Indiana Tribüne, Volume 25, Number 228, Indianapolis, Marion County, 17 May 1902 — Page 1

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Erscheint seden Nachmittag. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Samstag, 17. Mai 1902 o. 228.

Cine illustre Gesellschaft. ndianaer Dickte? und Authoren veranstal' ten eine Unterhaltung zum Besten des 5)arri'on MonumentFonds.

Zum Besten des Harrison Monument - Fonds werden am Salnstag Abend, den 31. Mai im Cnglish -Opcrnhause folgende Jndianaer Dichter und Authoren eine Unterhaltung veranstalten : James Whitcomb Riley, Gen. Lew Wallace, George Ade, Booth Tarkington, Mary Hartwell Catherwood, Charles Major, Meredith Nicholson und George Barr McCutcheon. Dieselben werden nur eigene geistige Producte zum Vortrag bringen. Bon der Mutter aufgegeben. Hugh Montgomery, ein vierzehn jähriger Schlingel, welcher seiner in 5t. Louis wohnenden Mutter durchgebrannt war und hier vor einigen Tagen abgefangen wurde, ist aus der Polizei - Station entlassen worden. Frau Gngoire, die Matrone derselben, hat nämlich von der Mutter des Jungen einen Brief erhalten, in welchem dieselbe ihr mittheilt, daß sie nicht im Stande ist, das Reisegeld für denselben nach St. Louis zu erschwingen und es wäre überhaupt am besten, ihn sich selbst zu überlassen. Sie hätte bercijs genug für ihn gethan und über 830 ausgegeben, um ihn, wenn er früher ausgekniffen war, von dieser oder jener Stadt wieder zurück zu erhalten. Sie könne jetzt nichts mehr für ihn thun. Die Matrone ist im Uebrigen froh, daß sie dcn Buben los ist. Derselbe benahm sich in der schlingelhaftesten Weise, zerriß die Bücher, welche sie ihm zu lesen gab, schrie und brüllte wie ein angeschoßencr Tiger und war unfolgsam in jeder Weise. r wird jedenfalls sehr bald wieder mit der Polizei in Berührung kommen. Die Seuchenhansfrage muß erledigt werden. Mayor Bookwalter hatte eine Conferenz mit den republikanischen Mitgliedern des Stadtraths, in welcher er ihnen rund heraus erklärte, daß die Ordinanz betreffend den Bau eines Seuchenhauses endlich erledigt werden muffe. Vor vier Wochen wurde die Qrdinanz eingereicht und während der ganzen Zeit hatte das betreffende Comite nur eine Sitzung und diese verlief resultatlos. Die Qrdinanz schreibt die Verwilligung von $13,000 für den Ankauf eines Grundstücks und den Bau eines Gebäudes vor. zugleich bestimmend, daß dasselbe außerhalb der Stadt gebaut werden soll. Gegen diese Beftimmung opponiren einige republikaNische Mitglied, weil sie der Ansicht find, daß die Stadt selbst Grundeigenthum innerhalb ihrer Grenzen besitzt, auf welchem das Gebäude erbaut werden kann. Der Mayor betonte ferner, daß die Verwilligung unverzüglich geschehen solle, damit mit dem Bau des Gebäudes sosort begonnen werden kann. Es wird erwartet, daß die Angelegenheit in der Montags-Sitzung des Stadtraths wieder einmal zu Sprache kommen wird. D?r Däu-Berein. E'.n Nacht-Ausflug beschloffen. In der gestern Abend im Cafe Victor an Massachusetts Ave. und Noble Straße abgehaltenen ExtraSitzung beschlossen die lebensfrohen Mitglieder des Däu Club gedenkend der Thatsache, daß der Mensch am Tage schaffen muß, dieweil die Nacht des Menschen Freundin ist am nächsten Samstag, 24. Mai, Abends 9 Uhr, eine Ausfährt in's Grüne zu machen. Daß es bei derselden ftdel hergehen wird, ist klar. Mit den Vorbereitungen wurde ein 'sonder - Ausschutz, welcher aus lauter bewährten Mitgliedern besteht, betraut.

Gas-Erplosion

Im PhoenirGebäude an Market und elaware Straße. Im Keller des Phoenir-Gebäudes an der Nordweft-Ecke der Market und Delaware Straße ereignete sich heute früh kurz nach 2 Uhr eine Gas-Erplo-sion, die aber glücklicher Weise nur materiellen Schaden anrichtete. Dieselbe entstand durch das Leckwerden der künstlichen Gasleitung im Keller unter No. 162, indem das in den Kellergewölben angesammelte Gas durch das Feuer im Furnace zur Erplosion gebracht wurde. Es war kurz nach 2 Uhr, als der Kaufmanns-Polizist Miller und ein junger Mann Namens Fred Crull. an dem genannten Hause vorbeigehend einen Lichtschein im Keller bemerkten. Im nächsten Augenblicke lagen sie mit Glassplittern bedeckt auf der Südseite der Straße, und war Miller ziemlich verschnitten worden. Crull dagegen, der mit dem Schrecken davon gekommen war, alarmirte die Feuerwehr, die sammt dem SalvageCorps alsbald an Ort und Stelle erschien und jdas Feuer in dem Keller löschte, worauf dann der angerichtete materielle Schaden genauer berechnet werden konnte. Es ergab sich, daß die Lichtplatte des Kellers von No. 162 Ost Market Str., Office der Jndpls. Coal Co. und Taylor's Cizarrenladen, von der Erplosion zertrümmert worden war, wie der Gas-Meter im Keller und der Furnace. Ferner zeigte es sich, daß die Spiegelscheiben der Frank Clee'schen Barbitrstube No. 158, und die der Market Apotheke, No. 164, Manager Thos. Hollenbcck, völlig zertrümmert worden waren, wie auch die Kellerfenster an der Delaware Straße-Seite. Ter gesammte materielle Schaden dürfte etwa $1000 betragen. Glücklicher Weise kamen die in den oberen Stockwerken des Gebäudes wohnenden Personen mit dem Schrecken davon. Gkirmania Park. Morgen findet die Eröffnung statt. Der Germania Park wird morgen eröffnet werden. Die Besucher werden jedenfalls überrascht sein, daß so viele Verbesserungen und Verschönerungen seit dem letzten Jahre dort vorgenom men worden sind. Dadurch, daß noch zehn Acker zugefügt worden sind, ist der Park jetzt einer der geeignetsten zur Abhaltung von größeren Vereinsfestlichkeiten geworden. Für die morgige Eröffnungsfeier ist eine tüchtige Musikcapelle engagirt worden. Ferner wird der Liederkranz einige seiner schönsten Weisen zum Besten geben. Auch sonst wird es an UnterHaltungen nicht fehlen. Auch NichtMitgliedern steht morgen der Park zum Besuche offen Erpreßwägen werden am Endpunkte der Straßenbahnlinie zur Beförderung der Befucher bereit stehen. Ein Maffeverwalter für die Süd-Jndianapolis Verbes-sernngs-Gesellschaft. Howard Voung, ein junger Rechtsanmalt wurde heute zum Mass verWalter der Süd-Jndianapolis Verbes-ferungs-Gesellschaft ernannt. Er stellte Bürgschaft von $5000 und trat sofort sein Amt an. Die Passiva sollen sich auf $50,000 belaufen; die Activa bestehen aus dem Land, welches die Gesellschaft in SüdIndianapolis eignet. Personal-Notizen. Dr. I o s e p h E a st m a n liegt in seiner Wohnung in Jipsonplace so schwer am Leberkrebs erkrankt darnieder, daß sein Tod nur noch eine Frage von wenigen Stunden ist. A l b e rt L e a p, ein bekannter hie siger Ward-Politiker, ist gestern mit einem Jahresgehalt von $1600 zum Fi nanz-Clerk im Poftamte ernannt wor-de.

Aus den Gerichtshöfen.

Bericht der Bundes-Großgefchworenen. Die Bundes - Großgefchworenen haden dem Richter Baker ihren Schluß bericht eingereicht. Sie erhoben im Ganzen 43 Anklagen, von welchen die folgenden veröffentlicht wurden: Verletzung der Postgesetze: Sarah H. Adams und John W. Keßling, Indianapolis; William D. Betts, Milford, Ind.: Arthur Coleman, Jeffersonville ; George E. Tabney, Logansport; Mark Dewey, Valparaiso; Charles Gray, Richard Bones und Frank Jones, Beraubung der Postoffice in Cannelsburg; Leander J.1 Jennings, Colburn: Roy Mackey, Indianapolis: Ney Nichols, South Bend; Leonard McClish , Bluffton; Homer j McClelland und Harry O. Mills, Evansville; Jshlt Perham, Jndianapolis; Susan Williams, Shelbyville; geringfügigere Vergehen. Falschmünzerei Chas. Heiser, Indianapolis; William C. McCoy, Anderson; John T. Parker, Anderson; William H. L. Ramey, New Albany; George H. Smith, Coal City; John Springer, ;Neto Albany; William H. Stiner, Bluffton. Betrug S. L. Ryan, Brazil; Ar. thur Whittaker, New Albany. Verletzung der Binnen-Steuer Gesetze: Joel S. Brown, Frcnch .Lick; Aseley E. Dimmitt, Grand View; William Gott und Lon Jeffreys, Rus. sellville; Edward C. Jarrell, Terre Haute: James Spaulding, Evans i ville. ReaburnBarth's Gegenklage. Auf die von seiner Gattin M. gegen ihn eingereichter Scheidungsklage hat Reaburn Barth eine Gegenklage eingereicht, in welcher er sie des brutalen unl gleichgültigen Benehmens sowie des Verlaffens beschuldigt. Er wünscht ebenfalls eine Scheidung. Von leidigen Ehefesseln befreit. Richter Allen bewilligte heute folgenden mißvergnügten Ehefrauen die Scheidung: Maggie Kinney von Asbury Kinney, .Margareth Schlagle von Harry Schlagle. Criminalgericht. Samuel Fishback, welcher unter der Anklage des Mordangriffs stand, bekannte sich des thätlichen Angriffs schulbig und wurde zu vier Monaten Ge fängniß verurtheilt. Derselbe hatte im Herbst v. I. eiues Abends eine brennende Lampe nach seiner Frau geworfen. Die Kleider derselben fingen Feuer und sie wurde schwer verbrannt. Jetzt ist sie jedoch wieder genesen. Fishback befindet sich seit dem 1. Oktober bereits in Haft. Belle Davis wurde des Diedstahls schuldig befunden und zz 1 3 Jahren Haft im Frauengefängniß verdonnert. Verletzte das sechste Gebot. Jacob Renick verklagte seine Gattin Franziska auf Scheidung. Er beschul digt sie, nicht nur ihre Pflichten als Hausfrau und Gattin, sondern auch das sechste Gebot in grober Weise verletzt zu haben. Vor etwa 10 Monaten verließ sie ihn und seitdem soll sie mit einem von ihren Liebhabern in wilder Ehe zusammen leben. Das Gesllndheitsamt auf $5000 Schadenersatz ver klagt. Thomas Cheatham reichte heute eine Klage von $5000 Schadenersatz gegen das Gesundheits-Amt ein, welche, wie es scheint, auf schwachen Füßen steht. Er behauptet, daß das GesundheitsAmt ihm seinen Sohn, welcher die Blattern hatte, in's Haus geschickt hätte und daß dadurch die ganze Familie von der Seuche befallen wurde. Der Gesundheits-Beamte Dr. Bueler aber stellt die Sachlage wesentlich anders dar, als der Klüger. Der junge Cheatham, welcher in der Jndiana Gießerei arbeitete, hatte einen n der Woodlawn Ave. wohnhaften College, welcher von den Blattern befallen worden war, besucht.

Sobald das Gesundheitsamt davon Kenntniß erhielt, wurde der jungeMann sofort in dem Hause zurückbehalten und später in's Hospital gesandt. Am nächsten Tage bat dessen Mutter den Doctor ihren Sohn nach Hause zu schicken, und dieses geschah auch, nachdem sie sich einverstanden erklärt batte, daß das Haus unter Quarantäne gestellt werde. Bierzehn Tage lang befanden sich die Bewohner unter derselben und während dieser ganzen Zeit war Niemand von ihnen von den BlatUm befallen worden. Erst einige Tag? später, nachdem der junge Mann wieder in der Gießerei beschäftigt gewesen war, brachen bei ihm die Blattern aus und da der Fall nicht rechtzeitig gemeldet wurde, so steckte er die ganze Familie an. Die Klage der Stadt gegen die Jndpls. Gasgesell s ch a f t. Im Obergerichte fand am Freitag eine mündliche Verhandlung über die von der Stadt gegen die Jndpls. Gasgesellschaft wegen ungenügender Gaslieferung angestrengte Klage statt. Die Klage datirt etwa 2 Jahre zurück und führte aus, daß die Gasgesellschaft über hinreichenden Gasvorrath verfüge. In der Klagebeantwortung der Gesellschaft wurde die Procetzfähigkeit der Stadt bestritten, die nur den einzelnen Kunden der Gesellschaft zustehe. Auch seien die Verhältniffe seit 1883, wo die Gesellschaft bei einer BeVölkerungsziffer von 105,000 Personen gegen jetzt 170,000 in den Contrakt mit der Stadt eintrat, völlig verändert. Das Untergericht hatte zu Gunsten der Gesellschaft entschieden. Das Obergericht nahm den Fall unter Erwägung.

Nahezu gelyncht. Fort Wayne, Ind., 17. Mai. Auf der nahe Aboite belegenen Farm des Roy Lassiter kam es zwischen diesem und dem Versicherungs-Agenten Ferman Smith von Roanoke, zu einem Streit, weil der Letztere die Frau des Farmers insultirt hatte. Im Verlaufe des Streites zog Smith seinen Revolver und feuerte denselben auf Lassiter ab, denselben lebensgefährlich verwundend. Hierauf entfloh er in das benachbarte Gehölz. Lassiter's Nachbaren aber verfolgten und erwischten ihn, worauf sie ihn nahezu zu Tode peitschten. Zu seinem Glücke kamen Polizeibeamten aus Huntington und befreiten ihn aus den Händen seiner Peiniger. Infolge der erlittenen Mißhandlungen befindet er sich in einer bedenklichen Lage. Smith vertrat einmal Huntington County in der Legislatur. Eisenbahnunfall auf der Pennsylvania Bahn. W i l l i a m s p o r t, P a., 17. Mai. Der Pennsylvania Buffalo Expreßzug collidirte heute Morgen bei Jersey Shore mit einem Frachtzuge. Drei Personen wurden getödtet und mehrere andere verwundet. Eine Anzahl Personen in ei nem Scharmützel zwischen Polizisten und Far b i g en getödtet. Atlanta, Ga., 17. Mai. In einem Scharmützel, welches in der Vorstadt Piitsburg zwischen Farbigen und Polizisten stattfand, wurden fünf Poliziftm und mehrere andere verwundet. Von den Negern sollen ebenfalls meh rere getödtet worden sein. Die Polizei war ausgesandt worden, um eine Anzahl Farbige, welche gestern einen Polizisten überfallen hatten, zu verhaften. Es ist jetzt eine Compagnie Miliz abgeschickt worden, um die desperaten Burschen gefangen zu nehmen. Ein renitenter Milchmann bestraft. Der Milcherei - Besitzer Conway, welcher sich absolut geweigert hatte, eine Lizens zu erwirken, wurde heute im Polizeigericht zur Zahlung von $5 und Kosten verdonnert. Raucht Charles Major 5c Cigarren.

AllePoolbrauereien von Groß - New York unter dem Banner der Union. New Y o rk, 17. Mai. Alle Poolbrauereien stehen von heute an unter dem Banner des National-Verbandes der BrauereiarbeiterUnion, seit gestern sind sie Union-Brauereien und über 3000 Brauereiarbeiter, Bierfahrer, Engineers und Feuerleute sind zum Theil schon in der Union. Ein ehrenhaster Frieden ist für brid Parteien, für die Brauerboffe sowohl, als wie fü. die Gewerkschaften abgeschlossen worden und von heute an wird in allen Etablissements unter den Regeln der Union gearbeitet. Seit zwei Jahren wurden mit der Vereinigung der Brauerfirmen UnterHandlungen geführt; Charles Pommer und Ernest Bohm leiteten dieselben für die Brauereiarbtiter mit großem Eifer und häusig unter großen Schwierigleiten, aber schließlich wurden sie vorgestern zum Abschluß gebracht und ein Vertrag mit der Brauer-Affociation abgeschlossen in einer Sitzung, an welcher außer den Genannten auch die Mitglieder Graven und Hoffman theilnahmen. Die Verhandlungen wurden zuerst mit dem von den Brauerbossen eingesetzten Comite für ArbeiterAngelegenheiten geführt, unter der Aegide des Sekretärs Warner. Nachdem die Vertreter der Brauer-Unions den Contrakt der Gewerkschaft unterbreitet hatten, fanden mehrere Conferenzen statt, in welchen alle Punkte des Vertrages eingehend besprochen wurden. Schließlich kam es zu einer Einigung und gemäß des abgeschlossenen Vertrages können nur Unionleute, Mitglieder des National-Verbandes, in den Brauereien beschäftigt werden. Alle

müssen die vereinbarten Löhne erhalten, Waschhausarbeiter $16 pro Woche, Brauarbeiter $18, und Engineers und Feuerleute die üblichen Unionlöhne. Die Brauersirmen können das Unionlabel benutzen und sind auch sonst zu allen Vortheilen berechtigt, welche die Union den Brauereien gewährt, die nach den Regeln der Gewerkschaften betrieben werden. Die neuen Unionbrauereien sind: Geo. Ehret, Bradlefton & Woerz, Bernheimer & Schmidt, Consumers Brewing Co., Joseph Doelger, Peter Doelger, John Eichler, Henry Elias, A. Fink Sons. M. Groh, I. & M. Haffen, Jacob Hoffman, A. Hüpfel, I. Chr. Hüpfel, John Kreß, David Mayer, Jos. Ringler, Jacob Ruppert, F. & M. Schäfer, Conrad Stein, alle in New 2)oit; Rübsam & Horrman, Bachmann Brewing Company und Monroe Eckstein aus Staten Jsland; Congreß Brewing Company, Dannenberg & Coles, Leonhard Eppig, Joseph Fallert, Otto Huber, S. Liebman Sons, Ferdinand Münch, North American Brewing Company, Obermeier & L iebman, Ernest Ochs, H. B. Scharman Sons, N. Seitz Sons, William Ulmer. Paul Weidman und Welz & Zerweck von Brooklyn. Die in den genannten Brauereien beschäftigten Arbeiter werden sich der Brauer-Ünion No. 1, No. 31, No. 69 und der Biertreiber - Union No. 23, 24 und 31, und der FeucrleuteUnion No. 30 und 174 anschließen; die Engineers werden der Brewery Engineers No. 226 beitreten. Mit dem Friedensabschluß ist ein langer Kampf beendet worden, ein Kampf, der einzig in der Geschichte der New Vorker Arbeiterbewegung dasteht, denn an demselben waren alle Gewerk schaften betheiligt, ganz besonders die deutschen Unions und Arbeiter-Vereine, die mit der Union gekämpft und man kann es heute fagen gelitten hoben, aber die Garde, die erprobten deutschen Arbeiter, standen zu jeder Zeit bei den Brauern sie wankten nicht, sie boten Alles auf für ihre Brü der, bis diese endlich die Brauereien unter das Banner der Union bringen konnten. Die stetige Agitation, das unent. wegt Vertrauen auf die Macht der Arbeiterfchaft hielt die New Yorker BrauerUnion aufrecht ; es gelang ihr, eine Brauerei nach der andern zu einem

Union-Etabliisement zu machen, auch die englischen Kameraden schlössen sich dem Verbände an und schließlich erklärten sich die zur Bremers Association gehörigen Firmen bereit, mit der Union Verhandlungen anzuknüpfen, die, wie bereits erwähnt, endlich zu einem erfolgreichen Abschluß gekommen sind. Selb st Mordversuch eines ehemaligen Schullehrers. Ripley, O., 17. Mai. Der 35 Jahre alte, dem Morphiumlaster ergebene frühere Schullehrer Thornton L. Peters machte gestern während der Fahrt auf dem Dampfer Courier" bei Ripley, O., einen Versuch sich zu erstechen. Der Clerk des Bootes John Scatterday hatte aber gesehen, wie er sich in seiner Kajüte das Messer in den Schenkel stieß und eilte herbei, um ihm dasselbe zu entreißen. Peters war aber schon nach dem ersten Stoße in Ohnmacht gefallen. Es wurde ihm sofort ein Nothverband angelegt und er wurde bei der Ankunft des Dampfers im Patrolwagen nach dem städtischen Hospital gebracht. Die Aerzte erklären seinen Zustand für gefährlich, da die Untersuchung ergab, daß er bei dem Stoße eine Ader zer schnitten hatte. Ein Bruder Peters' wohnt in No. 977 Broad Straße, Columbus, O. Peters war ein Infasse der Staats - Irrenanstalt in Co lumbus, aus welcher er am 30. März entkam. In letzter Zeit hielt sich Peters in Portsmouth auf. Seine Verwandten sind sehr angesehen. Das M a i m u s i k-F e st. Cincinnati, 17. Mai. In dem gestrigen dritten Conzert gelangte Bach's unsterbliches Meisterwerk, seine H-Moll Messe zur Aufführung. Die Wiedergabe war im Allgemeinen recht gut. Das vorzüglich geschulte Orchefter half über etwaige Mängel geschickt hinweg und die Gesammtwirkung war in Folge dessen eine durchaus befriedigende. Zu wünschen wäre allerdings, daß der Chor zeitweise etwas mehr aus sich herausgegangen wäre, mit mehr Verve und Begeisterung gesungen hätte und besonders in den Fortissimus sich nicht vom Orchester übertönen ließe. So z. B. sang in der 6. Nummer (Gratias agimus) derChor recht matt u. schleppend,ebenso'nNo.11,woidasCum Sancto Spiritu" wie Sturmeswüthen hätte durch die Halle brausen müssen, statt dessen aber recht lau und flau klang. In der Fuge Pleni sunt coeli" im Sanctus sang außerdem der Chor nicht markirt genug und auch nicht ganz rein. Sonst aber hielt sich der Chor recht wacker, das Hosianna,, z. B. sang er ganz vorzüglich und seine Gesammtleistung am gestrigen Abend verdient alle Anerkennung. Bei den Solisten war dies nun allerdings nicht der Fall. Mit Ausnah-

me von Mme. Stein war keine der Lei stungm befriedigend, selbst Herr Dadies leistete nur in seinem letzten Solo Benedictus qui venit" etwas Gutes. Noch minderwerthiger war die Partie des Herrn Black, dessen Stimmmittel sehr gering und dessen gesangliche Schule gleich Null zu sein scheint wenigstens nach seinen gestrigen Lei stungen zu schließen. Frau Zimmermann hat allerdings eine recht sympathische Stimme, aber zu wenig Volumen und Timbre, um der ihr übertragenen Partie gerecht zu werden; nur Mdm. Stein bot Gesanglich eine recht gediegene Leistung, bei der auch der dramatische Ausdruck zu seinem Rechte kam. Da die Solopartien nicht von veritaler Bedeutung sind, so kann die gest rige Aufführung als eine gelungene bezeichnet werden. Heute Abend findet das Maifeft seinen Abschluß. Zur Aufführung gelangen RequiemMesse, Berlioz, BrahmsChor und verstärktes Orchester (150 Musiker), Tongedicht von Richard Strauß und die Meistersinger, 3. Act von Richard Strauß. Chas. Kram er, seit 7 Jahren Manager des Union-Bahnhofs-Restau. rants, hat resignirt, um in New Jork ein eignes Geschäft zu beginnen.

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