Indiana Tribüne, Volume 25, Number 233, Indianapolis, Marion County, 23 May 1902 — Page 7

Jndiana Tribune, W. Mai RVVS.

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OOOOOOO ( X Roman von Theodor Kabelitz. CK040404Ö (Fortsetzung.) Im Krankenzimmer wurde Licht gemai5t.'?!iehuus sragte nach seiner Verlobten. Ich meine, sie wäre hier bei ir," sagte die Großmutter. Vorhin sprach sie mit dem ÜDottor." Sieh doch einmal drüben nach." Tie akte Frau kam bald zurück. Dort ist sie auch nicht. Sie hat Dich wohl nicht stören wollen und ist still fortgegangen. Dieses Blatt lag auf dem" Tisch. Gewiß hat sie Dir's aufgeschrieben." Niebuus las: L-bt Alle wohl, frai mir nicht nach! Sucht mich in Ohlsdarf srätcr! D a g a. " Tödtlicher Schrecken sprach aus den Zügen de Mannes. Daga war krank. sie hatte es schon gefühlt, als er ihrer Unrast nachfragte vorhin, als sie es lncinete. Was ist Dir. Georg? Was schreibt Deine Braut?" Nichts. Mutter, nichts! Ich weiß nichts Gewisses. Schicke sofort zur Ge- j Heimräthin. sie soll Nachricht geben, or Daaa w Hause ist, und wie es ihr geht. Schnell. Mutter, schnell!" Auf die Botschaft hin kam die Geheimräthin selbst, athemlos, von Angst bedrückt. Elsa war bei ihr. Ist Daga nicht hier? Sie ging zu Ihnen, vor Stunden schon. Was ist mit ihr?" Fort ist sie krank! Dies hat sie geschrieben." Erbleichend stand die Geheimräthin da. Der Zettel zitterte in ihrer Hand. Dann erwachte die Energie der geängstigten Mutter. Du bleibst hier, Elsa, ich eile nach Hause, ob Daga dort ist. ob sie inzwischen gekommen ist. Sollte sie hier eintreffen, bringst Du mir Nachricht. Wenn zu Hause etwas geschieht, schicke ich Maz Großmutter Neuhaus strich mit der Hand über die Snrn des Kranken. Nicht aufregen, Georg, nicht die Hoffnung verlieren. In Gottes Hand stehen wir Alle." Ja. Mutter, ja. Aber jetzt laßt mich allein. Macht es dunkel im Zimmer." i Die Nacht ist keines Menschen Freund, Georg!'' Ich möchte a.?ein sein. Mutter." Still ging die Greisin hinaus. Dann war's dunkel im Gemach. Drinnen lag Georg Niehuus. Irr und wirr zuckten die Gedanken durch sein Hirn, dem Blitze gleich in schwüler Finsterniß hierhin und dorthin flammend, grell, schmerzhaft. War sie geflohen aus Furcht, weil er die Mutter zu sich nahm, die Mutter, die aus der Straße des Schreckens kam? Trieb die Angst sie fort, weil sie die Ansteckung fürchtete, oder war's schon die Krankheit, die sie in sich fühlte, die grauenvolle, tödtliche Krankheit. deren Keim die Vcutter in's Haus gebracht? Hatte sie recht gehabt mit ihrer Furcht? Trug er selbst die Schuld an dem. waö geschah? 2ln ihrem Tode vielleicht? Immer höher stieg seine Erregung, immer wirrer waro es ihm im Kop. Und dann wurde es plötzlich auch dunkel in seinem Geist schwarz', schauervolle Nackt. Großmutter Neuhaus saß inzwischen im Nebenzimmer. Ihr Sohn hatte sie hinauszugehen gebeten, kein Zeichen rief sie zurück, kem Laut verrieth, daß er xaHb ihr verlangte. Unheimlich still war's im Hause, als wäre der Tod eingekehrt. Und hatte er sie zu geben veranlaßt, Großmutter Neuhaus fühlte, daß er ihrer bedürfte. Nicht Einsamkeit that ihm noth, nein Liebe. Liebe! Die Braut war nicht da, doppelt sorgen mußte die Mutter. Auf den Spitzen der Zehen schlich sie zu ihm hinein. Georg!" Er regte sich nicht. Ihre Hand tastete nach seinem Haupt, nach seinen Händen. Er gab keine Antwort, machte keine Bewegung. Schreckensstarr stand die alte Frau einen Augenblick da. Dann raffte sie sich zusammen. Nicht thatenloses Klagen. Hilfe that noth. Sie rief Elsa, rief die Wärterin. Der Anfall hat sich wiederholt. Wer schabt einen Arzt herbei?" Ich!" sagte Elsa. Ihr Beide seid erfahren in der Pflege, ich kann hier nichts thun." Ot,ne eine Minute zu verlieren. eilte sie fort. Die Mutter mit der Wärterin bemühten sich um den Bewußtlosen. Eine Droschke kam daher. Elsa rief den Kutschcr an. So schnell als möglich zu einem Arzt, ganz gleich, welchen!" Hat hier auch einer die Cholera. Fräulein?" Nein, Schlaganfall. Nur vorwärts!" Der nächste Arzt war nicht zu Hause. .Weiter, Kutscher, zu einem Anderen! Die nächste Adresse ist die beste!" Keinen fand sie daheim. Die ganze Stadt war ein riesiges Arbeitsfeld für die Männer der Wissenschaft. Uebermenschliches wurde verlangt und auch geleistet von ihnen. Ohne zu ermüden rannte Elsa treppauf, treppab, fuhr immer zweiter, von

einem Arzt? zum anderen. Endlich fand

sie HH'e. Auf der Treppe kam ihr der Doktor entgegen, ein alter Mann war es. Er keuchte die Stuftn herauf, langsam und schwer. Kommen Sie. Herr Doktor, die höchste Eile thut noth!" rief Elsa. Ich kann nicht mehr. Kind, ich kann wirklich nicht mehr. Seit vier Tagen bin ich nicht mehr aus den Kleidern gekommen. Ueber seine Kräfte hinaus kann Niemand." Nur noch den einen Weg! Mein Wagen hält unten, er bringt Sie auch wieder zurück. Nur dieses Mal noch, Herr Doktor!" Und dann kommt ein Anderer und sagt ebenso. Haben Sie kein Mitleid mit mir?" Nein, die Kranken sind wichtiger. Sie sind noch gesund." Sie verstehend, Kind. Sie haben Energie, das muß wahr sein. Also weiter, so lancze die alten Knochen zusammenhalten." Die Haushälterin stand im vorderen Zimmer. Wie geht's dem Herrn?" fragte Elsa. Er ist noch ohne Bewußtsein. Fräulein Brandow." Ohne sich aufzuhalten, schritt Elsa hindurch. Eine Flasche Wein für den Doktor, auch einen Bissen zu essen. Nasch!" sagte sie im Vorbeigehen. Sie wußte selbst nicht, wie umsichtig sie handelte. Der Arzt untersuchte den Kranken. Schlaganfall. aber noch ist Hoffnung!" Er beschrieb ein Blatt Papier. Das lassen Sie in der Apotheke machen und flößen's ihm ein immer drei Tropfen von Viertelstunde zu Viertelstunde bis er erwacht. Und dann dies hier. Einen Eßlöffel die Stunde!" Im Vorderzimmer trank der Arzt sein Glas Portwein. Bitte, noch eins!" Erst einen Bissen dazwischen essen. Herr Doktor! Hier ist ein Stuhl! Einen Augenblick dürfen Sie sich setzen." Dem alten Herrn gegenüber nahm sie selber Platz und sah ihm zu. wie er heißhungrig aß. ..Es ist so lange her. Kind, ich weiß aar nickt mehr, wann ick den letzten iöii)en zu nur genommen habe." Elsa schenkte ihm ein. Nun dürfen Sie auch wieder trinken, Herr Doktor!" Sie versteher6. Kind! Ich glaube, jetzt brauche ich gar nicht erst nach Hause." Aber Sie kommen wieder, Herr Doktor? Nicht wahr? Sie versprechen mir. daß Sie wiederkommen!" Sie verstechen's, Kind! Sie verstehen den Menschen zu packen!" Und Sie kommen wieder?" Ich werde kommen. Gott behüte Sie. liebes Kind!" Genau nach Vorschrift des Arztes verwendete Großmutter Neuhaus die Medizin. Unentwegt saß sie am Bette ves kranken Sohnes. Stunden vergingen, bevor er das Bewußtsein erlangte, und als er zu sich kam, war die Lähmung ärger als je zuvor. Ein großes, weithin sichtbares Schild machte die Sanitätswache kenntlich. Dort hielt Dogas Kutschcr und sah sich nach seinem Fahrgast um. Daga ruhte zusammengekrümmt und mit geschlossenen Augen in der Ecke des Hinteren Sitzes. Sie stieg nicht aus. He, Fräulein, wir sind da!" Sie regte sich nicht. Von drinnen kamen Leute. Daga öffnete matt die Augen, als man sie aus dem Wagen hob, vermochte aber kein Wort, sondern nur ein röchelndes Stöhnen hervorzubringen. So, jetzt hat die auch die Cholera," sagte der Kutscher philosophisch. Na, ein Glück, daß sie beim Einsteigen bezahlt bat." Auch auf der Sanitätswache war man der Meinung, eine Cholerakranke vor sich zu haben, und der Krankenwagen nahm Daga auf. Dann begann die Fahrt durch die Stadt. Hier und da gab es Aufenthalt unterwegs, da schob man neue Personen herein Männer, Frauen, Kinder, alle durcheinander, wie man sie vorfand in den Häusern. Cholerakranke in jedem Stadium des Leidens. Weiter, immer weiter, bis der Wa gen gefüllt ist. Der Tod fuhr durch die Straßen. Daga war mitten im Zuge. In Niehuus' Wohnung verzehrte sich Elja vor Unruhe. Vaga war nicht zurückgekommen, aber auch von ihrer Mutter traf keine Nachricht ein. Sie wollte und konnte nicht mehr warten. Ich möchte zu Hause nachsehen, wie es dort geht. Oder ist noch etwas zu thun für mich, Großmutter?" fragte sie. Die Anrede ging ihr so glatt von den Lippen, als hätte sie die alte Frau von Kindesbeinen an Großmutter genannt. Ich bleibe am Bette sitzen und wache die Nacht. Weiter weiß ich nichts, liebes Kind. Vielleicht kommt er zur Besinnung. Der Arzt hat uns ja Hoffnung gegeben." Zu Hause fand Elsa die Mutter in Thränen. Beim Eintritt der Tochter sprang die Geheimräthin auf. Ist sie dort angekommen? Ich vergehe vor Angst!" Die geängstigte Frau strich mit dem Tuch über die Augen. Wie geht's Niehuus?" Schlecht. Der Anfall hat sich wie. derholt. seitdem Du bei ihm warst. Er ist ohne Besinnung." Gott, mein Gott, wie wird das noch enden?" Der Jammer um die Verschwundene brach wieder hervor mit Allgewalt. Ich verliere mein Kind, widersvrick nickt. Elsa! Etwas Grüß-

liches ist geschehen, ich fühle es." Elsa senkte traurig den Kopf. Womit sollte sie trösten? Die Sorge wuchs höher und höher auch in ihr. und die Sorge verlangt Thaten. Die Thränen der Geheimräthin flossen heftiger. Elsa, hilf mir! Komm mit mir. daß wir Daga suchen!" Ja, Mama. Aber Max soll uns begleiten. Ist er gleich noch ein Knabe, so ist er doch gut und verständig. Wir könnten einen Boten gebrauchen." Die drei betraten die Straße. Wohin führst Du uns. Elsa?" fragte die Mutter. Nach der Sanitätswache. Wir können nicht durch die Straßen irren ohne Ziel. Wenn Daga etwas zugestoßen ist. erfahren wir es dort am ehesten. Ich kenne Jemand daselbst. Er hat ein Herz, er wird uns rathen, er hilft uns nachforschen." Von Mutter und Bruder begleitet, schritt Elsa nach der Sanitätswache, die Robert Gützlaff genannt hatte. Sie trafen fast gar keine Passanten, wer nickt mußte, ging nicht binaus. Aber der Tod fuhr durch die Straßen. Vor einem Hause hatte er Halt gemacht, gerade als du drei vorüber kamen. Ein Körper wurde zur Thür herausgetragen. es war ein junges Weib im Nachtgewand. Sie lebte nock. An ihrem Fuß hing ein Vlättchen Papier, Name und Adresse standen daraus. So lange der Zettel festsaß, konnte die Frau nicht verwechselt werden mit anderen. So trug sie ein Mann auf den Armen sie wußte es nicht. So schob er sie in den Wagen. Sie ward's nicht gewahr. Die Geheimräthin preßte den Arm ihrer Tochter. O. Elsa, das ist furchtbar! Komm schnell fort von hier." Ter Tod ist überall. Mama, keiner kann ihm jetzt ausweichen." Sie schritten weiter. Einen Blick in das Innere des Wagens warfen sie nicht. Hätten sie es getban. jeder weitere Weg wäre ihnen erspart geblieben.

Sie hätten Gewißheit gehabt, wenn es auch die schrecklichste war. So schritten sie vorüber. Der Tod tber fuhr weiter durch die Straßen, knd Daga befand sich mitten im Zuge. Auf der Sanitätswacke fragte Elsa nach Robert Gützlaff. Man sagte ihr nicht, was .demselben zugestoßen war. aber Doktor Klüwcr wurde gerufen. Er hörte Elsas tiefbewegte Bitte. Wenn er etwas sähe von Daga, etwas erfragen könnte! So und so habe sie gcschrieben; nun sei sie verschwunden sei: Stunden. , Doktor Klüwer suchte Elsa und ihre Mutter nicht zu trösten. Ein tiefer Athemzug hob seine Brust. Schmerz konnte er nicht ersparen, nur Schimpf und Schande fernhalten von den Unschuldigen. Auch diegeängstigtenFrauen würden ihren Schmerz überwinden, wie Zehntausende ihn überwinden mußten, denn das Grab der Tochter, der Schwester war nicht entehrt vor der Welt. So weckte er keine Hoffnung, die sich nicht erfüllen durfte. Aber Nachricht wollte er senden, sobald er Tagas Spur gefunden. Und finden mußte er sie zuletzt in den Baracken draußen. Und jetzt gehen Sie nach Hause. g?t!.m Sie schnell nach Hause! Blicken Sie nicht nach rechts noch links. Aerger als je wüthet die Cholera in Hamburg. Ich sende Nochricht, sobald ich selbst welche habe!" Erst gegen Ende des nächsten Tages fand Doktor Klüwer Dagas Spur. Eine Frau, wie er beschrieb, war eingeliefert. In den Baracken läge sie. Aus den Baracken wies man ihn in die Todtenhalle, dort sei sie jetzt. Suchend schritt Doktor Klüwer durch die Reihen, die endlosen Reihen der Todten. Seine Augen blickten traurig, das Grauen hatte er verlernt in dieser Zeit. Wer ausgelitten hatte, war am wenigsten zu beklagen. Von der Decke herab träufelte Karbol. Es traf seine Kleider, traf die, die ausgestreckt lagen an der Erde. Tropfcn um Tropfetz schlug auf. unablässig. wie der Regen oon der Dachtraufe fällt. Hundert hatte er gesehen die Gesuchte war nicht unter ihnen. Noch hundert und wieder hundert. Nur weiter. Endlich stand der Arzt still. Das war sie. Ein weißes Gesicht, selbst im Tode noch schön. Traurig ruhte sein Blick auf dem starren Antlitz. Sie hatte gehalten, was er erhoffte von ihr. Ihr Verbrechen war mit freiwilligem Tode gebüßt. Jetzt durfte er sie beklagen, die sich so entsetzlich verirrte, und das Geheimniß ihres Todes blieb gewahrt. Im Innersten bewegt wandte sich Doktor Klüwer auf seinem Wege zurück. Alles mußte nun seinen Gang gehen. mit Daga wie mit allen, die hier lagen, wie mit allen, die noch kommen würden. Draußen standen die Wagen. Bald würden die Reihen hier drinnen verschwinden für heute. Morgen waren die Plätze wieder gefüllt bis zum letzten. Draußen aber in Ohlsdorf wuchs und dehnte sich das Riesengrab. Doktor Klüwer hatte nicht vergessen, was seine Lilli beim Fest der Arbeite? über Elsa unv Robert Gützlaff gesagt. Auch daß Elsa nach Dagas Verschwinden ihre Mutter herführte, um bei dem Monteur Rath und Hilfe zu suchen, war noch in seinem Gedächtniß. Nun mußte die traurige Nachricht in's Haus der Geheimräthiu gebracht werden. Robert Gützlaff war so weit hergestellt, daß er den Weg übernehmen konnte, und der Arzt bat nun, daß er es thun möge. (Schluß folgt.)

Krieg den MoSkitos ! Für die armen Moskitos von Mont--lair, N. I., die schon seit zwei Jahren nicht mehr ihres Lebens so recht froh werden können, sind abermals Tage der Trauer hereingebrochen, denn der Gesundhciisrath des freundlichen Landstädtchens setzt auch Heuer mit ungeschwächten Kräften seinen Vernichungskrieg gegen die beschwingte Pest ton New Jersey" fort. Seit dem Frühjahr 1900 rückt er ihr mit rohem Lrdöl zu Leibe, und in jeder Moskitofamilie herrscht Furcht und Verzweifiung. Ernstlich erwägen die Stamnesältesten den Plan einer Massenlluswarkderung von Montclair nach Dem benachbarten Newark oder der Seestadt Hoboken, und in den großen Heerlagern der blutdürstendcn Mos-!ito-Armee, in den Sümpfen und chlammgräben in und um Montclair, Dird nur e i n Gesprächsthema vcn:tlkt: die entsetzlichen Petrolcumbäder ?es grausamen Gesundheitsraths. Verzeblich suchten die Generäle der stachelwehrten Reisigenschaar bisher nach :inem erfolgreichen Feldzugsplan gegen ?en übermächtigen Feind. Den Moslitos in den Swamps" von Mont!lair soll ein Moltke noch geboren wer)en, wehrlos sehen sie sich der Petroeumspritze gegenüber, und seufzen bei hrem Anblicke: Morituri te salu-

;ant!" (Die dem Tode Geweihten zrüßen Dich.) Einen schwachen Trost nimmt aller)ings der Moskitoheros, der seine edle Seele auf dem Felde der Ehre, unter ?en duftigen Erdölstrahlen aushaucht, nit hinüber in die ewigen Jagdgründe: jn den Gefilden der Seligen gibt es !eine Petroleumspritzen, und auf der ündigcn Erde bleiben noch immer Miliarden tapferer Stammesbrüder, um )en Tod des Kampfgenossen an seinen Nördern blutig zu rächen. Das hat )ie Jerseyer Moskitogarde selbst vor ?en tapferen Grenadieren des großen Morsen voraus: sie ergibt sich nicht. über sie stirbt auch nicht! Und wenn :in Meer von Erdöl sich über New Jer'eys Fluren ergösse, und jeder Bewohner des MoSkitostaates eine Petroeumspritze wie der Gentleman von ,Old Kentucky" den Revolver in der Hosentasche trüge: Der Tag wäre immer noch in nebelhafter Ferne, da ?er letzte Moskito mit wehmüthiger Todtenklage die Ufer des Hackensack mtlang zieht, wie der letzte Mohikaner m schwankenden Nachen über die Ztromschnellen des Niagara in's Nirvana fuhr. Die geplagten Einwohner von New Zerscy stehen denn auch den PetroleumExperimenten des wohllöblichen Ge'undheitsraths von Montclair ziemlich skeptisch gegenüber. Ja in Montclair selbst sind die Meinungen getheilt, nd eine besondere Anti-Moskito-Liga ?efürwortet die Verbreitung der Wasserjungfer (Libelle) in großem Maßstabe, da dieses Insekt den Moskito ils besondere Delikatesse schätzt und sich zleichzeitig durch eine mit seinem schöcien Namen wenig harmonirende GeMäßigkeit und Raubgier auszeichnet. Schließlich sind aber die Versuche mit )em Erdöl weder kostspielig noch beson)erö unbequem, und so werden sie denn luch Heuer fortgesetzt. Die ganze Geschichte kostet kaum $100 jährlich, ein Faß Petroleum, mit 50 Gallonen Inhalt, reicht für etwa fünf Wochen. Beimte des Gesundheitsraths führen das Zrdöl mittelst eines leichten Wagens !n nächste Nähe der Sümpfe und Teiche, und dort wird das Petroleum mit einer primitiven Handpumpe aufgespritzt. Die Brüt der Moskitos wird dadurch oernichtet. Veranlassung zu den Ex?erimenten gab hauptsächlich das Umsichgreifen der Malaria in Montclair, )a diese Krankheit nach dem Aussprucke -nedizinischer Autoritäten durch die Moskitos Verbreitung finden soll. Aber, wie gesagt, der Erfolg ist trotz ?es Eifers, welchen die Angestellten des Jesundheitsmts bei der Sache entwickeln, ein sehr problematischer. ZweiCellos wird ein großer Theil der Moskitos und besonders ihrer Brüt auf die angegebene Weise vernichtet und die Noskito-Väter und -Mütter haben zllen Grund, ihren Verfolgern in Montclair zu zürnen und sich gelegent.'ich durch recht kräftige Bisse zu revanchiren. Solche Bisse werden aber die zuten Bürger von Montclair noch sehr oiele zu erleiden haben, trotz ihrer gerühmten Petroleumspritze. Der Krieg ver Leute gegen ihre Peiniger erinnert :in wenig an die Heldenthaten Don Quixotes, des edlen Ritters von La Mancha, der gegen Windmühlflügel kämpfte. Bisher hat sich nämlich kein einziger der Nachbarorte von Montclair veranlaßt gesehen, das Experiment des dortigen Gesundhcitsrathes nachzuahmen, und die Folge ist, daß dem im Ringen ihn die Existenz schwer bedrohten Heldenvolke der Moskitos von Montclair immer neuer Zuzug aus der Umgebung ersteht. Bald treibt ihnen der Wind ganze Schwärme von Stammes- und Kriegsgenossen aus den Niederungen von Hoboken zu. die sich als wildes Rachekorps auf die erschreckten Bewohner des Städtchens stürzen, bald nahen neue Schaaren als blinde" Passagiere eines Eisenbahnzuges, denn der Kühnheit des Jersey-Moskito:'," gegenüber erweist sich selbst der allgcwaltige Eisenbahn-Pool als machtund wehrlos. Unumschränkt beherrscht der Moskito trotz der Erdölspritzen von Montclair noch immer New Jerseys Gefilde, und höhnend summt er in frecher Variante die Worte: Unser ist der Staat."

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