Indiana Tribüne, Volume 25, Number 207, Indianapolis, Marion County, 23 April 1902 — Page 4
D 7 Jnoiana ttttötte, S. pril 190S.
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der tebe?g TB. Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium S i s Präsident. Geschäftslocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELBPHOJSE 269 Entered at the Post Office of Indianapolis as second class matter. Das australische Parlament. Das Parlament des Commonwealth of Australia" ist kürzlich nach fast dreivierteljähriger Arbeit in die Ferien ceganen. Es hat während dieser, seiner ersten Session äußerst wichtige fragen erledigt. Zunächst wurde die Einwanderung geregelt. In Anbetracht der Thatsache, datz die Ferniyaltung der Neger und Mongolen für die weiße Arbeiterschaft des Commonwcalth" nachgerade zur Lebensfrage geworden war, passirte das Parlament ein Gesetz, nach welchem im Jahre 1907 alle Schwarzen die Plantagen, alle KuZis die Goldgruben, alle Chinesen die kleinen Landstädte verlassen haben we den. Außer der Einwanderungs-Frage, lag dem Parlament die Erweiterung des Wahlrechts vor. Das Wahlrecht der australischen Commonwealth" ist das liberalste, das je in Kraft gewesen ist. Alle in Australien ansässigen Personcn, männlichen und weiblichen Geschk'chts, welche das 21. Lebensjahr überschritten haben, sind für die lokalen Volksvertretungen sowie für das Bundes - Parlament wahlberechtigt. Des Weiteren wurden die Gehälter vieler Beamten erhöht. Zu den Wünschen der Australier gehört ferner die Errichtuna einer eigenen Flotte und die Schaffung eines Volksheeres auf der Grundlage der allgemeinen WehrPflicht, doch fehlen für die Realisirung dieser Pläne vorläufig noch die ausreichenden Geldmittel. Auch dürfte England hierbei nicht ohne Weiteres Ja und Amen sagen, in der Ueberzeugung, daß durch die Erstellung einer eigenen Wehrkraft von Seiten des Commonwealth" etwa dort bestehende Unabhängigkeitsgelüste einen starken Rückhalt erlangen würden. Das Commonwealth of Aufiralia" setzt sich bekanntlich aus den britischaustralischen Kolonien Neu-Südwales, Victoria, West-Australien, Süd-Au-stralien, Queensland und Tasmanien zusammen, die sich am 1. Januar 1901 zu einem Staatengebilde unter dem erwähnten Titel vereinigten. Die Verfassung des Commonwealth of Auftralia" ähnelt dem des Dominiums von Kanada. Jndemsie jedem einzclnen Staate eine gewisse Selbstständigkeit läßt, erfolgte der Zusammenschluß zur Regelung einer Anzahl allgemeiner Fragen, wie der Errichtung eines einheitlichen Zolltarifs, Einführung ein heitlicher Bank-, Heiraths-, Eheschei-dungs-und Pensionsgesetze und Anderes. An der Spitze des Staatenbundes steht ein vom englischen König ernannter General-Gouverneur, dem ein Kabinett zur Seite steht, das sick aus solchen Mitgliedern der Parlamente der Federalstaaten zusammensetzt, deren Partei jeweilig die Herrschcnde ist. Das Parlament für den Staatenbuno besteht aus zwei Kammern: dem Senate mit 36 Mitgliedern, und zwar sechs von jedem einzelnen Staate, sowie dem Hause der Repräsentanten, deren Zahl je nach der Einwohnerzahl bestimmt wird. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 4,200,OOO. Von den Bewohnern sind 4,000,000 Europäer oder europäischer Abstammung, der Rest Ureinwohner und eingew.nderte Mongolen. Alterthumsfund in Jrland. Ein bemerkenswerther Fund ist kürzlich im County Mayo in Jrland gemacht worden, wo ein hölzernes Boot, vas wahrscheinlich über 2000 Jahre alt ist, ausgegraben wurde. Als die grabenden Arbeiter zuerst mit ihren Spaten darauf stießen, glaubten sie, es mit einem Sarg zu thun zu haben, bis schließlich ein aus einem Eichenstamm gehauenes. mit zierlicher Schnitzarbeit geschmücktes Boot von 46 Fuß Länge zum Vorschein kam. An demselben sind keinerlei Zeichen von Zerfall zu bemerken. Das Holz ist so hart, daß ein Hieb mit einem Beil wirkungslos abprallt. Der interessante Fund ist in das Dubliner Museum gebracht worden. Gefährliches.Schonh e i t 6 m i't t e l. Welch' hirnverbrannte :tynnlen die liebe Eitelkeit in unreifen Köpfen entstehen lassen kann, lehrt folgender Fall, der aus Berlin berichtet wird. Zwei junge Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren, Beide aus achtbarer Familie, wurden plötzlich von einer gefährlich auftretenden Augenkrankheit b,fallen. Beide mußten eine Klinik aufsuchen und eine mehrwöchentliche Kur durchmachen. Die Aerzte erklärten mit Bestimmtheit, daß eine Jnfizirung vorliegen müsse. Auf energisches Drängen der Eltern gestanden die Patientinnen denn auch, daß sie sich das Gesicht mit Froschlaich gewaschen hätten, um einen zarten Teint zu erzielen. Spanien hat 17,500,000 Ew wohner, doch nur der dritte Theil davor ist des Lesens und des Schreibens mächtig.
te saxnccftarnte von wamort. In der neuesten japanischen Post liegr der Bericht des Hauptmanns 5iuraijhi vor. der mit noch 11 andern aus fccrn fürchterlichen Schnet?sturm gerettet worden ist. den wir Ansang Februar in den Depeschen erwähnten. Von Awomori aus, das an der Mndspitze der Insel Nippon liegt, war am 23. Januar ein Corps von 210 Acann aufgebrochen, um im Schnee MarschÜbungen vorzunehmen. Es bestand aus 9 Offizieren, 1 Arzt, 2 Avantageuren, 4 Sergeanten, 34 Soldaten des dritten Jahrganges, die vor dem Unter - Offizier standen, und aus 160 Gemeinen. Beim Frühstück war es schon so kalt, daß die Soldaten kaum die Hände zum Essen bewegen konnten. Das Biwak wurde in einem Walde aufgeschlagen. Bis 9 Uhr blieb das Wetter erträglich. Jede Compagnie baute sich einen Schutzwall aus Schnee, den man aber nicht bedecken konnte. Die Mannschaften kauerten sich um das Holzkohlenfeuer, das man auf dem Schnee anmachen mußte, da man den Boden nicht erreichen konnte. An warmes Zssen und an Schlafen war unter solchen Umständen nicht zu denken. Als um 2 Uhr Morgens Schnee fiel und ein Sturm einsetzte, suchten sich die Leute durch das Absingen eines Kriegsliedes zu beleben. Das Ziel des Marsches, Tashiro, war nur 4 Kilometer entfernt, man mußte aber dabei einen Fluß überschreiten. Der befehlhabcnde Major ordnete darum den Rückmarsch nach Awomori an (14 Kilometer). Der Sturm war aber so heftig, daß die Mannschaften kaum die Augen öffnen konnten. Zwölf Mann konnten nicht mehr weiter, sie wurden erst von ihren Kameraden mitgeschleift, als die Zahl aber immer größer wurde, unterließ man das. und so verlor man 24, etwa ein Viertel der Mannschaft. Man konnte also nur sehr langsam vorwärts kommen. Offiziere wie Soldaten verloren den Gebrauch ihrer Hände, den meisten erfror auch das Gesicht. Um 5 Uhr schlug die Truppe wieder ein Biwak auf. das kaum 3 Kilometer von dem Viwakplatze des Vortages entfernt sein mochte. An Feuermachen war gar nicht zu denken, und die mitgenommenen Lebensmittel waren so hart gefroren, daß man sie nicht beißen konnte. Man konnte die Blutcirkulation nur durch stetes Bewegen der Beine aufrechterhalten. Die, welche am meisten unter Frost litten, wurden in die Mitte genommen und hin und her geschüttelt. Der Hauptmann Okitsu starb, und sein Leichnam wurde beim Weitermarsch am Morgen des 25. mitgenommen; außer ihm waren während der Nacht noch 39 Mann gestorben. Als es um 3 Uhr weiter gehen sollte, fielen 30 Mann plötzlich um. Sie lebten noch, konnten sich aber nicht bewegen und nicht einmal antworten. Auch Major Z)amaguchi wurde ohnmäch.ig. Man verbrannte die Tornister der Gestorbenen, um ihn wieder zu beleben, was aber vergeblich war. Als der Sturm um L Uhr nachließ, wurden zwei Patrouillen gebildet, deren eine den Weg nach Tashiro, dem ursprünglichen Ziel, die andere den nach Tamogi, 7 Kilometer von Awomori, feststellen sollte. Der Major Aamaguchi kam wieder zu sich und konnte sogar das Kommando wie der übernehmen, was denLeuten neuen
Muth einflößte. Man ging nun in Abtheilungen vor. Kuraishi, der gleichfalls öfter die Besinnung verlor. berichtet, daß ihm am 27. ein UnterOffizier die Nachricht brachte, man habe den Weg nc ch Tamogi gefunden. Kuraishi traf mit einer anderen Abtheilung zusammen, trennte sich aber wieder von ihr, und Kuraishis Abrheilung fand endlich jenen schon Cfc wähnten Fluß, an dem Awamori liegt. Man mußte aber die Nacht noch im Freien zubringen, und man kam auch am nächsten Tag, den 28., noch nicht vorwärts. Ein Mann nach dem andern erfror, andere kamen auf der Suche nach ihren Kameraden um. und der Hauptmann Kuraishi legte sich mit dem Lieutenant Jto in eine Art Grube, um in gegenseitiger Umarmung zu sterben. Auch der Major Vamaguchi war noch in ihrer Nähe. So verging der 29. Am 30. glückte es Kuraishi, einen Hügel zu ersteigen, wo er von den ausgeschickten Leuten gesehen und mit seinen Kameraden gerettet wurde. Die zur Hülfeleistung auszcsanden Truppen konnten, wie schon seinerzeit berichtet wurde, ihre Aufgabe nicht ausführen, da die Schneestürme andauerten und das Suchen erschwerten. Im Ganzen sind 17 Leute gerettet worden, von denen 5 nachträglich gestorben sind. 106 Leichen wurden gefunden. Für die Hinterbliebenen der Verunglückten sind umfangreiche Sammlungen eingeleitet wrden. Ein böses G!as Wasser. Dem Berliner Börsen - Courier schreibt man aus Wien: Gestern gab es in Wiener-Neustadt einen ernsten' Bühnenunfall. Der Gesangskomiker Resni hatte in einer Liebesszene em Glas Wasser zu leeren. Er stellte das Glas aber entsetzt zurück, stürzte hinter die Coulissen mit dem Rufe: Ich bin vergiftet!" Der Theaterarzt stellte fest, daß das Glas Salzsäure enthielt. Glücklicherweise hatte der Schauspieler nur wenige Tropfen geschluckt, so daß er nach Anwendung von Gegenmitteln weiterspielte.
FünfKinderauszmeijähriger Ehe das ist ein Record, den der Farmer Daniel Neuschäfer in Barnesboro. N. I.. und seine Gattin erreicht haben. Ein Jahr nach der Hochzeit wurden dem Paare zwei Jungen geboren, die prächtig gedeihen, und jetzt hat Frau Neuschäfer ihren Daniel mit Drillingen, lauter Mädchen. überrascht. Mutter und Babies befinden sich den Umständen nach wohl, aber der Vater leidet in Folge dieser Ueberraschung an Nervenanfällen, doch hoffen die Aerzte, ihm mit Hilfe von Jersey Lightning" kuriren zu können. Unter die Zuckerfabrikanten ist der Staat Texas gegangen, denn er läßt auf der Staatsfarm in Brazoria County, welche mit Hilfe von Sträflingen bewirthschaftet wird, eine Zuckerfabrik errichten; dieselbe soll eine Leistungsfähigkeit von hundert Tonnen täglich haben und am 15. October vollendet sein. Für die Errichtung sind $268,500 bewilligt. Auf der Farm sind Heuer bereits 2000 Acres mit Zuckerrohr bestellt. Von der Fabrik wird eine Eisenbahn nach dem Brazos - Flusse gebaut werden, damit das Product zu Wasser transportirt 'werden kann. Ein Versuch, sich einen elektrischen Bettwärmer zu verschaffen, hätte dem Bremser George McAwon in Tamaqua, Pa.. beinahe das Leben gekostet. Auf einer langen Fahrt tüchtig durchgefroren, kam McAwon auf die Idee, eine elektrische Glühlampe, die an einem langen Draht befestigt war. mit in's Bett zu nehmen, damit dieselbe ihn etwas erwärme. Er hatte noch nicht lange geschlafen, so wurde er durch einen heftigen Schmerz aufgeweckt, und beim Erwachen sah er zu seinem Schrecken seine Nachtkleider und das Bettzeug in Brand stehen. Er riß sich in größter Schnelligkeit die brennenden Kleider vom Leibe, sodaß er mit leichten Brandwunden an Kopf. Händen und Rücken davonkam. DaßBettelnseinenMann nährt, erhellt aus einem Vorfall, der sich in einem New Jorker Polizeigericht zutrug. Ein alter italienischer Leiermann Namens Francisco Gorgia. war wegen Bettelns zu fünf Dollars Strafe verurtheilt worden, worauf er einen schmutzigen Sack hervorzog und die Strafsumme in Pennies, Nickels und Dimes aufzählte. Auf gleiche Weise zahlte er seinem Anwalre ebenfalls fünf Dollars aus. Das Publikum. das sich um den Alten Mitleidsvoll drängte und offenbar glaubte, daß er alles, was er sein nannte, hergegeben hätte, war nicht wenig erstaunt, als der Bettler ein Packet vorwies, das $150 in Kassenscheinen enthielt, sowie ein Bankbuch von Rom, welches zeigte, daß er 'dort bereits $12,000 deponirt hat. Gorgia, welcher 60 Jahre alt ist. sagte, er wolle sich jetzt zur Ruhe setzen; mit sechzig Jahren sollte nach seiner Meinung sich jeder Mann vom Geschäfte zurückziehen. Unter den Tausenden, welche auf europäischen Damvfern im New Yorker Hafen anlangten, befanden sich auch mehrere Mennoniten-Fa-milien, deren Bestimmungsort die deutsche Farmeransiedlung in Hebron, N. D.. ist. In ihrem Besitz hatten die Häupter der Familien bedeutende Summen, je $10,000 und mehr in AnWeisungen auf New Dorker Bankhäuser. Selbstverständlich wurden den Einwanderern bei ihrer Landung keine Schwierigkeiten bereitet. Wie Johann Hirsch und Heinrich Großmann, die Führer der kleinen Schaar, erzählten, waren sie der russischenBedrückuug überdrüssig geworden und hatten i)re Hufen in den Chersoner Gebirgen verkauft, um sich in Amerika eine neue Heimath zu begründen. Mehrere Nachbarn, darunter auch eine jüdische Familie, welche ebenfalls wohlhabend ist und sich im Westen ansiedeln will, schlössen sich ihnen an. Die Männer sieben noch im kräftigsten Lebensalter. Es sind starke, große Menschen, vom derben 'deutsch-russischen Bauernschlag. Hochklingt im Borough der Kirchen aus dem Munde jedes freiheitlich gesinnten Bürgers, wie Posaunenschall und Orgelton. aber aus den nimmertrockenen Kehlen sämmtlicher Brooklyner Erfrischungsräthe das Lied von dem braven Polizeirichter Tighe. Durch eine originelle Entscheidung, welche er im Myrtle Ave.-Poli-zeigericht verzapfte, hat er sich nicht nur alle Herzen im Sturm gewonnen, sondern der heuchlerischen Räuberpolizei und den mit ihr verbündeten Elementen einen mächtigen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Der wackere Kadi hat nämlich nichts Geringeres gethan, als von der Distriktsanwaltschaft verlangt, sie solle in jedem Falle eines der Üedertretung der Accisegejetze durch Verkauf von Bier am Sonntag angeklagten Wirthes den Beweis erbringen, ob das von diesem verkaufte Bier auch wirklich Malz enthalten habe. Denn nur in diesem Falle habe der Wirth sich einer Gesetzesübertretung schuldig gemacht, da das RainesGesetz nur den Verkauf von Malz-Ge-tränken untersagt. Da aber sieben Achtel des in Brooklyn verkauften Lagerbieres keine Spur von Malz ent--halte, so folgerte der Kadi weiter, s? dürften auch die meisten Wirthe ungestraft an Sonntagen ihr malzfreies Bier verkaufen. Hilfs - Distriktsanwalt Bailey. der die Anklage vertrat, war zuerst vollständig überrumpelt und konnte keine Erwiderung finden, mußte aber am Ende selbst zugeben, daß der Polizeirichter durchaus im Rechte sei.
Di Seeleute sind im Allgemeinen keine großen Freunde der Feder. Ist auch in dieser Beziehung in neuerer Zeit manches anders gemorden als in früheren Jahren, wo das Segelschiff noch eine herrschende Rolle spielte, so findet man auch jetzt doch noch selbst bei wichtigeren Vorfällen in den Mittheilungen der Capitän vielfach eine bewundernswertheKnapp heit. So berichtete beispielsweise vor Kurzem der Capitän des in den oft-
asiatischen Gewässern beschäftigten Norddeutschen Lloyd - Dampfers Natuna" über folgenden Vorfall: Um 7 Uhr Morgens setzten Reise fort. 9 Uhr 30 Chinese über Bord, Rettungsgürtel nachgeworfen, Schiff gedreht, gestoppt, Boot weg. Mann geholt. Boot gehißt 4 Minuten." Nach bedeutenden II it terschlagungen, die schon nach bisherigen Ermittelungen über 100.000 Mk. hinausgehen, sind in Berlin der Director der Deutschen Creditanstalt. Leipzigerstraße 111. Kaufmann Dürfeldt, und sein Socius Ferdinand Schneider verhaftet worden. Dürfeldt riehtete sich durch verfehlte Börsenunter-neh.-nungen, besonders aber durchBauspekulationen und Hypothekengeschäfte ,u Grunde. Derselbe betrieb ferner für eigene Rechnung ein Geschäft mit Blumen - Bedarfsartikel, das 16 große Filialen in Hamburg. Dresden, Hannover u. f. w. hatte. Die von seinen Vertretern gestellten Cautionen verbrauchte er ebenfalls für sich. Bei seiner Verhaftung legte er ein umfassendes Geständniß ab, seine Passiva gab er auf 100,- bis 150,000 Mark an. Unter den Personen, die Dürfeldt ihre Gelder anvertrauten, befinden sich vorwiegend Pastoren, Lehrer und Beamte. Der Vater Dürfeldts verliert fein ganzes Vermögen, ein Aufsichtsrathsmitglied 40.000 Mark. Der Aufsichtsrath der Deutschen Creditanstalt hat Concurs angemeldet, ebenso Dürfeldt den Concurs für sein Blumenbedarfsartikelgeschäft. In Verbindung mit dieser Sache ist gegen den Bankier Moosharke in Halber-' stadt. mit dem Dürfeldt Verbindungen unterhielt. Anzeige wegen Wuchers erstattet worden. D i e Königin von Rumänien. die auf die erste Nachricht von der schweren Erkrankung ihrer Mutter nach Neuwied geeilt war, telegraphirte von dort fast täglich an ihren Gatten nach Bukarest. Eine der ersten Depeschen lautete: Majestät König! Bukarest. Mutter gottlob besser. Milch genossen. Marie. Auf dem weiten Wege von Neuwied bis Bukarest erfuhr das Wort Majestät" eine argeVerstümmelung und der amtirende Telegraphenbeamte in der rumänischen Hauptstadt nahm folgende Depesche auf: Mendel König!" Bukarest. Mutter gottlob besser. Milch genossen. M. Marie. Die Depesche wurde durch den Telegraphenboten dem in Bukarest wohnenden Kaufmann Mendel König, Strada Lucaci No. 9, zugestellt, der über den Inhalt des Telegramms um so verblüffter war, als sich seine Mutter just bei ihm in der Wohnung, und zwar völlig wohl, befand. Der Irrthum wurde bald aufgeklärt und Herr König beeilte sich, die Depesche dem Central - Telegraphenamte zurückzustellen, das'dann das Telegramm mit !hunlichster Geschwindigteit ins königliche Palais gelangen ließ. E i n blutiges Fam?liendrama spielte sich in einer der fetften Nächte in der Via Tritone in Rom ab. Der Bürgermeister von Rom, Fürst Colonna, stand in eifrigem Gesprach mit dem Unterstaatssecretär Niccolini vor einem Hause der genannten Straße, als plötzlich zwei Schüsse dröhnten. Geschrei erscholl und drei Frauen die Treppe herabeilten, von denen die eine, eine große üppige Erscheinung, mit dem scharfen Typus der eingeborenen Römerin, den Herren zurief: Ich habe meinen Gatten ermordet und will mich jetzt der Polizei stellen." Laut weinend schritten ne den der Mutter die beiden Töchter im Alter von 18 und 16 Jahren. Fürst Colonna winkte einem Schutzmann, der die Fragen zur nächsten Polizeistation brachte, die Behörden erschienen zur Aufnahme des Protokolls und bald waren alle äußeren Spuren des grausigen Vorfalls beseitigt. Welch' ein Leben voll Leiden, Entbehrungen und Schmach enthüllte aber nun das darauf folgende Verhör der GattenMörderin. Der Man, allen Lastern des Trn!es und der Unsttte ergeben, peinigte Frau und Töchter in der scheußlichsten Weise, beschimpfte und schlug sie und wollte die Töchter zwingen, durch unzüchtiges Gewerbe die Mittel zum Unterhalt der Familie herbeizuschaffen. Da ward die beleidigte Gattin und Mutter zur furchtbaren Rächerin ihres bis in das Innerste verletzten Gefühles. Als der Unhold sich wieder eines Abends mit lallender Stimme zu Bett lege, nachdem er Gewalt tbätiMten aller Art verübt hatte, ergriff sie den Revolver und schoß ihn todt in der festen Ueberzeugung. daß die römischen Richter ihren Mord als eine That der Nothwehr ansehen werden, die sie nach unsagbaren Leiden auszuführen gezwungen war und sie freisprechen
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