Indiana Tribüne, Volume 25, Number 204, Indianapolis, Marion County, 19 April 1902 — Page 1
'r I Zndiana Tribüne. Tage und Zonntagsblatt KK per Woche. I
A.,,.,.,.U,,,.,W
5onntagsblatt 5 lOe per Woche.
Z2 Erscheint jeden Narhnrittag. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Samstag, 19. April 1902 s. 204.
(
' h' r I ! r
Cin raffinirter Spitzbuben-streich.
Wm. Blume bewerkstelligte seine Flucht aus dem Gerichtssaale in schlauer Weife. Wie an anderer Stelle berichtet reichten die Groß-Geschworenen heute ihren Schlutzbericht ein. Zu denjenigen Spitzbuben, gegen welche eine Anklage erhoben war, befand sich auch Wm. Blume, welcher des Diebstahls eines Zweirades angeklagt ist. Gegen fünf Burschen, welche wie Blume, im Gefängniß in Untersuchungshaft saßen, war keine Anklage erhoben worden. Unter diesen befand sich auch der farbige Philip Schöbe. Als diese fünf aufgerufen wurden, um entlassen zu werden, trat Blume bei dem Namensaufruf des Schöbe ganz ruhig vor die Schranken des Gerichts. Der Richt?? verkündigte ihnen sodann ihre Freiheit. Selbstverständlich verschwanden sie, vor Allem aber Blume, so schnell als möglich aus dem Gerichtssaal. Dessen Flucht wurde erst entdeckt, als er aufgerufen wurde, um zu plaidiren und zu erklären, ob er einen Anwalt hätte. Natürlich wurden jetzt Detectives und Polizisten ausgesandt, nm seiner habhaft zu werden, allein der schlaue Bursche war längst über alle Berge. Shobe konnte nachweisen, mit Blume nicht unter einer Decke gesteckt zu haben und wurde entlassen. Rasch tritt der Tod den Menschen an. Sylvester Rist auf der Straße von einem erzschlage betroffen. Sylvester Rist, welcher in den Big Four Werkstätten beschäftigt war, hatte heute Morgen kaum seine Wohnung an der Station Str. No. 3132 verlassen, als er plötzlich von einem Herzschlage befallen wurde. Er stürzte entseelt zu Boden. Die Banken werden am Samftag Nachmittag wieder geschloffen. George C. Calvet, Geschäftsführer des Indianapolis Klarirungs-Hauses hat heute angekündigt, daß zwischen allen Banken und Truft-Gesellschaften das Uebereinkommen getroffen worden ist. an Samstagen und zwar vom 3. Mai an, die Geschäfte um 12 Uhr Mittags zu schließen. Electtifche Bahnverbindnng mit Lafayette. Die Indianapolis, Lebanon h Frankfort Traction Co;", welche eine elektrische Bahn nach Lafayette, die über Lebanon und Frankfort führen soll, bauen läßt, reichte heute bei den County-Commissaren das Gesuch um einen Freibrief für die Strecke der Bahn ein, welche in Marion County belegen ist. Die Gesellschaft beabsich. tigt die Michigan Road bis zum Augufta Park zu benutzen und von dort via New Augufta bis zur Grenze des Countys zu gelangen. Jener. Der Alarm von Kasten No. 64 kür; vor H Uhr Nachmittags rief die Löschmannfchzft zu A. RotMild's Wohnhaus, No. 744 Süd Eaft.Str. Schadhafter Schornstein; Schaden $10. De r g e g e n H10 Uhr Abends von Kasten No. 316 eingesandte Alarm war überflüssig, da kein Feuer zu löschen war. Kurz nach Mitternacht galt es jedoch wieder, ein $10-?euer, veranlaßt durch einen Schornftein-Fehler, in I. B. Rapp's Wohnhaus, No. 501 N. West Str., zu löschen. Angebote für den Neubau, welchen die Wood - Weaver Printing Co." an der Delaware S .'. oberhalb der Ohio Str. aufführen lassen wird, wurden heute geöffnet. Derselbe wird $30,000 kosten.
Aus den Gerichtshöfen.
An dasBundes-Gericht überwies e n. Die $10,000 Schadenersatzklage des Tilman Mitchell gegen die Central Union Telephon Co. ist vom SuperiorGericht auf Wunsch der Verklagten an das Bundes-Gericht überwiesen worden. Erhielt $3000 Schadenersatz. Im Kreisgericht erhielt Frau Jda F. Fischer in ihrer Klage gegen Edgar E. Van Cleve $3000 Schadenersatz zugesprochen. Der Fall brachte eine blutige Schlä gerei in Erinnerung, welche im Som mer 1899 in der Lauter Möbel-Fabrik zwischen Van Cleve und Charles Fischer, dem verstorbenen Gatten der Klägerin, "stattfand. Nachdem der Erstere zu Boden geschlagen war, ergriff er einen Meißel und schleuderte denselben nach seinem Gegner. Er traf Fischer's Hals, durchschnitt die Halsader und verursachte eine tödtliche Wunde. Bericht der Großgeschworenen. Charles Hubbard des Mo rdes angeklagt. Die Großgeschworenen reichten h?ute ihren Schlußbericht ein. In demselben erhoben sie noch folgende Anklagen: Charles Hubbard, Mord. Derselbe hatte während einer Prügelei mit dem farbigen Gas. Monroe, zum Revolver gegriffen und seinem Gegner eine tödtliche Wunde beigebracht; Charles Lockwood, zwei Anklagen wegen Einbruchs und Diebstahls; John Kinsley und Jesse Varrius, Raubanfall , John Duffy, Großdiebftahl; August Rott, Diebstahl und Hehlerei; Harry Heffelbürg, Hehlerei; James Dacy Einbruch und Diebstahl ; Thomas Howard, Diebstahl und Hehlerei. Abgewiesen wurden die von den unteren Gerichten erhobenen Anklagen gegen Edgar Jackson, Harry Ellworth, Philipp Shobe, Joseph Green und Arthur Reed. Angeblich ungerechtfer-j tigt eingesperrt. Wesley Hays verklagte den Sherif Saulcy auf $400 Schädenersatz. Er sagt, daß er im September v. I. zu 30 Tagen Arbeitshaus und einer Geldstrafe von $25 und $10 Kosten verur theilt wurde. Nachdem er im ArbeittHause seinen vollen Termin abgeseffen hatte, wurde er nach der städtischen Bastille, welche unter der Controlle des Sheriffs steht, zurückgeführt und wurde dort noch sieben Tage zurückgehalten. Aus welchem Grunde. weiß der Kläger nicht. Einc ähnliche Klage hat auch David I. Bradford eingereicht. Da er jedoch 12 Tage eingesperrt wurde, so verlangt er statt $400, $600 Schadenersatz. EineEheohneHonigmonat. Nettie May Carver hat in dem einen Monat, während welchem sie mit ihrem Gatten zusammenlebte, bittere Ersahrungen gemacht. Das Paar vermählte sich im August v. I. und trennte sich bereits im September. Er soll sie mit Schimpfworten belegt, sie in brutaler Weise behandelt und sogar das sechste Gebot verletzt haben. Für die verschwiegenen Reize des Honigmonats mangelte ihm also das Verständniß. Die Maschinen taugten nichts. Die Central Power Co. verklagte die C. und A. Sotts Co. auf $10,00 Schadenersatz. Sie hatte von derselben zwei Gas-Mafchinen von 50 Pferdekräfte erhalten, die sich jedoch angeblich als so mangelhaft herausstellten, daß sie den Dienst versagten. Hjolge war, daß die Kläger ihre Kunden nicht bedienen konnten und deren Kundschaft einbüßten. Mehr Hufschmied als Zahnarzt. Jeremias Grady verlangt von dem Zahnarzt Albert McKechnie $5000 Schadenersatz. Am 21. Januar d. I. forov er sich zu demselben, um sich einen hohlen
Zahn ausziehen zu lassen. Von dem Zahne wurde er befreit, aber der Arzt führte die Arbeit mit solcher Bärenkraft aus, daß er seinem Patienten die Kinnlade brach. Wie der Kläger sagt, ist die Verletzung eine so bedeutende, daß er bis jetzt in Folge derselben noch arbeitsunfähig ist und für ärztliche Gebühren etc. schon $500 ausgegeben hat. Vorsicht bei Versicherungen. George Haughton, ein Lehrer von Knox County, hatte fein Leben für $5000 in der Life Assurance Company of America" versichert. Schon sechs Monate nachher starb er und die Gesellschaft verweigerte die Bezahlung der Police, unter der Begründung, daß Haughton nur wenige Tage vor dem Eingehen der Versicherung auf ein tödiliches krebsartiges Geschwür von Aerzten aufmerksam gemacht worden sei. Er habe dann bei seiner Applikation falsche Angaben gemacht. Eine Jury entschied gegen die Gesellschaft und diese legte gestern beim Appellationshof Berufung ein. Zurückgezogene Klagen. Im Superior-Gericht zog am Freitag George Busch seine Schadenersatzklage gegen die Stadt Indianapolis u. A. zurück. Er hat die Kosten zu tragen. Ebenso hat R. Abendroth feine Schadenersatzklage gegen die Phoenix Lebensversicherunqsgefellfchaft" zurückgezogen. Das Gleiche war mit der Klage, welche die Stadt gegen Frank Jordan wegen Verletzung der RauchVerordnung angestrengt hatte, der Fall. Kann's nicht länger tragen. William Clark, ein Grocerybesißer, hat gestern gegen seine Gattin Leota eine Scheidungsklage eingereicht. Das Paar heirathete 1891, aber schon nach Kurzem war der Friede ? Hauses dahin. Eines Tages fand Clark seine gesammte Wohnung ausgeräumt und seine bessere Hälfte verschwunden. Daß er sie wieder zu sich nahm, bereute er bitterlich, denn sie hat ihm die Hölle später noch heißer gemacht. Light entlassen.
James P. Light, der vor einigen Tagen unter der Anklage verhaftet worden war, dem Präsidenten der South Indianapolis Jmprovement Company", F. H. Farnham, eine Summe von $500 unterschlagen zu haben, wurde im Polizci-Gericht processirt und vom Richter entlassen. Der Gatte verschwunden und die Wohunng leer. In der Polizei - Station erschien George W. Hunt, ein bejahrter Farmer mit seiner 18jährigen Tochter und ersuchte die Polizei, ihnen auf der Suche nach dem verschwundenen Gatten derselben, Edward D. Arnold, behülflich zu sein. Das Paar verheirathete sich am letzten WeihnachtsAbend und bezog sodann ein Häuschen an der O. Ohio Str. No. 316. Die Ehe gestaltete sich zu einer harmonisch:n. Vor etwa einem Monat wurde sie krank und sie zog zu ihren Eltern auf die Farm. So oft seine Zeit es erlaubte, besuchte ihr Gatte sie. Am Donnerstag kam sie als genesen von der Farm zurück ; sie gedachte, ihren Mann zu überraschen, aber zu ihrem Schrecken entdeckte sie, daß die Wohnung leer war : von ihrem Gatten fand sie ebenfalls keine Spur. Sie kehrte zu ihren Eltern zurück und am Freitag Abend machte sie mit ihrem Vater in der Station ihr Erscheinen. Bis jetzt ist es der Polizei noch nicht gelungen, den Aufenthalt des Verschwundenen aufzu spüren. Deutscher Zweig der socialistischen Partei. Morgen Nachmittag nm 2 Uhr sin. det die regelmäßige Geschäftsversamm lung statt. Um 3 Uhr wird Herr Hugo Miller seinen zweiten Bortrag über Gewerkschaften und Socialismus" halten. A. I. Lauck, Leichenbeftatter. 1024 Süd Meridian Str. Tel. 648.
I. Pierrepont Morgan hat anf's Neue einen Riefen-Trnft gegründet.
Scchs grohe Dampfer-Gesellschaften wurden unter einen Hut gebracht. New York, 19. April. I. Pierrepont Morgan ist es gelungen, eine Combination zwischen sechs der bedeutendsten Britisch-amerikanischenDampf-schiffs - Gesellschaften zu Stande zu bringen. Dieselben sind: White Star, Dominion, Leyland, Atlantic TransPort, American und Red Star. Mit den Bremer Lloyd und den HamburgAmerikanischen Dampfschiffs - Gesellschaften soll schon ein Uebereinkommen getroffen worden sein. Wie es heißt, wird eine Amerikanische Gesellschaft mit einem Grundcapital von $150,000,000 in's Leben gerufen, um die Geschäfte der großen DampferLinien zu controlliren. An der Spitze derselben steht natürlich der professioneüe Riesentruft - Gründer I. P. Morgan. Ein Bataillon des 3. InfanterieRegiments Wird die Arsenal-Gebäude occuviren. Infolge einer vom Kriegs - Departement erlassenen General - Ordre wird ein Bataillon des 3. Infanterie - Regiments, welches am Donnerstag von den Philippinen in San Francisco angekommen ist. Quartier in den ArsenalGebäuden nehmen ; die anderen beiden Bataillone des Regiments find nach Ft. Thomas, Ky. designirt worden Das für hier bestimmte Bataillon wird aus vier Compagnien von je fünfzig Mann bestehen. Da die Räumlichfeiten auf den Arsenal - Gründen zur Unterbringung von so vielen Leuten nicht eingerichtet ist, so wird angenomwen, daß ein Zeltlager errichtet werden wird. Die Truppen, welche hier ihren Einzug halten werden, haben eine lange und beschwerliche Dienstzeit hinter sich. Das Befinden von Charles Fearnaught's und seiner Frau hat sich verschlimmert. Bekanntlich rannte am letzten Sonntag an der Ecke der Illinois und Maryland Str. eine electrische Car gegen das Buggy von Charles Fearnaught und er sowohl, als auch seine Frau und sein G Jahre altes Söhnchen wurden auf das Stratzenpflaster geschleudert im erheblich verletzt. Während der letzten Tage hat das Befinden von Fearnaught und von seiner Frau sich dermaßen verschlimmert, daß die Aerzte beinahe die Hoffnung aufgegeben haben, die Beiden am Leben zu erhalten. Das Kind befindet sich anscheinend auf dem Wege der Besserung. Vergrößerung des Waffon'schen Etablissements. Der Geschäfts.Palast der Firma H. P. Wasson & Co. an der W. Washington Str. No. 1220 wird nach der östlichen Seite zu durch einen sieben stöckigen Anbau vergrößert werden. Derselbe wird incl. Heiz- und Beleuchtungs - Anlage und Etablirung von drei neuen Fahrstühlen 875,000 kosten. Der Neubau soll Mitte August fertig fein. Die Wasson Co. wird sodann an der W. Washington Str. eine Front von 125 Fuß haben. Fred. Schmidt wird Ecke der Senate Ave. r.nd Vermont Str. ein Apartement Haus, welches $25,000 kosten wird, bauen lassen. $1.2; Cincinnati u. zurück $1.25. via C. H. & D. Sonntag, 20. April. Specieller Schnellzug, nur in Rush ville, Connersdille und Hamilton anhaltend. Abfahrt vom Union BahnHof um 7:15 Uhr Vormittags. Rückfahrt von Cincinnati 6:30 Uhr AbdS. Fahrkarten in No. 25 W. Washington Str. und Union Bahnhos.
Schwerer Schicksalschlag für die Familie des Polizisten Green. Am 12. Juni 1901 hatte der 23-jäl.r. Oran W. Green, Sohn des Potiziften John F. Green sein Elte?,'Haus No. 2018 Barth Avenue vcrlassen, um via Chicago und St. Louis nach Oklahoma zu reisen, woselbst er sich ansiedeln wollte. Jung-Green hatte bereits einmal im Westen geweilt uud hielt er Oklahoma sür das Dorado für junge Leute mit Thatkraft. Seit Oran's Abreise hörten die Eltern nichts mehr von seinem Geschicke, und wenn sie sich auch um ihn sorgten, so vermutheten sie doch nicht das Schlimmste. Da, Anfang dieser Woche, erhielt Green, der Vater, den Besuch eines Freundes aus seiner Heimath Zionsville, und dieser Freund erkundigte sich u. A. nach dem Verbleib Oran's, der ihn am 12. Juni 1901 auf der Reise zum Westen in Z. besucht hatte, über dessen Verbleib aber Niemand Auskunft geben konnte. Im Laufe des Gespräches nun entsann sich der Freunö, daß in der Nacht des 12. Juni in nächster Nähe Z's ein unbekannter junger Mann von einem Zuge abgestürzt war, überfahren und derart verstümmelt worden war, daß an eine Jdentificirung nicht mehr gedacht werden konnte. Nachdem die Leiche einige Zeit aufbewahrt worden war, hatte der Bestatter Mills sie begraben, jedoch die Kleidungsstücke des Verunglückten und dessen Todten - Photographie aufbewahrt. Nach Vernehmung dieser Schilderung reisten Green und Frau, von schlimmen Ahnungen erfüllt, am Mitwoch nach Zionsville zu dem Bestatter Mills. An ein Ausgraben der Leiche war unter den Umständen nicht mehr zu denken; doch genügte ein Blick der Mutter auf die Kleider des Umgekommenen und die Beschreibung emer Narbe, welche derselbe nach Mills' Angäbe an der linken Wange gehabt hatte, um die Eheleute Green zu überzeugen, daß der am 12. Juni 1901 dortselbst verunglückte Jüngling ihr ältester, hoffnungsreicher Sohn gewesen ist.
Selbstmord eines jungen Mädchens. In dem Palace Hotel an der Georgia Straße wurde gestern Abend eine junge Frauensperson, die als Ethel Coatney von No. 92 Keystone Avenue Morgens in der Frühe ein Zimmer, bezogen hatte, entseelt aus ihrem Lager vorgefunden. Ter Hotel - Eigenthümer Fields benachrichtigte persönlich das Polizei-Haupt-quartier, und ergab die von Capt. Gerber und den Detectivs Kinney und Lancafter vorgenommene Untersuchung, daß Ethel sich wahrscheinlich aus Verzweiflung über ein unheilbares körperliches Leiden mittelst Gift das Leben genommen hatte. Die Beamten ermittelten ferner, daß Ethel, die 18 Jahre alt war, seit ihrem 4. Lebensjahre, nach dem Tode der Mutter, von ihrer in No. 92 Keystone Ave. wohnenden Großmutter aufgezogen und letzthin in der Centrale der Neuen Telephon-Co. angestellt gewesen war. Aus einem am 7. April von Cincinnati aus an die Großmutter gerichteten Briefe geht hervsr, daß Ethel am 23. März ohne Vorwissen dcr Großmutter ihre Sachen packte und nach Cincinnati ging, wo sie angeblich in dem Haushalte eines Gerberei-Vor-mannes eine Stellung als Dienstmagd annahm. In der Donnerstag Nacht scheint Ethel aus Cincinnati zurückgekehrt zu sein. Wenigstens versuchte sie in einer nahe dem Union Bahnhofe belegen! Apotheke gegen j6 Uhr Morgens für einen Quarter Morphium zu kaufen, damit sie fchlafm könne." Allein der Apotheker gab ihr statt de Morphiums 2 Päckchen Trinol, das unberührt in ihrem Portemonnaie wiedergefunden ward. Mithin schiint Ethel, die kurz nach 6 Uhr in dem Hotel erschien, anderswo ein anderes Gift aufgetrieben zu haben, um aus Verzweiflung über ihre Krankheit sich ta Leben zu nehmen.
Präsident Roosevelt in New Z) o r k. New York, 19. April. Präfident Roosevelt wohnte heute der Installirung des Prof. N. M. Butter zum Präsidenten der Columbia Universität bei. Einbruch in ?inen Mil l i o n ä r s P a l a st. New York, 19. April. Wah' rend der verflossenen Nacht wurde in den Palast eines Millionärs an der 5. Avenue eingebrochen. Die Diebe erbeuteten Schmucksachen im Werthe von $25,000. Die Polizei weigert sich den Namen der bestohlenen Familie anzugeben. Ei:: gemeiner Schurken streich. Ada, C, 19. April, Heute Mor. gen um 2 Uhr wurde der Versuch gemacht, das Haus des Prof. E. Maglott von der Chio Normal Universität ver
mittelst Dynamit in die Luft zu sprengen. Der Schurke hatte eine Patrone unter einen Fensterladen geschoben und dann zum Erplodiren gebracht. Mehrere Möbeln, sowie die andere Seite des Hauses wurden zerstört. Die Bewohner desselben kamen unverletzt davon. Ein abgewiesener Verehrer des Dienstmädchens des Professors soll die That aus Eifersucht begangen haben. Eine Büchse mit DynamitPatronen gefunden. Tipton, Ind., 10. April. In der Nähe des Beach Grown Schulhauses im südwestlichen Theile des Countys fand der Farmer Abner Thompson beim Pflügen auf seiner Farm eine Blechbüchse, welche zwanzig Dynamit - Patronen enthielt. Dieselben rühren jedenfalls von den Geldschranksprengern her, welche vor geraumer Zeit mehrere in diesem County etablirte Banken heimsuchten. Die blauen" Gesetze in B o st o n. B o st o n, 19. April. Die blauer." Gesetze werden morgen mit aller Macht durchgeführt werden. Weder Schläch-ter-und Fruchtläden noch Conditoreien dürfen geöffnet sein. Die Barbiere in den Hotels müssen den ganzen Tag und die Bäckerläden nach 10 Uhr Vormit tags geschlossen bleiben. Die PolizeiCommissäre haben an die verschiedenen Polizei-Captaine die striktesten Befehle erlassen, alle Gesetzesübertreter prompt zu verhaften. Der Zweck dieser dra konischen Maßregeln ist, die Legislatur zu zwingen, endlich diese veralteten Gesetze zu widerrufen. Feuersbrunst in Portland Ind. Portland, Ind., 19. April. Ein großer Theil der Creamery Package Mfg. Co."wurde heute Morgen durch Feuer total zerstört. Der Schaden beläuft sich auf über $25,000. Mehrere beladene und leere Waggons der L. E. & W. Bahn verbrannten ebenfalls. Eine Anzahl der in der Fabrik beschäftigten 150 Arbeiter find in Folge des Feuers auf einige Zeit außer Arbeit gekommen. Holland. Prinz Heinrich als Regent genannt. London, 19. April. Der Rotterdam Correspondent des Daily Chronicle" erklärt, daß er erfahren Hütte, daß die Königin es ablehnen wird, die Regentschaft zu übernehmen, da sie sich der Pflege ihrer Tochter widmen will. Die Regierung wird den General-Staaten den Vorschlag machen, die Regentschaft dem Prinzen Heinrich auf sechs Monate zu übertragen. Grokbritannien. Collision zweier Dampfer' Plymouth, 19. April. Bei Pasfiren der LizardS collidirte der britische Dampfer Jane Radcliffe- mit dem deutschen Dampfer Athefla." Weitere Nachrichten fehlen noch. Südseite Trverein. Schauti
ttntm m yf
Ssnntag, Um
-
fl
I . Ir" v-' . , - ii i
