Indiana Tribüne, Volume 25, Number 229, Indianapolis, Marion County, 19 May 1902 — Page 7

Jndiana Tridune, 10 Mai 1902.

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Herrin des Schicksals Roman van Theodor Kobelitz. ) OOOOOO ( (Fortsetzung.) Ein Seufzer der Erleichterung hol Dayas Brust. Vielleicht, dah daSchlimmste noch nicht eintrat, jetzt nock nicht! Halte Dich nur recht ruhig, Georg Bald sind wir zu Hause." rau Brandow und Elsa fuhrer schneller und trafen früher in Niehuuö Wohnunq ein. So war alles zu seiner Aufnahme bereit. Der 5iranke wurde gebettet. Der Anfall ist verhältnißmähic leicht. Ruhe, nur Ruhe ist vorläufic das einzige," sagte Doktor Klüwer. Eine Pflegerin wurde telephonisck beordert, für die Damen Brandon blieb nicbts mehr zu thun. Elsa gleich nach der Ankunft zu den Brüderr heimgeeilt. Auch Frau Geheimratb und Daga begaben sich nach Hause Man mußte sich umkleiden. Was nun, Mama?" Wir können hoffen, daß uns ba Schlimmste erspart bleibt. Doktor Klüwer hält den Anfall für leicht. Unt wenn die nächsten Tage vorübergehen ohne daß eine Wiederholung erfolgt, glaubt er Niebuus vollständig wiede: herzustellen." Er glaubt. Kann er's verbürgend Mam, ich sterbe vor Angst. Wenn sick dec Anfall wiederholt, verstärkt! Eim Braut, der ihr Bräutigam stirbt, ist das bedauernswertheste Geschöpf auj der Welt." Was das Schicksal bringt, mu man tragen, Kind." Aber wenn er stirbt, bin ich Wittwi und bin's doch nicht. Ich hülle mich ir Trauergewänder, als wäre mein Gattt gestorben, und halx doch keines bei Rechte einer verwittweten Frau. Daß das Aufgebot bereits erfüllt ist, ändert daran nichts gar nichts! Meir Gott, konnte das nicht ein paar Tagt später kommen! Nur ein paar Tage!" Ich weitz nicht, was Du meinst." Du hast mich doch sonst verstanden Wäre ich schon seine Frau, so gehörte mir daZ Erbe des ganz ollein stehenden Mannes. Als Braut mag ict sehen, wo ich bleibe, wenn er stirbt. Be(jehrenswerther wird kein Mädchen, das den Ring eines Anderen bereits aw Finar ixu." Man müßte anregen, daß er eir Testament macht. Verwandte hat nicht, weshalb sollte er's nicht thun?" Nein. Mama, nichts von T-sta-ment! Das macht ihn nur kopsscheu Kranke und argwöhnisch, und ich bir noch nicht seine Frau. Aber daß du standesamtliche Verbindung ohne Verzug vorgenommen wird, will ich zu er reiche.: suchen. Auf den gesetzlichen Ak? kmnmt es an. auf die Feier verzichte ick mehr als gern. Bin ich sein Weib, tleibt mir das Erbe auch ohne Testament. Das soll meine Aufgabe sein." . Die Nacht war herabgesunken. Die Wärterin hatte sich in den anstoßenden Raum zurückgezogen, die Thür blieb offen, daß gedämvfter Lichtschein in's Krankenzimmer fiel, gerade genug, die Umrisse der Gegenstände erkennbar zu machen. Todtenstille überall. In dieser Einsamkeit lag Niehuus die ganze Nacht, die furchtbare Nacht, wo der Schlaf das Auze flieht, wo der Geist geängstigt wandert, wo er Ruhe sucht und sie nicht finoet. Der Sturm hatte Niehuus' Seele ergriffen, aufgewühlt in der Tiefe ein Mal zwei Mal. Die eisige Rinde barst, daß der Sonmnschein hineindringen konnte. Werden Sie nur recht glücklich, Herr! Recht, recht glücklich!" So hatte die Mutter gesprochen mild und warm. Der Sturm zerstört im Augenblick, langsam weckt der warme Strahl das keimende Leben. Die Hand hatte ihm die Mutter gestreichelt, weil sie ihn erkannt hatte als ihren Sohn. Jetzt wußte er es. Kein Wort der Anklage gegen ihn. dersie im Elend ließ seit Jahren, der sie verleugnete noch zuletzt. Nur Wünsche, heiße gute Wünsche aus dem Mutterherzen für den Sohn! Möchten Sie nie einsam werden, Herr. Möchten Sie nie fühlen, wie weh das thut, einsam sein und alt!" Da Sturmwind schleudert die Schollen zusammen, daß sie knirschend sich aneinander reiben, im warmen Sonnenschein aber schmilzt das Eis. Wie weh das thut, einsam und alt'" In selbiger Stunde erfuhr er es. Noch sab er Daga am Wagen. Entsetzen sprach aus ihren Augen, in ihren Händen zitterte das Grauen, das Grauen vor dem. den sie lieben sollte. Im Herzen blieb er verlassen, weil er krank war und alt. In einsamer Nacht sah Georg Niehuus die zwei Marksteine seines Lebens. An beiden tönte dieselbe liebevolle Stimme, wachten dieselben guten treuen Augen, an beiden stand die Gestalt der Mutter, und er vergaß sie. verleugnete sie. Zwischen diesen Polen lag sein qanzes Leben. Was war's gewesen? Die Jagd nach einem Truggebilde, und eine Kette von Schuld. Die Selbstsucht hatte sie geschmiedet Glied um Glied. Vergesse Kindespflicht, mißhandeltes Elternr cht, himmelhoch gethürmte Schuld! Und als er sich auf der Höhe wähnte.

als er selbstsüchtig genießen wollte, was er selbstsüchtig zusammengescharrt, als er die Mutter die er vergessen, verleugnete von Angesicht zu Angesicht, da riß ihm das Schicksal die süße Frucht am Munde fort, da mußte er erkennen, daß er alt war und verlassen. Mutterliebe hatte er zertreten, als sie ihn suchte, Frauenliebe wendete sich grauend von ihm, als er ihr nachsagte. Aber durfte er anklagen, der vor dem Richtspruch zitterte? Was hatte er Daga vorzuwerfen, als daß sie jung war. und er alt? Nicht anklagen, sühnen sollte er. Dazu blieb ihm eine Gnadenfrist. Blieb sie ihm? Hatte er noch Zeit zur Sühne? Das Schwert hing über ihm gezückt und drohend. Wann fiel es nieder? biestern riß ihm die Bestürzung das Versprechen aus der Seele: Ich will's!" Er vergaß es noch schneller, als er's gegeben. Gestern war Zei. Würde die Frist auch morgen noch währen? Das Schwert hing über ihm. Jede Minute bedeutete einen Schritt zur Ewigkeit. Welches war die letzte? In stiller Nacht sah Georg Niehuus den Weg vor sich, den er gehen mußte. Die Selbstsucht durfte nicht mehr Theil haben an seinem Leben. Seine Mutter gehörte zu ihm für den Rest ihrer Tage. Nichts und Niemand sollte sie mehr trennen. Keine Sühne war's, keine Verminderung seiner Schuld, nur ein Ende derselben, daß sie nicht hinaufwuchs zum Himmel. Daga aber sollt? Herrin sein über ihr Schicksal. Sie selbst sollte wählen. Wenn sie ihn liebte, dann mußte sie auch seine Mutter ehren. O, daß der Morgen käme! Die Nacht verging. Der neue Tag brachte neues Licht. Die Wärterin erschrak vor der Verwüstung in den Zügen des Kranken. So sehr sie sich auch bemühte, den Eindruck zu verbergen, Niehuus verstand doch, weshalb sie zusammenzuckte. Er durfte nicht säumen. Daga kam. Leise erhob sich die Pflegerin, um der Braut ihren Platz abzutreten. Der Kranke bemerkte den

eingetretenen Wechsel sogleich. Seme Augen richteten sich auf das Gesicht seiner Verlobten. Daga fühlte ein leises Frösteln, aber sie oezwang sich. Wie befindest Du Dich, lieber Georg?" Danke! Besser!" Gott sei Dank! Halte Dich nur ferner ruhig, wie der Arzt es verlangt, dann stehst Du bald wieder auf." Meinst Du?" Gewiß! Mehr als das. ich weiß es." Woher?" Doktor Klüwer sagt es. Außerdem ich fühle es in mir. Es kann gar nicht anders sein, weil ich's will, weil ich's verlange vom Schicksal. Du bist mein und gehörst mir. Ich will Dich nicht verlieren. Aber nun kein Wort inebr. Du sollst Ruhe haben. Der Arzt befiehlt es." Dagas ganzes Verhältniß zu dein Manne, der vor ihr auf den Kissen lag, war auf Lüge gebaut. Die Lüge mußte weiterhelfen, daß das Fundament nicht fortsevwamm, vevor nocy oer zau umer Dach kam. Jede Minute konnte das Leben auslöschen, an w.'lchcm ihre ganze Zukunft hing. Ihr Haupt sank tiefer und tiefer, bis ihr Gesicht die Kissen berührte, bis sich's darin vergrub. Ein leises Beben ging durch ihren Körper. Wirklicher Schmerz hätte sich nicht anders geäußert, als diese berechnete Heuchelei. Weshalb weinst Du. Daga?" fragte Georg Niehuus seine Braut. Soll ich nicht weinen?" entgcgnete sie. Fremde Hände rüsten Dein Lager, fremde Augen bewachen Deinen Schlummer, fremder Sorge ist Deine Genesung anvertraut, und ich selber muß fremd sein hier. Ich bin traurig, daß ich nicht bleiben darf, wo mein Platz ist, daß ich fortgehen muß nach kargen Minuten. Fern von Dir, wo ich nicht mehr daheim bin, muß ich mich sorgen um Dich. Darum weine ich. Georg." Wie treuherzig das klang! So schlicht und doch so lieb! Hatte er ihr dennoch Unrecht gethan, als er Grauen argwöhnte, wo angstvolle Sorge sich geäußert hatte? Daga, hast Du mich lieb?" Ich bin Deine Braut, und Du kannst zweifeln! O, daß ich Dein Weib wäre, um Dich zu pflegen Tag und ?iacht! Bist Du gesund, dann magst Du noch einmal fragen, wenn's Dir nöthig beucht." Sie strich mit der Hand über die Augen. Es ist nicht, wie ich's mir wünsche. Ich muß es tragen. Dock jetzt still! Ich bin eine schlechte Pflegerin. Der Arzt hat Ruhe geboten, und ich belästige Dich mit meinen thörichten Gedanken. Still, sprich nicht! Ich darf's nicht leiden!" .Daga." Lieber Georg." Möchtest Du, daß unsere Verbindung beschleunigt werde? Die Zeit des Aufgebots ist um. Wir könnten den Beamten rufen lassen, daß er uns hier still vereinigt. Möchtest Du mein Weib werden, wie ich hier bin gelähmt, gebrochen, vielleicht dem Tode nahe?" Ein Gefühl des Triumphes durchrieselte Dagas Brust. Das Ziel lag vor ihr. Ja. Georg! Nur das Recht möchte ich haben, Dich immer zu pflegen, das Recht, das mir noch fehlt." Hast Du mich lieb, Daga?" Sagte ich's nicht eben? Was soll ich thun, es Dir zu beweisen?" Antworten." Du glaubst mir ja nicht." Immer hast Du's umschrieben, wenn ich fragte. So damals am Fluß

im Kirschenland, so heute. Sieh mir in's Gesicht und sprich drei Worte. Ich werde Dir glauben, wenn Du es sagst. Hast Tu mich lieb?" Das junge, frische Leben in Daga lehnte sich auf gegen die Gemeinschaft mit der menschlichen Ruine, die jeden Augenblick zusammenstürzen konnte. Unwillkürlich sträubte sich ihre Zunge gegen den Mißbrauch des Wortes Liebe, das jauchzende Hingabe bedeutet mit Leib und Leben. Aber da war kein Ausweichen mehr. Ihre Zukunft stand auf des Messers Schneide in diesem Augenblick, hing an einem Laut ihres Mundes. Niehuus' Augen hafteten starr an ihrem Gesicht, daß auch sie keinen Blick abwenden durfte. Heiß und heißer rann es durch ihre Brust von ohnmächtigem Grimm, daß er sich nicht genügen ließ an heuchlerischen Zeichen, daß er sie zwang, ihm Liebe in's Gesicht zu lügen, sich zu erniedrigen vor sich selbst durch solches Bekenntniv Sie baßte den Mann. Blutroth stieg's ihr in Stirn und Angesicht. Aber als sie sich über ihn neigte, sah's aus wie bräutliche Verwirrung, die in purpurnen Rosen blühte auf ihren Wangen. Ihr Auge blickte mild. Um seine Stirn fächelte der Athem ihres Mundes. Ich liebe Dich. Georg!" Wie leiser Hauch klang es von ihren Lippen, aber im Herzen schrie es laut: Du bezahlst mir diese Mmute!" Niehuus tastete nach ihrer Hand. Ich danke Dir, Daga. Nun hilf mir auch eine Schuld tilgen, die mich erdrückt. Ich habe meine Mutter verlassen. Ich sah sie gestern und verleugnete sie." Deine Mutter?" Nicht unvorbereitet traf es Daga. dennoch ging es wie ein Schwindel durch ihr Haupt. Deine Mutter!" Athemlos klang es von ihren Lippen. Sie lebt in Armuth und Niedrigseit. Bringe sie mir. Daga, daß meine Seele leicht wird von der Schuld." Wie eine Brandfackel fielen Beichte und Bitte in Dagas Seele. Niehuus' Mutter war die einzige, die wahre Erbin. Und von der Großmutter fiel es an den Enkel. Nichts blieb für sie selbst als der alte Mann, die menschliche Ruine. Getäuscht und betrogen all' die Zeit! Gedemüthigt, erniedrigt vor sich selbst noch in der letzten Minute! O, wie sie ihn haßte, den Mann, der das an ihr gethan! Heißer, brennender Haß durchsluthcte ihre Seele auch gegen die Frau, welche die Hand ausstreckte nach den Schätzen, die ihr allein gehören sollten, Haß gegen Glltzlaff, den

Monteur, gegen Elsa, ihre eigene Schwester, die mit ihm im Bunde war. Willst Du mir helfen, Daga, daß ich sühnen kann?" Deine Mutter? Ich kenne sie nicht. Wo statt ich sie?" Ich sah Elsa mit ihr zusammen. Frage Deine Schwester! Suche die Spur, Daga, bringe mir meine alte Mutter, daß sie die Schuld von mir nimmt, die mich erdrückt! Und wenn Du sie gefunden hast, wenn sie hier vor meinem' X5ager Neht, dann rufe den Beamten, daß er uns verbindet für den Rest meiner Tage, sei er groß oder klein." Auch das noch! Eine Bedingung, sonst nahm er sie nicht! Das Maß war voll. Daga stand auf. Sie mußte hinaus, mußte überlegen, was nun zu thun sei. Feinde ringsum! Kampf galt es, Kampf nach allen Seiten. Und wenn's die Schwester war. die sich ihr in den Weg stellte. Verderben über jeden, der die Hand aufhob nach ihrem Gut! Sie war ja Herrin des Schicksals. Nichts in Dagas Stimme verrieth, was in ihr vorging. Ihre Augen blickten freundlich und mild. Dein Wunsch ist mein Wunsch. So laß mich denn gehen. Ich will versuchen. was ich kann.aberDu zürnst nicht, wenn Deine Sehnsucht schneller ist als ich. Leb wohl. Georg! Halte Dich still. Erst werde ich hören, was Elsa weiß, dann will ich suchen." . Dank Dir, Daga. Bringe mir meine Mutter, dann rufe den Standesbeamten." In unbeschreiblicher Aufregung verließ Daga das Haus. Sie selbst sollte sie ihm bringen daß sie eine Närrin wäre! Unter dieser Voraussetzung hatte die Beschleunigung der Hochzeit gar keinen Zweck. Was galt ihr die ganze Ehe, wenn ihr die Millionen entgingen, oder wenn ihr nur ein kleiner Theil davon zufiel? Aber sie hielt den Schlüssel des Schicksals in Verwahrung, der ihre Bahn frei machte. Nur einen Weg mußte sie finden, ihn benutzen zu können. Zunächst galt es zu ergründen, wie weit ihre Schwester eingeweiht war. Wußte Elsa, wie die Sache lag? Hatte sie's ihr verschwiegen? War vielleicht gar eine Intrigue qesvonnen hinter ihrem Rücken? Daga biß die Zähne zusammen. Wehe ihr, wenn sie meine Wege kreuzt!" Frcu Brandow war nicht zu Hause. Sie ist bei Kommerzienraths." sagte Elsa. Wie geht's Herrn Niehuus?" Daga zuckte die Achsel. Gut. den Umständen nach." Dann kam sie auf die Angelegenheit, die ihr am Herzen lag. Aber kein Zucken der Wimper verrieth die furchtbare Spannung, mit der sie die Antwort erwartete. ..Was war denn das für eine alte Frau. Elfa. gestern beim Fest? Ich sah Dich mit ihr sprechen." Du meinst Frau Neuhaus, das reizende Großmütterchen des Herrn Gützlass. iSrrr Niebuus svrack auck ein

paar Worte mit ihr. bald daraus muy er den Ansall gehabt haben." Wie kommt so eine alte Frau unter die jungen Leute? Da waren doch Mädchen genug zum Tanz." Jnteressiren Dich die Verhältnisse der Arbeiter plötzlich so sehr. Daga? Ich weiß nichts weiter, als daß sie am Waldsaum saß und dem Sonnenuntergang zusah wie ich, und daß sie mit mir zum Garten zurückging, wo Herr Niehuus uns traf." Ich frage auch nur, weil mir's auffiel, daß meine Schwester mit solchen Leuten so intim verkehrt." Du meinst, das schickt sich nicht für die Schwester der künftigen Frau Direktor? Sei unbesorgt, Daga. Ich weiß, was ich thue. Das alte Mütterchen ist einfach reizend." Daga athmete auf. Wenn Elsa nichts Näheres wußte und es hatte den Anschein dann gab es auf dieser Seite keinen Verdacht in Bezug auf das, was gethan werden mußte. Aber mit ihrer Mutter wollte sie jetzt doch reden, ihre Ansicht hören. Niehuus' Bekenntniß hatte die Sachlage seit gestern verschoben. Wenn sie jetzt ebenfalls zu Kommerzienraths ging, bot sich auf dem Heimweg die beste Gelegenheit zu ungestörter Aussprache. Bei Tychien traf sie autzer'ihrer Mutter auch Doktor Klüwer. Was derselbe sagte, ließ sie hoch aufhorchen. Der Arzt hielt ein Zeitungsblatt in jber Hand. Er sprach mit flammendem Eifer. Unerhört ist's, daß man vor solchen Zahlen die Augen verschließt. In kaum drei Tagen ist die Summe der Erkrantungen auf etliche Hundert gestiegen. Und überall die gleichen, gar nicht mehr zu verkennenden Snmptome. Wenn es so weitergeht tfno da nichts geschieht, wird es so weitergehen dann haben wir mit Ablauf derWoche tausend Fälle auf den Tag." Aber das wäre ja furchtbar! Wie ist das möglich?" rief der Kommerzienrath. Möglich? Es kann gar nicht anders sein. Sehen Sie doch den Himmel an. Bleiern und schwer liegt er auf der Stadt, seit Wochen, seit Monaten schon, aber kein Regem Dabei wird die Erde durchwühlt und aufgegraben bis in die Tiefe für die Zwecke dr Neuanlagen. Alle giftigen Senkstoffe, die seit Menschenaltern da faulen, werden frei. Die Fleete sind trocken, die Wasserleitung ist in jämmerlichem Zustande, das Wasfer, das sie gibt, ist geradezu Gift geworden. Wer es ungekocht genießt, muh krank werden." Mir graut!" sagte Lilli. Bald wird uns allen grauen," fuhr Doktor Klüwer fort. Jedes Ding hat seine Zeit, und hier ist die Zeit erfüllt. Viele Sünden sind hier zu büßen. Die einfachsten sanitären Forderungen sind gröblich vernachlässigt worden seitLangem. Nun haben wir die Cholera hier, sie ist zu Schiff aus dem Osten eingescbleppt worden, und bier findet sie den denkbar günstigsten Boden. Wir stehen vor einer Katastrophe. Aber die Bebör!cn verschliefen Augen und Ohren, man möchte die Sache todtschweigen, während die täglich steigende Todtenzisfer bereits in alle Welt hinausschreit: Die Ebocra ist hier." Und Sie meinen?" fragte Tychsen. Ich meine. fea wir Tagen entgegen gehen, wie diese Stadt sie noch nicht gesehen bat. Unser Wasser ist Gift." Ter Kommerzicnraih stand auf. Ich bin kein A?zt, ich kann nichts helfen. Wir reisen noch heute." Tausend werden fliehen, und Zehntausend werden sterben," sagte Doktor Klüwer. Lilli trat zu ihm und legte die Hand auf seine Schulter. Und was wirst Du thun, Hermann?" Ich bleibe natürlich. Der Platz des Arztes ist bei den Kranken und Sierbeuten." (Fortsetzung folgt.)

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