Indiana Tribüne, Volume 25, Number 194, Indianapolis, Marion County, 8 April 1902 — Page 4

Jnn -Xvibfme, 8. Vpril 1905.

ndiana Tribüne. Herausaebn von der Öutenbcrfl K. Indianapolis, Ind.

Harry C. Thudium

Präsident.

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französischer Esprit.

Dem französischen Esprit" widmet Dr. Leo Claretie der Teutschen R?vue" eine amüsante Studie, die mit zahlreichen Anekdoten durchwirkt ist. Von den letzteren, die als Beispielefür den französischen Esprit gegeben sind, seien einige hier mitgetheilt: Martainville wurde in der Revolutionszeit als überwiesener Royalift vor den furchtbaren Gerichtshof des Salut Public" gebracht. Fouquier - Tinoille, der öffentlicke Ankläger, rief ihn auf: o: Martainville!" Verzeihung", erwiderte der Angeklagte, nur Martainville. Ich bin hier, um verkürzt und nicht um verlängert zu werden." Dfc; ser Geistesblitz rettete ihn vor der Guillotine, denn der Präsident, hierdurch zum Wetteifer an Geist aufgestachelt. erwiderte: Alors. qu'on I'elgargisse!" (So laßt ihn frei; wörtlich: verbreitert ihn). Durch eine geistvolle Antwort zog sich einmal Lamatrine aus einer unangenehmen Lage. Es Jjwr im Jahre 1848. Die reoolutioffifcen grauen, Vesuviennes" genannt, entskrAdten in. Deputation in'sStadthaus, um Lamartine zu beglückwünschen und die Sprecherin der Abordnung redete den Dichter folgendermahen an: Bürger, wie sind unser fünfzig zu Dir gekommen, um Dir die Glückwünsche aller unserer Kameradinnen zu überbringen, und wir sind von ihnen beauftragt, dich zu umarmen und zu küssen." Nun waren die Delegirten weder jung noch hübsch, und es war keineswegs ein Hochgenuß, sie zu küssen. Lamartine aber befreite sich mit Geist aus der heiklen Lage. Bürgerinnen", sagte er, ich danke Euch für die freundschaftlichen Gefühle, die Ihr mit zum Ausdruck bringt. Aber qestattet mir. Euch zu sagen, daß Frauen wie Ihr. so tapferen Muthes und so schneidige Politikerinnen, keine Frauen mehr sind, sondern Männer. UndMänner küssen einander nicht, sondern schütteln sich die Hände." Die Frauen waren entzückt von diesem Kompliment und verzichteten auf die Umarmung. Zu Hunderten findet man bei französischen Schriftstellern feingeschliffene Worte echt französiscben Geistes, desselben Geistes, der aus der Antwort Chamforts an Rulhiere spricht. Man bezichtigt mich so vieler Bosheiten", hatte Rulhiere gesagt, und ich habe doch nur eine verübt." Und wann wird die zu Ende sein?" fragte Chamfort. Besonders reich an schlagfertigem Witz in der Unterhaltung waren die beiden Dumas. Eines Abends wohnte der ältere Dumas der Aufführung eines Stücks von Alerandre Soumet bei und sak im Publikum einen Zuschauer, der auf seinem Sitz eingeschlafen war. Sieh her, Soumet". sagte er zu dem Dichter, das ist die Wirkung Deiner Stücke". Am nächsten Abend wurde ein Stück von Dumas gegeben. Die beiden Freunde waren wieder im Theater.und Soumet legte Dumas plötzlich die Hand auf die Schulter und sagte, auf einen schlafenden Herrn in einer der ersten Reihen deutend: Auch bei Deinen Stücken schlafen die Leute, wie Du siehst." Der!" erwiderte Du mas. Das ist der Herr von gestern, der noch nicht aufgewacht ist." Ein ylänzender Plauderer war der jüngere Dumas. Seinen Vater liebte er ungemein, was ihn nicht hinderte, ihn oft zu necken. Einmal sagte er von ihm: Mein Vater ist ein großes Kind, das ich bekommen habe, wie ich noch ganz klein war." Und ein anderes Mal sagte er. mit Beziehung auf den bronzefarbenen Teint der väterlichen Wangen: Mein Vater ist so eitel, daß er im Stande wäre, sich auf das Trittbrett seines eigenen Wagens zu stellen, um glauben zu machen, daß er einn Neger habe." Der Witz des jüngeren Dumas war oft beißend und ätzend. Einmal jedoch fand auch er seinenMeifier oder vielmehr seine Meisterin. In einem Salon drehte sich das Gespräch um die Frage der Ueberlegenh:it d:s Mannes gegenüber dem Weibe. D:imas behauptete diese Ueberlezenheit und sagte: Die Bibel erzäklt uns. diß Gott das Weib zuletzt geschaffen habe. Folglich ist es am Ende 'der Woche an einem Samstag gemacht worden; es ist schlechte Arbeit, der man die Ermüdüng des Schöpfers anmerkt." Sie irren, Herr Dumas", sagte eine der anwesendenDamen. Gott hat denMann vor dem Werbe geschaffen, weil man immer zuerst das Concept und dann die Reiirschrift macht Dumas muhbe sich geschlagen erklären. Die Gabe der witzigen Improvisation besaß auch Emile Augier. Eines Abends befand er sich in einer Gesellschaft, wo man sich damit unterhielt. Charaden aufzusieben. Eine Dame, die am Errathen war. konnte nicht auf die Spur des Räthsels kommen und verzichtete endlich mit der üblichen Antwort: Tant pis! Je donne ma langue au efeftt!" MGortesnamen.ich geb' es auf: wärt-

ncp: lcy ictzenie meine unge der Kafce). Augier, der neben ihr saß, saztc seife, miau". Zuletzt noch etwas von Labiche. der im Gespräch ebenso witzig war wie in seinen scenischen Dialogen. Einer seiner Freunde sagte einmal zu ihm: Sie müssen die Angeln des Einangsgitters Ihres Landhauses ölen lassen. Es geht furchtbar schwer." Das werde ich nicht thun", erwiderte Labiche. Es regnet wenig in unserer liegend, und der Fluß ist weit cntfernt. In meinem Garten habe ich daher eineisterne angelegt, welche von einer Pumpe bedient wird. Durch etn Gestänge ist diese Pumpe mit dem G'tter verbunden, und eder Besucher, der zu mir kommt, schöpft mir einen Eimer Wasser, wenn er das Gitter öffnet."

Sin Abenteuer in Rußland.

Eine merkwürdige Geschichte von Tennyson. vom Dichter selbst erzählt, giebt Capitän Gordon McCabe in einem Aufsatz Persönliche Erinnerungen an Tennyson" wieder, der imCentury Magazine veröffentlicht wird. Mein Vater", sagte der Dichter, war ein sehr leidenschaftlicher Mann und sprach immer das aus, was ihn gerade bewegte. Bald nach der Ermordung Kaiser Pauls machte er eine Reise durch Rußland; er hielt sich während dieser auch in Moskau auf. wo der Hof residirte, und wo Lord St. Helens englischer Gesandter war. Eines Abends gab St. Helens ein großes Tiner, an dem alle fremden Gesandten und viele russischeAdelige theilnahmen, deren Namen mein Vater jedoch nicht gehört hatte. Während des Essens wurde nun eine vorsichtige Anspielung auf den Tod des Zaren gemacht. Mein Vater hörte sie, beugte sich vor, so daß er sich fast über die mit Orden bedeckte Brust eines russischen Würdenträgers lehnte, und rief in seiner schnellen, leidenschaftlichen Art: Warum sprechen Sie über eine so offenkundige Sache so zimperlich, St. Helens? Wir wisscn sehr gut in England, daß Kaiser Paul imMichailowskipalast ermordet wurde, und wir wissen auch genau, wer das that. Graf Zobow schlug ihn nieder, und Bennigsen und Graf Pahlen erwürgten ihn." Einen Augenblick herrschte tödtliche Stille am Tisch, dann ging Lord St. Helens sogleich zu einem anderen Thema über, das mit dem fünften Gebot nichts zu thun hatte. Als die Gesellschaft sich erhoö. stand St. Helens and er Thür, während die Gäste hinausgingen, und gab meinem Vater einen Wink, hinter den anderen zurückzubleiben. Als mein Vater sich ihm näherte, flüsterte en ihm eiligst zu: Gehen Sie nicht in das Zimmer, sondern fliehen Sie. eKine Flagge kann Sie in diesem Lande beschützen. Der Mann neben Ihnen, über den Sie sich lehnten, war Graf Pahlen. einer der mächtigsten Adeligen Rußlands. Zobow saß auch an der Tafel, und Sie haben beide öffentlich des Meuchelmordes beschuldigt. Wenn Sie heute Nacht nicht fliehen, sitzen Sie binnen 48 Stunden in den Kerkern der Peterpaulsfestung. Begeben Sie sich zu einem schottischen Kaufmann aueßrhalb Odessas (er nannte den Namen), er wird Sie verstecken, bis ich Sie. wenn es möglich ist. aus demLande bringen kann. Reisen Sie heute Abend ab. mit den schnellsten Pferden, die Sie auftreiben könen. Ich werde die Gesellschaft so lange wie möglich hier festhalten; halten Sie sich nicht einmal damit auf, die Kleider zu wechseln..." Mein Vater stürzte in snn Hotel,' rief edn Courier und ließ ihn einen Wagen mit vier Pferden 6c stellen, während er seine Kleider buchstäblich in sein Felleisen warf. Er fuhr die ganze Nacht und den nächsten Tag in seinem Gesellschaftsanzug, obgleich es bitter kalt war; aber er fand seinen Schotten, in dessenHause er wochenlong verborgen blieb. St. Helens konnte ihm eine Botschaft zukommen lassen, er möge aufpassen und, wenn er das Horn des Boten der Königin" dreimal blasen hörte, mit dem Mann gehen, der das Signal gegeben hatte. Endlich hörte er in einer stürmischen Nacht den willkommenen Klang, und als Diener des Boten verkleidet, der mit Depeschen in die Heimath geschickt wurde ida er sehr betrunken war, verlor er sie. aber meinVater fand sie wieder) und für den in Odessa eine englische Fregatte bereit lag. kam er sicher an Bord nach England zurück."

Schonung. Arzt: Ich bin, denk' ich, heute das letzte Mal gekommen und habe gleich die Rechnung mitgebracht." Patient: Oh. so kräftig fühl ich mich noch nicht um die bezahlen zu können." Schlagfertig. Mann: Ich bin der Herr des Hauses, Weib! In mir hast Du das Haupt der Familie, also auch Dein Haupt zu respektiren." Flau: Gut, ich finde es somit ganz in der Drdnung, daß ich dieses Haupt, als mein Haupt, hin und wieder ordentlich Lurechtsene." Zu viel gesprochen. Vermietherin: Ja, mein Herr, unser Kosthaus ist eines der 'besten. Sie ha. den hier allen Comfort den Ihnen ' eigenes Hauswesen bietet." Miether, der eben sein Hauswesen verlassen hat: Aber was ich suche, ist ja eben ein Haus, in dem ich die Unannehmlichkeit ten des eigenen HauSwesens nicht finde."

Der Kcllerwurm.

Berliner Ekizze von M. Mancke. Kellerwurm Kellermurm Würmeken!" johlte und spottete eine Knabenschaar. Mit grotesken Sprüngen umtanzten sie den Prellstein an der breiten, weit offenen Thoreinfahrt. Mit einem schrillen Angstschrei prallte ein kleiner, schmächtiger Knabe empor. Weltvergessen hatte er dem Spiele "der Sonnenstrahlen auf dem Asp Haltpflaster zugeschaut. Kellerwurm Feigling!" schrie ein besonders starker Junge. Er trat näher und gab seinen Worten durch einen Buff Nachdruck. Ohne einen Ton, ein Wort zu erwidern, verschwand der Beschimpfte mit einem wehmüthigen, bittenden Blick im Dunkel des gähnenden ThorWeges. Der. Feigling, der hat vor keenen Sechser Corage im Leib, un ich schlage den Angsthasen man noch dodt. So'n Feigling!" Der robuste Junge spie auf das Pflaster, dann hallte die Straße wider von dem Toben, Schreien und Lärmen der wilden Schaar. Der Kellerwurm" hatte sich hinter den geöffneten Flügel des Hausthores

j geflüchtet dort sah er wie ein Häuf-

chen Unglück in die tiefste Ecke gedrückt. Seinen Vater hatte er niemals gesehen seine Mutter war eine ehemals in der Lebewelt der Hauptstadt berühmte Schönheit. In einem eleganten Bar trat sie. knapp nach ihrem sechzehnten Geburtstag, als Büffetmamsell ein. Heute saß ein blasses, ewig frierendes Weib an dem ersten Fenster der Kellerwohnung hoch oben im schwarzen Norden von Berlin. Und diesen armseligen Unterschlupf verdankte sie nur der Gutmüthigkeit ihrer Mutter. Ne, ne, laßt mir man machen, die Liese ist emal mein Kind, soll ich se hinaus uf de Straße jagn, ne ne, solange Mutter Voigten noch en TroppenKaffee int's Rohr un enDach übern ollen Kopp hat so lange soll de Licse bei mir bleiben. Weeß Gott, 's wärd woll nich mehr lange hin sin, denn wat de Liese is, die hustet die janze Nacht wie doll", setzte Mutter Voigten gleichsam als Entschuldigung hinzu, wenn die Olle vom Budiker nebenan" ihr einen Vortrag über Moral im allgemeinen und insbesondere über dit Moral der Liese gehalten hatte. Na ja. Frau Wittgen", meinte zuletzt Frau Voigt. Se mögen schonst all recht haben, aber was sollte aus det KeUerwurm, wie ihn dieJöhren yt' nannt haben, werden? Des arme Wirmeken is so janz duse vor sich hin, der thut keene Katze en Leids an." Ja still oder duse" vor sich hin war der Kellerwurm oder, wie er getauft war, Hrst Voigt". Der vornehm klingende Name Horst war wohl oas einzige Erbtheil seines Vaters, und selbst dieser armselige Brosamen, der für ihn vom reichbesetzten Tisch des Lebens abgefallen war, sollte dem armen Jungen zum Djnaergeschenk werden. Die Nachbarskinder hänselten ihn. Hätte er Fritz, Emil. Ernst geheißen! Aber Horst, das klang so fein, so vornehm, und diese Feinheit, dieses Heraustreten aus den gewohnten Grenzen wurde dem armen Knaben ver'yängnißvoll, obschon er sich sicherlich nicht diesen vornehmen Namen gewählt hätte wenn man ihm dieWahl gelassen. Um den Namen todtzuschweigen. ward Horst zum Kellerwurm. Kein Kind aus der Nachbarschaft spielte mit ihm. Er war schon froh, wenn ihn die Knaben unbehelligt ließen, dann saß er stundenlang auf dem rechten Prellstein am Thorweg und schaute zu. wenn die übrigen Kinder sich vecgnügten. Horst war keine Schönheit, doch hin und wieder strich, von Mitleid getrieden. die hartgearbeitete Hand einer Hausbewohnerin über seinen fahlblonden Scheitel. Dann schaute er wie clektrisirt empor, und in seinen müder, nach Zärtlichkeit hungernden, darbenden Augen flammte es übermächttg auf. Sein liebebedürftiaes öerz der zehrte sich nach Zärtlichkeit, nach Lif.be. Seine bleiche, kränkliche Mutterch betete er förmlich an, dennoch wazre er niemals, seine Gefühle in Worten auszudrücken. Scheu und schüchtern blickte er zu der schweigsamen, verträumten Mutter auf. Die Kranke schien die leidenschaftliche Liebe ihres Kindes nicht zu ahnen, sie bekümmerte sich überhaupt wenig um ihre Umgebung. Dachte sie vergangener Zeiten. schwelgte sie in der Erinnerung an ihre glänzende, lustiae Jugendzeit? Ick fahre nach'm Weding, ick muß Eoks holen; gieb man Acht uf Muttern, ihr war heute nick gut. In dem Ofenrohr steht en Restchen Kaffee, wenn's fünf schlägt, dann gehste unten und jiebst Mustern die Vesper. Die Stullen sind zurecht gemacht fein, mein Srhneken, echter Jänseschmalz. Kiek mal, wie appetitlich, zwee Stullen find vor Muttern, die jroße, dickliche is vor Dir, und nun adjes, Utzre sechse komme ich Widder!" Frau Voigt trollte mit ihrem Handwagen ab. Horst blickte der Großmut-

! ter nach, bis sie an der nächsten Ecke ! verschwand, setzte sich dann auf den

Prellstein, legte sein Gesicht in die auf-;

gestützte Hand und blickte träumerisch vor sich hin. Heute Vormittag auf dem Schulwez er besuchte seit drei Wochen die Schule hatte er 'etwas Wunderschönes ' erlebt. Vor ihm her schntt ein junges Weib, an der Hand führte sie einen kleinen Abc-Schützen. Der Knabe erzählte mit heller, frischer Stimme von seinen Erlebnissen in der Klasse. Muttchen. denke nur, der Lehrer hat mh eine gute Bemerkung ins Klas senbuch geschrieben. Ist das nicht Herrlich?" Gewiß, mein Liebling, diese große Neuigkeit wollen wir Vater heute Abend, wenn er von der Arbeit kommt, erzählen. Wird der stolz auf seinen Fritz sein! Gott segne Dich Du mein herziger Schatz," flüsterte die Frau, sich zärtlich zu dem Kleinen hinabwiegend und ihn auf die Stirn küssend. Bei diesem Kusse durchrieselte es Horst so eigenartig, ihm ward kalt und heiß, und heute zum ersten Male regte sich etwas wie Neid in seinem Herzen. Tagüber klang ihm die süße Mutterstimme im Ohr Mein herziger Schatz". Ihn htte noch niemand so genannt, nie hatte seine Mutter ihn geküßt. Mit seinen Gefühlen kämpfend hUh Horst sitzen plötzlich schnellte er auf, aus dem Keller drang leises Stöhnen herauf ein Geräusch, als falle 'in schwerer Gegenstand zu Boden folgte. Die Mutter ich will " 'Horst stolperte die schmale Treppe hinab; an der Thür stockte sein Fuß. er lehnte sich schwindelnd an die Wand Röcheln und Stöhnen klang ihm entgegen. Er trat ein. Im ersten Moment dermochte er in dem von Dämmerschatten erfüllten Stübchen nichts zu unterscheiden, dann warf er sich laut aufschreiend über seine am Erdboden liegende Mutter. Mutter. Mutter! Komm, ich helfe Dir auf," tröstete der Knabe keine Antwort regungslos lag die Kranke, Horst tastete nach ihrem Gesicht, es war kalt und feucht; an ihren Lippen hingen dunkele Tropfen, sie rollten schwer herab. Mutter! Hörst Du nicht. Mutter? Ich bin bei Dir, Dein Horst!" flehte der Knabe in zitternder Qual. Die flehende Stimme des Knaben rief die schon schwindenden Lebensgeister der Sterbenden noch einmal ins Leben zurück. Mit einem Blick, wie er nie auf Horst gefallen, erhob sie ihre Rechte und legte sie tiefaufschluchzend auf das Haupt des Knaben. Mein Horst, mein lieber lieber Junge," flüsterte sie leise, leise wie ein Hauch dann sank Hand und Haupt herab. Der Körper streckte sich, die Kranke war erlöst. Mit seinem mausgrauen, viel zu langen und viel zu weiten Mäntelcken saß 'Horst wieder am anderen Tage auf dem Prellstein. Um ihm her tollte die wilde Schaar, man höhnte, verspottete ihn, Horst ließ geduldig alles über sich ergehen. Das Toben und Lärmen erschien ihm so fern, so grenzenlos fern, er vernahm nur eine leise, leise Stimme, die ihm zuflüsterte: Mein lieber, lieber Junge." Heute beneidete Horst den kleinen Abc-Schüler nicht mehr. Die klugen Postbeamten.

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Die ebenso reiche wie korpulente Bäuerin Stine in einem Dorfe Norddeutschlands hatte sich in der Stadt Stoff zu einem neuen Kleide bestellt, diesmal jedoch, a es extra wat Wien's" werden sollte, in 'der Provinzial - Hauptstadt. Der betreffende Kaufmann erpedirte die Sendung und frankirte sie für die erste Postzone. Da nun jedoch der Bestimmungsort bereits in 'Der zweiten Zone lag, so schrieb der controlirende Postbeamte zu dem Portosatze aufs Packet: Nicht genügend. Ne, so wat", sagte Stine, als das Packet angekommen und der Stoff ausgemessen war, wat de Postlüd doch flaut sünd! De wüßten doch gliek, hat mir dat Tüg taum Rock nich langen beb'! Ne, so wat!" ' SchneUläufer im Thierreich.

Ein Zoologe hat eine Reihe interessanier Beobachtungen und Experimente gemacht, um die Maximalgeschwindigleiten, die gewisse Thiere erreichen können, genau festzuftellen. Wenn alle Vierfühler der Erde zu einem Wettlauf zusammentreten würden, würde der Windhund den ersten Preis erhalten: er kann nämlich, nxnn es sein muß, in der Minute mehr als 1250 Meter zurücklegen. Es folgen: das Rennpferd mit 1160 Meter, die Giraffe mit 900. der Tiger mit 860, das Rennthier mit 850, der Wolf mit 570 und der Hase mit 400 Meter. Bei den geflügelten Thieren hält die Wanoertaube den Record mit 1200 Meter in der Minute. Ihr am nächsten kommt der Albatros. Was die Fische betrifft, deren Bau der Zoologe gleichfalls studirt hat, so ift der schnellste unter ihnen der Delphin, der 17 Seemeilen (31 Kilometer) in der Stunde zurücklegen kann. Ihm folgen der Lachs mit 13 und der Hermg mit 12 SeemNlen. Der Walfisch, der aber kein Fisch ist. bringt es trotz seiner Schwere und Länge aus 14 Seemeilen.

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