Indiana Tribüne, Volume 25, Number 201, Indianapolis, Marion County, 16 April 1902 — Page 4

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Indiana Tribüne. Herausgegeben von der Sutenberg S. Indianapolis, Ind.

Harrtz O. Thudium Präsident. Geschäfts local: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE SS9. Entered at tne Post Office os Indianapolis as second dass matter. Ter Revakteurs-Keidwedcl. Bei dem großen Festmahl der New Aorker Presse zu Eyren des Prinzen Heinrich hat, wie man -sich erinnern wird, der Prinz in seiner Ansprache erzählt: Der Kaiser sagke: Du wirst mit vielen Vertretern der Presse zusammentreffen, und ich wünsche deshalb, Du mögest Dir stets vergegenwärtigen, daß pretzleute in den Verunigten Staaten beinahe mit meinen tommandirenden Generalen ranziren." läßt sich denken, einen wie tiefen Eindruä diese Aeußerung auf die Berliner Presse gemacht hat, die eine so schmeichelhafte Anerkennung von so hervorragender Stelle noch niemals zu hören bekommen hat. Viele dortige Redakteure kennen jetzt nur noch den Ehrgeiz, gleich ihren amerikanischen Kollegen, mit kommandirenden Generalen zu rangiren. Eine besonders loyale Berliner Zeitung hat in der Ueberzeugung, daß diesesZiel am leicht testen durch den militärischen Drill des Journalismus zu erreichen sein wird. ttn rühmlichst bekannten Unteroffizier Miericke engagirt. Miericke als Erzieher! Binnen acht Tagen ist die ganze Redaktion durch Miericke völlig umgekrempelt worden. Mir war es vergönnt, einer solchen journalistischen Uebungs- und Jnstruktions - Stunde persönlich beizuwohnen. Sie verlief folgendermaßen: Miericke (das große gemeinschaftliche Redaktionszimmer betretend): Stilljestanden! n'Morjen! Alle Redakteure (strammstehend): n Morgen. Herr Unt'roffzier! Meiricke (sich umblickend): Wie steht denn det hier nu wieder aus? De Seimigen alle durch'nander! Die Papierschnitze! und de Cuverts uff de Erde; die Bleistifte un de Federhalter um de Oblaten wie Kraut und Rieben: Der reine Aujieaasstall! Wer is bier Stuben-Aeltester? Der politische Redakteur Dr. Kl:ckser (sechzig Jahre alt). Ich. ;rr Unteroffizie'. ! Entschuldigen Sie. aber es ist heute in den Morgen - Stunden schon sehr flott gearbeitet worden und Miericke. Det is doch keene Entschuldigung vor die Sauwirthschaft hier? Der richtige Journalismus besteht aus Jehorsam, Propperteet und Strammheit. Wie oft soll ick det noch wiederholen? Stuben-Aeltester. wie stehen Sie denn da? Sie stottern ja mit de Kniee! Bitte mir aus, daß morjen die Tintenfässer. Blaustifte und Federhalter vorschriftsmäßig in Reih und Jlied stehn! (räuspert sich) Hm. hm woll'n 'mal 'n paar kleenc Fragen stellen! Wozu sind de Redaktions - Scheeren da? (auf einen Redakteur zeigend). Na, Sie klcener Dicker? Redakteur Schultze. Die Scheeren, Herr Unteroffizier, sind dazu da. um mit ihnen Original-Telegramme und Original - Artikel aus anderen Blättern für die eigene Zeitung nutzbar zu machen! Miericke. Ach quatsch, die Schoeren sind dazu da, um ortlich jepützt zu wcr'n! . . . Weiter! Wat hat der Redaktour zuneechst zu dhun, wenn er Morjens uffsteht (Großes Stillscho'gen.) Redakteur Krause (hobt endlich den Finger). Herr Untoroffizier! Miericke. Heben Se nich 'n Finger wir sind hier nich uff de Univcrsität! Wenn Se wat zu sagen haben, dann stehen Se stramm! Also w it hak der Redakteur zunec-chst zu dhun, wenn er Morjens uffsteht? Redakteur Krause. Er wäscht sich, ?rr Unteroffizier. Miericke (in großer Wuth). Sie Schwein friejen das fertig! (Mit Donnerstimme): Wenn der Redakteur Morjens uffsteht, denn läßt er det Hemde 'runter un denn wascht er sich!... Stuben-Aeltester, nennen Sie mir een paar jroße Jesetzgeber! Doktor Kleckser: Moses, Lykurg, Solon! Justinian! ?tiericke. Sehr richtig und Columbus! Bon Columbus riehrt bekanntlich die amerikanische Verfassung her! Den Mann missen Sie janz besonders ins Ooge fassen, wo wir jetzt mit Amerika so dicke sind! (Zu dem Redakteur Jacobi): Na. Sie Kleener, mit die frecken Nasenlöcher, wissen Sie ooch noch eencn Jesetzjeber? Redakteur Jacobi. Jowahl. Herr Unt'roffcier den Dichter Bürger! Miericke (erstaunt): Woso? Redakteur Jacobi (sehr ernsthaft): Na .von dem ist doch das büraerliche Gesetzbuch !.' Miericke. Ach ja natierlich (Er kommandirt ) Stillgestanden.' Sie, Jabi, Sie wackeln ja wie 'ne olle Maut! Redakteur Jacobi. Entschuldigen Sie. Herr Unteroffizier aber der ?Int bat mir Beweauna verordnet!

WixU. Ick werde' Jhn'n jqleich was bearztcn! Ihnen soll jleich det blitzblauc Donnerwetter in de Jebeine

fahren! Wenn ich -kommandire: Stilljestanden!", so hat die janze Redaktion so fest und treu zu steh'n, wie de Wacht am Rhein!... Stilljestanden Augen links, Augen rechts Augen kinks. Augen rechts ganzes Battaillon kehrt! Alle Redakteure (führen das Kommando aus; einer klappt nach). Miericke. Sie da Ihre Beene sind woll heite noch nich uffjestanden!? Front! Wer sind Sie eijenklich? Der Betreffende. Ich heiße Doctor Reißer und bin der Theater-Kri-tiker des Blattes! Miericke. Theater-Kritiker! Ach. det sind die Kerle, die Abendszu die neie Sticke in's Theater jehw wie 'n Essigtop dasitzen u . dem 'n anderen Morjen andre Leite in de Suppe fpucken!! Halt was fällt mir da ein!? aben Sie denn heile Morjen in Jh'. Blatt die Kritik über det keenigliche Schauspielhaus jeschrieben!? Doctor Reißer. Allerdings! Miericke. Da schlag' eener lang hin u. steh' kurz wieder uff! (wüthend) Herr, Sie wagen es, een! keenigliches Theater zu verunjlimpfen, Sie jottvergessener Krippensetzer !? Wennt Sie Ihre Wuth an de Theaters auslassen missen, so nehmen Se dock det Deutsche" oder's Berliner" dazu aber die kceniglichen Bühnen sind unter aller Krietick verstehn Se mir? Sie wer'n nachher nachexerciren ! Finfzigmal die Kniebeuje mit jestrecktem Federhalter! So an die Je"ochri! Wir fr rden jcjt nach bc Scheibe schießen ! Redakteur Jacobi. Herr Unieroffizier! Miericke. Wat woll'n Sic? Redakteur. Ich wollte mir nur schnell beim Kassirer einen kleinenVorschuß holen! . Schwefelsäure im Fo rellenwasser. Vor Kurzem sah man auf der Enns in Oberösterreich, und zwar in der Strecke unterhalb des Einflues des Erzbaches bei Hieflau bis zur Donau hinab, Hunderttausende von todten Fischen in allen Größen, darunter viele solche von 40 bis 50 Pfund Gewicht, Forellen in allen Größen, zu Tausenden die prächtigen Reaenbogenforellen, massenhaft Aschen u. f. w. treiben. Centnerweise wurden todte Fische in Steyr und unter Steyr aus der Enns herausgezogen. Die sofort eingeleiteten Erhebungen haben ergeben, daß dieses massenhafte Sterben der Ennsfische in einer Flußstrecke von 60 Meilen durch eine Verunreinigung des Erzbaches herbeigeführt worden ist, welche der Alpine Montangesellschaft zur Last fällt. Vom Erzbache ab war durch eine mit voller Jgnorirung der Fischereiintcressen vorgenommene Ableitung von schädlichen Abfallstoffen aus den Hieflauer Hochofenanlagen das Wasser des Erzbaches und der Enns auf zwölf Meilen schwarz gefärbt und die von dem Steyrer Bezirksarzte Dr. Furrer vorgenommene Erhebung ergab nach der Analyse der Linzer städtis chcn Lebcnsmittel-Untersuchungs-station, daß eine in Steyr 50 Meilen unterhalb des ErzbachcL entnommene Wasserprobe noch auffallend große Mengen qebilndene? Schwefelsäure enthielt. Man befürchtet, daß der ungewöhnlich große Fifchreichthum der Enns für immer zerstört ist. Gegen die Alpine Montangesellschaft wurde eine behördliche Untersuchung eingcleitet. Durch ei n Äild verunglückt. Ein altes Sprichwort sagt: Wenn das Unglück es will, fällt sich die Katze vom Stuhle zu Tode. Ein derartiges Mißgeschick, wie es dem in der Linienstraße in Berlin wohnhaften Kaufmann Werth unlängst Nachts widerfuhr, muß ebenfalls vom Unglück gewollt sein, sonst kommt so etwas kaum vor. Das Bett des Werth steht dicht an einer Holzwand. Ueber dent Bett, in beträchtlicher Höhe, hing' an einem Nagel ein großes Bild in schwerem Metallrahmen. In der Nacht stürzte das Bild herab und die Rahmenksnte traf den Schlafenden mit ol cher Wucht in's Gesicht, daß Werth einen Bruch des Unterkiefers erlitt. In der Meinung, er sei überfallen worden, schrie der Verunglückte laut um Hilfe, wodurch seine Wirthsleute alarmirt wurden. Die Besichtigung des Bildes ttaslfc, daß die Ocse, an der das Bild gehangen hatte, total durchgerostet war. Werth erhielt in der Nacht von einem Arzt einen Nothverband und hat sodann ein Krankenhaus aufgesucht. Lustiger Zwischenfall. In Leipzig erzielte kürzlich ein Schau-spieler-Errsemble mit der Aufführung von Heijermans Schifferdrama Di Hoffnung" einen schönen Erfolg, der nur durch ein fatales Vorkommnis für einige Minuten gestört wurde. Als nämlich die Mutter Barends ihrem Sohne einen Spiegel vorhielt, damit der junge Mann sich im Schmucke der ihm, geschenkten Ohrringe betrachte, beachtete sie nicht eher die Rückseite des Spiegels, als bis ein homerisches Gelächter den Saal durchbrauste. Zu ihrem Schrecken erkannte sie dann, daß auf dieser Rückseite ein Plakat aufgeklebt war, dessen Aufdruck gerade bei den Leipzigern höchst appetitreizend wirken mußte, denn er zeigte in großen Buchstaben die Worte: Heute Schweinsknochen I" . .

Die einbalsamirte Nähert. Bei den Ausgrabungen auf dem christlichen Friedhofc des alten Antinoe in Egyptcn entdeckte man jüngst in einem gut erhaltenen Grabe den sorgfältig cinbalsamirten Leichnam einer Frau. Sie trug drei fein gewebte Gewänder, darüber einen Mantel, der mit Blumen- und Vogelmustern reich bestickt war, ein kostbares ifousselinhalstuch und um den Hals eine sehr kunstvolle Kette. Alles war vorzüglich erhalten, und deutlich konnte man die sinnreiche Weise verfolgen, in der die Gewänder gewebt waren. Auch die Farben haben sich noch wohl erhalten. Zur Seite der Frau lag ein in feiner Arbeit hergestelltes Holzkästchen, das mit allen möglichen Schneiderwcrkzeugen angefüllt war. Da sah man Nadeln, durch deren Oesen starke Wollfäden gezogen waren, ein zierliches Messerchen, eine Scheere, einen kleinen aus Elfenbein geschnitzten Behälter, in welchem Nadeln aus Holz und Elfenbein lagen, Seidenfäden in verschiedenen Farben. Das war also das Nähkästchcn der Todten, und aus der reichen Ausstattung darf man wohl schließen, daß diese Todte Näherin von Beruf war. In dem Kasten war aber noch eine Elfenbeinschachtel, in der zahlreiche viereckige Täfclchen aus Sykomorenholz lagen, die an den vier Enden durchlöchert waren. Wenn die Schneiderin sich ein wenig von der Arbeit erholen wollte, so rief sie wohl eine Genossin, und sie spielten dann mit den 5)olztäfelchen ein Spiel, das uns heute nicht mehr verständlich ist. Endlich war, wie in den meisten Frauengräbern, noch das Riechfläschchen de? Todten mit in'S Grab gegeben. Das Amulet, das sie auf der Brust trug, weist in seinen gnostischen Zeichen darauf hin, daß sie etwa zur Zeit des römischen Kaisers DioUetian (284 bis 305 n. Ehr.) gelebt haben mag. Wie eine auf einem Brettchen angebrachte Inschrift besagt, hieß die Schneiderin Euphemia. Jetzt hat sie nach mannigfaltigen Irrfahrten zugleich mit ihren Gewändern und ihrem Arbeitslasten im Musce du Cinquantenaire" zu Brüssel eine zweite Ruhestätte gefunden. D e r spionirende Abtheilungsvorstand. In Lyon, Frankreich, wurde letzthin der Abtheilungsoorstand Meyer der dortigen Präfekt..r wegen Unterschlagung zu einer Gefängnißstrafe von 18 Monaten und einer Geldbuße von 60.000 Francs verurtheilt. Meyer wußte sich in sehr geschickter Weise in den Besitz der GeHeimnisse seiner Vorgesetzten zu bringen, und dadurch lange vor Entdeckung zu sichern. Bei einer genauen Durchsuchung seines Bureaus entdeckte man nämlich in einer Schreibtischlade ein Mikrophon, genau so, wie es zu televhonischcn Gesprächen zwischen Zimmern einer Wohnung benutzt zu werden pflegt. Man verfolgte den Leitungsdraht des Mikrophons und fand, daß er im Zimmer des Präfckten und

m Schlafzimmer des Generalsekretärs ende und feort Hörmuscheln zur Aufnahme von Gesprächen trage. Man fand auch im Schreibtische Meyers Aufzeichnungen über die vertraulichen Verhandlungen der beiden Vorgesetzten. John Bulls Getränker e ch n u n g. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien hat letztes Jahr nur für $798,683.255 an Bier, Wein und Spirituosen durch die Gurgel gejagt. Das ist dem Vorjahre gegenüöer eine Ersparniß von immerhin $13,822,420. Es ist allerdings fraglich, ob man sie zunehmender Temperenz auf die Rechnung schreiben darf, oder ob sie nur eine indirekte Folge des Krieges ist. Für England selbst berechnet sich die Ausgabe auf $20.25 auf den Kopf der Bevölkerung, wovon mehr als die Hälfte, nämlich 513.25 auf Bier fällt. In Schottland ist die Gesamtausgabe auf den Kopf $15.75 und in dem armen Irland nur $12. Der Staat verdankte dem Durst seiner Unterthanen letztes Jahr eine Einnähme von rund $200,000,000. Unschuldig im Kerker. In Palermo, Italien, war vor 20 Iahren ein gewisser Nicolo Dentaro zum Tode verurtheilt worden, weil er einen jungen Mann von 14 Jahren unter besonders schrecklichen Umständen ermordet haben sollte. Diese Strafe war in lebenslängliche Zwangsarbeit verwandelt worden. Dentaro hat ständig seine Unschuld betheuert. Kürzlich nun fühlte ein gewisser Mariano Briondo sein Endt nahen und gestand, daß ein schon verstorbener Mann Namens Cadile das Verbrechen begangen und er thm dabei geholfen hätte. Eine daraufhin vorgenommene Untersuchung ergab in der That die völlige Unschuld Dentaros, der auf eine königliche Entscheidung sofort in Freiheit gefetzt wurde. Das F r a u e n st u d i u m in Deutschland. An den deutscher. Universitäten haben im verflossenen Studienjahr 19001901 14 Damen die Doktorwürde errungen, und zwar 5 in Halle, 3 in Heidelberg, 2 in Gtiingen, je 1 in Berlin, Breslau, Freibürg i. B. und München. Ihre Studienfächer waren Medizin in 3 Fällen (sämmtlich in Halle promovirt), englische (4). germanische (1), romanische Philologie (1), Philosophie (2), Mathematik (1), Chemie (1), Geologie (1). Die Mehrzahl (8) waren Nordamcrikanerinnen, die übrigen 6 deutsche Reichsangehörige.

Marcoui contra Slady. Zum Verständniß der gegenwärtig in der Tagespresse immer wieder besprochenen Kontroverse MarconiSlaby betreffs Verwendung der beidcrfeitigcn Funkentelearaphie-Systeme möge das Folgende beitragen: Bei der Annäherung an Englands Küste war von der Deutschland," an deren Bord Prinz Heinrich von seiner Amerikatour zurückkehrte, versucht worden, mit der nächsten Marconi-Station am Lizard mit Hilfe des Slaby-Appa-rates in Verbindung zu treten. Sobald indeß die Station erfuhr, daß die elektrischen Wellen ihr Slaby-Depe-schen zugetragen, brach sie jeden weiteren Verkehr ab. Für den Uncingeweihtn lag hier ein seltsames Räthsel vor, dessen Lösung nun Professor Slaby einem Berliner Journalisten gegeben hat. Danach liegt dem geschildcrten Vorgang ein Moment zu Grunde, das, wie Herr Slaby voraussieht, Veranlassung geben wird, die Nutzbarmachung dieser neuesten epochemachenden Entdeckung durch ein internationales Uebereinkommen zu regeln. Professor Slahy sagte: Mit der Lizard-Station hat gerade die .Deutschland' vor einigen Monaten bereits mit meinem Apparat sich in Verbindung gesetzt, und man hatte dem Schiff erwidert. Wenn es diesmal nicht geschah, so ist das eine Ungefälligkeit, die um so überraschender ist, als, man doch wußte, daß Prinz Heinrich sich an Bord befand. Aber die Sache hat eben ihre juristische Seite, und da hat die Station ganz korrekt gehandelt. Ja sie durfte nach dem nun

:inmal bestehenden Abkommen gar nicht. anders verfahren. Hinter dem, was Ihr Korrespondent geschildert, verbirgt sich nämlich ein Konkurrenzkampf. Marconis Erfindung wird von einer englischen Gesellschaft ausgebeutet. Diese Gesellschaft hat die Stationen eingerichtet und unterhält das erforderliche Personal. Beides stellt sie kostenlos den deutschen Schifffahrtslinien zur Verfügung aber gegen eine Bedingung: Es müssen Marconi-Ap-parate sein, durch welche die Depeschen den Stationen übermittelt werden. Unsere Dampfcrlinien haben als geschästlich geleitete Institute selbstverständlich ein Anerbieten acceptirt, das ihnen, ohne einen Pfennig zu kosten, nur Vortheile bringt. Die Gebühren für die aufgegebenen Depeschen bilden die Einnahme der Marconi-Gesell-schuft. So weit ließe sich nichts gegen die Sache sagen. Aber sie hat doch noch eine andere Bedeutung. Sie hat die Bedeutung, daß auch die Telegraphie ohne Draht genau so droht, ein englisches Monopol zu werden, wie es die Kabeltelegraphie ja ist. Mit anderen Worten: daß selbst die durch die Luft geführte Korrespondenz unter britische Kontrolle zu kommen droht. Und die Luft sollte man doch nicht einem Monopol überantworten. Der gemcinsam mit dem Grafen Arco von mir erfundene Apparat läßt sich auf den Stationen Marconis genau abstimmen. Marconi, den ich übrigens außerordentlich hochschätze, und ich sind, wenn auch auf vollständig verschiedenen Wegen, zu ganz denselben Ergebnissen gelangt, und die Leistungsfähigkeit der Apparate ist die gleiche. Bereits hat die Regierung der Ver. Staaten der Allgemeinen ElektrizitätsGesellschaft, die unsere Erfindung verwerthct. die Erlaubniß zur Errichtung zweier Stationen ertheilt, und es werden solcher Stationen wohl noch mehr erstehen. Soll die drahtlose Telegraphie im Weltverkehr den Platz einnehmen, den sie nach den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung beanspruchen darf, so muß die Anwendung unserer Entdeckungen auf internationalem Wege geregelt werden. Ein selbstständiges Vorgehen des Einzelnen würde genau den nämlichen Effekt haben, als wollten in demselben Saale zwei Orchester ein verschiedenes Programm durchführen. Wie hier die Schallwellen in höchste Disharmonie ausarten würden, so dort die elektrischen Wellen. Auch sie können nur unter einem Dirigenten harmonisch arbeiten." Banknotenfälschung in England. Durch eine äußerst geschickte Fälschung ist die Bank von England um große Geldsummen betrogen worden. Die gefälschten Scheine sind 5-Noten, einer der bequemsten und beliebtesten Kassenscheine in England, und die Fälschungen überragen an Vollkommenheit alle frühereu Fälstfikate so sehr, daß man bei den Untersuchungen durchaus keinen Anhalt in der Vergangenheit fand, sondern eine ganz neue Hand" vermuthen mußte. Daher kam es. daß die Falsifikate durch viele Hände gingen und selbst erfahrene Bankbeamte täuschen konnten, ehe sie in der Bank von England selbst angehalten wurden. Bis vor Kurzem waren ungefähr 300 solcher gefälschter Noten festgestellt. Entsprungener Löwe. In Broken Hill. Australien, hat letzthin ein aus einer Menagerie entsprungener Löwe die ganze Stadt zeitweilig in gewaltige Aufregung versetzt. Das Thier hatte sich auf einen hohen Damm zurückgezogen, den eine nach Tausenden zählende Zuschauermenge in respektvoller Entfernung umstand. Die Polizei wollte das Thier erschießen lassen, stand aber auf Bitten der Besitzer davon ab. Schließlich ist es auch gelungen, durch hingeworfene Fleischstücke den Löwen bis zu einem bereitgestellten Ääfig hinzulocken und auf diese Weise wieder unschädlich zu machen.

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