Indiana Tribüne, Volume 25, Number 223, Indianapolis, Marion County, 12 May 1902 — Page 7
Jndiana Tridnne, 12 Mai IVOS.
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crrin des Schicksiüs
Roman von Theodor Kabelitz. 0COOO (Fortsetzung.) Vagas Herz klopfte unruyvoll. etc wuhte. weshalb sie an diefh? Stelle stand, sl? hatte ihre Antwort bereit. Äber das Wort, das sie erwartete, blieb s. Me geistesabwesend starrte Niebuuö ans den Flu hinaus. Minuten verqina'ik. Weshalb sprach er nicht? Hatte 'sie selbst, hatte ihre Mutter sich betrogen über die Absichten dieses Mann?s? Der Zweifel weckte die Angst, er mochte ihr cmschlüpfen mit allem, was sein war. Jetzt erst verstand sie sich selbst. Ein mühiges Spiel der Gedanken war's gewesen, bafr sie ihn ausschlagen könnte. Äar nicht daran gebeuto hatte sie. all' ihr Sinnen und Trackten verlangte nach Reichthum, Glanz. Lebensg:nuh. Und er schwieg noch immer, machte sich vielleicht gar innerlich lustig übe? die Närrin, die zu entscheiden wähnte, wo er ibrer gar nicht beaehrte! Dabin die Bilder von Glanz nd Schimmer, versunken der gleißende Schein van Pracht und Herrlichkeit dahin, dahin? Beleidigter Stolz, betrogene Gier nach einem Leben in Reichthum und Luxus. Erbitterung über sich selbst und die eigene Thorheit, dazu ein Gefühl von Haß gegen den Mann, der sie demüthigte durch sein Schweigen, wie er sie demüthigen würde, wenn er sprach das wogte alles durcheinander in Dagas Seele, und in dem allen doch nur das brennende Verlangen, ihn festzuhalten und mit ihm sein Gold. Er durfte sie nicht achtlos stehen lasten. Heftig trat ihr Fuß das Holz der Brücke. Sie wendete sich ab, um die Thränen zu verbergen, die ihr der Zorn in die Augen trieb. Daga Fräulein Daga!" Sie regte sich nicht. Er legte die Hand auf ihre Schulter. Daga, haben Sie keinen Blick mehr für mich?" Zornig wandte sie ihm die schimmernden Augen entgegen, aber zur selben Zeit fühlte isic auch. 'das Spiel war nicht verloren. Der Klang seiner Worte verrieth es. Mit der voraufgegangenen Erregung verband sich sogleich die schlaue Berechnung. Ihre Stimme klang rauh. Was wollen Sie denn von mir? Lassen Sie mich doch gehen! Gehen Sie selbst! Was soll das alles? Ich " Hastig trat sie nach vorn bis hart an den Rand der Brücke. So sicher fühlte sie sick jetzt, daß sie den Fuß hob zum letzten Schritt, der sie hinabstürzen mußte in die grundlose Tiefe. Und so natürlich war's gespielt, daß Niehuus sie erschrocken zurückriß. Daga, was thun Siel Warum lasten Sie mich nicht? Ihnen gilt's ja doch gleich und mir roir: besser. Alles vorbei! Das Herz bätte Frieden." Daqa. Taga! Ist's denn wahr? Darf ich's mir deuten in meinem Sinn? Ich fand ja nicht den Muth zum letzten entscheidenden Wort. Alles, was ich bin und habe, lege ich Ihnen zu Füßen. Wollen Sie mein Weib sein. Daga?" Er ergriff ihre Hand, die sie ihm ließ; wortlos lehnte sie sich an seine Schulter. Ihre Brust bebte. Die Erschütterung war zu groß gewesen. Daga sprich ein Wort!" Endlich hob sie die Augen zu ihm aus. jtanden Thränen darin, aber sie lächelte schon. Du hast mich ja schon genommen. Komm jetzt zu Mama!" 4. Kapitel. Daaas Verlobung erregte Aufsehen, weil ??iemand etwas derartiges erwartct hatte. W immer in solchen Fällen wurde das Brautpaar alsbald Mittelpunkt von mancherlei gcsellschaftlichen Veranstaltungen Stand Daga dabei naturgemäß im Vordergrund des Interesses, so kam doch auch Elsa in kullere Beleuchtung, denn die Frau Gchkimrath hielt den gegenwärtigen ZeitPunkt für besonders geeignet, ihre jüngere Tochter der Gesellschaft zuzuführen. Beziehungen, die gelegentlich der üblichen Brautgesellschaften angeknüpft waren, ließen sich später bequem aufrecht erhalten, meinte sie. Georg Niehuus hatte sene Wohnung vorläufig noch beibehalten, das LandHaus draußen in der Villenkolonie sollte erst nach der Hochzeit bezogen werden. Ueber die inne Einrichtung entschieden ausschließknh Wünsche und Gcschmack der künftigen Gebieterin. Täglich zu bestimmter Stunde hielt der Äaqen vor der Thür, den Niehuus seiner Braut ein für alle Mas zur Verfügunq gestellt hatte. Von ihrer Mutter oder von Elsa begleitet, fuhr Daga dann von Geschäft zu Geschäft, um Einkäufe zu machen oder Aufträge zu geben. So oft es thunlich war, holte der Fabrikant die Damen selber ab. Daga Vrandow war jung, schön und gebLrte zur Aristokrat der Bildung, laujter Vorzüge, auf welche Niehuu? hohes Gewicht legte, aber sie war auch die Tochter eines Beamten. Ver den Seinigen außer der Pension für die Wittwe keine Mittel hinterließ. Sie mußte ein Leben inmitter. der sorglosen Behaglichkeit des Wohlstandes für die Erfülluno ihrer kühnsten Wünsche halten, meinte Niehuus. Selbst den LuxuS eines gewissen Reichthums dachte er ihr nicht tu n,rsaaen. Aber, in Verbältnisten
aufgewachsen, die pekuniäre AÜ4? schreitungen nach keiner Se'te hin zuließen, war. wie er hoffte, Daga jedenfalls in ihren Ansvrüchen bescheiden. mußte ja den Werth des VtideS kennen und schätzen. Aus seiner Geschäftspraxis an gcnaue Buchführung gewöhnt, konnte er im Privatleben dieser Gepflogenheit um fo leichter treu bleiben, als ihm die Rechnungen für Einrichtung des neuen Heims überaus prompt zugestellt wurden. natmlich mit Quittungsvcrmerk. Er kam dadurch in die Lage, nach kürzester Frist zu kcnstatiren. daß die AufWendungen für die Ausstattung feines Hauseö bereits das Dreisache der dafür ausgeworfenen Summe betrugen, ohne daß sich ein Ende absehen ließ. Niehuus war sprachlos. Hatte er darum gerungen, gestrebt, entbehrt sein Leben lang? Mensch wollte er sein, in Behaglichkeit seines Glückes genießen, nicht aber sein Gelo verthun in unstnnigem Lurus, der nicht einmal ihm. sondern Änderen diente nein! Der Verschwendung in der Einrichtung würde die Verschwendung in der Lcbenshaltung folgen, eines zog immer das andere nach sich wie die Kette ihre Glieder. Er war ein reicher Mann, aber ein Börsenfürst war er nicht. T?isen konnte er es nicht gleichthun, und er wollte es auch nicht. Was heute zu viel ausgegeben wurde, bedeutete einen Abstrich für die ganze Zukunft. Er hatte weder den Wunsch noch die Verpflichtung, ein Nabob zu scheinen. Das letzte Lebensdrittel in behaglichem Glück, das war sein Ziel, das erlaubten seine Mittel in vollem Umfang, dabei wollte er stehen bleiben. Er beschloß, ernsthast mit seiner Braut zu reden. Die Gelegenheit bot sich, als die Geheimräthin allein zu einer bekannten Familie fuhr, indeß die Verlobten ihre Rückkehr in einer Konditorei erwarteten. Niehuus räusperte sich etliche Mal. Weißt Du. liebes Kind Schon nach diesen vier Worten hielt er inne. Er hatte seine Verlobte nicht direkt ansehen mögen, während er sprach, und so warf er einen verlorenen Blick in den riesigen Kristallspiegcl an der Wand, der ihm sein eigenes und Dagas Bild in Lebensgröße deutlich entgegenhielt. Es war das erste Mal. daß er sich so an ihrer Seite sah, und zum ersten Mal kam es ihm zum Bewußtsein, wie er sich neben ihr ausnahm. D?r unangenehme Eindruck lieh ibn mitten im Satze abbrechen. Liebes Kind," hatte er gesagt. Wie abgeschmackt! Glücklicher Weise war außer dem Fräulein hinter dem Verkaufstisch Niemand anwesend, und dik stand fern. Er sprach ja auch nicht übermäßig laut. Aber immerhin Liebes Kind!" Wenn's das Fräulein gehört hatte, mußte sie nicht glauben. ein Vater ermähnte seine Tochter? Du sprichst nicht zu Ende. Georg bemerkte jetzt Daga. Hm, ich finde die Gobelins eigentlich recht hm " Recht schön, meinst Du? Ich auch. Georg." S chön, ja, selbstredend. Aber auch recht theuer." Das kann ich nicht zugeben. I' glaube im Gegentheil sehr vortheilhaft gekauft zu haben." Gewiß, ganz recht! Nur ich meine, es ist ciaentlich schade, daß die schönsten Sachen zugleich die theuersten sind." Auch darin kann ich Dir leider nicht beistimmen, lieber Freund. Zöas schön sein soll, muß selten bleiben, und die Seltenheit kommt natürlich im Preise zum Ausdruck, ahrmarktswaare mag Anspruch auf jeoe Bezeichnung haben, dauerhaft, gut. praktisch, wie Du willst, schön ist sie nie." Nun, nun! Jahrmarktswaare! Ich wollte nur andeuten, die Gemüthlichkeit des Hauses hm!" Selbstredend wirst Du Dir Dein Arbeitszimmer vollendet gemüthlich und ganz nach Deinem Geschmack einrichten, lieber Freund. Indessen der Salon " Niehuus lieh das Gespräch fallen und trug eine Empfindung mit sich fort, als sei es ihm nicht recht gelungen, sich seiner Verlobten verständlich zu machen. Naeb der Heimkehr stand Daga vor dem Wandspiegel. Sie nahm den reizenden Hut ab und strich mit beiden Händen das Haar zurück. Mama, heute habe ich zum ersten Mal das Wort .theuer' gehört," Mich nimmt es nicht Wunder. Kind. Ich habe mir einige Notizen gemacht, die liebe Bekanntschaft möchte doch dies und das gern wissen. Es ist ein kleines Vermögen, das bis jetzt ausgegeben wurde." Ich denke, wkr hatten mit einem großen gerechnet." Um davon zu leben, aber doch nicht, um es in die erste Einrichtung zu stecken. Sei klug, Daga!" Es hat einmal einer vom Edelstein gesprochen, vielleicht sogar Du, möglicher Weise ist es mir auch nur selbst durch den Kopf gegangen. Nun gut: der Edelstein erträgt keine Fassung von Talmi." Ich kann nicht finden, daß Du eine geringe Meinung von Dir hast. Dock davon abgesehen in welcher Verbindung fiel das Wort?" Ganz allgemein. Er kam nicht zu: Sache." Daga lachte spöttisch. El genirte sich vermuthlich." Nächstes Mal wird er deutlicher werden." Warten wir's ab. Ein gemüthliches Heim, wie er es versteht, brav essen unt trinken und gegen Abend im Schlafroö
uno langer Psetfe Die Blumen begietzer das ist nicht mein Wunsch und meir Geschmack.Ich will Dein Bestes. Daga. Spanne den Bogen nicht zu straff. Sei klug. Kind, das ist mein einziger Rath." Niehuus kam in der That bald zurück auf die Sache, die ihm am Herzen lag. Wir müssen das System ändern. Daga." sagte er eines Tages. Welches System? Ich verstehe nicht recht." Bisher fragten wir nur, wie würde sich's machen, wenn dies dort stände und jenes da? Wir sahen nur die Dinge an und bezahlten den Preis. In Zukunft wollen wir eine bestimmte Summe aussetzen für alles und dann fragen, was dafür zu haben ist." Du mußt mich belehren. Ich verstehe ja so wenig davon. Habe ich wirklich zu viel Geld ausgegeben?" Ja, wirklich. Aber noch ist ja Zeit-" Wozu?" Niehuus fühlte sich recht unbehaglich. Daga fragte so harmlos und dabei doch so eingehend. Er wollte nicht geizig scheinen und doch die Dinge in seinem Sinn ordnen. So nahm er seine Zuflucht zu einer Unwahrheit. Ich habe Verluste aehabt. Daga." Verluste? Ich denke, Du hast Dich vom Geschäft zurückgezogen?" Jawohl, indessen" Da Niehuus nichts besseres wußte, spann er vor Verlegenheit die erste Unwahrheit weiter. Wie das so geht Verluste an der Börse, nicht gerade halsbrechender Art, aber immerhin bedeutende Verluste. Laß uns verfahren, wie ich es vorschlug." Daga erschrak bis in's innerste Herz. Niehuus' Verwirrung entging ihr nicht. Daß er sich bemühte, dieselbe zu verschleiern, gab der Sache eine erhöhte Bedeutung. Sollte es schlimm mit seincm Vermögen stehen? Sie sprach darüber mit ihrer Mutter. Ich habe alles vergessen, was ein Hinderniß dieser Verbindung sein konnte," sagte sie, aber das Opfer darf nicht vergebens gebracht sein. Ich will nicht fürchten müssen, daß eines schönen Tages ein Luftschloß über mir zusammenbricht." So schlimm wird's nicht sein. Daga. Ein Mann wie Niehuus setzt nicht alles auf eine Karte. Um Dich indessen zu beruhigen, will ich mit Kommerzienrath Tychsen reden. Er wird Genaueres wissen." Die Börse gleicht der Espe, der leiseste Wind läßt sie rauschen, und Heuer gab's kritische Tage. Irgend eine Nachricht, über welche gewöhnliche Zeitungsleser qleichgiltig hinwegflogen, hatte die Gcldleutc in nervöse Aufregung versetzt. Die Kurse stürzten, und je nach Stellung des Einzelnen zur Sache gab es leuchtende Blicke oder schlaff herabhängende Arme. Niehuus ging zur Abcndbörft. Er hatte noch niemals eine Mark an Spekulationen gewagt, deren Verlauf sich seiner Berechnung und seinem Einfluß völlig entzog, aber de? Kampf der Minen und Gegenminen interesstrte ihn Er sah zu, wie der Unbeteiligte eine: sportlichen Veranstaltung zusieht, ohne zu wetten. Kommerzienrath Tychsen ward sei; ner ansichtig. Nun sagen Sie mir um aller HciUgen willen, wo kommen Sie her, verehrtester Herr Niehuus? Meine Augen müssen doch trügen! Ich denke, Sie gehen im Mondschein am Arm der Liebe spazieren und lauschen auf Zephyrs Geflüster! Oder hat das Rausehen in diesem Papierwald auch sin Sie jetzt plötzlich ein Interesse?" Der Gefragte zuckte diplomatisch di Achseln. Was soll man thun, um du Zeit hinzubringen?" Unser Direktor werden, verehrter Herr! Sie wissen, ich warte sehnsüchtig darauf. Aber Sie müssen sich balc entschließen, sonst wird es zu spät Doch nun, ehrlich Bekenntniß! Sind Sie stark engagirt? Ich hörte etwas von Verlusten. Also wie steht's? GlücZ in der Liebe, Unglück im Spiel, liebe: Freund! Es wäre recht schade, wenn schöne Augen deshalb trübe blickten." Niehuus hatte eine Empfindung, all fei er plötzlich unter Vormundschaft gestellt worden. Daß der Kommerzienrath von Verlusten sprechen konnte, dafür gab es nur eine Quelle Daga. E verlohnte sich immerhin, die Sache eir wenig weiter zu verfolgen. So legte er das Gesicht irr bedenkliche Falten. Es kann ja nicht immer so bleiben. Wer mit einem blauen Auge davonkommt, hat schließlich noch beide Damit verabschiedete er sich. Als Niehuus seine Verlobte am nachsten Tage abholen wollte, machte ihm die Geheimräthin die betrübliche Mittheilung, daß Daga, von bösen Kopfschmerzen geplagt, fiebernd zu Bett liege. In Ermangelung anderer Beschäftigung fuhr er wieder zur Börse. Kommerzienrath Tychsen sah ihm forschend in's Gesicht. Nun, wie steht's?" Schlecht Sie thun mir eigentlich leid." Ich mir beinahe auch." Wie kann man nur so waghalsic spielen!" Niehuus zuckte die Achsel. Geflissentlich drückte er sich unbestimmt unc doppeldeutig aus. Was der Kommerzienrath im inn hatte, wußte er gan genau, aber er wollte auch wissen, vorauf die Sache eigentlich hinauslief Daga war auch am nächsten Tagi und am dritten so wenig genesen, das
ste ihren Äerlodten nicht sehen konnte Darauf beschloß Niehuus. die Prob arf das Exempel zu machen. Als t Tychsen gegen Schluh der Börsenzci: lue Hand vrucüe. lächelte er lozujagen mit dem ganzen Gesicht. Heute muß ich Sie zu eine? Flasche Röderer einladen, Her? Kommerzienrath, natürlich mit obligatem Frühstück. Wollen Sie mitthun?" ..Natürlich will ich. Aber wie kommen Sie in diese sektfreudige Stimmung? Sie sahcn schlecht aus letzter Tage." Eine kleine Verstimmung, weiter nichts. Heute ist mir wohler als je." Das freut mich, freut mich aufrichtig. Und nicht blos um Ihretwillen. Wenn wir also gehen wollen, mich hält augenblicklich nichts mehr." ..Also gehen wir, Herr Kommerzienrath!"' Am nächsten Mittag fuhr Niehus uach seiner täglichen Gewohnheit bei der Frau Gehcimrath vor. Würde er Daga sehen oder nicht? Ein häßlicher Verdacht hatte sich in seine Gedanken geschlichen. Vier Tage wurde der Wahn von seinen Verlusten aufrecht erhalten, vier Tage blieb die Braut seinen Blicken entzogen. Gab's da wirklich einen Zusammenhang? Niehuus wünschte beinahe, sie möchte auch heute nicht erscheinen. Aber Daga kam. Beide Hände streckte sie ihm mit hinreißender Liebcnswürdigkeit entgegen. Da bin ich, lieber Georg! Vier' Tage! Welche Zeit! Und daß Tu gehen mußtest ohne einen Blick von mir, war mein größter Kummer." Vier Tage!" wiederholte Niehuus. Aber all' die Bitterkeit, die er in der Brust herumgetragen, und die sich hatte auf seine Lippen drängen wollen, zerfloß vor dem strablenden Blick von Dagas Augen. Selbst die Gedanken hörten auf. sie anzuklagen Er sah nur noch ihre hinreißende Schönheit. Und sie war sein, sein! Ihre beiden Hände hielt er fest. Vier Tage! Gott sei Dank, daß sie vorüber sind, Daga!" Für Ni.'huus war der Zwischenfall damit erledigt, für Daga nicht. Was ihr im Lauf der vier Tage durch den Kopf gezanaen war, klang nach und wirkte fort. Lilli Tychsen war ihre Freundin. Sie selbst ging seit ihrer Kindheit ein und aus im Hause des Kommerzicnraths. Alles, was mit E.'ld und Gut zusammenhing, weckte ihr Interesse. So waren ihr die Begriffe Börse und Börsenspicl nicht unbekannt geblieben, sie wußte, daß d,tbei Vermögen gewonnen, viel häufiger aber noch verloren werden. Und NiehullS spielte an der Börse. die Vorgang? der letzten vier Tage Iießen ihr darüber keinen Zweifel. Er war nabc am Ruin gewesen, das stand für sie fest. Wenn er sich dieses Mal glücklich aus der Klemme gezogen hatte, würde es immer so sein? Konnte ei nicht geschehen, daß ihr die Millionen, auf denen sie zu stehen meinte und immer stehen wollte, eines Tages unter den Füßen fortschwammen? Daga fröstelte bei diesem Gedanken. Wenn Niehuas schon alt war, sc war er doch aih reich. Und gerade weil er alt war. würd'i sie eines Tage frei werden, Herrin ihrer selbst und eines großen Vermögens. Dafüi wollte sie ein Opfer bringen. Aber an einen allen Minn gekettet sein, der scir Ge'.d an der Börse verspielte und arm wurde ihr schauderte. Etwas wic Haß regte sich in ihr geg?n den Mann der ihr Vermögen in Gefahr gebracht hatte und ferner in Gefahr bringen würde. Wenn sie nur etwas dagegen thun könnte! Sie sann und sann. Es mußte dock ein Mittel geben zu verhindern, daß das Opfer ihrer Jugend umsonst gebracht wurde, ein Mittel, das sie zur Herrin des Schicksals machte. (Fortsetzung folgt.)
Tiplomat und Kochbuch. Von dem jüngst verstorbenen ehemaligen deutschen Botschafter in Paris, Fürst Münster, hieß es vielfach, daß er der Verfaffer eines Kochbuches gewesen sei, und seine Diners in strengem Anschlüsse an dessen Rezepte habe anfertigen lassen. In Wirklichkeit hatte -r nur die Vorrede dazu geschrieben; die eigentliche Verfasserin war seine zweite Gemahlin, Lady Harriet St. Elair. Das Buch heißt Dainty Dishes" und ward 1877 von Münster in deutscher Bearbeitung unter dem Titel Gute Küche" herausgegeben. Die Vorrede, ziemlich umfangreich, eröffnet einen geharnischten Feldzug geg(?n die deutschen Mütter, die ihren Töchtern Musik und Gesang beibringen und es dabei versäumen, sie in die Geheimnisse der guten Küche einzuweihen. Die gute Küche aber fand Münster nicht in Deutschland, sondern in England. Charakteristisch ist sein Stoßseufzer über den deutschen Fis genuh. Ich habe an königlichen Tafeln" so schreibt er Lachs zu meinem Schrecken auftragen sehen, den in England kein Bettler, wenn er noch so hungrig wäre, genießen würde." Sein Groll bezog sich aber weniger auf die Fischzubereitung, als auf die falsche Jahreszeit, in der die betreffenden Fische gefangen waren. Modertt Kindererziehung. Sie: Was nur dem Baby fehlt, daß es immerfort so jämmerlich schreit. Der Doktor hat es bereits massirt. mein Mann hat es gewogen und photographirt ich habe sechs Ka.)itel .Mutterpflichten' gelesen was weiß ich alles Herrgott! Da bringt die dumme Gans erst die Milchflasche!"
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