Indiana Tribüne, Volume 25, Number 222, Indianapolis, Marion County, 10 May 1902 — Page 1
Jndimm Tribune.
fSW s Cacc und innfirckf,v niliWMJi'JUll lOc per Woche. SS Vrfttxeint seven Nachmittag Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Samstag, 10. Mai 1902 91$. 222.
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V Tage und j 8 5onntagsblatt 8 8 lOc per Woche. X
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Sadie Jordan ging nicht nach Spanien. C. C. Jordan von No. 1117 Masole Straße theilte heute der Polizei mit, daß er seine vierzehnjährige Tochter Sadie gestern Abend im Park Theater gefunden hatte. Dieselbe hatte bekanntlich ihren Eltern geschrieben, daß sie sich mit einem spanischen Granden, Namens Aplase verheirathet hatte und sich mit demselben auf dem Wege nach Spanien befand.
Loeal-Politisches. Vorsitzer Goodrich vom r e p u b l. S t a a t s-F o m i t e hat das republikanische Hauptquartier vom Denison Hotel nach dem English Hotel verlegt. Senator Beveridge beschenkt. Die Indianapolis Loge No. 56 der Pythias - Ritter hat dem Senator Beveridge, welcher erft kürzlich Mit glied des Ordens wurde, mit einem prachtvollen goldenen Ordens-Abzeichen beschenkt. in Kirchliches. E r ft e Deutsche Baptisten Kirche, Ecke North und Davidson Str. Pastor v. Miller wird am Sonntag Morgen um 10:30 über das Thema : Die Himmelfahrt und die zweite Zukunft Christi", predigen. Abends 7 Uhr 30 Min. findet ein Tauffeft statt. Bei dieser Gelegenheit wird Pastor v. Miller über: Die Taufe nach der Schrift und ihre Bedeutung", predigen. Jedermann ist zu den obi gen Gottesdiensten herzlich eingeladen. Sonntag Schule 9 Uhr 30 Min. Jugendbund - Versammlung Abends 6:30 Uhr. Die schwarzen Barbiere obenauf. Sämmtliche Weiße in der Barbierftube des Denison Hotels wurden heute entlasten ; sie wurden durch Farbige ersetzt. Personal Notizen. Herr AdolphBaurjr. wurde heute von seiner wackeren Gattin Mamie mit einem prächtigen rund sieben Pfund wiegenden Knäblein beschenkt. Mutter und Kind befinden sich wohl, der glückliche Papa strahlt vor Freude und Herr Adolph Baur 5r. und Frau sind nicht minder vergnügt über die Ankunft des Kronprinzen, durch deffen Erscheinen sie zum ersten Male Großeltern geworden sind. Glückliche Reise ! Unter Leitung ihres bewährten Diri genten, Herrn Prof. Franz Bellinger, zogen gestern Abend nach der früh beendeten Probe sdie Activen des Männerchor zur Residenz des H r n. John P. F r e n z e l an der Nord East Straße, um demselben und seiner liebwerthen Frau Gemahlin, welche heute Indianapolis auf längere Zeit verlassen, ein Abschieds-Stündchen zu bringen. Die Sänger trugen in der b?kannten meisterlichen Weise Be schnitt's Osfian", die Abendfeier" von Attenhofer und den herrlichen Cbor Waldmorgen" vor, worauf sie der Einladung des so geehrten Paares folgend, bei einem Gläschen edlen Rheinweines in Prosa und in Gesang den Abreisenden il);e herzlichsten Glückwünsche mit aus den Weg gaben. Nachher fand in der Germania Halle noch eine kleine gesellige Unterhaltung statt. Herr und Frau Frenzel fuhren heute Nachmittag nach New York ab, um sich am Dienstag auf dem Dampfer Pretoria" nach Europa einzuschiffen. Sie werden sich zunächst mehrere Wochen auf der Insel Wight aufhalten und dann den Continent bereisen.
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Hülfe für den angeblichen Mörder von Doc Lnng. Der Chinese Chin Lee, welcher sich zur Zeit im Gefängniß unter der Anklage befindet, seinen Landsmann Doc Lung ermordet zu haben, hat von mel -ren Landslenten anonyme Briefe erhalten, in welchem ihm mitgetheilt wird, daß sie finanziell ihm zur Seite stehen werden. Dieselben haben be reits den Rechtsanmalt V. B. Cohen zu seinem Vertheidiger engagirt. Dieselben halten jedoch ihr? Namen heim. Dem Anwalt gegenüber hat Chin Hee auf das Bestimmteste erklärt, daß er den Mord nicht begangen hatte. Er befand sich am Sonntag Abend in E. Lung's Wäscherei an der N. Delaware Str. Er nahm dort sein Abendeffen. Doc Lung war ebenfalls dort in GeGesellschaft seines Onkels und seines Bruders. Nach dem Abendessen machte er einen Spaziergang. Er kehrte nach E. Lung's Wäscherei gegen 11 Uhr zurück. Bis um halb ein Uhr blieb er noch auf und dann begab er sich zu Bett. Um 6:30 am Montag Morgen stand er auf. Erst gegen Mittag will er zuerst gehört haben, daß Doc Lung ermordet wurde. Eineneue Spur. Die Bahn-Angestellten einer NachtCar von der Nord Indianapolis Linie theilten heute der Polizei mit, daß sie am Montag Morgen um 2:30 zwei Farbige sahen, welche sich in verdächtiger Weise vor Lung's Wäscherei an der Jndiana Ave. benahmen. An der gegenüberliegenden Seite der Straße waren e benfalls zwei Farbige, welche wie es schien, eine Art Wache bildeten. Was den Bahn-Angestellten aber be sonders auffiel, war, daß ein Licht in der Wäscherei brannte. Da allgemein angenommen wird, daß der Mord um diese Zeit begangen wurde, so sind diese Mittheilungen von großer Wichtig-keit.
Polizeiliches. P. C. S w i f t, Manager der Gaar Scott Co. an der Kentucky Ave., berichtete der Polizei gestern, daß am Donnerstag ein unbekannter Kerl, während seiner Abwesenheit das Sonnenschutzdach (Awning) vor der Office weggeholt habe, d. h. gestohlen habe, indem derselbe fälschlich angab, er sei von Swift aufgefordert worden, dasselbe zu repariren. Das Sonnenschutzdach war erst vor wenigen Tagen dort angebracht worden und völlig neu. Auf der Heimkehr von einer Versammlung in der Haughville Townhall wurden gestern Abend gegen 11 Uhr Mitglieder eines G. A. R. Postens und des W. R. -Corps von einer Bande von Rüpeln mit Steinen bombardirt. Die Flegel waren verduftet, als die zu Hülfe gerufenen Radler eintrafen. Roy Armstrong, von No. 306 Tacoma Ave. benachrichtigte kurz nach il2 Uhr die Polizei, daß gegen 9 Uhr Abends Florence Holm, die 9jähr. Tochter seines Nachbarn, im Hofe der Wohnung von 2 Kerlen angegriffen worden sei, die er jedoch, des Kindes Hülferufe vernehmend, verscheucht habe. Auch in diesem Falle war an ein Einfangen der Schuldigen nicht mehr zu denken. Die Polizei wurde vom Marschall von Frankfort, Ind., ersucht, Umschau nach dem 16-jahrigen George Unger aus Delphi und der 15'jährigen Mary Hughes aus Owasco, Carroll Co., zu halten, die am Montag per Buggy ausgekniffen seien, um hier oder anderswo zu heirathen. Bei Mary's Bruder George Hughes, der an Ren? Z)ork und La Salle Str. wohnt, vermochte die Polizei keinen Aufschluß über die Ver schwundenen zu erhalten. Auf ihre Ergreifung ist eine K20-Belohnung ausgesetzt. Pennsylvania Bahn 81 25 Maoison und zurück Kl. 25 Sonntag, 11. Mai, Spezialzug verläßt Indianapolis um 7:30 Uhr Morgens. Rückfahrt von Madison 6 Uhr Abends.
Aus den Gerichtshöfen.
Kurzes E h e l e i d. Mary James reichte eine Scheidungsklage gegen ihren Gatten Frank, mit welchem sie sich im Jahre 1878 vermählte, ein. Schon im nächsten Jahre verließ er sie. Sie beschuldigt ihn der Pflichtvernachlüsstgung, der brutalen Behandlung und des böswilligen Verlassens. $25,900 von der Stadt verlangt. Wm. Canley hat die Stadt Jndianapolis auf Zahlung von $25,000 verklagt. Er befand sich am 16. Januar v. I. auf der W. Washington Str. Brücke, als diese einstürzte. Er fiel in den Fluß und erlitt Verletzungen, durch welche er theilweise gelähmt wurde. Die Straßenbahngesellschaft, bei welcher er zur Zeit, als der Vorfall sich ereignete, angestellt war, ist mitverklagt. Die übliche Schadenersatz, klage. Charles Tnyer verlangt von der Straßenbahn-Gesellschaft $2000 Schadenersatz. Eine electrische Car war gegen sein Fuhrwerk gerannt. Er wurde auf die Straße geworfen und verletzt. $3000 verlangt. Annie Schiller wünscht von Maggie Eitel $3000 Schadenersatz. Auf deren Veranlassung war sie vor einigen Tagen unter der Anklage des Großdiebstahls verhaftet worden, worauf sie vierundzwanzig Stunden im Polizeigefängniß zu bringen mußte. Im Polizeigericht wuche sie jedoch frei gesprochen. Der Fall der angeblichen Brand st ifterin auf Dienstag verschoben. Hortense Abromet, welche unter der Anklage der Brandstiftung steht, wurde heute dem Polizeirichter auf's Neue vorgeführt. Ihr Vertheidiger, der Anwalt Henry Spaan ersuchte, den Fall auf nächsten Dienstag zu verschieben. Das geschah auch. Bis dahin ist es ihr noch nicht gelungen, die von ihr verlangte Bürgschaft von $3000 stellen zu können. Wenn sie auch noch keinen Bürgen gefunden hat, so hat sie doch wenigstens schon eine Eroberung gemacht, indem ein gewisser Harry Henning aus Piqua, Ohio, ihr schriftlich einen Heirathsantrag gestellt hat. Er sagte, er hätte ihr Bild in den Zeitungen gesehen und sich in sie verliebt. Hortense aber erklärte, daß eine gute Mahlzeit ihr zur Zeit lieber wäre, als ein Bräutigam und sie hat dem verliebten Herrn in Piqua einen Korb gegeben. Ein Anspruch aus $20,000 erhoben. Dr. Sollis Runnels, Vormund der irrsinnigen Emma B. Ney, hat vor dem Probat-Commissär Walker einen Anspruch auf $20,000 gegen den Nachlaß von Elias C. Atkins erhoben. Er behauptet, daß derselbe von der Ney, die Summe von $16,559.88 geliehen hätte. Atkins hatte zwei Lebensversiche-rungs-Policen von je $5000 an Frl. Ney übertragen und außerdem hatte er zwei Noten von je $5000 zu ihren Gunsten ausgestellt. In seinem Testammt hatte er die Bestimmung getreffen, daß ihre Ansprüche aus dem Nachlaß in voll ausbezahlt werden sollten. DerSchriftftellerTarking. ton als Beklagter. Samuel I. Wilson und Frau haben gestern gegen Albert U. Dougherty und den bekannten Schriftsteller Newton Booth Tarkington eine Schadenersatzklage im Betrage von $2,000 angestrengt. Dougherty betreibt eine Bäckerei an 124 Broadway, die nach Wilson's Angabe ihm schon viele sorgenvolle Stunden bereitet hat. Das Wilson'sche Paar befitzt neben der Fabrik ein Doppelhaus, das es theilweise selbst bewohnt. Die Klage
führt aus, daß besonders seit dem Bau zweier großer Oefen mit niederen Kaminen die Belästigung durch Hitze und Rauch unerträglich sei ; ferner verhindere der Lärm einer Gasolin-Maschine den nächtlichen Schlaf und zu allem Uebel werde man noch durch das laute Reden u. die Flüche der Arbeiter gestört. Verschiedene Miether seien bereits deshalb aus dem Hause weggezogen. Tarkington ist als Eigenthümer des Grundstücks, auf welchem die Fabrik steht, mitverklagt. Strenge Strafe. Im Polizeigericht wurden gestern William Birchman und Cd. White zu $100 und Kosten verurtheilt und auf 180 Tage nach dem Arbeitshause gesandt. Die Burschen hatten sich den schlechten Spaß gemacht, von Leihstallbesitzern Pferde und Wagen zu entlehnen, die sie dann nicht zurückbrachten. So wurde eines der Pferde in Bloomington, Ind., tut die Beiden es gelassen hatten, aufgefunden. Es sind übrigens sämmtliche Thiere wieder ein-gebracht.
Männcrckor Damen-Verein. Die gestern Nachmittag von der 7. Sektion des !Münnerchor DamenVereins" veranstaltete Euchre Partie nahm unter zahlreicher Betheiligung einen sehr anregenden Verlauf. Es wurde an 25 Tischen gespielt und nachstehende Damen gingen als Siegerinnen und Gewinnerinnen der geschmackvollen Preise aus dem Wettstreite hervor : 1. Preis Frl. Alma Bachmann. 2. Preis Frau Wesley Rhodc. Hammel. 3. Preis Frl. Lina Goepper. 4. Preis Frau Adolf Seidenfticker jr. 5. Preis Frau A. Hovey. 6. Preis Frl. Luise Frenzel. 7. Preis Frau Emil Steinhilber. 8. Preis Frau E. Hawkins. Lotto-Preis Frl. Agnes Krüger. Das sich an das Spiel anschließende Kaffeekränzchen verlief gleichfalls in angenehmster Weise. Eine sehr hübsche Ueberraschung hatte der Damen schon beim Betreten des Spielzimmers geharrt : sämmtliche Tische prangten in reichem Blumen schmuck, den der Vater von Frl. Irma Bertermann, eines Mitgliedes des Arrangements-Comites, hatte anbringen lassen. Außerdem wurden die Damen des Comites mit prächtigen Rosen und Nelken, die übrigen Damen sämmtlich mit schönen Nelken bedacht. Die Damen drückten sich sehr erfreut über diese liebenswürdige Aufmerksamkeit aus. Die sorgfältig getroffenen Arrangements lagen in den Händen von Frau Julius Burckhardt, welcher die Damen Frau Rudolph Schwartz fowie Fräuleins Laura Hauß, Edith Neubacher, Ella Lindemann und Irma Bertermann zur Seite standen. Bauerlaubnißschein e. Ind. Savings & Jnveft. Co., Cooper nahe Henry, hölz. Wohnh., 8400. Aug. Haug, 2237 S. Meridian, Scheune, $150. Jacob Efroymson. N. New Jersey nahe 12., 2 hölz. Doppelhäuser je $2690. Jacob Efroymson, Ashland nahe 15., hölz Doppelh., $2690. I. und C. Wilding, New York und Oriental, hölz. Wohnh., $2,700. John V. Coyner, Truste?, 129 O. Pratt, Umbau, $3000. L. B. Swift, 3629 Kenwood, Reparatur, $225. L. B. Swift. 3228 Kenwood, Reparatur, $103. Geo. H. Kinnick, 15 Hamilton, Cottage, $1000. Wm. Fricker, 1635 Fletcher, Anbau, $220. John Hornberger, 1706 Union, Anbau, $325. M. und W. Rodcke, Laurel und Cottage, Cottage, $900. 84 40-Cincinnati u. zurück-84.40 via C. H. & D. in Anbetracht des Mai -Musikfestes. Fahrkarten werden am 14., 15., 16. und 17. Mai verkauft und sind giltig für die Rückfahrt bis zum 19. Mai. Fahrkarten und weitere Einzelnheiten im Union Bahnhof und 25 W. Wash. Straße.
Südafrika. DerFriedesollangeblich am 20. M a i p r o c l a m i r t werden. Lissabon, 10. Mai. Eine hier von der Delagon Bai, Portugiesisch Oft Afrika eingelaufene Depesche besagt, daß in der am 17. Mai in Vereenigen, Transvaal, stattfindenden Conferenz der Boeren - Commandeure die Friedensbedingungen angenommen werden würden und daß der Friede am 20, Mai proklamirt werden würde. Unmittelbar nach ihrer Conferenz werden die Führer der Boeren sich nach Pretoria begeben, um Lord Kitchener ihre Entscheidung mitzutheilen.
Ein ehemaliger Polizeichef ermordet. Middlesboro, Ky., 10. Mai. John Turner, ehemaliger Polizeichef von Middlesboro, gerieth in der Nähe von Jellicc, Tenn. mit seinem Vetter Lee Turner in Streit, in dessen Verlauf er von letzterem erschossen wurde. Schnee inMichigan. Detroit, Mich., 10. Mai. Heute hat es hier geschneit. Es war sehr kalt und ein förmlicher Wintertag. In verschiedenen Gegenden des Staates ist Schnee bis zu sechs Zoll gefallen. mt Blatt ! Die Skat - Section des Deutschen Hauses veranstaltet ihr nächstes und letztes monatliches Skat-Turnier dieser Saison morgen. Sonntag,den 11. Mai, Nachm. pünktlich 2.39. Zu diesem Turnier sind nicht nur alle Skatspieler hiesiger organisirter Clubs und Vereine, die das Detroiter Skatfeft am 25., 26. und 27. Mai mitzumachen beabsichtigen, hiermit freundlichst eingeladen, sondern auch andere Skatspieler dieser Vereine sollen herzlich willkommen sein. Der für das Detroiter Turnier von der Skat-Section des Deutschen Hauses bestimmte Preis wird bei der Gelegenheit des Skat-Turniers morgen ausgestellt sein. Es ist ein Prachtstück, eine Augenweide, und Jeder sich dafür Jnteressirende sollte es in Augenschein nehmen, da es in nächster Woche seinem Bestimmnngsort übersandt werden wird. Ferner ladet der Vorstand alle Skatspieler des Deutschen Hauses, sowie anderer Clubs und Vereine ein, sich zu einer Versammlung im Deutschen Hause am Mittwoch, den 14. Mai, Abends 8 Uhr, einzusinken, um Eisenbahn-, Hotel- und andere Angelegenheiten von gemeinschaftlichem Interesse zu besprechen, sowie auch etwaige Vorschläge betreffs Veränderungen von Skatregeln und Preisvertheilung entgegen zu nehmen. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß ein jeder Skatspieler, welcher am Turnier in Detroit Theil nimmt, ein Mitglied des Nord-Amerikanischen Skat-Verbandes sein muß und wohl thut, sich hier eine Mitgliedskarte im Betrage von 50 Cents beim hiesigen Directions-Mitglied, Herrn Emil Martin, im Voraus zu sichern, um Verzöaerung in Detroit zu vermeiden. Das vom Vorstand ernannte Eisen-bahn-Comite hat bereits sorgfältige Vorkehrungen getroffen. Ein Specialzug wird Indianapolis am Sonntag Morgen um 8 Uhr verlassen und um 4.15 Nachm. m Detroit eintreffen. Der Prei? für die Rundfahrt beträgt $7.20 und ist die Rückfahrt gültig bis zu dem Zuge der Wabash Linie, welcher Detroit am Mittwoch Morgen um 2:10 verläßt und um 10:23 Vorm. in In dianapolis eintrifft. Die äußerst niedrige Rate sollte auch andere Excursionsluftige verleiten, diese günstige Gelegenheit, der schönen Stadt Detroit im Wonnemonat Mai einen Besuch abzustatten, nicht vorüber gehen zu lassen, und können Anmeldungen zu dieser Fahrt bei den Herren Cmil Martin, 1444 Madison Ave., Robert Keller, Ardmore Grocery, und Charles Krauß, 33 S. Pennsylvania Str., gemacht werden. Also auf nach Detroit!
Weftindien. DieschlimmstenNachrich ten von St. Pierre be- ' ft ä t i g t. Berichte, welche heute in London, Paris und St. Thomas eingingen, be(tätigen die schlimmsten aus St. Pierre eingegangenen Nachrichten. S t. Th o m a s , D. W. I., 10. Mai. Die letzten Nachrichten von der Insel Martinique bestätigen, daß in der Stadt St. Pierre 25,000 und auf dem Lande 15,000 Personen um's Leden gekommen sind. Der erste heftige Ausbruch des Mont Pelee war am Donnerstag Vormittag um 8 Uhr. Die Bewohner der Stadt und auf dem Lande schienen jedoch an keine ernste Gefahr zu glauben und dachten daher nicht an ihre Rettung. Plötzlich aber war, als ob die ganze Kuppel des Vulkans in die Luft geschleudert wurden. Viele Schisse defanden sich zur Zeit im Hafen von St. Pierre. Sie waren im Nu mit der verderbenbringenden Masse des feuerspeienden Berges bedeckt und sie wurden entweder zum Sinken gebracht, oder sie brannnten bis zum Wasserspiegel nieder. Nur wenige von den Mannschaften der Schiffe konnten sich retten. Capitäne von Schiffen, welche zur Zeit, als der Ausbruch erfolgte, sich einige Meilen von der Küste befanden, ließen sofort umdrehen, um wo mögsich Hülfe leisten zu können. Aber der Rauch und Qualm war ein solch intensiver und die dieAtmosphäre erfül lenden Gase so erstickend wirkend, daß Niemand dazu im Stande war zu helsen. Die Stadt St. Pierre ist zur Zeit weiter nichts als ein ungeheurer rauchender Aschenhaufen, um welchen und in welchem die Leichen zu Taufen den liegen. Den letzten Nachrichten zu Folge, hat sich der Mont Pelee noch immer nicht beruhiat und in Zwischenräumen erfolgen noch mehrere Ausbrüche. Die ganzeJnfel inGefahr. L o n d o n, 10. Mai. Einer Depe sche aus St. Lucia zu Folge sind auf der Insel Martinique noch andere Vulkane ausgebrochen und die Gefahr ist vorhanden, daß die ganze Insel der Vernichtung geweiht ist.
Ande rson erhält ein Bunde s-G e b ä ud e. Washington, 10. Mai. Das Senats-Comite für öffentliche Gebäude wird de? Omnibus-Bill noch eine Bewilligung von $75,000 für ein Bun-des-Gebäilde in Anderson, Ind. hinzufügen. Eine Kindesleiche in einer Reisetasche gefunden. Milwaukee, 10. Mai. Indem fashionable Kofthause der Frau Ellen Hay wurde gestern in einer Reise tasche, welche dort von einer Dame, die aus Jndiana gekommen war, als Pfand für schuldig gebliebenes Logisgeld zurückgelassen worden war, die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden. Die Polizei ist jetzt auf der Suche nach dem Frauenzimmer. Mortimer Ruggles gest orbe n. N e w Y o r k, 10. Mai. Mortimer Bainbridge Ruggles von Virginia, welcher, wäbrend er Adjutant seines in der conföderirten Armee dienenden Vaters General Daniel F. Ruggles war, John Wittes Booth, den Mörder von Abraham Lincoln zur Flucht nach Virginia verhalf, ist gestern an der Wassersucht gestorben. Er wurde s. Z. wegen seiner Hülfe, welche er dem Mörder leistete, zum Tode verurtheilt, später wurde er jedoch begnadigt. Des Mordes schuldig befunden. Princeton, Ind., 10. Mai. Louis Russell wurde heute des Mordes im ersten Grade sür schuldig befunden. Er hatte am 27. April einen Mann Namens Perry Stout, mit welchem er auf einem Tanzboden zusammen getrossen war, über den Haufen geschossen. Den Aussagen von Augenzeugen zu Folge war es ein vorbedachter Mord.
