Indiana Tribüne, Volume 25, Number 226, Indianapolis, Marion County, 15 May 1902 — Page 3

Jndiana Tribüne, 15. Mai 1902.

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...Von oben!... Wir sollen ste den Schöpfer loben. Denn aller Segen kommt von oben; Daran ist mahrlich viel gelegen, Doch fällt von oben auch der R e g e n ; Und ist das Dach nicht gut Ihr Leut'. Giebt's unm'llkomm'ne Feuchtigkeit" D'rum rusf beizeiten Eschenbach, Der fingt mit Wollust Euch aus'S Dach. Moritz Eschenbach, 1718 Madison Avenue. sM- Alle Arten von Kudker.. Blech und isenar betten weiden zu mäßigen Preisen übernommen. Reparaturen werden prompt ausgeführt.

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Schiffsunglück. Untergang der Camorta in oftindischen Gewäffern.

Mit Cinschlutz der Bemanung find 739 Menschen umgekommen. Weitere Nachrichten von den Inseln Martinique und St. Bmcent. Beiträge für den Hülssfonds aus verschiedenen Ländern. Drohender Ausbruch des Vesuvs bei Neapel. Nede Präsident Loubet's bei der Ankunft in Brest. Oftindien. Dampfer verunglückt. London, 14. Mai. Eine De pesche aus Rangud, Britisch-Birmah, meldet, daß ein Lebensrettungsboot vom britischen Dampfer Camorta", der schon vor acht Tagen von Madras daselbst hätte eintreffen sollen, in der Bai von Bengalen aufgefischt wurde. Die Camorta" hatte 650 Paffagiere an Bord. Ein anderes Lebensrettungsboot und ein Maft des Camorta" wurden in der Nähe des Krischna-Leuchtschiffs an der Küste von Madras von einem Fahrzeug aufgefischt, das nach dem vermißten Dampser suchte. Man glaubt, daß die Camorta" während eines Orkans am 6. Mai unterging. Außer den 650 Passagieren, sämmtlich Eingeborene, befanden jich 89 Personen als Bemannung an Bord. Westindien. Auf St. Vincent. Castries, Insel St. Lucia, 13. Mai. Der Vulkan Soufriere auf der Insel St. Vincent ist noch immer in bedenklicher Thätigkeit. Ein fürchterliches Getöse ist bunderte von Meilen weit hörbar und aus dem Krater steigen mächtige, verschieden gefärbte Feuerbälle empor. Dabei durchzuckten fortmährend Blche das Firmament. Es ist unmöglich, den brennenden Distrikt im Norden der J'ifcl zu Wasser oder zu Lande zu erreichen, und es ist daher auch nicht festzustellen, wie groß der Verlust an Menschenleben und Eigenthum ist. Die Hauptstadt Kingstown ist noch unversehrt, obwohl sie fortwährend einem Regen von Asche und Kies ausgesetzt ist. Der Vulkan selbst ist unsichtbar. Die hiesige Signalstation berichtet, daß sie gestern Nacht in der Richtung von Fort de France, Martinique, eine Feuersbrunst beobachtet habe. London, 14. Mai. Sir Robert Llewellyn, Gouverneur der WindwardInseln, berichtet vom 13. Mai von der Insel St. Vincent : Ich bin gestern hier eingetroffen und finde die Zustände schlimmer, als berichtet wurde. Das Land an der Oftküste, zwischen Rolin Rock und Georgetown, wurde obenbar in ähnlicher Weise vernichtet, wie St. Pierre, und ich befürchte, daß nahezu Alles, was Leben hatte, in jenem Umkreise vernichtet ist. Wahrscheinlich haden 1600 Menschen iyr Leben verloren. Etwa 1000 Leichen sind gefunden und beerdigt worden; 160 Personen befinden sich im Hospital zu George town und etwa ein Sechstel derselben wird voraussichtlich genesen. Ueber 2000 Personen haben Unterstützung erhalten. Alle benachbarten britischen Colonien tragen' in freigebiger Weise dazu bei. Der Ausbruch dauert fort und es herrscht noch immer große Besorgniß. Auf Martinique. London, 14. Mai. Sir Fred. Wm. Hodgson, Gouverneur von Barbcidoes, hat dem Colonialanit heute den Bericht des Colonialsekretärs 'zugestellt, welcher soeben von einem Besuch in St. Pierre zurückgekehrt ist. 2er Untergang des G r a p p l e r". St. Thomas, D. W., 14. Mai. Von der französischen Insel Guadeloupe wird berichtet, daß dase'.bst große Quantitäten von Bimstein in der See sowie auch bei der britischen Insel Dominica bemerkbar sind; ferner find auch große Quantitäten der Steinart an's Ufer dieser Inseln geworfen. Der Untergang des Grappler" eines Reparatur-Schiffs der W. Jndia & Panama Telegraph Co." bei St. Pierre war ein schwerer Schlag für St. Thomas, da fast die gefammte Mannschaft hier Verwandte hatte. Für die betroffenen Familien sind Subfcriptionen eröffnet.

Rasche Hülfe. St. Paul, 14. Mai. Theo. Schurmeier und Kenneth Clark, die von Präsident Roosevelt mit der Entgegennahme von Geldern für die Nothleidenden in Westindien betraut wurden, wiesen heute telegraphisch $500 als erste Zahlung nach Washington an. Präsident I. I. Hill von' der Great Northern Bahn sandte Personlich $500. Washington, 14. Mai. Secretär Moody erhielt heute von Capitän Vates in San Juan, Porto Rico, folgende Depesche: Sterling gestern Abend nach Fort de France abgegangen. Mentz in Com-mando."

Das Schiff fuhrt 21,000 Pfd. Mebl und Hartbrot, 3000 Pfd. Bohnen, Reis, Milch, Zucker, Speck, Codfisch, Salz etc. in großen Quantitäten an Bord. Deutschland. Hilfe für W e st i n d i e n. Berlin, 14. Mai. Zur Linderung der Noth in Westindien haben Berliner Kaufleute eine Subscriptionsliste eröffnet und ebenso für SüdDeutschland die Frankfurter Zeitung." Ein Beitrag aus Berlin. Berlin, 14. Mai. Der Stadtrath von' Berlin hat den Municipalbehörden einstimmig empfohlen, sofort 40,000 Mark zur Unterstützung der Opfer der Katastrophe in Westindien beizusteuern. Jamaika. Kingston, 14. Mai. Die Gesetzgebung bewilligte heute 1000 Pfd. Sterling für die Nothleidenden auf Martinique und St. Vincent. Vatikan. Hülfe vom Papst. Rom, 14. Mai. Der Past hat 20,000 Lire zum Fonds für die Nothleidenden ans Martinique und St. Bincent beigesteuert. Italien. Der Vesuv rührt sich! Paris, 14. Mai. Eine Depesche aus Neapel an das Journal" meldet, daß der Berg Vesuv Spuren von Thätigkeit zeigt. Auf der Pompeji-Seite fließt Lava herab, während von Zeit zu Zeit heiße Asche emporgeschleudert wird. KeinA usbruch desVesuvs. N e a p e l, 14. Mai. Der in Paris veröffentlichte Bericht, daß beim Vesuv ein Ausbruch ftatttgefunden habe, entbehrt der Begründung. Audienz beim Papste. Rom. 14. Mai. Der Papst empfing heute Bischof Thomas O'Gorman von Sioux Falls. S. D., in Audienz. Derselbe gehört der amerikonischen Commission an, derenAufgäbe es ist, mit dem Papst über die kirchliche Frage auf den Philippinen zu conferiren. Der Pontifix drückte seine Freude über die Ankunft der Missin aus und lobte Präsident Roosevelt, besonders sein gutes politisches Verständniß". Erzbischof Jreland habe sich Anspruch auf tiefen Dank erworden. Die amerikanische Commission besteht aus Gouverneur Taft, Bischof O Gorman, Oberst Crowder und Major Porter. Letzterer sowie Gguv. Taft reisen am Samstag nach Europa ab. Frankreich. Das Hülfswerk. Paris, 14. Mai. In der heu tigen Versammlung der amerikanischen Handelsbörse wurden in wenigen Minuten 12.000 Francs für den Fonds zur Unterstützung der Nothleidenden in Westindien gezeichnet. Der amerikanifche Geschäftsträger Henry Vignaud führte den Vorsitz. Nach Annahme von ?nmpathiebeschlüffen wurde ein Comite ernannt, um den amerikanischen Hülfsfonds zu verwalten. Ex-Präsident Krüger vn Transvaal hat dem Präsidenten Loubet eine Bei leidssepesche geschickt, in welcher er er klärt, tzaß er zwur durch die Verhältnisse eingeengt sei, jedoch seine Sym pathie durch Beisteuerung von 800 Francs zum Hülfsfonds Ausdruck geben möchte. Er bestätigt die schlimmsten Schilde rungen über die Katastrophe und ver gleicht die glühende Masse, die Alles vernichtete, mlt brennendem Siegellack. In bezeichnender Weise fügt er hinzu, daß die Dienste von Aerzten nicht nöthig sind, da keine Verwundeten vorhanden sind. Gouverneur Hodgsen schätzt, daß 2 Millionen Tonnen vulkanischen Staubes auf Barbadoes niederfielen.

L o u b e t's Reife. Brest, 14. Mai. Präsident Loubet, der gestern von Paris aus die Reise nach St. Petersburg antrat, ist heute hier angekommen und wurde von einer jubelnden Menge bewillkommnet. I5r begab sich nach der Präfektur und fpäter wutde ihm von 1500 Civilbeamten des Departements Finisterre ein Gabelfrühstück gegeben. In Erwiderung auf einen Toast, in welchem ihm Glück zur Reise gewünscht wurde, zollte Präsident Loubet den Mitgliedern feines Kabinets eiuen ehrenden Tribut, deren selbstloser Diensteifer zur inneren Feftigung und der Erhöhung des Ansehens des Landes nach Außen hin beigetragen haben. Die politischen Kämpfe seien vorüber und die Zeit sei gekom-

men, in welcher alle Zwiftigkeiten begraben werden sollten. Er mahnte alle Parteien zur Eintracht und erklärte, er werde seine ganze Kraft der moralischen Consolidation des Landes widmen. Auf die iünasten Wahlen Bezug nehmend, sagte er: Frankreich st jetzt einstimmig republikanisch. Nicht ein einziger Kandidat trat als Royalist oder Imperialist vor die Wähler. Ich hoffe, daß die Deputirten aufrichtigen Herzens Republikaner sind und daß sie hre bei der Wahl gegebenen Versprechungen halten werden." Südafrika. Die morgige Conferenz. London, 14. Mai. Lord Kitchener hat das Kriegsamt benachrichtigt, daß Delegaten von allen Boeren-Com-mandos in den Transvaal- und Oranje River-Colonien zu der morgen beginnenden Confrenz nach Vereeningen kommen und daß er für ein sicheres Geleit derselben gesorgt hat. Er erwartet, daß die Versammlung eine zahlreiche sein wird. Die ln Bezug auf Friedensbeziehungen erzielten Vereinbarungen werden später den Briten unterbreitet werden. Eine Delegation, welche voraussichtlich aus denselben Boerenführern bestehen wird, welche kürzlich nach Pretoria gingen, wird mit der Ueberbringung der Entscheidung zu Lord Kitchener betraut werden. Schweden und Norwegen. Ein Massenstreik. Stockholm, 14. Mai. Die socialdemokratische Partei hat einen allgemeinen Streik zur Unterstützung der Bewegung für das allgemeine Stimmrecht angeordnet. Alle Anhänger der Partei in Schweden werden morgen, wo im Rigsdag die Debatte über die Wahlrechtoorlage beginnt, die Arbeit niederlegen und der Streik wird wührend der Dauer der Debatte, die auf drei Tage berechnet ist, andauern. Er wird sich auf alle Industrien erstrecken, mit Ausnahm? solcher, deren Betrieb zur Erhaltung des Lebens und der Gesundheit der Bevölkerung nöthig ist. Grohbritannien. Carnegie geehrt. London, 14. Mai. Die Plumbers Company" überreichte heute in der Guild Hall" Andrew Carnegie das Ehrenmitglieds-Diplom in einer werthvollen Truhe aus verschiedenen Metallen. Carnegie hielt eine längere Erwiderungsrede, in welcher er auf seine Bibliothekschenkungen zu sprechen kam und scherzhafter Weise erklärte, daß er sich dadurch nicht als Philantrop, sondern lediglich als geriebener Geschäftsmann zeige, der sein Geld vortheilhaft anlege. Sodann sprach er von den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden englischredenden Ländern und sprach die Ueberzeugung aus. daß es zwischen denselben niemals zu einem ernstlichen C onflikt kommen könne. Schiffsnachrichten. Angekommen: New York: Graf Waldersee" von Hamburg; Carthagenian" von Glasgow. Rotterdam: Ryndam" von New York. Glasgow: Furnessia" von New York. Queenstown: Haverford" von Philadelphia nach Liverpool; Majestic" von New York nach LiverPool. Neapel: Kaiserin Maria Theresia" von New York nach Genua. Southampton : Philadelphia" von New York. Plymonth : Moltke" von New York nach Hamburg. Abgefahren : New York: ..St. Paul" nach South, ampton; Southwark" nach Antwerpen; Germanic" nach Liver- . Pool. Queenstown: Jvernia" von LiverPool nach Boston. Liverpool : Belgenland" nach Philadelphia ; Oceanic" nach New York.

Im New Yorker Ghetto. Cr'rnen der interessantesten Theile der Cl'oltftcbt New York bildet unstreitig das dortige, meist von russischen Juden bewohnte Ghetto." Der russisch: Jude kommt in der Metropole am Hudson gewöhnlich arm wie eine Kirchenmaus und halbverhungert an, ist aber ungebeugten Muthes und fest entschlossen, es in der gelenschten Medine" (im gelobten Lande) bis zum Kohtzen" (reichen Mann) zu bringen. Sein Herz hängt an den im Vaterlande zurückgebliebenen Lieben, an den preisen Eltern, an Weib und Kind. Er darbt, er spart, und kann er seine Angehörigen auch nicht so bald nachkommen lassen, wie er es wünscht, so ebnet er doch den steilen Pfad, der ihn zur Erfüllung dieses seines HerzensWunsches geleitet. Mittlerweile schickt er seinen Angehörigen Geld, was aber leichter gesagt als gethan ist. Zwar hat unser Beitel," Jock?l." oder Schloime" oder wie er sonst heißen mag, verhältnißmäßig geringe Schwierigkeit, die aus der Heimath angelangten Briefe zu erhalten. Onkel Sam hilft ihm aus. indem er alle der-

artigen Briefe monatelang postlagernd aufbewahrt und eine alphabetisch geordnete Liste der Adressaten in deutschen und mit hebräischen Charakteren gedruckten jüdischen Zeitungen New Z)orks anzeigt. Nicht so glatt geht es aber mit den nach Rußland bestimmten Briefen ab. Bei aller Toleranz, die Onlel Sam auch dem russisch-jüdischen Einwanderer entgegenbringt, gehen ihm doch gewisse Dinge über die Hutschnur, z. I. das Befördern solcher Briefe oder Korrespondenzkarten, deren Adresse mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben ist. Da ist nun aber der Banquier" bereit, helfend einzuspringen. Der GeldWechsler, der zugleich eine Schiffs- und Eisenbahnkartenagentur betreibt, ist ein großer Mann im Ghetto," trotzdem er noch vor ein paar Jahren mit Schuhriemen und Streichhölzern hausiren gegangen sein mag. Er ist auch Repräsentant von Feuer- und Lebensversicherungen und nicht selten Kommissionär für eine der Bücket Shops" genannten Winkelbörsen. An diesen großen Mann wendet sich schloime mit dem Brief nach Hause. Meistens will er noch ein paar Dollars mitschicken, der Banquier" wechselt sie in Rubelscheine um und übernimmt die Beförderung der Sendung. Der Empfänger wird angewiesen, die Rückantwort nicht mehr postlagernd New York, sondern an das betreffende Bankhaus" ergehen zu lassen. Am Samstag Abend nach 7 Uhr, wenn der mosaische Ruhetag, der Schabbes," zu Ende ist, werden dann die eingelaufenen RückantWorten an die Empfänger ausgegeben. Schon eine Stunde vorher hat eine vielhundertköpfige Menge vor der Thür des Bankhauses Aufstellung genommen, und aus dem Summen, Schreien und Gestikuliren könnte manch' Einer, der mit den dortigen Verhältnissen nicht vertraut ist, auf einen Aufstand schließen. Das ist nicht mehr Amerika, was man hier sieht, das ist Halbasien! Wir begegnen hier dem Typus der echten russischen Juden: die kleinen, lebhaften, stechenden Augen, der schmutzig-dunkle Teint, die Habichtsnase, runde Schultern. Die gebückte Haltung ist durchaus charakteristisch. Viele von den Männern tragen den Bart noch lang und struppig, die Frauen nach orthodoxer Sitte das Haar verhüllt. Was Kleidung anbetrifft, haben sie sich schon mehr civilisirt, der lange Rock (Kaftan) bildet schon die Ausnahme; als Kopfbedeckung dient allgemein ein steifer schwarzer Filzhut, der fast im Nacken sitzt. Endlich ist es 7 Uhr, das Bankhaus wird aufgeschlossen. Erneuertes Geschrei, Drängen, Stoßen, Jeder will zuerst die Schwelle überschreiten. Das Haus jedoch hat sich zum Empfang der Menge gerüstet. Die Angestellten sind durch einen Holzverschlag abgesondert und tommuniziren mit den Anfragenden durch zwei breite Fenster, vor welchen vier Personen gleichzeitig neben einander stehen können. Die Briefe liegen in Fächern, alphabetisch geordnet. Fast alle Kouverts sind an die Firma in fettgedruckten Lettern adressirt. Diese Kouverts gibt das Haus gratis an seine Kommittenten, welche sie ihren Schreiben und Sendungen beischließen, um sich das Anlangen der Rückantwort zu sichern. D i e Lepra in Rumän i e n. Nach einem Vortrage des Bakteriologen Professor Dr. Babesch in Bukarest ist die Zahl der an Lepra leibenden Personen in Rumänien ungewöhnlich groß. Amtliche Erhebungen ergeben, daß die Zahl der Aussätzigen in Rumänien seit dem Jahre 1899 von 180 auf 230 gestiegen ist. Doch ist Babesch der Ansicht, daß die Zahl der Leprakranken im Lande weit größer sei, wie es auch bei dem traurigen Zustände, in welchem sich die Sanitätskontrolle in den rumänischen Landgemeinden befinde, gar nicht zweifelhaft sein könne, daß nur ein kleiner Theil der Aussatzerkrankungen in der Provinz zur Kenntniß der obersten Gesundheitsbehörde gelange. In Bukarest allein werden über 100 Leprakranke gezählt, doch hat diese unfehlbar todtlich verlaufende und unheilbare Seuche sich auch in den Gegenden der Nachbarschaft Bukarest's in einer Weise ausgebreitet, daß bei Unterlassung der erforderlichen Vorsichtsmaßregeln ihre Verbreitung im ganzen Lande zu be fürchten ist.

jrei nach Schiller

Ob Köchin, Mädchen oder Frau Sie alle lieben Vernhard Thau, Nicht weil er Wangen frisch und roth. Nein ! Weil er stets das beste Brod. Nicht Einer in der ganzen Stadt Solch gutes Brod gebacken hat, Drum loben sie auch alle heut DieK 'rod und seine Gütigkeit. Auch Butter-Ringe, 's ist eine Pracht Wie Bernhard Thau dieselben macht. Denn Butter spart er nicht daran Wie Jedermann es sehen kann. Und Pumpernickel, meiner Ehr' Als wäre er für's Militär. Herr Thau ist Meister in dem Fach Es macht es ihm kein Zweiter nach. Weil Ehrlichkeit sein stetes Loos Ist seine Kundschaft auch so groß. Willst ehrlich Du bedienet sein So kauf Dein Brod bei ihm allein. S61 Hosbrook St. Marktstand 123124. Telephon (neu) 3253. AWNINGS WE F00L THE SUN Unsere Garantie unsere Arbeit ift s gut wie Goid Tollar. WMMü Teilt & Awniag Co, 447 Ost Washington Str. Phones 1122 CONBAD PETERS, Teutsche Wirthschaft, 857 Oft Washington Strafte. Jndianapoli. er beste eschäftSlunch in der tadt. (reine Weine, Liköre und Cigarren. I Wirthschafts-Uebernahme. Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich die bisher roa Frank Stratmann in No. 210 und 21t Oft Wavasi, Cts. s tfütjrt; Wirthschaft käuflich übernommen habe und edermann zu Beiuch sreundnqu nntade. Kred. Nasctnan. H. Louis Vollrath's l Groeery und Fleisch-Markt, 125 West Morris Sttaße. ZEcke Capital Avenue und Morris Straße. Staple undFancy Groceries, Frisches, gesalzenes und geräuchertes Fleisch, Wurst, reines Schmalzusw. Tapeten gereinigt durch das mue ...Germicide Verfahren... Seilen VtXBtt, 1291 Süd aft Str. Tas Germicide verfahren entfernt den Staub und auch vollkommen, bnngt das frische Aussehen wie der und zerstört Mikroben. Kein Schmutz fällt auf die Möbel oder auf den Fufzboden Preise niedrig. Für Voranschläge schreibe man eme Postkarte, Theodore F. Smither, geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Pech- und ttiesdacher, Dächer von Asphalt nnd Gilsonit. W Engros 'Händler Nl allen Arten von Dch terialten. Telephon , neu 861 ; alt green ilftL 301 West Marvland Gtr. Südwestl. rke von Senate Ave. und Maryland Str Joseph Haas, empfiehlt sich dem deutschen Publikum zur Reinigung von Abtritten, SewerS w m Cifiernen u. f. w. Siiittfefti frei. Office: 707 Maxwell Straße. Telepho: (alt) UunlU. 2578.

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