Indiana Tribüne, Volume 25, Number 209, Indianapolis, Marion County, 25 April 1902 — Page 7

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142 )!ord Pennsylvania Strahe, Hauptquartier für Brillen und Operngläser. P r...iiMW nSTi nC0 W KP WJ JTTG Brillen erde nach den besten etyoden den ugt ngevafjt. Künstliche gen werden schmerzlos eingesetzt. I W L I 7G1 Süd Delaware Strafte, Händler in Weizen-, Roggen- u. Buchweizen-Mchl, Heu in Ballen und allen dorten Kutter. Neues Telephon 159. Bestellungen werden nach irgend einem Theile der Stadt frei abgeliefert. MlMMMMMMtMMMtM GE0. M0SER, Ecke McCarty Str. und Madisou Ave. Vefte lveine, liquöre und Cigarren. Jeden Morgen schmackhafterönnch. TOM MULRINE, Sample Koom X West Michigan Str. Feine Weine, Liquöre und Cigarren. PETER BAN Y, 124 Süd Telawarc Str. Deutsche Wirthschaft und Billiard-Zimmer. Feme Weine, Liquöre und Cigarren. Warmer Lunch von 9 bis 1. mm W Ire, Emil Mantel, Eigenthümer. 205 West Washington Strafte, gegenüber dem Staatshause. Gelder werden geliehen auf alle Arten Werthsachen. Strengste Verschwiegenheit. Offen bis 9 N.r Abends. Verfallene uneingelöfte Pfand gegenstände billig zu verkaufen. Tel old 2 rinn on 3284. ....Halb Raten. .. nach South Bend, Ind. und zurück Big Four Route. in Anbetracht der Tirolers' Protective Issociation, von Amerika, Jndiana Division. m 2. und 3. Mai 1902, Rundfahrt Billette nach South Bend, Ind. werden am 2. und 3. Mai von allen Big Four" Stationen in Jndiana verkauft, zu einem tfaörwtci für die uno. fahrt. Tickets sind gültig für die Rückfahrt um South 'end, Ind., zu verlassen, bis zum 5. Mai 1902 einschließlich. $flr nähere mzelbeiten wrech man bei den Big Four Kgenten oder schreibe an Wtaxxtn 3 2cvve. n. äff. & Tckt. gt. fst. . P. & T. . mcinnati. O. Bitt UM (itt(inart Exenrfion Sonntag, den 27. April. $1.25 Rundfahrt st 2S Svezial Schnellzug verlaßt den Union Bahnhof um 7 Uhr Vormittags und hält auf den Hin- und Rückweg nirgends an. Retourfahrt von Eincinnati um 7 Uhr Abends.

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Im Frieden. Roman von j? Kudwifl Habicnt. O OAOAOAOAOAOACOAOAOAOAOAOAQ (Fortsetzung.) Ein letztes Händeschütteln, ein letztes Lebewohl und der Wagen trug die Neuvermählten in den lachenden, blühenden Frühlingsmorgen hinaus Nicht wahr, Mutter. Du kommst zu uns recht bald zum Besuch?" hatte Elschen in ihrer einschmeichelnden liebenswürdigen Weise der Baronin zugeslüstert, kurz bevor sie das Elternhaus derließ. Tu bist ja dann an Deinem schönen Rhein, und wenn es Dir bei uns gefällt, wie ich hoffe, bleibst Du für immer bei uns. die wir Dir ein neues Heim bieten." Die Baronin vermochte dem lieben, herzigen Geschöpf nur unter Thränen zuzulächeln. Kaum hatte sich der Wagen in Bewegung gesetzt, da lud Frau von Sollbach ihre Gäste zur Rückkehr in das Haus ein, um ein kleines Mittagsmahl einzunehmen; sie muhte doch jetzt zeigen. daß sie das Bewirthen vortrefflich verstand und in der Hauptstadt stets geglänzt hatte. Man folgte der Einladung und trat in die festlich geschmückte Villa zurück, die heut einen noch freundlicheren, ansprechenderen Anblick bot, als sonst. Nur Herr von Sollbach blieb im Vorgarten stehen und sah dem davon rollenden Wagen so lange nach, bis er seinen Blicken völlig verschwand. Es war, als ob sich ein trüber Schleier über seine Augen legen und von jet t ab alles in ein farbloses Grau kleiden wollte. Das Gefährt dort, das jetzt schon der grüne Wald verschlungen hatte, trug ja sein heiß geliebtes Kind davon. Der Mann, der sonst in seiner freundlichen, gemüthlichen Weise alles ruhig hinnahm, mußte nach seinem Taschentuch greifen und sich die feucht gewordenen Augen trocknen. Eine Hand legte sich leise auf seine Schulter und er hörte eine weiche, sanfte Stimme: Ich weiß. Sie werden sich jetzt sehr vereinsamt fühlen; aber vielleicht erhalten ie bald für Ihren Verlust einen Ersatz." Herr von Sollbach wandte der Sprecherin das noch feuchte Antlitz zu und er verstand wohl, was die herzensgute Frau damit sagen wollte; aber ein trübes Lächeln huschte um seine Lippen, indem er seufzend antwortete: Ach, sie nimmt doch allen Sonnenschein, meine Elfe, den bringt mir keine Andere wieder;" er konnte sich bei diesem schmerzlichen Gedanken nicht fassen, und seine Thränen flössen noch reichlicher die Wangen herab. Mein Sohn ist ein heiterer, gutmüthiger Mensch, die Beiden passen füreinander, und er wird gewiß Ihre Elfe glücklich machen," suchte ihn die Baronin zu trösten. Ich hoffe es, und das wird mir auch den Muth geben, meinen Verlust zu ertragen," antwortete Herr von Sollbach mit bewegter Stimme;' er preßte dabei die Hand der edlen Frau, und Beide gingen schweigend in das Haus zurück. 20. Kapitel. Baronin Ehrenfels war im Begriff, den wiederholt ausgesprochenen Wunsch ihrer Kinder zu erfüllen und ihnen einen Besuch abzustatten; der Herbst war gekommen, dort am Rhein die Weinlese vor t:z Thür und Else hatte geschrieben: Du mußt nun unbedingt rasch aufbrechen, damit Du Noch die schönste Zeit hier verleben kannst. Jetzt lacht die Freude von allen Bergen herab, warte nicht länger; wir wollen diese goldenen Tage gemeinsam genießen! Du fehlst uns nur zu unserem Glück!" Nun hatte die Baronin sich endlich zu dem großen Entschlüsse aufgerafft; nach diesem jahrelangen Verweilen an einem und demselben Ort gehörte dazu ein Entschluß die Koffer standen schon gepackt; am anderen Tage wollte sie abreisen, um ihre Kinder und die lang entbehrte theure Heimath wiederxusehen. Jetzt, wo Baronin Ehrenfels die Aussicht hatte, noch einmal einige Zeit in einer Gegend zuzubringen, deren nie verblassende' Schönheit in ihrer Erinnerung weiter gelebt, kam es ihr schärfer denn je zum Bewußtsein, wie öde und farblos das Dasein gewesen war, das sie hier in diesem Winkel zugebracht hatte. Edwin hatte ja nun das Glück, für immer dort leben zu können, er war darum zu beneiden und genoß es gemiß voll und gan. wie aus den Briefen der kleinen jungen Frau hervorging, denn ihr Gatte rafft.' sich kaum zu einer flüchtigen Nachfchrift auf er war stets zu frisch, zu lebenslustig geWesen, um sich mit dem Niederschreiben langer Briefe zu befassen. Ihr Jüngstgeborener hatte ja am meisten von ihr jene eigenthümlich ideale, fast rauschartige Lebenslust überkommen, wie sie eben nur dort, an den Ufern unseres schönsten Stromes zu Hause ist, die sie ebenfalls besessen hatte und die ihr hier, in dieser Menschenwüste, beinahe völlig abhanden gekommen war. Ach. wie die Beiden, ihr Jüngstgeborener und die kleine, so zur Heiterkeit geneigte Else dort in einer lachenden. zum Frohsinn stimmenden Gegend das Leben genießen würden! Die Baronin labte sich schon jetzt an dem Genusse, diese Glücklichen zu sehen.

und zu gleicher Zeit dachte ste mit i

Trauer daran, daß Arnulf und Jrmgard verurtheilt waren, hier, in dieser trostlos öden Gegend für immer auszuharren. Daran durfte sie gar nicht denken; sie wußte, was es sie gekostet hatte und doch beruhigte sie ein weniz die Vorstellung, daß Arnulf sowohl wie Irmgard etwas anders geartet waren. Ihr ältester Sohn hatte ein strenges Pflichtgefühl, das ihm über alles hinweghalf; an welchen Platz ihn auch das Schicksal stellte, er murrte nicht und ging fest und ruhig seines Weges. Selbst als er nährend seiner militärischen Laufbahn in die elendesten polnischen ?cester gesteckt wurde, hatte er sich niemals, wie Edwin bei solchen Gelegenheiten dies stets gethan, in heftigen Klagen ergangen, sondern ruhig ausgeharrt und auch dort noch seinem gewiß nicht angenehmen Dasein die besten Seiten abzugewinnen gesucht. Die Baronin zweifelte nicht daran ihr ältester Sohn fand sich hier völlig zurecht und in der Erfüllung der schwierigen Aufgabe, die ihm zugefallen, seine volle Befriedigung. Und Jrmgard! Sie sehnte sich gemiß nicht aus oieser Welt heraus, in die sie einmal eingesponnen wurde, mochte auch diese Welt noch so still und öde sein. Wann hätte die wahre Liebe je nach dem mehr oder weniger landfchaftlichen Reiz eines Ortes gefragt, der ihr eine Heimath bieten soll? Die Mutter wußte es: wo Jrmgard mit dem heiß geliebten Manne leben konnte, da war fnr sie das Paradies, und seitdem vollends Graf Brcdow für seine Schwiegertochter eine solch' aufrichtige und innige Zuneigung an den Tag legte, konnte sie um das Schicksal ihres geliebten Kindes völlig unbekümmert sein. Und doch, wie sehr sich die Baronin auch sehnte, ihre Kinder und die theure Heimath wiederzusehen, wurde ihr trotzdem das Herz immer schwerer, je näher die Stunde der Trennung heranrückte. Da follte noch im letzten Augenblick ihr Reiseplan vereitelt werden. Als die Baronin am Vorabend des für die Abreise bestimmten Tages mit ihren Kindern im herzlichsten Geplauder beisammensaß, kam plötzlich die alte Käthe in höchster Aufregung herüngestürzt und begann mit gewohnter Zungenfertigkeit: Da ist ein fremder, junger Herr, der Frau Baronin durchaus sprechen will. Ich sagte ihm, er möchte ein ander Mal wiederkommen, Sie hätten heute keine Zeit; aber der junge Mann mochte davon nichts wissen, er sagte: Ich bin der Neffe der Frau -Baronin und komme aus Amerika; er gab mir die Karte hier, da steht aber nur Richard Fels.'' Die Baronin nahm die Karte in Empfang und nachdem sie einen Blick darauf geworfen, rief sie überrascht aus: Kern Zweifel! Das ist Dick," und sich zu Käthe wendend, fragte sie: Wo ist der Herr geblieben?" Unten im Wagen," antwortete diese. Er hat auch einen großen Koffer mitgebracht. Der will gewiß sobald nicht wieder fortgehen," setzte sie verdrießlich hinzu. Nun erhob sich die Baronin rasch. Du hättest ihn doch gleich zu uns führen sollen," bemerkte sie etwas unmuthig. Ich will gleich hinunter und ihn begrüßen." Willst Du das nicht mir überlast sen?" fragte Arnulf, und da die Mutter dagegen weiter keinen Einspruch erhob, eilte er sofort hinweg. Meinen Sie wirklich. Frau Baronin, daß dieser hier der Sohn des Barons Heinrich ist?" fragte die alte Käthe und auf ihrem eckigen, ehrlichen Gesicht malte sich keine geringe Betroffenheit. Der junge Vcensch heißt ja doch nur Fels." So hat sich mein Schwager inAmerika genannt." ' Na, das ist eine schöne Geschichte! Was wird der nur wieder wollen?" platzte Käthe heraus; sie vermochte ihren Unwillen über das plötzliche Erscheinen des jungen Menschen nicht zu verbergen. Er will uns, seine nächsten Verwandten, kennen lernen, liebe Käthe." ließ sich Jrmgard vernehmen, ich finde es wirklich sehr hübsch, daß er die weite Reise nicht gescheut hat," und sie blickte erwartungsvoll auf die Thür, in der bald der Gast erscheinen muhte. Ich nicht," brummte Käthe vor sich hin. Nun kann ich morgen unmöglich fort. Es würde ja zu unfreundlich aussehen, wenn ich jetzt reisen wollte." Ah, das ist wahr, daran hab' ich noch gar nicht gedacht!" rief Jrmgard aus. Was werden dann nur Edwin und Elschen sagen, die Dich schon mit solcher Ungeduld erwarten?" Das hilft nichts. Du siehst, wie oft unsere iiane im letzten Augenblick durchkreuzt werden. Ich werde sofort telegraphiren," und die Baronin wollte sich, rasch entschlossen, an den Schreibtisch setzen.' da ging schon die Thür auf. und ein junger, hochaufgeschossener Mensch, von Arnulf begleitet, trat herein. Hier bringe ich Euch unseren Vetter; es ist wirklich Richard von Ehrenfcls, der uns mit seinem Besuche erfut," sagte der Letztere; aber aus seinen Worten klang nichts weiter als eine große Höflichkeit. Der junge Majoratsherr war mit dem Gefühl aufrichtiger Freude hinuntergeeilt; er hatte dcn Ankömmling, der schon vom Wagen gestiegen war und mit langen Schritten im Vorhof auf und abwanderte, herzlich begrüßt; denn er konnte nicht Zzweifeln. daß Dick vor

ihm stehe, die Ähnlichkeit des Fremden j

mlt der Photographie, die der Oherm von seinem Sohn mitgebracht, war unvcrkcnnbar. DaS war wirklich der früh gereifte, umsichtige und schon ganz auf sich selber ruhende Mensch, wie ihn der Vater stets geschildert hatte. Der wußte gewiß immer, was er wollte; er nahm die artige Entschuldigung seines Betters, daß die Haushälterin ihn nicht sogleich in's Schloß eingeladen, sehr gleichmüthig hin und entgegnete nur mit einem Verziehen des Mundes, das ein Lächeln sein sollte, bei dem aber nur seine prächtigen Zähne zum Vorschein kamen: Freue mich. Sie kennen zu lernen." Dem jungen Baron wollte es bedünken, daß ihm sein Vetter nicht dieselbe Herzlichkeit entgegentrug. War dies steife, frostige Wesen seine eigenste Natur? oder vermochte er nur nicht bei der ersten Begegnung sich sogleich von der günstigsten Seite zu zeigen? Arnulf hatte das Gefühl, daß sich zwischen ihm und diesem Menschen kaum ein wahrhaft freundschaftliches Verhältniß entwickeln werde. Wohl hatte Dick die dargebotene Hand ergriffen und kräftig geschüttelt, dann jedoch war seine Antwort, die er in ziemlich geläufigem Deutsch vorgebracht, sehr kühl ausgefallen und er hatte rasch hinzugefügt: Well, mein Vater ist ganz plötzlich gestorben merkwürdig!" und bei diesen Worten hatten sich seine grauen, hellen Augen mit der forschenden Schärfe eines Detektivs auf seinen Verwandten gerichtet. Arnulf hiclt diesen stechenden Blick ruhig aus; er fand ihn nur etwas wunderlich; in Erinnerung an das tragische Ercigniß sagte er jedoch sehr ernst und nicht ohne Bewegung: Ja, das Hinscheiden Ihres und meines Vaters fast zu derselben Zeit hat uns Allen eine tiefe, schwere Wunde geschlagen. Wir haben Beide viel verlören; aber nun kommen Sie. lieber Vetter. meine Mutter und meine Schwester erwarten Sie schon und werden sich aufrichtig freuen, Sie nun persönlich kennen zu lernen." Wie kühl und ablehnend sich auch noch der junge Vetter zeigen mochte, der Majoratsherr hielt sich trotzdem verpflichtet, seinem Verwandten mit möglichster Herzlichkeit zu begegnen, er rief einen Diener herbei, der den Koffer vom Wagen nehmen und in's Haus tragen mußte, dann schob er seinen Arm in den des Gastes, um ihn jetzt hinaufzuführen, und diesem blieb weiter nichts übrig, als der freundlichen Einladung, wenn auch etwas zögernd, zu folgen. Die beiden Frauen eilten sogleich dem eintretenden Gast entgegen und begrüßten ihn mit großer Herzlichkeit. Seien Sie uns willkommen, lieber Richard, denkcn Sie, daß Sie bei uns für immer eine Hcimath haben," sagte die Baronin und ihre milden, braunen Augen schweiften voll Theilnahme über das Antlitz des jungen Mannes hinweg. Kein Zweifel," fuhr sie mit ihrem liebenswürdigcn Lächeln fort, das sie stets noch so jung erscheinen ließ, die Aehnlichkeit mit der Photographie, die mein armer Schwager von Ihnen mitgebracht, ist unverkennbar. Mußt Du das nicht auch sagen, Jrmgard?" wandte sie sich zu ihrer Tochter. Gewiß," bestätigte diese, und indem sie ihrem Vetter die Hand reichte, setzte sie in ihrer herzgewinnenden Weise hinzu: der Onkel hat so oft von Ihnen gesprochen, daß Sie uns längst kein fremder mehr sind." Ja, wir freuen uns, daß Sie gekommen sind und wir werden uns gewiß Alle bemühen, Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen," fügte die Baronin hinzu; sie lud den Gast zum Sitzen ein und fragte dann eifrig nach seinem Begehr. Sagen Sie uns nur, was Sie augenblicklich wünschen, denn wir kennen ja noch nicht Ihre Gewohnheiten." Dick ließ sich durch all' die ihm entgegengebrachte Freundlichkeit nicht aus dem Geleise bringen, um seine Lippen spielte ein Lächeln, als wollte er sagen: damit fangt Ihr mich noch lange nicht, und er entgegnete mit derselben Zurückhaltung, die er schon Arnulf gezeigt: Da möchte ich meinZimmer aufsuchen, ich bin den ganzen Tag gefahren und sehr müde." Das ist etwas anderes, es wäre unrecht von uns, wenn wir Sie länger zurückhalten wollten. Hoffentlich werden Sie in der Heimath Ihrer Vorfahren recht gut schlafen." Das denke ich auch. Also entschuldigen Sie mich, wenn ich mich jetzt schon zurückziehe," und nun versuchte er seinem klugen, wettergebräunten, schmalen Antlitz einen etwas freundlicheren Ausdruck zu geben. Käthe, führe den Herrn auf sein Zimmer," sagte die Baronin, und nach diesen an die Haushälterin gerichteten Worten wandte sie sich wieber ihrem Neffen zu. Wir wollen Ihnen dieselben Räume geben, die Ihr armer Vater bei uns bewohnt hat. Sie finden noch alles so, wie es vor seinem unerwarteten Hinscheiden war." Well, ich danke Ihnen." sagte Richard und mit einer steifen Verbeugung verlieh er in Begleitung der alten Käthe den Salon. Die Letztere hatte kein Auge von dem Ankömmling verwandt und ihn mit großer Aufmerksamkeit betrachtet; je länger sie in dies scharf geschnittene kluge Gesicht sah, je mehr wuchs die innere Unruhe, die sich ihrer seit dem unerwarteten Eintreffen dieses Gastes bemächtigt hatte. Sie zweifelte schon jetzt nicht daran, datz von diesem Menschen nichts Gutes zu erwarten sei: er fübrte iraend etwas Scblim-

mes im Schilde, das las sie von seinem frostigen Gesicht, aus seinen unruhigen Augen, die zuweilen das Lauernde eines Raubthieres hatten. Na, Du hast uns gerade noch gefehlt, wärst Du doch dort geblieben, wo der Pfefscr wächst," dachte die Alte dennoch sagte sie freundlich mit der ihr eigenen Lebhaftigkeit, als sie mit dem so plötzlich hereingeschneiten Gaste über den Korridor und dem rechten Flügel

zuschritt: Wenn's Ihnen nur bei uns j gefallen möchte. Wir leben hier s?hr still und einsam; das geht nicht so toll hier zu, wie da drüben in Amerika." Tick betrachtete die Alte erst, wie er einen Nigger angeschaut haben würde, der in irgend einem Hotel gewagt hätte, ihn vertraulich anzureden, er wollte gar keine Antwort geben da besann er sich vielleicht war schon von dieser schwatzlustigen Person etwas zu entlocken und er sagte deshalb mit möglichster Freundlichkeit: Da hat sich wohl mein Vater hier auch sehr zelangweilt?" Das will ich meinen," antwortete Käthe sogleich. Und die Langeweile war auch der Untergang des Herrn Barons." Das verstehe ich nicht." Ja, was ist da zu sagen? Wahr tst es doch." Was ist wahr?" forschte Richard weiter. Nun nahm die alte Käthe einen Anlauf; sie gehörte ohnehin nicht zu den Leuten, die mit ihrem Denken lange zurückhalten können; sie war in ihrer rheinischen Herzhaftigkeit gewöhnt, mit der Sprache stets offen herauszurücken und so antwortete sie dem jungen Manne nach kurzem Zögern: Na, wenn Sie's durchaus wissen wollen; der Herr Baron hat gewiß nur aus Langeweile die Liebelei mit der halbverrückten Förstersnichte angefangen und weil zuletzt dies überspannte Frauenzimmer dem alten Herrn den Kopf ganz verwirrt hatte, so hat er mehr getrunken, als ihm gut war. Kein Wunder, da mußte ihn endlich der Schlag rühren. Ich hab' mir's gleich gedacht, daß die Geschichte nicht gut enden würde." Und warum ist denn mein Onkel gleich dahinter gestorben?" fragte Richard, und warf dabei verstohlen einen forschenden Blick auf das redselige Frauenzimmer. O, der arme Herr Baron! Er rst am anderen Tage von Wilddieben erschössen worden," antwortete Käthe. Das war schrecklich!" und sie hatte Mühe, ihre Thränen zurückzuhalten. Richard sann einen Augenblick nach; sollte er noch weiter forschen? Diese Person hatte bei all' ihrer Schwatzhaftigkcit doch etwas in den Augen, das keine geringe Schlauheit verrieth. Wenn sie wirklich etwas wußte über die eigentliche Todesart feines Vaters, so war es ihr gewiß nicht so leicht zu entlocken; er hielt es deshalb für das Klügste, in fein bequemes Schweigen zu verfallen und die Alte reden zu lassen. Käthe hatte während dieser Unterredung alles geordnet. Der Koffer war bereits heraufgebracht worden und sie fragte jetzt: Wünschen der Herr Baron wirklich heute gar nichts mehr. Nicht irgend eine Erfrischung? Vielleicht eine Tasse Thee?" Nein, ich bin müde, will nur noch eine Cigarre rauchen und dann schlafen gehe." Und was wünschen der Herr Baron morgen zum Frühstück? Kaffee oder Thee?" .Thee." Um welche Zeit?" Ich werde schellen Käthe warf noch einen musternden Blick über das Zimmer, um sich zu überzeugen, ob auch wirklich alles in Ordnung sei. Dann wünsche ich Ihnen eine gute Nacht, Herr Baron," und ohne seinen Dank abzuwarten, ging sie geräuschlos hinaus. Sie waren ja Alle recht freundlich zu mir und gar nicht verlegen," dachte Richard. Nun, ich werde schon dahinterkommen. Neugierig bin ich nur, wie die Braut meines Vaters aussehen wird." Der junge Amerikaner zündete sich eine Cigarre an, warf sich in den ersten besten Sessel und die Beine, nach Gewohnheit seines Landes, auf den nächstcn Stuhl legend, verfiel er in jenes angenehme Sinnen, das der Rauch einer guten Cigarre fo sehr unterstützt. Well, ich werde sie fangen," dachte er zuletzt und entschlief. Als er nach einigen Stunden erwachte, dämmerte bereits ein schwaches Morgenlicht in das Fenster; er wollte schon munter bleiben, aber das riesige Bett sah ihn so verlockend an hier hatte also sein Vater geschlafen, bis die lieben Verwandten ihm das Lebenslicht ausgeblasen. Nun, si' sollten schon erfahren, mit wem sie es jetzt zu thun hatten. Rasch warf der junge Mann seine Kleider ab, er sprang in das Bett und mit der glücklichen Gabe der Jugend schlief er von Neuem ein. Der Tag war schon weit vorgerückt, als er endlich erwachte. (Fortsetzung folgt.) Naiv. D berühmte Signora Heulinski war in der Mitte ihres Solovortrages, als der kleine Hans, auf den Kapellmeister deutend, seimMama fragte: Warum schlägt dieser Mann denn mit seinem Stock nach der Frau da oben?" Mama: Er schlägt nicht nach ihr. si still!" Hans (ungeduldig): Na, warum brüllt sie denn so?"

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