damen über die Hälfte keine Brillanter, mehr besaßen. Die Londoner Diamantenhändler freuten sich insgeheim, während sie öffentlich sehr entrüstet thaten: denn die Nachfrage nach den edlen Steinen nahm zu, und der Preis stieg. Du reichen Familien ließen doch nicht ab. Diamanten zu tragen und begannen den Ankauf neuer Schmuckgegenstände, Keinem der Geschädigten aber fiel tl ein, daß sich dies alles erst ereignet hatte, seitdem die südafrikanischen Herrschaften in Hamptonville waren. Nur eim kam auf solche Gedanken, und dies war die geborene Mansfield, die Frau des jüngeren Mortimer. . Die Neuvermählten lebten wie ein Turteltaubenpaar in London. Abends ging es in ein Theater oder mit der Bahn auf das Land hinaus zu den beiden Schwägern der jungen Frau Mortimer, oder zu den guten Bekannten in Hamptonville. Die Rückfahrt erfolgti mit einem späteren Zug, den der ältere Mortimer scherzweise den Lumpensammlcr" nannte, und der halbe Vormittag des nächsten Tages wurde dann nicht selten verschlafen. Manchmal ging Stephen auch aus, in Geschäften, wie er sagte. Was hast Du denn nur für Geschäfte?" fragte ihn einmal feine kleine Frau. Ich habe viele Antbeilscheine bei Banken," erwiderte er, und in Pretoria auch noch Häuser und Grundstücke, sowie ein paar Vergwerksantheile, und muß hier und da verkaufen und neue Aktien einkaufen. Ich sollte mir eigentlich einen Sekretär halten, der dies besorgt, aber ich mag nichts Fremdes um mich leiden." Das klang ja ganz plausibel und hätte jeder anderen Frau genügt; Ellen war indeß eine scharfe Beobachterin. Als sie noch verlobt waren, hatte sie eines Tages wahrgenommen, daß ihr Verlobter eifrig zeichne. Er hatte einen ganz genauen Entwurf der Villa eines der Schwäger fertig gestellt, und Ellen war es aufgefallen, daß nicht lange nachher ein Einbruch in diese Behausung erfolgte, der für die Diebe von günstigem Erfolge begleitet war. Damals hatte sie diesen Gedanken nicht weiter verfolgt, denn die Lieb? war wie ein starker Rausch über sie gekommen; jetzt fiel ihr die eigenthümliche Liebhaberei ihres Mannes, genaue Abrisse von fremden Landhäusern zu entwerfen, schwer auf's Herz, und allerlei Gedanken stiegen in ihr auf. Endlich fragte sie ihren Gatten direkt. Ich war in früheren Jahren," versetzte er, so etwas wie Ingenieur und Architekt, und interessire mich heute noch für die Konstruktion passender und bcquemer Privathäuser, ich werde uns später einmal eine Mustervilla herstellen lassen." Es ist aber doch sonderbar," bemerkte sie. daß überall in diesen Villen eingebrochen wird, gerade in denen, deren Umrisse Du entworfen hast." Ja. das ist wirklich sonderbar," entgegnete er, Wechsel? dann aber das Gesprächsthema rasch; auch war es ihrem scharfen Auge nicht entgangen, daß er die Farbe verändert hatte und blaß geworden war. Sollte cs wirklich möglich sein, daß ihr Mann, ihr heißgeliebter einziger Stephen, in irgend einer Beziehung zu den Einbrüchen odrr zu den Einbrechern stand? Der Gedanke war so absurd, daß sie ihn ver.
werfen mußte, aber der Verdacht wa, in ihr aufgekeimt, den sie nicht miede? entfernen tonnte, der wie ein Nachtgespenst, wie ein unheimlicher Schatten vor ihr auftauchte, der sie um ihren Schlaf betrog, und den sie nicht miede, las werden konnte. (Schluß folgt.) W
Cnn Auslanöe. Seit einiger Zeit werden in Koblenz vier Herren vermißt, von denen bis jetzt nur einer ermittelt wurde. Der langjährige Taxator des städtischen Pfandhauses N. Schüller machte einen Spaziergang nach Güls; cr kam nicht mehr lebend zurück, wurde vielmehr bei dem Rheinorte Leutesdorf als Leiche gelandet. Von den übrigen Vermißten (Bäckermeister Gries, Lederhändler Hoffmann und Rentner Starmanns) fehlt jede Spur. Der Vedkerter E i n w o hner Peter Dombai. welcher im Hungariabad in Budapest als Badediener beschäftigt war. wurde brieflich aufmerksam gemacht, daß seineGattin ihn betrüge. Der eifersüchtige Gatte reiste nach Hause und überzeugte sich von der Richtigkeit dieser Mittheilung. Er suchte 'die Frau auf. sperrte sich mit ihr ein und versetzte ihr eine Unzahl Messerstiche, bis sie starb. Dann meldete er sich bei der Behörde. Im königlichen Opernhause zu Berlin ereignete sich bei der Generalprobe zu Robert der Teufel" ein eigenartiger Unfall. Die Probe war gerade bis zur Schlußscene des dritten Aktes vorgeschritten, in der die Tänzerinnen das Verführungsballet aufführen. Zwei Balleteuse wurden bei der Einübung ihres Pas von den Valletmeistern so unglücklich geschwenkt, daß sie mit den Köpfen aneinanderstießen; die Tänzerin Fräulein Kleinke trug eine Gehirnerschütterung davon und mußte nach dem Krankenhause überführt werden. D er 26 Jahre alte Georg Bader, der seinen Vater, den Bürgermeister Franz Josef Bader in Mohrenhausen ermordete und zur Vcrdeckung der That das väterliche Anwesen in Brand steckte, wurde durch Scharfrichter Reinhardt im Hofe des Untersuchungs - Gefängnisses zu Augsburg enthauptet. Vollzugs - Commissär war erster Staatsanwalt Bilabel, den geistlichen Beistand leisteten Domkaplan Köberle und Kapuzinerpater Archangel. Bader, eine untersetzte, kräftige Figur, sprach bis zum letzten Augenblick laut d:e Gebete nach. Ein Trommelwirbel, wozu Leute des 3. Infanterie - Regimentes komman.dirt waren konnte unterbleiben; nur das arme Sünderglöckchen wurde geläutet. Der blutige Akt vollzog sich sehr präzis in wenigen Sekunden. Kopf und Rumpf wurden in einen Sarg gelegt, der sogleich zum Friedhof gefahren wurde. Die Karmelitergasse, in der das Untersuchungsgefängniß liegt, war durch Chevauleger gesperrt. InderMenagerieViano inReggio Emilia befindet sich eine prächtige Löwin Namens Lea", die seit einiger Zeit an einer schweren Augenkrantheit litt. Herr Viano mußte sich endlich entschließen, sie operiren zu lassen. Vor einigen Tagen wurde nun in der Menagerie die Operation von dem Augenarzt Dr. Tirelli in Gegenwart zahlreicher Aerzte und Thierarzte vorgenommen. Die Löwin war vorher mit starken Stricken u. mit Lederriemen. die ihr den Kopf festhielten, gefesselt worden. Dr. Tirelli trat darauf in Begleitung seiner Assistenten in den Käfig ein und ging mit großer Ruhe ans Werk. Die Operation dauerte nur wenige Minuten. Als Lea" wieder von den Fesseln befreit war, begann sie wild zu brüllen und wollte sich in ihrer Wuth auf den Operateur stürzen. Herr Viano hielt sie aber zurück, so daß nicht der geringste Unfall zu beklagen war. In d e r R u e d e Mouffetard zu Paris wurden die beiden Kinder des jungen Ehepaares Santerre, der 6jährig? Pierre und der 5jährige Louis, in ihren Betten in einer engen Mansardenstube erstickt aufgefunden. Eines der Kinder hatte während der Abwesenheit der Mutter, die mit ihrem Gatten täglich sehr früh aufsteht, um als Milchausträgerin etwas hinzuzuverdienen, das Versteck gefunden, in dem die Zündhölzer aufbewahrt werden und beim Spielen mit diesen einen Garderobeständer in Brand gesteckt. Als die Mutter nach Hause zurückkehrte, erfüllte dichter Qualm die Wohnung. Trotz allen sofort angestlllter Mederbeleoungs - Versuchen mußte der herbeigeeilte Arzt den bereits eingetretenen Tod der unglücklichen Kleinen feststellen. Die Mutter war vor Schmerz außer sich und konnte nur mit Mühe daran verhindert werden, sich aus dem Fenster auf die Straße zu stürzen. Die Staatsanwaltschaft in Groß - Kanizsa hat den Keßthelyer Einwohner Theodor Loskay, der seine beiden Kinder, den 12jährigen Franz und die 4jährige Margit, mittelst Arsenik vergiftet hatte, beim Strafgerichte unter Anklage gestellt. Loskay soll den Doppelmord verübt haben, um eine Frau heirathen zu können, welcher er das gesammte Vermögen als Heirathsgut verschreiben wollte. Die Anklage lautet auf Mord in zwei Fällen.
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