Indiana Tribüne, Volume 25, Number 219, Indianapolis, Marion County, 7 May 1902 — Page 4
Jnoiona Tribüne, 7. Mal 1902.
ndiana Tribüne. Herausgegeben von der Gutenberg E. Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium Präsident. Geschäftslocalz No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 69. Entered at the Pot Office of Indianapolis as secund dass matter. Die ruf st f dun Stndente. Aus Moskau wird geschrieben: 2ic Nnruhcn, welche im vergangereu Monat in der alten Hauptstadt des russischen Reiches stattfanden, irrn ren bedeutende ernstlicher, als offiziell zugegeben wurde. Es kann aber anderer seits nicht behauptet werden, das; die Polizei große Milde an den Sag gelegt hätte. Abgesehen von 95 Studenten, die nach Ostsibirien derbannt wurden, und von 500 weiteren Studenten, die man in die Gesangnisse von Archangel und ai'dern ent fcrnten Orten des Reiches überfülir. te, sind noch viele in Moskau inhaf tirt. In Verbindung damit steht eine merkwürdige Mittheilung, die am 2. April dem amerikanischen Konsul zuging. Diese angeblich von den Mut tern und Schwestern der verhaftete?: Studenten herrührend Eingabe pro testirt energisch gegen die Grausam keiten, denen die Gefangeneu unterworfen worden sein sollen. Der Zar, so bieß es, kenne die Thatsachen gar nicht, sonst werde er in seiner bekannten Herzensgüte sofort dem Verhalten der Behörden Entfalt thun. Der Konsul möge alsVertreter der freien und erleuchteten amerikanischen Na tion" dem Kaiser mittheilen, welche Grausamkeiten man in feinem Flamen verübe. Tie Studenten bestehen darauf, sür alles, was sie verbrochen haben sollen, vor Gericht gestellt zu werden, und sollen die Annahme von Speise verweigern, bevor ihnen dies zugesichert ist. Alle bisher verhängten Strafen sind aus administrativem Wege, das beißt ohne Vervör und lediglich nach einer polizeilichen Untersuchung, verfügt worden. Unter diesen Umstän den scheint der Unschuldige mit dem Schuldigen gelitten zu haben. In einem verbürgten ulle wurde ein Student auf drei Monate in das Gefängnis; von Archangel geschickt. weil er das Verbrechen begangen hatte, einer Versammlung von Stu denten beizuwohnen. Sofort als er bemerkte, was die Absicht der Mehr zahl der Anwesenden war, nämlich die Organisirung einer revolutionären Kundgebung, verließ er mit noch 100 anderen Stndenten die Versammlung weil er mit derartigen Plänen nichts zu thiln haben wollte. Trotz dem wurde er bald darauf verhaftet und in's Gefängniß von Archangel gesandt. Vß sind noch andere Beistnele gleiset; Art mitgetheilt worden. Welche Gefühle das Vorgehen der Polizei erweckt hat, zeigt sich in dem Versuche einer jungen Tarne, den Chef der Polizei zu ermorden. Noch beUMU' bigender als die Thatsache, daß solche Verbrechen versucht werden, ist der halbherzige Unwillen oder gar die Zustimmung, mit welcher man diese Ilnthaten allgemein betrachtet. Das führende reaktionäreBlatt, die Mos kau Wjedomosti", veröffentlichte vor einigen Tagen eine lobende Schilderung von dem Leben des im vorigen Jahre ermordeten Unterrichtsmini sters. Das Blatt griff dabei die intelligenten" russischen Kreise an, weil diese den Minister gehaüt hätten. Es ging sogar so weit, zu befanpten. daß die Nachricht von der Ermordung von den gebildeten Klassen nicht nur nicht mit Unwillen, sondern sogar mit direkter Genugthuung aufgenom men worden sei." Tas Recht auf den Schnurrbart. Auf dem Schiff, das den Prinzen Heinrich von Preußen von Amerika in seine Heimath zurückzuführen hatte, waren vier Kellner mit der Aufgabe betraut, ihn sammt Gefolge beim Essen zu bedienen. Alle vier Kellner trugen Schnurrbärte. Bei der fünften Mahlzeit kam die Ordre: Bart rasiren." da das Tragen der Schnurrbärte nicht statthaft sei. Drei Kellner kamen diesem sonderbaren Befehle, wenn auch mit Widerwillen, nach, der vierte aber, ein freier Schweizer, erwiderte: Das kann ich beim Eid nit." Die Folge war. daß er den Dienst quittiren und als Passagier die Fahrt beendigen mußte. Der Schweizer hat nun Stellung auf einem anderen Schiff und tst stolz auf seinen ..Schnauz". Jmponirender. Herr: WaS verlangen Sie für den Unterricht meiner Kinder pro Monat?" Hauslehrer: Zwanzig Dollars." Herr: Zwanzig Dollars?" Für das Geld krieg' ich schon 'en Hauslehrer mit einer Brille." Im Schmiertheater. Direktor: Sie müssen unbedingt nochmals her aus vor'? Publikum, lieber Brüllerim Parterre haben zwei Herren um zehn Glas Bier getvettet, wer Sie mit einem faulen Ei auf fck Nase trifft!"
Saiflschfang. Von Otto B e h r e n s.
Wenn man die gangbaren Genüsse und Sehenswürdigkeiten einer Seereise in tropischen Gewässern, als da sind: Meerleuchten, fliegende Fische, gelegentliche Anfälle von Seekrankheit und. wenn es gut geht, einen kleinen Sturm genügend gewürdigt und verdaut hat, pflegt sich bei normalen Sterblichen ein Zustand trostloser Langeweile einzustellen. Da hat denn der alte, brave Kapitän ein Einsehen, und er verspricht seinen Passagieren, einen Hai fangen zu lassen. Der alte Schlaukopf weiß ganz geneu, daß er sich damit auch bei seiner Mannschaft beliebt macht. So gutmüthig der deutsche Seemann im Allgemeinen ist. gegen zwei Dinge hat er eine unüberwindliche Abneigung: ge gen Wasser, innerlich angewandt, und gegen Haifische. Es dauert nicht lange, bis der Ukas des Ollen" seine Runde durch die Mannschaftsräume gemacht hat und allseitig zustimmend kommentirt worden ist, was man sonst nicht eben von allen Erlassen der Schiffsobrigkeit behaupten kann. Jetzt heißt es nur noch warten, bis eine bekannte Haifischgegend erreicht ist. Da sich Haie einem in voller Fahrt befindlichen Dampfer nicht nähern, muß die Maschine ein paar Stunden aussetzen. Eine Störung liegt hierin insofern nicht, als während jeder langen Fahrt ohnehin das gewaltige Getriebe einmal angehalten werden muß. um die einzelnen Maschinentheile, die Schraubeilwelle u. s. w. gründlich zu revidiren. Endlich sind wir zur Stelle. Fern am Horizont liegt die Klippe, durch den Glast der Aequatorsonne nur schwer erkennbar. Die Schraube hat ihre Arbeit eingestellt, und ihr eigen -artig dumpfes, bohrendes Geräusch ist verstummt. Aller Augen, zum großen Theil auch noch mit Fernglasern und Feldstechern bewaffnet, richten sich auf die weite, tiefblaue Wasserfläche, um die bekannte dreieckige Flosse über dem Meeresspiegel zu entdecken. Mittlerweile ist einer der Ladebaume frei gemacht. 'Der Koch giebt seufzend ein schönes, großes Stück Salzfleisch heraus, veel tau schad' for so'n Beest." meint er. Der Bootsmann als Oberkommandirender befestigt das Fleisch an einem spitzen Haken mit anschließender Kette, die nun über die Rollen des Ladebaumes nach außen ausgehängt wird. Einige kleinere Haie haben sich schon eingefunden. Man wirft ihnen Futter zu. und die gefräßigen Thiere fallen wie Aasgeier darüber her. Jedesmal, wenn sie sich im Wasser drehen, zeigen sie die weiße Unterseite und das fürchterliche Gebiß. Unsere Damen wenden sich entsetzt weg, und wir verdenken es ihnen nicht. Jetzt kommt ein alter, feister Bursche an, treulich von den kleinen, zierlichen Piloten geleitet. Kinnings, dat is en Ollen, nu mal runner mit de Angel," ordnet der Bootsmann an, und der Befehl wird ausgeführt, leider einstweilen ohne Erfolg. Dem alten Sünder da unten mutz wohl in seinem langen, vielbewegten Leben schon die Erkenntniß aufgedämmert sein, datz es nicht rathsam ist, irgend etwas zu verschlucken, in dessen Verlängerung eine Kette oder dergleichen sichtbar ist. Das Fleisch ist aber doch zu saftig. Mißtrauisch wird es erst noch einige Male geliebäugelt. Dann eine schnelle Drehung des Riesenkörpers der Bootsmann paßt auf wie ein Spitzbube und der Rachen thut sich auf, um den Köder auf einen Bissen verschwinden zu lassen. Im selben Moment ziehen unsere Blaujacken an. und freudig ruft der Bootsmann : Kaptein. hei sitt !" Die Winde wird nun festgestellt, damit sich 'das Unthier erst austoben kann, ehe man es an Bord nimmt. Es hängt nun einige Zeit in der Si'nne und macht seinem Aerger dadurch Luft, daß es die Schiffswand mit wüthenden Schwanzschlägen bearbeitet. Endlich aber blickt das kleine. boshafteSchweinrauge matter und matter, das konvulsioische Zucken läßt nach, und der lange, glatte Körper wird schlaff, so daß man das Thier ohne Gefahr an Bord ziehen kann. Um jede unnütze Quälerei zu vermeiden, bringt ihm der Schiffszimmermann den Todesstoß bei und schlägt dann mit einem kräftigen, geschickten Beilhieb den noch immer hcftig schlagenden Schwanz ab. Nun nähert sich die Mannschaft, um die gänzliche Auftheilung vorznnehmen. Man verwendet die Haut zu Seemannsstiefeln, die Leber zur Thranfabrikation und die dünneren Rückenwirbel, die auf eine Stahlstange aufgereiht werden, zur Anfertigung von Spazierstöcken. Die Passagiere lasse:: sich die dreikantigen Zähne des Thieres ausbrechen und bleichen, damit sie bei die Zahndoktors nich so veel to bethalen rwwen", meint der freche Rothkopf von Schiffsjungen. Die Sonne z'keyt Wasser aus dem r:esigen, blutrünstigen Kadaver. Hier sieht man seine Trümmer rauchen, der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen," würde Wilhelm Busch sagen, und weil er nicht mehr zu gebrauchen ist. soll it auch schleunigst über Bord. Nochmals wird die Kette angezogen, und das Wasser klatscht auf. Die anderen Haie fallen sofort über die irdische Hülle ihr Genossen her. und nach kurzer Zit ist
im buchstäblichen Sinne des Wortes kein Schwanz mehr zu sehen. M An der feierlichen Eröffnung der Düsseldorfer Ausfiellung werden außer dem Kronprinzen mehrere Staatsminister unb Staatsfelretare, sonne andere hohe Reichs- unv Staatsbeamte mit dem Reichskanzler an der Spitze theilnehmen. Graf Bülow wird beim Festmahl eine Rede halten. Die Sitzungen des Herrenhauses. die ursprünglich am 26. d. M. beginnen sollten, wurden, um die Theilnahme der Minister an der Düsseldorfer Feier zu ermöglichen, bis Anfangs Mai vertagt. Ihre Theilnahme an den Eröffnungsftierlichteiten haben auch die Präsidien der parlamentarrschen Körperschaften zugesagt. Betreffs des geplanten Besuchs des Kanonenbootes Panther" in Düsseldorf schreibt man aus Danzig Folgendes: Das auf der kaiserlichen Werft neuerbaute Kanonenboot machte vor Kurzem in der Danziger Bucht eine letzte viertägige Probefahrt, die sogenannte Kohlenmeßfahrt, welche vorzüglich verlaufen ist. und ging darauf nach Kiel. Der Panther" ist zur späteren DienstverWendung der 5)stseestation zugetheilt. Besonders haben übrigens die Probefahrten das Schiff nicht m Anspruch genommen, da es sich bei dem Panther" um den heute schon so bewährten Schiffstyp unserer neuen Kanonenbootsklasse handelt. Auf dem Panther" werden möglichst schnell die nothwendigen Vorbereitungen für die Rheinfahrt getroffen, da das Schiff auf speziellen Wunsch des Kaifers rechtzeitig zur Eröffnung der Gewerbe- und IndustrieAusstellung in Düsseldorf eintreffen soll. Zu den Vorbereitungen gehört, daß der Schiffskörper nach Möglichkeit erleichtert wird, um ein Festkommen des Panther" in dem Flußbett des Rheins zu verhüten. Um dies zu erreichen, wird das Schiff einen Theil seiner schweren Geschützausrüstung von Bord geben. Auch sollen einige Abänderungen an der Takelung und den Schotten eintreten, da das Fahrzeug auf dem Rhein mehrere feste Brücken zu passiren haben wird. Der Panther" wird das größte deutsche Kriegsschiff sein, das bis jetzt je den Rhein wenn auch nur in seinem Unterlauf befahren haben wird. Die Düsseldorfer Ausstellung wird durch die Entsendung des Kriegsschiffes Zweifellos um eines der interessantesten Stücke bereichert sein, ist der Panther" mit" voller Ausrüstung doch schon allein eine vollständige Industrie - Ausstellung", zu der fast alle gewerblichen Berufe bei getragen haben. Nach seiner Rhein fahrt -oird das Schiff die Ausreise nach Amerika antreten. Während Frau Mary M i n i ch die letzten Tage ihres Erdendaseins im Armenhause von Wilkesbarre, Pa., verbrachte, suchte das Bankhaus Ladenburg, Thalman & Co. in New Dork nach der Aermsten. um ihr $40,000 zu übergeben. Acht lange Jahre war die Suche nach der Frau fortgesetzt worden und als dieselbe dieser Tage zum Ziele führte, da war die Gesuchte bereits seit einem Jahre todt. Das bedeutende Vermögen, welches die Sorgen ihrer letzten Jahre crleichtert haben würde, war vonRudolph Bach, einem Brooklyner Buchbinder, hinterlassen worden, der am 27. November 1893 starb, ohne ein Testament zu hinterlassen. Die Bankfirma Ladenburg, Thalman & Co. von New Aork wurde Verwalterin des Vermögens und begann sofort, nach Frau Minich, der nächsten Verwandten des Ver storbenen, zu suchen. Viele Jahre lang wurde keine Spur von ihr gefunden. Erst vor einigen Wochen brachte die Nachricht eines entfernten Verwandten einen Fingerzeig, welcher bis nach Wilkesbarre verfolgt wurde, wo d?rArmenDirektor Louis Tisch um Information ersucht ward. Dieser Beamte konnte freilich nur noch konstatiren, daß die alte Dame am 25. November 1900 im County-Armenhause gestorben war. Gedämpfte Kalbsbrust. Man spült eineKalbsbrust mit Wasser ab, reibt sie nsit einem Eßlöffel Salz und einem Theelöffel Pfeffer gut ein. Ein halbes Pfund Speck schneidet man in kleine W.ürfel, stellt sie in einer Pf inne über's Feuer und läßt sie hell braun werden, giebt dann einen Eßlöffel Butter hinzu. Das Fleisch legt man in eine längliche Kasserole, gießt den heißen Speck darüber, deckt die Kasserole fest zu und stellt sie in einen ziemlich heißen Ofen. Eine halbe Stunde später giebt man eine Tasse kochendes Wasser hinzu und läßt sie eine Stunde weiter dämpfen ; man muß hin und wieder nachsehen, ob noch mehr Wasser nöthig ist. Kurz vor dem Anrichten legt man das Fleisch auf eine Schüssel, gießt etwas von dem Fett der Sauce ab. löst einen Eßlöffel Kornstärke in einer halben Tasse kaltem Wasser auf und giebt es zu der Sauce, läßt sie unter Rühren einige Minuten kochen, giebt dann etwas Wasser oder Fleischbrühe hinzu und läßt das Ganze zu einer sämigen Sauce verkochen, passirt sie durch ein Sieb und servirt sie mit dem Fleisch. Rindfleischreste mit Reis. Ebensoviel Reis als man Fluschresie hat, läßt man in Bouillon oder Wasser mit Salz und eignem Stückchen Butter gut ausquellen. Verwiegt unterdessen das Fleisch recht fn dämpft' 2 feinzefchnittene Zwiebeln in Butter, giebt das. Fleisch, nebst etwas Salz. Pfeffer und Muskatnuß darein, und mischt schließlich den Reis dazu.
Kannibalismus in Deutschland. Durch alterthümliche Funde ist bewiesen worden, daß in vorgeschichtlicher Zeit in Europa Kannibalismus geherrscht hat. Aber selbst im hellen Lichte der Geschichte, vor kaum viel mehr als 260 Jahren, stoßen wir auf solche Greuel. Die Verwüstung, die der dreißigjährige Krieg über das deutsche Volk gebracht hat, ist die ärgste gewesen, von der seit der Völkerwanderung ein monschenreiches Land betroffen worden ist. So eindringlich rc det keine Kunst des Historikers zu uns. wie der schmucklose urkundliche Bericht einer Frankfurter Zeitung vom 13. März 1636. der ans Licht gebracht hat, daß in den gesegneten Landstrichen des südwestlichen Deutschlands, die eine uralte Kultur mit zu den blühendsten Europas gemacht hatte, die unerhörte Noth des Daseins die Bewohner zu den Greueln des Kannibalismus, zur Men schenfresserei, hingeführt hat. Es ist ein urkundliches Zeugniß des Rathes der Stadt Russach im Elsaß, das uns diese Zeitung aufbewahrt hat. und lautet: Valentin Engelcin, Bürger und Totengräber allhie, fagt bei seinem Eid, daß vor acht Tagen zu ihm gekommen sei Agnes Ebsteinerin, Hans Ebsteins seligen Tochter, und ihn mit diesen Worten angeredt, sie wäre von Colmar kommen und hätte daselbst etlich Tag aufgewartet, ob fte vom Schinder etwas todt Rohfleisch haben könnte, aber vergeblich, und sei wegen großer Kälte und Hungers halber widerum allhero kommen, ihne Todtenoräber insonderheit zu bitten, ob nicht noch vielleicht ein junger todter unbegrabener Leichnam vorhanden wäre, den wollte sie ohne einiges Scheuen, den großen Hunger zu büßen, mit Lust esse,. Weiteres bezeugt gedachter Tcdtengraber, daß unlängstens ein Jung und zwei Weiber aus der Nachbarschaft zu ihm kommen und gesagt, daß sie in der Stadt Almosen gehetschcn, haben aber nichts bekommen, derowegen ihn gebeten, ob er keinen jungen todten Menschen .habe, den sollte er ihnen zukommen lassen, sie hätten sich schon lange Zeit von Menschenfleisch gesättigt, denn sie wüßten wohl, daß mehrtheils Hungers sterben, dahero sie welches ohne einigen Widerwillen wol essen könnten. Darauf feie er Todtengräber auf den Kirchhof an St. Claus' Capell gangen, darinnen er jederzeit die Todten, bis ein guter Theil zusammen kommen und in ein Grub gethan werden, hingestellt, ein Malenschloß (?) angelegt und geförcht. sie möchten die Todten mit Gewalt holen . . . Eine Wohlthätigkeitsv o r st e l l u n g". Von einem originellen Theaterschwindel macht der Direktor eines französischen Provinztheaters im Figaro" Mittheilung. In den meisten großen Provinzstädten kam in der letzten Zeit zu dem Vorsitzenden des bekanntesten Wohlthätigkeitsvereins ein unbekannter Herr und schlug ihm vor, zum Besten des Werkes" eine große Vorstellung zu arrangiren. Nach Abzug aller Unkosten bleiben mindestens 400 bis 500 Francs für Ihr bewundernswürdiges Werk", meinte er. Der Vorsitzende war entzückt und nahm natürlich an. aber nach zwei oder drei Tagen kam der Unbekannte zurück: Ich 'vergaß Ihnen zu sagen wir brauchen Künst ler von der Oper, dem Thö.tre Fran?ds, der Op6ra-Comique oder dem Odon. Schreiben Sie doch bitte an Ihren Abgeordneten, daß er den Minister um die nothwendige Ermächtigung bittet. Der Vorsitzende, der gewöhnlich ein hervorragender Mann in seiner Stadt ist, schreibt an den Deputirten, dieser an den Minister und dieser wieder an den Direktor : Geben Sie die Erlaubniß." Inzwischen hat der Unbekannte die Zeit gut angewendet. Er ist an die lokalen Gesellschaften, Kapellen, Gesangvereine, Dilettanten und Statisten herangetreten, hat ihre Mitwirkung gratis oder zu spottschlechten Preisen erhalten alles für die Wohlthätigkeitsiache und begiebt sich nun zu einem Künstler Ux subventionirten Theater und sagt zu ihm: Ich arrangire eine Wohlthätigkeitsvorftellung, wollen Sie dabei mitwirken ? Ich gebe Ihnen 500 bis 1000 Francs dafür (je nach dem Künstler). Sie werden durch die Veranstaltung nicht sehr gestört und Ihre Gage bei Ihrem Theater wird dadurch nicht verringert." Dex Künstler fühlt sich geschmeichelt und nimmt an, um so mehr, als man ihm die nöthige Erlaubniß besorgt hat. Und die Vorstellung wird arrangirt, zum großen Schaden des Theaterdirektors am Orte, der eine Woche lang die übliche Eimtchme 'dadurch verliert; denn unter dem Vorwand der Wohlthätigttit hat sich der Impresario die .Billets sehr theuer bezahlen lassen. Die Vorstellung erzielt eine Einnahme von 4000B 5000 Francs. Der Stern der suvvenrionten Theater bekommt die verabredete Summe, die Kasse hes Wohlthätigkeitsvereins erhält 400 bis 500 Francs, andere Unkosten betragen 200 bis 300 Franc's und der unbekannte Jmp?esaril? steckt ruhig die übrig bleibenden 2000 bis 3000 Francs in die Tasche. Am folgenden Taye reist er ab, um in einer Nachbarstadt das kleir e frnchttragende Unternehmen wieder zu beginnen. Es ist um so einträglicher, als er keinen Sou dabei riskirt hat, .alle Welt unter dem Vorwand der Wohlthätigkeit in Anspruch genommen, sich den Ruf eines Philarrthropen gemacht und bisweilen obendrein das Mittel gefunden at, ein farbiges Bändchen für sein Anovklckv iu erlanaen.
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