Indiana Tribüne, Volume 25, Number 203, Indianapolis, Marion County, 18 April 1902 — Page 7
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1 Im Frieden. ü i o i Vornan von Sudwirr Q abtritt. OAOAOAOAOAOACOAOAOAOAOAGAO (Fortsetzung.) Nein, wir vrHn niemals von dieser Großmuty Crraucr) machen," erklärte Baron Bernhard mit einer Entschiedenheit. die an ihm sonst völlig fremd war. Meint Ihr das nicht auch?" wandte er sich wieder zu den Seiniqen, die ihm insgesammt sofort und lebhaft zustimmten. Gewiß, lieber Vater, wir gehen! Hier noch länger einen Tag zu bleiben, wäre uns Allen unmöglich!" fügte Arnulf mit scharfer Betonung hinzu. Das ist ja für uns eine Beleidigung!" rief Baron Heinrich aus. der immer heftiger wurde, da er rasch hintereinander noch einige Gläser Wein hinuntergestürzt hatte. Es fällt uns ja gar nicht ein, Euch zu verdrängen, so seid doch vernünftig! Und daß meine Braut die Ehre haben will, einen einzigen Tag die Majoratsherrin spielen zu können, dürft Ihr doch nicht weiter quer nehmen." Nein, lieber Schwager, verarg' uns das nicht." versuchte die Baronin in ihrer milden und dennoch sehr entschlossenen Weise den Zornigen ein wennz zu besänftigen; aber nur noch aus Gunst und Gnade Deiner künftigen Gattin hier nxiter leben zu dürfen, das wäre doch zu tief demüthigend und so ist es für uns Alle wirklich das Beste, wir machen Euch Platz." Lächerlich!" unterbrach sie ziemlich rücksichtslos Baron Heinrich. Bald nach unserer Hochzeit räumen wir Euch das Feld, dabei bleibt es!" uno ohne weitere Antwort abzuwarten, stürzte er hinaus. Nein, dabei bleibt es nicht!" sagte Arnulf. Nicht wahr, Vater, wir gehen?" und auf feinem edlen, vornehmen Antlitz prägte sich der ganze Stolz aus, der ihn beherrschte. Arnulfchen, das ist ja Unsinn!" hätte Käthe ihrem Liebling zurufen mögen: aber sie schwieg und machte sich nur eifrig mit dem Geschirr zu schaffen, um für ihre innere Unruhe irgend eine Ableitung zu haben. Kein Zweifel! Es war also Allen völliger Ernst, sie wollten dem abscheulichen Menschen und diesem noch absctulicheren Frauenzimmer das Feld räumen, damit dies Geschöpf den Triumph haden sollte, hier als Frau Baronin und Majoratsherrin herrschen zu können, denn daß die Försiersnichte nicht nur einen Tag, sondern auf immer hier bleiben würde, davon war Käthe schon jetzt überzeugt. Sobald sich dies Geschöpf nur einmal hier festgenistet hatte, dann ließ es sich gewiß nicht mehr vertreiben. Und ihr Arnulf follte also das Nachsehen haben, als armer Leutnant sich durch die Welt schlagen, während sie gehofft, daß ihr Liebling hier einmal ein ruhiges, sorgenfreies Dasein führen würde! Der Herr Baron hatte dies freilich nicht gekonnt; er war nun einmal kein rechter Landwirth und hatte, durch seine Bücher verlockt, vieles angefangen, was fehlschlug; aber dennoch war hier schon noch ein schönes Auskommen zu finden. Arnulf war ja viel klüger und vernünftiger, von ihm durfte sie hoffen, daß er das Majorat wieder auf die frühere Höhe bringen werde. Ach, und zur geheimen Verzweiflung Käthens waren sie Alle einer Meinung; selbst Edwin hatte nach dem Weggange des Oheims lebhaft zugestimmt und gesagt: Wir wollen und können uns nicht von der Gnade dieser Person abhängig machen." Aus der Brust der alten Käthe rang sich ein schwerer Seufzer; sie wußte, daß es völlig vergeblich sein würde, Arnulf und die ganze Familie anderen Sinnes zu machen, daß hier alle Vorstellungen doch unnütz sein würden, und sie verließ jetzt ebenfalls still und unbemerkt den Speisesaal, denn sie mußte allein sein mit sich und ihren trüben Gedanken. 14. Kapitel. Der Herbst war gekommen; er brachte jenen seltsam berührenden Farbenzauhtt, der selbst diese reizlose Gegend noch ein wenig verschönern konnte. Wie ein Hauch der Sehnsucht, wie ein Locken in weite Ferne geht es da durch die Welt. Ueber den nun völlig still gewordenen Föhrenwald dehnte sich ein lichtblauer Himm?l aus; die Sonne sandte Bündel von warmen Strahlen herab, die noch einmal die welken Blätter erglänzen liehen und sich in den schweigenden Wald einwühlten, als wollten sie dort ihre Siesta halten.Alles athmete so viel Frieden, so viel Glück und doch über Allem und in Allem ein schwermüthiges Singen und Klingen als ob wir die letzten Grütze eines scheidenden Freundes vernähmen. Eigenthümlicher denn je berührte diesinal doch die Bewohner von Ehrenfels der kommende Herbst, denn nun sollte geschieden werden von einem Orte, der ihnen zwar wenig Annehmlichkeiten geboten, an dem sie aber doch so viele Jahre ihres Lebens zugebracht hatten. Die Menschenseele schlägt wie ein Baum selbst in dem dürftigsten Boden tiefe Wurzeln, und einige dieser Wurzeln bleiben in der Erde zurück, wenn der Baum noch einmal seinen Standort wechseln muß. Währende Baron Heinrich nur von dem Gedanken seiner nahen
Hochzeit und seines Glückes erfüllt war, rüsien die Anderen schon alles zur Abreise. Bernhard hatte jede, weitere Auseinandersetzung mit dem heftigen, leidenfchaftlichen Bruder vermieden, aber es war beschlossene Sache, daß die Familie wenige Tage nach der Hochzeit Schloß Ehrenfels verlassen werde. Arnulf würde es sogar gern gesehen haben, wenn man sofort dem Oheim das Feld geräumt hätte; aber der Baron sowohl wie seine Gattinknten sich dazu nicht entschließen. So soll nicht glauben, daß wir in Zfelnchaft auseinandergehen," hatte der Vater gesagt, und er hielt an seiner Ansicht fest, obwohl es ihm so wenig wie den Seinigen leicht fallen mochte, hier noch länger auszuharren und einer Hochzeitsfeierlichkeit
beizuwohnen, die Allen schwerlich viel Annehmlichkeiten bieten konnte. Hatte sich doch Hedwig geweigert, ihren zukünftigen Verwandten nur einen Besuch zu machen, ja, darauf bestanden, daß die Hochzeit im Hause ihres Oheims stattfinden müsse, und der sonst so willensstarke Mann hatte sich auch hier wieder in ihre Laune gefügt; er war in den Händen seiner Braut weiches Wachs geworden und wagte nicht mehr den leisesten Widerstand zu leisten. Ich will auch Niemand von da drüben als Hochzeitsgästc haben," hatte sie ihrem Bräutigam erklärt. Mein Oheim und ein alter Freund von ihm werden Trauzeugen sein, und am Abend werde ich dann als MajoratsHerrin mit Dir einziehen, und wenn ich guter Laune bin, will ich meinen lieben Verwandten mittheilen, daß sie bleiben könnenund ich hoffe, man wird für die Gnade, die ich ihnen erweise, dankbar sein!" Sie hatte bei diesen Worten übermüthig aufgelacht. Ihre ganze Seele schien nur noch von dem Triumph erfüllt zu sein, den sie über diese verhaßten Menschen haben werde. Baron Heinrich nahm in seiner blinden, leidenschaftlichen Liebe das alles ruhig hin; es kümmerte ihr! wenig, welch' tiefe Demüthigung er damit seinen nächsten Verwandten auferlegen wollte. Dies Mädchen war ihm alles und wenn sie verlangt hätte, daß er den Seinigen noch schwerere Kränkungen zufügen sollte, er würde es unbedenklich gethan haben. Daß der Bruder zu seinem jetzigen Verzicht auf das Majorat gar nicht verpflichtet war und nur aus Feingefühl die ihm gerichtlich verbrieften Rechte wieder aufgab, schien Baron Heinrich bereits völlig vergessen zu haben. Was waren ihm noch die Änderen? Nichts! Der Wunsch, rasch und auf immer in den Besitz dieses Mädchens zu kommen, erfüllte allein fein noch einmal heiß aufflammendes Herz. All' fein Sinnen und Denken war nur noch auf feine Braut gerichtet; sie zu sehen und zu sprechen, machte sein ganzes Glück aus und jede Stunde des Beisammenseins vermehrte nur die Gluth seines Innern. Ihre Nähe wirkte auf ihn förmlich berauschend, und er suchte jeden ihrer leisesten Wünsche zu erfüllen. Was fragte er noch danach, ob die Rückforderung des Majorats ehrenvoll oder nicht war? Hedwig wollte es und fo fchwieg alles in ihm, was sich früher gegen ein solches Ansinnen in seinem Innern aufgelehnt hätte'. Es war ihm auch völlig gleichgiltiq geworden, was der Bruder und die Seinigen von ihm dachten, ob sie ferner hier bleiben oder gehen wollten. Hedwig wußte als seine Bedenken mit der spöttischen Bemerkung niederzuschlagen: Sei ohne Sorge, Heinrich, das sind nur Redensarten; sie werden schon bleiben; denn ein solch' großes Besitzthum gibt man nicht so leicht auf; die Leute müssen doch ein wenig Komödie spielen." Sie hatte gewiß recht; er wollte sich vorläufig über all' diese dummen Geschichten seine Kopfschmerzen machen, das wurde sich schon alles finden und er war jetzt froh, wenn er mit seinen Angehörigen so wenig wie möglich in Berührung kam; gewöhnlich nahm er am Morgen ein reichliches Frühstück ein, und dann ließ er sich den ganzen Tag über nicht mehr im Schlosse sehen Das Abendbrod bestellte er sich jetzt auf sein Zimmer. Heinrich glaubte doch bemerkt zu haben, daß Edwin an jenem Abend, als er seine Verlobung mitgetheilt, ihn sehr vorwurfsvoll angeblickt und gerade feinem Neffen gegenüber fühlte er sich doch ein wenig beklommen. Hedwig hatte auf den armen Jungen geschossen und anstatt das Mädchen dafür zur Rechenschaft zu ziehen, wie es doch seine Pflicht gewesen wäre, wollte er sie als seine Gattin und als Majoratsherrin hier einführen. Baron Heinrich vermied deshalb sorgfältig jedes Alleinsein mit dem Nef'en; er fürchtete, EdWin würde eine Aussprache suchen, und der Oheim haßte solche Dinge, die zu gar nichts führen und nichts mehr ändern konnten. Eines Abends kam der Baron noch später als gewöhnlich nach Hause. Ein heftiger Wind tobte um das Schloß und der Regen klatschte an die Fenster. Alle hatten sich schon zurückgezogen, und auch die Baronin wollte eben ihr Zimmer aufsuchen, da begegnete sie auf der Treppe ihrem Schwager, dessen Kleider trieften und der ihr dennoch lachend zurief: Da? ist ein schönes Wetter! Ich bin wie eine gebadete Katze!" Ach. das ist ja schrecklich! Willst Du Dich nicht umkleiden und dann in den kleinen Speisesaal kommen, um noch etwas Warmes zu genießen, damit Du Dich nicht erkältest?" Dummes Zeug! So ein bischen Nässe macht mir gar nichts.
25 wäre oocn veM, )U zogest Dich erst um." Was denkst Du nur von mir? Ich habe ganz anderes Wetter ausgehalten; aber etwas Warmes, eine Tasse Bouillon werde ich am Ende nicht ausschlagen." setzte er nach kurzer Ueberlegung hinzu, denn er mochte doch ein leises Frösteln fühlen. Die Köchin wird freilich nicht mehr da sein; aber gewiß noch Katharina und wenn Du so lange in den Speisesaal geben willst, werde ich Dir das Gewünschte sofort bestellen." Du bist zu M'rg," sagte Heinrich: aber es klang nur wie eine höfliche Redensart, hatte er sich doch bereits daran gewöhnt, den Bruder und die Seinigen durch andere, trübe Gläser zu betrachten. Hedwig wußte so viel kleine Züge anzuführen, die ihm den Beweis gaben, daß diese Leute gar nicht fo gut und vortrefflich waren, wie sie scheinen wollten. Edwin macht jetzt auf die reiche Bankicrstochter so eifrig Jagd, weil er fürchtet, ein armer Teufel zu werden," hatte sie mehr als einmal gesagt, und so sind sie da drüben Alle, kalt und berechnend, während sie sich das Ansehen geben, als ob sie noch so vornehm gesinnt wären; aber mich täuscht ?!iemand!" Die Worte des geliebten Mädchens waren bereits für Heinrich ein Evangelium geworden, an dem er nicht mehr zu zweifeln wagte. Die Baronin kam bald darauf in den Speisesaal zurück. Ich habe glücklicher Weise Katharina noch in der Küche gefunden, sie wird Dir sofort eine Tasse recht heißer Bouillon bringen. Ich hoffe, sie soll Dir gut thun, aber möchtest Du nicht wenigstens Deinen Ueberzieher ablegen?" Heinrich kam zwar dieser Aufforderung nach; aber als ihm dies nicht gelang, denn seine Kleider waren röllig durchnäßt, half ihm die Baronin selbst dabei, mit der ganzen Liebenswürdigkeit, die ihr eigen war. Jtzt erst, da sie dicht bei ihm stand, gewahrte sie seinen Zustand; sein Gesicht war geröthet, seine Augen glühten, und ans seinem Munde strömte ein starrer Weindunst; er hatte jedenfalls zu viel getrunken, denn er konnte sich nur noch mühsam aufrecht erhalten. So hatte die alte Käthe doch recht, die behauptete: daß Baron Heinrich in der letzten Zeit nicht mehr einen Abend nüchtern nach Hause komme und gewiß auch heut wieder betrunken sei. ' Nun, Dir wird wirklich ein warmer Trunk gut thun," sagte die Baronin freundlich besorgt, da Du eigensinnig genug bist, Dich nicht sofort völlig umzukleiden." Ach, Ihr Frauen verzärtelt fo gern Eure Männer und dann können sie keinen Puff mehr vertragen. Da ist meine Braut ganz anders! Das ist ein prächtiges Naturkind! Du sollst sie nur näher kennen lernen, und Du wirst auch noch Deine Freude an ihr haben." Da erschien schon Katharina mit der Tasse Bouillon; über ihre Lippen kam nur mühsam ein Gruß, sie setzte die Tasse auf den Tisch und entfernte sich ebenso finster und verdrossen wie sie gekommen war. Eure alte Käthe kann mich nicht leiden." rief der Baron lachend aus. Nun, sie ist ehrlich genug und macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube, während" er stockte nun doch; aber als ihn seine Schwägerin fragend anschaute und langsam wiederholte: während?" Da platzte der Trunkene heraus: Während die ganze Welt voll elender Heuchelei," und er starrte ihr trotzig und herausfordernd in das Gesicht. Baron Bernhard hatte auf feinem Zimmer das laute Sprechen gehört und die Stimme des Bruders erkannt. Der Wunderliche war ihm in der letzten Zeit so sorgfältig ausgewichen,, und doch mußte vieles miteinander besprochen werden, ehe man sich für immer trennte; fo hielt es der Baron für das Beste, wenn er noch einmal in den Speisesaal zurückkehrte, um eine Unterredung mit dem Bruder zu suchen; er hörte dessen Antwort, gewahrte seine Blicke; er bemerkte auch den leisen Schatten, der jetzt über das feine Antlitz seiner Gartin flog, und er konnte nicht zweifeln, daß Heinrichs Worte eine absichtliche Kränkung enthalten sollten. Gehören wir auch zu dieser Welt?" fragte er deshalb rascher und erregter, als es sonst seine Gewohnheit war. Wenn Ihr Euch dazu zählen wollt, gewiß!" erwiderte Heinrich sogleich
und stieß sein an ihm gewohntes übermüthiges Gelächter aus, das diesmal verletzender denn je klang. In das Gesicht des Bruders schlug eine Flammenröthe; das war stärker als alles und eine offenbare Beleidi. gung. Wie ängstlich auch sonst Baron Bernhard großen Aufregungen aus dem Wege ging, und wie wenig er auch geneigt war. mit dem ohnehin leidenfchaftlichen Bruder zusammen zu prallen, jetzt war er doch entschlossen, eine solche Kränkung ganz entschieden zurückzuweisen; er öffnete schon die Lippen zu einer scharfen Antwort; aber seine Gattin kam ihm zuvor und sich zu ihrem Schwager wendend, sagte sie rasch: Trinke nur bald Deine Bouillon, eh' sie kalt wird und nimm wenigstens einen Augenblick Platz!" Du hast recht, das wollen wir," sagte Heinrich, der jetzt selbst fühlen mochte, daß ihn seine Beine nicht mehr tragen wollten; er setzte sich an den Tisch, ergriff die Tasse und nahm, wie er dies gewöhnt war, einen kräftigen Schluck. Es mußte ihm nicht recht geschmeckt haben, denn er verzog ein wenig das Gesicht; doch wagte er nicht, einen
Tadel auszusprechen, und da er die Augen der Schwägerin auf sich gerichtet sah, versuchte er den Inhalt der Tasse rasch zu leeren; aber er hielt plötzlich im Trinken wieder inne und das Geschirr noch einmal wegsetzend, murmelte er etwas vor sich hin, das der Baron nicht verstehen konnte. Plötzlich griff er unwillkürlich nach seinem Herzen und er stieß heftig hervor: Kuckuck, was ist das? Mir wird schwarz vor den Augen!" er rang nach Athem, focht mit den Armen in der Luft herum und murmelte mit vöiT verzerrtem Antlitz ganz unverständlicye Worte; er wollte aufstehen und sank dann todtenblcich auf den Stuhl zurück. Ich bin ich bin " keuchte er hervor, dann verzerrten sich feine Züge noch mehr, die Augen traten aus ihren Höhlen und schienen wie hilfesuchend umherzuirren; noch ein dumpfer Ton rang sich aus feiner Kehle, dann fiel ihm, mit leisem Röcheln, das Haupt auf die Brust, und nun wurde es ganz still. O. mein Gott! Was ist das? Ein plötzlicher Schlagnfall!" rief die Baronin angstvoll, und sie wollte sich um den Sterbenden bemühen, als hoffe sie
lhn wieder zum Leben zurückzurufen. Hier ist alle Hilfe vergebens, er ist todt" fagte der Baron tief erschüttert, und er blickte mit eigenthümlichem Befremden in das blasse, unruhige Antlitz seiner Gattin. Ein furchtbarer Verdacht stieg in ihm auf, den er vergeblich auf der Stelle niederzukämpfen suchte. Wenn sie er mochte diesen entsetzlichen Gedanken nicht weiter ausspinnen; laß mich einen Augenblick mit ihm allein," und als die Baronin zögerte, seinen eigenthümlichen Wunsch sogleich zu erfüllen, setzte er ungewöhnlich ernst, fast befehlend hinzu: Ich bitte darum!" Nun kam sie, ohne ein Wort weiter zu sprechen, seinem Verlangen nach, nur warf sie im Hinausgehen einen verwunderten Blick auf den Gatten, der ihre Entfernung gar nicht erwarten zu können schien. Wollte er allein sein, um sich dem tiefsten Schmerz u überlassen? und wußte er nicht, wie jede Aufregung seiner iÄelundyeit icyadete? aber er hatte es einmal gewollt, und sie mußte sich also fügen. Der Baron starrte seiner Gattin wie geistesabwesend nach; er schien förmlich vergessen zu haben, warum er ihre Entfcrnung so dringend gefordert hatte; er strich mit der Hand über die heißgewordene Stirn, in der die qualvollsten Gedanken und Vorstellungen durcheinanbev irrten, plötzlich besann er sich, was er eigentlich thun wollte; er rief seinen Jagdhund herbei, der stets sein treuer Begleiter und der ihm auch heute in den Speisesaal gefolgt war und jetzt ruhig unter dem Tische lag. Das treue Thier rüttelte sich sogleich aus seiner Schlaftrunkenheit empor und stellte sich vor feinem Herrn, als erwarte es seine Befehle. Da, Hektor, trink' diese Neige aus!" sagte der Baron, ergriff die Tasse, in der noch ein kleiner Rest vorhanden war, und hielt sie dem Hunde hin. Das kluge Thier, das jedes Wort seines Herrn verstand, gehorchte sogleich dem Gebot, es leckte ohne Zögern den Inhalt aus, blickte dann mit seinen ehrlichen, guten Augen auf den Baron, als wollte es fagen: Nun, bist Du mit mir zufrieden?" Dieser strich schmeichelnd über den Kopf des Thieres; er wollte schon freier aufathmen, weil er hoffen durfte, fein furchtbarer Verdacht habe sich als falsch erwiesen. Da ging plötzlich ein Zucken durch den ganzen Körper des Hundes; er brach zusammen, streckte die Füße von sich und nur die Augen blieben wie vorwurfsvoll auf seinen Herrn gerichtet; sie schienen zu sagen: Warum hast Du mir das gethan?" Nur noch einmal ein heftiges Aufzucken, und das arme Thier war verendet. Ein kalter Schauer durchrieselte die Brust des Barons. War denn der schreckliche Verdacht wirklich begründet, der sich in ihm bei dem plötzlichen Tode des Bruders geregt hatte? Nein, nein, das war ja gar nicht möglich, es war zu scbrecklich. und doch! Hektor lag jetzt ganz still; die letzten, krampfhaften Zuckungen waren vorüber; nur die treuen, lieben Augen starrten noch bftätet wie angstvoll auf seinen Herrn, als erwarteten sie von ihm noch Hilfe und Rettung. Das Innere des Barons durchwühlte ein Schmerz, als habe er auch von dem Gifte genossen, das er dem armen Thiere gereicht. Kein Zweifel: Hektor war todt der Trank, der dem Bruder gebracht worden, hatte ein furchtbares Gift enthalten. Wer konnte diese schwere Schuld auf sich geladen haben? (Fortsetzung folgt.) Das verläßliche und erprobte EMERSON Zum Verkauf bei llie JOINER-KENNEOYMUSICCO. Tapeten gereinigt durch das neue ...Germmde Verfahren... stttz . , 1291 es aft tr. Da ermicide sahnn entkernt ben Stand d auch vollkommen, bringt frische sehen tot der nnd zerstört crode. erd Schmutz st.t ans j Für Voranschläge schreib an e e Postkarte. ine TOftbel oder aus den den rri e tedrtn
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