Indiana Tribüne, Volume 25, Number 220, Indianapolis, Marion County, 8 May 1902 — Page 4

Jnoiana Tribüne, 8. Mai 19058.

Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utenberg Es. Indianapolis, Ind.

Harry O. Thudium - - - - Präsident. Geschaftslocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELBPH0.E LKS. Entered at the Post Office of Indianapolis as sccond class matter. Vngiische Gewaltthat gegen etnen Teutschen. Ein Herr in Henningen (Kreis Salzwedel der bis vor Kurzem in den Reihen der Suren kämpfte, von den Engländern gefangen genommen und zumTode verurtheilt wurde, qlarf lichermeise aber mit fünf Leidensgefährtcn auf einem französischen Dampfer entkam und nun in Henningen weilt, erhielt von seinem ebenfalls durch die Engländer gefangen gehaltaten Schwager ein Schreiben aus Bermuda zur Uebermittlung an das kaiserliche Auswärtige Amt zu Berlin. Das Schreiben lautet: Bermuda (Convict-Camp), bcn 10. März 1902. Kaiserlich Teutsches AuswärtigesAmt, Berlin. Gehorsamst Endesunterzeichneter sieht sich genöthigt, mit Gegenwart!gem den Schutz des Kaiserlichen Auswärtigen Amtes anzurufen. Ich bin deutscher Unterthan, lebte mit meiner Familie während der ganzen Dauer des südafrikanischen Krie ges in Prätoria und habe niemals und ! m keiner Weise die Neutralität gebrochen. Am 26. August 1901 wurde ich plötzlich in meiner Wohnung in Prätoria verhaftet und ins Gefängniß geworfen. Am 9. September 1901 wurde ich vor das Kriegsgericht gestellt und schließlich mit drei Jahren Zwangsarbeit bestraft. Die an sich gänzlich widersinnige Anklage lautet auf Neutralitätsbruch, begangen dadurch, daß ich am Sonntag, den 4. August, Abends ca. 7 Uhr, einige Ht,'rren, die in derselben Nackxt Prätoria verlassen und sich einem Buren-Kom-mando angeschlossen hätten, für ca 20 bis 30 Minuten besuchsweise in nieinein Hause empfangen hätte. Es ist richtig, daß am genannten 2coc mich einige bekannte Herren für die kurz?? Dauer von ca. 20 bis 30 Minuten besuchten, doch hatte ich zu dieser eit keine Ahnung von dem Vorhaben dieser Herren. Erst später erfuhr ich. daß jie Prätoria verlassen und sich einem Buren-Kommano angeschlossen haben. Dies erklärte ich unter Eid vor einem königlich britischen Kriegsgcricht und da einige der betreffenden Herren kurzeZeit später gefangen wurden, bestätigten diese ebenfalls mein Unkenntniß von ihrem Vorhaben durch Zeugtneid. Obgleich ich nun meine völlige Unsebuld hierdurch für erwieseil glaubte;- und mein Vertheidiger. Advokäi "Moritz, auf Freisprechung plaidrrttz. wurde ich vom Kriegsgericht zum Te 'verurtheilt (.'). welches' U:theil durch die Gnade" Lord Kitcheners in drei Jahre Zwangsarbeit umgewandelt wurde. Als ich nun gegen diese geradezu unglaubliche Ungerechtigkeit Protest erheben wollte, wurde mir dies verboten, ebenso die Erlaubniß. den deutschen Konsul sehen und sprechen zu dürfen. Ich wurde am 11. November nach Bermuda gesandt, wo ich in Gewahrsam kam und mich zur Stunde noch befinde. Bis heute war mir keinerlei Gelegenheit gegeben, eine diesbezügliche Beschwerde bei meiner Heimathsbehörde anzubringen, da die Censur hier äußerst streng gehandhabt wird. Meine ganz gehorsame Bitte geht nun dahin, gütigst unter züglich meine Reklamation auf Freilassung bei den königl. britischen B?hörden anzubringen, damit ich zu meiner Familie nach Prätoria oder dock, wenigstens nach Deutschland zurückkehren kann. Als Kommentar zu der an sich unsinnigenAnklage erwähne ich noch. daß. falls i.ch wirklich von dem Vorhaben der betreffenden Herren zur Zeit ihres Besuches bei mir erfahren hätte (was die britischen Behörden wohl trotz eines Eioes und der übrigen Zeugenaussagen annehmen mögen), ich keineswegs dies an die englischen Militärstation rapportiren durfte, da ich als deutscher Unterthan die Pflicht habe, in jeder Weise, sowohl den Engländernals den Buren gegenüber, neutral zu bleiben. Durch einen derartigen Rapvort aber würde ich den Engländern einen Polizeidienst geleistet haben, der mir später von Seiten der Buren als englische Spionage hätte ausgelegt und übel verdacht werden können. Und es erscheint mir doch nicht angängig, daß britische Militärbehörden einen deutschen Unterthanen wegen streng beobachteter Neutralität nach beiden Seiten hin zu 3 Jahren Zwangsarbeit mit Exportation nach Bermuda bestrafen können und dürfen. Unterthänigst Wilhelm Adolf Laesecke. Hoffentlich wird dem Deutsch-:n bald sein Recht. Frauenlogik. Mutter: Wie. bei dern kolossalen Börsenverlirst' den Dein Mann erlitten hat. treibst Tu noch solchen .leiderlurus?" Toa ter: Ebei; dp .'kalb: alle Augen sind ja jetzt auf tuift gerichtet, wenn wir spazieren gehen!"

Medikamente für den Hausgebrauch. Verhättnißmäßig selten findet man heute noch eine Familie im Besitze eines für die gewöhnlichsten Fälle ausreichenden Medikamentenschatzes, wie er früher allgemein gebräuchlich war. Wenn nun auch unter keinen Umständen, besonders bei ernsteren Erkrankungen, auf die Mithilfe des Arztes verzichtet werden sollte, so bleibt es doch bedauerlich, daß man auf häusliche Selbsthilfe bei plötzlichen Krankheits- und Unglücksfällen fast ganz verzichtet hat. Auch der Arzt kann es nicht als lästige Konkurrenz betrachten, wenn ihm bis zu seinem Eintreffen von der Hand eines verständigen Laien vorgearbeitet und die kostbare Zeit nicht nutzlos vergeudet wurde. Besonders auf Reisen oder in der Sommerfrische sollte man sich mit einigen Medikamenten versehen, die leicht zu beschaffen sind und zusammen nicht viel MhrRaum als denjenigen einer Cigarrenkiste beanspruchen. Bei äußeren Verletzungen geradezu unentbehrlich und dabei vollständig gefahrlos ist ein Schächtelchen übermangansaures Kali, da es uns auf die einfachste Weise ein desinfizirendes Wasser liefert. Eine Waage oder grammweise Abtheilung ist keineswegs erforderlich; es genügt vielmehr von den dunkelblauvioletten Kriställchen, die überall erhältlich sind, so viel in Wasser aufzulösen, daß letzteres eine starkrothe, aber noch nicht bläuliche Farbe annimmt. Das idealste Antiseptikum ist Quecksilbersublimat, das zu je ein Gramm in 1 bis 2 Quarts Wasser aufgelöst, für alle äußeren Verletzungen, entzündliche Verstauchungen und Verrenkungen, Quetschungen, Geschwülste, Entzündungen, wunde Stellen etc. das wirksamste Desinfektionsmittel ist. Diese Lösungen sind allerdings innerlichhochgiftig und deshalb mit Vorsicht zu verwenden, umsomehr. als sie sich weder durch Geruch noch Farbe verrathen. Für kleinere Verletzungen, wie Schnittwunden an den Fingern, wundgeriebene und nässende Hautstellen, braucht man sehr nothwendig ein StreuPulver und eine aus einem pulverförmigen Antiseptikum bereitete Salbe. Als wirksamstes Mittel galt bis vor wenigen Jahren das giftige Jodoform, dem leider ein unerträglicher Geruch anhaftet. Vollwerthigen Ersatz hiefür bietet das seit einigen Jahren bekannt gewordene keroform." welches nicht giftig ist, und ebenso gut als Streupulver wie in Salbenform ' angewandt werden kann und ferner in Mischung mit etwas Cocain und Menthol ein vorzügliches, in kleinen Prisen in die Nase zu ziehendes Mittel bei Schnupfen ist. Ein Migränestift kann oft eine rechte Annehmlichkeit sein, um so mehr, als er auch zum Einreiben von Mückenstichen recht geeignet ist. Wer gegen diese Plagegeister, die den Genuß des schönsten Sommerabends verderben können, sehr empfindlich ist, thut noch besser, dem Zerstochenwerden vorzubeugen. Am besten eignet sich hierzu das Nelkenöl, dessen Geruch diese Blutsauger fliehen und welches man entweder tropfenweise unvermischt auf der Haut verstreicht oder namentlich wenn man bereits gestachen wurde, in Vermischung mit Aether auf die Stichwunden aufspritzt. Fügen wir nun noch Verbandszeug und Heftpflaster, ein Fläschchen Pain Expeller" zu Einreibungen, ein Blatt Senfpflaster und ein Stück TouristenPflaster hinzu, so dürfte man mit diefern geringfügigen Material schon gegen eine große Zahl unangenehmer Zufälle gerüstet sein. Bei den zu innerlichem Gebrauche dienenden Mitteln dürfen in erster Reihe solche für Verdauungsstörungen nicht fehlen, denn gerade der Magen kommt bei nur wenig veränderter Lebensweise am leichtesten in Unordnung, und viele Personen sind so empfindlich, daß selbst ein ungewohnter Trunk oder ein minder sorgfältig zubereitetes Essen im Gasthause die Verdauung entweder ganz zum Stillstand bringt oder in btt empfindlichsten Weise beschleunigt. Für den ersteren Fall versieht man sich am besten mit einem Büchschen Bittersalz oder Karlsbadersalz, im entgegengesetzten Fall sind Opiumtropfen das wirksamste Mittel und in der Hand eines gebildeten Laien auch ungefährlich. Oft thut auch ein Glas Rothwein, namentlich, wenn man demselben eine Messerspitze Tannin zufetzt, oder sogar der Genuß eines tüchtigen Stückes Schokolade die erwünschte Wirkung. Gegen das lästige Sodbrennen wird doppeltkohlensaures Natron stets von Nutzen sein, und auch demjenigen, der an allgemeiner Verdauungsschwäche leidet. kann geholfett werden, wenn er ein Büchschen Pepsin oder einen mit Pepsin versetzten Verdauungslikör mit sich führt. Gegen Erkältungen ist ausgiebiges Schwitzen trotz aller gegenteiligen Behauptungen doch noch immer das beste Mittel. Für viele Personen sind die bekannten schweißtreibenden Thees, wie Lindenblüthe und Holunder, zu schwach und es empfiehlt sich dann, dem Thee eine oder zwei Messerspitzen Salicylnatron zuzusetzen. Man kann seinen Zweck aber auch ohne dieses Mittel erreichen, wenn man nur die genügend. Menge heißes Getränk, also beispielsweise ein Quart Limonade, rasch austrinkt. Schwierig ist die Entscheidung, ob man sich mit Antipyrin oder Migränin gegen Kopfschmerzen und irgend einem Schlafmittel (wie Brompräparaten) versehen soll. Bejahung oder Verneinung hängt hier davon ab, ob Ver Laie auch einen vernünftigen und maßvollen Gebrauch von diesen Mitteln zu machen weiß.

Die'oltnnpischc Spiele. Seit einer Anzahl von Jahren hat man eine Wiederbelebung der weltberühmten olympischen Spiele auf internationaler Grundlage versucht. Der Gedanke hat auch in Amerika Anklang gefunden. In Chicago ist für das Jahr 1904 eine Veranstaltung der Spiele beschlossen, für die schon jetzt großartige Vorbereitungen getroffen werden. Das Ursprungsland der Spiele ist bekanntlich das alte Griechenland. Der Name Olympia bezeichnet eine Thalebene in der peloponnesischen Landschaft Elis, am südlichen Fuße des Berges Olympos. Die Entstehung der olympischen Spiele verliert sich in's Sagenhafte. Ihre geschichtlich nachweisbare Gründung war im Bewußtsein des griechischen Volkes nur eine Wiederauffrischung. Der Weltkluge Eleer Jphitos, ein Zeitgenosse Lykurgs, um 820 v. Chr., grämte sich über das fortschreitende Schwinden des griechischen Nationalgefühls und das bedrohliehe Anschwellen der kleinlichsten lokalpatriotischen Strömungen. Er befragte daher das Orakel von Delphi, was man zu thun habe, um dem gefährlichen Niedergange der Nationalidee Halt zu gebieten. Die patriotischgesinnten Priester der Pythia antwortetcn: nur die Erneuerung der uralten dem Zeus geweihten Feste in Olympia werde dem Unheil steuern. Unverzüglich ging der willenskräftige Vaterlandsfreund an's Werk. Er wußte zunächst bei allen hellenischen Staaten für die Landschaft Elis eine Art von Neutralität, für die Theilnehmer und Besucher der Feste aber die vollste Unverletzlichkeit der Person zu erwirken. So kam es, daß während der Zeit der olympischen Festspiele in ganz Griechenland überall Waffenstillstand und eine Art Gottesfrieden bei Freund und Feind herrschten. Wer sich an den olympischen Spielen mitwirkend betheiligen wollte, der mußte sich frühzeitig unter genauer Angabe seiner Verhältnisse und seines besonderen Sportfaches an die Adresse des Ausschusses der Hellanodiken, der obersten Festleiter, zu Elis wenden. Er wurde dann aufgefordert, sich pcrsönlich zur Prüfung zu stellen. Nach bestandenem Examen mußte der Kandibat einen Eid ablegen, daß er nach den Gesetzen auch fähig sei, an den Wettkämpfen theilzunehmen. Zu dieser Fähigkeit gehörten drei Hauptpunkte. Der Kandidat mußte ein Vollblutgrieche und der freie Sohn freier Eltern fein; es durfte ihm keine die Götter verletzende oder sonst ehrlose That zur Last fallen, und wenigstens zehn Monate mußte er sich für die betreffende Gattung des Wettkampfes gehörig trainirt haben. Außerdem mußte der Kandidat eidlich geloben, sich bei dem Wettbewerb nur erlaubter und anständiger Mittel bedienen zu wollen. Die Feste selbst, zu denen ungeheuere Menschenmassen herbeizuströmen pflegten, wurden jeder Zeit durch. Gebete, Prozessionen und Vrandopfer eingeleitet. Der erste Tag begann mit den Wettläufen im Stadion. Nachdem die Zuschauer Platz genommen, traten, die Weitläufer durch einen unterirdischen Gang in die Schranken. Ein Hörnersigna! erscholl: das Stimmengeschwirre auf den Sitzreihen verstummte. Ein Herold trat vor und rief laut in das Publikum': Wer irgend etwas gegen die Herkunft oder den Lebenswandel dieser Männer hier vorbringen will, der melde sich!" Und dann verlas er die Namen der Theilnehmer. Erfolgte kein Widerspruch, so warf man das Loos darüber, wer üon den Angemelbeten eine Partie bilden sollte. Eine Partie bestand jedes Mal aus vier Theilnehmern. Die Sieger der einzelnen Partien hatten wieder untereinander zu wetteifern, so daß zu dem endgiltigen Siege mindestens ein zweimaliges Laufen nöthig war. Die gewöhnlichste und ursprünglichste Art des Wettlaufs bestand in dem einmaligen Durchrennen des 630 Fujs langen Stadions. Bald indeß führte man das zweimalige Durchrennen und schließlich einen vollständigen Dauerlauf ein, der eine Strecke von 7, 15, ja 24 Stadien, also mehr ais eine Wegstunde umfaßte. Außer diesen gewöhnlichen Wettläufen, deren Theilnehmer unbekleidet und mit Oel gesalbt waren, gab es auch sogenannte Waffenläufe in voller Rüstung, denen man mit Rücksicht ckuf die Bedürfnisse des Krieges einen besonderen praktischen Werth zuschrieb. Auf die Wettläuftr folgten die Ringkümpfer. Die Leiber der Ringkämpfer wurden, wie die der Wettläufer, mit Oel gesalbt, überdies aber mit feinem Staub überstreut, um das Anpacken und Festhalten zu erleichtern. Nach den Ringkämpfen begannen die Faustkämpfe Die Faustkämpfe waren das Produkt einer Zeitanschauung, die später -in den barbarischen Thierhetzen und Gladiatorengefechten der Röi.rer ihre entsetzlichen Orgien feierte. Hervorragend scheußlich wurden die Faustkämpfe, seitdem man die weichen ledernen Riemen, die als Schutz für das Handgelenk und für die Pulsadern ae-

! dacht waren, durch ein gehärtetes,. icharfkantiges Flechtwerk ersetzt und dies Flechtwerk schließlich mit allerlei Knoten und MetaIstücken versehen hatt:. Das Boxen mit einer derartigen Vorrichtung war eine förmliche Metzelei. Es gab griechische Boxer, deren zerdroschenes Gesicht durch die unzähligen Narben so verunstaltet war, daß man sie nicht mehr wiedererkannte. Ein Gebiß von annähernder Vollständigkeit besaß der berufsmäßige Faustkämpfer

nur in AuSnahmefällen. Die"meisten Zähne hatte er während seiner rühmreichen Boxerduelle in die Arena gespuckt, wenn er sie nicht verschluckt hatte, was in F-achkreisen für ein ganz außergewöhnliches Zeichen von Kaltblütigkeit und Heldenmuth galt. Abgesehen von der Brutalität ihres Auftretens waren die Faustkämpfer auch meist sehr unangenehme Erscheinungen. Sie gebrauchten eine Art Mastkur, um ihren Körpern mehr Wucht zu verleihen und sich durch die künstlich erzeugten Fleischund Fettpolster gegen die Wirkung der gegnerischen Faustschläge zu schützen. Die Boxer waren also meist wahre Kolosse, die mit den buckelbeschlagenen Riemen einander bearbeiteten, bis die unförmigen Körper über und über von Blut troffen. Außer den bisher erwähnten Sportarten betrieb man im Stadion das Springen, das Diskuswerfen und das Schleudern der Wurfspieße. Der sogenannte Fünfkampf vereinigte alle Sportarten mit Ausnahme des Faustkampfes. Die Theilnehmer an dem Fünfkampf mußten also nach allen Richtungen hin gleichmäßig geübt sein. Der Hippodrom war der Schauplatz für den großartigsten und beliebtesten Theil des Festes, für das Wagen- und Pferderennen. Beim Wagenrennen wurden die Pferde, stets mehrere an der Zahl, vor ein zweirädriges Fuhrwerk gespannt. Der Lenker stand. Wie heutzutage auf unseren Rennplätzen beim Beginn jedes einzelnen Rennens die Signalfahne in die Höhe gezogen wird, so stieg in Olympia jedes Mal an weithin sichtbarer Stange ein vergoldeter Adler empor. Bei der Umfahrung der Wendepunktsäulen gab es oft übles Gedränge; die Wagen zerschellten, die Pferde stürzten und die Wagenlenker verunglückten. Anfänglich rannte man vierspännig, später auch zweispännig. Wer in Olympia siegte, der ward feierlich mit dem Oelkrauz geschmückt. Bei ihrer Heimkehr wurden die Preisgekrönten von ihrer Vaterstadt mit Auszeichnungen jeglicher Art überhäuft. Man ließ sie nicht wie gewöhnliche Sterbliche durch das Stadtthor einziehen, sondern riß eigens ein Stück Mauer zu Boden, damit sie durch diese Bresche hineinkämen, ein Symbol, das besagen sollte: Wenn ein Gemeinwesen Dich als Bürger besitzt, dann braucht es zu seinem Schutz keine Mauern mehr!" Neben den rein idealen Ehren wurden den Siegern auch vielfach Vcfoldungen und Jahreseinkünfte zuerrannt. In Athen erfolgte ihre Verpflegung auf Staatskosten. Ter Strastburger Postdicbstabl. Der kürzlich in den deutschen Zeitungen vielbesprochene, Aufsehen erregende Diebstahl eines Postsackes mit 34,000 Mark Inhalt im Bahnhof zu Straßbürg, Elsaß-Lothringen, hat sich folgendermaßcn aufgeklärt: Die Entdcckung des Diebes ist durch einen BahnPostschaffner herbeigeführt worden, der einen Beamten zur Zeit des Diebstahls die Stelle, an der das Verbrechen ausgeführt wurde, in verdächtiger Weise Passiren sah. Am nächsten Tage wurden ihm alle in Frage kommenden Personcn vorgeführt, und er bezeichnete sofort mit voller Bestimmtheit den 26 Jahre alten Postboten Georg Hirlemann als die von ihm bemerkte Persönlichkeit. Hirlemann, der eine Frau und zwei kleine Kinder besitzt, versuchte zu leugnen, da er aber von anderen Personen zu der kritischen Zeit mit einem Paket unter dem Arm gesehen worden war, legte er weinend ein Geständniß ab. Er hatte das Geld gestohlen, um die Strafe für ein kleines Vergehen von sich abzuwenden! In einer Wirthschaft hatte er vom Büffet einige Würste entwendet, um sie seinem Freunde, dem Stellmacher Walther, zu schenken. Der Wirth wollte Hirlemann denunziren, und Hirlemann beauftragte Walther,, den Wirth, um Schweigen zu bitten. Walther kehrte zurück mit dem Bescheid, der Wirth wolle von einer Anzeige absehen, wenn er 200 Mark Entschädigung erhalte. Hirlemann stahl in seiner Angst das Postgeld und gab 200 Mark dem Walher, der 150 Mark für sich behielt und nur 50 Mark dem Wirth übergab, der gar nicht mehr gefordert hatte. Ihm und Walther, der auch verhaftet wurde, wurden die 200 Mark wieder abgenommen, so daß bis auf 20 Mark, die Hirlemann ausgegeben hat, die ganze gestohlene Summe wieder in den Händen der Behörde ist. Ein abschreckendes Beispiel. Wie die politische Erziehung des türkischen Volkes gehandhabt wird, erhellt aus folgendem lustigen Vorfalle: Die Leipziger Jllustrirte Zeitung" brachte jüngst ein Bild über einen blutigen Zusammenstoß zwischen Militär und Volk in Triest. Ein kaiserliches Jrade befahl die Wiedergabe des Bildes in den türkischen und französischen Ausgaben der Jildis-Organe Malumat" und Servet," was auch geschah. Das Jrade begründete diese Anordnung wie folgt: damit das türfische Volk wisse, wie im Ausland, in den gelobten europäischen Kulturländern, das Volk behandelt werde, und damit das türkische Volk daran erinnert werde, daß. dieses Verfahren, wenn nöthig, auch von der türkischen Regierung gewählt werden könnte." Neue Pflanzenarten entdeckten vor Kurzem Botaniker des New Yorker Agrikulwrdepartements etwa 70 in einem Gebirge auf der Insel St. Christopher. Westindien.

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