Indiana Tribüne, Volume 25, Number 196, Indianapolis, Marion County, 10 April 1902 — Page 7
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I Frieden. o o o 5 tfornan von LudrVilvHnbictit. 0A0A0A0A0A0AG0A0A0A0A0A0AQ (Fortsetzung.) Anstatt aller Antwort zog Edwin eine mit Perlen gestickte Cigarrentasche hervor, die freilich schon durch den langen Gebrauch ein wenig unscheinbar geworden und die gerade in der Mitte durchlöchert war. Die Geschwister ließen erstaunt ihre Blicke über die Tasche gleiten und Norbert sagte in großer Erregung: Wahrhaftig, Edwin. Sie haben Glück gehabt." Nicht wahr?" entgegnete der junge Offizier sogleich. Wenn die Chaffepotkugel nicht dies prächtige Hinderniß fand, denn hätte sie mir gerade das Herz durchbohrt, und habe ich deshalb n'cht ein Recht. Ihre liebe Schwester meine theure Lebensretterin zu nennen, der ich ewig dankbar bleiben muß?" Jede andere Cigarrentasche hätte dies auch gethan," bemerkte Elfe ruhig, als wollte sie die überschwängliche Dankbarkeit des jungen Mannes auf das richtige Maß zurückführen. Nein, liebe Elfe, durchaus nicht," widersprach Edwin sehr eifrig. Einfaches Leder hätte die Kugel nicht aufgehalten, das hat nur die Perlenstickerei vermocht und Ihrem hübschen, mir ewig theuren Werke verdanke ich allein meine Rettung." Der Offizier barg jetzt wieder mit großer Sorgfalt die kostbare Tasche in seinem Rocke. Das Herz Elses schwoll auf in unendlicher Seligkeit. So hatte also wirklich das kleine Andenken, das sie ihm mitgegeben, dies Wunder bewirkt! Wenn auch Edwin ihr dies brieflich mitgetheilt und in den lebhaftesten Ausdrücken ihr gedankt hatte, so war sie doch der Ansicht gewesen, daß er die ganze Geschichte recht aufgebauscht habe, um ihr eine Annehmlichkeit zu sagen, und nun mußte sie sich durch den Au genschein überzeugen, daß ihr Geschenk ihn wirklich vor einer schweren, vielleicht tödtlichen Verwundung geschützt habe. Kommen Sie, lieber freund." drängte jetzt der junge Sollbach, ,.unsere Eltern erwarten Sie schon;" er hatte einen in der Nähe befindlichen Knecht herbeigerufen, der das Pferd des Gastes in den Stall führte. Edwin gab Fräulein von Sollbach den Arm, die jetzt glückstrahlend mit ihm dem Haus? zischritt, während Norbert dem Paare langsam folgte. Wirklich, in der schönen, prächtigen Vorhalle standen bereits Herr und Frau von Sollbach und begrüßten ihren jungen Gast mit großer Herzlichkeit. Der alte, noch sehr bewegliche Herr neigte ein wenig zur Wohlbeleibtheit. Aus dem vollen, blühenden Gesicht schauten ein paar ungewöhnlich kluge Augen und um die Lippen spielte gern das überlegene, selbstzufriedene Lächeln eines Mannes, der sein Schäfchen rn'I Trockene gebracht hat. Frau von Sollbach war eine mittelgroße Frau, deren Formen bereits das rrchtlge Msß etwas überschritten hatten. Sie konnte niemals schön gewesen sein; aber ihre weichen, schon eir wenig schwammigen Züge hatten einer ungewöhnlich gutmüthigen Ausdruck. Während Herr von Sollbach nock immer in seinen Reden, wie in seinem ganzen Wesen eine große Lebhaftigkeit verrieth, zeigte seine Gattin eine Ruhk und einen Gleichmuth, die schon ar Pflegma streiften. Meine Mutter sucht das Glück ir der Bequemlichkeit," hatte Elfe frühel einmal mit der ganzen Offenheit unt Zungenschärfe eines sechzehnjähriger Bockfisches gesagt, und wer die Frar und die ganze Zimmereinrichtung sah der konnte die boshafte Bemerkung bei Kleinen nicht ganz unrichtig finden. Ir dem Sollbach'schen Hause war Alles auf die größte Bequemlichkeit zugeschnitten. Diese schwellenden Sessel, die runden Tische, die kleinen Ecken, du weichen Teppiche, die gedämpften Farden der Möbel und Tapeten, Alles schien zu behaglichem Ausruhen einzuladen. Der junge Offizier kannte diese prächtig eingerichteten Räume, durch die man jetzt schritt, und doch war es ihm, als ob sie heute einen noch angenehmeren Eindruck auf ihn machten. Hier kam überoll jener Reichthum zul Schau, den zu bewundern er in französischen Schlössern sehr oft Gelegenheit gehabt. Der Empfangssalon, in de man jetzt Platz nahm, zeigte vollends sc viel guten Geschmack, daß auch selbst das verwöhnteste Auge eines vornehmer Franzosen dc.can nichts auszusetzen gefunden hätte. Edwin mußte zum Essen bleiben; el hatte auch eine solche Einladung erwarret, und obwohl er wußte, daß Herr vor Sollbach eine gute Tafel liebte, mußti er doch heute wieder die ausgezeichnet, Küche des gastlichen Hauses anerkennen, die auserlesensten Gerichte kamer auf den Tisch und die ältesten Jahrgänqe aus dem Keller des Millionärs erhöhten noch die allgemeine fröhlich Laune. Wohl hatte der Leutnant sich schor früher im Sollbach'schen Hause rechj heimisch gefühlt, denn die heitere, behagliche Stimmung, die hier herrschte fand bei ihm stets ein aufrichtiges Echo? aber heute war es ihm doch, als ot diese liebenswürdigen, angenehmer Menschen ihm eine noch größere Herz-
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lichkeit entgegenbrächten. 5t mochter sich jedenfalls ein wenig geschmeichelt fühlen, daß der junge Nachbar so rasck den Weg zu ihnen fand und für feint Lebensretterin eine so warme, rückhaltlose Dankbarkeit an den Ta; legte, denn auch die Eltern Elses erfuhrer jetzt, daß die Sache doch ernstlicher gewesen war, als sie Alle angenoznmer hatten. Bei Tisch war die Unterhaltung nock lebhafter als sonst. Die Verlobungsfeier. das unerwartete Eintreffen des Oheims und das Ausbleiben des alter Grafen, das Alles bot einen reichen Unterhaltungsstoff und als gute Nachbarr nahmen die Wirthe den eifrigsten Antheil. Die gutmüthige' Frau von S?llback fand die Unvcrsöhnlichkeit des Grafer ganz unbegreiflich und ihr Gatte theilt ihre Ansicht. ' Man verbittert sich ja nur das Dasein, wenn man allzulang? nachträgt. Verzeihen und vergessen, das bleibt bei solchen Dingen doch immer das Klügste." Ja. w-r dies stets könnte! Der Eigenart des Grafen ist dies eben unmöglich," bemerkte der Sohn. Die Eltern sowohl, wie Elfe blickten erstaunt auf Norbert, der sich plötzlich zum Vertheidiger des starrsinnigen Mannes aufwarf. Unsere Fehler sind die Schatten unserer Tilgenden," fuhr der junge Mann ruhig fort; und der Graf Bredow würde nicht der eisenfeste. unerschütterliche Charakter sein, wenn er so leicht verzeihen und vergessen könnte." Nein, solche Leute sind wahrhaftia nicht zu beneiden." rief Edwin lebhaft aus. 2ie glücklich würden wir Alle sein, wenn der Mann die Hand der Versöhnung annehmen wollte, die ihm mein Oheim geboten hat. Was ist das
für ein prächtiger Mensch! Der hat schon in der ersten Stunde mein ganzes Herz gewonnen," setzte er voll Wärm: hinzu. Elfe war ganz entzückt über diese Worte; so konnte nur Derjenige fühlen und denken, dem sie jetzt ihre ganz; Seele zuwenden mußte. Wie unbefangen war früher ihr Verkehr gewesen, man hatte miteinander gelacht und gescherzt, aber es war der kleinen Else gar nicht eingefallen, daß der junge Offizier je etwas anderes in ihr sehen werde, als eine Nachbarin, mit der sich einmal ein Stündchen verplaudern ließ wußte sie doch von der Jugendfreundin um das Geheimniß seiner Liebe. Als sich Herr von Sollbach hier angekauft, hatte sich seine Tochter mit ihren fünfzehn Iahren rasch an Hedwig angeschlössen, und wenn auch ihren Eltern der vertrauliche Verkehr mit der Nichte ihres Försters nicht recht wünschenswerth erschien, noch dazu, weil ihnen das junge Mädchen etwas überspannt vorkam, so war doch in dieser einsamen Gegend ein passender Umgang nicht leicht und rasch zu finden, und so hatte man das trauliche Zusammensein der Beiden auch dann noch geduldet, als mit den Nachbarn ein näherer Verkehr angebahnt worden war. Hedwig hatte auch bald ibrer jungen Freundin anvertraut, daß sie von Baron Edwin geliebt werde und ihn heiß und glühend wieder liebe, und die Kleine hatte auch neidlos an dem Glücke der Freundin Theil genommen, ftiit ein fünfzehnjähriges Mädchenherz übt es ja einen eigenen Zauber aus, die Vertraute einer solchen Liebe zu sein; der Ausblick in eine noch völlig unbekannte, flammensprühende Welt wirkt ip berauschend, und Else war willig imd begeistert dem Glückstraum HedWegs gefolgt. So gab es noch immer Menschen, die nach Stand und Rang nicht fragten und allein dem Gebote ihres Herzens gehorchten! Wie sie Edwin bewunderte, der nach der Versicherung ihrer Freundin der ganzen Welt trotzen werde, um sich ihren Besitz zu erzwingen. Deshalb allein hatte Else dem jungen Nachbar eine solch' aufrichtige, ehrliche Freundschaft geschenkt und mit ihm verkehrt wie mit einem guten Kameraden; es war der Kleinen gar nicht eingefallen, für den jungen, hübschen Leutnant zu schwärmen, wußte sie doch, daß er mit tausend Banden an die schöne Freundin gefesselt und sie nur ein kleines, unansehnliches Ding war, das auf ihn keinen Eindruck machen könne. Und weil sie sich so unbefangen geben konnte, deshalb war der Verkehr mit dem Nachbar allmälig immer lebhafter geworden, aber das junge, kluge Mädchen sagte sich dabei, daß er sich nur deshalb so oft bei ihnen einfinde, um dann Gelegenheit zu haben, die Geliebte heimlich sehen und sprechen zu können da vermochte die Welt nicht so focht Argwohn zu schöpfen. Nun war doch alles anders gekommen. Das Vielliebchen, das sie kurz vo: Ausbruch des Krieges mit Edwin verloren und für das sie ihm dann die Cigarrentasche geschenkt, schien für Beide verhängnißvoll zu werden. Seine letzten Briefe aus dem Felde hatten eine Wärme geathmet, die auch ihr Herz in seltsame Bewegung geatzt, nun war er schon am Tage nach seiner Heimkehr herübergekommen, und jedes Wort, das er an sie richtete, jeder Blick verrieth, daß er, jetzt in ihr etwas anderes sah, als nur einen guten Kameraden. War aus seinem Herzen die Liebe für Hedwig verschwunden? Sie mochte es nicht hoffen, obwohl sie ihn jetzt bewundern, vielleicht schon lieben mutzte; aber sie durfte nimmermehr diese Gefühle verrathen, das war sie der Freundin' schuldig, ja, sie hielt es für ihre Pflicht, ihn zu ihr zurückzuführen, wenn er sie wirklich schon vergessen ge-
konnt. Sie mußte sich offen mit ihm darüber aussprechen, und eine Gelegenheit dazu war leicht gefunden. Die köstliche warme Frühlingssonne lockte in's Freie; aber Herr von Sollbach und seine Gattin folgten auck) heut wieder ihrer süßen Gewohnheit und zogen sich nach dem Essen zurück, um ein kurzes Schläfchen zu machen; deshalb wanderten jetzt die jungen Leute allein in den Park, der den schönsten Schatten bot. Norbert erklärte bald, daß er müde sei und sich auf der nächsten Bank ein wenig ausruhen wolle. Verzeihen Sie, Kamerad, daß wir auf Sie keine Rücksicht genommen haben," sagte Edwin sogleich in seiner herzgewinnenden Freundlichkeit. Nein, überlassen Sie mich ruhig meinem Schicksal," entgegnete Norbert, und schwärmen Sie mit meiner Schwester noch ein wenig umher." Edwin blickte fragend in das Antlitz seiner Begleiterin, ob sie dazu bereit sei. und diese nickte zustimmend. Wir finden Dich also hier wieder?" fragte Else den Bruder, der es lächelnd versprach. Vielleicht sogar eingeschlummert, denn mir rinnt, wie der griechische Dichter singt, ein süßes Schläfchen die Wimper niederwärts." Welcher Dichter?" fragte die Schwcster sogleich. Ich glaube, Aristophanes; aber ganz sicher bin ich nicht." entgegnete der Bruder, er lehnte sich schon auf der Holzbank zurück und schloß die Augen. Dann kommen Sie nur," wandte sich Else zu ihrem Begleiter, und im Weitcrwandern sagte sie mit ihrer gewohnten Lebhaftigkeit: Was mein Bruder alles weiß, das ist schrecklich! Ich möchte es nicht in meinem Kopfe haben, es würde mir ihn schwer machen," und sie stieß ein leises, übermüthiges Lachen aus. Mir auch." entgegnete Edwin offenherzig; das viele Studiren war niemals meine Passion." Das war es mir doch," entgegnete Else rasch, und als der junge Leutnant sie verwundert ansah, setzte sie lächelnd hinzu: Passion im anderen Sinne, denn meine englische Gouvernante tonnte gar nicht genug meinen armen Kopf mit allerhand gelehrtem Zeug füllen, Algebra und ik die Dinge alle heißen, das war mein Leid, meine Passion," und die Kleine stieß einen so schweren Seufzer aus. daß Edwin davon nicht wenig belustigt wurde. Wie sie in Allem miteinander übereinstimmten, auch in dieser Abneigung gegen allzugrohe Gelehrsamkeit! Er hatte dies früher gar nicht gewußt und geglaubt, sie müsse furchtbar viel gelernt haben, weil sie über alles so hübsch zu plaudern verstand, und jetzt bekannte sie ihm offen, daß sie von übertriebener Bücherweisheit nichts wissen wolle. War dies liebenswürdige, hcitere Ding nicht die beste Le-ben-zefährtin, die er sich wünschen konnte? Beide hatten während der Unterhaltung den Wildzaun erreicht, der den
Park vom Walde schied, und jetzt, wo Norbert ihn nicht mehr hören kor.nte, fühlte er sich gedrungen, sein Bedauern über dessen Schicksal auszudrücken. Ihr armer Bruder!" begann er mit seiner hellcn. klangvollen Stimme, denn ist es nicht tragisch, daß er noch kurz vor Beendigung des Feldzuges verwundet wurde? Und doch möchte ich ihn beinahe darum beneiden." Else schaute verwundert zu dem Sprecher auf. Heißt es nicht in dem Schiller'schen Gedicht oder ist es von Goethe: .Z?erwittsaiter weiß ich nichts im Krieg, Als nicht blcsftrr zu sein Der Mann hat recht. Dies kommt mir jetzt oft in den Sinn." Dann habe ich es ja verschuldet, daß Sie ganz unverwundct aus dem Kriege zurückgekehrt sind!" rief Else mit gutgespielter Betroffenheit und blickte ihrem Begleiter neckend in's Gesicht. Na, na, so war es doch nicht gemeint," entgegnete Edwin, über diesen scherzhaften Einwurf nicht wenig belustigt. Ohne Ihr mir theures Geschenk hätte mir die Chassepotkugel das Herz durchbohrt, und man ist ja noch so jung und lebt so gern, deshalb danke ich Ihnen doch sehr und von ganzem Herzen, daß Sie mir das Leben gerettet haben!" Er stieß ein fröhliches Lachen aus. während er ihr mit einer Wärme in die Augen blickte, die mehr verrieth als bloße Dankbarkeit. Edwin glaubte, ein leises Lachen zu vernehmen, als ob es ein Echo des seinen gewesen wäre; aber wie er auch heimlich scharf umherspähte, er konnte da drüben nicht das Mindeste bemerken, dennoch erschien ihm die Nähe des Wildzaunes plötzlich nicht recht geheuer; was er heute noch seiner Begleiterin zu sagen hatte, das geschah am besten in gemessener Entfernung von dem Walde, denn es überschlich ihn die Besorgniß. Hedwig könne sie belauschen wollen das sah dem tollen Mädchen ganz ähnlich, deshalb sagte er rasch, als sie wieder das Ende des Buchenganges erreicht hatten: Wollen wir uns nicht ein wenig setzen?" und er zeigte auf einen freien Platz, in dessen Mitte eine hohe Blutbuche ihre breiten Aeste beinah bis auf die Erde ausstreckte und unter der sich eine von Birkenholz errichtete Bank befand. Edwin vermochte Zaum ein Lächeln zu unterdrücken über die plötzliche VerWandlung, die mit der Kleinen vorgegangen war. Was hatte sie nur? Jetzt I erinnerte sie ihn doch wieder ein wenig
an den früheren Backfisch, der irgend iin? nnsi!i?nsxnd' "füffct niif 2iifslii-
m MM tvtiwv v v v-y v mm vwu- i schen und mit dem Gesichte einer gereiften Dame vorzubringen sucht, dermoch folgte sie bereitwilligst seiner Einladung und nahm an seiner Seite Platz. Wirklich begann auch Else in ganz verändertem Tone: Ja, ich muß mit Ihnen sprechen. Ich bin es meiner Freundin schuldig, sie hat mich in ihr Geheimniß eingeweiht, ich weiß, wie glühend Sie von ihr geliebt werden " Weiter kam Fräulein von Sollbach nicht, denn Edwin unterbrach sie mit den sebr kühl und gleichgiltig hervorg:stoßenen Worten: Ach, sie hat von ihrer Jugendthorheit geschwatzt? Nun. die liegt jetzt für immer glücklich hinter mir." Else sah ganz verwundert dem Äaron in's Antlitz. Diese Antwort hatte sie nicht erwartet, und noch ehe sie etwas entgegnen konnte, fuhr Edwin eifrig fort: Ich liebe Hedwig nicht, ich habe sie nie geliebt: Es war die Schwärmerei eines unreifen Burschen; aber jetzt erst ist eine wahre Liebe in mir erwacht." Während er ihr voll Zärtlichkeit in das noch immer ganz verwunderte Antlitz blickte und ihre Hand ergriff, fügte er mit großer Wärme hinzu: Elfe, ahnen Sie es nicht fchon, daß ich Sie allein liebe und mein ganzes Herz Ihnen für immer gehört?" Nun lvar es freilich mit aller Würde, die Else annehmen gewollt und mit allen Freundschaftsgefühlen für Hedwig vorbei; ihr junges, kaum siebzehnjähriges Herz konnte diesem Sturm der Gefühle nicht widerstehen; sie hatte sich also nicht getäuscht er liebte sie wirklich, sie allein. Das war ja ein unnennbares Glück und sie hätte laut aufjubeln mögen; aber sie brachte keinen Laut über ihre Lippen, nur ihre Augen senkten sich noch einmal in die scinigen, als wollte sie in der blauen Tiefe dieser funkelnden Stcrne sich Gewißheit holen von der Wahrheit seiner Worte. Ja, ich weiß es jetzt, wie eine wahre Liebe ist," fuhr Edwin eifrig, fort; was ich für Hedwig empfunden habe, war nur ein Raufch. der völlig verflogen ist. Ihnen, liebe Else. danke ich mein Leben, und allein Ihnen soll auch, Us zum letzten Athemzuge, mein Herz gehören." Dann ist es also nur Dankbarkeit, die Sie zu mir führt." sagte Else nicht wenig beklommen; es war ihr, als sei sie rasch wieder aus allen Himmeln gestürzt. Nein, das dürfen Sie nicht denken." widersprach Ewin lebhaft. Es ist nicht die Dankbarkeit allein, die mich an Sie fesselt, aber ich bin mir ir5der letzten schweren Zeit über meine Gefühle klar geworden. Hedwig würde mich mit ihrem wilden, leidenschaftlichen Wesen nur unglücklich machen, während ich jetzt weiß, daß wir für einander förmlich geschaffen sind. Meinen Sie das nicht auch?" und er blickte voll Zärtlichkeit in ihr erglühendes Antlitz. Else hatt sich die Liebeserklärung eines Mannes, dem sie einmal Herz und Hand schenken sollte, noch etwas anders, viel feuriger und schwärmerischer gedacht, dennoch übten seine Worte auf sie einen Zauber aus. dem sie niuu widerstehen konnte. Die Freundin war vergessen. Wenr? Edwin sie nicht mehr liebte, warum sollte sie dann auf ein Glück länger verzichten, das plötzlich all' ihr heimlich Sehnen zur Erfüllung brachte? Ja, sprechen Sie im Ernst? Wollen Sie sich nicht ein wenig lustig machen?" fragte sie, da sie noch immer nicht recht an die Wahrheit seiner Gefühle glauben konnte. Ave? meine liebe, einzige Else, wie kannst Du noch länger daran zweifeln? Ich liebe Dich, Dich allein und ich hab, keinen anderen Gedanken und keinen anderen Wunsch, als daß Du bald die Meine werden sollst." Edwin zog sie zärtlich an sich und preßte den ersten Kuh auf ihre frrscken. blühenden Llppen. Sie wehrte ihn nicht ab, war doch die Seligkeit zu groß, die jetzt durch ihr junges Herz fluthcte; sie ruhte einen Augenblick wie trunken an seiner Brust, dann jedoch schien sie Plötzlich aus dem Rausche zu erwachen, und sie rief ganz erschrocken aus: Nein, nein, das kann ja doch nicht geschehen." Warum nicht?" fragte Edwin verwundert. Ihre Eltern," stammelte Else verwirrt. (Fortsetzung folgt.) Lungen Leiden Keine andere Medizin kurirt LungenLeiden so rasch und sicher wie der berühmte Dr. Bull's Hnsten Syrup, er ist das beste Mlttel ge-gen.Hals-Bräune, Bronchitis, Cronv, Brustschmer:?, Engbrüstigkeit, Lungensucht und öungen- Entzündung. Dr.Bnllfe HuftenSyrnp s eilt sofort alle Brust, öals- und Lungenelden und koktet nur 25 Ceuts die ftlsi'äe.
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