Indiana Tribüne, Volume 25, Number 198, Indianapolis, Marion County, 12 April 1902 — Page 4

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3ntnana Tribüne. Herausgegeben von der uteberg Es. Indianapolis, Ind.

Harry O. Thndium Präsident. Geschäfts local: No. 31 Süd Delaware Straße. telbpho.e es. Entered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Ter Geschina? ist Geschmackssache. Ueber die Geschmacksrichtung verschiedener Völker finden wir in der Halbnioncits - Schrift Küche und Keller" einen interessanten Artikel, dem wir Folgendes entnehmen: Das natürliche. Bedürfniß hat alle Völker angetrieben, neben der pflanzlichen auch die thierische Kost zu wählen, und da giebt es wohl keine Gruppe des Thierreiches, die nicht auf der Tafel ihren Vertreter hätte; Thiere, die bei dem cinen Volke den äußren Abscheu erregen, dienen einem anderen als Leckerbissen. Aus der Familie der Nagethiere sind es die Hasen, die vorzugsweise würdig befunden werden, eine cidilisirte europäische Tafel zu schmücken. In Spanien. Frankreich und England werden auch Kaninchen in großen Mengen gegessen. Alpenbewohner und Alpenreisende verschmähen auch einen fetten Murmelthier - Braten keineswegs. Daß der Biber, feiner Wassernatur wegen, von der kcholifchen Kirche in Europa für eine erlaubte Fastenspeeise erklärt ist, dürfte weniger bekannt sein. Eichhornchen werden an oen Ufern des Missouri gegessen. Stachelschweine liefern dem Holländer am Kap, dem Hottentotten, dem Australier, dem Hudsonbai-Jäger und selbst dem Italiener sehr geschätzte Beiträge für die Tafel. Ratten und Mäuse aber, schon dem Namen nach ekelerregend für den europäischen Feinschmecker. sind Lieblings Gerichte für Eskimos und Chinesen, für die Neger des südlichen Senegambiens und selbst für die Bewohner von Martinique. Rattensuppe oder ein Ragout von Rattenhirn geht einem echten Chinesen über alle Delikatessen der Welt. Halb ausgebrütete Enten- und HühnerEier. Haifinnen und Fischmagen. Fledermäuse und junge lebende Mäuse, in Honig ertränkt. Frösche und Seeschnecken. Suppe aus großen Raupen oder aus den ihrer Hülle entkleideten Puppen der Seidenraupe waren Hauptzierden eines chinesischen Festmahls. Festspeisen, die eine australische Küche liefert, sind eine Suppe von Känguruschwänzen. Braten und Ragouts von Beutelthieren aller Art, Wombats und Bandikuts, Opossums und fliegenden Eichbörnchen. Zwischengerichte von Mäusen und Schlangen. Desserts von Würmern und Raupen, namentlich von großen weihen Maden. Einer anderen, freilich kaum minder seltsamen und minder einladenden Küche begegn nen wir im hohen Norden, sei es an der Tafel eines Tschuktschen - Häuptlings oder eines vornehmen Grönländers. Robbemspeck und der noch nicht wiedergekaute Inhalt eines Rennthiermagens. Walfischhaut, in Würfel geschnitten, schwarz wie Ebenholz, Walfischgaumen, an denen noch etwas Fischbein haftet, fast duftend wie Käse, das sind freilich Gerichte, zu denen auch eine Tschuktschen Zunge und ein Tschuktschen - Magen gehören. Halb robcs und halb verwestes Robbenfleisch, fauliger Walfischschwanz, rohe WalroßLeber oder rohes gefrorenes RennthierFleisch, endlich eingemachte Krähenbeeren, gemischt mit dem Darmsaft des Rennthieres oder mit Fischthran, Eier in allen möglichen Brütestadien und Fischthran, in einen Sack von See hundsfell gestopft, das Alles ist wohl nicht geeignet, uns für grönländische Tafelfreuoen zu begeistern. Kaum brauchen wir uns wohl noch weiter zu den sich in Blut und rohem Fleisch berauschenden Abessiniern oder zu den Heuschrecken. Ameisen und Spinnen verzehrenden Hottentotten und Buschmännern zu begeben, um die Leckereien der Völker mannigfaltig und seltsam z finden. Daß der Esel in der altr'ömischen Feinschmecker einen hohen Rang einnahm, ist bekannt, und noch heute bilden Würste aus Eselfleisch, die Salami, ein Lieblingsspeisc der Jtali?ner. Als Fettlieferanten für die Kucke der Völker welteifern mit den Dickhäutern die Robben und Walthicre. Es giebt kaum eine Robbenart, deren Fett nicht trotz seines thranigen Geschmackes Liebhaber gefunden hätte. Viel verlangt. Aber, Eduard. Tu riechst ja schon wieder so abscheu lich nach Bier!" Aber Kind. Tu kannst doch nickt verlangen, daß ich deinetwegen Eau de Cologne trinken soll?" Der Gebirgsarzt. Nun. Herr Doktor, haben Sie den kranken Steinhofbauern wieder gesund gekriegt?" Vollkommen, er hat mich bei Ueberrcichung der Rechnung schon eigenhändig verhauen." Kondensirt. Elschen: .Sich' einmal. Mama, die kleinwinzigen Kühe dort!" Mutter: Ja. die sind wirklich merkwürdig klein. Elschen." Elschen: Sag' 'mal, das sind wohl die Kühe, von denen die kondensirte Milch sammt?"

Mazcvonischer Frühling.

Der Kölnischen Zeitung" wird aus : Konstantinopel geschrieben: Es wird in der nächsten Zeit nicht in Nachrichten über kleine Gefechte in Mazedonien mangeln. Die militarische Kraft derTürkei ist in Europa doch zu groß, als daß dieser Bandenkrieg ihr gefährlich werden könnte, und zwischen den einzelnen Bekenntnissen der christlichen Rajah herrscht eine immer steigende Verfeindung. die ein gemeinsames, geschlossenes Vorgehen gegen die mohammedanischen Beherrscher unmöglich macht. Die Bulgaren gelten den Griechen. Walachen, Serben als viel schlimmere Gegner als die Osmanen. die fiel) in ihr inneres Leben nie eingemischt haben, während die sogenannten Befreier, falls sie zur Macht gelangten, ihre Unduldsamkeit bald kräftig bethätigen würden. Neid und Haß unter den Bulgaren haben Die Anzeigen gegen bulgarische Landsleute hervorgerufen, wie die GerichtsVerhandlungen in Saloniki und Monastir im vorigen Jahre bewiesen haben, und der Löwenantheil an diesem schimpflichen Beginnen fällt den onhoboren Griechen zu. Politisch und militärisch können die Putsche gar keinen Nutzen bringen, sicher ist aber, daß die bulgarische Bauerschaft, die sich fernhält von dem Treiben, trotzdem schwer darunter leiden wird. In den türkischen Behörden entwickelt sich leicht die Anschauung, daß nun jeder Bulgare verdächtig sei, und diese Ansicht setzt sich häufig sehr schnell in die entsprechenden Maßregeln um. Die strengen Befehle von höchster Stelle haben nicht verhindern können, daß untere Beamte, Gendarmen. Führer von Sfretf wachen sich ganz grober Ausschri'itungen gegen friedliche Landleute schuldig gemacht haben, und die Sühne ist ausgeblieben. Ein Grund davon ist die höchst unregelmäßige Bezahlung der türkischen Beamten. Wer lange Monate kein Gehalt bekommen hat, neigt dazu, auf Kosten der Schwächeren sich schadlos zu halten, und Gewaltthaten bleiben nicht aus. Unter dem Druck von beiden Seiten werden auch d?e friedlichen Bestandtheile schließlich ,ur Verzweiflung und zu Ausbrüchen der Rache getrieben. Es müßte die erste Sorge der Pforte sein, daß ihre Befehle auch Gehorsam finden, sonst säet sie Wind und wird Sturm ernten. Augenblicklich ist ihre Aufmerksamkeit ganz besonders dem Schutz der Bahnen zugewandt. Man befürchtet Handstreiche gegen die Linien, Zerstörungen der Kunstbauten, und hat die Überwachung dr Strecken verschärft, besonders im Wilajet Monastir. Der dortige Mali Edib Pascha ist durch lange Dienstzeit in Adrianopel mit der Bekämpfung des Räuberunwesens vertraut und bewährt jetzt seinen Ruf eines Mannes von schnellem, thatkräftigen Entschluß. Offizier Verhaftungen in Konstantinopel. Zu den bereits telegraphisch gemeldeten Massenverhaftungen türkischer Offiziere wird dem .Berliner Tageblatt" unter dem 14. März aus Konstantinopel gemeldet: Gestern wurden wieder sechzig VerHaftungen von Offizieren vorgenommen. Unter den Verhafteten sind alle Rangklassen vertreten. Es herrscht das reine Schreckensregiment", sagte mir ein höherer Offizier. Wenn das so weiter geht, wird bald kein, befähigter Offizier mehr übrig sein, denn geradc die tüchtigsten Leute, die im Auslande ausgebildet sind, werden verbannt oder verschwinden sonstwie spurlos. Im besten Falle werden sie nach entlegenen Garnisonen im Inneren versetzt. Bei der gegenwärtigen Gährung in Mazedonien. Bulgarien und Serbien ist dieses Vorgehen des Sultans äußerst bedenklich. Im Falle eines Bedürfnisses könnte es an geeigneten Männern fehlen. Wäre noch ein Komplot gegen den Souverän vorhanden, so begriffe man die Sache allenfalls. Wir wissen aber, daß alles nur Mache seitens der fanatischen Rathgeber ist. welche in Fuad und allen fremdländisch gebildeten Officeren den Fortschritt und die europäische Kultur hassen. Fuad Pascha war ihnen seit dem Armenier-Putsch. wo er in den asiatischen Vorstädten ein Massacre verhinderte, ein Dorn im Auge. Fuad und alle nach ihm Verhafteten und Opfer der Furcht und des Hasses jener Leute. Jetzt haben sie den Sultan zu bereden versucht, alle im Ausland studirenden Offiziere zurückzurufen.' Was uns jedoch am meisten empört, ist die Ernennung der unfähigsten Leute zu Ehrenposten, so eines Feuerwehr-Unteroffiziers unter Beförderung zum Major zum Chef der Militär-Polizei von Konstantinopel, weil er den Angeber einiger Offiziere gespielt hat. Wäre es zu verwundern, wenn wir gegen jene Rathgeber komplottirten? Das Maß der Ungerechtigkeiten ist fast voll." Die Gesammtzahl der seit vierzehn Tagen verhafteten Offiziere beträgt hundertsechsundvierzig, darunter befinden sich fünf Divisions-Komman-deure." Ein Dekret des Ministers untersagt allen Offizieren, europäische Klubs zu besuchen. Kasernenhofblüthe. Unt.?roffizier: Was sind Sie denn eigentlich?" Rekrut: Schriftsteller und Dichter." Unteroffizier: Hier habet Sie aber jetzt keineSchrift. sondern Ihre Beine richtig zu stellen und sie nicht so baumeln zu lassen, als säßen Sie auf dem Pegasus!-

JnPhoenir, Arizona, ist eine Aktien - Gesellschaft behufs Ausbeutung der Eisböhlen im Norden des Territoriums gebildet worden. Nachforschunaen haben ergeben, daß die

Höhlen, die sich tief in das Innere der ' Erde htneinztehen, unerschöpfliche Borräthe von Eis bergen. Fünf junge Neger, die in Tuskogee, Ala.. ausgebildet sind, haben von New ?jork die Reise nach der deutschen Toga - Colonie in SüdAfrika angetreten, wo sie die Eingeborenen in der Landwirthschaft unterrichten sollen. Ihr Führer ist I. N. Calloway, ein Lehrer der TuskogeeSchule, der vor 18 Monaten drei Neger nach Togo brachte und nach Amerika zurückkehrte, um andere Farbige für den erwähnten Zweck zu gewinnen. Die früheren Experimente in dieser Richtung haben sich als erfolgreich erwiesen. Beim Pflügen auf seinem Felde legte der Farmer M. I. Finster bei Eldora, Ja., mit seinem Pflug ein Blechgcfäß blos, das mit Gold- und Silbermünzen angefüllt war. Vor kurzer Zeit hatte er schon einmal auf seiner Besitzung einen Geldfund gemacht. Er riß ein altes' Gebäude ein und ein Regen von Silbermünzen fiel auf den Boden. Man nimmt an. daß ein früherer Eigenthümer der Farm seine Schätze an beiden Plätzen versteckt hatte, aber starb, ohne Jemanden sein Geheimniß zu offenbaren. Unter einer Wolfsgelage haben die Farmer in der Umgegend von Hamblen, Ind., zu leiden. Schafe, Schweine und Geflügel bilden vornehmlich die Beute des Raubzuges. Als neulich Enos Sleitner sein Vieh füttern wollte, fand er im Stalle vier Wölfe, die seine Schafe erwürgten. Die W)lfe wandten sich dann gegen den Farmer, der sich zurückziehen und mit ansehen mußte, wie die Bestien zwei Lämmer forischleovten. Es bildet sich jetzt eine Jagdgesellschaft, um I ou Äwlse auszurotten und alle Jage? im County werden zur Theilnahme eingeladen. Mit dem bekannten ungeladenen Gewehr hat der 20 Jahre alte Howard Warner in Larue Station, Pa., seinen jüngeren Bruder John erschössen. Der Letztere wurde in's Haus geschickt, um einen Schraubenzieher zu holen, und traf seinen älteren Bruder an. wie derselbe sich an seinem Gewehr zu schaffen machte. In dem Glaub-n. die Waffe sei nicht geladen, zielte Howard auf John, und mit dem Ausruf ..Paß auf, ich erschieße Dick !" drückte er ab. Im selben Moment entlud sich die Waffe, und in die Lunge geschossen brach John zusammenkam anderen Morgen war er eine Leiche. Auf seiner Ranch am Henry Lake in Montana ist Richard Reck, einer der besten Kundschafter in Indianerkriegen. von einem Büffel, den er selbst auferzogen, zu Tode gespießt Durde. Rock war einer der Spähcr der von den Indianern fast ganz vernichteten Custer - Expedition ; er foll es gewesen sein, der Custer die Kunde von der Anwesenheit der Indianer unt.'r Sitting überbrachte und ihm rieth, das Kommen von Reno abzuwarten, ehe er die Rothhäute angreife. Vor ungefähr einem Jahre wurde Reno von der Regierung in den Aellowstonc Park gesckickt, um die dort Vorhändenen Büffel zu zählen. Um das Privilegium, der 19 Jahre alten Nellie Hofmann den Hof zu m.ichcn, entrirte in HartfordCity. Ind.. der Kneipier Joh. Kane mit dem Glasmacher Edwin O'Brien einen Faustkampf, der freilich nicht ganz commentmäßig verlief. Zwei volle Stunden prügelten sich die Kampfhähne unter Aufsicht zweierSecundanten, ohne zu einem Resultat zu kommen. Schließlich rollte beide in einen mit Wasser gefüflu.i Graben und in diesem wären wohl beide ertrunken, wenn die Secundanten sie nicht gerettet hätten. Ob dieses unvor-h-ergesehene kilteBad ihre Liebesbrunst abgekühlt Hai, wird nicht gemeldet. Unweit von Anthony's Nose. N. Y.. haben italienische Eisenbahnarbeiter einen mit alten Silbermünzen gefüllter Kasten ausgegraben. Durch diesen Fund wurde die Sage von Capitän Kidd's verborgenem fabelhaftenSchatz wieder w.ich und überall entlang dem Hudson River wird von Neuem jetzt nach dem Schatz gesucht. Besonders in der Gegend von Peekskill können kaum enug Picken und Schaufeln verschafft werden. Die Thatsache, daß die soeben gefundenen Silbermünzen eine viel spätere Iahreszahl als 1701, das Jahr der Hinrchtung des berüchtigten Piraten Kidd in London, tragen, ficht die Schatzgräber weiter nicht an. Ein vielversprechendes Früchtchen ist der 13 Jahre alte Chas. Oliver in Algurs. La., der dieser Tage wegen Eräberschändung - und Leichenraub verhaftet wurde. Der Bengel widersetzte sich mit Gewalt seiner Verhaftung und mußte dreimal niedergeschlagen werden, ehe er überwältigt werden konnte. Seine Verbrecherlaufbahn begann er schon im Alter von fünf Jahren, und seine Eltern, die respectable Leute sind, mußten schon öfters ihre Zuflucht zum Gesetz nehmen, um ihren ungerathenen Sohn im Zaume zu halten. Nach der Verhaftung ergab sich auch, daß Olittt der Führer einer wohl organisirten Bande von jungen Dieben war, die seit Monaten in Algiers ihr Unwesen getrieben hatte.

Während des AufentHalts auf der Station Eutinoen explodirte in der fahrenden Post desNachtzuges Stuttgart - Rottweil ein nach Oberndorf a. N. bestimmtes Packet mit Patronen. Die umliegenden Gepäckstücke fingen Feuer. Dieses wurde mittels Säcke in kurzer Zeit gelöscht.

Der Beamte kam mit tern Schreckenl davon, wahrend der Schaffner, dem die Stiefel und Hosen verbrannten, einige Brandwunden erlitt. JnParis wurdeAchille Laviarde bestattet, welche? von seinem Vetter, dem 1861 thatsächlich zum Könige von Patagonien und Araucanien ausgerufenen Aurelius Antonius La'viarde. den Königstitel ererbt hatte. Konig Achille war seit 1878. demJahre seines Regierungsantrittes", nicht in seinen Staaten, deren Umfang doppelt so groß als Frankreich ist. Er wohnte in Paris an der Place du Trone sehr behaglich und vereinigte einmal wöchentlich seine Großwürdenträger, die mit allen Orden erschienen, zum Diner, bei welchem es manchmal exotische Gerichte mit araucanischen Namen gab. König Achille starb kinderlos und hinterläßt den Königstitel einem derzeit in Rom weilenden Verwandten. Der wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung in Trier unter Degradation zum Gemeinen zu längerer Freiheitsstrafe verurtheilte Hauptmann Koch wurde unter Führung eines Hauptmannes durch ein Begleitkommando von zwei Unteroffizieren, zwei Gefreiten und ztvei Mann zur Strafbüßung nach Köln transportirt. Da Hauptmann Koch auf dem Bahnhofe zu Koblenz eintn Fluchtver-' such unternahm, um sich im Rhein zu ertränken, so mußte das Commando laden und Seitengewehr aufpflanzen. Nach der Ankunft im Festungsgefängniß zu Müngersdorf mußte der Verurtheilte zum Zeiten der Degradation Uniform. Helm. Säbel und Pi?rtepee Ablegen und Civilkleidung anziehen. Vera G e l o, ie n e russtsche Studentin, die im Vorjahre im College de France einen Revolverschuß auf den hochbetagten Professor Deschanel in Paris abfeuerte und dabei ihre intime Freundin Zelenine tödtlich. verwundete, die sodann von den Pariser Geschworenen freigesprochen und von dem Bruder ihres Opfers nach Rußland zurückgebracht wurde, stürzte sich neulich von dem Brückensteg von Passy in die Seine, wurde aber gegen ihren Willen von einem Badediener gerettet. Die Unglückliche,, die in Rußland ihren Vater wieder verh?irathet gefunden, war nach mehrmonatlichm Irrfahrten nach Paris zurückgekehrt, um sich dort den Tod zu geben und neben ihrer Freundin begraben zu werden. Sie ist, nachdem die Polizei ihre Identität festgestellt, aus dem Hotel wo sie abgestiegen war, wieder verschwunden. Während verletzten Nebelperiode wurden in London wissenschaftlichc Untersuchungen über die Bestandth?ile dieser Landplage Englands eingeleitet, und es zeigte sich, daß bei g?lbem Nebel die Luft fünfmal mehr Schwefelsäure enthielt, als an trüben Tagen. Der Wasserkohlenstoff, welcher im gelben Nebel enthalten ist. war mit theerartigen Sub"anzen versetzt, wie Naphthalin und Phenol. Pyridin, die schädlichste Substanz, welche der a bak enthält, findet sich ebenfalls in größeren Mengen vor. Die schädliche Wirkung des gelben Nebels auf den Menschen läßt sich aus der Wirkung ermessen, die er auf die Pflanzenwelt hat. Im Palmenhause in Kew Garbeni wurden ganze Tragkörbe voll todter Blätter nach einer Nebelnacht gesammelt, und den Blüthen und Knospen bedeutet de?" Nebel einfach die Vernichtung. Eine schwere Blutthat mit verhängnißvollem Ausgang ist von jungen Leuten, die in Hersfeld auf de? Musterung gewesen waren, auf der Nachhausewege begangen worden. Rekruten aus den Dörfern Rohibach und Tann geriethen in der Wirthschaft in Reilos hart aneinander, so daß es zu einer wüsten Schlägerei, zu einem förmlichen Gefecht kam. Es wurde au'' beiden Seiten mit großer Wuth gekämpft, so daß alle Ermahnungen und selbst das Dazwischentreten des Bürgermeisters Wiegand von Tann fruchtlos waren, derselbe erhielt vielmehr ei? nen Schlag über den Kopf. Ein 50 Jahre alter Bauer Namens Kerst wurde dermaßen mißhandelt, daß er starb. Ferner wurden der Schreiner Sommer schwer und mehrere andere Rekruten leicht verletzt. Mehrere an der Schlägerei Betheiligte wurden verhaftet. Vor Kurzem hatte der Sportsmann Fürst Wrede in Bamberg nach einer Geburtstagsfeier im Casino mit der ganzen Kapelle des dortigen Ulanen - Regiments einen nächiliehen Umritt durch die Stadt gemacht und die schlafenden Bewohner durch die lauten Klänge des schönen Lied:s Was blasen die Trompeten?" theils erfreut, theils geärgert. Hierfür war er vom Oberkrieqsgericht zu Zimmerarrest verurtheilt worden, den er dieser Tage abriß". Aus diesem Anlaß ließ er in der Amalienstraße. wo sich sein? Behausung befindet, eine Trauerflage aufziehen und auch sein Phylax rnu&if sich eine Trauerfärbung seines Pelzes gefallen lassen. Die Polizei, die von Humor nichts weiß, wird nun geg?n den Hausbesitzer den groben Unfugsp?, ragraphen in Anwendung bringen. Die nüchterne Gegenwart ist solchen Spfc ßen eben abgeneigt.

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