Indiana Tribüne, Volume 25, Number 206, Indianapolis, Marion County, 22 April 1902 — Page 7

Jndiana Tridnne, SS Vpril 19l2.

MIM

V WnOA

(J-ß

VV ,

142 Nord Pennsylvania Straße, Hauptquartier für Brillen und Opernglaser. 5S IKMBTUWIA, Tfl tsm Ui tVWWM mm EtW jniQ Brillen werden nach den heften Methoden den ugtn naeoakt. Kunfttiche gen werden schmerzlos eingesetzt. M l mm 701 Süd Telaware Strafte, I Händler in t Weizen-, Roggen- u. Buchweizen-Mehl, T t Leu in Ballen und allen Sorten Futter. Neues Telephon 1599. Bettellungen werden nach irgend einem Theile der Stadt frei abgeliefert. 44"' GE0. M0SER, Ecke McCartu Str. und Madisou Ave. Beste weine, (iquöre und Cigarren. Jeden Morgen schmackhafterönnch. TOM MULRINE, Sample Aoom 2621 West Michigan Stt. Feine Weine, Liquöre und Cigarren. PETER BA2TY, 124 Süd Telaware Str. Deutsche Wirthschaft und Billiard-Zimmer. Feine Weine, Liquöre und Cigarren. Warmer Lnnck von 9 biS 1. vm W , Emil Mantel, Eigenthümer. 205 Weft Washington Strafte, gegenüber dem staatshause. Gelder werden geliehen ans alle Arten Werthsachen. Strengste Verschwiegenheit. Offen bis 9 Uhr Abends. Verfallene uneingelöste Pfand gtgenstände billig zu verkaufen. Tel old 2 rinu on 32S4. ....Halb Raten. .. nach South Bend, Ind. und zurück Big Four Route. in Anbetracht der Travelers htatin hwmM, i von Amerika, Jndiana Division. m 2. und Z. Mai 1902, Rundfahrt Billette nach South Bend, Ind. werden am 2. und 3. Mai von allen ia, Four" Stationen in Jndiana verkauft, tt erneut Hayrpreiö für ötc :Uunv. fahrt. Tickets sind gültig für die Rückfahrt um Souch end, Ind., zu verlaffen. bis zum 5. Mai 190? einschließlich. ?ür nähere iuzelheite.t spreche man bei den Big Four Agenten oder schreib an arten I. Lynch. V Tcvve, en. Paff. & I. gt. Ist. . P. & X. . mcinnati. C. Bifl; M NI. (ineinnati Erenrfion ontag, U 27. April. $1.25 Rundfahrt K1.2S Spezial Schnellzug verläßt den Union Bahnhof um 7 Uhr Vormittags und hält auf den Hin- und Rückweg nirgends an. Retourfahrt von Cincinnati um 7 Uhr Abends.

OTOTOTOTOTOTOOTOTOTOTOTOVC

o o o o I Im Zrieden. lomn vnu uZnxua abtritt. OAOAOAOAOAOACOAOAOAOACAOAQ (Fortsetzung.) 17. Kapitel. Graf Bredow gehörte nicht zu denjenigen. die etwas halb thun, das lag seinem entschiedenen Wesen völlig fern. Seitdem sein Groll gegen die Ehrenfels durch den tragischen Tod der Brüder völlig erloschen, zeigte er gegen die Hinterblieb?nen eine so herzliche, freundschaftliche Gesinnung, die um so wohlthuender berühren mußte, als sie von einem Manne kam,der in der ganzen Umgegend als hart und rücksichtslos verschrieen war und der all die Jahre über seinen Nachbarn Beweise davon gegeben hatte. Jetzt lernten ihn die Ehrenfels von einer ganz anderen Seite kennen. War das noch derselbe Graf Bredow, der ihnen den unversöhnlichsten Haß gezeigt hatte und der nun für sie Alle einWohlwollen und eine aufrichtigeFreundschaft an den Tag legte, di? gerade bei diesem Manne ungewöhnlich angenehm beruhren mutzte? Er kam jetzt oft herüber, zuweilen nur auf ganz kurze Zeit; aber er brachte dann stets aus seinem Treibhause für die Baronin und Jcmgard die schönsten Blumensträuße mit, und in der Unterhaltung mit Arnulf wußte er gewöhnlich in so wenig aufdringlicher Weise irgend einen Rath einzuflechten, daß dieser sich niemals verletzt fühlen konnte. Mit seinen ungewöhnlich scharfen Augen bemerkte der Graf schon im Vorüberreiten, wo in der Wirthschaftsführung der Freunde ein Fehler gemacht worden oder eine Verbesserung nöthig sei. und sobald Arnulf dann nach Lindenau kam, zeigte er ihm ganz unauffällig.wie es bei ihm gehandhabt wurde, un''' der junge Freiherr mußte stets bekennen, daß der Graf es verstanden hatte, eine Musterwirthschaft einzuführen, und er suchte nach Möglichkeit seinem Beispiel zu folgen. Trotz der Verschiedenheit des Alters entwickelte sich jetzt zwischen den bnden Männern ein wahrhaft freundschaftliches Verhältniß; sie mochten auf dem Grunde ihrer Seelen etwas Wahlverwandtes fühlen. Auch Arnulf konnte so wenig wie der Graf in seinen Anschauungen und in seinem ganzen Auftreten den Aristokraten verleugnen. Sie hatten Beide den Instinkt des Herrschens und es war um sie etwas gebreitet. das eine allzu vertrauliche Annähe -ruTkg Untergebener völlig ausschloß, und wenn auch Arnulf mit der alten Käthe eine Ausnahme machte, so kam doch bei allen Anderen der Adelige und der an scharfes Befehlen gewöhnteOffizier zum Vorschein. Beide waren trotzdem klug genug, die Schwächen und Fehler ihrer Standesgenossen zu erkennen, und der Graf besonders war es gewöhnt, in vertrauten Kreisen rtdj darüber lustig zu machen. In der Unterhaltung mit den Seinen schonte er Niemand, nicht einmal sich selbst. Graf Bredow gehörte nicht zu den verbohrten Leuten, denen es unmöglich ist. ihre Zeit zu begreifen, er glaubte, ohne alle Vorurtheile zu sein, denn er hatte sich stets bemüht, mit scharfen, klugen Augen Welt und Dinge aufzufassen; aber sobald er sich einmal in irgend eine Vorstellung verrannt hatte, war er davon nicht mehr zurückzubringen; das hatte er in der unseligenDuellsache bewiesen; aber nun er einmal die Fesseln abgestreift, die seinen Geist so lange eingeschnürt, gab er sich auch rückhaltlos den Gefühlen hin. die in ihm erwacht waren, und er zeigte gegen die Ehrenfels eine Herzlichkeit, die am besten bewies, daß er das Unrecht wieder gut machen wollte, das er ihnen all die Jahre über in seiner Verblendung zugefügt hatte. Gegen Arnulf kehrte er niemals den alles besser wissenden, erfahrenen älteren Mann heraus; auch mit Edwin wußte er in ein ganz freundschaftliches Verhältniß zu kommen, ob sie Beide wohl die Grundverschiedenheit ihres Wesens herausfühlen mochten, die einen innigen Verkehr so ziemlich ausschloß, und gegen die vermittwcte Baronin zeigte er sich von eine? Aufmerksamkeit und Ritterlichkeit, die gerade bei diesem sonst so schroffen Manne äußerst angenehm berühren mußte. Jrmgard vor allem war sein erklärter Liebling, und wenn er ihrer ansichtig wurde, dann glättete sich plötzlich sein Gesicht, selbst wenn es kurz vorher noch so sinster darein geschaut hatte. War es der große Gegensatz, der ihn besonders anzog? Sein qanzes Wesen war auf den Kampf gestellt, die schärfsten Gegensätze machten sich bei ihm geltend, und deshalb erschien er fast Allen so unberechenbar; er war außerordentlich sparsam, hielt die Pfennige zu rathe und dann konnte er doch wieder, to es seine Ehre galt, mit der größten Noblesse jede Summe hingeben. Gewöhnlich zeigte er sich kalt und verschlossen und zu Zeiten war er warmherzig und von hinreißender Beredtsamkeit; er stieß durch .seine Härte und Rücksichtslosigkeit so viele ab, die mit ihm in Berührung kamen. und dann brach doch zuweilen eine Weichheit des Empfindens hervor, die Jeden überraschen muhte, weil man sie am wenigsten bei diesem Manne geficht hätte. Graf Bredow war nicht wenia adelsstolz und hinwiederum sehr unzufrieden mit vielen seiner Standesgenossen, die auö verrotteten Vorurtheilen gar nicht herauskamen, und er saate ie-

dem, der es hören wollte: Der Adlige von heut' darf sich nicht dem Müßiggange überlassen; er muß in den Wettkämpf miteintreten, der sich jetzt auf allen Ecken und Enden entsponnen hat. und auch in unseren Tagen wieder die Führerrolle zu übernehmen suchen. Wer nicht hauszuhalten und sein Gut zu bewirthschaften versteht, treibt der Verarmung zu, und ein armer Adel ist das traurigste, was ich mir denken kann." Solch bittere Wahrheiten, mit denen Graf Bredow bei passender Gclegenheii nicht zurückhielt, waren wenig geeignet, ihm bei den Nachbarn viel Freunde zu erwerben, und der Graf wußte es auch, wie man über ihn dachte, wie wunderlich. ja, wie unverständlich er den meisten erschien; aber ?s gewährte ihm einen eigenen Reiz, den Leuten Räthsel aufzugeben; deshalb wurde er auch so gefürchtet, weil Niemand wußte, wie er eigentlich mi. ihm dran war, und ihn vielleicht gerade dann ein Ausbruch des gräflichen Zornes traf, wenn er es am

allerwenigsten erwartet hatte. Kern Sturm, auch nicht der Sturm des Unwillens, den sein rücksichtsloses Auftreten nur zu oft erzeugte, vermochte iljiv zu beugen. Ich gehöre nicht zu den Weiden, sondern zu den Eichen," sagtk er dann selbst lachend, wenn er die Urtheile vernahm, die man über ihn gefällt hatte. In dem Grafen gährte und tobte eim Kraft, der selbst ein viel größerer Wirkungskreis, als ihm zu Theil geworden, noch nicht genügt hätte, und gerade dieser Ueberschuß an Kraf! äußerte sich fiii seine Umgebung nicht immer in den angenehmsten Formen. Bisher hatte es nur seine zweite Gattin in ihrer ausweichenden Weise verstanden, mit dieser Titanennatur so vortrefflich auszukommen. daß zwischen 'chnen niemals auck nur das kleinste Zerwürfniß möglich wurde. Es war allgemein bekannt, bat Graf Bredow mit seiner zweiten Gattin wahrhaft glücklich und fröhlich lebte. währmd man ehr gut wußte, daß es in der ersten Ehe an heftigen Stürmen nickt gefehlt hatte. Äei Jrmgard war alles Harmonie; ihre reine Seele athmete den tiefsten Frieden aus, und wer in ihre Nähe kam, der fühlte sich berührt wie Jemand, der aus dem kalten Norden plötzlich in den sonnigen Süden versetzt wird. Schon in diese Augen zu sehen, aus deneu so viel Unschuld, so viel reine Theilnähme für die ganze Menschheit schimmerte, war für den oft leidenschaftlich erregten Mann ein Genuß, und es überkam ihn dann ein Frieden, den er nicht einmal im Verkehr mit seiner klugen, stets ausbiegenden Frau gefunden hatte. Er mochte es wohl heimlich fühlen, daß diese Frau nur gelernt hatte, ihm gegenüber sich zu überwinden und seine Meinung stets zu der ihrigen zumachen, und eigenthümlich genug, er empfand zuweilen einen heimlichen Unwillen darüber, daß sie ihm stets Recht gab, ihm niemals widersprach, sogar wenn er Dinge behauptet hatte, die er im nächsten Augenblick selbst nicht mehr für ganz richtig hielt. Wie anders Jrmgard! Der Graf gewahrte wohl, daß sie sich auch ihm gegenüber niemals einen Zwang auferlegte, daß sie nie bestrebt war. durch ein zustimmendes Wort seine Gunst zu erwerben: sie hielt niemals mit ihrer Meinung zurück, selbst wenn sie von der des Grafen zuweilen abwich, und der sonst so herrschsüchtige Mann fühlte sich davon nicht verletzt, im Gegentheil, er munterte sie stets auf. offen zu sagen, was sie dachte und er hörte auf jedes ihrer Worte so achtfain, als wollte er sich gern von ihr überzeugen lassen. Es hatte sich bald zwischen den Beiden ein so inniges Verhältniß entsponnen, das bei diesen so grundverschiedenen Naturen Niemand für möglich gehalten hätte. Sein Wort: Du bist fortan meine Tochter " war zur Wahrheit geworden; ja, noch mehr, in seiner rückhaltlosen Weise machte der Graf kein Hehl daraus, wie sehr Jrmgard seine vollste Zuneigung gewonnen habe und sein Liebling geworden sei. Es härmte ihn wenig, daß seine Gattin und seine eigene Tochter diese große Bevorzugung der Braut seines Sohnes wie eine Kränkung fühlen konnten, es war nun einmal nicht seine Art, aus seinem Herzen eine Mördergrube zu machen," wie er selbst sagte, und wenn Jrmgard, deren feines Empfinden dadurch etwas beunruhigt wurde, lächelnd und abwehrend sagte: Du verwöhnst mich, Du darfst nicht eine so übertrieden günstige Meinung von mir haben," dann erklärte er desto eifriger und entschieden: Was willst Du? Ich möchte den sehen, der Dich nicht lieb gewänne und ich begreife nun Kurt, warum er von Dir nicht loslassen wollte, selbst auf die Gefahr meines väterlichen Zornes hin, und der ist wahrhaftig zu fürchten." setzte er in ehrlicher Selbsterkenntnih hinzu. Auch die Gräfin zeigte gegen ihre künftige Schwiegertochter jene liebenswürdige Freundlichkeit, die ihr nun ernmal erqenthumlrch blreb, und sie verrieth nicht die mindeste Empfindlichkeit darüber, daß ihr Gatte jetzt gar so sehr von der Braut seines Sohnes eingenommen war und sie selbst darüber fast in den Hintergrund gedrängt wurde. Entbehrte auch der Verkehr mit der Gräfin der rechten Herzlichkeit und Wärme, wie Jrmgard recht gut herausfühlte, so war zwischen ihr und Waltrud eine desto aufrichtigere, ehrliche Freundschaft entstanden, obwohl sie Beide gerade durch diesen traulichen Verkehr sich immer mehr bewußt wurden, wie grundverschieden sie waren. In ihrer großherzigen, vornehmen Ge-

sinnung empfand Gräfin Waltrud nicht den mindesten Neid darüber, daß ihr Vater für Jrmgard jetzt eine Liebe und Zärtlichkeit an den Tag legte, wie er sie kaum je für seine Kinder gezeigt hatte; im Gegentheil, sie gönnte ihrer künftigen Schwägerin dies Glück, und sie sagte sich selbst, daß diese auch wirklich all' die Theilnahme verdiene. Es ist ein sonniges Geschöpf," äußerte sie zu ihrem Bruder; ..sie erinnert mich immer an einen herrlichen Frühlingstag." und Kurt war nicht wenig glücklich über dies Lob seiner Schwester, die sonst an alle Menschen und Dmge einen sehr strengen Maßstab anlegte. Die jüngste Tochter des Grafen ließ dagegen nur zu oft hindurchblicken, wie fehr sie Jrmgard grolle, daß diese sich so ganz das Herz und die Gunst des VatcrS erobert habe. Sie war ja bisher sein erklärter Liebling gewesen, jetzi fühlte sie sich plötzlich in den Hintergründ gedrängt, und ihr fünfzehnjährigcs Herz erfüllte ein förmlicher Haß. den sie auch offen zur Schau gelegt haden würde, wenn nicht die kluge Mutter all' ihre Ueberredungskunst angew'ndet hätte, um der Kleinen Vernunft zu predigen. Du kennst Deinen Vater noch nicht; sobald Du ihm zeigst, dah Du Dich durch seine große Bevorzugung Jrmgards gekränkt fühlst, machst Du es nur noch schlimmer." ..Aber Mutter! soll ich mich nicht gekränkt fühlen, daß er mit Jrmgard ein solches Aufhebens macht und sich um mich kaum noch kümmert; er hat sich gegen seine eigenen Kinder niemals sc nett und lieb gezeigt, wie gegen diese Fremde! O, ich bin tief empört darüber, und ich werde es ihm auch einmal offen sagen." Um Himmelswillen, thu das nicht!" rief die Mutter ganz erschrocken aus. Im Gegentheil, mache es wie ich. verrathe nickt im Minoesten, daß Du Dich gekränkt fühlst." .Das sollte mir gerade fehlen!" rief Adelrnde erbittert aus. Wenn ich einmal baffe, dann hasse ich von Grund meines Herzens, und ich hasse Jrmgard!" Das Gesicht des jungen Mädchcns erhielt jetzt einen Ausdruck, der stark an ihren Vater erinnerte. Nein, nein, solche Gefühle darfst Du gar nicht in Dir aufkommen lassen und noch weniger verrathen," ermähnte

die Mutter; sobald Tu den Vater nur das Mindeste davon merken läßt, wäre er außer sich darüber. Und wozu diese Aufregungen, die mir ein Greuel sind? Ich liebe den Frieden über alles!" und die weichen, freundlichen Züge der noch immer hübschen Frau verriethen, wie sehr dies Wort aus ihrem Innersten kam. Ja, Du gibst nach, selbst wenn Du recht gut weißt, daß Du im Recht bist. Ich habe Dich oft bewundert. Der Vater weiß gar nicht, was es für eine Frau heißt, des lieben Friedens willen immer unterzuducken! Ich könnte es nicht," setzte Adelinde mit großer Entschiedenheit hinzu. Du wirst es schon noch lernen," entgegnete die Mutter mit jenem ruhigen Lächeln, das ihr eigenthümlich war und mit dem sie manchen Sturm beschwichtigt hatte. Nimmermehr!" rief Adelinde leidenschaftlich aus. Mein Mann muß einmal ganz anders sein, sonst gibt es Krieg, und dann soll er wohl sehen, daß ich nicht nachgebe." Das war jetzt nicht mehr ein sechzehnjähriges, unreifes Mädchen, das solche Anschauungen zum Besten gab. in diesem unregelmäßigen Antlitz malte sich die ganze Willenskraft eines Weibes, das sich ein Ziel gestellt hat und überzeugt ist, daß es dasselbe auch einmal erreichen wird. Die Gräfin blickte ganz verwundert m das erregte Gesicht ihrer Tochter. Wohl war sie schon längst zur Erkenntniß gekommen, daß Adelinde ganz anders veranlagt sei, als sie selbst; aber noch niemals war es ihr so deutlich geworden, wie eben jetzt. Sie hatte sich stets bemüht, den harten, trotzigen Sinn des Kindes, den es vom Vater geerbt, ein wenig milder und sanfter zu stimmen. und nun gewahrte sie, wie wenig die Kleine geneigt schien, ihrem Beispil zu folgen; sie zeigte heut mehr als je, daß sie nicht dem Taubengeschlecht angehörte, die starken Schwingen und Krallen des Raubvogels kamen deutlick, zum Vorschein. Wie alle Mütter hatte die Gräfin schon davon geträumt, Adelinde als glückliche Gattin zu sehen, und sie stieß jetzt unwillkürlich einen Seufzer aus, wenn sie daran dachte, welche Stürme ihr armes, thörichtes Kind erwarten mußte, sobald es einmal über den künftigen Gatten die ausschließliche Herrschaft gewinnen wollte. Hatte Adelinde die Gedanken ihrer Mutter errathen? Ihr Gesicht nahm wieder einen ruhigeren Ausdruck an und sich schmeichelnd an die Brust der Gräfin lehnend, sagte sie: Hab' keine Sorge um mich. Ich werde mir schon meinen Mann erziehen. Gib Acht! Das krieg ich fertig!" und sie stieß ein übermüthiges Lachen aus. Meinst Du, daß der junge Sollbach " Ach. den möcht ich gar nicht." unterbrach sie die Tochter; jetzt war sie wieder der sechzehnjährige Backfisch und sie fuhr mit großer Lebhaftigkeit fort: Ich schwatze wohl gern mitihm über Politik und Sozialdemokratie, aber er ist mir nicht männlich genuq." Er ist ein sehr guter, liebenswürdiger Mensch." bemerkte die Mutter, die sich bereits mit der Hoffnung trug, Adelinde und Norbert könnten einmal ein Paar werden, seitdem sich zwischen ihrem Gatten und den Sollbachs ein ganz angenehmer Verkehr hergestellt

hatte, oer in der letzten Zeit noch leohafter geworden war. da die Verlobung Edwins mit Elfe auch diese Leute ihnen noch näher gebracht hatte. Ach, liebenswürdig! das genügt mii nicht!" rief Adelinde Naserümpfens aus. Wem ich einmal mein Herz schenken soll, der muß ein Mann sein!" und mit diesen Worten eilte sie hinaus. Die Gräfin fah ihrer Tochter voll Kümmerniß nach. ..Welche Illusionen macht sicö das Kind!" dachte sie vor sich hin. Ein Mann, wie sie ihn sich träumt, der duckt ja eben nicht unter, der will herrschen! Nun, hoffentlich findet sich für sie der rechte!" und mii dieser tröstlichen Vorstellung suchte sie das Gleichgewicht ihrer Seele wiederzufinden, das ihr beinah durch diese Unterhaltung verloren gegangen war. (Fortsetzung folgt.)

Sscil a st r ö p h e b e i e int m Fußballspiele. Während eines Wettkampfes zwischen schottischen und englischen Fußballspielern im Jsbrox Parke zu Glasgow stürmte plötzlich eine Zuschauertribüne zusammen, und 21 Personen wurden getödtet und 250 mehr oder weniger schwer verletzt. Die 30 Fuß hohe und 25 Yards lange Tribüne bildete einen Trümmerhaufen von Holz- und Eisentheilen, in denen Hunderte von Personen um ihr Leben kämpften. Der Zusammenbruch wurde von den meisten Zuschauern, welche dem Spiel eifrig folgten, überhört, und sie erfuhren davon erst, als Hunderte von mit Blut bedeckten Personen sich Panikartig über den Spielplatz ergossen. Aber selbst zu diesem Zeitpunkt noch wurde angenommen, es habe sich ein kleiner Unfall ereignet. Die Behörden unterstützten diese Ansicht dadurch, daß sie die Fortsetzung des Spieles gestatteten. was zur Folge hatte, daß ein großes Spiel ausgefochten und mit dem gewohnten Beifallsgeschrei begleitet wurde, während aus dem Hintergrunde das Stöhnen der Sterbenden vernehmbar wurde. Elmsfeuer in Centrala s i e n. Ein Elmsfeuer ist kürzlich im Syrdarja-Gebiet, Turkistan, von einem russischen Jägerkommando beobachtet worden, das Nachts bei starkem Regen am See Kalgan-Syr sein Lager aufschlagen wollte. Als die Solbaten mit dem Aufstellen der Zelte beschäftigt waren, gewahrten sie an den Spitzen der Gewehrläufe, an den Ohren der Pferde und an den Fingern der Hände Lichtbüschel; selbst an den Bärten und Schnurrbärten der Soldaten, an den Mähnen der Pferde leuchteten Lichtbüschel auf, die sofort wieder verschwanden und neuen Platz machten. Bei Berührung eines Gegenstandes mit den Händen strahlten die Fingerspitzen der wollenen Handschuhe. Nach dem ersten Schrecken fanden die Soldaten großes Vergnügen an der Beobachtung der mannigfaltigen Erscheinungen des Elmsfeuers, das gegen zehn Minuten währte. Einsturz einer Brücke. Eine über die Theiß führende mächtige Holzbrücke bei Zenta, Ungarn, die allein die Verbindung mit dem Banat aufrecht erhält, stürzte kürzlich Morgens ein. wahrscheinlich in Folge eines Erdbebens, das in der Nacht stattfand. Im Moment des Zusammenbruches befand sich unter der Brücke ein mit Waaren schwer beladener großer Frachtdampfer. Die schwere Brückenkon struktion stürzte mit ungeheuerem Getöse auf das Schiff, zerschmetterte es vollständig und begrub es in den Fluthen des Stromes. Die Bemannung des Schiffes wurde bis auf einen Matrosen wie durch ein Wunde? gerettet; die Leute wurden in's Wasser geschleuderi und durch den Strom fortgctrieben, bis sie sich schwimmend an's Land retten konnten. " GEORGE A. GEIL Lizensirter Plumber TSTEAM & HOT WATER HEATING."Wi 703 Gd Meridian Str. Telephon (alt) 5 Zineu) 298. John F. Sanders Sample Room, 228230 Oft Wabash Str. Beste Weine, (iquöre : : : und Cigarren Telephon alt und neu, 955. Deutsche Buchhandlung. Carl Piugpank. ,4 Virginia Ave., 4. (Pembke rcade.) CONRAD PETERS, j TeutscheWirthschaft, 857 OV Washington Straße. noianuppis. Ter beste VeschöftSwnch in der tadt 1 Feine eine, Liköre und Cigarren. Hufschmied. W. W. Knight, 106 Virginia Aveue und 215 Oft Marvland St. Reue Tel. 45. Furnaces, Eisen- und Blech-Arbeiten. Joseph Gardner, 3741 Kenwcky Avenue. Telephon 322. Blecharbeite aller Arten an neuen serchauu bestens ausgeführt.

Blutvergiftung.

Wenn Sie je einmal eine Blutkrankheit sich zugezoffen, sind Sie nie sicher, ausgenommen der Keim oder das Gift sind aus dem System gemerzt worden. Zeitweilig bemerken Sie alarmirende Symptome, hoffen jedoch, daß keine ernstliche Folgen entstehen. Haben Sie eine der folgenden Symptome ? Wunde Kehle, Gefchwüre an der Zunge oder im Munde, Ausfallen der Haare, schmerzhafte Weben, Jucken der Haut, Ausschläge am Körper, fchmcr hafte Augenröthe, dyspeptischcr Magen, geschlechtliche Schwäche An zeichen des zweiten Grades. Vertrauen Sie nicht dem Glück. Richtn Sie Ihr System nicht durch d,e alte BeHandlung Queckfilber und Pottasche zu Grunde, die Symptome temporär unterdrücken, welche aber fpäter.wenn Sie ein glückliches Heim habcn.wieder ausbrechen. Laffen Sie keinen Quackfalber mit sich experimentiren. Unsere neue methodische Behandlung ist garantirt Sie zu heilen. Unfe Garanticn sind bekräftigt durch BankBonds' daß die Krankheit nicht wieder zurückkehrt. Tausende wurden bereits durch unsere neue methodische Behandlung seit 20 Jahren geheilt. Kein öxperiment, kein Risiko keine Flickarbeit sondern positive .veiluvg. Tie schlimm sten Fälle geheilt. Wir behandeln und heilen nervöse Schwäche, geschlechtliche Schwäche, Blutvergiftung, Strikturen, Varicocele, Nieren- und 8arn-Krank heilen und alle Männern und Frauen eigene Krankheiten. Heilung garantirt. Konsultation frei Bücher fr, e"n Sie nicht vorsprechen können, verlangen Sie ei en Fragebogen für Behandlung ,m'Hause. liS. OY & WN, 25 Sud Meridian Str Jndianapolls, Ind. Stunden : 9 Vorm. di 8 Abends, Sonniog : 10 Borm. bis 12 Mittags. 2b,S 8 Abends. H. A. KOLKER, Wirthschaft und Billiard-Zimmer, feiner (unch, weine u. (iquöre. SOI Oft Washington See. Zur gefi. Notiz ! Meinen Freunden hiermit zur Nachricht, daß ich die bisher von CHAS. SCHIFFERDECKER geführte Wirtschaft käuflich übernommen habe, und Jedermann freundlichst einlade, mich in meinem Lokale zu besuchen . Fred. Kroeckel, No. 240 Nord Davidson Stratze. Esse keine todten" fondern taufe BLUE POINTS Austern, ganz oder auf der Halb Schale, zu einem Cent per Stück. Verkaufte über eine Mil lion in der letzten Saifon. W!'hM.sL Joseph H jchaub, Wein, Bter, Billiard und Pool Halle. Lmportirte Weine eine Spezialität. 138 Oft Washington Str, rar fclevbon CS.. SdldliA. EDWARD A. HARMEMN6, Eigenthümer Büffet Saloon 0 Nord Delaware Str. Neue? Telephon 2258. L. A. Roos und Allen McCauley, Schankkellner. Henry's Platz tft jetzt nicht mehr in 431, fondern in Ml M Mftwin Mil Pabft Bier an Zapf. Jmporürte und einheimische Weine Feine Liquöre und Cigarren. Henry W. Kurz, 428 e. Delaware Gtr.