Indiana Tribüne, Volume 25, Number 206, Indianapolis, Marion County, 22 April 1902 — Page 1
iana Tribüne Erscheint thtn Nachmittag. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Dienstag, 22. April 1902 No.206.
M0
8 Tage und fi öonntagsblatt I 10pcr Woche. 8
fi 5onntagsblatt I f lOe Per Woche. I
I '
V
Das neue Bundes - Gebäude.
Mit den Fundament Arbeiten wird demnächst begonnen werden. Washington, 22. April. Mit den Fundannt-Arbeiten für das neue Bundes Gebäude in Indianapolis wird innerhalb der nächsten zwei Wochen begonnen werden. Contractor Peirce von New York wird noch in dieser Woche seine Bürgschafts Papiere einreichen. Sobold dieselben acccptirt sein werden, wird uit der Arbeit begonnen werden. Die Differenzen, welche Peirce mit dem SchatzamtsseZretär hatte und welche zur Widerrufung des Original Contractes führte, sind beigelegt werden. Der neue Contract giebt Peirce die Controlle über die Plumber Arbeiten. Peirce wird seinen eigenen Vormann von New York nach hier schicken, welcher die Oberaufsicht über die Arbeiten führen soll. B r r ? Eine kalte Welle iu Ausstcht. Ter böse Wettermacher dort oben im Majestic Gebäude hat angekündigt, daß morgen Abend Frost eintreten wird. Ein Umschwung in der Temperatur wird sich bereits morgen früh bemerkbar machen. Local-Politisches. Porbereitungen für die republikan'-fche taatS-Conventicn. Die Primärwahlen für die Erwählung der 140 Delegaten von Marion County für die morgen Nachmittag beginnende republlk. Staats - Conven' tion finden heute Nachmittag von 4 bis 8 Uhr Abends statt. Morgen Bormittag um 11 Uhr dersammeln sich die Delegaten der verfchiedenen Tiftricte, um je ein Mitglied der Comites für Regeln, für Beglau blgungen und für Resolutionen, ferner je einen Vice-Präsidenten und einen Hülfs-Sekretär zu ernennen. Um 2 Uhr wird dieCondention durch den Borsitzer des Staats - Comites. Goodrich, zur Ordnung gerufen werden. Hierauf folgt Gebet, gesprochen von Pastor Worth M. Tippy von Indianapolis, sodann Bericht des Comites für Regeln und permanente Organisation. Hierauf Einführung des Senators Beveridge als permanenter Vorsitzer der Convention und sodann Reden von ihm, Senator Fairbanks und Anderen. Am Donnerstag wird die Convention um 9 Uhr eröffnet. Nach Entgegennahme des Berichts des Comites fürResolutionen werden dieNominationen in folgender Reihenfolge vorgenommen werden: Staats-Sekretär, Auditor, Schatzmeister, General-Anwalt, Clerk der Supreme-Court, Geologe, Statiftitifter, ein Richter der Supreme-Court für den 5. Distrikt und sechs Richter für das AppellationsGericht. DasComite für die Platf o r m." Das Comite, welches die Platform auszuarbeiten hat, hielt heute Bormittag in der Office von Addison C.Harris eine Sitzung ab. Demselben gehören folgende Partei-Größen an: BundesSenator Chas. W. Fairbanks, Er-Ge-sandter Addifon C. Harris, CongreßRepräsentanten JesseOverftreet, James A. Hemenway und E. D. Crumpacker, sowie Bundes-Pensions-Agent A. O. Marsh. Die Rodle Str..-rne für unsicher erklärt. Die über die Geleise der Big FourBahn führende Brücke an der Noble Str. ist für unsicher erklärt worden und der Polizeichef hat Vorkehrungen getroffen, daß Niemand mehr die Brücke passiren kann. Twfc! Mmgo
Aus den Gerichtshöfen.
Sein Credit wurde ge schädigt. . Der Saamenhändler I. A. Everitt verlangt von Henry Ruffe $10,000 Schadenersatz. Er behauptet, daß derselbe mit Hiram Miller, einem Direc tor der Columbia National-Bank, von welcher er (Everett) eine bedeutende Summe geliehen hatte, eine Unterredung gehabt hätte, in welcher er demselben den guten Rath ertheilte, sich zu sichern, da Everett sein Eigenthum zum Verkauf angeboten hatte und wie es scheine, am Ende seiner kaufmännischen Carriere sei. Herr Miller theilte dieser den anderen Direktoren der Bank mit und Herrn Russe's Warnung sei auch dem Publikum zu Ohren gekommen und dadurch sei sein (des Kläger's) Credit geschädigt worden. Daher die Klage. Verkrüppelt und geiftesu m n a ch t e t. Der 56-jährige Jamck, H. King, wohnhaft an der Eugene Str. wurde für irrsinnig befunden und nach dem Jrren-Ashl gesandt. Der Unglückliche ist seit Jahren derart gelähmt, daß er die Nächte nicht im Bette zubringen kann, sondern auf einem ertra für ihn conftruirten Stuhle. Seit einigen Monaten zeigte er Spuren von geisti ger umnacylung uno in oen ie&ira Tagen stellte es sich heraus, daß sein Geist vollständig umdüstert ist. Er leidet an Größenwahn, und bildet sich ein, über Millionen verfügen zu können. Können sich beim Polizeirichter bedanken. Wm. Stevens und L. I. Jsenauer, welche im Polizeigericht wegen Verletzung des Nahrungsmittel - Gesetzes verurtheilt worden waren, aber gegen dieses Urtheil an das Criminalgericht appellirt hatten, mußten entlassen werden, weil zur Zeit, als die Appella-tions-Papiere im Gericht eingereicht wurden, die Entscheidung des Richters im Gerichts - Journal nicht unterschrieben, das Urtheil mithin nicht rechtskräftig war. Mein- und Dein Verletzer bestraft. Thomas Howard bekannte sich des Diebftahls schuldig und wurde auf vier Monate nach dem Arbeitshause gesandt. Äugust Rutt, welcher wegen Diebstahls noch unter einem suspendirten Urtheil stand, wurde nach dem Reformatorium gesandt. Dieser Strafanftalt wurde auch Charles Lockwood wegen Diebstahls überwiesen. $25,000 verlangt. Delmar Sebastian verlangt von der Straßenbahn Gesellschaft $25,000 Schadenersatz. Eine StraßenbahnCar war, als er die S. Illinois Str. entlangradelte, gegen sein Zweirad gerannt. Er wurde auf das StraßenPflaster geschleudert und so erheblich am Rückgrat verletzt, daß seine linke Seite und seine Zunge gelähmt wurden. H e i r a t h et e nur des Geldes wegen. Lela Murphy reichte eine Scheidungsklage gegen ihien Gatten Frank ein. Derselbe hatte sie vor etwa einem Jahre verlassen, nachdem er einen großen Theils ihrer Mitgift vergeudet hatte. Während ihres ehelichen Zusammen-, lebens hatte er ihr des Oesftcren offen in's Gesicht gesagt, daß er keine ZuNeigung für sie hätte und daß er sie nur ihres Geldes wegen geheirathet hatte. JmPollzeigericht wurde heute Jack Riley und James Barrett von der Anklage Frau M. Wilson überfallen und vergewaltigt zu haben freigesprachen. Die Letztere hätte jedenfalls gewünscht, wenn sie die widerwärtige Affaire gar nicht aufgebauschtj hätte, denn sie wurde schuldig befunden, einm lüderlichen Lebenswandel zu führen und sie wurde zur Zahlung von $5 und Kosten verurtheilt. Die Strafe wuede schließlich suspendirt. Fünf griechische Hausirer, welche
die Straße versperrten, mußten Jeder Kl und $5 Kosten blechen. Vertagt wurden folgende Fälle: Edw. Smiley, Diebstahl von Zweirädern, den 26. dss., Wm. Evans und Ed. Gasper, Beförderung von LottoSpielen, den 26. dss. A l o n z o S tr a n g e w i e de r in Schlamassel. Alonzo Strange wird sich am 25. dss. wegen Friedensbruchs und Prügelei verantworten müssen. Er war bis vor Kurzem noch Junitor in der Poli zei-Station, welche Stelle ti, obgleich er schon einen Arbeitshaus - Record hatte, durch politischen Einfluß erhielt. Vor Kurzem hatte er sich in seiner Wohnung xcV ein Vandale benommen, woraus er verhaftet, prozefsirt und verurtheilt wurde. Gestern wurde er aus dem Arbeitshause entlassen. In angerauchtem Zustand kam er nach
Hause, fing sofort Streit an und prügelte schließlich Frau und Kinder durch. In K)lge dessen erfolgte seine Verhaftung. ic S t r a tz e n b a h n - G e s e I l - schaft siegreich. In der von Benjamin F. Cary, dem Verwalter des Nachlasses der verunglückten Frau Elisabeth Williams gegen die Straßenbahn - Gesellschaft eingereichtenSchadenersatzklage gaben Richter Carter's Geschworene einen Wahrspruch zu Gunsten der Gesellschaft ab. Der Kläger hat auch noch die Kosten zu zahlen. Aus dem Criminal-Äericht. Frank Jayox, 44, des Grohdiebstahls und der Hehlerei beschuldigt. wurde gestern vor einer Jury im Criminalgericht prozefsirt. Die Geschworenen fanden den Angeklagten nur des Kleindiebstahls schuldig, worauf ihn der Richter, neben K1.00 Geldstrafe und den Kosten, zu 1 Ljähriger Einspecrung im Staatsgefängniß verurtheilte. Bon ihrem Gatten verlassen. Frau Cutter's herbes Eheloos. Dr. H. Peacher theilte heute dem Polizei Superintendent mit, daß er am 6. April nach der Wohnung der Frau Cutter, Maple Ave. No. 1113, gerufen wurde, wo er ausfand, daß der Mann seine Frau nahezu erwürgt hatte. Einige Tage später theilte Cutter ihm mit. daß er seine Frau todten würde. Vorgestern wurde der Doctor abermals nach der Wohnung gerufen, woselbst er die Frau in fthr bedenklichem Zustande vorfand. Ihr Gatte hatte sie. wie sie sagte, durch Gewaltmaßregeln gezwungen, eine Operation an sich vorzunehmen. Der Arzt sorgte für ihre Ueberführung nach dem Stadt-Hospital und übergab die Kinder der Obhut der Plymouth Barmherzigkeits-Organisa-tion. Der saubere Ehemann, welcher Hierinder Fabrik von Langsenkamp Bros, arbeitete, soll aus der Stadt verschwunden sein. Wahrscheinlich hat er sich nach Cincinnati, woselbst seine Mutter wohnt, gewandt. Postalisches. Postmeister McGinnis ist von der Einstellung von 45 weiteren Landbriefträgern im Staate benachrichtigt worden, deren Gehaltszahlung durch das hiesige Postamt erfolgt. Die Fortschritte im Landbriefträgerdienst macht nachstehende Tabelle anschaulich : Januar 472 Landbriefträger, Gesammtgehalt $20,254.31. Februar 568 Landbriefträger, Gesammtgehalt 2i.421.18. März 577 Laudbriefträger, Gesammtgehalt $29,735.36. April 622 Landbriefträger, Ge sammtgehalt $30,664.77. Am 1. März hat der General-Poft. meiste r die Gehälter der Landbriefträ ger von $500 auf $600 per Jahr erhöht. Raucht Charles Major ic Cigarren-
Aus Arbeiter-Kreisen.
DieBrauerei wirren inCinc inn ati. Die vereinigten Brauereien von Eincinnati und Umgegend nahmen gestern Zuflucht zu den Gerichten, um den angedrohten Streik der Maschinisten abzuwenden. Die Verklagten sind : American Federation of Labor und Sam. Gompers, Präsident; International Union of Steam Engineers und Robert A. McKee, Generalsekretär; Jnternational Union of Stationery Firemen und Jos. W. Horton, Präsident; Jnrerntional Brotherhood of Stationery Firemen No. 49, International Union of Stationery Engineers Brotherhood No. 18, und Henry Ketter, Präsident und John E. Bruner. Sekretär der Exekutivbehörde. Die Kläger behaupten zunächst, daß sie beinahe die ganzen Brauerei - Interossen von Cincinnati und Umßegend vertreten und etwa $15,000,000 Kapital investirt haben. Sie hätten mit der international Union of Steam Engineers am 19. Oktober 1901 einen bis zum 30. April 1907 dauernden Kontrakt abgeschlossen, nur Mitglieder besagter Union zu beschäftigen, falls diese Union fähige Leute liefern könne; ferner, daß 56 Stunden eine Wochenarbeit ausmache und der Wochenlohn nicht weniger als $17.50 betragen solle. Diesem Kontrakt zufolge, seien seit dem 19. Oktober 1901 nicht wemger als 00 Maschinisten in den verschicoenen Brauereien beschäftigt wor den und diese leien persönlich auch willens, unter den abgemachten Bcdingungen weiter zu arbeiten, wenn die Internationale sie nicht zum Streik zwingt. Ein ähnlicher Kontrakt sei a demselben Tage auch mit der Jnternational Brotherhood of Firemen abgeschlossen worden, nur mit dem Unterschied, daß bei diesen der Wochenlohn $14 betragen solle. Die American Föderation of Labor, welche die Kontrolle über diese genannten Unionen hat, versuche nun die Mitglieder derselben zu veranlassen, ihre Arbeit in den Brauereien niederzulegen, falls die Brauherrn sich nicht dazu verstehen, alle in ihren Diensten sich beendenden Brauarbeiter, die nicht zu einer Union gehören, zu entlassen. Dies hätten sie (die Kläger) nicht im Sinne zu thun, trotzdem sie nichts gegen die Union einzuwenden hätten, und zwar deshalb, weil sie Arbeiter. die ihnen zur Seite gestanden hätten, nicht vor die Thüre setzen wollen. Aus diesen Gründen verlangen die Kläger, daß die verklagten Unionen und deren Beamten verhindert werden, den an der Arbeit befindlichcn Maschinisten einen Befehl zur Arbeitseinstellung zugehen zu lassen ; ferner sollen diese Arbeiter verhindert werden, solchem Befehl, wenn erlassen, Folge zu leisten, weil den Klägern dadurch, daß die Maschinisten ihre Arbeit einstellen, ein unermeßlicher Schaden erwachsen würde, der ihre Etablissements zeitweise lahm legen würde. Richter Hollister, dem die Angelegenheit unterbreitet wurde, bewilligte einen temporären Einhaltsbefehl, der den Betreffenden sofort zugestellt wurde. Was Präsident Gompers zu sagen hat. Washington, 22. April. Als Präsident Gompers von der American Föderation of Labor von dem in Cincinnati auf Betreiben der Brauereibesitze? erlassenen Einhaltsbefehl in Kenntniß gesetzt wurde, ließ er sich folgendermaßen aus: Wir bewegen uns innerhalb unserer gesetzlichen Rechte. Die Entscheidung, zu welcher der Exekutivrath in der Angelegenheit gelangt ist, wird, soweit wir in Betracht ksmmen, auSgeführt. Dies ist die erste feindselige Handlung von Seiten der Brauereiöesitzer in Clncmnatl. !ü?eim sie von ihrer Stellungnahme nicht abgehen, werden sie, glaube ich, Ursache haben, ihren Schritt zu bedauern. Die Maschinisten haben keinen Kontrakt mit den Brauereibesitzern, wonach sie ge
zwangen wären. Nicht - Unionsarbeitern Dampf zu liefern. Auch die Gesetze dieses Landes ' enthalten nichts, was einen Gerichtshof ermächtigen könnte, die Ausführung eines spezifischen Arbeitskontrakts durch Einhaltsbefehl zu erzwingen. Es mag Raum sein für einen Prozeß auf Schadenersah, aber kein Gerichtshof kann einen Mann zwingen, zu arbeiten, selbst wenn derselbe mit einem Arbeitgeber das Abkommen getroffen hat, auf eine be stimmte Zeit zu arbeiten." . . Die William P. Jungclaus Company" hat am Montag die Lohnscala der Bauschreiner unterzeichnet, worauf eine namhafte Anzahl der Leute die Arbeit wieder aufaenommen. baben.
Man hat Grund zur Annahme, daß allmählich sämmtliche Contractoren die Loonfcala unterzeichnen werden und daß der Streik im Laufe der nächsten Tage sein Ende findet. Persoual-Notizen. j Auf der gemeinschaftlichen Wände rung durch'ö Leben langten gestern Herr Albert S a h m und Gattin am zwanzigsten Meilensteine ein. Das allgemein geachtete und beliebte Jubelpaar, welches sich eines großen Freundeskreises erfreut, empfing zahlreiche Gratulationen und viele hübsche &e--fchenke. Am Abend fand im Kreise von Verwandten und intimen Freunden eine solenne Feier statt. Für Frau Sahm war der gestrige Tag noch ein zweisacher Festtag, sintemalen sie nämlich ihren 41. Geburtstag feierte. Frl. Elsa Kappmeyer, die liebenswürdige Tochter des Herrn und Frau Wm. F. Kappmeyer, feierte am Sonntag in ihrer elterlichen Wohnung an der O. Minnesota Str. No. 698 im Kreise ihrer Freundinnen ihren Geburtstag. Sie wurde mit vielen hübschen Geschenken erfreut. Frau Sophir D. Schrader, die Wittwe des vor sieben Jahren verstorbenen Carl H. Schrader, ist gestern Nachmittag in ihrer Wohnung an der N. Blsmarck Ave. No. 532 aus dem Leben geschieden. Gestern ist Herr Mlr Drach, der bekannte Architect, mit Familie temporär nach Pittsburg, Pa., übergesiedelt, woselbst er eine große Contractarbeit auszuführen hat, die ihn wohl bis in den Spätherbst von hier fern halten wird. Der deutsche Buchbindermeifter, Herr W. G i e r ke von No. 631 Süd Delawäre Str.. ist zur Zeit an einem Beinleiden schwer erkrankt und ersucht deshalb seine verehrten Freunde und Gönner um Geduld für kurze Zeit betreffs Ausführung ihrer Aufträge. i Die ersten Landubertragungen für den neuen Boulevard. Die erste Donation von Land für den projectirten Fall Creek Boulevard ist seitens der Northern Investment Co." gemacht worden. Dieselbe über mittelte der Park-Behöroe eine Ueber tragungsurkunde für einen Streifen Land, welcher sich von der 30.Str. aus 1207 Fuß nördlich erstreckt ; derselbe Hai am südlichen Ende eine Breite von. 164 Fuß und am nördlichen ist er 138 Fuß breit. Dieser Landcomplex macht den zehnten Theil des ganzen Boulevards aus. Die Bedingungen, unter welchen die Grundeigenthümer der Stadt das Land schenken, sind, daß sie für lie Herstellung d's Boul'vards keine AsseßmentS zu bezahlen haben und daß innerhalb 3 Jahre, nachdem das Wegerecht erlangt worden ist, der Boulevard vollendet sein foll ; eine dritte Bedingung ist, daß üa geschenkte Land nur zu Boulevard-Zwecken Ver Wendung finden darf. $54.'5-So$ Angeles-S54.15 via Monon Route, Bereinigung der Frauen Klubs. Billette werden vom 19. bis 27. April verkauft. Schließliche Rückfahrt be. schränkt ans den 25. Juni. Privileg für verschiedene Zweiclinien. Für Emzel lheiten wende man sich an Monon Agenten oder schreibe an R. P. A l g e o, D. P. A.
Holland. Etwas günstiger lauten die Nachrichten. Im Haag, 22. April. Den jüngsten Nachrichten aus Schloß Loo zufolge, ist das Besinden der Königin ein befriedigendes.
Vor den Augen ihres Bräu t i g a m s e r s ch o f s e n. Rensselar, Ind., 21. April. Frl. Lydia G. Wood, die achtzehn jährige Tochter des wohlhabenden Farmers George Wood und ihr Verlobter Elmer Johnson belustigten sich damit, nach Sperlingen zu schießen. Als die Reihe an Lydia kam, einen Schuß abzugeben, entlud die Büchse sich zufällig und die volle Schrotladung drang der Bedauernswerthen in die rechte Schläfe. Ihr Tod trat äugenblicklich ein. Eine hundert Millionen Bank. Chicago. 22. April. Binnen wenigen Tagen werden die Unterhand lungen betreffs einer Consolidation der Ersten National Bank und der Metropolitan Bank zu Ende geführt werden. Die Erste National Bank wird das ganze Geschäft der letzteren, die sämmtlichen Depositen etc. absorbiren. Die Bank wird sodann Depositen in der Höhe von 100 Millionen aufzuweisen haben. Eine junge Frau in Brazil von dreiBanditen überfallen, fortgeschleppt und um $500 b craubt. T e r r e Haute, Ind., 22, April. Frau James Baxter, die junge Gattin des Eigenthümers des Decker Hauses in Brazil wurde gestern Abend, als sie auf eine Seitenstraße hinausgetreten war, von drei Männern überfallen. Dieselben schleppten sie nach einer einige hundert Jards entfernten einsamen Alley, zerschnitten ihre Kleider und durchsuchten dieselben nach einem Portemonnaie, welches $500 in Banknoten enthielt. Nachdem sie sich des selben bemächtigt hatten, schleppten sie die bis auf den Tod erschreckte Frau noch eine große Strecke weiter und dann überließen sie sie ihrem Schicksal. Nicht geringe Aufregung bemächtigte sich der Bewohner im Städtchen und eine aus fünfzig bewaffneten Männern bestehende Partie machte sich an die Verfolgung der Banditen. Entsetzliche Folgen einer Explosion einer Soda W a s s e r-F o n t ä n e. Shelbyville, Ind., 22. April. In der benachbarten Ortschaft Fairland wollte gestern der greise Conditor W. S. Robertson seine SodawasserFontäne für die Saifon in Ordnung bringen ; er wurde bei der Arbeit von seinem Clerk Wilbur Pell unterstützt, während seine Enkelin Ada Tweon zuschaute. Der alte Mann war gerade im Begriff, einen Behälter zu füllen, als plötzlich eine furchtbare Explosion erfolgte. Beide Männer wurden weit fortgeschleudert und einem jeden von ihnen wurde das rechte Bein nahezu vom Körper abgerissen, so daß Amputationen vorgenommen werden mußten. Während der junge Pell die Operation überstand, hauchte Robertson, während die Aerzte die Amputation vornahmen, seinen Geist aus. Das Kind kam mit einer Verletzung am rechten Fuß davon. Ein Bataillon Soldaten schein doch hier ftationirt zu werde. Als Beweis, daß der Plan des Kriegssekretärs ein Bataillon Soldaten hier zu ftationiren, nicht aufgegeben ist, mag gelten, daß MajorMacklin, unter dessen Commando die diesige Rekruti-rungs-Station steht, auf eine dies bezüglicheAnfrage, ob er einen hier feftgenommenen Deserteur nach Chicago lenden solle, aus Washington die Antwort er halten hat, denselben hier zu behalten und dem Commandeur des für JndianapoliS bestimmten Bataillons zu über-geben.
