Indiana Tribüne, Volume 25, Number 194, Indianapolis, Marion County, 8 April 1902 — Page 7

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o 8 o o 5 r Im Frieden. 9 C c I ttoman von Ludwig Habict?t. 0A0A0A0A0A0AC0AGA0A0AGA0A (Fortsetzung.) ..Sehr liebenswürdig von am, itece Schwägerin," sagte der Baron, und mit j einer Verbeugung gegen die Anwesen-, den nahm er sogleich den ihm angewiefe-j nen Platz ein. Ach, endlich kann ich einmal in aller Nuhe und Gemüthlichkeit ein ordentliches Mittagessen durchmachen! Dies deutsche Behagen an einem Schmause kennt man leider ,da drüben' nicht. Man hat dazu nicht die Zeit, das muß Alles in großer Hast hinuntergeschluckt werden. Es ist mir Anfangs sehr schwer gefallen, mich in diese liebcrstürzung zu finden, mit der man auch dies so angenehme Geschäfi erledigt," und er stieß wieder sein helles übermüthiges Lachen aus, das ihm stet!, eigen gewesen war und das er auch im neuen Welttheil noch nicht verlernt haben mochte. Trotzdem der Majoratsherr die deutsche Art des Essens gerühmt hatte, sprach er jetzt doch den aufgetragenen Speisen mit einer Hast zu, die am besten bewies, daß er längst die Gewohnheit des fremden Landes angenommen hatte. Noch während des Essens begann er in seiner lebhaften,hastigen Weise von der Erfolglosigkeit seines Ausrittes zu erzählen. Ja, lieber Graf," wandte er sich zunächst zu diesem: Ihr Vater ist wirklich, nehmen Sie mir's nicht übel, gelinde gesagt, ein wunderlicher Heiliger. Ich reite also wie rasend hinüber, um ihn herbeiuholen. denn er niußte heut' von Gott und Rechtswegen hier sein und die alle, längst begrabene Geschichte durfte ihn durchaus nicht hindern, der Verlobunq seines Sohnes beizuwohnen. Nun gut, ich komme also in Lindenau an, frage nach dem Herrn Grafen, da eilt mir schon eine junge, hübsche Frau entgegen, und als ich meinen Namen genannt habe, bittet sie mich dringend, jeden Versuch einer Unterredung mit ihrem Manne aufzugeben. ,Aber, Frau Gräfin, ich bin ja nur deshalb gekommen.' ,Nein, nein, um Gottes willen, Sie dürfen nicht mit ihm zusammentreffen. Ein Glück, daß er augenblicklich nicht im Schlosse ist. sonst wäre das Schlimmste zu befürchten.' ,Na. na,' sag' ich ruhig. ,ich fürchte gar nichts. Es ist ja eine Lächerlichkeit' aber die Frau Gräfin ließ mich gar nicht aussprechen. ,Jch beschwöre Sie. verlassen Sie augenblicklich Lindenau und kehren Sie nie wieder hierher zurück. Mein Mann verzeiht Ihnen niemals; es geschieht ein Unglück, wenn Sie hier zusammentreffen,' und eh' ich selbst zu ruhiger Ueberlcgung kommen kann, sitze ich wieder im Sattel und reite nach Hause. Ah, die Frauen haben immer eine gefährliche Macht über mich ausgeübt, der kann ich noch immer schwer widerstehen!" setzte der Majoratsherr mit einem komischen Seufzer hinzu. Kurt fühlte sich durch diese Erzählung nicht wenig erleichtert. So hatte die Stiefmutter doch wieder mit gewohnter Klugheit ein Unheil abgewendet Auch die anderen Anwesenden bis auf die beiden Söhne dachten wohl dasselbe und tauschten darüber heimlich Blicke aus. Mochte nun auch der Graf fernbleiben, wenigstens war von Allen der Druck genommen, daß noch ein Zusammenprallen der beiden Gegner erfolgen könne. Komtesse Waltrud hatte jetzt erst Zeit, den Majoratsherrn näher zu beobachten. Wie viel hatte sie von ihm gehört! War ihr doch der Mann stets in den schwärzesten Farben geschildert worden, denn nicht nur ihr Vater, auch viele Andere, selbst der Ortsgeistliche hatten nur mit Abscheu von dem Baron gesprochen, der ein wüstes, tolles Leben geführt und ihren Oheim damals auf Pistolen gefordert, obwohl er gewußt habe, daß der Letztere ein schlechter Schütze war. Der ganze Streit sollte, wie man ihr erzählt hatte, wegen eines Mädchens hergekommen sein, in das sich Beide sterblich verlieft. Ja, und jetzt noch bekannte der Baron mit lachendem Munde, daß die Frauen in sein Dasein stets verhängnihvoll eingegriffen hätten. Sie hatte von dem ehemaligen Nachbar ihres Vaters niemals eine günstige Vorstellung haben können; auch ihr erschien seine Flucht feig und tadelnswerth, nun lernte sie den von ihrem Vater so grimmig oehaßten Mann persönlich kennen und wenn sie auch weiter kein Vorurtheil gegen ihn hegen mochte, er wollte ihr doch nicht recht gefallen. Wohl schimmerte noch etwas von der guten Lebensart hindurch, die den Mann von Adel und den ehemaligen Offizier kennzeichnete; aber der lange Aufenthalt in dem fremden Lande hatte doch seine deut--lichen Spuren zurückgelckssen. Etwas Unruhiges. Fahriges, ein Ueberspringen der feinen Formen machte sich nur zu rasch bemerkbar; seine Sprechweise war nicht immer gewählt, es entschlüpften ihm im weiteren Verlaufe der Unterhaltung Ausdrücke, die in der guten Gesellschaft nicht üblich sind, und je lebhafter er zuletzt dem Weine zusprach, je mehr kam ein Sichgehcnlassen" zum Vorschein, das am deutlichsten, bewies, wie selten sich der Mann seit seiner Flucht in besseren Kreisen bewegt haben mochte.

Als jetzt der Champagner aufgetragen wurde, stieß Baron Bernhard seinen Bruder heimlich an und erinnerte ihn bannt an den eigentlichen Zweck des Tages; er hatte ihn schon während des Essens leise gebeten, das erste Hoch auf ras Brautpaar auszubringen und bcmit die Verlobung zu verkünden. Heinrich erhob sich und an das Glas anklopfend, begann er sogleich in seiner übermüthigen Weise: Ich soll also, wie mein Bruder es wünscht, als ehemaligeö Haupt der Familie die Verlcbung unseres Paares verkünden. Ein großer Redner war ich niemals und so fasse ich mich kurz. Ich komme aus den Ver. Staaten, um hier diese Liebenden zu vereinen. Dort drüben herrscht die Freiheit: aber sie wird gebunden durch die Herrschaft der Frau, die für uns die Krone der Schöpfung bleibt. Sie, lieber Graf, erwerben jetzt eine solche Krone, Sie wissen es auch und so möget Ihr Beide vereint und glücklich den Strom des Lebens hinuntersegeln! Daraufhin laßt uns die Gläser anstoßen! Hoch das junge Brautpaar! Hurrah, hoch!" Die Gläser klangen aneinander, und in diesem Augenblicke vergaß selbst Kurt, daß derjenige fehlte, der diesem Festtag doch erst oie richtige Weihe gegeben hätte, sein Vater. Eine fröhliche Stimmung wurde jetzt allgemein. Baron Heinrich besonders zeigte die lustigste Laune, die zuweilen schon die Grenzen überschritt. Auch Arnulf hatte dieselbe Empfindunq wie seine Nachbarin, die Komtesse; er fühlte sich von dem Oheim mehr abgestoßen als angezogen, und er wurde die Vorstellung nicht los, daß der plötzlich Heimgekehrte hier nur Störung hervorbringen konnte. Nun. sein Aufenthalt sollte ja nicht von langer Tauer sein, das hatte der Baron im Laufe der Unterhaltung auch heute wieder erklärt, und so war seine Gegenwart schon zu ertragen, dennoch vermochte der junge Mann die Heizlichkeit nicht ganz zu erwidern, die dieser ihm entgegentrug. Der Oheim hatte sich zu viel in der Welt herumgetummelt und war in diescr Hinsicht zu scharfäugig, um nicht bald beraus',ufinden. daß es mit dem ältesten Neffen nicht recht zusammenklingen wollte. Warum? wußte er selbst nicht. Um so mehr fühlte er sich von Edwin angezogen da war noch der schäumende Jugendmuth, die Alles mit sich fortreißende Lebenslust, die wcnig darnach fragt, ob sie auch einmal über die Stränge schlägt, während Arnulf schon weit mehr verstand, sich im Zügel zu halten, obwohl auch bei ihm noch das Blut rascher durch die Adern rollte und er seine rheinische Abstammung ebenfalls nicht verleugnen konnte. Und der Majoratsherr liebte diese unbändige Lebenslust, sie war sein eigen geblieben trotz all' der Stürme, die ihn beinahe sein ganzes Leben umbraust hatten und die er wohl zuweilen selbst heraufbeschworen haben mochte. Nach aufgehobener Tafel hatte man sich in den kleinen, hübschen Salon zurückgezogen, der durch den Erker noch einen besonderen Neiz erhielt. Baron Heinrich bot jetzt den jüngeren Herren Cigarren an. Echte Havanna," wie er versichern konnte. Von seinem Bruder wußte er, daß derselbe leide? den Genuß einer guten Cigarre nie zu schätzen gewußt hatte; aber zu seiner Verwunderung erklärten auch der Graf und Arnulf, daß sie Nichtraucher seien, und nur Ed'.vin nahm die gebotcne Havanna dankbar an. Beide zogen es vor, sich in ein Nebengemach zu verkrümeln," w der Oheim seinem Neffen vorgeschlagen hatte. Wir werden immer bessere Menschen. wenn es uns vergönnt ist, eine gute Cigarre zu rauchen, und so müßt Ihr uns schon gestatten, daß wir uns diesem Besserungsprozeß aussetzen und uns zurückziehen," mit diesen Worten hatte der Majoratsherr seine Entfernung von der übrigen GeseUschast begründet, und Edwin war rasch seinem Beispiel gefolgt. ?!un saßen Beide zusammen und je länger sie miteinander plauderten, je mehr sie den Rauch ihrer Cigarren vor sich hinüliesen, je dunkler die Wolken wurden, in die sie sich hüllten, je größer wurde das gegenseitige Wohlgefallen, das sie aneinander fanden. Baron Heinrich fühlte bei dem jungen Neffen das Wahlverwandte seineö eigenen Wesens heraus. Da war Alles frisch und ungekünstelt, eine fröhliche, kräftige Natur, die sich sorglos austoben wollte. So war er selbst einmal gewesen; ja, es gab Stunden, wie eben jetzt, wo er es an toller Laune noch mit Jedem aufnahm. War es ihm doch heut', als ob dieser Neffe ihm das Bild feiner eigenen Jugend vor die Seele führte. Edwin mußte von seinen Kriegsabenteuern erzählen und der sonst so strudelköpfige. alte Herr hörte seinem Neffen mit größter Aufmerksamkeit zu, er bewies damit, wie sehr ihn diese Mittheilungen fesseln mochten. Baron Heinrich begann dann seinerseits das Leben und Treiben in Amerika zuMildern; er hatte sich eine neue Flal'cheßWein geben lassen. Beide rauchten und tranken, lachten und plauderten und trugen gar kein Verlangen, zu den Nichtrauchern zurückzukehren. In dem kleinen hübschen Salon, in dem die Anderen sich befanden, wdllte dagegen die Unterhaltung nicht recht in Fluß kommen, nachdem sich der Majoratsherr mit Edwin entfernt hatte. Der Baron und seine Gattin saben wohl, Wie glücklich sich das Brautpaar fühlte, das sich in den Erker zurückgezogen hatte und dort im leisen, eifrigen

seplauoer tmt umgevung und die ganze Welt zu vergessen schien. Und dennoch mochte in die Herzen der Eltern eine gewisse Wehmuth anschleichen, wenn sie daran dachten, daß ihr Schwiegersohn niemals den vollen Gcbrauch seiner Kräfte wieder gewinnen werde und ihrer Tochter das Lcos beschieden sei, dem künftigen Gatten beständig eine barmherzige Schwester bleiben zu müssen. Sie hatten nur die eine Beruhigung, daß Jrmgard den Erwählten ihres Herzens grenzenlos liebte, und wie sie ihre Tochter kannten. wußten sie auch, daß sie in der Erfüllung ihrer schweren, freiwillig übernommencn Pflicht niemals müde werden würde. Seltsam genug, zwischen Arnulf und Waltrud wollte es heute nicht recht zusammenklingen. Sie hatten früher weit harmloser miteinander verkehrt und heute fanden sie nicht sogleich den rechten Ton. Bei Tische war ja das Gespräch allgemein geblieben; aber nun hätte man sich so viel sagen können und Beide versanken nur zu oft in Schweigen. Waltrud wurde eine gewisse Verstimmung nicht los. denn sie muhte von Neuem bemerken, wie vertraulich Arnulf mit der alten Käthe verkehrte, fobald sie in seine Nähe kam, und sie erschien nur zu oft. um sich nach den Wünschen ihres Lieblings zu erkundigen; schien sie doch nur für ihn zu denkcn und zu athmen; sie kannte all' sein? Neigungen und Gewohnheiten und war eifrig bemüht, ihm Alles so angenehm und bequem wie möglich zu machen. Arnulf hakte Mühe, ihre allzu zärtliche und wirklich übertriebene So?ge ein wenig abzuwehren; aber er that es doch mit einer Freundlichkeit, die am besten bewies, wie sehr er ebenfalls an der alten svrau hng. Wenn sie ihm irgend einen Dienst erwies, dann ruhten seine Augen voll inniger Dankbarkeit auf ihrem frischen, heut' so glückstrahlenden Antlitz, und er hatte für sie stets ei;: gütiges Wort und ein freundliches Lächeln. Es gab der stolzen Aristokratin tau mcr einen Stich in's Herz, wenn sie die Vertraulichkeit der Beiden sah und be merken muhte, wie gern er sich von dieser einfachen Frau verwöhnen und be mutiern lies; und wie lieb sie ihm war. Die junge Komtesse fand dies ganz unbegreiflich und manchmal ruhten ihre Augen mit heimlichem Bedauern auf der Baronin, deren Mutterherz doch betrübt werden mußte, wenn sie sah. wie innig noch das Verhältniß war. das zwischen ihrem Sohne und seiner ehemaligen Amme bestand. Nein, nein sie hätte niemals mit einer so niedrig gestellten, gewöhnlichen Frau die Liebe theilen mögen. Ein Hrz, das ihr einmal entgcgenschlug, mußte ihr ganz allein gehören, und sie war fest cntschlössen, die heimliche Neigung, die bereits in ihrer Brust für Arnulf zu keimen begann, völlig zu ersticken. Wußte sie doch, daß sie die Willenskraft besaß, ihrem Herzen Schweigen zu gebieten. Und während Arnulf sich nicht wenig darüber gefreut hatte, daß er Waltrud jetzt unter ganz anderen Verhältnissen wiedersehen und sich ihr Verkehr nunmehr noch weit herzlicher gestalten würde, brachte schon diese erste, zwanglqfe Begegnung anstatt einer größeren Annäherung eine ihm unbegreifliche Entfremdung. Was war geschehen. daß sich die Jugendfreundin heut' so kühl verhielt, die ihn, er mußte es sich sagen, durch ihr vornehmes, feines Wesen und durch die Vorzüge ihres CharakterS bereits angezogen hatte? War ihr Herz nicht mehr frei? Gehörte es schon einem Andern? Nu!t, die Zeit mußte ja darauf Antwort geben, denn so viel glaubte er zu wissen, die Komtesse gehörte nicht zu. jenen Koketten, die durch angenehme Kälte noch mehr zu reizen und zu fessein suchen. 6. K a p i t cl. Edwin. Edwin! Endlich sehen toi uns wieder! Welch' ein Glück!" und das junge Mädchen, das plötzlich aus einem Seitenpfad des Waldes aufgetaucht war, streckte schon von Weitem oie Arme nach dem Reiter aus. der bei

diesem unerwarteten Anruf aus seinem Sinnen aufgescheucht wurde und halb verlegen, halb bestürzt sich nach der Sprecherin umschaute. Seltsam genug, wie hatte früher sein junges Herz beim Anblick dieses Mädchens geschlagen, wie hatte er sonst die Stunde des Wiedersehens herbeigesehnt, und jetzt empfand er über das unerwartete Zusammentreffen nichts als ein Uebchagen, das er nur mit Mühe niederkämpfen mußte. War sie denn nicht mehr die frische prächtige Blume des Waldes, für die er geschwärmt und deren Schönheit ihn all' die Jahre über gefesselt hatte? Ihre schlanken und dennoch kräftigen Formen hatten sich noch nicht verwandelt, und wie sie jetzt aus dem Dunkel der Kiefern hervortrat, zeigte auch ihr gebräuntes Antlitz noch immer denselben edlen Schnitt, den er so viel bewundert hatte. Nein, sie war noch dieselbe geblieben; aber er war aus dem Kriege als ein Andere? heimgekehrt. Der Riesenkampf und die großen und schweren Aufgaben, die jeder dort zu überwinden gehabt, hatten ihn rasch zum Manne gereift. Die heimliche Liebschaft mit der Nichte eines einfachen Försters durfte nicht fortgesetzt werden, der mußte ein Ende gemacht werden, wenn er glücklich heimkam, das hatte er sich dort in Feindesland in ernsten Stunden mehr als einmal gesagt, und damit war der Zauber ge-

orocyen, den sruyer v:es icyone 'man chen auf ihn ausgeübt hatte. Jetzt galt es nur, fest zu bleiben und jene gefaßten Entschlüsse zur Wahrheit zu machen. Ah. wie freue ich mich, Dich endlich geiunv und gluctnch wiederzulehenr begann das junge Mädchen von Neuem: aber wie kommst Du hierher?" setzte es Plötzlich hinzu. Das ist doch nicht der Weg. der zu uns führt?" und es richtete fragend die scharfen, dunklen Augen auf den Reiter. Ich wollte auch gar nicht zu Euch, sondern zu Sollbachs." antwortete der Angeredete mit möglichster Unbefangenheit, da er es für das Beste und Klügste hielt, mit der Wahrheit offen herauszurücken. Edwin war jetzt mit seinem Pferde dicht herangekommen, und er wollte der vor Hjm Stehenden, die nicht einen Schritt zurückwich, wie einem alten, guten Kameraden freundlich die Hand zum Gruße reichen. Jetzt blitzten die Augen des Mädchens fast zornig über den jungen Offizier hinweg. Sie richtete ihre schlanke und dennoch ungewöhnlich kräftige Gestalt noch mehr in die Höhe und die Arme in die Seite stemmend, rief sie heftig aus: So? Dein erster Gang war also nicht mir bestimmt? Das ist ja wirklich recht hübsch von Dir!" Sei nicht bös, Hedwig!" entgegnete der junge Offizier, der sich durch diefe Vorwürfe nicht aus seinem freundlichen Gleichmuth bringen ließ. Ich statte Euch morgen meinen Besuch ab." Warum nicht heut'?" Ich habe mich bei Herrn von Sollbach schon angemeldet." Was hast Du dort zu suchen? Zu mir mußtest Du zu allererst kommen. Du ahnst ja gar nicht, wie sehr ich mich schon auf dieses Wiedersehen gefreut habe!" und jetzt ruhten ihre Blicke voll schwärmerischer Zärtlichkeit auf dem Offizier. Ach, er war ja noch viel hübscher geworden seit jenem Tage, an dem sie sich Lebewohl sagen gemußt und er mit in den Krieg gezogen war. Wie stattlich, ja, wie männlich sah er jetzt aus! Nun wollte sie stolz auf den Geliebten sein! Um so heftiger stieg der Groll in ihr auf, daß sein erster Besuch nicht ihr gelten sollte. Hatte er sit schon vergessen? Ah, das sollte er sich nicht einfallen lassen! Bei diesem Gedanken ging in den dunklen Sternen, die eben noch zärtlich auf dem Geliebter? geruht, eine Veränderung vor; sie begannen zornig zu funkeln und als er nicht gleich antwortete, fuhr sie mit großer Heftigkeit fort: Ja, was hast Du da drüben zu suchen?" und sie wies mit der Hand nach der Richtung, in der das Sollbach'sche Herrenhaus lag: Das frag' ich Dich noch einmal. Mir gehörst Du und keiner Anderen, das darfst Du nicht vergessen und der kleinen Sollbach wieder den Hof zu macheu. das sollst Du Dich jetzt nur unterstehen!" Sie erhob drohend die Rechte und der herrschsüchtige, leidenschaftliche Zug ihres W'sens kam jetzt zum vollen Ausbruch. Damit hatte sie ihn ja immer zu unterjochen gewußt. Edwin konnte bei diesen heftig hervorgestoßenen Worten seine Verlegenheit nicht ganz unterdrücken; er blickte sich um, als fürchte er, ein Fremder könne sie belauschen, und dann sagte et mit flüchtigem Lächeln: Sprich doch nicht so laut. Wenn Dich nun Jemand hörte!" Was wäre denn dabei? Du bist glücklich aus dem Kriege heimgekehrt und nun kann es alle Welt erfahren, daß ich Deine Braut bin; aber steig' doch herunter, damit wir nach so lcmger Zeit gemüthlich miteinander plaudern können." Das Pferd hatte schon längst ungeduldig mit den Vorderfüßen gescharrt und feitr-Reiter hatte Mühe, es noch länger zurückzuhalten. Du siehst, mein Brauner will nicht stehen. Morgen komme ich zu Dir unc dann wollen wir vernünftig miteinand reden." Edwin wollte mit einem freundlichen Gruß seinen Weg fortsetzen; aber das junge Mädchen fiel kur entschlossen dem Pferde in die Zügel und hielt das sich bäumende Thier mit ungewöhnlicher Kraft fest. Steig' herab, ich muß mit Dir sprechen," unr ihre Worte klangen fast befehlend. Er kannte die Unbändige schon; sie hatte ja stets ihren Willen durchzusctzer gewußt; freilich, jetzt war er nicht meht der leicht lenksame Edwin, der er vor 1em Kriege gewesen, dennoch wollte ti es nicht schon beim ersten Wiederseher! zum völligen Bruche treiben und so gab er ohne langes Besinnen zur Antwort: Nun, wenn Du es durchaus wünschest; aber viel Zeit hab' ich wirklich nicht;" er sprang vom Pferde, band es an einen Baumstamm und sich zu dem jungen Mädchen wendend, fragte er gezwungen auflachend: Bist Du nun zufrieden?" Sie sah ihm noch immer sinster grollend in's Antlitz. Nur dann, wenn Du heute bei mir bleibst." Das kann ich nicht. Wie ich Du schon gesagt, hab' ich mich heute bei Sollbachs zum Besuch angemeldet." So? um der kleinen, ohnehin schon so eitlen Elfe die Kour zu schneiden. Und denkst Du, das werde ich jetzt noch dulden?" ihre Augen blitzten wieder zornig und wie gebieterisch über Edwin hinweg. Du hast mir noch nicht einmal einen Kuß gegeben," fuhr sie mit jenem raschen Stimmungswechsel fort. der ihr eigenthümlich war, und ich habe schon lange nach Deinen Lippen geschmachtet." Leidenschaftlich zog si den jungen Offizier an sich und mit flammenden Küssen bedeckte sie seinen Mund (Fortsetzung folgt.)

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