Indiana Tribüne, Volume 25, Number 230, Indianapolis, Marion County, 20 May 1902 — Page 7

Jndiana Tribune, 20. Mai RVS.

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142 )!ord Pennsylvania Strafte, Hauptguatticr für Brillen und Opernglaser. 42 11 SV liTl Ä UV CIAITZ Vrillrn erden ach den besten Methoden den Augtn ngept. Künstliche ugen werden schmerzlos eingesetzt. Eis! Eis! Eis! Vfi bade mit inqanu Co. einen ontrakt gemacht um das dxi. welches letzten Ämter bei Broad ipPUelnq.deimn wurde. ,u verkuen. An der (feie Htm Serien straße und Ktonon Cuenbaljn ?)arks. werde "ch StS zu den folgenden Preisen von der Ear ver. ""''"ü bis 2 Psund zu ver 100 Pfund. 00 Psund und darüber. 10c per 100 Psund. Abgeliefert 50100 Pfund bei einer Adlikserung. 30c per 100 Psd 100-300 Psund dkl eilt bllkfeluna. 20c ver Pst 300 sooPfd. bei emer Ablieferung. 17V2c ver 100 Wst öoolooo Pfd. bei einer bliefcrung. 13c per 100 P'd 1000-2000 Psd. bei emer Abllkserung, läc per 100 Psd A. CAYLOB, Office: 505 255. Pratt Slr. Tel. neu 3816 TOM MULBINE, Sample Room 2021 West Michizan Str. Feine Weine, Liquörc .... und Cigarren. EDWARD Ä. MI. Eigenthümer Büffet Saloon 10 Nord Delaware Str. Neues Telephon 2258. L. A. Roos und Allen McCaulcy, Schankkellner. Sommergarten von Mathew Lewis, Ro. 119 Nord West Straße. lAred. Rakemann's alter Platz. Feine Weine, Liquörc und (Sigarreit unch aus Bestellung feroirt zu jeder Zeit, ftntei Phon Esse keine todten" sondern kaufe BLUE POIMS Anftern, ganz oder auf der Halb Schale, zu einem Cent per Stück. Verkaufte über eine Mil lion in der letzten Saison. M,HUö?si' John F. Sanders Sample Room, 228230 Ost Wabash Str. Beste tveine, kiquöre : : : und bizarrer Telephon alt und neu, 955. Dr. j. A. Sutcliffe, Wund Arzt, Geschlechts-, Urin- undRectum. Krankheiten. Office : 155 Ost Market Stt. Tel. 941 Office-Stundea : 9 b,10 Ubr Bm. ; 3 bi4 Udr Nm.

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(Fortsetzung.) .Und mein Platz ist bei Dir." Ich werdr kaum Zeit haben. Dich zu sehen. Es ist besser, Tu reisest mit Deinem Vater, Tu kannst mir hier nicht helfen. Lilli." Aber Du wirst fühlen, datz ich in der Nähe bin. Wenn T müde bist, kommst Tu zu uns." Es ist besser, Du reisest, LiM." Wo Du bleibst, da bleibe ich auch." ??a. ich seh's schon kommen, datz ich auck hxtx bleiben muß," sagte der Kommcrzienrath. Das bat man nun davon. wenn man einen Arzt zumSchwiegersohn nimmt." Tic Damen Brandow hatten schwei gend zugehört, jetzt verabschiedeten sie sich, beide in tiefen Gedanken. Also die Cholera war in Hamburg, täglich starben vi:lc Menschen, man verheimlichte es nur noch. Je länger Daga über die Sache nachdachte, desto mehr fiiblte sie sich persönlich davon berührt Zum Beispiel, wenn Jemand vergiftet wurde! Eine solche Sache fällt immer auf. Jemand ist gefund und stirbt dann plötzlich. So etwas svricht sich herum. Für die Aerzte ist es gar kein Kunststück, ganz rasch festzustellen, an welchem Gift der Betreffende gestorben ist oder die Betrefsende. Tann sehen sich die Gerichte den Fall an. und es dauert gar nicht lange, so haben sie's heraus, wer ein Interesse daran nahm, daß derjenige oder diejenige nicht mehr unter den Lebenden weilte. Wenn Eifersucht vorliegt oder wenn einer erben will, kommen solche Dinge vor, und wer so etwas gethan hat, der wird meist entdeckt. Aber jetzt. Wenn die Cholera heftiger wurde, wenn täglich vielleicht viele Hunderte starben, wer fragte dann noch nach dem Einzelnen? Daga geri:th nun in immer tieferes Sinnen. Wenn einer einen Feind hatte oder sonst Jemand, dem er nicht wohl wollte, konnte er ihn jetzt leicht loswerden. Wenn einer jetzt plötzlich starb, da kam kein Arzt und suchte nach dem Gift, da fragte kein Gericht, wer erben würde. Wer todt war. war todt. Er hatte eben die Cholera gehabt. Wenn Tausend an einem Tage starben, wie Doktor Klüwer sagte, kam es gar nicht darauf an, ob man noch einen mehr begrub oder zwei. In solchen Zeiten, wie Doktor Klüwer meinte, daß sie kommen würden, war es ja ganz leicht, Jemand zu beseitigen, der im Wege war. Aber Niehuus' Mutter und Enkel waren niÄt nur im Wege, sondern auch fern. Da lag die Hauptschwierigkeit. Man mußte doch auf irgend eine Weise mit ihnen in Verbindung treten, um Du saast ja gar nichts, Daga. Wie qeht's HerrnNiehuus?" fragte dieMutter. Daga fuhr ein wenig zusammen bei der Anrede. Wie meinst Du, Mama i Ack so! Ich fand sein Aussehen nicht

gut." st etwas verabredet worden?" I"V Daga war nun doch wieder einen Augenblick zweifelhaft, ob sie alles sagen sollte. Schließlich indessen ein guter Rath war viel werth unter solchen Umständen. Niehuus' Mutter lebt noch." Was sagst Du? Seine Mutter?" Grenzenloses Erstaunen, mit Schrecken gemischt, malte sich in den Zügen der Räthin. Ja. Gestern ist er ihr begegnet unter den Arbeitern. Ich vermuthe, die Aufregung yat mitgewirkt der dem Anfall." Und ich meine die alteFrau weiß sie, wer er ist?" Daß sie es vermuthet, scheint mir gewiß. Darauf kommt es indessen weniger an. Er selbst will sie sehen, er fühlt Reue jetzt nach all den Jahren. Weißt Du, was das für mich, für uns bedeutet? T,s alte Weib beerbt ihn. wenn er stirbt. Und ich soll sie ihm bringen! Ich! Wenn sie da ist. kann die Trauung stattfinden jeden Augenblick." Von dem Monur, dem Enkel der alten Frau, erwähnte Daga absichtlich aucbetzt no nicht. Ein Zufall konnte Elsas Venebungen zu demselben an's Licht bringen, und dann war es zum Mindesten zweifelhaft, auf wessen Seite sich die Mutter stellen würde, oder vielmehr es war gar nicht zwe-felhaft, daß sie eine Verbindung ihrer jüngsten Toch-', ter mit dem Neffm des reichen Mannes begünstigen würde. Das wünschte Daga nicht Sie selbst wollte erben, allein! Und was denkst Du zu thun?" fragte die Geheimräthin. Vorläufig nichts. Eine Zeitlang wird Niehiius sich Hinhalten lassen. Er weiß nicht, wo sie wohnt, ich kann also suchen, ohne sie gleich zu finden." Das sckcint mir auch das Beste. Man gewinnt Zeit zur Ueberlegung. Zudem wenn Doktor Klüwer recht behält, gehen wir ja netten Zuständen entgegen. Wer weiß, was unterdeß geschieht!" as denke ich auch. Wasser ist Gift. In den Arveitervierteln sterben bei Epidemien stets die meisten Leute." Die Geheimräthin seufzte. Darauf lassen sich keine Häuser bauen. Ich kann mir nicht helfen, Daga, gerade jetzt, wo !lciehuus' Leben sozusagen an einem Faden hängt, macht uns das Auftauchen

der atten ftraii einen ooen incu vmu, sie Rechnung. So lange keine Leibesrrben vorhanden sind, gehen die Rechte der Mutter den Deinigen vor, selbst Denn Ihr vcrheirathet seid. Es müßte schon ein Testament gemacht werden. Aber ob er das will? Und was schreibt ?r hinein? Uebergehen wird er seine Mutter kaum, wenn seine Sehnsucht nach ihr plötzlich so groß ist. Wir miissen eben abwarten und das Beste Hoffen. Schließlich fällt ja auch die Hinterlassenschaft der Schwiegermutter wieder an die Frau, wenn sonst kein Erbe da ist." Daga gab keine Antwort. Ihr Geficht sah finster und drohend aus. Wenn sonst kein Erbe da ist! Es war aber :iner da, der Enkel der alten Frau, Robert Gützlaff, an den sich Elsa drängte. Abwarten ja! Vorerst! Vielleicht kamen ihr die Zeitverhältnisse zu Hilfe. Sie würde froh sein, wenn der Weg frei wurde ohne ihr Zuthun. Was Niehuus begann, wenn sie die alte Frau nicht brachte, das war entscheidend, das wollte sie zunächst abwarten. 11. Kapitel. In der zweiten Augusthälfte begann das große Sterben. Nunmehr waren die bakteriologischen Untersuchungen abgeschlossen, die Zeitungen brachten die amtliche Bestätigung vom Vorhandensein der asiatischen Cholera und enthielten zugleich eine Reihe von Bekanntmachungen, welche zum Theil zur Aufklärung und Beruhigung des Publikums dienen sollten, anderntheils AnOrdnungen zwecks Bekämpfung der Seuche zur allgemeinen Kenntniß brachten. Außerordentliche Zeiten rechtfertigen außerordentliche Maßregeln. Die oberste Behörde ordnete an. daß nicht nur die Verstorbenen ausnahmslos in die Leichenhallen überführt werden sollten, auch wer unter irgendwie verdächtigen Umständen erkrankte, durfte nicht im Hause bleiben. Alle Aerzte waren verpflichtet, ungesäumt die in Bildung begriffenen Sanitätswachen zu benachrichtigen. Tann erschienen die frciwilligen Helfer, Männer mit starken Herzen, Männer aus allen Berufsschichten, die das Leben einsetzten im Dienst der Gesammtheit Tag und Nacht. Auch ohne ihre Zustimi7.ung wurden die Kranken in die schnell erbauten Baracken gebracht. Den Angehörigen stand kein Einspruchsrecht. zu, vor den Forderungen des öffentlichen Wohls mußte der Wille des Einzelnen verstummen. So wurde die Ueberführung in vielen ach. gar so vielen! Fällen zum Abschied für's Leben. Besuch der Kranken war natürlich ausgeschlossen. Nur an der Schranke vor den Baracken durfte man sich erkundigen. Wer dort mit tröstlicher Auskunft umkehrte, fand zu Haufe vielleicht schon den TodtenIdMii vor. Verwechslungen waren ja leicht. Und der Beamte, der auf angstvolle Fragen Rede stehen sollte, wußte meist selber nichts. Er gab auf gut Glück gute Aussicht. Aber indem man unerbittlich die Kranken von den Gesunden trennte, hoffte man am schnellsten dem Wüthen der Würgerin Einhalt zu thun. Niehuus lag da mit geschlossenen Augen. Wenn nur Daga käme! Sie munte Nachricht bringen von seine: Mutter, vielleicht die Mutter selbst. Und Daga kam. Sie sah seinen unruhig fragenden Blick und schüttelte langsam den Kopf. Tann glitt ihre Hand über seine Stirn. Nicht traurig sein, lieber Georg. Ich habe mir alle Mühe gegeben, so getn hätte ich Dir die Freude gemacht, aber es gelang mir nicht. Deine Mutter zu finden. 'Nutzlos fremde Menschen in's Geheimniß ziehen, mag ich nicht. Morgen habe ich gewiß mehr Glück." Die Sache war einleuchtend. Der Kranke, der selbst nichts thun konnte, mußte froh sein, doß seine Braut die Nachforschungen für ihn betrieb, und er war froh. Gerade im Hinblick auf Daga hatte er so viel Scheu empfunden, und nun, wie lieb ging sie auf seine Wünsche ein! Und wie es in diesem Fall lag, war's gewiß auch in dem andeien. Sie dachte nicht blos an sein Geld, er war ihr nicht zu alt. Alles bat er ihr ab. Mit den Fortschritten in seiner Besserung wuchs auch die Hoffnung auf eine frohe Zukunft. Aber auch am folgenden Tage und am dritten bekam Niehuus keine bessere Auskunft. Die alte Frau, der sein DenZen zugewandt blieb, konnte nicht ausgefunden werden. Ein Wunder ist es nicht, Georg. Wir haben die Cbolera in der Stadt, seit Tagen ist die Aufregung groß, das erschwert auch meine Nachforschungen.

Niemand hat Sinn für andere Dinge, wer irgend kann, flieht nach außerhalb. Vielleicht ist auch Deine Mutter abgereist. In den engen Gassen wüthet die Krankheit am ärgsten; alles geht drunter und drüber." Hast Du Elsa gefragt? Sie war mit ihr zusammen." Aber sie weiß nicht mehr als den Namen. Nur nicht die Hoffnung verlieren, Georg! Hauptsache ist, daß Deine Genesung Fortschritte macht. Wenn wieder Ordnung herrscht in der Stadt, und Du bist aufgestanden, dann suchen wir Beide zusammen. Ich bin ja so traurig, daß ich nicht zum Ziele komme, aber ich kann's doch nicht ändern." Das klang alles so treuherzig theilnahmsvoll, daß der Kranke an der Wirklichkeit der Nachforschungen nicht zweifeln konnte. Und noch eines. Georg! Die Zeitungcn enthalten Vorschriften, wie man sich gegen Ansteckung zu sichern hat. An allen 'XViaueTfrtun finh oxoht Vlakate

desselben Inhalts. So 'leicht kann ja nichts an Dich heran hier im Bette, nur daß Du Limonade trinkst, macht mich besorgt. Keinen Tropfen ungekochten Wassers, das ist die wichtigste Vorschrift. Ich habe es der Wärterin bereits gesagt. Befiehl's ihr auch noch einmal, aber recht ernstlich. Alles Wasser kochen, tüchtig kochen! Keinen Tropfen ungekochten Wassers darfst Du genießen. Wasser ist Gift, sagt Doktor Klüwer. In den dicht bevölkerten Gassen, wo sie das nicht beachten, fallen Tausende der Seuche zum Opfer." ..Gerade dieser Umstand vermehrt meine Sorge um die Mutter." Im Geiste erwog Daga. ob's nicht am besten wäre, die alte Frau kurzweg unter die Gestorbenen zu zählen. Sie behielt dann immer noch freie Hand zu thun, was sie wollte, aber die Fragerei hatte ein Ende. Für heute war es nun freilich zu spät, aber bis zum nächsten Vormittag wollte sie die Sache noch einmal gründlich in Erwägung ziehen. Dagas Hinweis auf die ungeheure Sterblichkeit und die dadurch hervorgerufenen Zustände in der Stadt war allerdings geeignet, die Erfolglosigkeit ihrer angeblichen Bemühungen erklärlich zu machen, aber gegen ihren Willen bewirkte sie damit etwas anderes. Während sie mit größtem Behagen zum Frühstücke ein Kaviarbrödchen verspeiste und ein Gläschen Wein trank, wie sie es jetzt täglich zu thun pflegte, während sie bei Niehuus war, ruhten dessen Augen auf ihrem Gesicht. Ein Heldenherz traute er seiner Verlobten nicht zu. Daß sie die Ansteckung fürchtete, trat in vielen Kleinigkeiten deutlich zu Tage. Zum ersten Mal kam ihm der Zweifel, ob's ihr ernst wäre mit den versprochenen Nachforschungen. Weniger ihr guter Wille, als vielmehr die Zweckmäßigkeit ihrer Schritte war es. gegen die ihm. Bedenken aufstiegen. Kontrolliren ließen sich ihre Angaben ja nicht. Niehuus wollte Frieden haben in seinem Gewissen. Seine eigene Genesung schritt fort, aber wenn die Mutter der Seuche zum Opfer fiel, bevor er sie gesehen hatte, wenn die Versöhnung unmöglich wurde, weil er nicht alles gethan, sie fortzubringen von der Stätte der Gefahr in den sicheren Frieden seines Hauses, dann lag auch ihr Tod auf seiner Seele, nachdem er sie bei Lebzeiten dem Elend überlassen. Nicht seine Verlobte, er selbst trug die Schuld an der verlorenen Zeit sammt Allem, was daraus hervorgehen konnte. Kränken wollte er Daga nicht, indem er Zweifel äußerte, aber ihr ferner alles allein überlassen durfte er auch nicht. Immer wieder mußte er an Elsa denken. Sie war mit der alten Frau zusammen gewesen. Wenn er nur einmal selbst mit Elsa reden könnte, ohne daß seine Braut darum wußte. ..Daga." sagte er. könntest Du Deinen Bruder Max nicht einmal zu mir schicken?" Ein rascher Blick aus Dagas Augen flog zu dem Kranken hinüber. Wer auf bösen Wegen wandelt, fährt bei dem leisesten Geräusch zusammen. Max. saast Du?" Ja. Ich möchte ihm etwas auftragen." Kann ich's ihm nicht bestellen?" Gerade Dich betrifft es. Er soll mir etwas besorgen, was Tu nicht wissen darfst." Das klang sebr harmlos, aber Daga hatte das Gefühl, als wäre Niehuus nicht ganz ruhig, während er sprach. Sollte sich da etwas vorbereiten? Traute er ihr nicht mehr? Sie lächelte dem Kranken zu. Also Geheimnisse hast Du auch schon vor mir? Warte nur. Du Böser!" Auf dem Heimweg zog Daga noch einmal alles kaltblütig in Erwägung. Sie hatte abwarten wollen, gut! Aber damit war es jetzt vorbei. Je mehr Niehuus gesundete, desto regsamer wurde er. Daß er seine Absicht nicht ausgeben würde, stand fest. Was er von Max wollte, ließ sich dem Jungen schließlich abfragen, eine unmittelbare Gefahr lag nicht darin, wenn sie ihn hinschickte. Aber dem Kranken standen tausend andere Wege offen. Sobald er an dem Erfolg ihrer vermeintlichen Nachforschungen zu zweifeln begann und wenn er's heute noch nicht that, so würde, er's demnächst thun müssen konnte er zu demselben Zweck so viel Leute in Bewegung setzen, als ihm beliebte, ohne daß sie es erfuhr. Der Ausoang stand von vornherein fest. Wie würde es aussehen, wenn Anderen sogleich gelang, was sie angeblich umsonst versucht hatte? Sie mußte handeln. Aber wie? Sollte sie die alte Frau aufsuchen, sie selber zu Niehuus bringen, und in ihrem Gefolge den Monteur? Dann mußte später geschehen, was sie besser gleich thun konnte. Und abgesehen davon machte ein TodesfaN bei Niehuus viel größeres Aufsehen, setzte viel mehr Zungen in Bewegung, weckte viel leichter Argwohn, als wenn dir alte Frau gar nicht erst zum Vorschein kam. Starb sie da hinten in der engen Gasse, wo jetzt Hunderte hinweggerafft wurden, starb vor allen Dingen auch Gützlaff im Verborgenen, so gab's kein Gerede und keine Frage, noch veniger eine Untersuchung. Ein paar Opfer der Cholera mehr! Die Zeitverhältnisse begünstigten ihr Vorhaben direkt, kein Mensch konnte auf die Idee kommen, daß etwas Außergewöhnliches geschehen sei, und sie selbst blieb verborgen im Hintergrund. Sie besah das Mittel und wollte es benunen. Eine Äeit. so günstig wie diese.

fand sich niemals wieder. Schon zu lange hatte sie gezögert. Nachdem sie Max ihrem Versprechen gemäß zu Niehuus geschickt hatte, verließ sie von Neuem das Haus, um in einer entfernteren Fettwaarenhandlung Butter und einige geräucherte Sachen einzukaufen. Heimlich geschah's, und Niemand wurde es gewahr, als sie dieselben nach der Rückkehr in ihrem Gemach verbarg. Früher als sonst zog sie sich am Abend zurück. Nachdem sie die Thür ihres Schlafzimmers sorgfältig von innen verriegelt hatte, stellte sie die eingekauften Vorräthe auf den Tisch. Die

Phiole trug sie wohlverwahrt auf der! Brust. Sie zog sie hervor und betrachtete den Inhalt. Aber ohne etwas davon zu benutzen, machte sie das'Fläschchen wieder zu. Sie versank in tiefes Nachsinnen. Nicht vor dem Verbrechen bebte sie zurück, sondern der Weg, den sie hatte einschlagen wollen, deuchte ihr plötzlich unsicher im Erfolge und gefährlich für ihre eigene Sicherheit. Zwei mußte sie treffen. Es war höchst unwahrscheinlich, daß der Doppelschlog gelang so auf's Gerathewohl. Blieb selbst nur Einer am Leben, sc war nicht das Geringste gewonnen. Und dann der Rest der Lebensmittel! Er weckte vielleicht doch Verdacht, man untersuchte ihn. Dann fand sich das Gift, man forschte nach dem Absende: des Packets und fand leicht ihre Spur. Die Handschrift verrieth sie. Einem Boten konnte sie die Sendung noch viel weniger anvertrauen. Auf diesem Wege kam sie nicht zum Ziel. Ein wenig von dem Pulver in ein Getränk gemischt, mit eigener Hand gereicht, das war das sicherste. Dann war es leicht, die Spuren zu verwischen. Wenn sie die alte Frau in's Haus holte, kam ihr Enkel von selbst dorthin. Gab es dann ein Unglück, so wai die Ansteckung durch die Cholera schor vorher erfolgt. Daga entschloß sich, Niehuus Wunsch nun doch zu erfüllen. Sü deckte sich dadurch nach allen Seiten. Sie barg die Phiole wieder an sick und suchte ihr Lager auf. Sie wai nach Allem fieberhaft erregt. Wcnn'L doch nur endlich erst zum Abschluß käme! Der Tod hielt Umzug in der Straßen. Dumpfes Rollen tönte um ablässig von fern her. Wagen warer es. Einer folgte dem anderen in endlosem Zuge durch die Nacht. In der Wagen lagen sie still nebeneinander, di, Vielen, die der Tod abgefordert arr Tage. Wer waren sie? Der Tot braucht keinen Namen und kein, Adresse, wenn er Umzug hält durch du Straßen. Dumps rollende Wagen einer hinter dem anderen in endlosem Zuge durck die Nacht zur Stadt hinaus nack Ohlsdorf in's Niesengrab. Daga horchte fiebernd. Morger nabt ein neuer Wagenzug, ein neue! Tausend für das Riesengrab. Dei Tod hielt Umzug in den Straßentäglich jetzt. Und bald schon machte: sie die Reise mit, die sich vor sie dränge ten auf dem Wege zu den Millionen die Alte und ihr Enkel. Fuhr mar die Beiden hinaus, dann wurde sie ein, reiche Frau und konnte eine reich, Wittwe werden. . Mar stand am Bette des 5Zrankcn. Wie geht es Ihnen, Herr Nicbuus ?' Danke, Max. Was machst Di selbst?" Wir haben jetzt feine Zeit, gai nichts zu tbun, alle Schulen sind ge schlössen wegen der Cholera. Di, Leute sind alle so ängstlich. Ich fürcht, mich gar nicht, aber Daga sehr! Es is zum Lachen, wie sie sich anstellt." Und was macht Elsa?" O, der geht's gut, die ist auch nich bange, das heißt, ich hab's ihr ausge: redet. Es nutzt ja auch gar nichts Aber Daga fürchtet sich schrecklich unt thut beinahe nichts anderes, aks sich di, Hände mit Karbol waschen." (Fortsetzung folgt.) Big our Bahn ...Excursioncn... Sonntag, den 25. Mai. nach81.25 Cincinnati .zurück. 81. 25. Ter Speialzug, welcher am beide Wege morgens für Passagiere anhält, verläßt Indianapolis um 7 Uhr Vorm. Rückfahrt von Cincinnati Abends 7 Uhr. -nach$1.00 75c Tcrrc Haute $1.00 Greencastle 75c und zurück und verhältnißmäßige Naten nach allen Zwischew Stationen. Spezialzug verläßt Jndianapolis um 7 Uhr Morgens. Netourfahrt von Terre Haute um 7 Uhr Abends. $1.00 Lafayctte $K00 oder weniger nach allen Zmischen-Stationen. Spezialzug verläßt Indianapolis um 7.2 Uhr Vorm. Rückfahrt von afayette um 7.30 Uhr Abds. kWdWj Bros. Brass Ms. Gießer un Dreher. Große und kleine Gußarbeiten in Messing, Phosphor' Bronze, Aluminium, etc. Jod- . R: aralttrArbelten unsere SreziaNtat. 138-142 Oft Georgia Str., Jnlianapolis. ei Ml, . lti.

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