Indiana Tribüne, Volume 25, Number 193, Indianapolis, Marion County, 7 April 1902 — Page 7

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gVOTOYOYOYOYOOYOYOYOYOYOYG i Im Frieden. 1 ö ' Z 2 Ixoma von O Ludwicr Havicnt. O OAOAOAOAOAOACOAOAOAOAOAOAO (Fortsetzung.) Kein Laut kam über Aller Lippen. In den Augen des Barons funkelten Thränen; er sah nichts mehr und mutzte die feucht gewordene Brille abwischen, während er endlich seiner tiefen Ruhrung mit den mühsam hervorgestammelten Worten Luft zu machen suchte: ü, mein Gott, welch' ein Tag!" und es war ihm doch sonst die Gabe der Rede verliehen; ja. in früheren Jahren hatte er sogar darin geglänzt. Jetzt, in dem eintönigen Landleben war sein Rednertalent freilich eingerostet. Du hast Recht. Bernhard." fügte seine Frau mit bewegter Stimme hinzu: Ist es uns doch, als ob Euch uns der Himmel noch einmal geschenkt hätte und wir ihm ewig dankbar sein rniifc ten;" sie schaute dabei fromm und in brünstig zu dem blauen Dome empor. der sich heute in wunderbarer Tiefe und Reinheit über ihnen wölbte, als ob er das Seinige dazu beitragen wollte, diescn Tag ZU verklären. Waltrud hatte sich ein wenig hinter

die großen Oleanderbäume zurückgezogen, um die erste Freude des Wiedersehens 'nicht zu stören; aber sie konnte durch das leichte Gezweig die Ank'ömm linge betrachten, während sie selbst nicht sogleich bemerkt wurde. Welche VerÄnderung war mit den Jugendfreunden vorgegangen! sie erkannte sie heute kaum wieder und doch hatte sie dieselben kurz vor Ausbruch des Krieges, wenn auch seh? flüchtig, gesehen. Sie schienen um viele Jahre gealtert zu sein; selbst der jüngste Baron, der damals erst zwanzig Jahre gezählt und um dessen Lippen kaum ein weicher Flaum gesproßt, sah jetzt mit seinem von Wind und Wette: gebräunten Gesicht viel älter und männlicher aus. Beide Brüder waren blond und so ziemlich von gleicher Größe, nur waren die Schultern Arnulfs ein wenig breiter als die des Jüngsten und der Vollbart, der sein Gesicht umrahmte, etwas stärker; aber die Familienähnlichkeit war unverkennbar, und die gleiche Uniform, die sie trugen, erhöhte noch diesen Eindruck. Ihre Attilas waren ganz in Eichenlaub eingehüllt, selbst die Mützen zeigten sich damit geschmückt. Ach, diese glückstrahlenden Gesichter! Es beschlich Waltrud kein Gefühl des Neides, und doch mußte sie unwillkürlich an ihren armen Bruder denken, der als Krüppel aus diesem glorreichen Feldzug heimgekehrt und der nie wieder, wie diese vom Schicksal Begünstigten, zu einem völligen Genuß des Daseins kommen, konnte; sein süßester Traum sollte sich wohl jetzt verwirklichen; aber den freien Gebrauch seiner Gliedmaßen gab ihm Niemand wieder. Waltrud hatte nicht Zeit, trüben Gedanken nachzuhängen, und sie wollte es auch nicht, denn die Baronin trat jetzt schon am Arme ihrer Söhne auf sie zu und sagte mit der ganzen Seligkeit und dem Stolze einer Mutter: ,.Da bringe ich Ihnen, liebe Komtesse, die jungen Helden Ihre heimlichen Freunde," setzte sie lächelnd hinzu. Die beiden Offiziere begrüßten mit großer Herzlichkeit Waltrud, und doch glaubte die scharfblickende Baromn in der Beqrüßungsweise einen Unterschied zu bemerken: während Edwin der Komtesse wie einem lieben Kameraden die Hand schüttelte und ihr ganz unbefangen in das sich leise färbende Antlitz schaute, waren die Augen ihres ältesten Sohnes mit einem eigenthümlich forschenden Ausdruck über die unerwartete Erscheinung Waltruds hinweageschweift, als wolle er prüfen, wie sich jetzt ihr beiderseitiges Verhältniß gestalten werde, nun es mit ihrer heimlichen Freundschaft, die gerade für die jungen Leute einen solchen Reiz gehabt hatte, plötzlich zu Ende war. Edwin war es auch, d zuerst seiner Freude Ausdruck gab, daß jetzt die liebe Nachbarin seine Schwägerin werden solle. Das hat uns alles der glorreiche Krieg gebracht!" setzte er in seiner !eb haften Weise hinzu. Arnulf dagegen fragte sogleich nach Kurt und sprach dabei die Hoffnung aus. daß er jetzt von seiner Verwundung völlig hergestellt sei, und als er dann von der Komtesse hörte, daß ihr Bruder noch immer am Stock gehe müsse und wohl niemals den vollen Gebrauch seiner Kräfte wiedererlangen werde, flog über das eben noch heitere Antlitz Arnulfs ein düsterer Schatten, und er sagte in tiefer Bewegung: O, das ist traurig! Und wir dagegen kehren ganz heil und unverwundet heim! Ihm gegenüber rnüijen wir uns ja unseres Glückes beinahe schämen." Aus den hellgrauen Augen der Komtesse zuckte ein Strahl aufrichtiger Bewunderung hinweg, sie hatte zwar eine solche Feinfühligkeit von ihm erwartet; aber sie wurde doch davon auf das Angenehmste berührt und entgegnete mit großer Herzlichkeit: Ich danke Ihnen für dieses Wort; trotzdem dürfen Sie meinem Bruder ruhig qegenübertreten; er ist ja so unendlich glücNich, denn der Krieg hat ihm die Erfüllung seiner kühnsten Wünsche gebracht." Ist er noch nicht hier?" fragte Arnulf. Jawohl, Jrmgard hat ihnuns

icyon enlsuorr, uiuiuvtnn vi, ouiu nin. Dann wollen wir die jungen Leu:chen aussuchen," rief Edwin lachend und

Alle wandten sich jetzt dem Eingange, des Schlosses zu. Als sie eben die breite Treppe zum ersten Stockwerk hinaufgehen wollten, kam Käthe in großer Hast und in hochster Aufregung heruntergestürzt. Sie mußte in den oberen Räumen noch viel herumgeschafft und sich deshalb verspätet haben; nun aber achtete sie nicht darauf, daß sie beinahe Gefahr lies, die Treppe hinunterzufallen; aber sie kam glücklich unten an und tonnte nun doch in ihrer freudigen Aufregung kein Wort hervorbringen Sie eilte nur zunächst auf Arnulf zu und wollte laut aufschluchzend seine Rechte ergreifen und sie an ihre Lippen ziehen; aber dieser schloß sie ohne Weiteres in seine Arme und sie zärtlich küssend, sagte er freundlich lächelnd: Siehst Du. Katharina,. Du hast Dich ganz umsonst geängstigt. Wir kommen gesund und glücklich wieder heim." ,.O mein Gott, mein Gott! das Glück! das Glück!" mehr vermochte die sonst so redegewandte Frau nicht hervorzubringen, ihre Thränen flössen immer reichlicher und danN tzvg sie selbst noch einmal den Liebling an ihre Brust, als müsse sie sich überzeugen, daß sie nicht träume, daß sie wirklich den jungen Herrn, der ihr theurer als das eigene Leben war, heil und glücklich mt der sehe. Nun komm, meine liebe, gute Alte!" sagte Arnulf und ihre Hand ergreifend. stieg er an ihrer Seite, in lebhaftem Geplauder, die Treppe hinauf. Der Baron hatte Waltrud den Arm geboten, während Edwin jetzt seine Mutter führte. Das Befremden, das sich in dem Antlitz der Komtesse über diesen ihr seltsam erscheinenden Auftritt widerspiegelte, mochte die Baronin bemerkt haben, denn sie sagte jetzt zu dessen Erklärung: Katharina war die Amme meines Aeltesicn, und zwischen den Beiden besteht noch heut ein sehr inniges Verhältniß." Und lst es nicht bewunderungswürdig. daß meine Mutter nicht einmal eifersüchtig auf Katharina ist," fügte Edwin lachend hinzu, denn die Beiden sind ein Herz und eine Seele," etwas wie Spott kräuselte um seine Lippen. Wenn er auch nicht gerade vor aristokratischen Vorurtheilen sehr erfüllt war, hatte er doch die große Anhänalichkeit, die der Bruder für seine frühere Amme hcgtc, nie recht begreifen können, er mußte sich gestehen, ihm wäre das unmöglich gewesen, ja, er hätte die übertriebene Zärtlichkeit dieser einfachen Frau nicht ertragen könneu. Waltrud hatte das spöttische Lächeln Edwins wohl bemerkt und doch, sie konnte ihm nicht unrecht geben; auch ihr ging dieses gar so herzliche Verhältnis der Beiden gegen den Strich, und der Jugendfreund verlor plötzlich in ihren Augen. Wie konnte er nur diese gewohnliche Frau behandeln, als ob sie nicht seine Amme, sondern seine Mutter sei! Ihr Stolz bäumte sich gegen ein solches Benehmen auf; ihr blieb es wenigstens ganz unbegreiflich; aber du Gedanken der Komtesse wurden bald abgelenkt, sie betrat ja zum ersten Mal das Schloß, das auf sie, im Vergleich zu dem väterlichen Besitz, einen bedeutendcn Eindruck machte. Die Ehrenfels waren nicht, wie die Bredows. nur darauf bedacht gewesen, sich große, bequeme Räume zu schaffen, die ganze Anlage bewies, daß hier ein altes, vornehmes Geschlecht sich einen stattlichen Wohnsitz errichten gewollt. Waltrud hatte das im gothischen Stil aufgeführte Gebäude nur immer ckus der Entfernung gesehen, seine vielen Erker und Thurme schlenen ja gerade in dieser flachen Gegend noch trotziger und herrschlustiger emporzuragen. Auch das Innere des Schlosses bcwies, daß hier die nüchterne Rücksich! auf Bequemlichkeit weit weniger vorgewaltet, als die Laune des Baumeisters, etwas Besonderes zu schaffen. Die breite, heute mit Blumentöpfen eingefaßte Treppe führte auf einen Flur, der nach beiden Seiten in zwei große Hallen ausmündete, durch die das volli Tageslicht hereinströmte. Auch das Vorzimmer, das sie jetz durchwanderten, war mic Blumen unr Gewinden reich geschmückt und gewährt einen sehr freundlichen Anblick; dann kam ein Erkerstübchen, das gerade durct seine Kleinheit einen behaglichen Eindruck gewährte und hier traf man schor das Brautpaar, das auf einem alterthümlichen Sopha im lebhaftesten Geplauder saß und bereits die Außenwelt vergessen haben mochte, denn es schreckte beim Eintritt der Anderen ein wenic auf. Als jetzt Kurt seiner Freunde ansichtig wurde, wollte er sich rasch erheben und ihnen entgegengehen, aber ei hatte seine Kräfte doch überschätzt uni sank auf seinen Sitz zurück; erst mii Hilfe Jrmgards vermochte er sich wieder aufzurichten. Arnulf war im nächsten Augenblick schon an seiner Seite und dem Freund, die Hand drückend, schaute er ihm theilnahmsvoll in's Antlitz; er wollte sprechen, aber er vermochte vor innerer Bewegung kein Wort hervorzubringen Wie furchtbare und ergreifende Vorgänge er auch während, des ganzen Feldzuges geschaut, fühlte er sich doch mehr als je davon erschüttert, jetzt den armen Kurt als elenden Krüppel wiederzusehen, der vor Monden noch in blühender Jugendkraft vor ihm gestan-

den hatte. Wes war aus dem gun:n geworden, der mit seiner breiten Brust und seinen mächtigen Schultern jedem Sturme deö Lebens trotzen gekonnt! Er schien jetzt völlig zusammengeschrumpft zu sein. Auch Edwin trat jetzt auf Kurt zu und begrüßte ihn mit großer Herzlichteit. Auf ihn mußte jedoch der jetzige Zustand seines künftigen Schwagers nicht einen solch' gemütherschütternden Eindruck gemacht haben, denn er sagte sogleich: Run sehen wir uns doch glücklich wi:der! Leider haben wir aus dem Feldzuge nicht die kleinste Wunde mitgebracht. Das hat mich schon manchmal nichtswürdig gefuchst! Ach. wie beneid' ich Euch um Euren Todesritt bei Mars la Tour! Daran werden noch die spätesten Geschlechter singen und sagen, während wir Anderen längst vergessen sind." Ein mattes Lächeln spielte um die Lippen Kurts. Das Verlangen nach kriegerischen Lorbeeren hatte ihn nie erfüllt und er entgegnete deshalb in seiner schlichten, einfachen Weise: Beneide uns nicht um diesen vielgerühmten Todesritt. Hat doch Jeder von uns im letzten Feldzuge beständig sein Lebcn einsetzen und dem Tode in's Auge schauen müssen." , ohl wahr, aber doch nicht mit diesem dramatischen Elan war die Antwort. Die Baronin, die mit Käthe zurückgeblieben war. erschien jetzt wieder, um zum Enen einzuladen, und man betrat nun den festlich geschmückten Speisesaal. 5. Kapitel. Der Graf hatte ausdrücklich gcwünscht, daß die Verlobung im engsten Familienkreise gefeiert werden solle, und nun war auch dieser Kreis noch kleiner geworden, als man erwartet hatte. Der Speisesaal war eigentlich für eine weit größere Zahl von Gästen bcrechnet, aber die Baronin hatte doch mit Hilfe Käthens dafür gesorgt, daß der wci:e Raum keinen unbehaglichen Eindruck machte. Das Treibhaus war geplündert worden; überall standen hohe Blattpflanzen, und die sonst ziemlich dunklen Wände waren durch Blumengewinde freundlich verhüllt. Die Tafel selbst zeigte keinen übertricbenen Prunk, wohl aber den feinsten Geschmack. Auch hier hatte Käthe durch Aufstellung von prächtigen Blumenstrcußen dafür gesorgt, daß alles einen freundlichen, gefälligen Eindruck machte. Die jetzt aufgetragenen Speisen tonnten der frciherrlichen Küche zu? Ehre gereichen, denn sie wurde nock immer nach rheinischer Art, die sich mit der französischen zu messen vermag, geführt, auch der alte Rheinwein war vortrefflich und von edelstem Feuer nnt doch wollte sich bei den Anwesenden di? rechte festliche Stimmung nicht finden. Unwillkürlich schweifte der Blick des Einen oder des Anderen zu den leeren Gedecken, die daran erinnerten, daß Derjenige ausgeblieben, der dem Feste doch erst die rechte Weihe gegeben, gerade, weil er die Versöhnung zwischen den leiden so lange getrennt gebliebenen Familien besiegelt hätte. Jtzt nahm das Brautpaar die Ehrenplätze ein, die für den Grafen und seine Gattin bestimmt gewesen waren. Waltrud saß zwischen dem Baron und Arnulf, während ihr gegenüber die Baronin mit ihrem jüngsten Sohne Platz genommen hatte. ES ist aber noch ein Gedeck vorhanden; wen hatten wir denn noch erwartet?" mit dieser leisen Frage wandte sich Edwin während des ersten Ganges zu seiner Mutter, und als diese ebenso leise darauf Antwort gab, rief er ganz laut und in großer Ueberraschung: Unser Oheim ist plötzlich hier aufgetaucht? Ah, nun begreife ich alles!" und seine Blicke schweiften dabei übe? die nicht besetzten Stühle hinweg. Durch diesen lauten Ausruf wurde auch Arnulf aufmerksam; er blickte fragcnd zu seiner Mutter hinüber, die ruhig Auskunft gab, wie wenig daS unerwartete Erscheinen des MajoratsHerrn gerade in diesem Augenblick willkommen sei:', konnte. Das ist freilich eine seltsame Ueberraschung!" sagte Arnulf, und wo ist jct unser Oheim?" Er will meinen Vater aussuchen, ich fürcht: nur das Schlimmste, wenn die Leiden zusammentreffen," antwortete Kurt. Sei ohne Sorge." suchte ihn Waltrud sogleich zu beschwichtigen. Du kennst ja den Vater, er wird sich gar nichr erst sprechen lassen, und Du vergissest die Mutter, die schon jeden feindlichen Zusammenprall verhüten wird." Ja, sie ist die Einzige, die über

unseren Vater etwas vermag. Und doch hat sie niemals eine Versöhnung der Nachbarn herbeigeführt," bemerkte die Komtesse nicht ohne eine gewisse Bitterkeit; sie konnte nun einmal dieser Diplomatin," wie sie dieselbe stets heimlich nannte, keine Gerechtigkeit widerfahren lassen. Sie mag es wohl versucht, aber bald eingesehen haben, daß dies über ihre Kräfte ging;" suchte Kurt auch jetzt die Stiefmutter zu entschuldigen. Und sie ist stets klug genug, auch dem kleinste Zerwürfniß sofort auszv.weichen." fügte Waltrud hinzu, und um ihre stolzen Lippen spielte jetzt ein Zug von Geringschätzung. Ja, liebe Komtesse, müssen wir Frauen das nicht immer und besonders in der Ehe?" rief die Baronin aus, und sie blickte dabei auimüthia lächelnd auf

tvcen Gatten hinüber, der etwas verlegen und verwundert drein schaute und dann ganz unbefangen erwiderte: Aber, liebes Kind, das kannst Du doch nicht sagen. Ich bin ja gar nicht eigensinnig." Weil ich durch meine Nachgiebigkeit dafür gesorgt habe, daß Du es nicht werden konntest," entgegnete die Baronin. Und das erfahre ich erst heut? O diese Frauen!" rief der Baron mit komischem Erstaunen und sich zu Kurt wendend, setzte er lachend hinzu: Da sehen Sie, wie wir von klugen Frauen am Gängelbande geleitet werden." Der genossene Wein, der an den Ufern jenes Landes gewachsen war, das er noch immer nicht vergessen konnte, mochte ihm doch etwas von der fröhlichen Laune in die Adern gegossen haben, die dort die Menschenherzen bewegt. Ich werde dies Gängelband mehr als Andere brauchen," entgegnete Kurt und blickte dabei voll überquellender Zärtlichkeit in das Antlitz des theuren Mädchens, das ihm bald für immer angehören sollte, dann schaute er mit einer gewiyen Ungeduld auf den Baron. Man war bereits beim Dessert angelangt, und noch immer dachte sein Schwiegervater nicht daran, die Verlobung zu verkünden. Der Baron mochte wohl die Gedanken des jungen Grafen errathen, denn er sah nach seiner Uhr und sagte dann: Ich möchte doch die Rückkehr meines Bruders abwarten; vielleicht " Er vollendete nicht, denn er wagte nun doch nicht die Hoffnung auszusprechen, die er an diese Rückkehr knüpfte. Eigentlich begriff er sich selbst nicht; aber er trug heute ein förmliches Verlangen, den Druck ein wenig abzuschütteln, der auf seiner Seele ruhte; er' wollte sich auch einmal eine frohe Stunde gönnen und deshalb glauben, daß sich Alles freundlich gestalten und es dem Bruder gelingen werde, seinen alten Feind versöhnlich zu stimmen. Nein, mein Vater läßt sich gewiß nicht zur Nachgiebigkeit bewegen, und Wir können schon froh sein, wenn dies Zusammenprallen der beiden Gegner friedlich abläuft," bemerkte Kurt; sein eben noch glückstrahlendes Gesicht erhielt einen sorgenvollen Ausdruck. Heinrich ist der Aelteste unseres Hauses und so halte ich es doch für schicklich, wenn wir in seiner Gegenwart die Verlobung feiern," meinte der Baron, der auch mit dieser Erklärung weiter keinen Widerspruch seitens der' Versammelten erfuhr. Es war ja bis Lindenau ein Ritt von nur einer halben Stunde, und der Majoratsherr mußte bald wieder zurück sein. Da wurde schon unten auf dem Schloßhof Pferdegetrapp gehört, und obwohl Alle mehr oder weniger überzeugt waren, daß der Versöhnungsversuch des Heimgekehrten vergeblich gewesen, erwartete man doch nicht ohne Spannung das Erscheinen des Barons. Wenige Äugenblicke später stürzte derselbe in höchster Aufregung staubbedeckt, mit glühendem Antlitz in den Saal, und er hatte kaum die Schwelle überschritten, so stieß er mit allen Zeichen des Unwillens hervor: Ihr hattet Recht! Mein Ritt war umsonst; aber wer sollte es für möglich halten, daß es in Deutschland noch solche Querköpfe gibt!" Er strich mit der Hand über die erhitzte Stirn. Die jungen Offiziere waren bereits aufgesprungen, ihren Oheim zu begrüßen, um dem für ihre Freunde Peinlichen Auftritt ein rasches Ende zu machen. Wohl wußten sie sich auf die Persönlichkeit des Mannes durchaus nicht mehr zu besinnen, denn sie hatten ihn nur flüchtig gesehen, nd darüber waren mehr als achtzehn Jahre vcrflössen; aber es war ihr Oheim, und es blieb zugleich eine Pflicht der HöflichZeit, sich jetzt über sein unerwartetes Eintreffen erfreut zu zeigen. Der Baron war kaum der schlanken Männergestalten ansichtig geworden, als er sogleich mit seiner noch immer sehr voll klingenden Stimme rief: Ah, da seid Ihr schon! Wie freue ich mich, Euch zu sehen!" und er schloß Einen nach dem Anderen auf das Herzlichste in seine Arme. Wie stolz könnt Ihr sein," fügte er in seiner feurigen, übersprudelnden Weise hinzu, die weder das herannahende Alter noch der Aufenthalt in der Fremde abzukühlen vermocht hatten: Ihr durftet Euch Alle als Helden zeigen, während wir Alten in der langen Friedenszeit nur auf der WachtParade glänzen konnten." Die jungen Offiziere wollten das Lob bescheiden ablehnen; aber der Majoratsherr rief mit großem Eifer aus: Nein, nein, Ihr Alle habt Ungeheures geleistet und die Bewunderung der ganzen Welt erregt. Jetzt scheinen sich sogar diejmigen bei uns auf ihr Deutschthum zu besinnen, die es in der Fremde längst vergessen haltea. Bitte, nehmt nur wieder Platz. Ich fehe, Ihr seid auf guter Weide, und vielleicht habt Ihr für mich noch etwas übrig gelassen, denn ich bringe einen tüchtigen Hunger mit," und bei diesen Worten schweiften seine großen, unruhigen Augen über die Tafel hinweg. Bitte, dort Platz zu nehmen, lieber Schwager, sagte die Baronin, und sie wies auf das Gedeck, das sich zwischen ihrer Tochter und ihrem Gatten befand. ..Wir haben mitdem Essen auf Dich gewartet und vorläufig für unsere Gäste nur einn. kleinen Imbiß auftragen lassen." Der freilich beinah' einem Diner ähnlich war," bemerkte Edwin lachend. (Fortsetzung folgt.)

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