Indiana Tribüne, Volume 25, Number 220, Indianapolis, Marion County, 8 May 1902 — Page 7

Jndwna Tridnne, 8 Mai

7

LEO.IANDC

WjSSiKa tL

v 7

l G

1455 ?!ord Pennsylvania Strafte, Hau?tquanier für Brillen und Operngläser. tAÄoir KI'KinVAIMAj s5Tl fOcnl cW m Brillen werden nach den besten ethoden den ugtn ngeoakt. unftliche gen werden schmerzlo eingesetzt. MM i im i : 701 Süd Tclawnrc Strafte, X Händler in Weiun-, Roaaeu- u. Buchweizen-Mehl, t t Seu in Ballen und allen MM V 1 1 dorten Kurier. ZV" Neues Telephon 1599. "Ml Bestellungen werden nach irgend einem Theile der Stadt frei abgeliefert. MMM MM GE0. M0SER, Ecke McCarty Str. und Madison Avc. Beste weine, (iquöre und Cigarren. Jeden Morgen schmackhafterönnch Ztt vermiethen : -Zimmer imMajestic :: Gebäude z reduzirten Preisen. DaS linste Ofnce-Gebäude in der Stadt. Vollständig feuersicher. Schnelle Fahrstühle und alle modernen Bequemlichkeiten. Nachzufragen bei Gregory & Appel, Agenten, 5ur die AndianavoliS GaS Co. TOM MULRINE, Sample Koom 2621 West Michigan Str. Feine Weine, Liquöre und Cigarren. Henry's Platz tft jetzt nicht mehr in 431. sondern in 42! kl Itars hm II Pabft Bier an Zapf. Jmportirte und einheimische Weine. Feine Liquöre und Cigarren. Henry W. Kurz, 428 T. Tclawarc Str. Ml ü KB, Emil Mantel, Eigenthümer. 205 West Washington Straße, gegenüber dem Staatshaufe. Gelder werden geliehen auf alle Arten Werthsachen. Strengste Derfchwiegenheit. Offen bis 9 Uhr Abends. Verfallene uneingelöste Pfand gegenftände billig zu verkaufen. Tel od 2 rin on 32H4. H. A. KOLKER, Wirthschaft und Billiard-Zimmer, feiner (unch, weine u. (iquöre. 901 Oft Washington Ztt. TaS verläßliche und erprobte EMERSON Zum Verkauf bei 4 The JOINER KENNEOY MUSIG CO.

WM

Deutsche Buchhandlung Carl in, ank, M Virginia ve.. S4. lVembrske rcade.)

o

? Drrri hr Srfiirfcsiil C) Roman von Theodor Kabclitz. 0004000K40 (Fortsetzung.) Ach, gehen Sie doch! Geschäft! Dahinter verschanzen sich die Herren der Schöpfung regelmäßig, wenn sie um eine Entschuldigung verlegen sind." Nein, gnädige Frau, ich wenigstens nicht. Gerade jetzt, wo ich im Begriff bin, mich dauernd loszumachen, mutz ich noch gründlich durchkosten, was Fest seln bedeuten." Durch den Bankier Tychsen wußte die Geheimräthin genau, mit welcher Absicht Niehuus sich trug, und wie weit die Sache gediehen war. Nichtsdestoweniger hielt sie es für zweckmäßig, die Angelegenheit als vollkommene Neuigkeit zu behandeln. So sah sie ihren Begleiter mit vortrefflich gespielter lleberraschunq an. Ich verstand wohl nicht recht? Sie wollen sich vom Geschüft zurückziehen?" Allerdings, Frau Geheimrath. Und wie schmerzlich mir der geäußerte Verdacht gerade in Ihrem Munde sein muß, wird Ihnen der Umstand verrathen, daß ich mich in diesem Augenblick trotz aller Abhaltung auf dem Wege zu Ihrer Wohnung befand." Das wäre! Dann allerdings will ich nichts gesagt fjaben. Nebenher hoffe ich, daß Sie nun nicht auf halbem Wege umkehren." Es ist eine Gunst, die ich mir erbit" ten möchte, eine für mich schwerwiegende Gunst, auf' deren Gewährung ich allerdings nicht den leisesten Anspruch erheben kann." Sie verstehen sich vortrefflich darauf, die Leute in Spannung zu versetzen, Herr Niehuus. Welche Gunst hätte eine Wittwe zu verschenken, die selbst doch was wollten Sie sagen?" Die Kirsche steht in voller Blüthe. gnädige Frau. Es wäre viel Ehre und Glück für mich, wenn die Damcn eine Einladung zur Ausfahrt in das berühmte Kirschenland nicht ausschlagen möchten." Suchen Sie Ehre und Glück immer darin, vereinsamten Leuten eine Freude zu bereiten?" Ich fürchte, Sie erkennen meinen Egoismus schon, wenn ich Sie bitte, bei Fräulein Daga ein gutes Wort für mich einzulegen, Frau Geheimrath." Ein rascher Seitenblick traf den Fabrikanten. Bezogen sich seine Worte nur auf den geplanten Ausflug oder hatten sie weitergehende, tiefere Bedeutung? Einen Anhalt für das eine oder das andere fand die Geheimräthin nicht. Sie zog es deshalb vor, auch ihre Erwiderunq möglichst allgemein zu f äffen. Ich hörte doch, Sie seien auf dem Wege zu uns. Sagen Sie meiner Tochter selber, was Ihnen am Herzen liegt. Sie wird nicht anders antworten als ihre Mutter." Etwas anders nahm Fräulein Daga die Sache nun doch auf. Da der Fabrikant die Zusage der Mutter einmal erhalten hatte, konnte sie ihre Betheiligung an der Partie füglich nicht mehr verweigern, aber sie blieb trotzdeni. im Ganzen recht kühl und gemessen. Als Niehuus sich empfohlen hatte, stand sie eine Zeitlang schweigend am Fenster und sah durch die Scheiben. Die Geheimräthin verlor schließlich die Geduld. Daga!" Langsam wendete sich die junge Dame ihr zu. Ein unmuthiger Zug lag auf ihrer weißen Stirn. Was soll das nun Alles, Mama?" Bevor noch die Räihin ihre Meinung in Worte kleiden konnte, wurde eine Seitenthür aufgemacht, und Dagas jüngere Schwester trat mit der Lebhaftigkeit ihrer achtzehn Jahre über die Schwelle. Ich darf doch auch mitfahren, Mama?" Ein strenger Blick der Mutter war die erste Antwort. Die weitere ZurechtWeisung ließ nicht lange auf sich warten. Du hast gehorcht. Elsa! Du weißt, daß ich das nickt leiben kann." Das junge Machen wurde blutroth, aber ihre blauen Augen verriethen kein Schuldbewußtsein. Nein, Mama, ich habe nicht gehorcht, ich horche überhaupt niemals. Ihr spracht laut genug, daß ich so wie so durch die Thür und Wand jedes Wort verstehen konnte." Nun ja, mag sein. Du hättest Dich eben entfernen müssen, als Du Worte hörtest, die nicht für Dich bestimmt waren. Jetzt laß uns allein. Ich habe mit Deiner Schwester zu reden. Aber in's Hinterzimmer gehst Du, nicht nebenan!" Darf ich mitfahren. Mama? Bitte, bitte!" Nein!" Frau Geheimrath mochte selbst finden, daß dieAblehnung ein wenig scharf klang. Mußt Geduld haben, Elsa, Deine Zeit kommt auch," fügte sie vegütigend hinzu. Das junae Mädchen ging. Vielleicht war's ein Zug stillen Widerspruchs, daß sie die Thür hinter sich offen ließ, um ihren Abgang in das Hinterzimmer offen zu dokumentiren. Frau Geheimrath sah ihr mit einem leisen Seufzer nach. Außer den Töchtcrn hatte sie noch zwei jüngere Knab." Alle vier standesgemäß zu erhalten, war keine leichte Aufgabe für sie. Daga mußte zuerst versorgt werden. Bis dahin, meinte die Mutter, war's besser, wenn ihre Aelteste allein im Vordergründ stand. Lange ließ sich indessen Elsa nicht mehr in die Kinderstube ver-

O

bannen. Daran dachte die Geynmräthin. als sie seufzte, und aus diesem Grunde mußte sie ein ernstes Wort mit der älteren Tochter sprechen. Du stelltest eine Frage, Daga. Möchtest Du sie wiederholen?" Ist das wirklich nöthig, Mama?" Ich denke, wer fragt, wünscht Antwort. Solltest Du sie inzwischen ohne mich gefunden haben, desto besser." Nichts habe ich. Ich begreife immer noch nicht, wozu wir der Gesellschaft das lächerliche Schauspiel geben werden, neben diesem alten Mann in der Kutsche zu sitzen." Da Du Dich kräftig ausdrückst, wird es Dir recht sein, wenn ich ebenfalls deutlich rede. Ich meinerseits begreife nickt, zu welchem Zweck ein Mädchen der Herrenwelt die Möglichkeit verschaffen will, den Niedergang ihrer Schönheit an dem aufblühenden Reiz der eigenen Schwester zu messen. Du stehst auf der Höhe, Daga, und Elsa ist kein Kind mehr, davon konntest Du Dich noch in dieser Minute üverzeugen." Sie wird siebzehn." .Nein, achtzehn. Die Fälle, daß sich Mädchen in diesem Alter verloben, sind gar nicht so selten. Laß mich Elsa kleiden, wie Du gekleidet bist, und dann gib Acht, wohin aller Blicke sich wenden. Ich darf sie nicht mehr in die Kinderstube schicken, wenn Du in Gesellschaft gehst. Auch sie hat Rechte, auch gegen meine zweite Tochter habe ich

Pflichten. Möchtest Du als Brautjungfer figuriren bei Deiner jüngeren Schwester? Welche Rolle denkst Du zu spielen, wenn sie den Ring am Finger trägt, und Du nicht?" Daga lächelte spöttisch. Das wird wohl so schnell nicht gehen." Meinst Du? Irre Dich nicht, Daga' Du bist Dame eigentlich nur Dame In Elsa entwickelt sich mehr die Milde und Weichheit der Frau. Trotz ihres lebhaften Temperaments hat sie Anlagen zum Hausmütterchen. Eine Frau nimmt Mancher, der keinen- Sa-lon-f iir eine Gemahlin besitzt." Mag sein. Ich verzichte aus eine Stellung als Hausmütterchen und fürchte als Dame keine Konkurrenz." Noch nicht. Wie lange denkst Du, daß es so bleibt? Worauf wartest Du. Daga?" Auf Georg Niehuus sicher nicht." Daß Du wartest, ist auch nicht nöthig. Ich glaube zu verstehen, was der Ausflug bedeutet, deshalb halte ich Elsa" zurück zum letzten Mal! Herr Niehuus wünscht die Entscheidung, und sie wird fallen unwiderruflich." Und wie sie ausfällt, kann keinen Augenblick zweifelhaft sein." Ich hoffe das, Daga. Und daß Dein Ja freudig klingen wird, hoffe ich auch." Im Ernst. Mama? Der Herr sieht aus, als könnte ihn jeden Tag der Schlag rühren. Er ist sechzig." Nein, fünfzig! Und Du zählst volle dreiundzwanzig. Das heißt, Herr Niehuus steht in den besten Jahren, und Deiner Schönheit hat die Natur nichts inehr hinzuzufügen. Die volle Reife ist eine Zier für die Frau, für das Mädchen ohne Vermögen wird sie ein gefährliches Gefckenk. Einen Stillstand gibt es nicht, was nicht' fürder aufblühen kann, beginnt zu welk:n. Gelüstet es Dich nach dem Titel einer alten Jungfer? Du verstehst die Kunst, eine gute Figur zu machen, sonst habe ich keine Talente an Dir bemerkt, die Deine Zukunft sicher stellen könnten. Meine Töchter müssen versorgt sein, wenn die Knaben heranwachsen. Wie man sich bettet, so schläft man, vergiß das nicht, Daga!" Aber was hat das alles mit Herrn Niehuus zu thun?" Willst Du Dich wie ein Kind im Kreise drehen? Wir haben kein Wort gesprochen ohne Beziehung auf ihn. Herrn Niehuus' Aufmerksamkeiten sind nicht an meine Adresse gerichtet. Er sucht ein Juwel, um ihm die goldene Fassung zu geben. Dir fehlt, was er besitzt; er sucht, was Dich schmückt. Ihr ergänzt Euch Beide auf's Glück lichste. Du hast Dich bis jetzt wenig entgegenkommend gezeigt, ich ließ Dich gewähren, und auch heute will ich Dich nicht tadeln. Ein Sieg wird nur werlhvoll nach vorangegangenem Kampf. Aber was Du in Deine? Kurzsichtigkeit bisher gethan hast, hielt ich für das Resultat kluger Ueberlegung. Nunmehr wirst Du vor die Entscheidung gestellt. Die Zukunft liegt in Deiner Hand zum letzten Mal vielleicht das bedenke! Und vor Allem Niehuus ist Millionär." Dagas Gesicht verwandelte sich mit einem Schlage. Millionär! Auch auf sie verfehlte das Wort feine Wirkung nicht. Glanz schloß es ein, Triumphe Genuß. In ihren Augen flimmerte es. ein leichtes Roth stieg in ihre Wangen. Glanz. Genutz, Triumphe danach lechzte ihre Seele. Und nun lag das alles vor ihr, greifbar nahe, nur die Hand brauchte sie auszustrecken. Millionär!" Sie wiederholte es laut. Und das wäre Herr Niehuus?" Das Gründungskapital von zwei Millionen wird ihm baar ausbezahlt. ungerechnet, was er sonst noch besitzt." Woher weißt Du das, Mama?" Von Kommerzienrath Tychsen. Ich verstehe vollkommen, daß Dir Herrn Niehuus' Verhältnisse kein Interesse einflößten, so lange Dir seine Pson gleichgiltig war. Manchmal entwickelt sich die ?ache indessen auch umgekehrt. Herrn Niehuus' Vermögensverhältnisse sind thatsächlich so interessant, daß aucr seine Persönlichkeit nothwendig dabei gewinnen muß. Ich sah voraus, was

jetzt kommt, und habe mich genau erkündigt. Nun wohl, Daga! Es gibt Erfahrungen, die ich meinen Kindern ersparen möchte. Vor zwanzig Jahren habe ich selber die Wäsche im Hause besorgt. Ich habe die Fenster verbängi und die Thür verriegelt,, daß keiner mich sah. Wenn wir eine armselige Gesellschaft gaben, war's lange nachher bei Tische zu spüren. Und wie ist es beute mit uns bestellt? Du willst glänzen, gefeiert werden, nicht als Hausmütterchen Dich in engen Verhältnissen plagen. Nun gut! Dann mußt Du auch das Mittel wollen. Ich habe Dir beide Seiten gezeigt, Daga, nun entscheide Du selbst. Falls Du Nein sagst, werden tausend Andere Niehuus mit Freuden nehmen. Doch wenn Du als alte Jungfer versauerst oder als Frau eines armen Mannes einst Dein Schicksal verfluchst dann beklage Dich nicht." Ohne ein Wort der Erwiderung wendete Daga das Gesicht zum Fenster, und ihre Mutter ließ sie gewähren. Zu reden blieb da nichts mehr. Plötzlich drehte sich die junge Dame wieder herum. Und Doktor Klüwer?" Das Gesicht der Geheimräthin blieb unbewegt. Fern sei es von mir, ein Wort gegen Doktor Klüwer zu sagen. Er ist Arzt. Er steht am Anfang seiner Laufbahn. Es ist möglich, daß e? eine gute Zukunft vor sich hat. Wenn Elsa mich fragte, ohne Besinnen würde ich ihr antworten: .Warte, wenn Du Deiner Sache sicher bist!' Elsa kann warten Du nicht. Auf Doktor Klüwer kannst Du um so weniger warten, als der Kominerzienrath ihn fördert. Er wird wissen, weshalb er es thut. und ich denke, Lilli Tychsen weiß es auch. Oder ist es zwischen Dir und Doktor Klüwer zur Aussprache gekommen?" Eine direkte Antwort gab Daga nicht. So oder so! Die Landpartie läßt sich nicht mehr umgehen. Das Weitere wird sich dann ja auch wohl finden." Die Meinung, welche die Geheimräthin betreffs der Beziehungen zwischen Lilli Tychsen und Doktor Klüwer geäußert, gab dem Stolz ihrer Tochter einen harten Stoß. Bisher hatte sie stets geglaubt, sie brauche nur zu winfen, um den Mann, der ihr vor allen Anderen gefiel, zu ihren Füßen zu sehen. Sie glaubte sich ihrer Freundin Lilli an Geist und Schönheit weit genug überlegen, um keine Konkurrenz von dieser Seite fürchten zu müssen. Und nun sollte Lilli ihr vorgezogen werden? Das traf hart. Aber freilich, Lilli war die einzige Erbin des Kommerzienraths. AlZ Person hätte sie die Waage sicher nickt auf ihre Seite gezogen, aber ihr Geld, ihr Reichthum! Eine Empfindung bitteren Hohnes quoll auf in Dagas Brust. Die Mutter hatte ganz recht, auf den Besitz des Goldes lief schließlich doch alles hinaus. Glänzen, genießen! Auch ihre Seele hatte sich an Bildern voll Pracht und Herrlichkeit berauscht. Als Dokto? Klüwer in ihren Gesichtskreis tret, glaubte sie anders zu fühlen. Und nun? Er jagte dem goldenen Kalbe nach, wie Jeder that. Warum sollte sse

selbst es mcht auch so machen? Der Weg lag vor ihr. Wer am weitesten kam. das würde sich zeigen. Aber erst wollte sie Gewißheit haben. Äiorgen würde sie Doktor Klüwer sprechen, es war der Tag, wo er regelmäßig seinen Besuch machte. Und er kam zur gewohnten Stunde. Die Begrüßung vollzog sich mcht anders wie früher. Glauben Sie an Träume, Herr Doktor?" fragte sie ihn. Gewiß! Ich träume sogar manche mal selbst selten freilich, aber es kommt doch vor." Spötter! Was Sie von der Bedeu. tung der Träume halten, möchte ich wissen. Ich habe letzte Nacht einen rech! seltsamen Traum gehabt. Wollen Sie mir bei der Auslegung helfen?" Ich bin wirklich kein Traumdeuter." Aber Arzt und ein kluger Mann!" Doktor Klüwer sah Dagas Augen voll auf sich gerichtet. Er verstand, daß ein ernster Zweck sich im Hintergründe verbarg. Zunächst müßte ich doch wissen, wic die Sache sich zugetragen hat." So hören Sie, was mir träumte. Ich ging in Gedanken in einer fremden Gegend spazieren und fand mich an der W.'gscheide. An der Straße links, schon ganz nahe, stand ein herrliches Schloß aus weißem Marmor mit goldenen Thoren und schimmernden Kuppeln. Der Pfad zur Rechten führte weiter durch Wiefen nach einem Hain voll blühender Frühlingspracht. Ein freundliches, aber niederes Dach ragte aus den grünen Bäumen hervor, und in den Büschen ringsum sangen dik Nachtigallen. Noch stand ich sinnend, als eine unsichtbare Stimme mir zurief: Wähle!" Herkules am Scheidewege!" sagte Doktor Klüwer. Das ist ein Vergleich, aber kein; Deutung." Sie haben doch gewählt?" ?cein. Ich erwachte und bin nun im Zweifel." Worüber?" Wie ich gewählt haben würde, wenn ich nicht aufgewacht wäre." Ja. gnädiges Fräulein, ich kann's doch auch nicht wissen." Das wohl nicht, aber was hätten Sie zum Beispiel gethan?" Ich? Nun. ich wäre ganz sicher da-

hin gegangen, wo mir's am schönsten deuchte." Rechts oder links?" Doktor Klüwer sah sie prüfend an. dann schüttelte er den Kopf. Das kann ich Ihnen wirklich nicht sagen. Die träumende Seele wählt anders als der erwägende Verstand, und über Nachtgesichte entscheidet sich's schwer im Licht der Sonne. Zudem an der Weqscheide des Schicksals muß Jeder für sich selbst einstehen." Er lenkte das Gespräch in konventionellere Bahnen und bald nachher empfahl er sich. Daga preßte die Lippen fest aufeinander. So leicht hätte er für sich selbsi sprechen können, die Anknüpfung war geboten. Da er's nicht that, war seine Wahl entschieden. Nun wohl! Er sollte sie vor sich sehen auf dein Wege zum Marmor

schloß. In der Hintersiube rang Elsa Brandow schwer mit ihrer Kümmernitz, Darüber war sie vollständig mit sich im Klaren, eine solche Kränkung, wie ihr durch den Ausschlutz von der Fahr! in's Kirschenland zugefügt wurde, hatte überhaupt noch Niemand zu erdulden gehabt auf dieser Welt. Und da Elsa mit dem besten Willen kein anderes Mirtel hatte, um über den Fall hinwegzukommen, weinte sie rechtschaffen. Auch am Abend, als sie sich in'L Bett gelegt hatte, weinte sie wieder, und wenn sie nichtsdestoweniger Verhältnißmäßig rafch einschlief, so geschah es nur, weil sie sich inmitten ihrer Thräneu zu dem beinahe heldenhaften Entschluß aufraffte, sich um die ganze Sache nicht weiter zu bekümmern. Sik sollte nicht mit gut! Dann blieb sie eben zu Hause. Mochten die Anderen reisen, wohin sie wollten, für ihre Person war die Angelegenheit erledigt, ode? vielmehr, dieselbe war gar nicht für sie vorhanden. Den Gefallen that sie Daga nicht, daß sie sich nach den näheren Umständen erkundigte. Diesem Programm gemäß verhielt sich Elsa in den nächsten Tagen; sie schien es sogar nicht einmal zu bemerken, daß an Dagas tulpenfarbigem Kleide in aller Geschwindigkeit noch beachtenswerthe Verbesserungen vorgenommen wurden. Aber es war doch sehr schwer, diese Gleichgiltigkeit aus die Dauer zu heucheln. Den letzten und zugleich heftigsten Stoß erlitt ihre Standhaftigkeit etwc eine Stunde vor der Abreise. Ihre Mutter händigte ihr ci": ganze Reichsmark ein. Bei früheren Gelegenheiten waren es sie s nur fünfzig Pfennig ge Wesen. Hier, Elsa! Wenn die Jungen mit den Schularbeiten fertig sind, macht Ihr einen Spazieraang. Iv lang? bleibt Ihr nicht draußen. I;? weiß ja, ich kann mich auf Dich ver lanen." Elsa glaubte, das Geldstück wärr glühend in ihrer Hand. Danke. Mama!" hauchte sie kaum hörbar, ab? ansehen konnte sie die Mutter nicht dabei, dann wären die Thränen ganz sicher gekommen. (Fortsetzung folgt.) Varicocele. Wie ernst Mi Fall auch sein möge oder wie langk Sie auch daran gelitten haben sollten, unsere eulnethodische Behandlung wird ihn heilen. Tie wnrmige Ädern" erlangen wieder den normalen Zustand und die aeschlechtlichen Organe erlange!, wieder cm sprechende Nahrung, indem sie neue Vitalität und Manneskraft erhalten, keine temporare, sondern eine permanente Heilung zugesichert. Keine Heiiug, keine Bezahlung. K 'ine Operation erforderlich. Keine Abhaltung vom Geschäfte. StrMur. Tausende junger und älterer Leute leiden daran viele unbewußt. Sie mögen ein prickelndes Gefühl,zeitweilig stechende, scharfe Schmerzen, schwache Organe und Evmptome nervöser Schwäche haben sie haben Etriktuv. Lassen Sie keinen Arzr an Tie derum experimentiren durch Schneiden oder Äu strecken. Das wird Sie nicht heilen. Das Uebel kommt zurück. Unsere neumethodtsche Behandlung entfernt die Srriktur für alle Zeiten, sie kommt nicht wieder zurück. Keine Schmerze, keine Leiden, keine Bersäumniß vom Geschäfte durch unsere Vkethode. Tie geschlechtlichen Organe werden gestärkt, die Nieren gestählt und die ManneSkraft kehrt wieder zurück. Heilung garantirt. Wir behandeln und heilen Blutvergiftung, nervöse Schwächen, Impotenz, Striktur, Varicocele, Harnröhren u. Nieren-Krankheiten. 5tosultation frei. Bicher frei. Wenn Sie nicht vorsprechen können, verlangen Sie einen Fragebogen für Behandlung im Hause. 0RS. KENNEDY & N, 25 Süd Meridian Str Indianapolis, Jnd, Stunden : 9 vorm. bi 8 bend. Sonntag ! 10 V,rm. bis 12 Mittags. 2 bis 8 Abend. itapeten gereinigt durch das neue ...Germicide Verfahren... esleh . BW, 1291 SiU Saft Str. Das ermicid Versahren entkernt den Staub und Ranch vollkommen, bringt das frische ussehen wie der und zerstört Vicroden. ein Schmutz füllt ans dtt Möb:! oder auf den Fufjbodcn . Prnse niedrig. Für Voranschläge schreibe man eine Postkarte,

Ottmar Keüer, 217 Oft Washington Str. : Feine : Weine, kiquöre und Cigarren. ltraLunch scrvirt auf Order zu jeder Zeit.

Hauptquartier der Bäcker Badens. Metzger und anderer Vereine. Telephon 3327. Wirthschasts-Uebernahme. Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, dasz ich die bisher von Frank Stratmn in . 2l und 21t Oft absh St. Sesührt. Wirthschaft käuflich übernommen habe unk Ldermann zu Besuch freundlichst einlade. ffrcd Rakeman. (Luropäischcs hotcl, Restaurant, Bäckerei und Conditorei. O. II. SMITH, 350 Ost Washington Str. Zimmer zu 25c, 50c und l. Tel. HU und Neu 83 . Joseph fyaas, empfiehlt sich dem deutschen Publikum zur Reinigung von Abtritten, Tewcrs Ciftcrnen u. s. lv. ter Disinfck.ion frei. Ossice: 707 Mamell Straße. Telephone: (alt) Main 1039. (Neu) 257S. Dr. j. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin- undRectumKrankheiten. Offfce : 155 Oft Market Str. Tel. 941 Office-Stunden : 9 bis 10 Ubr Bm. : 2bis4 Uhr Rm. ' Jolrn F. Sanders Sample Room, 228230 Ost Wabash Str. Beste N)eine, (iquöre : : : und Cigarrer Telephon alt und neu, 955. Lsse keine todten' sondern kaufe BLÜE P0IXTS Austern, ganz oder auf der Halb Schale, zu einem Cent per Stück. Verkaufte über eine Mil lion in der letzten Saison. mmm, Wkß Joseph chaub, Wein, Bier, Billiard und j Pool Hall.. Lmportirte Weine eine Spezialität. 138 Oft Washington Str. eues elevdon 55. , , JndianaDoli, EDWARD A. HARMENIN6, Eigenthümer Busses Saloon 0 Nord Delaware Str. Neues Telephon 2258. L. A. Roos und Allen McCanley, Schankkellner. Sommergarten von Mthev Lewis No. 119 Nord Wcst Ttratze. iFred. Rasemann' s alte? Platz. Feine Weine, Liquöre und liiqarrcn Lunch auf Bestellung feroirt zu zeder Zeit, eues Phone 5 Hufschmied. W. W. Kniqht, 108 Virginia Avenue und 125 Ost Maryland St. Reueö Tel 4h.