Indiana Tribüne, Volume 25, Number 203, Indianapolis, Marion County, 18 April 1902 — Page 1
Tribüne Tage- und Sonntagsblatt 10 per Woche. Taac- und 5onntagsb!att lOe per Woche. SLSLSLVSSSSSV
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1 1 Erscheint jeden Nachmittag. JahrgMg25. Indianapolis, Ind., Freitag, 18. April 1902 8. 203.
Polizeiliches.
Irin Einbrecher durch Revolverschüsse vertrieben. Ein Ritter der Nacht versuchte in das Wohnhaus von Michael Cato an der South Eaft Straße No. 448 einzubringen. Der Letztere aber war erwacht und feuerte mehrere Schüsse auf den Eindringling ab, worauf dieser das Weite suchte. Geringe Beute. Ein Einbrecher stattete der Office der Capitol Lumber Co. an der Massachusetts Ave. No. 849 einen Besuch ab und erbeutete Stratzenbahn-Tickets und Briefmarken von je Kl, sowie 80 Cents in Baar. Local-Politisches. Der erste Ward demokratische Club hält heute Abend in seiner Halle an der Hillside Ave. No. 1901 eine Versammlung ab, zu welcher alle Demokraten der Ward eingeladen sind. Das Comite, welches ernannt wurde, um neue Mitglieder anzuwerben, besteht aus den Herren I. Konersman, A. L. Arbrckle und W. F. Smith. Wird schwerlich acceptiren. Gouverneur Beckham von Kentucky zur 3Jto numentS-Einweihungsfeier eingeladen. iouvern?ur Beckham von Kentucky ist vom Gouverneur Durbin zur EinWeihungsfeier des Monuments eingeladen. Wenn man sich an die famosen Briefe, welche die beiden Herren wegen der Auslieferung von Er-Gouverneur Taylor und Finley mit einander ge wechselt haben, erinnert, so ist es kaum anzunehmen, daß der Gouverneur des Blau-Gras Staates die Einladung an nehmen wird. Mahor Bookwalter vs. Gamewell Fire Alarm Telegraph Ca." Mayor Bookwalter ist noch immer beschäftigt, Beweismaterial gegen die Gamewell Fire Alarm Telegraph Co." zu sammeln. Wie es scheint, hat er schon so viele Beweis aus anderen Städten über die Geschäftsmethoden der Gesellschaft an der Hand, daß er glaubt, im Recht zu sein, wenn er sich weigert, den Rest von deren Rechnung zu bezahlen. Er will es ruhig auf die gerichtlichen Verhandlungen ankommen lassen. Seiner Anficht nach ist die Stadt von der Gesellschaft in erorbitanter Weise über's Ohr gehauen worden. Sommercrhalung für arme Kinder. Die verschiedenen Gesellschaften der Epworth League, Christian Endeavar & Baptist Young Peoples Union" treffen ihre Vorbereitungen, um auch in diesem Jahre armen Kindern einen Sommeraufenthalt außerhalb der Stadt zu ermöglichen. Für Mütter und ihre Kinder sollen während der Juli- und Auguftmonate Wohnungen in den Grundstücken des Acton Camp" hergerichtet werden. Die Mitglieder der Wohlthätigkeits - Vereine sowie der Flower Mission" betheiligen sich gleichfall? an dem segensreichen Werke. Audnbon-Gesellschaft. Die fünfte Jahresversammlung der Jndiana Audubon"-Gesellschaft, deren Präsident Stanley Coulter ist, findet am Mittwoch, den 23. April, 9:30 Vorm. im Persammlungszimmer der Shortridge Hochschule statt. Der Präsident wird über die künftigen Interessen der Audubon-Gesell-schaft" sprechen; weitere Vorträge hal ten Amos W. Butler, Martha N. McKay, Thom. Shannon, David W. Dennis, Mar Munte, W. F. Pfrimmer und H. W. Kellog. Bismarck Cafe. In-und ausländische Biere an Zapf. Jmportirte sowie hiesige Delikatesten stets an Hand. F. I. Arens, 25 Oft Pearl Str.
Ans den Gerichtshöfen. 525 ft a t t $2000. Die Geschworenen von Richter Leathers gaben, nachdem sie nahezu 24 Stunden in Berathung gewesen waren, in Sachen der Frau Vettie Elvington gegen die Straßenbahn-Gesellschaft ein Verdict für $25 ab. Die Frau war, nachdem sie von einer Car an der Massachusetts Ave. und Vermont Str. abgestiegen war, bei dem Versuch, ihren kleinen Enkel von der Platform zu heben, zu Boden gestürzt und hatte sich erheblich verletzt. Sie hatte $2000 Schadenersatz verlangt. Erhielt K25 Ersatz für se inen A e r g e r. In der Klage, welche der an der Dugdale Str. No. 1857 wohnende George Kinz gegen seine Nachbarin Mary Ruffell eingereicht hatte, haben Richter Carter's Geschworene dem Kläger 825 Schadenersatz zugesprochen. Bekanntlich kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen
Nachbar nicht gefällt. Und dieses hat sich in diesem Falle bewährt. Zwischen deidenNachbarsleuten waren seit langer Zeit Reibereien und Zwistigkeiten vorgekommen. Schließlich hatte Frau Ruffell aus Schabernack vor seinen Fenstern mächtige Bretterzäune errichten laffen, so daß ihm die Aussicht versperrt wurde. Die anderen Nachbarn hatten sich sehr darüber amüsirt und dieses hatte Herrn Kinz ganz besonders ärgerlich gemacht. Müssen mit den Grundstücken herausrücken. Die Park-Commissäre verklagten die New tyoxl Investment Co. auf Herausgäbe von gewiffen Grundstücken, welche die Stadt für Parkzwecke gebraucht. Schon vor mehr als Jahresfrist hatte dieselbe eingewilligt, das Land abzutreten, allein in der letzten Zeit setzte sie der Abtretung allerlei Schwierigleiten entgegen. Daher die Klage. Kam glimpflich davon. Die beiden gegen den Wirth Richarch Merrick erhobenen auf Offenhalten seiner Wirthschaft om Sonntag und auf Verkaufen von Spiritussen am Sonntag lautenden Anklagen wurden auf Antrag des Staat - Anwalts niedergeschlagen. Die Kosten hat er jedoch in beiden Fällen zu zahlen. Ein unnützer Junge. Schon vor einiger Zeit stand der 12jährige Westley Nettles wegen Unverbefferlichkeit vor dem Richter. Er hatte verschiedene dumme Streiche gemacht. Da er versprach sich zu desfern, so wurde das Urtheil gegen ihn suspendirt. Allein er hat sein Versprechen schlecht gehalten, deun er hatte es nur noch schlimmer getrieben. Tage und Nächte blieb er vom Hause fort, schwänzte die Schule u. s. w. Er wurde heute nach der Reformschule gesandt. Ein junger und doch alter Sünder. Jack Barbour hatte sich gegen dieAnklagen des Einbruchs, des Diebstahls und der Hehlerei zu verantworten. Er bekannte sich des Diebstahls schuldig und wurde zu 1 3 Jahren Reformatorium und 1 Jahr Ehrverluft verurtheilt. Die beiden anderen Anklagen wurden niedergeschlagen. Der Bursche ist erft 28 Jahre alt, nichtsdestoweniger aber doch für die Gerichte ein kalter Bekannte. Mindestens ein Drittel von einem Dasein war er der Freiheit beraubt. Ueber ein halbes Dutzend Mal allein wurde er wegen Diebftahls nach dem Arbeitshause gesandt. Jugendliche Diebe und Einbrechervor demRichter. Dem Polizeirichter wurden 5 im Alter von 16 20 Jahren rangirende Spitzbuben vorgeführt, gegen welche die Anklagen des Einbruchs und des Großdiebftahls vorlagen. Harveck Wyatt, W. New jYork Str. No. 1130; Lon Hoyt, McCauley Str. No. 324; Arthur Walker, South und Illinois Str., John Kiley, Weft und Pearl Str. und Harry Gleason. Der Anführer I dieser jugendlichen Diebesbande war
Hoyt. Wyatt hat eingestanden, daß sie in folgende Geschäfte mit Erfolg eingebrochen find: Bonnegut Hardwäre Co ; Daniel Mayer, Ecke der Eaft und Washington Str.; Granger, W. Washington Str.; S. Binzer, W. Washington Str. Ro. 306; Kahn Tailoring Co.," Meridian und Washington Str. ; eine Apothek an Califor nia und Washington Str.; ein Schuhgeschäft im Keuch Gebäude, und Orinal 23 Hut Store" an Weft Washington Straße. Gegen Walker liegt noch ein suspen dirtes Urtheil vor. Die raffinirte geschickte Art und Weise, wie sie die Einbrüche ausführten, müßte alte Ritter vom Stemmeisen beschämen. Die Fälle wurden auf den 24. ds. verschoben. Ein Waschonkel alsGesetzesv e r l e tz e r. Drei Personen, welche ihre ZweiradLicens nicht erwirkt hatten, mußten je 81 und $10 blechen. Unter ihnen befand sich auch der schlitzäugige Waschonkel Moy Sing. Derselbe konnte absolut nicht begreifen, warum sein schönes
Schild vom letzten Jahre keine Gültigkeit mehr haben sollte und er sträubte sich ganz gewaltig, die Strafe zu bezahlen. Erst als ihm auseinander gesetzt wurde, daß er in's Gefängniß gefandt und sein Zmeirad confiscirt wer den würde, wenn er nicht blechte, griff er endlich in seinen Beutel und unzählige chinesische Flüche ausstoßend berappte er. Bei der Gelegenheit stellte es sich heraus, daß er von dem schnöden Mamon ziemlich viel besaß. Ein Lotto-Agent wieder einmal in Trubel. Edward Livingston wird sich am 25. dss. gegen die Anklage, das LottoSpielen befördert zu haben, verantWorten. Die Polizei hatte ihn in seiner Wohnung an der Blake Str. in dem Augenblicke überrascht, als sein Geschäft in vollem Gange war. Von seinem Vater mit einem Hammer bedroht. James Stamm von der Everett Str. No. 1330 wollte letzte Nacht in betrunkenem Zustande gewaltsam m das Zimmer seines Sohnes drängen, um ihm das Lebenslicht auszublasen. Zu diesem Zwecke hatte er sich mit einem eisernen Hammer versehen. Ehe er jedoch seinen Zweck erreichen konnte, wurde er festgenommen und heute wurde er wegen Bedrohens mit Mordwaffen zu 30 Tagen Arbeitshaus und einer Geldstrafe von $10 und Kosten verurtheilt. Persoual-Notizen. Am Mittwoch Abend wurde im Hause des Schwagers Herrn Ernst Grethlein, 1811 Shelby Str., Herr Philip C. Ochs mit Frln. Sophie Wich für's L eben verbunden. Die Trau ung wurde durch Herrn Pastor Schory vollzogen und eine nachher zu Ehren des jungen Paares veranstaltete UnterHaltung nahm einen ebenso gemüthlichen als fröhlichen Verlauf. Das junge Paar wird sein Heim in No. 303 Walcott Str. aufschlagen. Herr Albrecht Kipp, Theilhaber der Firma Kipp Bros." ist von Teutschland, woselbst er drei Monate in Geschäften verweilte, in bestem Wohlbefinden zurückgekehrt. Collision zweier Locomotiven. Auf den Union - Geleisen an der Pennsylv. Str. collidirte am Donnerstag die Locomotive No. 191, welche einen Big Four-Personenzug auf dem Bahnhof abgeliefert hatte und sich auf der Fahrt nach den Shelby Str. Höfen befand mit der Rangir-Locomotive No. 73. Beide Locomotiven fuhren zur Zeit sehr langsam, sodaß der Zusammenprall kein besonders heftiger war und die Führer und Heizer ohne jede Verletzung davonkamen. . 31. Stiftungsfest des Indianapolis Lieoerkranz, mit Concert und Ball, Sonntag, den 20. April, in der Germania Halle. Eintritt nur bei Vorzeigung einer Einladungs-Kartc.
Aus Arbeiter-Kreisen. Die Entscheidung der Executive der Ameri kanischen Arbeiter-Föderation in Sachen der Cincinnatier Brauer-Wirren.
Die Entscheidung, welche die Exccutive'der Amerikanischen Arbeiter-Föde-ration in Sachen der Cincinnatier Brauerwirren, über welche schon kurz in unseren Depeschenspalten berichtet wird, abgegeben har, hat folgenden Wortlaut : Erstens: Die International - Union der Maschinisten ist hierdurch angewi -sen,. sofort Befolgung der von Prüftdenj Gompers in dem CincinnatierDisputj abgegebenen Entscheidung zu erzwitzgen, d. h. die Maschiniften-Union No.i 18 von Cincinnati muß innerhalb dreier Tage von heute (Donnerstag) ab das! Ultimatum rückgängig machen, durch das sie die Brauarbeiter, Mitglieder der National-Union der BrauArbeiter, ausschlössen. Ferner mutz die Maschini sten-Union sich 24 Stunden nachher weigern, denjenigen BrauArbeitern, welche keine Mitglieder der National-Union der Ver. Brauarbeiter sind. Dampf zu liefern. Weigert sich die Maschinisten-Union No. 18 von Cincinnati, dieser Entscheidung gemäß zu handeln, so soll die Jnter nationale Union der Maschinisten innerhalb dreier Tage darnach der Cincinnatier Union No. 18 den Charter entziehen. Zweitens: Die National-Union der Ver. Brauarbeiter wird hierdurch angewiesen, alle Charters für ungiltig zu erklären, welche sie seit der Louisville Konvention an Maschinisten- und Heizer-Unionen verabfolgt haben. Drittens : Die Entscheidung der Louisviller und Scrantoner Konventionen mit Bezug auf die Ausstellung von Charters an Maschinisten- und HeizerUnionen muß befolgt werden. Viertens: Maschinisten und Heizer, welche durch das Vorgehen der Brau-arbeiter-Union ihre Plätze verloren haben, müssen wieder angestellt werden. Fünftens: Die einzige Art u. Weise, wie Maschinisten oder Heizer, die in Brauereien arbeiten, der NationalUnion der Ver. Brauarbeiter angehören können, ist die, daß sie sich individuell und freiwillig derselben anschließen. In solchen Städten oder Ortschaften aber, wo Maschinisten und Heizer keine Organisationen haben, können sie der National-Union der Ver. Brauarbeiter angehören. Diese Entscheidung hat Bezug auf die Zustände in den interessirten Gewerken seit der Louisviller Konvention der Amerikanischen Arbeiter Föderation im Dezember 1900. Die Entscheidung läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Daß die Maschinisten-Union sich ihr fügen wird, darf wohl angenommen werden, denn sie wird sich nicht ihren Charter entziehen lassen wollen. In einer Beziehung wird den Maschinisten in der Entscheidung Recht gegeben. Sie können von ben Brauarbeitern nicht gezwungen werden, sich deren National - Union anzuschließen, ja die Letztere muß sogar diejenigen Charter für ungiltig erklären, die sie in Brauereien beschäftigten Maschini' sten und Heizern verliehen hat. Noch keineEinigung erzielt. Zwischen den Bauschreinern und den Contractoren war auch heute noch keine Einigung erzielt. Die Ersteren bestehen auf ihrem Minimum-Preis von 37$ Cents, während die Contractoren nur 35 Cents bezahlen wollen. Im Hauptquartier der Schreiner wurde heute mitgetheilt, daß 25 Contractoren die neue Lohnscala unterzeichnet haben. Dieselben gehören aber nicht der ContractoreN'Vereinigung an. 81.25 Cincinnati u. zurück $1.25. via C. H. & D. Sonntag, 20. April. Specieller Schnellzug, nur in Rushville, Connersdille und Hamilton anhaltend. Abfahrt vom Union BahnHof um 7:15 Uhr Vormittags. Rückfahrt von Cincinnati 6:30 Uhr Abds. Fahrkarten in No. 25 W. Washington Str. und Union Bahnhos.
Deutsch - amerik. DemottatenClub.
Regelmäßige Versammlung. Installation der neuen Beamten etc. In der gestrigen regelmäßigen Versammlung des Deutsch-amerikanischen Demokräten - Clubs in Ottmar Keller's Halle, die sehr gut besucht war, wurden nach Erledigung der Rou-tine-Geschäfte zunächst die neuen Beamten unter den üblichen Ceremonien installirt. Dieselben sind die Herren: Präsident Jacob Buennagel. Vice-Präs.- Wm. C Weiiand. Secretär August Tamm. Hülfs-Secr. Henry Ruth. Finanz-Sec. Michael Robinius. Schatzmeister Julius F. Reinecke. Marschall I. H. Hillkene. Hülfs-Marschall I. E. Hinkley. Sergt. at Arms Victor Studer. Directoren: Geo. Roth, Christ H. Warweg, Albert Sahm, Gust. I. T. Meyer. Hy. F. Habency, Hy. Russe, Fred C. Grossert. Fred I. Mack, Jos. H. Schaub und Fred Schröder. Sämmtl. Herren hielten kurze Ansprachen, in denen sie gelobten, wie bisher stets für demokratische Principien und deutsche freiheitliche Ideen eintreten zu wollen. Präsident Buennagel und Secr. A. Tamm wurden als Comite ernannt, um die Vorbereitungen für die Betheiligung des Clubs an dem Fackelzuge der deutschen Vereine gelegentlich der Monuments-Einweihung, resp, am Vorabend derselben, zu treffen. Ferner wurde beschlossen, auf's Neue für die Vergrößerung der Mitgliederzahl in energischer Weise zu agitiren. Alle deutschen Bürger der Stadt sind in den Versammlungen des Clubs herzlich willkommen. Stndolf Schwarz. ie Arbeiten des Künstlers für das PingreeDenkmal. Unter 18 Kittbewerbern blieb Schwarz der Sieger. Herr Rudolf Schwarz, der bekannte hiesige, mit der Anfertigung des Gouveneur Pingree-Denkmals in Detroit betraute Bildhauer, hat gestern mit seinen Modellirungsarbeiten begonnen. Das Denkmal kommt auf $12,000 zu stehen und soll im nächsten April eingeweiht werden. Das Modell wird bis August fertiggestellt, worauf das Werk von einer Commission aus Detroit besichtigt wird. Nachher beginnt der Bronzeguß. Für die künstlerische Bedeutung I unseres Mitbürgers Schwarz spricht allein schon die Thatsache, daß ihm bei der Verleihung des Contractes 18 Mitbewerbe?, darunter 13 klangvolle New Jorker Namen, gegenüberstanden. I. A. Warner's räthselhastes Verschwinden. Drei Wochen sind jetzt verflossen, seitdem der 45-jährige Grundeigen- ! thums-Makler John A. Warner in solch geheimnißvoller Weise aus seiner Wohnung an der Senate Ave. No. 2521 verschwand und noch immer ist es nicht gelungen, auch nur die geringste Spur von ihm zu entdecken. Finanzielle Bedrängnisse waren es nicht, welche ihn veranlaßten, seine Familie und die Stadt zu verlassen. Er hatte znr Zeit seines Verschwmdens etwa '$200 Schulden, hingegen aber auch $1100 baar in seinem Besitz. Ferner gehörte ihm das Haus, in welchem er wohnt und außerdem besaß er schuldenfreies Grundeigenthum in Gas City, Hyde Park, Indianapolis und in Kansas. Er war kein Trinker und kein Spieler und sein Familienleben war das denkbar glücklichste. Er brachte die Abende stets im Kreise seiner Familie zu, oder er war, wenn er einmal fortging, bestündig von einem oder dem anderen Mitgliede derselben begleitet. Vor drei Wochen an einem Abend, an welchem seine Frau vom Hause abwesend war, packte er einen abgetragenen Uederzieher, einen alten Hut und zwei Hemde in einen Korb und ging damit mit dem Bemerken fort, daß er bald wieder zurückkehren würde. Seitdem hat seine Familie nichts mehr von ihm gesehen noch gehört.
Um 6,800,000 Francs betrog Lewis Alfred Balenfi seine Gläubiger Und wird vom Zuchthaus aus rnch Frankreich überführt werden.
New York, 18. April. Wenn sich dem Lewis Alfred Balensi morgen die Pforten des Zuchthauses in Sing Sing öffnen, dann wird ein Beamter der Bundes-Geheimpolizei, bewaffnet mit einem Verhaftsbefehl, in welchem er der Unterschlagung von 6,800,000 Francs beschuldigt wird, ihn erwarten. Lewis Alfred Balensi, welcher in diesem Lande unter dem Namen Wm. A. Bellwood bekannt war gründete im Jahre 1891 die Societe Francaise de Banque et de Chsnge" mit der' Absicht ein allgemeines Bank-Geschäft zu betreiben. Alles schien zu prosperiren b's eines guten Tages im Jahre 1896 Monsieur Balensi von der Bildfläche verschwunden war. Wenige Wochen später wurden die Bankgesellschaft sowie auch ihr Geschäftsführer für bankerott erklärt. Im Juli 1397 gab das Appellationsgericht in Paris eine Entscheidung ab, daß Balensi nicht nur fremde Gelder im Betrage von 6,600,000 Fr. unterschlagen, sondern auch Schmucksachen in hohem Werth, welche ihm zur Auf bewahrung übergeben waren, bei Seite g?schafft hatte. Es wurde daraufhin ein Verhaftsbefehl gegen ihn ausgestellt. Mittlerweile hatte sich Balensi in Philadelphia unter dem Namen Wm. A. Bellwooo als Juwelier niedergelassen. Im Frühjahr 1897 erhielt er von einer New Jorker Firma Juwelen und Schmucksachen im Werthe von $25,000. Sobald er dieselben in seinem Besitz hatte, verpfändete er dieselben und er verduftete hierauf. Seine Verhaftung erfolgte und er wurde wegen Betrugs zu 6 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Von dieser Strafe wurde ihm später ein Jahr erlassen. $50,000 für ein gebrochenes Heirathsversprechen verlangt. New York, 18. April. Die Schauspielerin Leona Raymond hat Lt. Howard K. Clover, Sekretär und Schatzmeister der Clover Dampffchiffslinie, wegen Bruchs eines Heirathsversprechens auf 850,000 Schadenersatz verklagt. Wieder eiu Mord in Knox County, Ind. Bin cennes, Ind., 18. April. Die beiden Farmer Arthur White und Henry Cox geriethen über eine Ladung Holz in Streit. White versetzte im Verlaufe desselben dem Cor mit einem Knüppel einen Schlag auf den linken Arm, sodaß dieser brach. Cox sandte hierauf seinem Gegner eine Kugel in den Kopf. White wird sterben. Oesterreich. Wien, 18. April. Horr Stor, ein reicher Böhme, ließ heute sein 37. Kind taufen. Noch ein hoher russischer Beamter ermordet. Wien, 18. Apail. Die Neue Zeitung" theilt mit, daß M. Skipnop, ein hoher russischer Beamter, von einem Warschauer Studenten in einem Eilenbahnzuge auf der Fahrt von Mirsk nach Kaluschin ermordet wurde. Der Mörder besindet sich in Haft. Holland. Königin Wilhelmine am Nervenfieber erkrankt. Im Haag, 18. April. Ein aus Schloß Loo herausgegebenes Bulletin besagt, daß die Königin am Nervensieber leidet. Dasselbe hat bis heute seinen normalen Verlauf genommen. Vor der L'Alliance Francaise" hielt gestern Abend der französische Schriftsteller Hugues le Roux einen Vortrag über das Thema Die echte Pariserin". ..Tke KeUttfttti". Mik. schaft und Billiard-Parlors, 1201 Madison Ave., Geo. Spacke, Eigenthümer. Beste Getränke und Cigarren, feiner Lunch. Neues Telephon 3285.
